
Das Geld ist da, die feste Fehmarnbelt-Querung kommt. Das stellte Pat Cox, europäischer Koordinator für den Skandinavisch-Mediterranen Korridor heute bei den Fehmarnbelt Days in Malmö deutlich heraus. Sobald der Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig in Schleswig-Holstein steht, „drücken wir auf den Knopf und es kann losgehen“, sagte der aus Irland stammende ehemalige Präsident des EU-Parlaments in einer vom Fehmarnbelt Business Council (FBBC) organisierten Veranstaltung mit den Transport- und Verkehrsministern aus Schweden, Dänemark und Schleswig-Holstein.
Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hatte zuvor betont, dass der Planfeststellungsbeschluss bis zum Jahresende vorliegen werde. Ebenso wichtig sei es allerdings, in Deutschland weitere Projekte auf den Weg zu bringen, die Wachstum und Wohlstand in der Region fördern, um die Beltquerung zu einem Erfolg zu machen. Die Dänen wären da bereits weiter. In der Diskussion waren sich die Teilnehmer einig, dass die gesamte Region von einer engen Kooperation über den Fehmarnbelt hinweg profitieren würde.
„Wir haben es heute immer wieder gehört: Die Beltquerung verbindet nicht nur zwei Inseln in der Ostsee miteinander, sondern sie verbindet Skandinavien und Zentraleuropa. Dänen und Schweden rücken damit enger an den Kontinent heran und sparen viel Zeit, wenn sie den Tunnel benutzen“, fasste Siegbert Eisenach, Vorsitzender des FBBC und Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin ein Ergebnis des ersten Konferenztages zusammen. Die Wirtschaft in Norddeutschland stehe hinter dem Projekt, betonte er und verwies auf die große, vom FBBC und dem Fehmarnbelt-Komitee organisierte Delegationsreise mit 80 Vertretern aus Wirtschaft und Politik aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg, die nach Malmö gekommen ist, um ein starkes Signal der Unterstützung an die Partner in Dänemark und Schweden auszusenden.
Mit Stolz sagte er, dass dieser Impuls angekommen sei. Mehrere hundert Teilnehmer aus Skandinavien begrüßten die Deutschen mit einem großen Applaus. Allerdings sei es für die Glaubwürdigkeit Deutschlands als Partner für internationale Projekte erforderlich, die Rahmenbedingungen deutlich zu verbessern. „Ich appelliere an den Bund, zügig die Voraussetzungen für eine Beschleunigung des Planungsrechts zu schaffen. Die Dänen machen uns vor, wie es laufen kann“, so Eisenach.
Der Höhepunkt des ersten Konferenztages war die Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens zwischen den Metropolregionen Greater Copenhagen und Skåne mit mehr als vier Millionen Einwohnern und Hamburg mit 5,3 Millionen Einwohnern. Ziel ist es, das Zusammenwachsen der beiden Wirtschaftsräume durch die feste Fehmarnbelt-Querung vorzubereiten und im globalen Wettbewerb den Schulterschluss zu suchen. Mögliche gemeinsame Wirkungsfelder sind die Verkehrsinfrastruktur, der Arbeitsmarkt, die Forschung, das Marketing und der Tourismus.
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher unterzeichnete das Abkommen in Malmö. „Eine feste Fehmarnbelt-Verbindung und eine gute Kooperation zwischen Norddeutschland und Skandinavien stärkt unsere Regionen. Gemeinsam sind wir ein in Europa und der Welt wettbewerbsfähiger Wirtschaftsraum mit fast zehn Millionen Einwohnern. Wir unterstützen die Zusammenarbeit unserer wissenschaftlichen Einrichtungen und innovativen Unternehmen zur Entwicklung neuer Technologien, mit denen wir nachhaltiges Wachstum, eine regenerative Energieversorgung und umweltfreundliche Mobilität erreichen können“, sagte er.
An der Unterzeichnung nahmen außerdem Vertreter der Wirtschaft und Kommunen in der Metropolreion Hamburg teil, die mit Skandinavien kooperieren: Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum, Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin und FBBC-Vorsitzender, Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck, Dr. Olaf Tauras, Oberbürgermeister der Stadt Neumünster, Reinhard Sager, Landrat des Kreises Ostholstein und Vorsitzender des Fehmarnbelt-Komitees, Robert Lorenz-Meyer, Handelskammer Hamburg, und Hans-Werner Blöcker vom UVNord.


Buchholz sagte vor der Abreise
Nach den Worten von IHK-Präsidentin Kühn würden nach ihrem Eindruck auch auf deutscher Seite zunehmend die Chancen sichtbar, die die Feste Fehmarnbeltquerung für alle biete. „Die rege Teilnahme an der Delegationsreise zeigt dies sehr eindrücklich“, sagte sie. Laut Kühn und Buchholz werde die Reise zudem auch dafür genutzt, um sich vor Ort über die Digitalisierung bei den nördlichen Nachbarn zu informieren. „Wir lernen gern von denen, die bereits Erfahrungen in Bereichen gemacht haben, in denen man in Skandinavien bereits weiter ist als bei uns“, sagte Buchholz.
„Die Fehmarnbelt Days sind eine hervorragende Möglichkeit zum Aufbau neuer und zur Festigung bestehender Kontakte sowie für den Austausch mit verschiedenen Akteuren aus Dänemark, Schweden und Norddeutschland. Für das Fehmarnbelt-Komitee ist es zugleich eine gut geeignete Plattform, um uns als wichtigen Kooperationspartner in der Region zu positionieren und unsere aktive Rolle im regionalen Entwicklungsprozess zu verdeutlichen“, sagte Sager, der zugleich Vorsitzender des Fehmarnbelt-Komitees ist.




Heute wird Arbeitsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs vor den Mitgliedern des Begleitausschusses des Europäischen Sozialfonds (ESF) und einer Vertreterin der Europäischen Kommission die Sieger des ESF-Wettbewerbs „Gesichter des echten Nordens“ auszeichnen. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhalten Tablets



Der Windkraftanlagenhersteller Senvion setzt verstärkt auf Digitalisierung und seinen Standort in Osterrönfeld am Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg. Dort arbeiten Experten an der Zukunft des Windradbaus. Sie nutzen Computersimulationen und virtuelle Realität. «Wir können Tests automatisieren und dadurch viel Zeit gewinnen», sagte heute Werksleiter Martin von Mutius gegenüber der Deutschen-Prsse-Agentur. Ingenieure müssten nicht mehr für jeden Test vor Ort sein beziehungsweise die notwendigen Wetterkonstellationen abwarten. «Im Einzelfall kann das Monate an Zeit sparen.»