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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein - Harald Haase

Niedrigste November-Arbeitslosenquote seit 25 Jahren – Auch Langzeitarbeitslose profitieren

Arbeitsmarkt weiterin in Höchstform – Buchholz mit Blick auf robusten Mittelstand auch für 2018 zuversichtlich

Schleswig-Holsteins Arbeitsmarkt präsentiert sich weiterhin in Bestform: Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) heute mitteilte, sank die Zahl der Arbeitslosen im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent (- 1.393) auf aktuell 87.926 Arbeitslose. „Das ist der niedrigste November-Wert seit 25 Jahren“, freute sich Arbeits- und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz. Besonders erfreulich sei der Rückgang der Zahl der Langzeitarbeitslosen um 3,7 Prozent gegenüber dem November 2016. 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Aktuell sind 31.504 Langzeitarbeitslose registriert, die Arbeitslosenquote liegt bei 5,7 Prozent.

Dr. Bernd Buchholz

Buchholz verwies auf gute Chancen für Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt: „Der sinkende Zahl arbeitsloser Ausländer ist auch ein Beleg dafür, dass der Arbeitsmarkt aufnahmefähig ist und wir die richtigen politischen Instrumente in der Hand haben.“ Der Minister erinnerte vor dem Hintergrund an das vor einer Woche in Kiel gestartete Pilotprojekt „Hayati“, das gemeinsam mit der BA und dem Jobcenter Kiel entwickelt wurde. In dem auf sechs Monate ausgerichteten Pilotprojekt sollen geflüchteten Frauen zunächst Regeln und Gepflogenheiten des deutschen Arbeitsmarktes näher gebracht und Ihnen damit der erste Schritt in Richtung eines eigenen Berufs oder Jobs erleichtert werden. „Ziel ist es, dass die Frauen einen Integrationskurs besuchen“, sagt Buchholz.

Zur weiteren Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit kündigte der Minister zum 1. Januar zudem den Start von Modellprojekten zur Integration von Langzeitarbeitslosen an: „Mit rund 3,5 Millionen Euro fördern wir im Rahmen unseres Landesprogramms Arbeit in den nächsten beiden Jahren acht innovative Modelprojekte und unterstützen so die Integration von Langzeitarbeitslosen.“

Mit Blick auf die im November-Vergleich um 2,4 Prozent gestiegene Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (+ 22.900 auf 984.000) sagte Buchholz weiter: „Die gute Beschäftigungsentwicklung in fast allen Branchen zeigt, dass unsere mittelständische Wirtschaft robust aufgestellt ist. Wir sind damit den Herausforderungen wie der Integration von Flüchtlingen, der zunehmend digitalen Arbeitswelt oder dem demografischen Wandels durchaus gewachsen. Ich erwarte auch für 2018 eine entsprechend positive Entwicklung.“

Tourismusminister Buchholz eröffnet dritten Norddeutschen Campingtag in Husum

Campingtourismus im echten Norden blüht – Handlungsbedarf bei Barrierefreiheit

Strand
Mechthild Alves, Stiftung Mensch in Meldorf, Husums Bürgermeister Uwe Schmitz, Buchholz, und Gert Petzold, Vorsitzender des Verbandes für Camping- und Wohnmobiltourismus in Schleswig-Holstein e. V.                                                    Foto: Husumer Nachrichten / Birger Bahlo

Die 260 Campingplätze in Schleswig-Holstein sind aus Sicht von Wirtschafts- und Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz gut aufgestellt: Im letzten Jahr konnten die Betreiber über 3,7 Millionen Übernachtungen verbuchen. „Das war mehr als jede achte Übernachtung im Land und zugleich ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 6,8 Prozent und gegenüber 2011 sogar um fast 25 Prozent“, sagte Buchholz heute zur Eröffnung des dritten Norddeutschen Campingtages in Husum. Damit liege der echte Norden nicht nur weit über dem Bundesschnitt, sondern unter den 20 Camping-Top-Adressen in Europa befänden sich aktuell auch drei Campingplätze in Schleswig-Holstein: Naturcamping Spitzenort am Großen Plöner See, Am Rosenfelder Strand Ostsee Camping (nördlich von Dahme) und Nordsee Camping zum Seehund (Husum-Simonsberg).

Wie Buchholz vor den etwa 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus sechs Bundesländern sagte, sehe er hinsichtlich der Qualität im Camping-Tourismus aber auch noch Entwicklungspotenzial: „Seit vielen Jahren bieten bereits viele moderne Campingplätze ein Höchstmaß an Komfort: Strom und Wasser am Standplatz sind selbstverständlich, Restaurants und Biergärten finden sich vor Ort, die Sanitäranlagen sind blitzblank, die Duschen auch am späten Abend noch warm.“ Nicht umsonst sei Glamping oder „Glamorous Camping“ der neue Trend im Campingbereich, bei dem der Komfort eines Hotels mit der Freiheit eines Campingplatzes kombiniert werde.

„Luft nach oben“ sieht der Minister insbesondere beim Thema Digitalisierung: „Das fängt bei der eigenen attraktiv gestalteten und immer aktuellen Homepage an und hört beim WLAN-Zugang noch lange nicht auf.“ Gebucht werde der Urlaub zunehmend im Netz, immer häufiger über Buchungsplattformen. Auch dies müsse der Campingtourismus berücksichtigen. Ein weiteres Thema sei die Barrierefreiheit, da die Zahl mobilitätseingeschränkter Menschen wachse. Viele Campingplätze hätten mittlerweile zwar normgerechte Sanitärkabinen für Rollstuhlfahrer. Darüber hinaus täten sich viele Camping-Betreiber aber noch schwer mit den Anforderungen an eine Barrierefreiheit. Buchholz: „Hier gibt es noch viel zu tun.“

Der Minister erinnerte daran, dass der Tourismus landesweit einer der wichtigsten Wirtschaftszweige sei. So hängen in Schleswig-Holstein über 151.000 Arbeitsplätze direkt vom Tourismus ab, der Bruttoumsatz liegt bei knapp acht Milliarden Euro im Jahr. Der Campingtourismus spiele dabei eine große Rolle.

Sicherheitsverordung für Traditionsschiffe: Vorsichtiger Optimismus

Tauziehen um Traditions-Skipper – Schiffsbetreiber nach ersten Gesprächen verhalten optimistisch

In dem seit Jahren dauernden Streit um die Sicherheit von Traditionsschiffen haben sich die Schiffsbetreiber nach einem Gespräch mit Vertretern des Bundesverkehrsministeriums verhalten optimistisch gezeigt. Es hätten sich in wichtigen Punkten Annäherungen ergeben, sagte der Vize-Chef des Dachverbands für Traditionsschiffe, Nikolaus Kern, der Deutschen Presse-Agentur. Details wollte er mit Blick auf die für den 14. Dezember in Berlin anberaumte zweite Gesprächsrunde nicht nennen.

Die neuen Gespräche waren vom amtierenden Verkehrsminister Christian Schmidt (CSU) vereinbart worden, um den umstrittenen Entwurf einer neuen Sicherheitsverordnung ergebnisoffen zu überarbeiten. Die Traditionsschiffer befürchten, dass viele der gut 100 verbliebenen deutschen Schiffe nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden könnten, sollten die strengen Vorschriften in Kraft treten. Zunächst hatte das Bundesministerium den 1. Januar als Termin verkündet, nach Interventionen unter anderem von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte das Ministerium den neuen Gesprächen zugestimmt.

Was Zeugnisse oder Diplome nicht verraten: Aus verborgenen Talenten Fachkräfte machen

„Kompetenzerfassung“ – Erfolgsschlüssel bei der Fachkräftegewinnung. Große Resonanz auf 3. SH-Weiterbildungstag

TextbildZugegeben, der Begriff klingt etwas angestaubt und bürokratisch, könnte aber  d e r   Erfolgsschlüssel bei der Fachkräftegewinnung sein: Kompetenzerfassung. Denn: Wer neue Mitarbeiter gewinnen, seine bestehende Belegschaft fördern und obendrein vielleicht auch Geflüchtete integrieren sowie Quer- wie Wiedereinsteiger gewinnen möchte, der sollte auf erprobte Methoden der Kompetenzfeststellung zurückgreifen.

Bernd Buchholz

Beim dritten Schleswig-Holsteinischen Weiterbildungstag an der Fachhochschule Kiel wurde jetzt deutlich, dass das vermeintliche Spezialthema ein verbindendes Element verschiedener Weiterbildungsbereiche ist. Angesichts der 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung und Weiterbildung (KoFW) zeigte sich Arbeitsminister Dr. Bernd Bucholz erfreut: „Hier wird deutlich, dass wir eine lebendige Weiterbildungslandschaft haben, deren Verantwortliche offen für Neues sind und auch die Energie aufbringen, die großen Herausforderungen unserer Zeit engagiert anzupacken.“

Kompetenzfeststellung biete schon jetzt vielfach eine sinnvolle Methodik zur Identifikation von Talenten, so Buchholz: „Und angesichts des Fachkräftemangels werden wir jedes Talent im Land brauchen.“ Perspektivisch müsse die Anerkennung von so genannten informellen Kompetenzen so geregelt werden, dass Unternehmen und Beschäftigte davon profitieren.

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Martin Noack

Nach den Worten von Dr. Martin Noack, der für die Bertelsmann-Stiftung an der Tagung teilnahm, lassen sich auch Talente und Fähigkeiten entdecken, die weder durch ein Zeugnis noch ein Diplom ausgewiesen werden. „Hierin liegt ein enormes Potenzial.“ Die Stiftung habe dafür unter anderem ihr Konzept der „Kompetenzkarten“ entwickelt, das für jedermann kostenlos öffentlich verfügbar ist. Zum Beispiel für die Beratung von Einwanderern: hier klicken . Die Karten zur Erfassung sozialer und personaler Kompetenzen seien in verschiedenen Sprachen verfügbar und bereits über 3.500 Mal heruntergeladen worden. Fast 10.000 analoge Kartensets befänden sich zudem bereits im Einsatz.

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Britta Schwichtenberg

Die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit stellte durch Britta Schwichtenberg das neue Testverfahren „Myskills“ vor, die Validierung der Selbsteinschätzung der Kundinnen und Kunden von Arbeitsagenturen und Jobcentern zu beruflichen Kenntnissen unterstützt (hier klicken). Myskills sei erst seit wenigen Tagen im Einsatz. Man erhoffe sich dadurch eine bessere Identifizierung von beruflichem Handlungswissen insbesondere bei Geringqualifizierten, so Schwichtenberg.

Ralf Kulessa vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung und Weiterbildung (KoFW)  berichtete, dass sich auch der Profilpass weiter entwickele, der auch als Instrument zur Selbsteinschätzung und Berufsorientierung einsetzbar sei. Bundesweit gebe es 1055 Beraterinnen und Berater. In Schleswig-Holstein ist das KoFW ein Dialogzentrum für den Profilpass.

Weitere Informationen zum Weiterbildungstag: hier

 

Marschbahn-Engpässe: Buchholz setzt ersten Schritt in Richtung Zweigleisigkeit

Sondersitzung in Husum zur Marschbahn: Buchholz kündigt Einstieg in Vorplanung für zweigleisigen Ausbau an

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Buchholz mit Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen bei der Sondersitzung im Husumer Kreistag

Um Engpässe und Probleme auf der so genannten Marschbahn langfristig zu lindern, ist nach Ansicht von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz ein zweigleisiger Ausbau der Strecken Morsum-Keitum sowie Niebüll-Klanxbüll unumgänglich. Um dafür den Druck auf den Bund und die DB Netz AG zu erhöhen, habe das Land sich entschieden, die 2,5 bis drei Millionen Euro teuren Vorplanungen selbst anzuschieben und dafür die Mittel aus dem Sondervermögen MOIN.SH des Landes bereit zu stellen. „Zugleich werden wir Planungskapazitäten schaffen, die wir gemeinsam mit DB Netz aussuchen  werden“, sagte Buchholz heute bei einer Sondersitzung des nordfriesischen Kreistags zu den seit einem Jahr andauernden Problemen auf der Marschbahn zwischen Niebüll und Westerland auf Sylt.

Messe "Meer Kontakte", Maritimes Cluster 2017

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz nach der Sitzung (Audiopfeil klicken)

„Wir wollen mit unserem Engagement klar machen, dass das Land auch selbst bereit ist, Geld in siebenstelliger Höhe auszugeben, um das Problem grundlegend anzupacken“, sagte Buchholz vor rund 150 Abgeordneten und Kommunalvertretern der Westküste. Der Minister wies darau hin, dass sich das Land damit in den Bereich der Bundeszuständig­keiten einmische: „Wir können aber nicht noch länger warten, wir werden hier in Vorleistungen einsteigen.“ Dabei setze er weniger auf eine Elektrifizierung der Strecke, die im Nationalpark Wattenmeer Probleme aufwerfen könnte, sondern auf alternative Antriebsformen wie Wasserstoff oder andere emissionsarme Antriebsarten. Parallel rief der Minister alle politischen Kräfte – insbesondere den Kreistag Nordfriesland – dazu auf, die Aufnahme der Zweigleisigkeit in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswege­planes geschlossen zu unterstützen. „Nur wenn wir uns gemeinsam auf diesen langen Weg machen, werden wir diese Nadelöhr des Nordens beseitigen und stabile Verkehre von und nach Sylt ermöglichen“, so Buchholz.

Der Minister erinnerte daran, dass er bereits im Sommer in Berlin sowohl beim zuständigen Staatssekretär Enak Ferlemann als auch bei DB-Vorstand Ronald Pofalla vorstellig geworden sei, um für die Aufstufung des zweigleisigen Ausbaus der Strecke im Bundesverkehrswegeplan zu werden. Die besondere Situation der Insel Sylt, die für die große Mehrzahl der Menschen nur über diesen Schienenweg zu erreichen sei, müsse dabei gegenüber „technokratischen Fahrgastnutzenberechnungen“ ganz besonders ins Gewicht fallen, sagte Buchholz.

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Die Vertreter der DB und NAH.SH, von links: Michael Körber von der DB Netz, DB-Regio-Chef Torsten Reh und NAH.SH-Geschäftsführer Bernhard Wewers

Mit Blick auf die seit einem Jahr andauernden Verspätungen und Lok-Ausfälle sagte der Minister, dass er von der DB Regio eine grundlegende Veränderung des Instandhaltungs- und Reparaturkonzepts ewarte. Zur Beschleunigung müsse es auch darum gehen, Instandhaltungswerke einzubinden, die nicht im Besitz der DB AG sind – insbesondere das Werk in Husum.

Darüber hinaus erwarte er die Beschaffung von weiteren zusätzlichen Ersatz- und Reservefahrzeugen – sowohl Lok’s als auch Wagons – um bei Ausfällen mit Ersatzmaterial agieren zu können. Dringend nötig sei zudem ein Personalkonzept, dass eine ausreichende Anzahl von Triebfahrzeugführern und Begleitpersonal beinhalte, und Personalausfälle schnell und ohne Fahrplanauswirkungen kompensieren könne. Weitere Entlastung erwartet der Minister auch von einer „schnellstmöglichen Umsetzung“ von bereits lange beauftragten Bahnsteigverlängerungen durch DB Station und Service, um zwischen Niebüll und Westerland zwölf statt bisher zehn Waggons einsetzen zu können.

 

DB kündigt für morgen Besserungskonzept für den Marschbahn-Verkehr an

Morgen Sondersitzung des Husumer Kreistags zur Marschbahn – Buchholz erwartet Besserungskonzept der DB

Titel
Morgen ab 10 Uhr in Husum dabei (v.l.): Achim Bonnichsen, Sylter Unternehmer Max Hellner, DB-Regio-Chef Torsten Reh und Minister Buchholz (hier bei ihrem letzten Treffen auf Sylt)

Das Vorgehen ist jeden Morgen dasselbe. Zumindest werktags: Kaum klingelt der Wecker um 5 Uhr fällt der Blick von Achim Bonnichsen aufs Handy. «Hiobsbotschaften» checken, die er als Sprecher der Marschbahnpendler direkt auf sein Mobiltelefon geschickt bekommt. Diese postet er dann umgehend in die Facebook-Gruppe «NOB Pendler Husum-Westerland», in der mehr als 4000 Menschen organisiert sind, die täglich mit der Bahn vom Festland auf die Insel Sylt pendeln.

Bonnichsen ist ein großer Mann mit festem Blick und Händedruck. Seit mehr als 30 Jahren pendelt der Fliesenlegermeister nach Sylt, wo seine Familie einen Fliesenbetrieb hat. Gewohnt hat er auf der Insel nie. Er wirkt wie ein Mann, den nichts so leicht aus der Ruhe bringt. Spricht man den 51-Jährigen aber auf die Situation bei der Marschbahn an, kann er sich schnell in Rage reden.

Überfüllte Züge, Verspätungen, Ausfälle und das Gefühl, dass sich niemand verantwortlich fühlt, die Situation wirklich zu ändern. Viele Pendler leiden unter der Situation.

Rückblende: Vor gut einem Jahr, am 10. November 2016, hatte der damalige Streckenbetreiber Nord-Ostsee-Bahn (NOB) alle Wagen auf der sogenannten Marschbahn stillgelegt, weil eine Kupplung defekt war. Von den daraus resultierenden Beeinträchtigungen waren tausende Pendler und viele Urlauber betroffen. Die Deutsche Bahn übernahm die Strecke im Dezember 2016 und stellte ein Ersatzkonzept auf die Beine. Seit Mitte November dieses Jahres sollten die Züge eigentlich wieder planmäßig rollen. Doch dies ist nur eingeschränkt der Fall, Verspätungen und auch Zugausfälle gibt es weiterhin.

Auf einer Sondersitzung des Kreistags von Nordfriesland soll nun morgen über die Situation bei der Marschbahn beraten werden. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) hat sein Kommen angekündigt. Der Minister erwartet von der Deutschen Bahn (DB) vor allem Antworten auf die Frage, warum es trotz der reparierten Kupplungen der 90 Marschbahn-Waggongs weiter zu Problemen kommt und wie die DB Regio an der Stelle besser werden will. Vor allem muss die DB nach Ansicht von Buchholz ein überzeugendes Instandhaltungskonzept vorlegen und für mehr Verlässlichkeit und Qualität auf der Strecke sorgen. Bislang laufe es einfach alles andere als gut.

Buchholz sagte weiter (Audio starten – „in browser anhören“)

Das sehen auch die Pendler so. Im Gegensatz zu «normalen» Pendlern können die Sylt-Pendler bei Zugausfällen nicht auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen. «Wir haben keine Alternative», schimpft Bonnichsen. Wenn die Bahn den Zugverkehr wegen Sturms in ganz Norddeutschland vorsichtshalber einstellt oder in der Nähe von Hamburg ein Zug entgleist – die Pendler sitzen fest. Die Pendler rund um Bonnichsen wollen daher gerne, dass ein Ersatzzug plus Lokführer in Westerland oder Niebüll stationiert wird. Wenn dann der Zugverkehr weiter südlich ausfällt, kämen die Pendler wenigstens zur Arbeit und auch wieder zurück.

«Wir brauchen Hilfe», stellt Bonnichsen fest. Man könne sich auf nichts anderes mehr konzentrieren als auf die Frage, ob die Bahn pünktlich und man rechtzeitig bei der Arbeit sei oder ob die Kita auf dem Festland noch zu Öffnungszeiten erreicht werde.

«Wegen dieser psychischen Belastung sind sehr viele krank geworden», sagt der 51-Jährige. Mit Folgen nicht nur für die Betroffenen, sondern auch die Betriebe auf der Insel, die auf die Arbeitskräfte vom Festland angewiesen sind. «Wir haben eine massive Abwanderung von Fachkräften, die sich auf dem Festland was suchen», sagt Bonnichsen.

Ein Problem, das auch Karl Max Hellner kennt. Hellner besitzt sieben Modehäuser auf Sylt und ist Vorsitzender des Vereins Sylter Unternehmer. Aktuell habe er wieder von einem Handwerksbetrieb erfahren, dass zwei gute Mitarbeiter gekündigt haben, die auf dem Festland Arbeit gefunden haben, sagt Hellner. Ein Problem, das sich noch verschärfen könnte, denn «ein Großteil unserer Mitarbeiter kommt vom Festland», sagt er.

Warteschlangen auch vor dem Sylt-Shuttle in der Saison: Auf Dauer kann nach Überzeugung der örtlichen Politiker nur ein zweigleisiger Ausbau Entlasung bringen…

Die Sylter Unternehmer fordern endlich den zweigleisigen Ausbau auf der Strecke Niebüll-Westerland. Bislang können sich Züge zwar auf dem Hindenburgdamm, der Sylt mit dem Festland verbindet, begegnen, auf den Strecken davor und dahinter allerdings nicht. Wirkliche Hoffnung, dass dieser Wunsch in Berlin und Kiel Gehör findet, hat Hellner indes nicht.

«Für viele Menschen ist Sylt nur die Insel der Reichen und Schönen», moniert Hellner. Die Alltagsprobleme der Insulaner und Pendler seien nur wenigen bekannt. «Das muss viel mehr in die Köpfe der Menschen.»

Chance auf einen Neustart ins Leben nach der Flucht mit Landesprojekt „Hayati“

Land fördert Pilot-Projekt für geflüchtete Frauen – Staatssekretär Rohlfs: Wichtiger Beitrag zur Integration

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Staatssekretär Rohlfs mit Margit Haupt-Koopmann und AWO-Projektleiterin Claudia Lux (Mitte) bei der Übergabe des Bescheids im Kreis von Teilnehmerinnen

Mit dem Projekt HAYATI, arabisch „mein Leben“, startet in Schleswig-Holstein ab kommender Woche ein Programm zur Integration geflüchteter Frauen in den Arbeitsmarkt. Wie Arbeitsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs heute im Kieler Kommunika­tions­zentrum „Pumpe“ sagte, biete das Projekt den Frauen die Möglichkeit, sich zunächst mit der Berufswelt in Deutschland auseinanderzusetzen und anschließend auch Hilfestellung beim Weg in einen Job.

„Die betroffenen Frauen stammen aus Ländern, in denen der eigenständige Weg in den Arbeitsmarkt für sie oft keine Option ist, weil ihre Aufgaben traditionell in der Betreuung der Kinder und der Arbeit im Haushalt gesehen werden“, sagt Rohlfs. Gemeinsam mit der Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, überreichte er einen Förderbescheid über rund 120.000 Euro an die zuständige Projektleiterin Claudia Lux vom AWO Landesverband Schleswig-Holstein. Die AWO ist Trägerin des Projekts. Das Geld stammt zu 90 Prozent vom Land, der Rest vom Jobcenter Kiel.

Rohlfs sagte am Rande der Bescheidübergabe (Audio startet – „Listen in browser“)

Nach den Worten Rohlfs lernen die Teilnehmerinnen in einem sechsmonatigen Kurs zunächst, sich selbstbewusst und sicher im Alltag zu bewegen. Zudem werden ihnen die Regeln und Gepflogenheiten des deutschen Arbeitsmarktes näher gebracht, sie erhalten aber auch Informationen über Ämtergänge oder Arztbesuche. „Zur Entlastung der Frauen wird parallel zu den Kursen eine Betreuung für Kinder unter sechs Jahren angeboten. Das Ziel des Projektes ist die freiwillige Teilnahme an einem Integrationskurs als wichtige Grundlage einer erfolgreichen Arbeitsmarktintegration in der Zukunft“, sagt Rohlfs.

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Für die Kleinsten gab’s zur Begrüßung einen Seehund

Mit dem Pilotprojekt wollen Land und BA die Frauen vor allem motivieren, die Aufnahme einer Arbeit als Lebensperspektive zu sehen. „Das Bild der Schutzsuchenden ist überwiegend männlich geprägt. Dabei sind knapp ein Drittel der Geflüchteten in Schleswig-Holstein Frauen“, sagt Haupt-Koopmann. Als Frau die eigenen Rechte zu kennen und zu wissen, wo man sich Unterstützung holen könne, sei der Schlüssel für ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben und eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt. „Mit mehr als 40 Jahren Migrationsarbeit wissen wir, dass fehlender Kontakt zur Gesellschaft und ein geschwächtes Selbstbewusstsein, sich außerhalb des Familienzusammenhanges zu bewegen, eine große Hürde für die Aufnahme einer Beschäftigung sind“, so AWO-Projektleiterin Claudia Lux. Genau hier setze das Projekt an.

Lübecker Tabak-Produzent gerät durch geplante EU-Regelung unter Druck

SH-Tabakbetriebe fürchten faktisches Exportverbot durch EU – Buchholz schaltet Bund und EU-Abgeordnete ein

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Geraten durch EU-Rückverfolgungssystem unter Druck: Tabakanbauer in Schleswig-Holstein

Weil der illegale Handel mit Zigaretten die Europäische Union ( EU) Milliarden kostet, hat die Kommission ein Rückverfolgungssystem in Arbeit, das für mittelständische Tabakproduzenten zum Stolperstein werden könnte. In Schleswig-Holstein gibt es drei Betriebe. Der traditionsreiche Lübecker Produzent „von Eicken“ hat sich nun an Wirtschaftsminister Buchholz gewandt – der hat bereits den Bundeslandwirtschaftsminister und die EU-Parlamentarierer alarmiert.

textDas „Flensburger Tageblatt“ schreibt dazu: Was harmlos klingt, könnte die Zukunft der Tabak-Betriebe in Schleswig-Holstein gefährden. Besonders eine Sache treibt die Branche um: Auch Produkte, die für die Ausfuhr in Nicht-EU-Staaten bestimmt sind, sollen von diesem Rückverfolgungssystem der EU erfasst werden. Das Problem: Die Anbringung entsprechender Codes ist in manchen Bestimmungsländer außerhalb der EU – unter anderem in Australien – überhaupt nicht zulässig.

Buchholz sagte dazu gegenüber dem sh:z (Audio starten, „in Browser anhören“)

„Von Eicken“ wurde 1770 gegründet und ist einer von drei namhaften, familiengeführten Tabakbetrieben im Land – und „Von Eicken“ wäre von diesem „Export-Verbot“ betroffen. 480 Mitarbeiter beschäftigen die Lübecker. Gut ein Drittel des Umsatzes wird außerhalb der EU gemacht. Entsprechend besorgt blickt man dort auf die Vorhaben in Brüssel. „Das wird die größte Nagelprobe sein, die wir in der Firmengeschichte zu bewältigen haben“, sagt Geschäftsführer Marc von Eicken.

Auch in Export-Märkten, in denen die Anbringung der Codes auf der Packung nicht generell untersagt ist, befürchten Unternehmen wie „Von Eicken“ Umsatzeinbuße. Denn letztlich mache das Rückverfolgungssystem die Produktion teurer – und Betriebe wie jenen in Lübeck außerhalb der EU weniger wettbewerbsfähig.

 

Glasfaserausbau im echten Norden nochmals getoppt: 32 Prozent Versorgungsquote

Buchholz beim Breitband-Bundesverband in Berlin: Die neue Bundesregierung sollte von Schleswig-Holstein lernen

Bei der Breitband-Versorgung mit Glasfaser hat Schleswig-Holstein seine bundesweite Spitzenposition nochmals deutlich ausgebaut: Wie Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz am Abend bei der Jahrestagung des Bundesverbandes Breitbandkom­munikation (BREKO) in Berlin sagte, können heute bereits 32 Prozent der Haushalte im Land einen Anschluss erhalten, 24 Prozent haben ihn auch tatsächlich gebucht. Bundesweit liegt die Quote derzeit bei sieben Prozent. Bis zum Jahr 2025 will Schleswig-Holstein ein flächendeckendes Angebot bereitstellen und stellt dafür zusätzlich 50 Millionen Euro bereit. Die BREKO-Jahrestagung steht in diesem Jahr unter dem Motto „Einfach Glasfaser. Die beste digitale Infrastruktur für Smart Cities, Smart Working & Smart Living“.

Wie Buchholz in seiner Rede vor 600 Experten aus der Telekommunikationsbranche sagte, sei die Spitzenposition des Landes auf mehrere Erfolgsfaktoren zurückzuführen. Neben klaren Zielvorhaben durch das Land verfüge Schleswig-Holstein über eine breit aufgestellte Anbieterlandschaft, die vor allem von regionalen Akteuren geprägt sei. So könnten neben 15 Stadtwerken und verschiedenen Breitbandnetzgesellschaften, die vor allem aus der Windbranche stammen, etwa 20 kommunale Breitbandzweckverbände überall dort einspringen, wo kein privatwirtschaftlicher Ausbau stattfinde. „Auf diese Weise haben wir ein Investitionsklima geschaffen, das auch bei überregionalen Anbietern großes Interesse auslöst“, sagte Buchholz.

Buchholz sagte weiter (Audio starten – im Browser anhören)

Ein weiterer großer Erfolgsfaktor sei das 2010 gegründete Breitband-Kompetenzzentrum als eine Art „Spinne im Netz“. Bei der von den kommunalen Spitzenverbänden getragenen Gesellschaft handelt es sich um die zentrale Beratungs- und Koordinierungsstelle des Landes, die Informationen zum Breitbandausbau optimal bereitstelle und die Anbieter beim Ausbau unterstütze, so der Minister. Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) stelle als Förderinstitut des Landes zudem maßgeschneiderte Finanzierungskonzepte auf und habe über ihre Darlehn bereits 500 Millionen Euro an Investitionen ausgelöst.

Buchholz: „Wir versuchen also, mit einer intelligenten Förderpolitik trotz knapper Mittel vor allem die meist schwierige Anlaufphase von Projekten zu begleiten.“

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Buchholz nach seiner Rede beim Berliner Bundesverband.     Fotos: BREKO/Hattendorf

Bereits mit den aktuell laufenden Projekten sei für das Jahr 2020 mit einer Glasfaserabdeckung von 50 Prozent und bis 2022 mit einer Abdeckung von 62 Prozent zu rechnen. „Wir wollen diesen Prozess aber weiter beschleunigen, indem wir mit einem nochmals verstärkten Breitband-Kompetenzzentrum die verbleibenden weißen Glasfaserflecken – unter anderem in den Städten – systematisch analysieren und passgenaue Lösungen entwickeln“, so Buchholz. Er setze dabei vor allem auf die Privatwirtschaft und wolle diese zu Kooperationen motivieren.

Zugleich appellierte der Minister aber auch an alle Betriebe und Haushalte im Land, Glasfaseranschlüsse auch zu ordern, wo sie erhältlich seien. „Denn nur durch eine große Nachfrage erzeugen wir auch den nötigen Druck, den weiteren Ausbau auch voranzubringen und uns damit einen wichtigen Standortfaktor zu schaffen. Und zwar nicht allein für die Wirtschaft, sondern auch für Schulen und das Alltagsleben der Menschen“, so Buchholz.

Er bat den Bundesverband um Hilfe beim Schmieden strategischer Allianzen: „Die Erfolgsfaktoren Schleswig-Holsteins sollten vor allem Maßstab für die Breitbandpolitik einer neuen Bundesregierung sein: Von ihr erwarte ich eine klare Ausrichtung auf ein Infrastrukturziel Glasfaser, weil die Zeit von Übergangstechnologien wie Kupfer ein Ende haben muss.“

DB präsentiert ihre Lärmschutz-Pläne auf der Belt-Zulauftrasse zwischen Lübeck und Puttgarden

DB kommt bei Planungen für Belt-Strecke Lübeck-Puttgarden gut voran

«Wir wollen auf jeden Fall vor den Dänen fertig sein», sagte Bahn-Projektleiter Bernd Homfeldt heute bei der Präsentation eines Lärmschutz-Infomobils in Bad Schwartau. Bereits zum Jahreswechsel sollen die ersten Planfeststellungsunterlagen beim Eisenbahnbundesamt eingereicht werden. Die Bauarbeiten würden voraussichtlich im Jahr 2021 oder 2022 beginnen. «Wir rechnen mit fünf Jahren Bauzeit», sagte Homfeldt. Verkehrsminister Bernd Buchholz begrüßte Zeitplan und Informationsoffensive der Bahn. „Die Lärmschutzsimulation schafft Transparenz und nimmt Ängste“, so der Minister.

Eine vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut entwickelte audiovisuelle Simulation zeigt am Beispiel Bad Schwartaus die Unterschiede zwischen dem aktuellen Lärm vor Ort durch den Regionalverkehr und den künftigen Belastungen durch den Regional- und den Güterverkehr hinter geplanten Lärmschutzwänden.

Nach ersten Eindrücken rollt der künftige Güterverkehr um Bad Schwartau dank des Schutzes leiser als die aktuell dort fahrenden Regionalzüge ohne Lärmschutzwände,

Bus
Das Bahn-Infomobil

Die Bahn plant den Ausbau der Bahnstrecke Lübeck-Puttgarden als Anbindung des Ostseetunnels zwischen Deutschland und Dänemark. Auf deutscher Seite gehört dazu auch die Ertüchtigung der Querung über den Fehmarnsund zwischen dem Festland und der Ostseeinsel. Die Planungen sind notwendig, da die mehr als 50 Jahre alte Sundbrücke für Autos und Züge für die erwartete Zunahme des Schienengüterverkehrs nach Eröffnung des Ostseetunnels zwischen Dänemark und Deutschland nicht ausgelegt ist. Der rund 19 Kilometer lange Tunnel wird voraussichtlich nicht vor 2028 eröffnet werden.

Bis dahin soll die neue Sundquerung fertig sein, um auf Fehmarn kein Nadelöhr entstehen zu lassen. Noch ist unklar, ob als Ersatz für die bestehende Brücke eine neue Brücke, ein Bohrtunnel oder ein Absenktunnel kommt. Eine Entscheidung fällt frühestens Ende kommenden Jahres. «Die Schätzungen der Kosten dafür reichen von 350 Millionen Euro bis hin zu einer Milliarde», sagte Homfeldt. Die Gesamtkosten werden derzeit mit 1,5 Milliarden Euro angegeben.