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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein - Harald Haase

Giselau-Schleuse seit einem Monat wieder befahrbahr – Meyer sieht Bund weiter in der Pflicht

Meyer ermuntert Freizeitkapitäne: Neu eröffnete Gieselauschleuse wieder nutzbar

Gieselau
Meyer mit WSA-Chefin Völkl beim Ortstermin

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten an der 80 Jahre alten Gieselau­schleuse zwischen Eider und Nord-Ostsee-Kanal bei Oldenbüttel (Kreis Rendsburg-Eckernförde) steht die Anlage der Sportschifffahrt seit knapp einem Monat wieder in vollem Umfang zur Verfügung. „Ich danke der Wasserstraßen- und Schifffahrtsver­waltung für die zügige Arbeit und kann alle Freizeitskipper nur ermuntern, von diesem touristisch einmaligen Angebot umfangreich Gebrauch zu machen“, sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer heute (24. Juni) bei einem Ortstermin mit der Leiterin der Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel, Gesa Völkl. Dabei erläuterte Völkl dem Minister unter anderem die für den Spätherbst erneut anstehenden Sanierungsarbeiten.

Reinhard_MeyerMeyer sagte nach der Besichtigung der Schleuse

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Wie Meyer sagte, sei die 67 Meter lange und neun Meter breite Schleuse auch von großer Bedeutung für den Schleswig-Holstein-Tourismus insgesamt. Denn der Wassersport sei eine wesentliche Säule der Tourismus-Strategie des Landes. Meyer zeigte sich nach dem Gespräch mit Völkl zuversichtlich, dass die Planungen für weitere Reparaturarbeiten ohne große Behinderungen der Sportschifffahrt möglich seien, ebenso die geplante große Instandsetzung im Winter.

Meyer appellierte zugleich an den Bund, die entsprechenden Haushaltsmittel und das Personal für die noch ausstehenden Maßnahmen an der Schleuse zu priorisieren.

Es dürfe keine Konkurrenz  zum Schleusenneubau in Brunsbüttel geben, die dazu führe,  dass Nebenwasserstraßen wie der Gieselau-Kanal auf der Strecke bleiben.

Gieselau3

Eine Übernahme der Schleuse durch das Land, wie beim so genannten „Cloppenburger Modell“ (Abgabe der Schleuse Osterhausen am Elisabethfehnkanal an den Landkreis Cloppenburg) erteilte Meyer eine Absage. „Weder der Kreis Dithmarschen noch das Land können und werden dem Bund für dieses historische Bauwerk seine Verantwortung abnehmen.“

Brexit or not: Auch Schleswig-Holstein schaut gebannt nach Großbritannien

Politik und Wirtschaft in Schleswig-Holstein schauen gebannt nach Großbritannien Brexit text with British and Eu flags illustration

Nacht der Entscheidung über den Verbleib oder den Austritt Großbritanniens aus der EU: „Ein Brexit hätte unvorhersehbare negative Folgen für die Europäische Union, vor allem aber für Großbritannien selber“, sagte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) den Kieler Nachrichten. Sollten sich die Briten dennoch gegen Europa entscheiden, „ist es an uns, in den nächsten Jahrzehnten dafür zu werben, dass die Menschen in London oder Liverpool erkennen, dass es ihnen mit Europa besser geht“.

Auch Wirtschaftsminister Reinhard Meyer sieht einen Austritt der Briten vor allem für Großbritannien kritisch – gravierende Auswirkungen auf die über 120.000 kleinen und mittelständischen Unternehmen in Schleswig-Holstein fürchtet er aber nicht.

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Meyer sagte vor dem Referendum

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Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) befürchtete im Fall eines Austritts eine Konjunkturdelle. Betroffen sei Schleswig-Holstein wegen der HSH Nordbank: „Sie hätte es im Fall eines Brexit schwerer.“ Grund sei das Wechselkursrisiko. Es würde im Fall einer Austrittsentscheidung „absehbar wachsen, wenn der Dollar gegenüber dem Euro noch stärker würde“, so heinold in den KN. Dabei geht es vor allem um die Milliarden-Risiken der Bank in der Schiffsfinanzierung.

big-ben-london-grossbritannienUnmittelbar nach Schließung der Wahllokale (23 Uhr MESZ) wird es voraussichtlich weder Prognosen noch Hochrechnungen geben. Ein Endergebnis wird am Freitag um die Frühstückszeit erwartet.

Hier ein paar Fakten zum Referendum:

Worüber wird abgestimmt?

Die Bürgerinnen und Bürger Großbritanniens können am Donnerstag darüber abstimmen, ob ihr Land aus der EU austreten soll, also über den sogenannten Brexit (eine Wortschöpfung aus „Britain“ und „Exit“ – das Wort für Ausgang, Ausstieg). Auf dem Stimmzettel kann man ankreuzen, ob Großbritannien in der EU verbleiben soll („Remain a member of the European Union“) oder nicht („Leave the European Union“). Derzeit liegen die die Befürworter und die Gegner des Ausstiegs laut Umfragen eng beieinander, der Ausgang der Abstimmung ist völlig offen. Ergebnisse werden wohl erst im Laufe des Freitags vorliegen, weil die Wahllokale erst spät schließen.

Was wären die Folgen eines „Brexit“?

Die Folgen eines „Brexit“ sind derzeit nur schwer abzuschätzen, schließlich handelt es sich um eine äußerst komplexe Entscheidung mit vielen Komponenten – auch wenn das Referendum mit „Yes“ oder „No“ einfach zu beantworten zu sein scheint. Streng genommen müssten die Briten die EU spätestens nach zwei Jahren verlassen, sofern keine Fristverlängerung für die Austrittsverhandlungen vereinbart werden sollte. Großbritannien müsste alle Freihandelsabkommen der EU mit Drittstaaten neu verhandeln. Welche Folgen dies für die exportstarke britische Wirtschaft haben könnte, ist derzeit nicht absehbar, weil erst noch über die künftigen Beziehungen der EU zu Großbritannien verhandelt werden müsste.

Allerdings ist mit dem Referendum der Austritt nicht sofort vollzogen: Das „Yes“ wäre erst einmal nur der erste Schritt eines Austritts. Denn hierfür gibt es ein geregeltes Verfahren im EU-Vertrag. Über die Einzelheiten des Austritts und die zukünftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien müssten die Vertragspartner erst miteinander verhandeln, also ein „Austrittsabkommen“ schließen, dem das das Europäische Parlament zustimmen muss.

Folgen für Schleswig-Holstein

Im Gesamtranking des Außenhandels belegt Großbritannien im ersten Quartal 2016 Platz 6 bei der Ausfuhr und auch Platz 6 bei der Einfuhr. Ob und was sich daran durch einen „Brexit“ ändern würde, ist unklar. Für die Gesamtwirtschaft Schleswig-Holsteins sind Auswirkungen kaum abschätzbar. Einzelne Unternehmen, die in Handelsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich stehen, werden aber zumindest eine Phase der Unsicherheit spüren, bis genau geklärt ist, wie es mit den Handelsbeziehungen genau weitergeht.

Schub für die Westküste: Covestro baut Produktion in Brunsbüttel aus

Meyer erfreut über Millionen-Invesitionsschub in Brunsbüttel: Covestro erweitert Kapazität

Tag der offenen Tür im ChemCoastPark Brunsbüttel

Als „enormen Schub für die Westküste und guten Tag für Wirtschaft und Arbeitsplätze im Land“ hat Wirtschaftsminister Reinhard Meyer die Ankündigung des  Werkstoffherstellers Covestro (ehemals Bayer) bezeichnet, seine Kunststoff-Fertigung am Standort Brunsbüttel massiv auszubauen. Es geht dabei um eine Investition in dreistelliger Millionenhöhe, um die Produktionskapazität für die Schaumstoff-Komponente MDI zu erweitern.

Dafür soll eine bestehende und bereits stillgelegte Anlage für das Vorprodukt TDI auf die Produktion von MDI umgestellt werden. Insgesamt ist am Standort laut Covestro in etwa eine Verdoppelung der Produktionskapazität auf rund 400.000 Tonnen MDI pro Jahr vorgesehen. Die Inbetriebnahme des neuen Anlagenkomplexes ist für Ende 2018 geplant.

Reinhard_MeyerMeyer sagte dazu am Abend

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MDI (Diphenylmethan-Diisocyanat) wird zur Herstellung von Polyurethan-Hartschaum benötigt, der vor allem für die effiziente Wärmedämmung von Gebäuden und in der gesamten Kühlkette eingesetzt wird. Die dabei erzielten Energieeinsparungen führen zu einer deutlichen Senkung von CO2-Emissionen. TDI (Toluylen-Diisocyanat) wiederum ist eine zentrale Komponente für weichen Polyurethan-Schaumstoff, der unter anderem in Matratzen, Polstermöbeln und Autositzen Verwendung findet. Die Herstellung dieses Vorproduktes bündelt Covestro auf europäischer Ebene am Standort Dormagen.

„Der geplante MDI-Anlagenkomplex ist ein Meilenstein hinsichtlich Energieeffizienz, Umweltverträglichkeit und Produktivität und erfüllt höchste Sicherheitsstandards“, betonte Standort- und Produktionsleiter Dr. Steffen Kühling. Das Projekt sei zudem ein eindeutiges Bekenntnis zum Standort Brunsbüttel und helfe, Arbeitsplätze im Betrieb und in der Region zu sichern.

Der Covestro Industriepark Brunsbüttel ist für den MDI-Ausbau besonders geeignet, weil dort Rohstoffe und weitere Vorprodukte verfügbar und die nötige Infrastruktur vorhanden sind. Hinzu kommt die große Kompetenz und Erfahrung der Mitarbeiter.

Die behördliche Genehmigung zur Umrüstung liegt Covestro seit März 2014 vor. Gestattet ist demnach eine Kapazitätserweiterung um bis zu 220.000 Jahrestonnen MDI. Während der Umbaumaßnahmen werden zusätzlich rund 300 Mitarbeiter von Dienstleistern vor Ort beschäftigt sein.

Über Covestro:

Mit einem Umsatz von 12,1 Mrd. Euro im Jahr 2015 gehört Covestro zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer Lösungen für Produkte, die in vielen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Elektro-/Elektronik-Branche sowie die Bau-, Sport- und Freizeitartikelindustrie. Covestro, vormals Bayer MaterialScience, produziert an 30 Standorten weltweit und beschäftigte Ende des ersten Quartals 2016 rund 15.700 Mitarbeiter (umgerechnet auf Vollzeitstellen).

Ausbau der B 404 zur A 21 bei Löptin: Rammarbeiten gehen in die Vollen

A 21 bei Löptin: Arbeiten an „unterirdischer Moorbrücke“ laufen seit April auf Hochtouren

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Nachdem die Bauarbeiten an der künftigen A 21 bei Löptin (Kreis Plön) wegen Untersuchungen des moorigen Untergrunds für einige Wochen ruhen mussten, laufen seit April die Arbeiten wieder auf Hochtouren.

Wie Matthias Paraknewitz, Leiter der Rendsburger LBV-SH-Niederlassung, heute bei einem Ortstermin mit Verkehrs-Staatssekretär Dr. Frank Nägele sagte, sind auf der Westseite bereits 590 Pfähle in den Boden eingerammt worden. Auf der Ostseite wurde ebenfalls mit dem Einrammen von bis zu 15 Meter langen Betonpfählen begonnen. Insgesamt werden zur Gründung der Straße 1260 Fertigrammpfähle mit einer Gesamtlänge von 17,3 Kilometern verbaut. Auf diesen Pfählen wird die künftige Straße gegründet, also der Straßendamm aufgeschüttet und die Fahrbahn asphaltiert.

NaegeleStaatssekretär Nägele sagte im Gespräch mit RSH-Reporter Andreas Otto

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Auf der Westseite sind laut Paraknewitz bereits rund 12.000 Kubikmeter mooriger Boden ausgehoben worden. Weitere 78.000 Kubikmeter folgen noch, teilweise im Schutz einer Spundwand. In einem weiteren Bereich kann der Boden jedoch nicht vollständig ausgetauscht werden. Hier erfolgt eine Dammschüttung in drei Abschnitten. Bevor hier die Arbeiten fortgesetzt werden können, muss der künftige Straßenkörper mindestens 150 Tage durch Erdmassen „vorbelastet“ werden, um Setzungen aus dem Untergrund vorwegzunehmen, so Paraknewitz weiter.

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Nägele (rechts) mit dem Rendsburger LBV-SH-Niederlassungsleiter Matthias Paraknewitz

Ab dem Frühjahr 2017 wird der Verkehr auf der neuen Fahrbahn in Richtung Segeberg fließen und die Anschlussstelle für die L67 und die L 49 in Betrieb genommen. Vollständig kann die Anschlussstelle erst in Betrieb gehen, wenn die zweite Richtungsfahrbahn (von Bad Segeberg nach Kiel) ebenfalls fertiggestellt wurde. Die Gesamtfertigstellung für den 4,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Löptin und Nettelsee ist für 2018 vorgesehen.

Die Gesamtbaukosten des Bauabschnittes 3b, Nettelsee bis Stolpe, belaufen sich auf ca. 66,3 Millionen Euro. Die Baukosten des zurzeit in der Ausführung befindlichen Auftrages betragen 15 Millionen Euro.

Verkehrs-Staatssekretär Nägele appellierte an die Autofahrerinnen und Autofahrer, sich in Geduld zu üben: „Uns ist klar, dass die kurvige Baustelle zu Zeitverzögerungen führt – insbesondere auch für das Logistikgewerbe. Aber das so genannte Bauen unter Verkehr erfordert leider Kompromisse. Doch nur wenn wir heute bauen, machen wir die Straßen von morgen besser, sicherer und zuverlässiger.“

WiMi-Presse-Termine heute

Pressetermini WiMi heute: Short-Sea Shipping Days, Förderbescheid  gestigon, A21-Ortstermin

Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer wird heute Vormittag (9 Uhr) in der Lübecker MuK bei den traditionellen Short Sea Shipping Days ein Grußwort halten. Branchenvertreter diskutieren hier über den Kurzstrecken-Seeverkehr der Zukunft.

Weitere Einzelheiten dazu: hier klicken 

Um 10.30 Uhr wird Meyer dem Lübecker Startup-Unternehmen „gestigon“ einen Besuch abstatten und dabei einen Förderbescheid überreichen. Zur Erinnerung: Aus der Lübecker Innovationsschmiede stammt unter anderem die 3-D-Brille, die offensichtlich auch Kanzlerin Merkel und US-Präsident Obama bei ihrem Besuch auf der Hannover-Messe im April faszinierten. Zur Homepage von gestigon: hier klicken

Staatssekretär Frank Nägele wird derweil heute um 13 Uhr die A-21-Baustelle bei Löptin im Kreis Plön besuchen. Nachdem die Bauarbeiten wegen des moorigen Untergrunds zwischen Löptin und Nettelsee eine mehrmonatige Zwangspause einlegen mussten, geht es hier seit April wieder in die Vollen.

Weitere Etappe bei Radwegsanierung in SH: L-318-Radweg in Bordesholm fast fertig

Rad- und Gehwegsanierung an der Landesstraße 318 in Bordesholm in der Zielgerade

Bordesholm
Minister, Bürgermeister, SPD-Fraktionschef und eine große Crew des LBV-SH vor dem fast fertigen Radweg an der L 318 in Bordesholm

Nachdem im vergangenen Jahr die Fahrbahn der Landesstraße 318 zwischen Bordesholm und Blumenthal (Kreis Rendsburg-Eckernförde) erneuert wurde, sanieren Land und die Gemeinde Bordesholm seit Monatsbeginn den parallel verlaufenden Radweg und die damit verbundenen Gehwege in Bordesholm. Wie Verkehrsminister Reinhard Meyer und Bordesholms Bürgermeister Helmut Tiede heute (21. Juni) bei einem Ortstermin erläuterten, sollen die Arbeiten bis Anfang Juli abgeschlossen sein.

Meyer_TouriMeyer sagte zu der Baustelle
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„Mit dieser Baumaßnahme tragen wir erheblich zur Verkehrssicherheit im Ort bei, insbesondere für die innerörtlichen Schulwege“, sagte Meyer. Die mit dem Projekt verbundene Qualitätssicherung der bestehenden Radwege orientiere sich am Landesweiten Radverkehrsnetz (LRVN). Hiernach werden Radwege, die Bestandteil des LRVN sind, vorrangig saniert. Bordesholm sei hierbei als Vorrangfläche für den Alltagsradverkehr ausgewiesen. „Unsere Analyse hat zudem ergeben, dass eine Radwegsanierung für die rund 500 innerörtlichen Schulpendler, die die Grund- und die Gemeinschaftsschule besuchen, notwendig und sinnvoll ist“, so der Minister.

 

Saniert werden auf der östlichen Fahrbahnseite der 1,5 Kilometer lange Radweg von der Einmündung „Immenkorv“ bis zur Einmündung „Alte Landstraße sowie auf der westlichen Fahrbahnseite der rund 1,4 Kilometer lange Gehweg von der Einmündung Bahnhofstraße bis zur Einmündung Alte Landstraße. Darüber hinaus werden die Schadstellen der Radwegdecke auf der westlichen Fahrbahnseite von der Einmündung Alte Landstraße bis zur Anschlussstelle L 318/L 49 auf etwa 570 Metern Länge saniert.

 

Die Kosten der Gesamtmaßnahme belaufen sich auf rund 125.000 Euro. Das Land Schleswig-Holstein finanziert hiervon Baukosten in Höhe von 90.000 Euro, die Gemeinde Bordesholm trägt die verbleibenden Kosten von 35.000 Euro.

 

Wissenschaftlich belegt: Der „echte Norden“ ist erfolgreich – nicht nur auf der Kieler Woche

Marketing-Masterarbeit eines  CAU-Absolventen belegt: Der „echte Norden“ kommt gut an

Der echte Norden - Untersucht in einer Masterarbeit
Yannik Tönnemann (Mitte) untersuchte in seiner Masterarbeit „Der echte Norden“. Heute besuchte er zusammen mit seinem Professor Dr. Stefan Hoffmann (links) am Rande der Kieler Woche Wirtschaftsminister Reinhard Meyer

Vor knapp zwei Jahren sorgte der Werbeslogan «Schleswig-Holstein. Der echte Norden» bundesweit für Aufregung und heftige Diskussionen. Selbst die „Süddeutsche Zeitung“ widmete sich dem Thema auf Seite 1, nachdem sich Niedersachsen düpiert und Mecklenburg-Vorpommern ausgegrenzt fühlte. Während der Claim unter Politikern nach wie vor für hitzige Debatten sorgt – und damit den Bekanntheitsgrad stetig steigert – ist nun immerhin eines klar: aus wissenschaftlicher Sicht ist der „echte Norden“ ohne Wenn und Aber eine erfolgreiche Ländermarke.

Denn: Der Slogan werde auch in anderen Bundesländern als authentisch empfunden, sagte heute der ehemalige Kieler Masterstudent Yannik Tönnemann (26), der Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute am Rande der Kieler Woche über das Ergebnis seiner 80 Seiten starken Masterarbeit über acht Slogans von acht Bundesländern informierte. Danach landete der 2013 eingeführte «Der echte Norden»-Slogan beim Aspekt Authentizität an zweiter Stelle hinter Baden-Württemberg («Wir können alles. Außer Hochdeutsch»). Beim Kriterium Originalität kam er auf Rang drei nach Baden-Württemberg und dem Saarland («Saarland. Großes entsteht im Kleinen»).

Begleitet wurde Tönnemann – der inzwischen in Hamburg arbeitet – heute bei seiner Kieler Stipvisite von seinem ehemaligen BWL-Professor, dem Marketing-Spezialisten Dr. Stefan Hoffmann von der Kieler Christian-Albrechts-Universität.

Matthias Hönig von der Deutschen-Presse-Agentur schreibt dazu heute:

Peinlich, sinnleer, teuer und überflüssig – mit Hohn und Spott kommentierte die Opposition im Kieler Landtag noch vor zwei Jahren die neue Dachmarke des Landes zwischen den Meeren. Jetzt hat eine Masterarbeit an der Kieler Universität dem Slogan «Schleswig-Holstein. Der echte Norden» praktisch ein wissenschaftliches Prüf- und Qualitätssiegel verliehen.

Der Betriebswirtschaftsstudent Yannik Tönnemann verglich in seiner Masterarbeit acht Länderslogans. Das Ergebnis: Der Slogan werde auch in anderen Bundesländern als authentisch empfunden, sagte der 26-Jährige am Dienstag. Er hatte rund 550 Experten angeschrieben und 227 Antworten erhalten. Bei einer weiteren Internetumfrage unter hunderten Studenten und Freunden kam ebenfalls insgesamt ein positives Echo.

Der 2013 eingeführte «Der echte Norden»-Slogan landete beim Aspekt Authentizität an zweiter Stelle hinter Baden-Württemberg («Wir können alles. Außer Hochdeutsch»). Beim Kriterium Originalität kam er auf Rang drei nach Baden-Württemberg und dem Saarland («Saarland. Großes entsteht im Kleinen»).

Als deutlich schwächer empfindet Tönnemann beispielsweise die Slogans «Bremen erleben», Mecklenburg-Vorpommerns «MV tut gut!» oder «Sachsen- Anhalt. Wir stehen früher auf.»

Prof. Stefan Hoffmann, Direktor des Instituts für Betriebswirtschaftslehre der Kieler Uni und Betreuer Tönnemanns, betonte die Doppelfunktion des Adjektivs «echt» für den Nord-Slogan. «Echt» sei einmal geografisch gemeint, dann aber auch im Sinne von ursprünglich und authentisch.

Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhard Meyer (SPD), der die Dachmarke trotz aller Widerstände durchsetzte, sieht sich bestätigt. Ein Slogan müsse im Kopf Denkprozesse auslösen, sonst sei er in fünf Minuten vergessen, sagte Meyer bei der Vorstellung der Studie am Stand der Wirtschaftsförderungsgesellschaft auf der Kieler Woche – gerahmt von Cocktail- und Scampi-Ständen direkt an der Förde.

Alle Länder-Slogans sind nach Tönnemanns Auswertung so konzipiert, dass sowohl Einheimische als auch Touristen oder neue Bürger angesprochen werden sollen. «Der Slogan muss nun mit Leben gefüllt werden, die große Bekanntheit und die gute Bewertung in der Heimat sind eine hervorragende Basis dafür», sagte Prof. Hoffmann. Eine Erfolgsstrategie könne «Guerrilla-Marketing» sein – gemeint sind damit Maßnahmen, die mit möglichst geringem Aufwand maximale Aufmerksamkeit erzielen. Meyer fiel sofort ein denkbares Beispiel ein: Wenn Besucher bei der Landung in Mallorca ein Plakat sähen mit der Aufschrift «Schön, dass Sie hier sind, aber waren Sie schon mal im echten Norden?»

Um mehr Originalität und Witz in den Nord-Slogan zu bekommen, gibt es inzwischen auch reichlich Postkarten mit Sprüchen wie «Bayern hat einen Robben. Wir haben Tausende» oder «Ein «Moin» sagt mehr als tausend Worte.»

Frühe Osterferien verpassen den Tourismuszahlen im April eine kleine Delle

Tourismus in SH: Leichte Delle im April – Aufwärtstrend aber weiterhin stabil

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Nach dem stetigen Aufwärtstrend der Tourismuszahlen in den vergangenen Monaten beschert die frühe Lage der Osterferien der April-Statistik dieses Jahres erstmals  eine kleine Delle: Laut Statistikamt Nord zählten die gewerblichen Beherbergungsstätten und Campingplätze im April 490.000 Gäste und 1,68 Millionen Übernachtungen, was einem Minus von 7,5 Prozent bei den Gästeankünften und Minus 12,9 Prozent bei den Übernachtungen entspricht.

Wie Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute in Kiel sagte, variiere die Lage des Osterfestes von Jahr zu Jahr, daher sei es weitaus aussagekräftiger, die Monatsergebnisse für März und April zusammenzufassen: So wurden für März und April dieses Jahres zusammen knapp 971.000 Gäste und 3,4 Millionen Übernachtungen ermittelt, dagegen wurden im März und April 2015 nur 940.000 Gäste und 3,3 Millionen Übernachtungen gezählt. „Der schleswig-holsteinische Tourismus befindet sich also weiterhin auf einen stabilen Wachstumskurs“, so Meyer. Allein in den ersten vier Monaten des Jahres konnten die Zahl der Gäste um 5,9 Prozent und die Zahl der Übernachtungen um 5,5 Prozent gesteigert werden, damit liegt Schleswig-Holstein deutlich über dem Bundesschnitt (4,7 % bzw. 4,5 %).

Nach den Worten von Meyer ist das Wachstum auf dem Tourismus-Sektor ist breit aufgestellt, alle Regionen profitieren von den Zuwächsen. Das stärkste Wachstum wurde an der Ostsee verzeichnet, dort konnten in den vergangenen vier Monaten die Gästezahlen um 8,9 Prozent und die Übernachtungen um 7,4 Prozent gesteigert werden. Die Holsteinische Schweiz konnte im erheblichen Umfang zusätzliche Gäste gewinnen
(+ 12,4 %) und zudem ordentliche Zuwächse bei den Übernachtungen (+ 5,7 %) erreichen. Die Nordsee konnte neue Gäste gewinnen (+ 4,1 %) und zusätzliche Übernachtungen (+ 4,9 %) verbuchen. Auch das schleswig-holsteinische Binnenland erzielte leichte Zugewinne. Die größten Zuwachsraten werden weiterhin in der Hotellerie erzielt (+ 8,9 %), doch auch die sogenannte Parahotellerie, dies sind vor allem Ferienwohnungen und –häuser, erreicht überdurchschnittliche Wachstumsraten.

Bei diesen Betrieben hat das Land das Sagen oder Anteile

Von AKN bis HSH: Das Land Schleswig-Holstein ist an 32 Unternehmen beteiligt. 

Von der HSH Nordbank über das größte Klinikum des Landes bis hin zur Eisenbahn-Gesellschaft: Das Land Schleswig-Holstein ist an 32 Unternehmen beteiligt, 22 dieser Beteiligungen stuft das Land selbst als besonders bedeutend ein. «Die Beteiligungen des Landes an Unternehmen sind Teil einer verantwortungsvollen und vorausschauenden Wirtschafts-, Struktur- und Standortpolitik der Landesregierung», sagte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). In den Unternehmen arbeiten gut 20 100 Menschen.

Insgesamt beträgt der Landesanteil am gezeichneten Kapital der besonders bedeutenden Unternehmen gut 1,5 Milliarden Euro. Das entspricht fast der Hälfte des insgesamt gezeichneten Kapitals in Höhe von 3,3 Milliarden Euro.

Bei fünf Unternehmen ist das Land Alleineigentümer. Größter Arbeitgeber ist weiterhin das Universitäts-Klinikum in Kiel und Lübeck mit 11 819 Beschäftigten im Jahr 2014. Es folgte die HSH Nordbank (2929), Dataport (2177) und die Gebäudemanagementgesellschaft GMSH (1274). Nähere Auskunft gibt die Regierung in ihrem jüngst veröffentlichten Beteiligungsbericht, der auf der Internetseite des Finanzministeriums einzusehen ist.

Zum Beteiligungsbericht der Landesregierung Hier klicken