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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein - Harald Haase

Land gibt grünes Licht für den Ausbau der AKN-Linie S 21 bis Kaltenkirchen

APV-Chef Martin Hamm (links) übergibt in Anwesenheit von Verkehrsminister Bernd Buchholz an AKN-Geschäftsführer Ulrich Bergmann den 384 Seiten starken Planfeststellungsbeschluss für die S 21

Grünes Licht des Landes für den Ausbau der AKN-Bahnlinie zur S 21 bis nach Kaltenkirchen: Das Amt für Planfeststellung Verkehr Schleswig-Holstein (APV) hat heute den 384 Seiten starken Planfeststellungsbeschluss an AKN-Geschäftsführer Ulrich Bergmann übergeben. „Damit sind wir nach fünf Jahren Planung an diesem Verkehrs-Großprojekt, bei dem sich das APV unter anderem mit über 450 Einwendungen beschäftigen musste, einen riesigen Schritt weiter“, sagte Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz bei der Übergabe der Unterlagen durch APV-Chef Martin Hamm. Der Beschluss samt aller Planunterlagen wird vom 7. bis zum 20. April öffentlich ausgelegt (siehe unten). Der Planfeststellungsbeschluss für den S-21-Abschnitt auf Hamburger Gebiet war bereits Ende 2018 erlassen worden.

Wie Buchholz erläuterte, sei mit der Baugenehmigung auch die so genannte „sofortige Vollziehbarkeit“ angeordnet worden. „Das heißt, dass noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen werden könnte, sofern dagegen keine Rechtsmittel eingelegt werden.“

AKN-Geschäftsführer Ulrich Bergmann sagte dazu: „Es ist gut, dass der Beschluss da ist, denn damit haben wir als AKN jetzt Planungssicherheit.“ Die AKN wird entsprechend ihre bislang durchgeführten Bauplanungen intensivieren. Insgesamt sei eine Bauzeit von drei Jahren geplant.

Ziel des 120-Millionen-Euro-Projekts ist die durchgängige Schienen-Verbindung von Kaltenkirchen (Kreis Segeberg) über Hamburg-Hauptbahnhof bis Aumühle (Herzogtum-Lauenburg). Dabei wäre ein Umsteigen in Eidelstedt künftig nicht mehr nötig. „Zudem erreichen wir eine deutlich höhere Betriebsstabilität und kürzere Fahrtzeiten durch die geplante Zweigleisigkeit zwischen Quickborn und Ellerau“, so Buchholz. Von den knapp 34 Kilometern Ausbaustrecke liegen elf Kilometer auf Hamburger Stadtgebiet und 23 Kilometer in Schleswig-Holstein. Die Elektrifizierung erfordert allein in Schleswig-Holstein die Errichtung von 734 Masten sowie einem Umrichterwerk in Kaltenkirchen.

Planerisch und baulich aufwändig ist das Vorhaben nach den Worten von Buchholz und APV-Chef Hamm vor allem wegen der nötigen Anpassung aller Bahnhöfe an der Strecke. So müssten teilweise Bahnsteige verlängert und in der Höhe angepasst werden. Zudem würden der Fußgängertunnel Ellerau und verschiedene Brücken erneuert oder angepasst. Entgegen anfänglicher Planungen bleibe die dicht bebaute Strecke zwischen Ellerau und Tanneneck eingleisig.

„Ich bin sicher, dass mit dem fertigen Planfeststellungsbeschluss die für die Menschen in der Region verträglichste Ausbauvariante gefunden wurde und wir durch das Projekt im Hamburger Randgebiet deutlich mehr Menschen in Richtung ÖPNV bewegen können“, sagte Buchholz. Das sei wichtig für das Erreichen der Klimaziele und entzerre zugleich die seit Jahren angespannte Verkehrssituation für Berufspendlerinnen und -pendler rund um Hamburg.

Hier sind die Planunterlagen vom 7. bis zum 20. April ausgelegt:

Analog: In den Ämtern Quickborn, Ellerau, Kaltenkirchen, Kisdorf, Henstedt-Ulzburg, Elmshorn und Leezen während der Geschäftszeiten.

Digital: www.planfeststellung.bob-sh.de unter: Schiene – AKN-Strecke A 1 – S 21 Eidelstedt-Kaltenkirchen, Elektrifizierung

Buchholz: Wir müssen Geflüchteten, die eine Arbeit aufnehmen wollen, etwas anbieten

Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Wirtschaft in Schleswig-Holstein sind aus Sicht von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz vielfältig. Insgesamt seien die Konsequenzen aber noch nicht absehbar, sagte der FDP-Politiker heute im Landtag. Es fehlten zum Teil Zulieferprodukte. Rund 250 Unternehmen aus dem Norden haben Lieferbeziehungen zu Russland oder auch Produktionskapazitäten dort.

Hier die Landtagsrede von Buchholz in voller Länge

Im Ranking beim Handelsvolumen mit Schleswig-Holstein liegt Russland auf Platz 19 mit 647 Millionen Euro (2021). Das waren 1,3 Prozent des gesamten schleswig-holsteinischen Außenhandelsvolumens. Die Ukraine lag mit 106 Millionen Euro auf Platz 47 (0,2 Prozent). Einzelne Unternehmen könnten trotzdem stark vom Krieg betroffen sein, sagte Buchholz. Sie trügen trotzdem die Sanktionen gegen Russland mit. Erschreckend sei für ihn, dass Deutschland die Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland mit Nordstream 2 bis kurz vor dem Krieg noch habe erhöhen wollen, sagte Buchholz.

Im Blick auf den hiesigen Arbeitsmarkt sagte er, für traumatisierte Flüchtlinge sei es möglicherweise nicht der erste Gedanke, jetzt gleich arbeiten zu müssen. „Aber denjenigen, die es wollen und wünschen, müssen wir ein Angebot machen“, so der Minister.

Vor diesem Hintergrund sei es nötig, die Arbeitserlaubnis von Anfang an auf drei Jahre festzulegen statt nur auf ein Jahr. Zudem dürften Wohnsitzauflagen einer Integration nicht im Wege stehen. «Es ist zu begrüßen, dass Geflüchtete aus der Ukraine kein Asylverfahren durchlaufen müssten und daher auch eine Arbeitsaufnahme zügig möglich ist. Anderseits gilt es, aus den Erfahrungen von 2015 zu lernen und weitere Hemmnisse für eine Arbeitsmarktintegration zu vermeiden», sagte Buchholz.

Hochschul- und IT-Experten sollen mit Landeshilfe Gäste-Ströme besser lenken

Rückenwind durch das Land: Prof. Schmücker (links) von der FH Westküste und Prof. Prange (rechts) von der FH Kiel freuen sich über 1,2 Millionen Euro Förderung

Um die Gästeströme im Urlaubsland Schleswig-Holstein künftig intelligenter zu steuern und Überlastungen in Hot-Spots zu vermeiden, machen die Fachhochschule Kiel, das Deutsche Institut für Tourismusforschung der Fachhochschule Westküste und zwei IT-Unternehmen aus dem echten Norden seit Monaten gemeinsame Sache. Ziel ist die Entwicklung eines landesweiten digitalen Systems zum Besuchermanagement. Heute gab es dafür Rückenwind der Landesregierung: Tourismus- und Technologieminister Dr. Bernd Buchholz übergab in Kiel an Prof. Dr. Michael Prange (FH Kiel) und Prof. Dr. Dirk Schmücker (FH Westküste/DITF) einen Förderbescheid über knapp 1,2 Millionen Euro.

„Das von einem breiten Konsortium getragene Projekt leistet einen wichtigen Beitrag für einen nachhaltigen und ausgewogenen Tourismus im Land. Und ich wünsche mir, dass so viele lokale Tourismusorganisationen wie nur möglich mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kooperieren“, sagte Buchholz. Er erinnerte an die zunehmend hohe Dichte von Gästen an einigen Ferienorten in der Hauptsaison. Dies sei durch die Corona-Pandemie und das damit gesunkene Interesse an Auslands-Destinationen noch verschärft worden. „Wir freuen uns, dass immer mehr Menschen den echten Norden für sich entdecken. Wir müssen aber auch dafür Sorge tragen, dass weder die Natur noch die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner überstrapaziert werden. Unser Land ist groß genug, aber wir müssen den Tourismus intelligent managen. Deswegen fördern wir dieses Forschungsvorhaben gern“, so Buchholz.

Das Projekt „Landesweites Digitales Besuchermanagement Tourismus in Schleswig-Holstein“, kurz LAB-TOUR SH, wird von der Fachhochschule Kiel koordiniert. Sie verfüge über die notwendige technische IT-Infrastruktur, um reale Daten in die Datenplattform zu implementieren und das System in Echtzeit testen zu können, erklärte Prange. Der Experte für Data Science vom Fachbereich Informatik und Elektrotechnik verantwortet die Entwicklung der grundlegenden zentralen Integrationsplattform. Eine Herausforderung sei dabei, verschiedene Datenquellen zusammenzuführen. „Grundlage für den Datenaustausch zwischen verschiedenen IT-Systemen im Tourismus sind standardisierte Datenmodelle und Datenschnittstellen. Diese wollen wir in Abstimmung mit nationalen und internationalen Organisationen definieren“, sagte Prange. So soll eine standardisierte, universell nutzbare Datenplattform entstehen, die Prognosen und Empfehlungen für verschiedene Anwendungsfälle ermöglicht.

Strandampel

Als zweite Wissenschaftseinrichtung beteiligt sich das Deutsche Institut für Tourismusforschung am Projekt. Fünf Forschende sind für die Entwicklung des Gesamtkonzeptes sowie die Aufbereitung und Analyse der Daten verantwortlich und bilden die Schnittstelle zur Tourismusbranche. Projektleiter Schmücker: „Es gibt bereits erste Ansätze für digitales Besuchermanagement im Land. Die Lübecker Bucht ist mit ihrer Strandampel, die Gästen die Auslastung der Strände anzeigt, sogar bundesweit ausgezeichnet worden. Aber welche erfolgversprechenden Ansätze es darüber hinaus gibt, welche Erfolgsfaktoren beachtet werden müssen und wie die lokalen Anstrengungen so verknüpft werden, dass positive Netzwerkeffekte entstehen, muss noch erforscht werden.“

Die Lufthansa Industry Solutions (LHIND) bringt ihr Know-how und ihre Erfahrung rund um Sensorik, Datenintegration und -analyse sowie cloudbasierte Plattformen zur Besucherlenkung in das Projekt ein. Darüber hinaus wird die LHIND die Entwicklung des KI-basierten Empfehlungssystems federführend umsetzen. Dies soll die touristischen Destinationen vor lokaler Überlastung schützen. Das System soll dazu die in Echtzeit erfasste Auslastung möglicher Hotspots mit der historischen Auslastung und weiteren Daten kombinieren und basierend auf diesen Berechnungen den Gästen sinnvolle touristische Alternativen vorschlagen. So sollen sich Besucherströme möglichst frühzeitig gut verteilen lassen. Für die Umsetzung könnten die Beteiligten im Land auf bereits vorhandene Systeme zurückgreifen, erklärte Björn Schwarze vom Projektpartner ADDIX Internet Services GmbH: „Mit dem #SH_WLAN gibt es in Schleswig-Holstein bereits ein kostenloses Netz mit 3.000 Accesspoints an 800 Standorten und etwa 100.000 Zugriffen pro Woche, welches zur Interaktion und zum Datenaustausch genutzt wird. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit den Projektpartnern an den Themenfeldern Übermittlung, Aufbereitung und Analyse von Daten zu arbeiten und hierbei durch Inspirations- und Informationsangebote sichtbare Mehrwerte für die Besucherinnen und Besucher in Schleswig-Holstein zu schaffen.“

Ausbau und Elektrifizierung der Marschbahn: Land geht mit 3,6 Millionen in Vorleistung

Frank-Arne Limprecht und Buchholz bei der Info-Veranstaltung im BBZ Heide

Schleswig-Holstein geht bei der Elektrifizierung der Bahnstrecke nach Sylt in Vorleistung. «Die elektrischen Züge wären nicht nur klimafreundlicher, sondern auch wesentlich leiser», sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am Abend bei einer Informationsveranstaltung in Heide. «Für Anwohner an der Strecke würde es also wesentlich ruhiger und mit den Schadstoff-Emissionen der Diesellokomotiven wäre es auch vorbei.»

Das Land nimmt die Planungen zunächst selbst in die Hand. Der Verkehrsverbund NAH.SH bereite erste Ausschreibungen vor, sagte Buchholz. «Im Sommer könnten dann die Arbeiten starten.» Mit der Bahn sei ein Planungsbegleitvertrag abgeschlossen worden. Das Unternehmen helfe bei Fragen des Umweltrechts. Das Land gehe mit rund 3,6 Millionen Euro in Vorleistung. Zuschüsse des Bundes seien bislang nur geplant. «Wir tragen daher zunächst allein das finanzielle Risiko.»

Buchholz sagte nach der Veranstaltung weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

In Vorleistung geht das Land auch beim zweigleisigen Ausbau zwischen Niebüll und Sylt. Der Ausbau auf der Nordseeinsel zwischen Morsum und Tinnum ist noch nicht im Bedarfsplan für Bundesschienenwege enthalten. «Damit der Ausbau auf Sylt allerdings nicht in Zeitverzug gerät, werden wir der DB Netz die Planungskosten zunächst vorfinanzieren», sagte Buchholz.

«Mit der Elektrifizierung schaffen wir die Voraussetzungen, dass zukünftige Generationen an Fernverkehrszügen umsteigefrei bis nach Sylt fahren können», sagte Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen. Dadurch würde bei den Fernzügen der zeitraubende Lokwechsel in Itzehoe wegfallen und die Regionalbahnen könnten von Hamburg umsteigefrei bis nach Heide fahren.

Der geplante Ausbau der sogenannten Marschbahn nach Sylt soll rund 400 Millionen Euro kosten. 90 Prozent davon übernimmt der Bund, das Land 40 Millionen Euro.

Und hier noch einmal ein Fazit des Info-Abends von Verkehrsminister Bernd Buchholz – Video starten

Land fördert Fachkräfte-Beratung mit einer Million Euro – Rohlfs: „Gut angelegtes Geld“

Arbeits-Staatssekretär Thilo Rohlfs mit den Vertreterinnen und Vertretern der Fachkräfte-Netzwerke

Für die Sicherung und Gewinnung von Fachkräften in Betrieben gibt es ab sofort eine zentrale Anlaufstelle im Land: den Fachkräfteservice Schleswig-Holstein. Für dessen Einrichtung im Haus des Unternehmensverbandes in Rendsburg hat Arbeits-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs jetzt einen Förderbescheid in Höhe von rund 363.000 Euro an die Trägerkooperation des Bildungswerks der Wirtschaft für Hamburg und Schleswig-Holstein e.V. und den Verein „Arbeit und Leben Schleswig-Holstein“ übergeben. Gleichzeitig erhalten acht Fachkräfte-Netzwerke über Wirtschaftsfördergesellschaften und Kammern zur einjährigen Verlängerung ihrer Fachkräfteberatungen 660.000 Euro.

Zentrale Anlaufstelle für alle Fachkräfte-Netzwerke: Haus des Unternehmensverbandes in Rendsburg am Paradeplatz

„Mit den im Fachkräfteservice gebündelten Kompetenzen bieten wir Hilfestellung in allen Fragen rund um die Fachkräftesicherung. Wir lassen Unternehmen in ihrem Engagement um die Gewinnung, Integration und Bindung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht allein“, sagte Rohlfs. Die insgesamt mehr als eine Million Euro Fäördermittel sieht er bestens: „Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Schwierigkeiten und Unsicherheiten haben die Dringlichkeit der Fachkräftesicherung verschärft. Denn wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte, um die Unternehmen aus der Krise herauszuführen. Unterstützungs- und Beratungsleistungen, wie durch den Fachkräfteservice und das Beratungsnetzwerk Fachkräftesicherung gewinnen hierfür noch mehr an Bedeutung“, so der Staatssekretär.

Alle Angebote werden unter dem Dach der bereits bestehenden Strukturen der Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein (FI.SH) geführt. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Schleswig-Holstein können sich laut Rohlfs in allen Fragen der Fachkräftesicherung kostenlos beraten lassen. Das Angebot umfasse beispielsweise Hilfestellung, wenn Betriebe sich in der Berufsausbildung stärker engagieren und Praktika anbieten wollen. Ebenso würden Wege zur Gewinnung und Integration ausländischer Arbeitskräfte aufgezeigt. Der Fachkräfteservice gibt darüber hinaus Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern eine erste Orientierung zu zuständigen Stellen und Angeboten sowie zu weiteren Fördermöglichkeiten.

Das Land fördert den Fachkräfteservice Schleswig-Holstein mit einem Zuschuss von bis zu 90 Prozent und das Beratungsnetzwerk Fachkräftesicherung mit einem Zuschuss von bis zu 75 Prozent. Die Mittel im Landesprogramm Arbeit werden aus dem Europäischen Sozialfonds Plus und Landesmitteln bereitgestellt.

Hier die Förderungen der Fachkräfte-Netzwerke im Einzelnen:

  • Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Pinneberg: 39.885,52 Euro
  • Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland: 78.000,00 Euro
  • Handwerkskammer Flensburg: 91.650,00 Euro                   
  • Industrie- und Handelskammer zu Lübeck: 72.376,20 Euro
  • Handwerkskammer Lübeck: 107.415,41 Euro
  • Arbeit und Leben Schleswig-Holstein, Kiel: 31.965,60 Euro
  • Kiel Region GmbH: 173.550,00 Euro
  • „egw:wirtschaftsförderung“ Westküste:  64.646,46 Euro

Buchholz begeistert von Riesen-Investitionen: Es brummt an unserer Westküste

Mehr geht fast nicht: Nachdem in dieser Woche der erste Pflock für eine Giga-Factory für Batteriezellen in Heide eingeschlagen wurde, kam gestern die nächste Erfolgsmeldung: Der Energie-Konzern RWE plant in Brunsbüttel einen Importterminal für grüne Energieträger – und auch die Planungen für das LNG-Terminal laufen mit Hochdruck weiter.

Wirtschaftsminister Buchholz ist entsprechend begeistert – Video starten…

Buchholz zu geplanter RWE-Investition: „Weiterer Schritt Richtung Unabhängigkeit“

Nur wenige Tage nach der Entscheidung für ein Flüssiggasterminal wird schon wieder bekannt gegeben, dass ein Importterminal nach Brunsbüttel kommen soll. Diesmal geht es gleich um «grüne» Energie. Wirtschaftsminister Buchholz ist begeistert.

Elbehafen Brunsbüttel – bald auch Import-Terminal für „grüne“ Energieträger

Der Brunsbütteler Elbehafen entwickelt sich in den kommenden Jahren zu einem bundesweit bedeutenden Standort für den Energieimport. Der Energiekonzern RWE kündigte heute an, dort bis 2026 für einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag ein Importterminal für klimaneutral erzeugtes Ammoniak zu errichten. Die Anlage soll in unmittelbarer Nähe des seit Jahren geplanten Importterminals für Flüssiggas (LNG) stehen, auf dessen Bau sich der Bund, der niederländische Gasnetzbetreiber Gasunie und RWE vor wenigen Tagen geeinigt hatten.

RWE-Vorstandschef Markus Krebber sprach von einem «Leuchtturmprojekt», das die ganze Wertschöpfungskette «vom Import über die Umwandlung bis hin zu Transport und Einsatz bei Industriekunden» umfassen soll. «Zum Erreichen der Klimaziele wird die Nachfrage nach grünen Molekülen in der Zukunft stark steigen», heißt es in der RWE-Mitteilung. «Um den Bedarf für die Dekarbonisierung der Industrie zu decken, braucht Deutschland neben einer eigenen Wasserstofferzeugung den Zugang zu grünen Molekülen aus anderen Teilen der Welt.»

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) bezeichnete die Pläne in Brunsbüttel als „großartige Nachricht“. LNG sei sofort als Überbrückungstechnologie verfügbar, zum Beispiel als Heizenergie für die Haushalte. Wasserstoff sei die Zukunft, sagte er und erläuterte im Gespräch mit dem NDR weiter – Audio starten.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte: «Auch dieses Ansiedlungsvorhaben zeigt, dass die Landesregierung die Chancen der Energiewende für Schleswig-Holstein klug nutzt und die Weichen für eine grüne Industriepolitik richtig gestellt hat.» Projekte wie der Bau der Terminals seien «ein gewaltiger Sprung nach vorn» für das ganze Land. «So bringen wir grünen Strom aus der Region, Autonomie bei der Energieversorgung und Wertschöpfung auf einen Nenner.»

Auch Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH und dem Hafenbetreiber SCHRAMM group ist begeistert: «Wir freuen uns, mit RWE einen der großen Player im Energiemarkt an unserer Seite zu haben, der in Brunsbüttel und in einem unserer Häfen dieses zukunftsweisende Projekt für den Import grüner Energie realisieren will. Wir sind bereits seit vielen Jahren mit RWE in einem regelmäßigen Austausch und nun fruchten die Gespräche in diesem Projekt. RWE ist genauso wie wir von den idealen Standortbedingungen des Industrie- und Hafenstandortes Brunsbüttel überzeugt und möchte Brunsbüttel zu einem Leuchtturm für die Dekarbonisierung der Industriegesellschaft entwickeln. Hierbei werden wir RWE tatkräftig unterstützen.»

Ammoniak ist ein stechend riechendes und giftiges Gas. Seine großtechnische Erzeugung mit Stickstoff (N2) aus der Luft und Wasserstoff (H2) ist bereits ausgereift, da es ein wichtiger Ausgangsstoff für die Produktion von Düngemitteln ist. Gegenüber Wasserstoff hat Ammoniak Vorteile. Zur Verflüssigung sind zum Beispiel geringere Minustemperaturen und geringerer Druck nötig. So lässt es sich einfacher, effizienter und kostengünstiger speichern und transportieren. Voraussetzung für «grünen» Ammoniak ist, dass für die Produktion regenerative Energien wie Windstrom eingesetzt werden. Neben Wasserstoff gilt auch Ammoniak als Kandidat für CO2-freie Antriebe, zum Beispiel in der Schifffahrt.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hob erneut die Bedeutung des LNG-Terminals für die Unabhängigkeit der deutschen Energieversorgung von Russland hervor. Das RWE-Ammoniak-Projekt nannte er «ein zweites zentrales Vorhaben». «Grünes Ammoniak als verflüssigtes Wasserstoffderivat könne einen wichtigen Beitrag zur Versorgung Deutschlands mit grünem Wasserstoff leisten», wird Habeck in der RWE-Mitteilung zitiert. «Gleichzeitig können wir mit diesem Vorhaben wichtige Erfahrungen sammeln für die Umstellung von LNG auf grünen Wasserstoff beziehungsweise Wasserstoffderivate.»

Über das RWE-Terminal sollen ab 2026 zunächst jährlich rund 300 000 Tonnen Ammoniak in Deutschland ankommen und an Kunden weiterverteilt werden. «Im nächsten Schritt ist geplant, an dem Terminal einen Cracker in großindustriellem Maßstab zu errichten, um grünen Wasserstoff auch vor Ort zu produzieren.» Dieser soll dann über eine eigene Pipeline zu industriellen Abnehmern transportiert werden. Parallel dazu soll die Ammoniak-Menge auf zwei Millionen Tonnen pro Jahr ausgebaut werden.

1,6 Millionen für Gewerbegebiete bei Stolpe – Buchholz: „Die Saat einer Entwicklungsachse geht auf“

Wankendorfs Bürgermeisterin Silke Roßmann (rechts) beim symbolischen Spatenstich mit Minister Buchholz und Stolpes Bürgermeister Holger Bajorat

Der Ausbau der B 404 zur A 21 zwischen Kiel und Hamburg verkürzt nicht nur Fahrtzeit, sondern verbessert auch die Wirtschaftsstruktur. Inzwischen führt der Ausbaufortschritt zu weiterem Gewerbeflächenbedarf. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz überreichte dafür heute gleich zwei Förderbescheide im Kreis Plön. Knapp 930.000 Euro für die Erweiterung des Gewerbegebiets „Auf dem Bös“ erhielt Wankendorfs Bürgermeisterin Silke Roßmann – und einen Förderbescheid über knapp 700.000 Euro für die Erweiterung des Gewerbegebiets „An der Straßenmeisterei“ nahm Stolpes Bürgermeister Holger Bajorat entgegen.

„Die gute wirtschaftliche Entwicklung wird sich hier in der Region fortsetzen. So entstehen an der A 21 auch weiterhin Gewerbeflächen, weil immer mehr Investoren von der wichtigen Nord-Süd-Verbindung mit kurzen Wegen zwischen Skandinavien und Mitteleuropa überzeugt sind“, sagte Buchholz. Er erinnerte zugleich daran, dass die Wirtschaft im Land mittelständisch geprägt sei. „Der Mittelstand ist Motor für Wachstum und Beschäftigung. Davon profitieren jetzt die Gemeinden Wankendorf und Stolpe.“

Buchholz sieht viele gute Gründe für die kommunalen Investitionen an beiden Standorten: „Die Verkehrsanbindung ist bereits vorhanden, hier wird im Gegensatz zu ganz neuen Gewerbegebieten sparsamer mit dem Flächenverbrauch umgegangen und die bereits ansässigen Unternehmen können durch neue Nachbarn gewinnen“, so der Minister. Aus seiner Sicht dürfe es an dieser Landesentwicklungsachse bei der Erschließung neuer Gewerbeflächen „sehr gerne viele Nachahmer geben. Davon profitiert nicht nur der Kreis Plön, sondern auch die KielRegion und der HanseBelt.“

Nach 17 Monaten Bauzeit: Die Brücke über die B 76 in Timmendorfer Strand ist fertig

Minister Buchholz (Mitte) mit Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke und LBV-Chef Conradt

Einheimische und Gäste können wieder aufatmen: Alle Arbeiten rund um den Brückenersatzbau im Zuge der Bahnhofstraße über die B 76 sind abgeschlossen. Nach 17 Monaten Bauzeit herrscht wieder freie Fahrt in Timmendorfer Strand. „Endlich ist eine zentrale Verbindung im Ort wieder in Schuss und frei befahrbar“, freute sich Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz bei der Freigabe heute in Timmendorfer Strand gemeinsam mit Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr (LBV.SH). Für die Gemeinde, den Tourismus und für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer seien dies sehr erfreuliche Nachrichten, sagte Buchholz.

Weiter sagte Buchholz – Audio starten

Die alte Stahlbetonbrücke in Timmendorfer Strand war in die Jahre gekommen und konnte nach rund sechzigjähriger Nutzung den heutigen Verkehrsmengen nicht mehr gerecht werden, erklärte Conradt. Sie habe deutliche altersbedingte Schäden an dem Beton der Gehweg-Kragarme und den Geländern aufgewiesen. Daher mussten im Vorwege die beschädigten Kragarme zurückgebaut und die verrosteten Geländer demontiert werden.

Die neue Ersatzbrücke wurde seit April 2021 in Stahlverbundbauweise errichtet. Die Baukosten belaufen sich auf mehr als zwei Millionen Euro und werden vom Bund getragen. „Das ist eine sehr gute Investition in die Gemeinde“, so der Minister. Am meisten freue er sich als Tourismusminister darüber, dass die Baustelle pünktlich zur nun startenden Saison an der Küste verschwunden sei.

Buchholz und Conradt warben bei dem Termin in Timmendorfer Strand außerdem um Fachkräfte für den LBV.SH. „Wir suchen stetig nach weiteren Straßenbauprofis, Verwaltungsfachleuten und Ingenieuren“, sagte Conradt. Auch für Auszubildende oder junge Leute, die sich für ein duales Studium interessierten, gebe es spannende Möglichkeiten.

Mehr unter: www.schleswig-holstein.de/lbvsh-jobs

Buchholz und Hafenchefs: Güter-Umschläge lagen 2021 auf Erfolgskurs

Minister Buchholz und Hafenchef Schnabel

Schleswig-Holsteins Häfen lagen 2021 klar auf Erfolgskurs: Der Umschlag von Waren und Gütern stieg im Vergleich zu 2020 um 4,9 Prozent auf 52,6 Millionen Tonnen, wie der Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH) heute in Berlin berichtete. Damit liegen die Häfen an Nord- und Ostsee wieder auf nahezu gleichem Niveau wie vor der Corona-Pandemie. Schleswig-Holstein ist nach Hamburg und Bremen weiter größter Seehafenstandort unter den Flächenländern.

Einen noch deutlicheren Zuwachs gab es mit 23,8 Prozent bei den Passagierzahlen auf nun 8,6 Millionen. Die Passagierzahlen lagen aber weiter unter dem Vor-Corona-Niveau. Für das laufende Jahr wird mit einer weiteren deutlichen Erholung gerechnet. «Hier erwarten wir im laufenden Jahr eine deutliche Steigerung, auch, weil durch die Verkehre, die von Sankt Petersburg abgezogen sind, sicherlich mehr Anläufe im Ostseeraum in Kiel stattfinden werden», sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP).

Weiter sagte Buchholz nach dem heutigen Treffen des GvSH mit Parlamentariern in Berlin – Audio starten, Pfeil klicken…

Wesentliches Thema der Hafenbetreiber bleibt der Umweltschutz. «Die Schleswig-Holsteinischen Häfen sind sich ihrer Verantwortung bewusst, ihren Beitrag zur Einhaltung der Klimaziele zu leisten», sagte der GvSH-Vorstandsvorsitzende Frank Schnabel. Dafür seien hohe Investitionen geplant. Die Häfen würden bei der Energiewende eine wichtige Rolle spielen. «Der notwendige Import von grünen Energieträgern wird über die Häfen erfolgen müssen. Darauf stellen wir uns ein.»

Notwendig sind beispielsweise zusätzliche Landstrom- und auch Flüssiggas-Anlagen. Dafür seien zusätzliche Bundesmittel nötig, sagte Buchholz. «Denn das können wir neben den normalen Infrastruktur-Ausgaben für die Häfen nicht stemmen.»

Die langfristigen Folgen des Krieges in der Ukraine für die Häfen im Norden sind nach Angaben des Verbands noch nicht zu beurteilen.