Rohlfs (links) im Gespräch mit Vestas-Verkaufsmanager Jens Kück (rechts) heute auf der WindEnergy in Hamburg
Schleswig-Holsteins Technologie-Staatssekretär Thilo Rohlfs hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, so schnell wie möglich die Voraussetzungen für eine Direktvermarktung von Windstrom zu schaffen. „Nur wenn Öko-Strom vom Produzenten direkt in Richtung Großverbraucher oder Industriekunden vermarktet werden kann, werden wir langfristig ohne Subventionen nach dem EEG auskommen“, sagte Rohlfs heute (27. September) beim Besuch der WindEnergy in Hamburg.
Als Beispiel nannte Rohlfs den holländischen Windpark im Wieringermeer, der derzeit vom Anlagenhersteller Nordex im Auftrag von Vattenfall aufgebaut werde. Statt über Fördergelder habe der schwedische Vattenfall-Konzern als günstigster Anbieter den Zuschlag für das 200-Millionen-Projekt über Ausschreibungen erhalten. Wenn der Park kommendes Jahr ans Netz gehe, werde der gesamte Strom per Direktabnahme-Vertrag an Microsoft geliefert. „Das ist der richtige Weg in die von der Branche ersehnte Unabhängigkeit von Subventionen“, sagte Rohlfs.
Am Rande der WindEnergy sagte Rohlfs weiter
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Vor diesem Hintergrund mahnte der FDP-Politiker auch eine Verbesserung des Innovationsklimas für die Windbranche Schleswig-Holsteins an: „Um das Innovationspotenzial künftig besser auszuschöpfen brauchen wir unter anderem eine schnelle Umsetzung der im Koalitionsvertrag des Bundes vorgesehenen Sonderausschreibungen für Onshore-Windenergie und für den so genannten Zusatzbeitrag für Offshore-Windenergie.“
Bekamen die „kleinen Zebras“ samt Übungsheft heute stellvertretend für alle 24.000 Schulanfänger in Schleswig-Holstein: Die Mädchen und Jungen der 1 d in Friedrichsort
Hoher Besuch in der Fritz-Reuter-Schule in Kiel-Friedrichsort: Verkehrsminister Bernd Buchholz übergab der Klasse 1 d heute symbolisch für alle rund 24.000 Schulanfängerinnen und -anfänger im Land das Arbeitsheft zur Verkehrserziehung „Das kleine Zebra auf dem Schulweg“. Schulleiter Cay Tonner und Klassenlehrerin Anne Christina Faß bekamen zudem für alle Klassen der Schule ein Plüsch-Zebra und eine Zebra-Handpuppe, die die Klassen durch den Verkehrsunterricht begleiten soll.
„Trotz aller Gefahren im Straßenverkehr ist es wichtig, dass Kinder lernen, den Weg zur Schule oder auch nachmittags zu Freunden allein zu bewältigen. Denn jeder selbst gemeisterte Weg fördert die Entwicklung des Kindes und schult das richtige Verhalten im öffentlichen Straßenverkehr“, sagte Buchholz. In Richtung der Eltern appellierte er: „Um Gefahren vorzubeugen, sollten Sie den Schulweg mit Ihren Kindern üben. So helfen Sie auch, das Verkehrschaos durch „Elterntaxis“ zu vermeiden“.
Das „kleine Zebra“ hat eine Frischekur hinter sich: die seit vielen Jahren in den ersten Klassen eingesetzten Materialien „Das kleine Zebra auf dem Schulweg“ wurden grundlegend überarbeitet und modernisiert. Schon in den letzten Wochen im Straßenbild zu sehen waren die neuen Plakate „Schulanfänger = Verkehrsanfänger“, die wie die Bilder im Arbeitsheft von dem Illustrator Wolfgang Slawski liebevoll gezeichnet wurden.
Die Landesverkehrswacht verteilt das Übungsheft mit finanzieller Unterstützung des Verkehrsministeriums und der Sparkassen seit über einem Jahrzehnt an alle Kinder, die in die Schule kommen. „Auch in der Schule sollen die Kinder gleich von Anfang an das sichere Verhalten im Straßenverkehr lernen. Mit geeigneten Materialien und unter Anleitung der Lehrkräfte ist die Verkehrserziehung ein wichtiger Baustein für die Sicherheit im Straßenverkehr“, betont Dietmar Benz, Präsident der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein. Dafür hat die Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein „Das kleine Zebra auf dem Schulweg“ entwickelt.
Seit vielen Jahren sind die Sparkassen ein verlässlicher Partner der Landesverkehrswacht. „‘Das kleine Zebra auf dem Schulweg‘ vermittelt den Erstklässlern spielerisch, wie sie sich richtig kleiden, wie sie gefahrlos die Straße überqueren und sich richtig im Auto oder Schulbus verhalten. Das wird von den Kindern gut angenommen und trägt wesentlich zur Sicherheit unserer Kinder im Straßenverkehr bei. Jeder Euro, den wir in die Sicherheit unserer Jüngsten investieren, ist ein gut investierter Euro“, begründet Reinhardt Hassenstein vom Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein das langjährige Engagement der Sparkassen.
Als Hilfestellung dient die Elternbroschüre „Weil Kinder keine Bremse haben“. Eltern können so die Verkehrserziehung mit Blick auf den eigenen Schulweg ergänzen. Um gerade auch zugewanderten Familien die Möglichkeit zu geben, verkehrsgerechtes Verhalten zu verstehen und dieses an ihre Kinder weiterzugeben und den Schulweg mit Ihren Kindern einzuüben, hat die Landesverkehrswacht reagiert: Erstmalig gibt es das Elternheft in diesem Jahr 5-sprachig. Mit deutsch, englisch, französisch, arabisch und farsi dürfte ein Großteil der Geflüchteten mit diesem Heft umgehen können.
Die Überarbeitung und Neugestaltung des „Kleinen Zebras“ sowie die Entwicklung des neuen Schulwegplakats war nur durch das zusätzliche finanzielle Engagement der Sparkassen und des Verkehrsministeriums in Höhe von insgesamt 70.000 Euro möglich.
Jährlich wiederkehrend wendet die Landesverkehrswacht für die Aktion „Das kleine Zebra auf dem Schulweg“ rund 40.000 Euro auf, die von den Sparkassen mit 20.000 Euro und vom Verkehrsministerium im Rahmen der Landeskampagne „Sicher kommt an!“ mit 10.000 Euro getragen werden.
Technologie-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs hat heute in Kiel das Startsignal für das Qualifizierungsprogramm „Digital Guides“ gegeben. „Mit dem kompakten Angebot hat die Böll-Stiftung in Kooperation mit dem Leibniz Informationszentrum Wirtschaft ein multimediales Angebot geschaffen, das insbesondere Vertreterinnen und Vertreter kleiner und mittlerer Unternehmen eine Orientierung in Sachen Digitalisierung gibt“, sagte Rohlfs. Themen seien unter anderem digitales Projekt- und Produktmanagement, Personalpolitik und spezifische Angebote für Selbständige. „Dieses Programm ist im Grunde ein 20-Stunden-Crashkurs durch die Digitalisierungswolke“, so der Staatssekretär.
Im Kern wurden E-Learning-Module entwickelt, die dann zielgerichtet in Präsenz-Workshops vertieft werden können. „Uns hat sowohl das Konzept als auch die schnelle und schlanke Umsetzung angesprochen“, so Rohlfs. „Ich würde mich freuen, wenn dies auch nach der Förderphase ein Nukleus für weitere, nachhaltig funktionierende unternehmensorientierte Lernangebote werden würde.“
Interessierte können sich in der Erprobungsphase unter www.digital-guide-sh.de kostenlos für das Qualifizierungsangebot anmelden.
Ansprechpartner: Arne Stenger, Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein, stenger@boell-sh.de, Heiligendammer Str. 15, 24106 Kiel, Tel 0431/66949501.
Sandvoß (Mitte) mit Bahnsprecher Meyer-Lovis (links) und Minister Buchholz bei der heutigen Pressekonferenz im Kieler Landeshaus
Neuer Anlauf der DB-Regio für einen besseren Bahnverkehr nach Sylt: Die Deutsche Bahn werde auf der Marschbahn zusätzliche Fahrzeuge und mehr Mitarbeiter einsetzen sowie die Instandhaltung verstärken, sagte heute der DB-Regio-Vorstandsvorsitzende Jörg Sandvoß. Zuvor hatte er das Sofortprogramm Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) vorgestellt. Das Programm hat ein Volumen von 16 Millionen Euro und sieht auch den Einsatz von mehr Lokführern sowie Werkstatt-Mitarbeitern vor. Sandvoß kündigte kurzfristig signifikante Verbesserungen an.
Hintergrund sind Zugausfälle und Verspätungen auf der Strecke, die seit langem die Reisenden verärgern. Weil die vereinbarte Pünktlichkeitsquote von 93 Prozent Monat für Monat zum Teil sehr weit verfehlt wird, hat der Minister seit Februar die Zahlungen an die DB Regio per Sondermalus um insgesamt 2,75 Millionen Euro gekürzt. Die bisher vorgenommenen Kürzungen akzeptiere die Bahn, sagte Sandvoß. Damit ist eine gerichtliche Auseinandersetzungen vorerst vom Tisch. Buchholz machte aber deutlich, dass er das Mittel Sondermalus weiter nutzen werde, wenn sich nichts wesentlich verbessert. Zunächst könnte er mit Mitte 80 Prozent Pünktlichkeit leben.
Im Gespräch mit Andreas Otto von R.SH sagte Buchholz
«Wir müssen und werden für einen verlässlicheren Betrieb auf der Strecke zwischen Hamburg-Altona und Westerland sorgen», sagte Sandvoß. Die Bahn wolle verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Sie will zusätzlich zu den vom Land zur Verfügung gestellten Fahrzeugen bis zu fünf weitere eigene Loks und drei weitere Wagenparks auf der Marschbahn-Strecke einsetzen. Bevor neu ausgebildete Triebfahrzeugführer zur Verfügung stehen, sollen ab Mitte Oktober neun Lokführer aus anderen Regionen und Geschäftsfeldern eingesetzt werden. Schrittweise bis Ende des Jahres sollen 14 weitere dazukommen.
Außerdem will die Bahn 23 zusätzliche Werkstatt-Mitarbeiter einsetzen. So werde stufenweise eine Rund-um-die-Uhr-Instandhaltung eingeführt. Vier Techniker sollen täglich Fahrten begleiten, um unterwegs kleinere Reparaturen zu erledigen. Für Westerland ist eine Technik-Servicestelle geplant. Weiterhin ist vorgesehen, an Loks Turbolader und andere wichtige Komponenten vorsorglich auszutauschen. In Waggons werden Klimaanlagen zusätzlich gewartet und elektrisch-mechanische Türkomponenten vorsorglich getauscht.
Die Bahn bewege sich signifikant und zeige so, dass sie die Situation ernst nehme, sagte Buchholz. Er ließ aber auch eine gewisse Skepsis durchblicken. Er habe schon einiges an Ankündigungen gehört. «An den Taten werden sie gemessen.» Er sei jetzt aber guter Hoffnung. Wenn sich die Pünktlichkeit deutlich verbessere, wäre er auch zu einer Mitfinanzierung des 16-Millionen-Programms der Bahn bereit, sagte Buchholz. Dazu könnte Geld genutzt werden, das aus den Maluszahlungen nicht an Pendler ausgeschüttet wird.
Die DB Netz hatte bereits im Juli ein Sanierungsprogramm für die Infrastruktur der Marschbahn beschlossen. Mit einem Aufwand von 160 Millionen Euro sollen Gleise und Weichen erneuert, Bahnübergänge, Brücken und Signaltechnik modernisiert werden. Dieses Programm sei von den angekündigten Ausgabenbegrenzungen der Bahn nicht betroffen, sagte Sandvoß. Buchholz bekräftigte die Forderung, die Strecke in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufzunehmen.
Baldige Verbesserungen kündigte Sandvoß auch für den Osten des Landes an, wo wegen Mangels an Lokführern seit gut zwei Wochen – überwiegend frühmorgens oder spätabends – Züge ausfallen. Zu Jahresende solle die letzte Verbindung wieder gefahren werden.
Die schlechte Qualität im Bahnverkehr hat 2017 zu einem Rückgang bei der Zufriedenheit und der Nachfrage geführt. Die anhaltenden Probleme im Bahnnetz West und der Personalmangel bei den Eisenbahnunternehmen verschärfen die Situation in diesem Jahr weiter. Um ein besseres Bild vom täglichen Betrieb auf der Schiene zu erhalten, erhebt die NAH.SH GmbH seit einigen Monaten zusätzlich die „Fahrgastpünktlichkeit“. Das erklärten Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und NAH.SH-Geschäftsführer Bernhard Wewers heute bei der Vorstellung der Nahverkehrszahlen für das Jahr 2017. Im kommenden Jahr soll die freiwillige Entschädigung für Zugverspätungen, die NAH.SH-Garantie, ausgeweitet werden. Außerdem treiben das Land und die NAH.SH den W-LAN-Ausbau im Bahnverkehr voran.
NAH.SH-Chef Bernhard Wewers und Minister Buchholz heute bei der Vorstellung der Jahresbilanz im Nahverkehr 2017
Die Ergebnisse der repräsentativen Marktforschung zeigen: Die Schleswig-Holsteiner sind mäßig zufrieden mit dem Nahverkehr. Für das Zugangebot im echten Norden vergaben die Befragten im Schnitt die Schulnote 2,9, für das Busangebot eine 3,0. Die Noten liegen unter den Vorjahresergebnissen (Bahn 2,7, Bus 2,9). Der Trend für das erste Halbjahr 2018 ist gleichbleibend.
Die regelmäßigen Bahnnutzer sind dabei unzufriedener als Nicht- oder Seltennutzer: Pendler bewerteten das Bahnangebot 2017 durchschnittlich mit der Note 3,2, Seltennutzer mit einer 2,7, von Nicht-Nutzern gab es im Schnitt eine 3,1. Anders sieht es bei der Busnutzung aus: Menschen, die mehrmals die Woche oder zumindest gelegentlich mit dem Bus fahren, bewerten den Busverkehr mit der Schulnote 2,7. Diejenigen, die den Bus nie nutzen, vergaben im Schnitt die Note 3,3.
Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz: „2017 war insgesamt kein gutes Jahr für den Nahverkehr, das zeigen uns auch die Ergebnisse der landesweiten Marktforschung. Es wurde in den letzten Jahren viel Geld in die Hand genommen, um das Nahverkehrsangebot in Schleswig-Holstein zu verbessern und die Menschen zum Umsteigen zu bewegen. Umso ärgerlicher ist es für mich, dass die Qualität im Bahnverkehr seit Monaten einen gegenteiligen Effekt hat. Wir üben Druck auf Verkehrsunternehmen und Infrastrukturbetreiber aus, damit sich das bald wieder ändert.“
Im Gespräch mit Jouranlisten am Rande der Pressekonferenz sagte Buchholz weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)
Der Blick in die Regionen zeigt auch, dass die Zufriedenheit mit einer guten Nahverkehrsanbindung steigt: Die in den kreisfreien Städten lebenden Menschen bewerten den ÖPNV besser (Note 2,7), als die in den ländlichen Kreisen (3,1). Dementsprechend nutzten die Menschen in den kreisfreien Städten immerhin bei 12,1 Prozent der Fahrten den öffentlichen Verkehr, in den ländlichen Kreisen sind es nur 4,5 Prozent.
Insgesamt ist der Anteil des Nahverkehrs bei der Verkehrsmittelwahl (Modal Split) mit durchschnittlich 7,2 Prozent im Vergleich zu 2016 (7,6 Prozent) gesunken. Dieser Trend setzt sich im ersten Halbjahr 2018 mit einem vorläufigen Ergebnis von 7,1 Prozent Nahverkehrsnutzung fort. Der Modal Split bezieht sich immer auf den Nahverkehr insgesamt, also auf Bahn und Bus.
Problemfall Marschbahn: Am Mittwoch will die DB-Regio ein Sofortprogramm vorlegen
Die Nachfrage im Bahnverkehr sank im Jahr 2017 leicht um rund 1,1 Prozent auf 1,792 Milliarden Personenkilometer. 2016 lag sie bei 1,812 Milliarden Personenkilometern. Das Verkehrsangebot war mit rund 25,5 Millionen Zugkilometern 2017 etwas höher als im Vorjahr (25,3 Millionen Zugkilometer). Seit 1996 stieg die Nachfrage im Bahnverkehr im Schnitt um 2,2 Prozent im Jahr.
Gesunken ist auch die durchschnittliche Pünktlichkeit im Bahnverkehr in ganz Deutschland und in Schleswig-Holstein: Im Jahr 2017 waren im Schnitt 90,6 Prozent der Nahverkehrszüge pünktlich, im Vorjahr waren es 91,4 Prozent. Im ersten Halbjahr 2018 hat die Pünktlichkeit im Bahnverkehr weiter abgenommen, sie lag landesweit bei durchschnittlich nur noch 86,1 Prozent.
Gründe dafür: Die anhaltenden Probleme im Bahnnetz West beeinträchtigen die Qualität stark. Zwischen Hamburg und Sylt sorgen nach wie vor vor allem Fahrzeugengpässe und Infrastrukturprobleme für Verspätungen und Zugausfälle. Dort erreichte DB Regio im Jahresdurchschnitt eine Pünktlichkeit von 79,6 Prozent. Ein weiteres Problemkind ist die RE-Linie 7 Flensburg/ Kiel – Neumünster mit einer Jahrespünktlichkeit von 84,3 Prozent. Gründe für Verspätungen waren auch auf anderen Strecken vor allem Baumaßnahmen, Mängel an der Infrastruktur und an Fahrzeugen.
NAH.SH-Geschäftsführer Bernhard Wewers: „Wir nehmen das so nicht hin und erwarten, dass die Verkehrsunternehmen ihren Verpflichtungen nachkommen. Dass auch die Kommunikation im Störfall immer noch nicht funktioniert, ärgert mich besonders. Wir setzen uns regelmäßig mit Vertretern der Eisenbahnverkehrsunternehmen und von DB Netze an einen Tisch und legen den Finger in die Wunde. Wir erwarten Maßnahmen, die den Betrieb stabilisieren.“
Zusätzlich zur üblichen Pünktlichkeitsstatistik wertet die NAH.SH GmbH seit einigen Monaten auch die sogenannte „Fahrgastpünktlichkeit“ aus. Für die monatliche Pünktlichkeit übermitteln die Züge bei jeder Fahrt an bestimmten Messpunkten Daten, die zeigen, zu welcher Zeit ein Zug welchen Punkt passiert hat. Aus diesen Daten errechnet sich die durchschnittliche Pünktlichkeit je Monat und Linie. Diese Werte veröffentlicht NAH.SH seit Jahren monatlich auf www.nah.sh.
Bei der Fahrgastpünktlichkeit wird zusätzlich berücksichtigt, wie viele Fahrgäste an den einzelnen Stationen aussteigen. Ein Beispiel: Hat ein Zug der Linie RE 7 zwischen Flensburg und Neumünster Verspätung, wirkt sich das nicht so gravierend aus, weil auf diesem Abschnitt vergleichsweise wenige Fahrgäste aussteigen. Anders sieht es auf dem stark frequentierten Streckenabschnitt Neumünster – Hamburg aus, weil viele Pendler nach Hamburg fahren. Eine Verspätung betrifft hier deutlich mehr Pendler. Die Zahl der von Verspätungen betroffenen Aussteiger wird deshalb bei dieser Auswertung in Bezug zur Pünktlichkeit gesetzt.
Für die Linie RE 7 Flensburg/ Kiel – Hamburg liegt die durchschnittliche Pünktlichkeit im Juni zum Beispiel bei 75,5 Prozent, die Fahrgastpünktlichkeit bei 71,9 Prozent.
Die Personalprobleme in der Branche verschärfen die Situation auf der Schiene in diesem Jahr in ganz Deutschland: Anfang September hatte DB Regio für Schleswig-Holstein angekündigt, wegen fehlender Lokführer einzelne Verbindungen im Bahnnetz Ost mindestens bis zum Fahrplanwechsel im Dezember durch Busse zu ersetzen. Die Nordbahn kämpft ebenfalls seit einigen Monaten mit dem Fachkräftemangel, der auf ihren Strecken auch immer wieder zu Zugausfällen führt.
Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz: „Auch wenn mir bewusst ist, dass der Fachkräftemangel ein bundesweites Thema ist, kann ich das so nicht hinnehmen. Es ist das Kerngeschäft der Verkehrsunternehmen, Züge fahren zu lassen. Die Verkehrsunternehmen müssen rechtzeitig dafür sorgen, dass ihnen nicht die Leute dafür fehlen. Wir beobachten diese Entwicklung genau und werden die Unternehmen für die Ausfälle zur Kasse bitten.“
Um Bahnfahrgäste für schlechte Qualität zu entschädigen, wollen Land und NAH.SH die NAH.SH-Garantie im Jahr 2019 ausweiten. Bisher erhalten Bahnnutzer mit Fahrkarten des Schleswig-Holstein-Tarifs, die mindestens 20 Minuten zu spät am Zielbahnhof ankommen, eine Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Fahrkartenwertes. Die freiwillige Entschädigung soll künftig bereits ab 10 Minuten Verspätung gelten. Außerdem möchte NAH.SH die Anträge für die Entschädigung für regelmäßige Nahverkehrsnutzer mit einem Kundenkonto vereinfachen. Technisch und organisatorisch müssen die Anpassungen noch vorbereitet werden.
Die Nachrüstung der Züge in den Bahnnetzen Nord und Ost mit W-LAN kommt gut voran. Mittlerweile sind 15 Lint-Triebwagen und 15 Doppelstockwagen mit W-LAN unterwegs. Im Juli hatten NAH.SH und DB Regio die Ausrüstung der Züge mit der entsprechenden Technologie vereinbart. Seit Mitte August werden die Regionalzüge nun Schritt für Schritt ausgestattet. Bis Anfang 2019 sollen alle 83 Doppelstockwagen und alle 41 Lint-Triebwagen in den beiden Bahnnetzen mit einem mobilen Hotspot für die Fahrgäste unterwegs sein. Die Ausstattung weiterer Bahnnetze soll demnächst in Angriff genommen werden.
Das letzte Jahr war für den Nahverkehr in SH insgesamt sehr durchwachsen: Die schlechte Qualität im Bahnverkehr hat zu einem Rückgang bei der Zufriedenheit und der Nachfrage geführt.
Diese und weitere Ergebnisse des Bahnjahres 2017 und neue Themen aus dem Nahverkehrsverbund werden Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und NAH.SH-Geschäftsführer Bernhard Wewers heute Mittag ab 12 Uhr präsentieren.
Zum Abschluss ihrer Chinareise haben sowohl Ministerpräsident Daniel Günther als auch Wirtschaftsminister Bernd Buchholz ein durchweg positives Fazit gezogen: Die Provinzregion Zhejiang, aber auch die Region Sezuan im Südwesten Chinas seien wichtige Partner für Schleswig-Holstein. Davon hätten sich beide zusammen mit den rund 70 Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaftin in den vergangenen Tagen überzeugen können.
Kurz vor seinem Rückflug gestern Nacht übermittelte der Wirtschaftsminister direkt aus Chengdu seine „Meldung der Woche“. Heute gegen 22 Uhr wird die komplette Delegation in Kiel zurück erwartet.
Mehr zu China-Reise in diesem Reiseblog von Kurt-Christoph von Knobelsdorff
Der Tourismussektor in Schleswig-Holstein hat bei bestem Sommerwetter eine sehr erfolgreiche Hochsaison absolviert: Im Juli übernachteten in den größeren Hotels, Ferienanlagen, Pensionen und Ferienhäusern sowie auf Campingplätzen fast 1,25 Millionen Menschen und damit 13,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Nord am Freitag berichtete. Die Zahl der Übernachtungen stieg sogar um 21,7 Prozent auf fast 5,88 Millionen. Die überdurchschnittlich kräftigen Zuwächse gehen aber auch darauf zurück, dass in die Statistik deutlich mehr Betriebe aufgenommen wurden als im Vorjahr.
Tourismus-Staatssekretär Thilo Rohlfs zeigte sich entsprechend zufrieden: „Die Tourismusbranche und unsere Gäste hatten einen fantastischen Sommer: Bestes Wetter, tolle Natur, hochwertige Angebote und neue Rekordzahlen. Darüber können wir uns alle freuen. Ich wünsche mir von der Tourismuswirtschaft, dass sie die gute Lage nutzt, um weiter in Angebote und Qualität zu investieren. Denn unser gemeinsames Ziel ist es, dass die Erfolgsgeschichte weiter fortgeschrieben wird.“
Von Januar bis Juli zählten die Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten 4,98 Millionen Übernachtungsgäste und damit 13,1 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen nahm um 18,8 Prozent auf 19,67 Millionen zu. Mit den Veränderungen in der Statistik gingen in diese seit dem zweiten Halbjahr 2017 Betriebe mit insgesamt 42 000 Betten mehr ein. Auch ohne diesen Effekt betrug das Wachstum nach Angaben des Tourismusbarometers der Sparkassen noch etwa vier Prozent. Die Juli-Statistik erfasste 3758 Beherbergungsstätten mit 223 000 Gästebetten und 273 Campingplätze.
Die Chefin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Dr. Bettina Bunge, sieht das sehr gute Wetter als einen Hauptgrund für den erfolgreichenJuli: „Wir dürfen darauf hoffen, dass dieser Sommer den Gästen auch bei künftigen Buchungen noch in herrlicher Erinnerung sein wird. Die Orte und Leistungsträger lassen sich einiges einfallen: Ob Stand-Up-Paddling, E-Bike-Touren oder Strandyoga zum Sonnenaufgang – der echte Norden präsentiert sich frisch und modern. Herzlichen Dank an die Touristiker im Land, die mit großem Engagement dafür sorgen, dass alles so gut funktioniert.“
Die Tourismusbranche hatte schon das erste Halbjahr mit dem besten Ergebnis ihrer Geschichte abgeschlossen. Von Januar bis Juni kamen fast 3,75 Millionen Übernachtungsgäste in das nördlichste Bundesland und damit 13,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Die Zahl der Übernachtungen in den Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten erhöhte sich in dem Zeitraum um 17,9 Prozent auf gut 13,82 Millionen.
Deutschlands Generalkonsul Robert von Rimscha an seinem ersten Arbeitstag in Chengdu – hier zusammen mit Buchholz vor dem Wenshu-Tempel
Als erstes norddeutsches Bundesland zeigt Schleswig-Holstein Flagge in der westchinesischen Wachstumsregion Sichuan. Im Rahmen der China-Delegationsreise der Landesregierung machte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute einen Abstecher nach Chengdu, wo sich bereits seit Montag unter anderem die Chefin der Brunsbütteler Wirtschaftsförderungsgesellschaft egeb, Martina Hummel-Manzau sowie Vertreter der Firmen Spedition Kruse, Hesse-Tierpharma, Innotec und MP-Germany aufhalten. In Chengdu traf Buchholz auch auf den neuen deutschen Generalkonsul von Südwest-China, Robert von Rimscha. Der Diplomat – mit familiären Wurzeln in Schleswig-Holstein – hatte heute seinen ersten Arbeitstag (Interview unten)
Wie Buchholz in China im Gespräch mit Andre Klohn von der Deutschen-Presse-Agentur sagte, sei der Standort Schleswig-Holstein für Unternehmen aus Westchina überaus interessant. So gebe es beispielsweise Ansiedlungsvorhaben der Entwicklungsabteilung von Koyo Chemical an der Westküste von Schleswig-Holstein oder die Kooperationsvereinbarung der egeb Brunsbüttel mit der Stadt Guang.
Im Westen Chinas vollzieht sich nach den Worten von Buchholz eine „wirtschaftliche Aufholjagd im Vergleich zu den Küstenregionen im Osten des Landes“. Die Zentralregierung in Peking fördere diesen Prozess mit Nachdruck durch eine gezielte Infrastruktur- und Industrieentwicklung. „Daraus ergeben sich Chancen für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit, die für beide Seiten gleichermaßen von Vorteil sein können“, so der Minister. Der Güter-Transport auf der Neuen Seidenstraße nach Norddeutschland werde bereits genutzt und könne weiter gesteigert werden. Dazu sollten Logistikunternehmen aus Schleswig-Holstein und China zusammenarbeiten.
Buchholz erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass in Hamburg jede Woche über die Seidenstraße rund 400 Container aus China ankommen. Chengdu und die Provinz Sichuan im Westen Chinas seien dabei wichtige Verladestationen. „Der Norden muss sich also weiter anstrengen, um in China wahrgenommen zu werden.“
Der neue Generalkonsul von Rimscha, gelernter Redakteur beim Berliner „Tagesspiegel“ und der „Badischen Zeitung“, war zuvor Botschafter in Laos und Gesandter in Tokio.
Er sagte im Gespräch mit unserem Vize-Staatssekreträr Kurt-Christoph von Knobelsdorff (rechts im Bild)… (Audio starten)
Lübecks Medizintechnik-Unternehmer Stefan Dräger höchst persönlich heißt alle Interessierten willkommen: Am Freitag, 28. September, ab 18 Uhr, findet in der Moislinger Allee 53-55 bei Dräger der unterhaltsame Schluss-Spurt unseres diesjährigen „StartUp Summer Camp“ statt. Zur Gratis-Anmeldung geht es HIER
Neun junge Startups werden nach einer Woche harter und intensiver Arbeit mit DRÄGER, PwC und weiteren Mentoren ihre Ideen präsentieren. Neben innovativen Digitalisierungsideen für verschiedenste Branchen erfahren Sie unter anderem, wie Sie trotz eines vollen Terminkalenders gesund und fit bleiben, Ihr Homeoffice mit anderen teilen und nebenbei noch Ihren großen Tag planen können.
Nach einem Grußwort von Wirtschafts- und Technologieminister Dr. Bernd Buchholz erwarten Sie Impulsvorträge von Stefan Dräger und Thomas P. Offner (PwC), ein sportlicher Show Act und jede Menge Unterhaltungswert bei Buffet und Getränken.
Zur besseren Orientierung:
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus