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Marine-Schiffbau vor Auftragswelle – Buchholz mahnt fairen Wettbewerb an

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Rüstungsprojekte in Milliardenhöhe zeichnen sich im Marine-Schiffbau ab – und dürften auch die Auslastung der Kieler Werft von ThyssenKrupp Marine Systems mit 2800 Beschäftigten über Jahre sichern. «Allgemein ist die internationale Marktlage für Marineschiffe gut», sagte heute ein TKMS-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die internationale Konkurrenz sei stark. «Für «Made in Germany» sehen wir allerdings gute Chancen.» Das gilt nicht nur für nicht-nukleare U-Boote, bei denen TKMS nach eigener Sicht «klar Marktführer» ist, sondern auch für den Überwasserbereich.

Mit Spannung wartet die Branche auf die Entscheidung, welches Konsortium das neue Mehrzweckkampfschiff MKS 180 für die deutsche Marine bauen darf. Am 27. Dezember endet die Frist zur Abgabe für das zweite Angebot. «Daran schließt sich allerdings erst noch die Angebotsauswertung an», teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit – ohne nähere Angaben zu machen.

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Nur noch drei Bieterkonsortien sollen nach Branchen-Informationen im Rennen sein. TKMS gemeinsam mit der Fr. Lürssen Werft (Hauptsitz Bremen), das niederländische Unternehmen Damen Shipyards Group in Partnerschaft mit Blohm+Voss sowie German Naval Yards als Generalunternehmer. Fr. Lürssen hat doppelte Chancen, denn das Unternehmen hatte 2016 die Hamburger Schiffswerft Blohm+Voss GmbH übernommen. Ursprünglich sollten erst vier MKS 180 geordert werden, inzwischen sind es sechs. Allein die ersten vier MKS 180 werden laut «bundeswehr-journal» (26. April 2017) statt vier rund 4,5 Milliarden Euro kosten, die Auslieferung solle ab 2023 beginnen.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat unterdessen die europaweite Ausschreibung deutscher Marine-Schiffe kritisiert. «Wenn deutsche Werften, die zumindest teilweise mittelständisch geprägt sind, mit europäischen Staatswerften konkurrieren müssen, kann kein fairer Wettbewerb stattfinden», sagte er. Es dürfe keine europäischen Ausschreibungen ohne faire Wettbewerbsbedingungen geben. «Die deutschen Werften müssen von den aktuell anstehenden Aufträgen der deutschen Marine profitieren.» Am 27. Dezember läuft die Frist für die Abgabe des zweiten Angebots für das Mehrzweckkampfschiff MKS 180 ab – ein Milliardenauftrag.

«Neben dem Unterwasserbau sollte die Bundesregierung endlich auch den Überwasserbau als Schlüsselindustrie und -technologie anerkennen», sagte Buchholz. Im Bundestag hatten SPD und Union bereits im vergangenen März dies gefordert, um den Technologiestandort Deutschland auch im Bereich der Marine- und Werftindustrie zu stärken. Nationale Referenzprojekte seien im übrigen auch Voraussetzung für Marineaufträge aus dem Ausland, betonte Buchholz.

Zwei politische Entscheidungen nähren Hoffnungen der Rüstungsbranche für die Zukunft: Zum einen die im Dezember beschlossene grundsätzliche Verpflichtung von 25 EU-Ländern für eine weitgehend gemeinsame europäische Verteidigungspolitik – mit real steigenden Verteidigungsausgaben und dem Ziel gemeinsamer Rüstungsprojekte. Zum anderen die von Norwegen und Deutschland vereinbarte strategische Partnerschaft im Marine-Bereich.

Die künftige Kooperation sei so eng wie bisher mit keiner anderen Marine, sagte ein Marinesprecher. Gemeinsam will man eine neue Generation von Flugkörpern – auch für das MKS 180 – entwickeln, um langfristig See- und Landziele auch in großen Entfernungen von etwa 200 Kilometern wirkungsvoll bekämpfen zu können.

Norwegen will vier U-Boote in Kiel von TKMS bauen lassen, die deutsche Marine zwei weitere U-Boote im Rahmen desselben Loses – aber mit eigenen Spezifikationen. Norwegen hat für das U-Boot-Paket umgerechnet etwa 4,3 Milliarden Euro eingeplant. Der Vertrag könnte. 2019 unterzeichnet werden. Die neuen U-Boote für Norwegen sollen ab etwa 2025 und für die deutsche Marine etwa ab 2027 geliefert werden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihre norwegische Kollegin Ine Marie Eriksen Søreide (Foto oben) hatten im August den Marinestützpunkt in Eckernförde besucht. «Norwegen ist für uns der absolute Wunschpartner», sagte von der Leyen. Eriksen Søreide betonte, es handele sich um eine «Win-Win-Situation» und könne ein Beispiel sein für Kooperationen anderer Nato-Staaten. Zum Norwegen-Deal sagte der Firmensprecher: «Für Thyssenkrupp Marine Systems ist dies ein strategisch sehr wichtiges Programm.»

BootNeben den sechs U-Booten für Norwegen und Deutschland hofft TKMS, drei weitere Boote für Israel bauen zu können. Eine Absichtserklärung beider Regierungen für die angeblich 1,5 Milliarden Euro teuren U-Boote wurde bereits unterzeichnet. In Israel laufen wegen des Deals jedoch Korruptionsermittlungen. TKMS wollte sich zu den Chancen für das angestrebte Geschäft nicht äußern. Bis 2021 stehen zwei weitere Boote für Ägypten und vier Boote für Singapur in den Auftragsbüchern von TKMS.

Im Überwasserbereich agiert TKMS als Generalunternehmer und gemeinsam mit Partnern. Fr. Lürssen, Partner von TKMS, erhielt kürzlich einen Großauftrag aus Australien für zwölf Offshore-Patrouillenboote. «Wir bemühen uns gerade um einen Auftrag zum Bau von vier Fregatten für Kolumbien», sagte der TKMS-Sprecher. Für die deutsche Marine baut TKMS in der Arbeitsgemeinschaft Arge F125 gemeinsam mit der Fr. Lürssen Werft vier Fregatten. Bei dem Bau von weiteren Korvetten K130 erhielten TKMS, die Fr. Lürssen Werft sowie German Naval Yards (Kiel) gemeinsam den Zuschlag. «Im Ausland arbeiten wir im Überwasserbereich meist mit lokalen Werften zusammen», sagte der TKMS-Sprecher.

«In Kiel fokussieren wir uns auf den Unterwasserbereich.» Die Administration, etwa der Einkauf oder der Finanzbereich, seien übergreifend für Projekte im Überwasser- und im Unterwasserbereich tätig. Und es würden vermehrt fachübergreifende Teams eingesetzt. So könnten im Falle eines Zuschlags möglicherweise auch Ingenieure aus Kiel an dem Projekt MKS 180 beteiligt werden. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, setzt TKMS auf «Digital Shipyard», die Digitalisierung der Wertschöpfungskette.

«Darüber hinaus investieren wir aber auch weiter erheblich in neue Tools, Technologien und verbessern unsere internen Prozesse», sagte der Firmensprecher und fügte selbstbewusst hinzu. «Wir wollen den Standard der Marine von morgen entwickeln und fertigen.»

 

Und wieder ein Boom-Monat: Tourismus in SH peilt weiteres Rekordjahr an

Mehr Gäste, mehr Übernachtungen – das Land zwischen den Meeren steht bei Touristen weiterhin hoch im Kurs. Zum Jahresende wird die Branche einen weiteren Rekord feiern. Tourismus-Minister Buchholz sieht immer noch Reserven.

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Der Tourismus in Schleswig-Holstein bleibt auf Erfolgskurs. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres trafen im nördlichsten Bundesland 6,9 Millionen Übernachtungsgäste in den Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten ein und damit 4,7 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Wie das Statistikamt Nord heute weiter berichtete, stieg die Zahl der Übernachtungen um 5,2 Prozent auf gut 27,2 Millionen. Damit blieb jeder Gast im Durchschnitt 3,9 Nächte.

Aller Voraussicht nach wird der Norden nach Einschätzung von Tourismusminister Bernd Buchholz in diesem Jahr bei den Übernachtungen erstmals die Marke von 29 Millionen übertreffen. 2016 waren es zum ersten Mal mehr als 28 Millionen.

Buchholz sagte weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Wie schon die Vormonate, schloss auch der Oktober mit positiven Ergebnissen ab. 676 000 Übernachtungsgäste bedeuteten ein Plus zum gleichen Vorjahresmonat von 4,2 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen nahm um 7,1 Prozent auf fast 2,66 Millionen zu.

Buchholz rief die Branche auf, den Schwung zu nutzen, um auch den Tourismus abseits der Küsten nachhaltig zu stärken. «Qualität, Nachhaltigkeit und Digitalisierung werden die entscheidenden Faktoren sein, um die positive Entwicklung verstetigen und halten zu können», sagte der FDP-Politiker. Er wies darauf hin, dass von den Zuwächsen alle Reisegebiete bis auf die Holsteinische Schweiz (minus 4,7 Prozent bei den Übernachtungen) profitierten. Hier ist im Jahresvergleich allerdings zu berücksichtigen, dass die Region wegen der Landesgartenschau in Eutin 2016 höhere Gäste- und Übernachtungszahlen hatte.

Den größten Übernachtungszuwachs verzeichnete 2017 die Nordsee mit 9 Prozent, gefolgt vom übrigen Binnenland, also außer der Holsteinischen Schweiz, mit 4,9 Prozent und der Ostsee mit 3,4 Prozent.

A 20: Buchholz holt DEGES an Bord und schafft Kapazitäten für andere Straßen-Projekte in SH

Die weitere Planung und der Bau der Autobahn A 20 in Schleswig-Holstein wird vollständig von der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßen­planungs- und -bau GmbH) übernommen. Nachdem die Landesregierung Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute in ihrer Kabinettssitzung dazu ermächtigt hat, unter­schrieben Buchholz und DEGES-Geschäfts­führer Dirk Brandenburger einen entsprechen­den Dienstleistungsvertrag.

Hintergrund der Verhandlungen mit der DEGES ist vor allem die personelle Bewältigung des Milliarden-Programms des Bundes und der Länder, der so genannte „Investitionshochlauf“, durch Einsatz aller beim Land verfügbaren Planungsressourcen.

„Mit Übertragung der A 20 auf die DEGES ist außerdem gewährleistet, dass wir dieses für das Land elementare Straßenbauvor­haben von einer Projektmanagementgesellschaft schultern lassen, die auf Vorhaben solcher Dimensionen spezialisiert ist und eine ausgezeichnete Reputation genießt“, sagte Buchholz. Gleichzeitig werde der heutige Schritt beim Landesbetrieb mittelfristig Ressourcen freisetzen, die dann für andere wichtige Landes- und Bundesstraßenprojekte genutzt werden können.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz zur heutigen Entscheidung

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Nach den Worten des Direktors des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH), Torsten Conradt, werde er in einem ersten Schritt prüfen lassen, inwieweit der Ressourcengewinn für einen beschleunigten Ausbau der B 5 an der Westküste oder der B 404 zur A 21 eingesetzt werden könnte.

Buchholz dankte dem LBV-SH für die bisherige Umsetzung und Planung der A 20 trotz des über Jahre auferlegten Stellenabbaus unter früheren Landesregierungen. In den vergangenen 27 Jahren seien von der Landesgrenze Mecklenburg-Vorpommern bis kurz vor Bad Segeberg knapp 40 Kilometer geplant, gebaut und unter Verkehr gebracht worden. „Und das bei teils massiven Widerständen und unter teils schwierigsten Rahmenbedingungen wie etwa die Durchquerung des ökologisch sensiblen Wakenitz-Tals“, sagte Buchholz. Für die übrigen 80 Kilometer bis zur Elbquerung – unterteilt in sechs Abschnitte – liegen inzwischen drei Planfeststellungsbeschlüsse vor, die aber allesamt beklagt sind.

Hier der Beitrag von Buchholz in der Pressekonferenz in voller Länge (Audio starten – „im Browser anhören“)

DEGES-Geschäftsführer Brandenburger zeigte sich zuversichtlich, die noch ausstehenden Verfahrensschritte schnell anpacken zu können. „Mit der A 20 übernimmt die DEGES eines der anspruchsvollsten Autobahnneubauprojekte in Deutschland. Entscheidend für den Erfolg wird es sein, eine Planung aufzustellen, mit der die verkehrlichen Ziele erreicht und die besonderen umweltfachlichen Anforderungen erfüllt werden“, so Brandenburger. Dazu sei die DEGES bereits seit Wochen in engem Austausch mit den Fachleuten des LBV-SH, um kurzfristig in die weitere Planung einsteigen zu können.

Hier der Beitrag von Brandenburger in der Pressekonferenz in voller Länge (Audio starten – „im Browser anhören“)

„Ich verstehe alle, die jetzt möglichst schnell und verbindlich wissen wollen, wann welche Meilensteine und vor allem das Baurecht erreicht werden. Die DEGES wird sich jetzt auf die Erstellung einer Planung konzentrieren, die einer eventuellen gerichtlichen Überprüfung standhält und weitere Bearbeitungs- und Genehmigungsschleifen vermeidet. Die Genehmigungsverfahren selbst können wir nur bestmöglich vorbereiten – aber nicht beeinflussen“, sagte Brandenburger.

Von besonderer Bedeutung sei vor allem der Abschluss des so genannten Fehlerheilungs­verfahrens auf dem Abschnitt um Bad Segeberg. Hier hatte das Bundesverwaltungsgericht 2013 den Weiterbau nach Klagen von Naturschützern gestoppt, die Überprüfung alternativer Trassenverläufe gefordert und bemängelt, dass eine mögliche Gefährdung der Fledermaus-Vorkommen auf dem Abschnitt nicht ausreichend berücksichtigt worden sei.

Die fertige A 20 bei Lübeck-Geschendorf

Buchholz erinnerte daran, dass die DEGES bereits 2008 vom Land verpflichtet wurde, den sechsstreifigen Ausbau der A 7 zwischen Neumünster und Hamburg zu steuern und 2015 den Auftrag für den Ersatz-Neubau der Rader Hochbrücke erhielt. „Gerade am Beispiel der A 7 lässt sich besichtigen, welche Lösungskompetenz in technischen und rechtlichen Fragen sich die im Besitz der Länder und des Bundes befindliche Gesellschaft in ihrer 26-jährigen Geschichte erarbeitet hat“, so der Minister.

Neben dem Einstieg der DEGES in das Großprojekt bewilligte das Landeskabinett auch die Mittel für den finanziellen Begleitaufwand – insbesondere Geschäftskosten und die Kosten für Ingenieurverträge. Für das Jahr 2018 werden diese mit 2,2 Millionen Euro veranschlagt und für die Jahre 2019 und 2020 zusammen mit rund 15 Millionen Euro.

A 20, Linie+Abschnitte

Landesregierung berät heute über Weichenstellung für den A-20-Weiterbau

Es ist eines der größten und ökologisch sensibelsten Autobahnprojekte in Deutschland: Der Bau der A 20, der vor vier Jahren vor Bad Segeberg nach erfolgreichen Klagen von Umweltverbänden zum Stillstand gekommen ist. Bis zur geplanten Elbquerung bei Glückstadt fehlen auf schleswig-holsteinischem Gebiet noch gut 80 Kilometer der gut 1,1 Milliarden Euro teuren Ost-West-Magistrale, die nach der deutschen Wiedervereinigung vor 27 Jahren vom Bund angeschoben wurde. 

Heute beschäftigt sich das Landeskabinett in Kiel mit einer wesentlichen Weichenstellung für die künftige Weiterplanung und den Weiterbau der A 20. Einer der Gründe: Ab 2021 wird eine neue Bundesinfrastrukturgesellschaft für sämtliche Autobahnprojekte in Deutschland zuständig sein. Dabei wird die vom Bund und einigen Bundesländern – darunter auch SH – getragene Projektmanagementgesellschaft DEGES absehbar eine zentrale Rolle einnehmen. 

Vor diesem Hintergrund werden die Kabinettsmitglieder darüber entscheiden, ob die DEGES nicht besser schon heute das Projekt übernimmt, um 2021 einen reibungslosen Übergang in die Bundeszuständigkeit zu gewährleisten.

SH bildet mehr Fachkräfte aus – es fehlen aber Ausbildungsplätze – Buchholz appelliert

Kfz-Nachwuchs – hier beim Unterricht bei der Flensburger Handwerkskammer

In Schleswig-Holstein werden wieder mehr Fachkräfte ausgebildet. Das geht aus dem «Ländermonitor berufliche Bildung 2017» des Soziologischen Forschungsinstituts (SOFI) und der Universität Göttingen hervor, den die Bertelsmann-Stiftung heute veröffentlicht hat. Im Jahr 2015 begannen demnach 28 128 Jugendliche eine duale Ausbildung in einem Betrieb oder eine Ausbildung im Schulberufssystem, in dem vor allem Erziehungs-, Gesundheits- und Sozialberufe erlernt werden. Im Vergleich zum Jahr 2013 entspricht das einem Plus von sieben Prozent. Für den Zuwachs sei vor allem der Ausbau des Schulberufssystems verantwortlich, hieß es.

Die Aussichten für die Bewerber haben sich dem Bericht zufolge damit aber nicht verbessert: Auf 100 Bewerber kamen 2016 nur 88 Ausbildungsplätze. In keinem anderen Bundesland seien die Perspektiven für Bewerber auf eine duale Ausbildung schlechter, teilte die Stiftung mit. Da zudem 5 Prozent der Ausbildungsplätze unbesetzt blieben, gingen 16 Prozent der Bewerber in Schleswig-Holstein leer aus. In Kiel und Flensburg ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt der Studie zufolge besonders angespannt.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz appellierte an die Betriebe, hier im eigenen Interesse noch mehr Kraft zu investieren: „Jeder Ausbildungsvertrag heute ist ein wirksames Mittel gegen den drohenden Fachkräftemangel von morgen“, sagte er und erinnerte an die Unterstütung durch die breit angelegte Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein (FI.SH). Buchholz: „Gerade kleine und mittlere Betriebe tun viel dafür, junge Menschen frühzeitig an ihr Unternehmen zu binden – aber es ist auch noch Luft nach oben.“

Zugleich erinnerte der Minister daran, dass auch das immer häufiger auftretende Problem eines fehlenden Unternehmensnachfolgers oder einer Nachfolgerin durch noch mehr Ausbildungsbereitschaft gut angegangen werden könne. „Schauen Sie sich dabei auch die Bewerberinnen und Bewerber an, die vielleicht nicht gleich auf den ersten Blick wegen guter Zeugnisnoten als Top-Kandidaten ins Auge fallen. Schulnoten allein sind ein wichtiges, aber nicht das alleinige Kriterium dafür, wie jemand in ihren Betrieb passt oder nicht“, so Buchholz.

.Dem Bericht zufolge kann nur jeder vierte Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss sofort einen Ausbildungsplatz ergattern. Noch schwerer sei der Einstieg für ausländische Jugendliche: Weil sie nicht direkt einen Ausbildungsplatz finden, nehmen 73 Prozent von ihnen berufsvorbereitende Angebote in Anspruch. Bei ihren deutschen Altersgenossen sind es lediglich 27 Prozent. So groß sei die Differenz der Ausbildungschancen in keinem anderen Bundesland.

Rader Brücke: Land schaltet Pkw-Blitzer nach Software-Fehler wieder scharf

Nach mehrwöchiger Zwangspause wegen eines Software-Fehlers sind die vier Blitzer-Säulen auf der Rader Hochbrücke seit heute auch für Pkw wieder scharf geschaltet. Wie Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs heute nach vorangegangenen Gesprächen mit Innen-Staatssekretär Torsten Geerdts sowie dem Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde, Dr. Rolf-Oliver Schwemer, sagte, sollen die Anlagen vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) zudem technisch optimiert werden.

Rohlfs sagte dazu weiter (Audio-Startpfeil klicken – „im Browser anhören“)

Der Staatssekretär erinnerte daran, dass die Blitzer-Säulen in Regie des LBV-SH im September 2015 aufgestellt wurden, um den akut notwendigen Schutz der maroden Rader Hochbrücke vor zu schnell fahrenden Lkw zu gewährleisten. Wegen der Schwingungen, die Lkw oberhalb von 7,5 Tonnen auslösen, war die Höchstgeschwindigkeit für Lastwagen vor vier Jahren auf 60 km/h begrenzt worden. „Und dieses primäre und wichtige Ziel erfüllen die Geräte bis heute zuverlässig und mit Erfolg“, sagt Rohlfs. Die gesonderte Pkw-Überwachung sei bereits damals aufgrund der technischen Möglichkeiten mitaktiviert worden. Ziel dabei sei vor allem gewesen, nach dem Lkw-Tempolimit waghalsige Überholmanöver von Pkw zu unterbinden. Die Auswertung sämtlicher Daten werde seither vom Landespolizeiamt vorgenommen.

Für Pkw gilt ein generelles Tempolimit von maximal 100 km/h, das bei Sturm automatisch über elektronische Anzeigentafeln auf 80 km/h und im Extremfall bis auf 60 km/h reduziert wird. Die Bußgelder der Lkw- und Pkw-Überwachung – im Jahr 2016 knapp 14.000 Fälle – fließen an den Kreis, die Verwarnungsgelder an das Land.

Nach Angaben des Landespolizeiamts (LPA) bleibt die Messanlage gemäß der Überwachungsleitlinie des Landes für Pkw bis auf weiteres auf einen festen Auslösegrenzwert eingestellt. „Und zwar so lange, bis die durch den Landesbetrieb beauftragte neue Software einsatzbereit ist. Es gibt also keinen Freifahrtschein für Pkw-Raser auf der Rader Hochbrücke“, sagt der zuständige LPA-Dezernatsleiter Axel Behrends.

Nach den Worten von Verkehrs-Staatssekretär Rohlfs seien die variablen Geschwindigkeits-Anzeigen für Pkw bislang nicht direkt an die Blitzersäulen gekoppelt. Sobald ein Pkw geblitzt werde, gleiche die Polizei das Messergebnis mit dem zu der Zeit geltenden Pkw-Tempolimit ab und bereite dann das entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren vor.

„Nachdem uns vergangene Woche erstmals bekannt geworden ist, dass es bei der Auswertung der Daten seit Sommer offenbar zu Fehlern gekommen ist, habe ich alle Beteiligten an einen Tisch geholt, um eine rasche Lösung zu finden“, sagt Rohlfs. In einem ersten Schritt – noch im ersten Quartal 2018 – werde die Software erneuert, um dem Landespolizeiamt die fehlerfreie Auswertung zu ermöglichen. „Und für den zweiten Schritt habe ich unseren Landesbetrieb gebeten, mit dem Hersteller der Anlage Kontakt aufzunehmen um langfristig zu erreichen, dass Blitzgeräte und die variable Geschwindigkeitsanzeige für Pkw direkt miteinander gekoppelt werden können“, so der Staatssekretär.

 

Buchholz appelliert im Landtag an die Verantwortung der Deutschen Bahn

Buchholz redetVerkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hat wegen der diversen Mängel im Schienenverkehr des Landes eine härtere Gangart gegenüber der Deutschen Bahn angekündigt. Der Konzern müsse endlich Verantwortung übernehmen, forderte der er heute in einer gut anderthalbstündigen Debatte im Kieler Landtag. Gleichzeitig verlangte der Minister vom Bundesverkehrsministerium, die Bedeutung der Infrastrukturprojekte beim Ausbau der Marschbahn, der Erweiterung des Knotenpunkts Elmshorn und der S-Bahn-Linie 4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe als „transeuropäische Projekte“ anzuerkennen und Mittel dafür bereitzustellen.
Hier die Rede von Buchholz:

Buchholz startet Qualifizierungsoffensive für Tourismus und Digitale Wirtschaft

Um die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Schleswig-Holstein auf Dauer zu erhalten, fördert das Land drei Projekte zur Qualifizierung von Beschäftigten in den zukunftsträchtigsten Branchen Tourismus und Digitale Wirtschaft. Wie Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz heute in Kiel sagte, wurden die Projekte im Rahmen eines Ideenwettbewerbes des Landesprograms Arbeit ausgewählt und mit insgesamt rund 950.000 Euro aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds gefördert.

„Der technische Fortschritt einerseits, die demografische Entwicklung andererseits, aber insbesondere die Herausforderung des Digitalen Wandels in der Arbeitswelt machen eine kontinuierliche Anpassung der Qualifizierung erforderlich. Die ausgewählten Projekte sind darauf ausgerichtet, die berufsbegleitende Qualifizierung von Beschäftigten aus verschiedenen Clusterbranchen passgenau vorzubereiten und betriebsnah anzubieten“, so Buchholz. Bei den Clustern handele es sich insbesondere um die Bereiche Tourismuswirtschaft und Digitale Wirtschaft, aber auch um alle weiteren besonderen Branchen mit Entwicklungspotenzial. Die Fachhochschulen Flensburg, Lübeck und Westküste entwickeln die Konzepte jeweils in enger Zusammenarbeit mit hiesigen Unternehmen.

Geförderte Projekte:

DKMU – Qualifizierung für Datenanalyse in KMU (280.000 Euro / FH Lübeck)

Das Projekt „Datenanalyse für KMU“ greift mit der Datenanalyse ein zentrales Tätigkeits-feld im digitalen Zeitalter auf. Ziel ist es, ein bedarfsgerechtes, auf kleine und mittelere Unternehmen (KMU) zugeschnittenes Qualifizierungsangebot zu entwickeln, um damit die analytischen Fähigkeiten und Kompetenzen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in KMU für den zielgerichteten Datenumgang zu fördern. KMU aus Schleswig-Holstein sollen dadurch in die Lage versetzt werden, sich Small und Big Data selbst zu erschließen und mittels verschiedener Analysemethoden für die eigenen Bedarfe nutzbar zu machen.

ScalingUp – Wachstumsmanagement in KMU (250.000 Euro / FH Flensburg)

Mit dem Qualifizierungsprogramm „ScalingUp – Wachstumsmanagement in KMU“ soll, mit einem besonderen Fokus für Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Unternehmen der Maritimen, der Digitalen und der Designwirtschaft sowie aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, ein berufsbegleitendes, regional fokussiertes Schulungs- und Weiterbildungsprogramm entwickelt und prototypisch anwendet werden.

Das Projekt will Defizite im Hinblick auf mangelndes Wissen und unzureichende Kompetenzen im Bereich Wachstumsmanagement ausgleichen. Die aktuellen Angebote basieren auf regelmäßigen Coachings.

Tourismus 4.0 in Schleswig-Holstein (420.000 Euro / FH Lübeck / FH Westküste)

Die Fachhochschulen wollen für die Unternehmen der Tourismuswirtschaft ein Weiterbildungsangebot entwickeln, dass diese befähigt, den technologischen Fortschritt in der Branche aktiv aufzugreifen. Das betrifft die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit im Internet, die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle sowie neuer Produkte und Dienstleistungen. Ein solches Angebot, das einen unmittelbaren Mehrwert für die einzelnen Unternehmen und damit auch für die Tourismuswirtschaft hat, ist bislang nicht vorhanden.

Zahl der Sozialversicherungspflichtigen im Land in 2017 um 26.500 (!) gestiegen

Spitzenwert: Zahl der sozialversicherungspflichen Jobs um 26.500 auf knapp eine Million gestiegen

Fleischwarenproduktion bei der Böklunder Plumrose GmbH & Co (Zur Mühlen Gruppe)
Boomt: Ernährungsindustrie in Schleswig-Holstein – hier Wurstproduktion im Großbetrieb

Die Chefin der Regio­naldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz haben heute in Kiel eine positive Arbeitsmarkt-Bilanz für 2017 gezogen. Zugleich benannten beide ihre Erwartungen für das Jahr 2018 und zeigten sich dabei sehr zuversichtlich.

Haupt-Koopmann betonte: „Ich kann für 2017 eine insgesamt positive Bilanz ziehen. Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein hat sich als stabil und robust erwiesen. So ist die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt auf 93.000 gesunken – ein Minus von 2.000 im Vergleich zu 2016.“

Auch Arbeitsminister Buchholz zog eine positive Bilanz: „Nicht nur die Zahl der älteren Arbeitslosen und der Langzeitarbeitslosen ging zurück, die Zahl der sozialversicherungs­pflichtig Beschäftigten legte mit 2,8 Prozent (+26.500) auf 965.700 deutlich zu. Nach absoluten Zahlen waren das Verarbeitende Gewerbe, das Sozialwesen sowie der Handel und das Kfz-Gewerbe die Top-3 der Wirtschaftszweige, die das größte Wachstum im Vergleich zum Vorjahr aufwiesen.“ Dennoch bleiben nach den Worten des Ministers Herausforderungen. So müssten in den kommenden Monaten wegen abgeschlossener Sprachkurse deutlich mehr Flüchtlinge als zuletzt in den Arbeitsmarkt integriert werden. Damit wwerde es zunächst zusätzliche Arbeitslosmeldungen geben.

Im Gespräch mit Andreas Otto (RSH) sagte Buchholz weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Buchholz erinnerte in diesem Zusammenhang an das von seinem Haus geförderte Projekt „ALLE AN BORD“ und das im November gestartete Pilotprojekt „HAYATI“. Beide Programme würden geflüchteten Menschen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern.

Neben der Integration von Geflüchteten und Migranten sieht Buchholz auch Handlungs­bedarf bei der Fachkräftesituation und bei der Anpassung der Arbeitswelt an die Digitalisierung. „Bereits jetzt fehlen uns in Schleswig-Holstein beispielsweise Experten in der Softwareentwicklung, aber auch Fachkräfte in der Energietechnik oder in der Alten­pflege. Hier werden wir als Land unsere Bemühungen im Rahmen der Fachkräfteinitiative und mit unserem Landesprogramm Arbeit fortsetzen“, so Buchholz.

Als wichtigen Baustein zur Lösung des Fachkräftemangels bezeichnete der die eigene Ausbildung von Fachkräften und die Weiterbildung der Beschäftigten. „Hierfür müssen im Zweifel die eigenen Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen überdacht und offensiv für das eigene Unternehmen geworben werden“, so der Minister.

Im Rahmen ihres gemeinsamen Ausblicks auf 2018 erwarteten Haupt-Koopmann und Buchholz einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit und einen weiteren Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.

Baubranche: Auch hier sind Fachkräfte weiterhin stark gefragt

Nach den Worten von Haupt-Koopmann wäre der starke Abbau an Arbeitslosigkeit in 2017 ohne das kräftige Plus an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungs­verhältnissen und das hohe Niveau der Arbeitskräftenachfragenicht möglich gewesen.

Sie sagte: „Die starke Arbeitskräftenachfrage zeigt allerdings beispielhaft, welche Bedeutung das Thema ‚Fachkräftesicherung‘ bereits aktuell hat und –   in einer sich rapide verändernden Arbeitswelt  –  zukünftig haben wird. Deshalb werden die Arbeitsagenturen und Jobcenter auch 2018   –  unter dem Gesichtspunkt der Potenzialausschöpfung  –  besondere in Qualifizierung investieren. Denn durch Aus- und Weiterbildungsangebote erhöhen sich speziell die Einstiegschancen der un- und angelernten Arbeitslosen. Als Beispiel möchte ich unser Sonderprogramm ‚Zukunftsstarter‘ nennen. Es wendet sich bewusst an die Gruppe der 25 bis unter 35-jährigen ohne Berufsabschluss. In Schleswig-Holstein gibt es 11.700 ungelernte Arbeitslose in dieser Altersgruppe, die noch 30 bis 40 Jahre Berufsleben vor sich haben und deren Potential wir ‚heben‘ möchten. Die bisherigen Eintrittszahlen zeigen, dass dieser Ansatz genau richtig ist: Seit Beginn der Initiative im Jahr 2013 haben 5.200 aus dieser Altersgruppe das Programm genutzt und eine abschlussorientierte Weiterbildung begonnen.“

Ein Mitschnitt der PK hier:

Zeit für eine Bilanz: Heute PK zum Arbeitsmarkt

RD-Nord-Chefin Haupt-Koopmann und Arbeitsminister Buchholz ziehen heute Bilanz des Jahres 2017 und blicken auf 2018

AgenturDie Daten des schleswig-holsteinischen Arbeitsmarktes sind ähnlich gut in Schuss wie die Tourismuszahlen. Der November hatte die niedrigsten Arbeitslosenzahlen und die höchste Zahl an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seit gut 25 Jahren. Die extreme Welle an Zuwachs durch Geflüchtete blieb 2017 aus – wie hat sich das auf den Arbeits- und Fachkräftemarkt ausgewirkt? Wie geht es absehbar 2018 weiter? Mit welchen Instrumenten wollen und werden das Land und die Bundesagentur für Arbeit (BA) sich für die kommenden 12 Monate aufstellen?

Diese und andere Fragen – etwa zum Ausbildungsmarkt – erörtern heute die Chefin der Regionaldirektion Nord der BA, Margit Haupt-Koopmann, und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz. Vorher stellen sich beide im Rahmen der traditionellen Dezember-Pressekonferenz den Fragen von Journalisten.

Beginn der PK: 12.30 Uhr bei der RD-Nord der BA (Projensdorger Straße)