SH soll Modellregion für autonomes Fahren im ländlichen Raum werden – Startschuss heute in Kiel
Nägele (links) überreicht an Dr. Harald Eifert von der Eura AG einen Förderbescheid des Landes über 350.000 EuroIn einem neu etablierten Innovationsnetzwerk können Autohersteller, Unternehmen, Hochschulen und Kommunen zukunftsweisende Technologien zum autonomen Fahren erproben. Projektentwickler ist die Innovationsberatungsgesellschaft EurA AG. Finanziert wird der Aufbau des Netzwerks aus Fördermitteln des Programms „Innovationsorientierte Netzwerke“ des Landes Schleswig-Holstein.
Wie Verkehrs-Staatssekretär Dr. Frank Nägele heute im Kieler Wissenschaftszentrum zur Auftakt-Veranstaltung sagte, werde das autonome Fahren die Mobilität der Zukunft ermöglichen: Durch die Entwicklung selbstfahrender Autos solle die Verkehrssicherheit drastisch erhöht, die Mobilität in ländlichen Regionen auch bei demographischen Veränderungen erhalten und die Energiewende unterstützt werden. Um gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft das autonome Fahren voranzutreiben, werden Digitale Testfelder durch Fördermittel des Bundes aufgebaut. Neben bereits vorhandenen Teststrecken für das autonome Fahren auf Autobahnen und im städtischen Verkehr will die Landesregierung Schleswig-Holstein ein digitales Testfeld für den ländlichen Raum initiieren – zunächst in Enge-Sande im Kreis Nordfriesland.
„Es gibt in Deutschland an anderen Orten schon eine Reihe von Initiativen, die sich mit dem Thema beschäftigen, aber das autonome Fahren im ländlichen Raum ist eine Nische, in der große Chancen für Schleswig-Holstein stecken“, sagt Nägele. Sein Haus werde sich deshalb massiv für eine Förderung des Bundes als Digitales Testfeld „Ländlicher Raum“ einsetzen.
Im Gespräch mit Journalisten sagte Nägele weiter
(Audiopfeil klicken)
Das Netzwerkprojekt soll zur Realisierung der Vorteile des autonomen und elektrischen Fahrens auf dem Land und in Tourismusregionen beitragen. „Gerade in ländlichen Regionen könnte durch autonome Fahrzeuge etwa für ältere Menschen eine neue Perspektive für die eigene Mobilität entstehen. Und auch im öffentlichen Personennahverkehr und im Tourismus ergeben sich komplett neue Geschäftsmodelle“, so Projektleiter Ralph Hirschberg von der EurA AG.
Ziel des Vorhabens ist es, in einem interdisziplinären Netzwerk aus Vertretern der Wirtschaft, Forschung, Verbänden und Kommunen eine Modellregion für die Entwicklung und Erprobung autonomer und teilautonomer Elektrofahrzeuge konzeptionell vorzubereiten. Interessenten aus Schleswig-Holstein, aus anderen Bundesländern und dem europäischen Ausland sind eingeladen, an diesem Entwicklungsvorhaben teilzunehmen. Das vom Land mit 350.000 Euro geförderte Kooperationsnetzwerk ist zunächst auf zwei Jahre angelegt.
„Schleswig-Holstein ist der ideale Standort für eine Modellregion des autonomen Fahrens mit dem Schwerpunkt Elektromobilität“, betont Dr. Harald Eifert, Vorstandsmitglied der EurA AG. „Die geplanten Fahrzeuge sollen mit Strom aus den Windkraftanlagen vor Ort betrieben werden. Außerdem ist das Bundesland geprägt von ländlicher Struktur und weist Tourismusregionen an zwei Küsten auf.“
Die EurA AG, die ihren Hauptsitz im Baden-Württembergischen Ellwangen hat, gründete für die Umsetzung des Vorhabens ein Projektbüro im Schleswig-Holsteinischen Enge-Sande. Dieses befindet sich auf dem GreenTEC-Campus – einem Gewerbegebiet, das speziell für Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien und Elektromobilität eingerichtet wurde.
2. Industriekongress: 29-Punkte- Fahrplan zu mehr Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung im echten Norden
Volles Haus in der Halle 400 an der Kieler Hörn: Rund 250 Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung, Hochschulen und Vebänden folgten den Ergebnissen der Arbeitsgruppen
Mit 29 Handlungsempfehlungen für die Bereiche Energie, Maritime Wirtschaft, Digitalisierung, Fachkräfte und Marketing hat das vor knapp anderthalb Jahren geschlossene „Bündnis für Industrie.SH“ Eckpfeiler für die weitere Entwicklung des Industriestandortes Schleswig-Holstein gesetzt. Bei der Eröffnung des zweiten Industriepolitischen Kongresses der Landesregierung bezeichnete Ministerpräsident Torsten Albig die in mehrmonatiger Arbeit entstandenen Handlungsempfehlungen heute in Kiel als „großartige Gemeinschaftsleistung von Wirtschaft, Gewerkschaften, Hochschulen, Kammern, Verbänden und Politik“.
„Dieses bundesweit beispiellose Bündnis trägt mit seiner Arbeit zu einer aktiven Industriepolitik bei, die – trotz manchen Rückschlags – die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe weiter stärken wird“, so der Ministerpräsident. Gemeinsam müssten die Partner nun unter anderem dafür sorgen, auch die Potenziale der digitalen Revolution in Deutschland auszuschöpfen. Albig: „Auch das ist aktive Industriepolitik. Es geht darum, Industrie – die schon lange nichts mehr mit Lärm und rauchenden Schloten zu tun hat – im Land zu halten und auszubauen. In der Industrie trifft Tradition auf Moderne.“ Das produzierende Gewerbe trage aktuell mit elf Milliarden Euro Jahresumsatz gut 15 Prozent zur Wertschöpfung im echten Norden bei. „Es geht um 140.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Und für die setzen wir uns ein“, so der Regierungschef.
Meyer sagte nach der Konferenz im Gespräch mit Journalisten
(Audiopfeil klicken)
Nach den Worten von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zeichne sich das „Bündnis für Industrie.SH“ im Vergleich zu anderen Bundesländern unter anderem dadurch aus, dass die erneuerbaren Energien, insbesondere die Windenergie, einen großen Schwerpunkt bilden: „Wir wollen dabei kein Entwicklungsland sein, das nur sauberen Strom produziert und exportiert, sondern ihn veredeln und daraus Wachstum und Beschäftigung generieren“ Mit Blick auf die geplante Schließung der Senvion-Produktion in Husum sagte Meyer: „Es wird – vor allem durch den steigenden Wettbewerb – immer wieder schmerzhafte Anpassungen geben. Aber klar ist auch: Wir haben den Weg zur Energiewende gerade einmal zu einem Drittel zurückgelegt, die technologischen wie wirtschaftlichen Spielräume bis zur Umsetzung der Klimaschutzziele sind also bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.“
Bündnispartner: Michael Thomas Fröhlich vom UV-Nord, Meinhard Geiken (IG Metall Nord), Meyer und Ministerpräsident Albig
Das „Bündnis für Industrie.SH“ war Ende 2015 auf Grundlage des industriepolitischen Leitbilds des Landes geschmiedet worden. Anschließend hatten fünf Fachgruppen nach und nach die Empfehlungen an die Landespolitik erarbeitet. Zum Industriebündnis gehören neben dem Land der DGB Nord, der UV Nord, die IG Metall Küste, die IHK Schleswig-Holstein sowie die vier Industrieverbände Nordmetall, Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbauer (VDMA), Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) sowie der Bundesverband Windenergie in Schleswig-Holstein.
Als Beispiele für die Handlungsempfehlungen der Arbeitsgruppen nannte Meyer die Entwicklung und Produktion von Speicher- und so genannten Dekarbonisierungstechnologien, aber auch das Engagement für den Einsatz für verflüssigtes Gas (LNG) als ressourcenschonender Brenn- und Treibstoff. Er erinnerte an die aussichtsreichen Verhandlungen mit einem niederländischen Energiekonzern zur Errichtung eines LNG-Terminals in Brunsbüttel. Auch das mit Hamburg gemeinsam auf den Weg gebrachte Energiewendeprojekt NEW 4.0, an dem über 60 Unternehmen beteiligt seien, biete die große Chance, wissenschaftliche Erkenntnisse auf diesem Feld in konkrete Energiepolitik und Wertschöpfung umzusetzen.
Als ein weiteres herausragendes Arbeitsfeld für die kommenden Jahre bezeichnete Meyer die unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ zusammengefassten Handlungsempfehlungen: „Die Digitalisierung der Wirtschaft, die zu einer hochkomplexen Arbeitsteilung führen wird, ist einer der zentralen Treiber unserer wirtschaftlichen Entwicklung. Darum haben wir in unserer Landesentwicklungsstrategie festgelegt, dass wir vor allem unsere kleinen Unternehmen bei der Digitalisierung und den daraus resultierenden neuen Geschäfts- und Produktionsmodellen unterstützen.“ Ein Schlüsselprojekt sei das vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützte „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum“. Das Bündnis werde dieses Kompetenzzentrum nicht nur für Betriebe öffnen, sondern auch für Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften, so Meyer.
UV-Nord-Chef Fröhlich und Meinhard Geiken von der IG-Metall zogen nach dem Kongress folgendes Fazit..
Geiken (Audiopfeil klicken)
Fröhlich (Audiopfeil klicken)
Mit Blick auf die Maritime Industrie, die mit 18.000 Beschäftigten in 140 Unternehmen vier Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet, sehen die Autoren der 29 Handlungsempfehlungen unter anderem Verbesserungsbedarf bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand, bei Schiffbaufinanzierungen, aber auch bei der Forschungskooperation zwischen Werften, Zulieferern und Hochschulen. Meyer kündigte an, eine Handlungsempfehlung zum Kieler Marinearsenal rasch anzugehen. Denn nach Einschätzung der Bündnis-Fachleute birgt eine Reaktivierung des Arsenals erhebliches Potenzial. Vorgeschlagen wird unter anderem die Einrichtung eines „Reaktions-Docks“, um Reedern spontan und kurzfristig Reparaturen ihrer Flotten anbieten zu können.
Abschlussbericht inklusive aller Handlungsempfehlungen: Abschlussbericht
Meyers Statement beim Abschluss-Pressegespräch in der Halle 400 hier als aufgezeichneter Live-Mitschnitt: zum Video
So berichtet der sh:z in seiner Sonnabendausgabe:
Und bei der Aktuellen Stunde des Landtags zum Thema Industriepolitik sagte Meyer am 22 März:
SH investiert 2017 rund 37 Millionen Euro in Straßensanierung in Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg
Meyer beim Besuch in Heide mit Kollegen der Straßenmeisterei und Meiterei-Leiter Ulf Jacobsen (rechts) sowie LBV-SH-Niederlassungsleiter Kai-Uwe Schacht
Ab kommendem Monat rollen auf den Straßen in Dithmarschen, Steinburg, Pinneberg sowie in Teilen von Segeberg die Bagger: Gemeinsam mit dem zuständigen Niederlassungsleiter des LBV-SH in Itzehoe, Kai-Uwe Schacht, stellte Verkehrsminister Reinhard Meyer heute in Heide das Baustellen-Programm für 2017 vor. Insgesamt werden von geplanten 37 Millionen Euro Gesamtinvestitionen ab April rund 26 Millionen Euro im Bereich der Kreise Dithmarschen und Steinburg sowie elf Millionen Euro im Bereich des Kreises Pinneberg und einem Teilbereich des Kreises Segeberg verbaut.
Meyer sagte zum Bauprogramm
(Audiopfeil klicken)
„Wir wissen, dass wir damit einmal mehr viele Anwohner, Pendler und Gewerbetreibende vor eine Geduldsprobe stellen – aber die Sanierungen sind unvermeidlich, wenn die Westküste auch noch in zehn Jahren sicher und gut vernetzt sein will“, sagte Meyer. Sämtliche Vorhaben seien gut aufeinander abgestimmt, um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Zudem werden die Anwohner der einzelnen Baustellen rechtzeitig angesprochen und auch über mögliche Umleitungen informiert.
LBV-Niederlassungsleiter Schacht (stehend) erläutert dem Minister und Journalisten das Baustellen-Programm 2017 für die Westküstenkreise Dithmarschen, Steinburg, Pinneberg.
Nach den Worten von Schacht liegt der Schwerpunkt der Sanierungen in diesem Jahr eindeutig bei den Bundes- und Landesstraßen, aber auch ein Teil der Autobahn A 23 werde repariert. Dort stehen größere Fahrbahnerneuerungen zwischen Alberdorf und Heide-Süd sowie zwischen der Landesgrenze zu Hamburg bei Eidelstedt und Rellingen auf den Plan. Allein dieses Projekt, das bis zum Ende August 2017 abgeschlossen werden soll, ist mit Kosten in Höhe von vier Millionen Euro veranschlagt. Der Verkehr beider Fahrtrichtungen wird während der Bauzeit gemeinsam auf der Richtungsfahrbahn Hamburg geführt. Hierbei werden in Fahrtrichtung Heide zwei Fahrstreifen zur Verfügung stehen und ein Fahrstreifen in Richtung Hamburg.
Eines der größten Projekte bei den Bundesstraßen: Die B 203 im Norden Dithmarschens wird zwischen Büsum und Westerdeichstrich und auf einer Länge von knapp neun Kilometern zwischen Gaushorn und Lüdersbüttel grundhaft saniert. Im Großraum Büsum müssen die Verkehrsteilnehmer vom 11. September bis Ende Oktobermit einer Vollsperrung rechnen. Auf der B 203 zwischen Gaushorn und Lüdersbüttel starten die Bauarbeiten bereits am12. Juni und sollen Mitte August beendet sein. Auch hier muss die Straße voll gesperrt werden. Die örtliche Umleitung erfolgt auf den benachbarten Landes- und Kreisstraßen.
In den Kreisen Pinneberg und Steinburg wird laut Schacht insbesondere der Streckenzug der B 431 zwischen Wedel und Holm, Elmshorn und Glückstadt sowie im Bereich St. Margarethen angepackt. Insgesamt stehen hier knapp 18 Kilometer Bundesstraße zur Erneuerung an. „Alles in allem investieren wir in diesem Jahr in die Bundesstraßen der drei Kreise rund 20 Millionen Euro“, sagt Meyer.
Nachdem bereits Mitte 2016 der dreistreifige Ausbau der B 5 zwischen Itzehoe und Wilster mit einer ersten Brückenbaumaßnahme bei Wilster angelaufen war, folgt der nächste größere Straßenbauabschnitt im Herbst dieses Jahres. „Mit diesen Maßnahmen wird die Anbindung der Westküste verbessert und damit zugleich die Wirtschaftskraft und der Tourismus in der Region gestärkt“, so Meyer.
Auch das Land investiere kräftig in die Westküstenregion. So stehe auf der Prioritätenliste für die Landesstraßen in diesem Jahr in Dithmarschen neben der L 138 Brunsbüttel-Eddelak auch die L 149 mit zwei Abschnitten zwischen Glüsing und Schalkholz sowie zwischen Tellingstedt und Immenstedt.
Im Kreis Pinneberg haben die Straßenbauer vor allem die Fahrbahnerneuerung der L 75 als wichtige West-Ost-Verbindung zwischen Elmshorn und Henstedt-Ulzburg im Auftragsbuch. Mit der nahezu durchgehenden Erneuerung dieser Strecke wurde bereits 2016 begonnen; sie soll bis 2018 abgeschlossen sein.
Wie Meyer weiter sagte, wende das Land für die Fahrbahnerneuerungen auf den Landesstraßen im Bereich der LBV-SH-Niederlassung Itzehoe insgesamt gut zwölf Millionen Euro auf: „Mit der Umsetzung dieser Projekte treiben wir nach einer klaren Prioritätenliste die dringend erforderliche Sanierung des Landesstraßennetzes weiter voran.“
Nägele sichert LBV-SH-Belegschaft Zuständigkeit für Bundesstraßennetz und Erhalt der regionalen Struktur zu
Der ab 2021 geplante Start einer Bundesinfrastrukturgesellschaft wird nach den Worten von Verkehrs-Staatssekretär Dr. Frank Nägele die regionale Struktur des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) nicht gefährden. „Unser heutiger Landesbetrieb gibt dann zwar die Zuständigkeit für die 538 Autobahn-Kilometer im echten Norden ab, bleibt aber für 1545 Kilometer Bundesstraßen und 3667 Kilometer Landesstraßen ebenso zuständig wie für weit über 4000 Kilometer Kreisstraßen“, sagte Nägele heute in den Neumünsteraner Holstenhallen bei einer Mitarbeiterversammlung des LBV-SH.
Damit begegnete der Staatssekretär Befürchtungen, dass das Land auch die Bundesstraßen in die Obhut des Bundes geben könnte. Zudem versicherte Nägele, dass die regionale Struktur des Landesbetriebs mit seinen rund 1400 Beamten und Angestellten ebenso erhalten bleibe wie die bisherigen Standorte, die nicht an den Bund übergehen. Für gemischte Meistereien bedürfe es „passgenauer Lösungen“. „Mit dieser Regierung wird es auch keine Privatisierung des Landesbetriebs geben“, so Nägele.
Hintergrund der Diskussion ist der im Oktober letzten Jahres gefasste Beschluss zur Neuregelung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen. Darin wurde in einem Spitzengespräch der Länder-Regierungschefs mit der Bundeskanzlerin unter anderem festgelegt, dass die Länder ihre bisherige Zuständigkeit für die Autobahnen abgeben und die Aufgabe einer neu zu gründenden bundeseigenen Infrastrukturgesellschaft übertragen wird.
Wie Nägele vor rund 450 LBV-SH-Mitarbeitern aus dem Bereich „Straßen- und Unterhaltungsdienst“ weiter sagte, werde das Land eine Vereinbarung mit der Personalvertretung für sämtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schließen, die auch in Zukunft beim LBV-SH bleiben wollen. Darin werde unter anderem eine Weiterbeschäftigungsgarantie und eine sehr weitreichende Standortgarantie festgeschrieben.
„Auch wenn die Diskussion um die neue Infrastrukturgesellschaft Teile der Belegschaft zweifellos verunsichert, steht für uns als Land außer Frage, dass wir auch über 2021 hinaus einen schlagkräftigen Landesbetrieb brauchen und haben werden“, so Nägele.
Meyers Sechs-Punkte-Plan zur Beschleunigung von Planung und Bau großer Infrastrukturvorhaben
Zeitraubende Abstimmungen, starre Planungswege, langwierige Klageverfahren: Im Vergleich zu anderen EU-Ländern wie etwa Dänemark oder die Niederlande geht der Bau von Infrastrukturvorhaben in Deutschland oft nur im Schneckentempo voran.
Als Mitglied der „Bodewig-II-Kommission“ war Verkehrsminister Reinhard Meyer bereits 2015 und 2016 an der Entwicklung von Vorschlägen zur Planungsbeschleunigung beteiligt – seither hat er mit externen Beratern und Fachleuten seines Ministeriums noch einmal nachgelegt: „Wenn wir beim Bau von Straßen, Brücken, Tunneln, Schienen- und Wasserwegen wirklich vorankommen wollen, dann müssen wir den Mut aufbringen, bewährte Trampelpfade zu verlassen und über die Bodewig-Vorschläge teilweise noch deutlich hinauszugehen“, sagte Meyer heute in Kiel – unter anderem gestützt auf eine Expertise der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO AG.
Der Minister sagte im Gespräch mit Anna Grusnick (Welle Nord) und Andreas Otto (RSH)
Audiopfeil klicken
Meyers drei Kernforderungen an den Bund:
Die vollständige Abschaffung der seit Jahrzehnten üblichen Praxis, wonach sämtliche Entwurfsplanungen der Länder für Bundesfernstraßenprojekte vom Bund in bis zu zwei Jahre andauernden Prozeduren überprüft werden müssen. (so genannter „Gesehen-Vermerk“)
Eine weitere Verschlankung der Instanzenwege. Und zwar über die geltende Regelung hinaus, dass bestimmte Großprojekte – etwa der Neubau der Rader Brücke oder die A 20 – nur direkt beim Bundesverwaltungsgericht beklagt werden können.
Anhebung der seit 1971 unveränderten Quote, wonach der Bund den Ländern lediglich drei Prozent der Planungskosten für ein Projekt erstattet, obwohl der Anteil der Planungskosten bei Bauprojekten längst bis zu 20 Prozent beträgt.
Darüber hinaus sieht Meyer – vor allem vor dem Hintergrund der geplanten Gründung einer Bundesinfrastrukturgesellschaft – auch die Länder in der Pflicht. Für Schleswig-Holstein plädieren Meyer und seine Fachleute für:
den stärkeren Einsatz digitaler Möglichkeiten bei Projektplanungen und damit die Überwindung der oft zeitraubenden unterschiedlichen technischen Schnittstellen auf dem Weg von einem ersten Entwurf zur fertigen Planung. Auf diese Weise können etwa dreidimensionale Bauwerkssimulationen erstellt werden und von vorn herein dabei helfen, Alternativen zu erstellen und Planungslücken zu erkennen.
ein Fair-Play-Abkommen mit den Naturschutzverbänden, in dem sich Land und Verbände projektunabhängig auf Regelungen verständigen, um so vor allem Klagen zu einem sehr späten Zeitpunkt im Planungsverfahren zu verhindern.
die Gründung eines „Kompetenzzentrums Planung“ beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH). Auf diese Weise soll unter anderem angesichts der zunehmenden Einschaltung von Ingenieurbüros ein einheitliches Projektmanagement gewährleistet werden. „Denn durch die Bundesfernstraßengesellschaft wird sich unser Landesbetrieb verändern und sich in Zukunft vor allem auf Planung und Bau von Bundes- und Landesstraßen sowie absehbar auch größere Kreisstraßen konzentrieren“, so Meyer.
Mit Blick auf seine Forderung, die Praxis des so genannten „Gesehen-Vermerks“ ersatzlos zu streichen, würde der Bund nach den Worten von Meyer vor allem den Gedanken der Bodewig-Kommission konsequent umsetzten, wonach die „Auftragsverwaltung“ der Länder sich hin zu einer „Auftragsverantwortung“ entwickeln müsse. Zwar habe der Bund die Projektsummen für die Notwendigkeit eines solchen Vermerks in den letzten Jahren immer mal wieder angehoben. „Aber nur bei einer vollständigen Abschaffung könnten wir für jedes größere Einzelprojekt bis zu zwei Jahre Zeit sparen“, so der Minister.
Im Hinblick auf die weitere Verkürzung von Instanzenwegen plädiert Meyer für eine grundlegende Reform auf Ebene der Justizminister in Bund und Ländern. So sei einerseits eine massive personelle Aufstockung der Senate beim Bundesverwaltungsgericht erforderlich, um die Verfahren in angemessener Zeit zu bearbeiten. Andererseits müsse eine Regelung getroffen werden, nach der für bestimmten Planungsständen eine Art Rechtsschutz gewährt werde. „Es kann nicht länger sein“, so Meyer, „dass nahezu fertige Planungen für Autobahnabschnitte wie bei der A 20 oder die Vertiefung der Elbe noch einmal vollständig ins Rutschen geraten, weil beispielsweise im Nachhinein von der Europäischen Union Wasserrahmenrichtlinien erlassen werden, mit denen die Länder juristisch völliges Neuland betreten.“
Lübecker Hafen stemmt sich gegen Umschlageinbußen – Meyer erneuert Aufruf zum Bündnis
Jahrelang galt die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) als die Vorzeigegesellschaft der Hansestadt Lübeck. Anders als andere städtische Gesellschaften erwirtschaftete der kommunale Hafenbetreiber Jahr für Jahr satte Gewinne. Diese Zeiten sind vorbei. Die LHG kämpfte mit sinkenden Umschlagzahlen und macht Verluste. Manche Experten warnen gar: Wenn sich nichts ändert, könnte das Kapital Ende 2018 aufgebraucht sein.
«Von einer Pleite kann keine Rede sein. Die LHG befindet sich in einem Prozess der notwendigen Strukturanpassung und wird ihn kontinuierlich den jeweiligen Notwendigkeiten anpassen», sagt der Geschäftsführer der LHG, Sebastian Jürgens. Er gibt aber zu: «Im Jahr 2016 haben wir rund 21 Millionen Tonnen umgeschlagen, etwa fünf Prozent weniger als 2015.»
Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der im vergangenen Jahr bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte, um mögliche Synergien mit dem überaus erfolgreichen Kieler Seehafen auszuloten, erneuerte sein Gesprächsangebot. „Wenn Lübeck es wünscht, dann schmieden wir gemeinsam ein Hafenbündnis für die Hansestadt.“
Er sagte im Gespräch mit Sat 1 weiter
(Audiopfeil klicken)
Damit setzt sich ein Trend fort, der 2009 begonnen hat. Als Folge der Wirtschaftskrise brach der Umschlag im gesamten Lübecker Hafen um 16,4 Prozent ein – von rund 31,5 Millionen Tonnen 2008 auf knapp 26,4 Millionen Tonnen 2009. In den folgenden Jahren pendelten sich die Zahlen auf diesem niedrigeren Niveau ein, um 2015 erneut um 4,4 Prozent einzubrechen. Neben dem öffentlichen Hafenbetreiber LHG gibt es noch vier private Betreiber, die größte davon ist die Lehmann GmbH.
Zur Stunde beschäftigt sich der Hauptausschuss der Hansestadt Lübeck in nicht-öffentlicher Sitzung ausführlich mit den Problemen des Hafens und möglichen Lösungen beschäftigen. Dazu könnte ein Verzicht der Stadt auf Pachtzahlungen der LHG gehören. Auch ein Gesundschrumpfen durch Aufgabe eines Terminals steht zur Diskussion.
Der rückläufige Umschlag schlägt sich auch in der Bilanz der Hafen-Gesellschaft nieder, die zu 62,5 Prozent der Hansestadt Lübeck und zu 37,5 Prozent eine Tochter der Deutschen Bank gehört. 2014 betrug das Defizit 1,3 Millionen Euro, 2015 waren es schon 3,6 Millionen Euro. Berichte, wonach das Minus 2016 bereits bei sechs Millionen Euro liegen soll, wollte Jürgens nicht kommentieren. «Der Abschluss 2016 ist noch nicht veröffentlicht», ließ er schriftlich mitteilen. Auch Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) hält sich bedeckt. Das sei Sache der Geschäftsführung, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
In der Wirtschaftskrise von 2009 sehen die Verantwortlichen einen der Gründe für die Probleme. Außerdem hat die LHG in den Jahren 2014 und 2015 insgesamt drei Großkunden und damit jede Menge Papierumschlag an die Häfen Rostock und Kiel verloren. Die Vermutung, häufige Streiks der Hafenarbeiter könnten die Kunden vertrieben haben, weist Jürgens jedoch entschieden zurück. «In den vergangenen drei Jahren hat es nur einen Streiktag an allen unseren Terminals gegeben», sagt er.
Um den Hafen wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen, drängen LHG und Politik auf den raschen Abschluss eines Sanierungstarifvertrages für die knapp 500 Beschäftigten. Diese Eile ärgert Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Berith Jordan. «Es laufen gute Gespräche zwischen Arbeitgeber, Gewerkschaft und Betriebsrat, aber mehr noch nicht», sagt sie.
Land und Hamburger Hochbahn investieren Millionen in barrierefreie U1-Haltestellen in Stormarn
Meyer und Stormarns Landrat Dr. Henning Görtz (links) sowie Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach durchschneiden vor der neuen Lift-Anlage das Band
Großer Bahnhof auf der U1 in den Walddörfern: Gemeinsam mit Verkehrsminister Reinhard Meyer, Landrat Dr. Henning Görtz, Bürgermeister der Stadt Ahrensburg Michael Sarach sowie Jens Heinrich und Janhinnerk Voß, Bürgervorsteher und Bürgermeister der Gemeinde Großhansdorf, konnte Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) heute das Großprojekt „U1 Walddörfer“ erfolgreich abschließen.
Symbolischer Schlusspunkt eines der größten HOCHBAHN-Projekte der letzten Jahrzehnte war die offizielle Inbetriebnahme der Aufzüge auf gleich drei
U1-Haltestellen: Ahrensburg Ost, Ahrensburg West und Schmalenbeck. Ab sofort bieten alle diese Haltestellen auch älteren Menschen, Eltern mit Kinderwagen und Fährgästen mit Handicap einen einfachen und bequemen Zugang zur U-Bahn.
Verkehrsminister Reinhard Meyer: dankte der Hochbahn für die konsequente Umsetzung barrierefreier Haltepunkte „Die U1 ist mit 55 Kilometern die längste U-Bahn Deutschlands, darum ist es überaus erfreulich, dass sie eine Vorreiterrolle für das Thema Barriefrefreiheit übernimmt“, sagte Meyer. Er erinnerte auch an die große verkehrliche Bedeutung für Schleswig-Holstein: „Gut 40.000 Menschen pendeln täglich zwischen dem Kreis Stormarn und der Hansestadt Hamburg – dabei ist die U1 eine der wichtigsten Linien, die wir jährlich gern mit zwei Millionen Euro unterstützen.“
Meyer sagte weiter
(Audiopfeil klicken)
Jens-Günter Lang, Technik-Vorstand der HOCHBAHN: „Der barrierefreie Ausbau von insgesamt sechs Haltestellen auf dem nordöstlichen Ast der U1, die Erneuerung und Instandsetzung von sieben Brücken sowie umfangreiche Gleisbauarbeiten in weniger als einem Jahr waren ein echter Kraftakt. Der termingerechte Abschluss innerhalb des geplanten Kostenrahmens war ein echtes Teamergebnis aller Beteiligten, auf das wir stolz sind.“
Anfang April 2016 startete das Großprojekt. Um die Haltestellen barrierefrei zu gestalten, wurden neben Aufzügen auch taktile Leitsysteme für sehbehinderte Menschen eingebaut und die Bahnsteige erhöht. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und den Anforderungen des Denkmalschutzes (alle drei Haltestellen sind als „Einfaches Kulturdenkmal“ klassifiziert“) mussten und konnten für alle Haltestelle spezifische Lösungen gefunden werden.
Ahrensburg West: Einbau eines Aufzugs am Haltestellengebäude. Die Zuwegung erforderte hier eine Verlängerung des Bahnsteiges und eine Verschwenkung der Gleise. Im Zuge der Bauarbeiten wurde zudem ein neuer Fahrgastunterstand im erhöhten Bahnsteigbereich errichtet, der Fahrgäste künftig noch besser vor Wind und Wetter schützt. Die Investitionssume betrug zwei Millionen Euro. Gefördert wurde das Projekt durch das Land (NAH.SH GmbH), den Kreis Stormarn und die Stadt Ahrensburg. Die Haltestelle wird täglich von rund 3 000 Fahrgästen genutzt.
Ahrensburg Ost: Anbau eines Aufzuges mit eigenem Aufzugturm und Verbindungs-bauwerk zum Bahnsteig. Das Haltestellengebäude erhielt im Zuge der Bauarbeiten eine Auffrischung und wurde mit elektrischen Türen ausgestattet, der Vorplatz wurde gleichzeitig neu gestaltet. Die Investitionssume betrug 1,4 Millionen Euro. Gefördert wurde das Projekt durch das Land (NAH.SH GmbH), den Kreis Stormarn und die Stadt Ahrensburg. Pro Tag nutzen rund 1 500 Fahrgäste die Haltestelle.
Schmalenbeck: Neubau von zwei Aufzügen und einer Verbindungsbrücke zwischen Haltestellengebäude und Bahnsteig. Auch hier wurde im Zuge der Bauarbeiten ein neuer Fahrgastunterstand im erhöhten Bahnsteigbereich errichtet. Das Haltestellengebäude erhielt ebenfalls elektrische Türen. Die Investitionssume betrug 2,4 Millionen Euro. Gefördert wurde das Projekt durch das Land (NAH.SH GmbH), den Kreis Stormarn und die Gemeinde Großhansdorf. Knapp 1 700 Fahrgäste nutzen die Haltestelle täglich.
Dr. Henning Görtz: Barrierefreie Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb ist dies ein wichtiges Projekt für den Kreis Stormarn.
Michael Sarach: In Ahrensburg steht das Thema Barrierefreiheit seit Jahren auf der Agenda. Dass jetzt auch die U1, eine wichtige Lebensader der Stadt, barrierefrei zugänglich ist, unterstützt uns dabei enorm.
Janhinnerk Voß: Der barrierefreie Zugang zur Haltestelle Schmalenbeck macht das Leben für viele Menschen leichter – für mobilitätseingeschränkte Menschen ebenso wie für Senioren und Familien mit Kindern. Das ist gut.“
Meyer stellt Lauenburger Straßenbauprojekte 2017 vor und erläutert Schrittfolge geplanter Ortsumgehungen
Meyer (rechts) mit den beiden Straßenbau-Experten aus Lübeck: Bitta Lüth und Jens Sommerburg
Weiterer kräftiger Investitionsschub in das Landes- und Bundesstraßennetz im Lauenburgischen: Von den für dieses Jahr geplanten rund 68 Millionen Euro Investitionsmitteln für den Straßen- und Brückenbau der Niederlassung Lübeck des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) werden allein rund 11,5 Millionen Euro auf dem Gebiet des Kreises Herzogtum-Lauenburg verbaut. Das sagte LBV-SH Niederlassungsleiter Jens Sommerburg heute anlässlich eines Besuchs von Verkehrsminister Reinhard Meyer in der Straßenmeisterei Breitenfelde vor Journalisten.
Größte Brocken bei den parallel laufenden Fernstraßenprojekten sind insbesondere die Sanierung der B 207 zwischen Breitenfelde und Mölln-Nord sowie die L 200 zwischen Wentorf a.S. und Koberg mit zusammen rund 8,2 Millionen Euro Baukosten. Mit dem Bau der B 207 soll voraussichtlich Ende Mai begonnen werden, die im vergangenen Herbst begonnene Sanierung der L 200 wird fortgesetzt und voraussichtlich im November 2017 abgeschlossen sein. Dieses Projekt wird in Einzelabschnitten ausgeführt, um in den Sommerferien die L 220 zwischen Koberg und Nusse sanieren zu können. Mit Fertigstellung der L 200 ist dann mit der in 2015 durchgeführten Erneuerung der gesamte Streckenzug von der L 92 bis Lauenburg wieder in einen guten Zustand versetzt.
Meyer sagte zu den Einzelprojekten
(Audiopfeil klicken)
Für Wentorf bei Hamburg stellt nach den Worten von Meyer zudem die geplante Erneuerung der L 222 in Wentorf ein wichtiges Bauprojekt dar, da im Rahmen einer Gemeinschaftsmaßnahme der Gemeinde Wentorf mit dem Land unter Federführung der Gemeinde nicht nur die Fahrbahn saniert wird, sondern auch die dringend erforderliche Erneuerung und Ergänzung der Entwässerungsleitungen in Angriff genommen werden kann. Die Gesamtkosten des Projektes betragen rund 1,7 Millionen Euro, von denen das Land einen Anteil in Höhe von rund 565.000 Euro trägt.
Auch der Energiewende und der Förderung der Elektromobilität wird im Rahmen der Stellplatzerneuerung auf der Tank- und Rastanlage Gudow Nord an der A 24 Rechnung getragen. Im Zusammenhang mit den dort stattfindenden Straßenbauarbeiten an den Parkplätzen werden vier Pkw-Stellplätze mit zwei Schnellladesäulen zum Aufladen der Fahrzeugakkus umgestaltet. Dieses Projekt ist eine Gemeinschaftsmaßnahme zwischen der Tank- und Rast AG und dem Bund.
Meyer: „Mit diesen und weiteren Bauvorhaben können wir die dringend nötige Sanierung unseres Straßennetzes weiter vorantreiben und damit Pendlern, dem Logistikgewerbe und anderen Wirtschaftszweigen für die Zukunft ein solides Netz zur Verfügung stellen.“
Meyer und Sommerburg erinnerten daran, dass sämtliche Bauvorhaben eng mit allen Beteiligten abgestimmt werden, um die verkehrlichen Beeinträchtigungen für die Anlieger wie Verkehrsteilnehmer während der Bauzeit so gering wie möglich zu halten. Beide baten die Anwohner und Verkehrsteilnehmer sowie das Speditionsgewerbe um Verständnis und Geduld: „Wir brauchen eine intakte Infrastruktur und werden sie herstellen, aber dafür sind zeitweise Beeinträchtigungen leider unvermeidlich“, so Meyer.
Senvion stellt Produktion in Husum ein – Meyer fordert Sozialplan sowie Beschäftigungsgesellschaft
Ein Bild aus besseren Tagen: Der Senvion-Stand auf der „Husum-Wind“-Messe
Der Windkraftanlagen-Hersteller Senvion will in diesem Jahr in Deutschland rund 730 Arbeitsplätze streichen. Die Konzernholding begründete die Einschnitte heute mit einem stärker werdenden Wettbewerbs- und Preisdruck. Deshalb sollen Teile der Produktion verlagert und Standorte in Deutschland geschlossen werden, wie die Luxemburger Senvion S.A. mitteilte. Der Vorstand will durch die Umstrukturierung jährlich rund 40 Millionen Euro einsparen.
Wirtschaftsminister Reinhard Meyer bedauerte die Entscheidung, die das Land weder mit Zuschüssen noch mit Finanzierungsangeboten hätte umkehren können. Als globaler Finanzinvestor wolle die Senvion S.A. die Braut hübsch machen und mit guten Zahlen verkaufen. Meyer forderte das Unternehmen auf, unverzüglich Maßnahmen für die Belegschaft zu ergreifen – vom Sozialplan bis zur Qualifizierungsgesellschaft.
Meyer sagte dazu weiter
(Audiopfeil klicken)
Nach den Worten von Meyer stehe das Land mit seinen Förderinstrumenten bereit, um Anschluss-Lösungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Mit Blick auf den Industriezweig Windkraft erinnerte Meyer zudem an die Bedeutung von Innovationsführerschaft in dem Markt. Die Hersteller müssten sich für die nächste Phase der Energiewende rüsten und nicht nur Hardware liefern, sondern Anbieter von Systemdienstleistungen inklusive der Power-to-X-Technologie werden.
Nach Angaben von Senvion sollen im Ausland 50 Stellen wegfallen. Da aber auch rund 120 Stellen aufgebaut werden, fallen unter dem Strich rund 660 Vollzeit-Stellen weg, wie Vorstandschef Jürgen Geißinger der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg erläuterte.
Dicht gemacht werden neben Husum auch die Betriebsstätte in Trampe (Brandenburg) sowie der Standort der PowerBlades GmbH in Bremerhaven. In Husum seien 100 Mitarbeiter direkt betroffen. Rund 120 Beschäftigten aus dem Service soll angeboten werden, an den Service-Standort Schleswig mit bisher nur zehn 10 Beschäftigten zu wechseln.
Von den 253 betroffenen Mitarbeitern in der Bremerhavener Rotorblätter-Fertigung will Senvion Angestellte in die Gondel-Produktion (220 Beschäftigte) übernehmen. Mit den Arbeitnehmervertretern sollen zeitnah Gespräche für einen Sozialplan aufgenommen werden. Das größte Senvion-Werk für Rotorblätter steht in Portugal, es hat rund 500 Mitarbeiter.
Windkraftanlagen-Produktion bei Senvion in Husum
«Der Stellenabbau ist leider unvermeidlich, um das Unternehmen als Ganzes mit seinen dann rund 4100 Arbeitsplätzen zukunftsfähig zu erhalten», sagte Geißinger. Senvion habe in den vergangenen beiden Jahren bereits Abläufe verbessert, Investitionen getätigt und neue Produkte entwickelt. Aber allein der für Senvion bislang starke deutsche Markt habe sich von mehr als 5,0 Gigawatt 2015 installierter Leistung auf 2,8 Gigawatt fast halbiert. «Die Preise haben sich in den vergangenen Jahren um rund 40 Prozent reduziert», sagte Geißinger.
Er will vor allem in Übersee – Südamerika, Australien, Indien sowie den USA – mit Anlagen für den Niedrigwindbereich expandieren. «Ich bin überzeugt, dass wir mit deutscher Technologie die Energiewende auch global zum Erfolg führen», sagte Geißinger. Der mit der Produktentwicklung beschäftigte Standort Osterrönfeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ist den Angaben zufolge kaum vom Stellenabbau betroffen, seinen Verwaltungssitz hat das Unternehmen in Hamburg.
In Deutschland habe Senvion einen Marktanteil von 8 Prozent, berichtete Geißinger. Weltweit rangiere das Unternehmen an vierter Stelle im Windenergie-Anlagenmarkt. Die Festaufträge für 2016 lagen bei 1,3 Milliarden Euro. Einschließlich der noch nicht endgültig festgezurrten Abschlüsse betrugen sie 1,765 Milliarden Euro.
Senvion gibt seine Jahreszahlen für 2016 am Donnerstag bekannt.
Meyer und LBV-SH-Leiter Sommerburg geben Ausblick auf Straßenbaustellen 2017 im Breich Lauenburg.
Meyer (rechts) und Sommerburg bei der Baustellen-Erläuterung im vergangenen JahrVon der Deckenreparatur bis zur grundhaften Sanierung: Im Raum Lübeck-Lauenburg stehen in 2017 mit Beginn des Frühjahrs erneut mehrere Dutzend größere und kleinere Straßensanierungen für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag auf dem Plan.
Über die Einzelheiten informiert heute ab 9.30 Uhr in der Straßenmeisterei Breitenfelde (Winkelöhren 3) Verkehrsminister Reinhard Meyer zusammen mit dem zuständigen Niederlassungsleiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV-SH), Jens Sommerburg.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus