Tourismusfachleute und Wirtschaftsminister Meyer präsentieren heute Sparkassen-Tourismusbarometer
Angesichts eines boomenden Tourismus in Schleswig-Holstein diskutieren Fachleute heute Mittag in Kiel über die Perspektiven der Branche. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und der Tourismusverband stellen die Ergebnisse des Sparkassen-Tourismusbarometers 2016 vor. Nachdem 2015 bereits ein Rekordjahr war, ist der Tourismus mit Steigerungsraten auch ins neue Jahr gestartet.
2015 kamen mehr als sieben Millionen Urlauber, es wurden 27 Millionen Übernachtungen gebucht. Das waren so viele Urlauber wie nie zuvor. Unterm Strich kamen vier Prozent mehr Urlauber in den Norden. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für die Zukunft nennt die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein, Catrin Homp, Qualitätssicherung als das zentrale Ziel.
Pressegespäch heute 13.30 Uhr beim Sparkassen- und Giroverband im Faluner Weg 2 in Kiel.
Grundsteinlegung: Schweizer Condair-Konzern gründet Logistik- und Produktionswerk in Norderstedt
Thomas Bosse (Baudezernent Norderstedt), Oliver Zimmermann, Silvan G.R. Meier (Condair-Inhaber), Minister Meyer und Johannes Bettsteller Vollack (Baufirma) bei der Grundsteinlegung
Die Schweizer Condair Gruppe bezieht im kommenden Frühjahr ein neues Logistik- und Produktionswerk sowie Vertriebsbüro in Norderstedt. Heute fand die Grundsteinlegung für das 8.500 Quadratmeter große Lager-, Fabrikations und Verwaltungsgebäude statt. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer begrüßte gemeinsam mit Norderstedts erstem Stadtrat Thomas Bosse das Schweizer Unternehmen im Büro- und Gewerbestandort Nordport nahe dem Hamburger Flughafen. „Wir sind stolz darauf, dass sich Condair in Norderstedt ansiedelt und dass sich Schleswig-Holstein im europäischen Vergleich von Standorten durchgesetzt hat“, so Meyer.
Dem neuen Condair Unternehmensstandort in Norderstedt soll künftig eine herausragende Bedeutung zukommen: Die vier bestehenden Logistik- und Montagewerke in der Schweiz (Pfäffikon), Deutschland (Hamburg), England (Rustington) und Dänemark (Ry) werden durch den Umzug nach Schleswig-Holstein zusammengeführt. Außerdem wird auch die auf industrielle und gewerbliche Endkunden fokussierte Condair Verkaufsorganisation, Draabe Industrietechnik GmbH, in das neue Gebäude einziehen. So entsteht im echten Norden, in perfekter Anbindung an den internationalen Flughafen und Hafen von Hamburg sowie an die A 7, eine zentrale Drehscheibe für die Logistik des Unternehmens für Europa, den Mittleren Osten, Afrika und Ozeanien. Oliver Zimmermann, CEO von Condair, erklärt: „Mit unserem neuen Standort in Norderstedt legen wir eine solide Basis für weiteres organisches Wachstum. Wir werden näher an unseren Hauptabsatzmärkten und Kunden sein und dadurch schnellere Lieferzeiten und einen maximalen Kundennutzen ermöglichen. Außerdem minimieren wir Wechselkursrisiken. Wir sind überzeugt, dass wir mit dem Siegel‚ Engineered in Switzerland, Made in Germany’ den hohen Qualitätsansprüchen unserer Kunden gerecht werden.“
Die Condair Group ist mit gut 600 Mitarbeitern der weltweit führende Hersteller für gewerbliche und industrielle Luftbefeuchtungsgeräte und -anlagen. Mit der Hauptmarke Condair setzt das Unternehmen Standards bezüglich Energieeffizienz und Hygiene. Es ist in 16 Ländern mit eigenen Verkaufs- und Serviceorganisationen präsent sowie in über 50 Ländern mit Vertriebspartnern vertreten. Condair betreibt Produktionsstandorte in Europa, Nordamerika und China. Der neue Standort wird bei Bezug rund 130 Mitarbeitern einen innovativen und modernen Arbeitsplatz bieten, mittelfristig sollen hier 200 Arbeitsplätze geschaffen werden. „Der Nordport gehört zu den attraktivsten Standorten in der Metropolregion Hamburg. Vor allem die Nähe zum Flughafen macht ihn einzigartig und anziehend für international tätige Unternehmen, wie nun auch Condair. Wir heißen alle Mitarbeiter herzlich willkommen in Norderstedt und sind überzeugt, dass sie hier nicht nur gut arbeiten, sondern auch leben können“, sagte Norderstedts Baudezernent und erster Stadtrat Thomas Bosse während der Grundsteinlegung.
Für WTSH Geschäftsführer Dr. Bernd Bösche ist die Condair Ansiedlung ein voller Erfolg: „Wir haben Condair nicht nur bestmögliche Standortbedingungen präsentiert, sondern selbstverständlich auch eine bestmögliche Betreuung geboten. Wir sind stolz darauf, dass wir mit Condair erneut ein herausragendes, internationales Unternehmen für den echten Norden gewinnen konnten.“ Nach den Worten des WTSH- Geschäftsführers bestätige diese Ansiedlung auch den Trend, dass Schleswig-Holstein weiterhin stark im Fokus von ausländischen Unternehmen stehe.
„Am Beispiel Condair konnten wir erneut unter Beweis stellen, wie gut die Zusammenarbeit und wie kurz die Wege in Schleswig-Holstein sind“, betonte Marc Mario Bertermann, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Norderstedt (EGNO). „Vor drei Jahren stellte die WTSH den Kontakt zu Condair her. Seitdem haben wir gemeinsam in vielen Gesprächen mit Condair die für das Unternehmen optimale Lösung im Nordport entwickelt. Der Büro- und Gewerbestandort Nordport zeigt heute mehr denn je die hohe Attraktivität für internationale Unternehmen.“ Nach den Worten von Meyer zeige gerade die Ansiedlung von Condair, dass Schleswig-Holstein als Standort für das produzierende Gewerbe attraktiv und die Landesregierung mit ihrer Industriestrategie auf dem richtigen Weg sei.
Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ tourt mit Gratis-Ausstellung quer durch Deutschland
Das Ausstellungsschiff „Wissenschaft“ ist heute von Kiel aus erneut zu einer Deutschlandreise aufgebrochen: An Bord des 100 Meter langen Frachtschiffs ist die kostenlose Ausstellung „Meere und Ozeane“ zu sehen. Besucher können dabei Lebensräume wie Küste, Hochsee, Tiefsee oder Eismeer erkunden und bekommen einen Einblick in die vielseitige Arbeit von Forscherinnen und Forschern.
„Wir zeigen mit der Ausstellung, welche Bedeutung die Weltmeere für das Klima haben, wie wir sie schützen können und was die Unterwasserwelt so faszinierend macht“, sagt ie Tiefseeforscherin Prof. Dr. Antje Boetius.
Das Ausstellungsschiff tourt im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durch 33 Städte im Norden, Westen und Osten Deutschlands. Im Jahr 2017 wird sich die Tour auf die Mitte und den Süden Deutschlands konzentrieren und auch nach Österreich führen.
Schleswig-Holsteins Technologie-Staatssekretär Dr. Frank Nägele begrüßte heute in Kiel die Gäste der „Jungfernfahrt 2016“ und erinnerte dabei an die besondere Bedeutung der Meeres- und Küstenforschung in Schleswig-Holstein für Deutschland und das Zusammenspiel mit anderen Meeres- und Küstenforschungssnationen. „Wir freuen uns vor allem, dass dieses Schiff insbesondere auch Schulklassen, Familien und Jugendlichen die Bedeutung der Meeres- und Küstenforschung für den weltweiten Klima-, Meeres- und Küstenschutz anfass- und erlebbar näher bringt“, sagte Nägele. Er erinnerte zugleich daran, dass auch Schleswig-Holstein einen großen Beitrag im Wissenschaftsjahr des Bundesministeriums leisten werde. Unter anderem durch die Veranstaltung „Unsere Meere- unsere Küsten – unser Klima – unsere Zukunft“ in der schleswig-holsteinischen Landesvertretung in Berlin am 6. Juli.
Die Öffnungszeiten des MS „Wissenschaft“: täglich 10–19 Uhr, Führungen durch die Ausstellung: täglich 17 Uhr; in Ferienzeiten sowie sonn- und feiertags 11 Uhr und 17 Uhr
Anmeldung für Schulklassen:
Für Gruppen ab 10 Personen ist eine Anmeldung hier anmelden erforderlich. Die Ausstellung ist geeignet für Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren. Termine für Schulklassen sind bereits ab 9 Uhr buchbar.
Die ersten Anlegestellen:
Kiel: 3.–8. Mai, am 3. Mai ab 14 Uhr, Hörn am Willy-Brandt-Ufer
Rendsburg: 9.–11. Mai Am Kreishafen, Höhe Hafenamt
Hamburg: 13.–16. Mai, Sandtorhafen, Kaiserkai
Geesthacht: 17.–19. Mai, Schiffsanleger am Menzer-Werft-Platz
Gesund, umweltschonend und günstig – Meyer appelliert an alle Autofahrer: „Öfter mal auf’s Rad steigen“
Meyer (2.v.l.) mit dem ADFC-Landesvorsitzenden Thomas Möller (links) sowie AOK-Lansdesdirektor Thomas Haeger (3.v.l.) Foto: Gahrens
Unter dem Motto ‚Gesundheit statt Benzin tanken’ startete heute auf dem Gelände der Firma Möbel Kraft in Bad Segeberg die landesweite Mitmachaktion ‚Mit dem Rad zur Arbeit’. Den offiziellen Startschuss gibt Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer als Schirmherr der Aktion. „Die landesweite Mitmach-Aktion ‚Mit dem Rad zur Arbeit‘ ist ein idealer Anlass, sich fit zu halten, die Umwelt und den eigenen Geldbeutel zu schonen“, erklärt AOK-Landesdirektor Thomas Haeger. Daher rufen die Initiatoren AOK NordWest und Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) zwischen dem 1. Mai und 31. August wieder alle ‚Nordlichter‘ auf, das Auto stehen zu lassen und an mindestens 20 Arbeitstagen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren.
Im Gespräch mit AOK-Sprecher Jens Kuschel sagte Meyer nach dem offiziellen Startschuss
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Noch vor Arbeitsbeginn etwas für die eigene Fitness tun, den lästigen Berufsverkehr umgehen und entspannt auf der Arbeit ankommen? Das ist auch in diesem Jahr für alle Schleswig-Holsteiner bei der Aktion ‚Mit dem Rad zur Arbeit‘ möglich. Dabei können gern auch Pendler mitmachen, die das Rad bis zur Bus- oder Bahnhaltestelle nutzen. Teilnehmen können sowohl Einzelfahrer als auch Radler-Teams mit bis zu vier Personen. Um die mindestens 20 Arbeitstage mit dem Fahrrad zurückzulegen, haben die Teilnehmer in diesem Jahr einen ganzen Monat länger Zeit. „Viele Menschen haben uns immer wieder angesprochen und gebeten, den Aktionszeitraum zu erweitern. Dieser Bitte sind wir gern nachgekommen und starten nunmehr schon am 1. Mai“, so AOK-Landesdirektor Haeger. Er betonte, dass die Stärkung der Gesundheit im Alltag für die AOK ein wesentlicher Aspekt der Aktion sei. „Bereits eine halbe Stunde Bewegung am Tag steigert die Fitness, stärkt das Immunsystem und die Muskulatur und senkt das Risiko, an Diabetes oder Bluthochdruck zu erkranken“, so Haeger.
Im letzten Jahr interessierten sich in Schleswig-Holstein rund 20.000 ‚Nordlichter‘ für die Aktion. „Das zeigt eindrucksvoll, dass immer mehr Menschen das Fahrrad gegenüber dem Auto bevorzugen“, betont der neue ADFC-Landesvorsitzende Thomas Möller und ergänzt: „Radfahren hält nicht nur fit, es macht auf dem Weg zur Arbeit auch wach und entspannt zugleich. Mit Tempo- und Streckenwahl kann man Training und Erholung beliebig dosieren und einfach in den Alltag einbauen.“ Deshalb spielen die geradelten Kilometer bei der Aktion auch keine Rolle. Vielmehr müssen verbindlich nur die geradelten Tage in einem Mitmachkalender notiert werden. Den gibt es ab sofort in jedem AOK-Kundencenter, in den Geschäftsstellen des ADFC oder im Internet unter mit-dem-rad-zur-arbeit.de.
Meyer als Schirmherr der Aktion betonte, dass das Rad nicht nur im schleswig-holsteinischen Tourismus, sondern besonders auch im Alltags- und Freizeitbereich eine große Rolle spiele. „Das Fahrrad wird von immer mehr Menschen als Verkehrsmittel neu oder wieder entdeckt. Wir gehen fest davon aus, dass dieser Trend in den kommenden Jahren anhält“, so Meyer. Deshalb werde die Landesregierung das bestehende Radverkehrsnetz weiter verbessern und setzt dabei auch auf zusätzliche Initiativen der Städte und Gemeinden. So habe das Land allein im vergangenen Jahr eine Million Euro zusätzlich für Bike & Ride-Anlagen bereitgestellt. „Inzwischen haben wir landesweit für 22 Bahnhöfe entsprechende Konzepte vorliegen“, so Minister Meyer.
Möbel Kraft setzt auf Fitness der Belegschaft
Die Firma Möbel Kraft in Bad Segeberg gehört zu den vielen Unternehmen im Land, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur in ganz Schleswig-Holstein, sondern auch in ihren weiteren Vertriebsgebieten in Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt oder Sachsen zu einer Teilnahme an der Aktion motivieren. „Wir unterstützen gern die Aktion, weil sie die Gesundheit und die Fitness auch unserer Mitarbeiter stärkt, sie motiviert und das Arbeitsklima im Betrieb weiter steigert“, erklärte Möbel Kraft-Hausleiter Peter Kruse. Seit vielen Jahren setzt sich Möbel Kraft mit verschiedenen Gesundheitsaktionen und speziellen Präventionsprogrammen nachhaltig für die Gesundheit der Belegschaft ein. Als besondere Motivation ihrer Mitarbeiter zur Teilnahme an der Aktion verlost Möbel Kraft unter allen Teilnehmern mehrere Einkaufsgutscheine im Wert von 250 Euro je Standort.
Neben mehr Gesundheit und Umweltschutz warten auch attraktive Preise, die von Drittfirmen gespendet werden, auf die Teilnehmer. Darunter sind hochwertige Fahrräder, Fahrradzubehör und Erlebnisreisen. In Schleswig-Holstein wird als Sonderwettbewerb auch in diesem Jahr erneut das „fahrradaktivste Unternehmen“ im Land zwischen den Meeren gesucht: Die Firma, die ihre Beschäftigen besonders motiviert das Fahrrad für den Weg zur Arbeit zu nutzen wird als „fahrradaktivstes Unternehmen“ mit einem Extra-Preis von 500 EURO für eine fahrradfreundliche Investition wie zum Beispiel einen sicheren und überdachten Fahrrad-Abstellplatz prämiert.
Dritter und letzter Akt des Ausbaus der K 2 bei Barmstedt: Land steuert 720.000 Euro bei – Fertigstellung zum Jahresende
Dritte und letzte Runde für den Ausbau der Kreisstraße 2 im nördlichen Kreis Pinneberg zwischen Barmstedt und Lutzhorn bis zur Landestraße 114 bei Bokel: Wie Verkehrsminister Reinhard Meyer der Kreisverwaltung jetzt mitteilte, wird der einen Kilometer lange letzte Bauabschnitt der Kreisstraße vom Land mit knapp 720.000 Euro gefördert – die Gesamtkosten für diesen Abschnitt belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro, der Gesamtausbau kostet rund 4,1 Millionen Euro.
Wie Meyer heute in Kiel sagte, laufen die Bauarbeiten bereits seit März und sollen bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein. „Dann verfügt die Region über eine neue Kreisstraße von drei Kilometern Länge, die nicht nur zur besseren Bewältigung des Verkehrs insgesamt beiträgt, sondern auch zu mehr Sicherheit führen wird“, so Meyer. Er erinnerte daran, dass die Straße täglich von weit über 2000 Fahrzeugen genutzt wird und wegen der ansässigen Meierei und eines Kieswerks auch einen hohen Schwerlastanteil aufweise.
Der erste Bauabschnitt war bereits 2014 und der zweite im vergangenen Jahr realisiert worden. Seither ist die Strecke auf knapp zwei Kilometern bereits unter Verkehr. Der Kreis Pinneberg verbreitert bei dem Bauvorhaben die Straße um einen Meter auf 6,50 Meter Breite und verstärkt zugleich den seit Jahren unterdimensionierten Fahrbahnaufbau.
Insgesamt hat der Kreis für das Gesamtvorhaben 2,6 Millionen Euro erhalten
Heute Mittag in Bad Segeberg: Meyer gibt Startschuss der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“
Bei der Segeberger Firma „Möbel Kraft“ gibt Verkehrsminister Reinhard Meyer heute Mittag den Startschuss für die landesweite Aktion “ mit dem Rad zur Arbeit“ von AOK und dem Fahradclub ADFC
Nach dem A-20-Urteil: Meyer hofft erneut auf Schulterschluss mit Naturschutzverbänden
Das gestrige Urteil des Leipziger Bundesverwaltungsgerichts, mit dem die geplante A 20 inklusive des Elbtunnels in nahezu allen Kernpunkten bestätigt wurde und damit nur noch in Randpunkten beklagbar ist, hat heute auch den Kieler Landtag beschäftigt.
Mit Blick auf die Rede des Grünen-Verkehrspolitikers Andreas Tietze, nach dessen Worten das Bundesgericht nun unumkehrbare Tatsachen geschaffen habe und das Projekt bei aller Kritik anzuerkennen sei, sprach Meyer von einer überfälligen Versöhnung und notwendigen Allianz mit den Naturschutzverbänden.
Oberverwaltungsgericht entscheidet: Schließung des Landeshafens Friedrichskoog hat Bestand
Weder die Gemeinde Friedrichskoog noch eine ortsansässige Werft werden durch die Einziehung des Landeshafens in eigenen Rechten verletzt. Das hat heute der Vierte Senat des Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgerichts (OVG) in zwei Berufungsverfahren entschieden (Az. 4 LB 9/15 und 4 LB 23/15).
Das Wirtschaftsministerium hatte den Hafen im Juli 2014 wegen geringer Verkehrsbedeutung und hoher jährlicher Unterhaltungskosten infolge der Versandungstendenz eingezogen. Der Versuch einer Kommunalisierung des Landeshafens war zuvor gescheitert.
Gegen die Einziehung hatten die Gemeinde Friedrichskoog und die ortsansässige Werft vor dem Verwaltungsgericht geklagt. Die Gemeinde machte vor allem geltend, die Hafenschließung werde gravierende nachteilige Folgen für die Identität der Gemeinde, das Steueraufkommen, den Tourismus und die hafenbezogenen Unternehmen haben. Die Werft befürchtete wegen des drohenden Verlustes des Zugangs zur Nordsee einen Eingriff in ihren seit Jahrzehnten ausge-übten Gewerbebetrieb. Das Verwaltungsgericht wies die Klagen im Mai 2015 ab.
Die hiergegen gerichteten Berufungen blieben erfolglos: Das OVG hat nun entschieden, dass der Gemeinde zustehende Rechte wie etwa die durch Art. 28 Abs. 2 des Grundgesetzes (GG) geschützte kommunale Planungshoheit, die Finanzhoheit oder das sogenannte Selbstgestal-tungsrecht einer Gemeinde durch die Hafeneinziehung nicht berührt würden. Die Werft verliere mit der Einziehung des Hafens zwar einen bisher bestehenden Lagevorteil und die damit ver-bundenen Erwerbschancen; hierbei handele es sich aber nicht um durch Art. 14 GG geschützte Rechte. Abgesehen hiervon beruhe die Aufgabe des Landeshafens auf sachlichen Erwägungen und genüge dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz. Das Ministerium habe sich auf zahlreiche fachliche Stellungnahmen eigener Behörden des Landes sowie externer Gutachter stützen.
Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Frank Nägele sagte zu dem Urteil
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Bundesverwaltungsgericht hilft A 20 auf die Sprünge: Nahezu alle Klagen abgewiesen
Verkehrsminister Reinhard Meyer hat die heutige Entscheidung des Leipziger Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) zur A 20 als großen Erfolg für das Land und wichtigen Meilenstein für das Projekt gewertet: „Mit ihrer Entscheidung haben uns die Richter zwar die bereits bekannte Hausaufgabe auferlegt, einen Fachbeitrag zum Gewässerschutz nochmals öffentlich auszulegen, aber mit den abgewiesenen Klagen wurde die Linienführung der Autobahn in Gänze bestätigt. Damit ist die größte Hürde für dieses Milliarden-Vorhaben genommen und wir reden spätestens ab heute nicht mehr über das ,Ob‘, sondern nur noch über das ,Wann“ einer durchgängigen A 20 von Mecklenburg-Vorpommern bis nach Niedersachsen“, sagte Meyer heute (28. April) in Kiel. Er dankte zugleich allen beteiligten Fachleuten des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) für die bisherige Arbeit.
Vor Journalisten sagte Meyer soeben
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Zuvor hatte der 9. Senat des Gerichts nahezu sämtliche Angriffspunkte aus den sechs Klagen gegen den knapp elf Kilometer langen Elb-Abschnitt inklusive des 6,5 Kilometer langen Tunnels abgewiesen. (siehe auch Anlage: Pressemitteilung des BVerwG). Von Naturschutz über Linienbestimmung bis zur Tunnelsicherheit wurden in dem Urteil sämtliche beklagten Punkte bestätigt und sind damit nicht mehr angreifbar. Lediglich im Hinblick auf die nicht öffentliche Auslegung eines Fachbeitrags bekamen die Naturschutzverbände Recht. Auch sämtliche Privatklagen sowie die des Kreises Steinburg und der Gemeinde Kollmar wurden abgewiesen.
Mit Blick auf die vom Gericht geforderte öffentliche Auslegung eines so genannten Fachbeitrags zur EU-Wasserrahmenrichtlinie sagte Meyer: „Auch wenn wir nun zunächst das schriftliche Urteil abwarten müssen, so bereiten wir alles vor, um diese Neuauslegung zügig nachzuholen.“ Es sei aber bereits bei der Bekanntgabe dieser Gerichtsauflage in der mündlichen Verhandlung vor zwei Wochen klar gewesen, dass diese Nachbesserung den Zeitplan des Gesamtprojekts absehbar nicht beinträchtigen werde. Hintergrund sind die noch ausstehenden Planfeststellungsbeschlüsse und Klage-Entscheidungen auf niedersächsischer Seite.
Mit Blick auf den gerügten Fehler im Zusammenhang mit dem Fachbeitrag zu den Auswirkungen des Bauprojekts auf die Gewässer in der Umgebung erinnerte Meyer nochmals daran, dass EuGH- zur Wasserrahmenrichtlinie beim Erlass des Planfeststellungsbeschlusses im Dezember 2014 noch nicht vorlag. Erst ein halbes Jahr später lag der Richterspruch vor und der Fachbeitrag wurde vom LBV-SH daraufhin nachgeliefert. In dem Fachbeitrag werden Auswirkungen auf die Wasserqualitäten in der Umgebung des Bauprojekts untersucht. Der Landesbetrieb hatte den Beitrag nur den Beteiligten des Gerichtsverfahrens zugänglich gemacht. Die Behörden in Niedersachsen hatten dies ebenso praktiziert.
„Bei derart komplexen Verfahren sei es nun einmal schlicht unmöglich, sämtliche juristischen Angriffsflächen von vorn herein auszuschließen. An unserem Vorsatz ,Gründlichkeit vor Schnelligkeit‘ werden wir weiter festhalten“, sagte der Minister.
Trotz des positiven Urteils hält Meyer es für erforderlich, dass die Länder gemeinsam mit der Bundesregierung zügig einen Weg einschlagen, um das Planungsrecht und die entsprechenden Planungsverfahren in Deutschland wieder zu vereinfachen und zeitlich zu kürzen. „Wenn man die heutigen Schwierigkeiten mit dem Bau der A 20 in Schleswig-Holstein mit dem Bau dieser Autobahn durch Mecklenburg-Vorpommern in den 90er Jahren vergleicht, stellt man fest, dass sich die Politik beim Ausbau der Infrastruktur zunehmend selbst gelähmt hat.“ Darum helfe hier auch keine kleinteilige Diskussion über Organisationsstrukturen in der Straßenbauverwaltung weiter.
Meyer: „Wir müssen zu einer gründlichen Entschlackung des Planungsrechts und der Planungsverfahren kommen, ohne dabei auf die zwingend nötige Bürgerbeteiligung zu verzichten.“
Meyer verleiht LN-„Mutpreis“ an Existenzgründer Tobias Michelsen von Sailaway Watersports
Die „Lübecker Nachrichten“ haben am Abend in den „Mediadocks“ der Hansestadt zum sechsten Mal eine Reihe von Preisen an Existenzgründer verliehen. Die überwiegend vom Juwelier Gregor Wintersteller (Firma Mahlberg) gestifteten Preise richten sich nach den Worten von LN-Chefredakteur Gerald Goetsch an Menschen aus der Region, die zündende Geschäftsideen und zugleich den Mut haben, damit den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen.
Wirtschaftsminister Reinhard Meyer als Schirmherr der Veranstaltung durfte seoben den Preis in der Kategorie „Mut“ und „Innovation“ an Tobias Michelsen für die Gründung seines Unternehmens Sailaway Watersports verleihen.
Michelsen habe eine lang gehegte persönliche Idee verwirklicht. Meyer: „Diese Idee beinhaltet neben denwirtschaftlichen Aspekten einer Unternehmensgründung auch eine starke soziale Komponente. Mit seinem Konzept, einer barrierefreien Wassersportschule – ein nicht nur in der Region herausragendes Projekt – zeigt er, dass soziales Engagement und Wirtschaftlichkeit durchaus vereinbar sind.“ Mit viel Zuspruch aber auch gegen Bedenken und Widerstände habe Michelsen dieses Konzept umgesetzt und dabei seine unternehmerischen Qualitäten bewiesen.
Besonders beeindruckt hat die Jury nach den Worten von Gastgeber und Moderator Lars Fetköter (stellvertrender LN-Chefredakteur), wie die Begriffe Inklusion und Teilhabe, die zwar oft diskutiert aber leider nicht immer realisiert werden, hier vorbildlich umgesetzt und mit Leben erfüllt sowie im wahrsten Sinne des Wortes, „gelebt“ werden.
Alles zu den weiteren Preisträgern und ihren Hintergründen in den morgigen Ausgaben der „Lüecker Nachrichten“ und aufLN-Online
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus