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Studie: Bis 2030 fehlen 120.000 Fachkräfte – von Lkw-Fahrern bis zu Gebäudetechnikern

Welche Weichenstellungen braucht Schleswig-Holstein auf dem Weg zu einem modernen grünen Industrieland? Um diese Frage zu beantworten und eine passende Strategie zu entwickeln, hat die Landesregierung jetzt die Studie „Ökologische Transformation in Schleswig-Holstein“ vorgelegt.

Gebäudetechnik ist einer der Haupt-Mangelberufe der kommenden Jahre.

Eine der Kernaussagen der Expertinnen und Experten des beauftragten Prognos-Instituts: Vorausgesetzt, es ändert sich bis 2030 nichts an den Erwerbsquoten und Berufsvorlieben, werden in sieben Jahren insgesamt 120.000 Arbeitskräfte fehlen. Jeder zehnte Job könne dann nicht besetzt werden. Derzeit fehlen schon 80.000 Arbeitskräfte – jede 16. Stelle bleibt frei. Am größten wird der Mangel künftig in vielen klimaschutzrelevanten Branchen sein. In diesen Berufsgruppen werde es „in 80 Prozent der Fälle teils deutliche Engpässe geben“, heißt es in der Studie. Zur gesamten Studie geht es HIER

Zu dem Prognos-Gutachten sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen – Video starten...

Nach den Worten von Madsen plant sein Haus in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wirtschaft ein Klimaschutz-Fachkräfteprogramm, dass das Fachkräfteangebot in wichtigen Branchen sichert. So werden zum Beispiel in der Gebäudetechnik bis 2030 fast ein Drittel unbesetzte Stellen erwartet – in absoluten Zahlen wären das mehr als 5.000 Arbeitskräfte. „Im Bereich der Fahrzeugführung im Straßenverkehr gehen wir sogar von 10.000 fehlenden Arbeitskräften aus – aber ohne qualifizierte Kräfte an diesen Stellen wird die Energiewende schwer umsetzbar sein“, so der Minister.

Grund für die Verschärfung des Mangels ist erwartungsgemäß vor allem der demografische Wandel: Ohne ein Gegensteuern leben laut Prognos in Schleswig-Holstein in sieben Jahren 108.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter weniger als heute. Das Arbeitskräfteangebot sinkt daher viel stärker als die Nachfrage, die zwar bis 2030 ebenfalls schrumpft, aber nur um 40.000. In der kurzen Frist bis 2025 steigt sie sogar zunächst noch mal etwas.

Besonders stark wird der Mangel bei Gebäudetechnikern sein: Hier kann schon bald fast jede dritte Stelle nicht besetzt werden – das sind allein in diesem Beruf gut 5000 Fachkräfte, die fehlen. Auch Fahrer von Baggern, Lastwagen und Bussen werden dringend gebraucht. Groß ist die Lücke auch bei weiteren Arbeitskräften auf dem Bau, etwa bei Bauplanern, Tiefbaukräften oder Bodenverlegern.

All diese Berufe sind deshalb wichtig für den Klimaschutz, weil etwa Maßnahmen zur Energiewende wie neue Windparks oder Stromleitungen „in der Regel zunächst einen Umbau oder eine Neuerrichtung der Infrastruktur erfordern“, schreiben die Gutachter. Umweltschutztechniker dagegen werde es künftig eher zu viele geben. Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen Madsen bilanzierte heute gegenüber dem Schleswig-holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z): „Die Studie führt uns vor Augen, dass die Klimaretter von morgen nicht nur aus den Hörsälen kommen – wir brauchen auch diejenigen, die in erster Reihe mit anpacken.“

Mangelbranche Gastronomie: Hier beziffern die Prognos-Experten die Lücke auf 7.000 Beschäftigte

Auch in Branchen, die für den Kilmaschutz weniger wichtig sind, drohen große Probleme. So werden 2030 in der Gruppe der Erzieherinnen und Sozialarbeiter fast 11.000 Beschäftigte fehlen, bei den Reinigungskräften fast 10.000 und in Tourismus und Gastronomie fast 7000. Zum Schließen der Arbeitskräftelücke empfehlen die Studienautoren unter anderem, in Schulen für die Mangelberufe zu werben. „Eine gezielte berufliche Orientierung für klimaschutzrelevante Berufe kann helfen, Jugendliche für diese Berufe zu begeistern“, schreiben sie. Um zudem mehr Hochschulabsolventen im Land zu halten, sollten die Studierenden früh Kontakt zu hiesigen Unternehmen bekommen können.

Madsen erinnerte in dem Zusammenhang an das von der Landesregierung unter dem Dach der WT.SH geplante „Welcome Center“ in Kiel, um ausländische Fachleute anzulocken. Ihnen und interessierten Betrieben soll dort im oft komplizierten Umgang mit Behörden geholfen werden.„Wir wollen die Fachkräfte mit unserer Bürokratie ja nicht wieder verjagen, sondern so gut es geht unterstützen“, sagt Madsen. Und weiter: „Über die Gewinnung hinaus werden wir uns auch damit beschäftigen, wie bereits vorhandenes Personal in Unternehmen im Kontext des Klimawandels qualifiziert werden kann. Es wird Berufsbilder geben, die sich im Rahmen des ökologischen Wandelns anpassen müssen, damit sie weiter bestand haben können – damit die Beschäftigten in diesen Berufsgruppen uns nicht verloren gehen, wird es eine gut durchdachte Fort- und Weiterbildungsstrategie geben müssen.“

Land bringt zwischen Rendsburg und Plön fast 100 Kilometer Straßen und Radwege in Schuss

Madsen mit LBV.SH-Direktor Conradt in der Straßenmeisterei Stolpe

Kräftiger Sanierungsschub für das Straßennetz im Kreis Rendsburg-Eckernförde sowie rund um Plön, Segeberg, Neumünster und Kiel: Bis zum Herbst werden in diesen Regionen 56,6 Kilometer Straßen, knapp 43 Kilometer Radwege und fünf Brücken saniert. Wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute zusammen mit LBV.SH-Direktor Torsten Conradt und Erhaltungsingenieur Christoph Köster in Stolpe (Kreis Plön) erläuterte, werden dafür vom Land rund 21 Millionen Euro aufgewendet. „Ein solcher Betrag stand noch vor einigen Jahren gerade einmal für das gesamte Landesstraßennetz von 3.700 Kilometern Länge zur Verfügung“, erinnerte Madsen. Dieses Jahr hingegen würden landesweit knapp 95 Millionen Euro in Straßen und Radwege investiert.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Madsen beim heutigen Ortstermin weiter – Audio starten, Pfeil klicken….

Laut LBV-Chef Conradt sind in dem 21,3-Millionen-Euro-Paket für die Kreise Rendsburg-Eckernförde, Plön, Segeberg sowie in Neumünster und Kiel insgesamt acht Landesstraßen-Projekte enthalten sowie fünf Brückeninstandsetzungen. Der Rest entfällt auf zwei Bundes- und sieben Kreisstraßen, für die der LBV.SH in weiten Teilen ebenfalls zuständig ist. „Ich hoffe, dass wir das zur Verfügung stehende Geld weiterhin auf die Straße bekommen“, sagte Conradt mit Blick auf den großen Fachkräftemangel und warb: „Der LBV.SH hat viel zu bieten und sucht weitere Ingenieurinnen und Ingenieure, Technikerinnen und Techniker sowie Verwaltungsfachleute, aber auch Quer- und Wiedereinsteiger sowie Auszubildende oder Interessierte für ein Duales Studium.“

Mit Blick auf die zahlreichen Baustellen im Land baten Madsen und Conradt die Menschen in den betroffenen Regionen, aber auch Pendlerinnen und Pendler um Geduld und Fairplay: „Die Menschen auf unseren Baustellen arbeiten bei Wind und Wetter. Und dies ausdrücklich für uns alle. Bitte nehmen Sie also größte Rücksicht auf unsere mobilen Teams auf den Baustellen“, so Madsen.

Die einzelnen Projekte finden sich in der Übersichtskarte: www.schleswig-holstein.de/lbvsh-bauprogramm

Der Countdown zur Kieler Woche läuft: Startschuss für die Reparatur der Olympiabrücke

Auch fast vier Monate nach einer Frachter-Kollision mit den Holtenauer Hochbrücken über den Nord-Ostsee-Kanal rollt der Verkehr nur über eine der beiden Brücken. Nun beginnen die Arbeiten an dem älteren der beiden Bauwerke – der Olympiabrücke. Der Terminplan hängt von einer Sache ab.

LBV.SH-Direktor Conradt (links) und Madsen beim heutigen Baustellen-Besuch auf der Nordseite des Kanals Foto STAUDT

Offizieller Startschuss für die Reparaturarbeiten an der 51 Jahre alten Olympia-Stahlbrücke in Kiel-Holtenau: «Nach jetzigem Stand werden die Reparaturen – wie geplant – bis zur Kieler Woche andauern und gut 3,4 Millionen Euro kosten», sagte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute bei einem Ortstermin. Das Sommerfest der Landeshauptstadt findet Ende Juni statt. Rund 40.000 Menschen seien täglich auf die beiden Holtenauer Hochbrücken über den Kanal angewiesen, sagte Madsen. «Wir werden alles daran setzen, so schnell wie möglich wieder beide Bauwerke in den ursprünglichen Sicherheits-Zustand zu bringen.»

Die Baufirma Adolf Cornels GmbH aus Brunsbüttel – die bereits vor zehn Jahren die Rader Brücke repariert hatte – hat auf der Nordseite des Kanals mit den Arbeiten begonnen. Am dortigen Kanalpfeiler sei bereits ein 40 Meter hoher Treppenturm samt Fahrstuhl für den Materialtransport aufgestellt worden, sagte Bauleiter Wilm Nagel. Es wird zudem ein Hängegerüst aufgebaut, von dem aus Arbeiter später neue Stahl-Lamellen an der beschädigten Unterseite der Brücke anbringen und den Rostschutz auftragen sollen.

Im Gespräch mit Andreas Otto von RSH sagte Madsen weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Die gut 50 Jahre alte Brücke verfügt bislang über bleihaltigen Rostschutz. «Zunächst wird die Firma den schadstoffhaltigen Korrosionsschutz im beschädigten Bereich entfernen, damit anschließend mit den Reparaturschweißungen begonnen werden kann», sagte der Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, Torsten Conradt.

Nach Angaben von Christoph Köster, Erhaltungschef des Landesbetriebs, soll die beschädigte Brücke von unten verstärkt werden. «Es ist logistisch sehr aufwändig», sagte Köster. Noch sei nicht klar, wie lange die Olympiabrücke noch für den Verkehr genutzt werden könne. Berechnungen dafür liefen. Er gehe aber nicht davon, dass diese nur einen Zeitraum von 10, 15 Jahren ergeben und danach schnell Handlungsbedarf entstehe.

Ob der Zeitplan der Reparaturen eingehalten werden kann, hängt von der Verfügbarkeit von Baustoffen ab. «Stahl und Beschichtungsstoffe sind weiterhin schwer zu beziehen», sagte Köster. «Sofern alles gut verläuft, kann der Verkehr ohne Tempo-Beschränkung im Herbst wieder über beide Brücken fließen.»

Die Ermittlungen zur Ursache der Kollision Ende November dauern an. Laut Landesbetrieb kümmert sich bereits ein Anwalt um Schadensersatzforderungen. «Ob wir alle Schäden geltend machen können, hängt vom Ausgang der Ermittlungen ab», sagte Köster. Der Ausleger eines Krans auf einem Schiff hatte beide Brücken beschädigt.

Die Olympiabrücke war am 30. November deutlich schwerer beschädigt worden als die parallel verlaufende jüngere Prinz-Heinrich-Brücke. Deren Reparatur soll im Sommer beginnen. Dafür liegt nach Angaben des Landesbetriebs noch keine Kostenschätzung vor. Derzeit rollt der Verkehr in beide Richtungen nur über diese Brücke. Die Olympiabrücke, über die normalerweise der Verkehr nach Norden läuft, ist gesperrt.

SH plant neben Job- und Semesterticket auch eine Ermäßigung für Freiwilligen-Dienstleistende

Welche Ermäßigungen wird es in Zukunft neben und unterhalb des 49 Euro teuren Deutschland-Tickets für bestimmte Gesellschafts-Gruppen geben? Schleswig-Holstein geht mit einem Jobticket und einem geplanten Ticket für Freiwilligen-Dienstleistende voran.

Während bundesweit vor allem eine Debatte um ein Bildungs-Ticket geführt wird, nimmt die schleswig-holsteinische Landesregierung schon mal die über 3000 Freiwilligen-Dienstleistenden im Land und zigtausende Azubis in den Blick. So werde es laut Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen nicht nur weiterhin ein Jobticket geben und ein Angebot für Studierende gemacht. Auch die Menschen, die einen Freiwilligendienst leisten, sollen ein ermäßigtes Ticket erhalten. Dafür soll über eine halbe Million Euro bereit gestellt werden.

Das Jobticket soll es zunächst als Upgrade-Modell zum Deutschlandticket geben. Auch ein Semesterticket werde auf Basis des Deutschlandtickets angestrebt. Die technischen Details seien noch in der Abstimmung. Freitag hatte auch der Bundesrat grünes Licht für die Einführung des Deutschland-Tickets ab 1. Mai gestimmt. Vorgesehen ist ein digital buchbares, monatlich kündbares Abo. Das Angebot soll an das beliebte 9-Euro-Ticket aus dem vergangenen Sommer anknüpfen.

Der von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) eingebrachte Gesetzentwurf sieht vor, dass der Bund vorerst von 2023 bis 2025 je 1,5 Milliarden Euro bereitstellt, um die erwarteten Einnahmeausfälle bei Verkehrsanbietern zur Hälfte auszugleichen. Die andere Hälfte sollen die Länder übernehmen.  Der Schleswig-Holstein zustehende Bundesanteil zum Deutschland-Ticket beträgt 52,4 Millionen Euro. Dieselbe Summe muss Schleswig-Holstein zur Verfügung stellen. Mittel in dieser Höhe sind im Haushaltsentwurf 2023 über die so genannte Nachschiebeliste auch eingeplant.

Land unterstützt Kommunen dieses Jahr mit 54 Millionen Euro bei Straßensanierungen

Die Landesregierung stellt in diesem Jahr nicht nur erneut die Rekordsumme von über 90 Millionen Euro für die Sanierung des knapp 3.800 Kilometer langen Landesstraßennetzes zur Verfügung. Auch für Bauvorhaben der Kommunen fließen im laufenden Jahr 54 Millionen Euro. Noch immer gebe es auch hier einen großen Sanierungsstau, sagt Verkehrsminister Madsen.

Schleswig-Holstein will im laufenden Jahr neben 90 Millionen Euro für Landesstraßen auch knapp 54 Millionen Euro für die Sanierung kommunaler Straßen bereitstellen. «Wir werden auch dieses Jahr Tempo machen bei der Straßensanierung», sagte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen der Deutschen Presse-Agentur.  «Noch immer laufen wir einem großen Sanierungsstau hinterher.»

Jeder investierte Euro senke die Unfallgefahr und mache Schleswig-Holsteins Straßen sicherer, sagte Madsen. «Deswegen helfen wir den Kommunen, ihre Kreis- und Gemeindestraßen wieder auf Vordermann zu bringen.» Auch Radwege werden mit dem Geld saniert. «Dafür sind fast acht Millionen Euro eingeplant», sagte Madsen.

Seit Anfang 2020 stellt das Land Kreisen, Städten und Gemeinden jährlich Geld bereit. Laut Ministerium sind knapp die Hälfte der Mittel für 2023 Rücklagen, die in den vergangenen Jahren nicht verbaut worden. 2022 hatten 57 Millionen Euro zur Verfügung gestanden. Die Förderquote liegt in der Regel bei 70 Prozent. Für das laufende Jahr haben Kommunen bisher einen Bedarf von insgesamt 55,3 Millionen Euro angemeldet. In der Regel werden den Angaben zufolge aber nicht alle angemeldeten Mittel auch tatsächlich abgerufen.

Zurzeit werden in Schleswig-Holsteins Kommunen 269 Bauvorhaben geplant, darunter sind 55 neue Vorhaben. Es können noch weitere Projekte hinzukommen oder andere sich durch Kapazitätsengpässe bei Baufirmen verzögern. Mit rund 6,5 Millionen Euro hat Lübeck für 2023 die meisten Fördermittel beantragt.

Der Frost geht – die Sanierungswelle kommt: Land investiert im Südwesten fast 20 Millionen Euro

Madsen mit LBV.SH-Chef Conradt (oben) und den beiden Straßenbauexperten Britta Lüth und Christoph Köster

Die diesjährige To-do-Liste des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) für den südwestlichen Landesteil steht: „Wir haben für Dithmarschen, Pinneberg und Steinburg Ausschreibungen zur Sanierung von 34 Kilometern Straßen, 28,4 Kilometern Radwegen und zur Reparatur einer Brücke auf den Weg gebracht“, sagte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute in Heide (Kreis Dithmarschen). Das Gesamtpaket betreffe neun Landes-, Bundes- und Kreisstraßen sowie neun Radwege und eine Brücke und belaufe sich auf eine Investitionssumme von 19,3 Millionen Euro. „Damit setzen wir konsequent unseren Kurs fort, den über Jahrzehnte aufgetürmten Sanierungsstau im Landesstraßennetz aufzulösen und für intakte Verbindungen zu sorgen“, so Madsen.

Zusammen mit LBV.SH-Chef Torsten Conradt und den leitenden Ingenieuren Christoph Köster und Britta Lüth stellte Madsen die Sanierungs- und Ausbauprojekte aus den drei Kreisen vor. Zu den umfangreichsten Vorhaben im Kreis Dithmarschen zählt die Sanierung verschiedener Landesstraßen-Abschnitte rund um Hennstedt im Zuge der L 149 zwischen Schlichting und Glüsing sowie der L 239 zwischen Süderheistedt und Hennstedt.

Im Kreis Pinneberg wird im Anschluss an die laufenden Arbeiten zur Anbindung des LNG-Terminals Brunsbüttel an das Gasnetz voraussichtlich ab September unter anderem die Landesstraße L 109 auf 3,3 Kilometern Länge saniert und im Kreis Steinburg die B 431 Glückstadt.

Nach den Worten von Madsen seien nicht nur Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft im Land auf intakte Verkehrswege angewiesen, sondern auch alle Gäste Schleswig-Holsteins. „Wenn wir – wie aktuell bei der geplanten Ansiedlung eines schwedischen Batterieherstellers – als Wirtschaftsstandort, aber auch als Tourismus-Destination weiter punkten wollen, dann brauchen wir gute Anbindungen. Dazu zählt vor allem auch der Weiterbau der A 20, an dem der Bund mit Hochdruck arbeitet“, so der Minister.

Die Menschen, die bis zum Herbst von den neuen Baustellen in allen drei Kreisen betroffen sind, baten Madsen und Conradt um Geduld und Fairplay: „Die Beschäftigten der Baufirmen, aber auch unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten bei Wind und Wetter, damit wir alle auch in Zukunft schneller und sicherer an unsere Ziele kommen. Bitte nehmen Sie also größte Rücksicht“, so Madsen.

Mit Blick auf den wachsenden Fachkräftemangel im Straßenbau sagte LBV.SH-Direktor Conradt: „Ich hoffe, dass wir das zur Verfügung stehende Geld weiterhin auf die Straße bekommen.“ Zugleich warb der LBV.SH-Chef: „Unser Landesbetrieb mit seinen Niederlassungen zwischen Flensburg, Itzehoe und Lübeck hat viel zu bieten und wir suchen für unsere Aufgaben ständig Ingenieurinnen, Ingenieure, Technikerinnen und Techniker sowie Verwaltungsfachleute oder Quer- und Wiedereinsteiger.“ Beim LBV.SH seien zudem verschiedene Ausbildungen oder ein Duales Studium möglich.

Die einzelnen Baumaßnahmen/Projekte finden sich in dieser Übersichtskarte:

www.schleswig-holstein.de/lbvsh-bauprogramm

Moritz Schularick folgt zum 1. Juni auf Gabriel Felbermayr an der Spitze des IfW

Vom Rhein an die Förde in unmittelbare Nachbarschaft zum Wirtschaftsministerium: Der Bonner Ökonom Moritz Schularick wird neuer Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW).

Moritz Schularick

Der renommierte Wissenschaftler forsche nicht nur international auf höchstem Niveau, sondern sei auch bereit zur politischen Debatte, sagte heute Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien. Auch Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen hieß den Top-Ökonomen willkommen. Bereits in der Pandemie habe Schularick sich bundesweit Gehör verschafft und zähle zu einer Gruppe von Ökonomen, die im Frühjahr die möglichen Folgen eines deutschen Gasembargos gegen Russland berechneten und diese insgesamt für verkraftbar hielten. «Ich würde mich über einen gelegentlichen Austausch zwischen Professor Schularick und unseren Fachleuten sehr freuen», sagte Madsen. Seinen Posten in Kiel soll der 47-Jährige zum 1. Juni übernehmen.

Derzeit ist Schularick Direktor des Macrofinance Labs und Professor für Makroökonomie an der Universität Bonn. Die Kieler Christian-Albrechts-Universität gewinne einen vielfach ausgezeichneten, international anerkannten und sehr gut vernetzten Ökonomen, sagte Uni-Präsidentin Simone Fulda. «Moritz Schularick hat wegweisende Arbeiten zu den Ursachen und Konsequenzen von internationalen Finanzkrisen verfasst, sich aber auch mit ökonomischer Ungleichheit und Populismus sowie Fragen der monetären Makroökonomie und den amerikanisch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen beschäftigt.»

Schularick sagte: «Das IfW hat mit seiner Geschichte und Fokussierung auf weltwirtschaftliche Fragen eine Ausnahmestellung in der deutschen Wissenschaftslandschaft.»

Derzeit liegt die wissenschaftliche Leitung des IfW in den Händen der Ökonomen Holger Görg und Stefan Kooths. Ende September 2021 hatte der bisherige Chef Gabriel Felbermayr Kiel verlassen, um Leiter des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung zu werden. Das IfW gehört seit 100 Jahren zu den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten. Zu den früheren Präsidenten zählten Herbert Giersch (1969 bis 1989) und Horst Siebert (1989 bis 2003), die den Rat der sogenannten «Wirtschaftsweisen» über viele Jahre prägten.

SH-Tourismus: Mit ehrlichem Marketing und zufriedenen Gästen weiter in den Steigflug

Nach dem Rekordjahr 2022 mit 37,5 Millionen Übernachtungen setzt Schleswig-Holstein auf hochwertigen und nachhaltigen Tourismus. «Wir wollen, dass die Menschen das ganze Jahr über nach Schleswig-Holstein kommen», sagte Tourismusminister Claus Ruhe Madsen heute bei der Jahrespressekonferenz der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TA.SH).

Es gehe um eine höhere Zufriedenheit sowohl der Gäste als auch der im Norden lebenden Menschen. «Es kommt nicht darauf an, auf welchem Platz man unter den Bundesländern steht.»

Vergangenes Jahr buchten Gäste nur in den deutlich größeren Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mehr Übernachtungen. Schleswig-Holstein will auf ehrliches Tourismus-Marketing setzen. «Die Leute sollen nicht glauben, dass hier 365 Tage Sonnenschein und kein Wind sind», sagte Madsen. Notwendig seien ganzjährige Angebote, der Betrieb müsse auch bei Regen weitergehen.

«Wir müssen den Schwung aus dem guten Ergebnis mitnehmen und weiter am nachhaltigen, verantwortungsbewussten Qualitätstourismus arbeiten», so Madsen. Das Land wolle die Branche dabei unterstützen, in attraktive Angebote über das gesamte Jahr zu investieren. «Es ist ein Marathon, kein Sprint, an dessen Ende ein qualitativ hochwertiger, ressourcenschonender und wirtschaftlich erfolgreicher Tourismus steht.»

Im Gespräch mit Carsten Kock von Radio Schleswig-Holstein sagte Madsen am Rande der Ptressekonferenz weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Tourismuschefin Bettina Bunge betonte, «alle Städte, Orte und Regionen haben aufgeholt, aber teilweise noch nicht das Niveau von 2019 erreicht». 2023 gebe es größere Herausforderungen als zuletzt. Deutschland bleibe beliebtestes Ziel der Deutschen, werde 2023 aber Marktanteile verlieren. «Fernreiseziele locken ebenso wie der sonnige Mittelmeerraum. Deutlich gestiegene Preise machen dem hiesigen Tourismus ebenfalls zu schaffen.» Umso mehr gewännen Gastfreundschaft und positive Begegnungen vor Ort an Bedeutung. Statt quantitativem Wachstum gehe es um mehr Qualität.

Nach dem weltweiten Einbruch wegen der Corona-Pandemie 2020 hat sich die Branche wieder erholt. 2022 buchten Gäste im Norden 37,5 Millionen Übernachtungen, 4,3 Prozent mehr als vor Corona 2019. Die Zahl der Ankünfte fiel mit 8,82 Millionen allerdings um 1,1 Prozent geringer aus als 2019.

«Wir sind das einzige Bundesland, das die Übernachtungszahlen gegenüber 2019 steigern konnte», sagte Bunge. Das liege auch daran, dass der Anteil ausländischer Gäste im Norden deutlich geringer sei als in anderen Regionen. Ausländische Gäste buchten 1,5 Millionen Übernachtungen und damit rund ein Viertel weniger als 2019.

Nord- und Ostsee seien weiter die Hauptziele, sagte Bunge. «Die Ostsee aber noch stärker als die Nordsee.» Mit rund 682 000 Übernachtungen konnte Kappeln sein Ergebnis von 2019 um 119 Prozent steigern. Grund dafür sei die dortige Modellregion zu Corona-Zeiten, sagte Madsen. «Die Menschen haben die Region für sich entdeckt und kommen nun wieder.» Auch Kiel legte im vergangenen Jahr zu.

Gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern war Schleswig-Holstein bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer mit 4,3 Tagen Spitzenreiter vor Niedersachsen (3,2). Camping ist weiter sehr beliebt. Aber auch dort spielten Nachhaltigkeit und das Begleitangebot eine immer größere Rolle, sagte Madsen.

Hier die heutige Pressekonferenz als aufgezeichneter Livestream:

https://fb.watch/j0CeFxKXFQ/

Millionen-Auftrag für Sanierung der Holtenauer Brücken geht an ein Brunsbütteler Unternehmen

Madsen bei einer Besichtigung der Schäden an den Holtenauer Hochbrücken.

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) hat heute den Zuschlag zur Sanierung der Olympiabrücke an ein Stahlbauunternehmen aus Brunsbüttel erteilt. „Ich freue mich sehr, dass wir nun rasch in die Reparaturphase kommen. Denn wir setzen alles daran, das Nord- und Südufer des Nord-Ostsee-Kanals im Raum Kiel wieder ohne Einschränkungen so schnell wie möglich zu verbinden“, sagte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen. Ziel sei neben der Entlastung der Pendlerinnen und Pendler, die volle Befahrbarkeit beider Brücken zur Kieler Woche im Juni.

Madsen sagte dazu im Gespräch mit Radio Schleswig-Holstein – Audio starten, Pfeil klicken…

Nach den Worten von LBV.SH-Direktor Torsten Conradt hat die Baufirma bereits mit den Vorarbeiten begonnen. Aktuell werden ein Treppenturm und ein Fahrstuhl am nördlichen Kanalpfeiler aufgebaut. Diese dienen den Bauexperten zum Materialtransport ins Innere der Brücke. Parallel dazu läuft der Aufbau für ein Hängegerüst an der Olympiabrücke. Dieses wird im späteren Verlauf für die Reparaturarbeiten zur Verstärkung des geschädigten Bereiches durch Stahllamellen an der Brückenunterseite von außen benötigt.

Für die nun beginnenden Brückenarbeiten wird der Geh-und Radweg auf der Olympiabrücke gesperrt, der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. Dann ist die Olympiabrücke somit für alle Nutzerinnen und Nutzer vollgesperrt. Die vor Ort ausgeschilderte Umleitung für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen führt über die nebenliegende Prinz-Heinrich-Brücke.

Die Reparaturen werden nach jetzigem Planungstand bis zur Kieler Woche andauern und gut 3,4 Millionen Euro kosten. Alles unter der Prämisse der tatsächlichen Beziehbarkeit aller benötigen Baustoffe. Hintergrund ist, dass Baustähle und Beschichtungsstoffe weiter derzeit schwer zu beziehen sind. Madsen weiter: „Wir gehen aber optimistisch davon aus, dass diese rechtzeitig in Kiel ankommen. Und dann würde die Olympiabrücke auch rechtzeitig zur Kieler Woche fertig und der Verkehr könnte zumindest vierspurig über die Holtenauer Hochbrücken laufen.“ Die Gewichtsbeschränkung der Prinz-Heinrich-Brücke würde indes weiterbestehen bleiben müssen. Sofern alles gut verläuft, könnte der reguläre Verkehr frühestens im Herbst 2023 über beide Brücken fließen.

Customcells: Vom Startup zum „Platzhirschen“ der Batteriefertigung im Norden

Der Batteriehersteller Customcells will mit einem zweistelligen Millionenbetrag seine Fabrik für Prototypen in Itzehoe (Kreis Steinburg) ausbauen. «Mit der Erweiterung in Itzehoe und den Investitionen, die wir hier tätigen, geben wir auch ein Bekenntnis ab», sagt Customcells-Chef Dirk Abendroth am Nachmittag bei der Grundsteinlegung zur Erweiterung des Unternehmensstandortes in Itzehoe. Ursprung des Unternehmens war eine Ausgründung aus dem Itzehoer Fraunhofer-Instituts für Siliziumtechnologie im Jahr 2012.

Customcells will den Bereich für Forschung, Entwicklung und Produktion von Prototypen ausbauen. Im Zuge dessen soll die Zahl der Beschäftigten im Bürobereich von Customcells bis Oktober von 112 auf 160 steigen. Die Größe des Produktionsteams soll sich bis 2024 verdreifachen. Ein Unternehmenssprecher wollte auf Nachfrage aber keine genaue Zahl nennen.

Das Unternehmen hat seinen Fokus nach eigenen Angaben unter anderem auf die Elektrifizierung des Luftverkehrs gerichtet. Customcells ist unter anderem an der Entwicklung und Serienproduktion der Batteriezellen für einen 7-sitzigen Jet von Lilium beteiligt. Die Produktion des Batterieherstellers befindet sich in Tübingen.

Beim Land hat das Unternehmen Wirtschaftshilfe beantragt. Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen zeigte sich zuversichtlich, dass eine Förderung möglich sei. «Wenn wir in wenigen Jahren zurückschauen und überlegen, wo die neuartige Technologie für die Mobilität in den Metropolen dieser Welt herkommt, dann wird man sagen «made in Schleswig-Holstein»», sagte er und dankte Customcells für die Bereitschaft, in Schleswig-Holstein in die neuesten Technologien zu investieren. «Sie machen hier Forschung und Entwicklung möglich, die man sonst nur aus dem Silicon Valley kennt.»

Wie Madsen weiter sagte, sei Schleswig-Holstein jahrelang vor allem ein Produzent von Windstrom. «Unternehmen wie Customcells zeigen jedoch, dass unser Bundesland inzwischen weit mehr zu bieten hat und als Region auf dem Weg ist, sich zu einem echten Schwergewicht im Clean-Tech-Sektor zu entwickeln», so der Minister. Anwendungsnahe Forschung & Entwicklung, wie sie durch die Erweiterung gestärkt werde, sei dafür von entscheidender Bedeutung.

Itzehoes Bürgermeister Ralf Hoppe sprach von starken Impulsen für die Energiewende durch Unternehmen wie Customcells.