Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP)
Nach langem Hin und Her liegt seit gestern – wenn auch nur inoffiziell – der Entwurf für eine nationale Wasserstoffstrategie vor. Das eigentlich schon für Dezember angekündigte Papier von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier trägt klar die Handschrift der Unions-geführten Ministerien für Wirtschaft, Verkehr und Forschung.
Mit Blick auf die im September vorgelegte Wasserstoff-Strategie der norddeutschen Länder sieht Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz in den Grundzügen des Altmaier-Papiers mehr Schatten als Licht. Seine „Meldung der Woche“. Video starten
Im Kampf gegen Raser und Drängler werden nach Ansicht von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) dauerhaft nur technologische Lösungen wirksam helfen: «Schon heute ist ein Großteil der Pkw-Flotte auf unseren Straßen mit automatisierten Steuerungselementen wie Abstandshaltern oder Auffahrsperren ausgerüstet – und diese Einrichtungen leisten schon jetzt einen erheblichen Beitrag zur Verkehrssicherheit», sagte Buchholz der Deutschen Presse-Agentur angesichts der Debatten beim 58. Verkehrs-Gerichtstag in Goslar. Anstelle von immer neuen Bußgeldkatalog-Reformen oder der Dauerdiskussion um Tempolimits wäre es daher deutlich besser, der Automobilindustrie Anreize zu bieten, die teilweise noch kostspieligen Pkw-Bordcomputer weiter zu entwickeln und langfristig für alle Autoklassen preiswert anzubieten, so der Nord-Liberale.
Mit Blick auf die Tempolimit-Debatte auf Autobahnen schloss sich Buchholz der Forderung des Verkehrsgerichtstags-Präsidenten Ansgar Staudinger an, die Auswirkungen eines Tempolimits auf Autobahnen wissenschaftlich untersuchen zu lassen, Durch die Studie im Auftrag der Bundesregierung solle geklärt werden, wie sich Tempo 130 auf die Verkehrssicherheit und auf die Umwelt auswirken würde.
Weiter sagte Buchholz (Audio starten – „im Browser anhören“)
Hintergrund der Diskussion beim Verkehrsgerichtstag ist unter anderem eine im September 2019 veröffentlichten Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach. Danach beklagen inzwischen 90 Prozent der befragten Verkehrsteilnehmer eine zunehmende Aggressivität im Straßenverkehr. «Nach den Erkenntnissen der Polizei sind aggressive Verhaltensweisen in den letzten Jahren häufiger geworden», sagt etwa Julia Fohmann vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). «Vor allem Männer und Fahrende höherklassiger Fahrzeuge fallen in diesem Zusammenhang negativ auf.» Es gebe allerdings auch Fahrer in Kleinwagen, die sich aggressiv verhalten, so ADAC-Vizepräsident Gerhard Hillebrand aus Neumünster. Objektive Kriterien für eine Zunahme der Aggressivität im Straßenverkehr gibt es nach Darstellung der Bundesanstalt für Straßenwesen allerdings nicht. Ähnlich sieht man es beim ADAC. Ob die Aggressivität im Straßenverkehr tatsächlich zugenommen habe, sei schwer zu messen, sagt Hillebrand.
Nach den Worten von Buchholz sei die schleswig-holsteinische Landespolizei bei der Verfolgung und Beweissicherung von Raser-Vergehen sehr gut aufgestellt: «Unter anderem steht im Land eine große Flotte an Videowagen zur Verfügung.»
Mit Blick auf das hohe Unfall-Risiko von Fahr-Anfängern hat sich Schleswig-Holstein laut Buchholz zudem dafür ausgesprochen, das Mindestalter für den Führerschein auf 16 Jahre abzusenken. «Die positiven Effekte des „Begleiteten Fahrens mit 17“ auf das Fahrvermögen der Fahranfänger wirken laut Studien dauerhaft. Es ist deshalb nur konsequent, die Dauer des begleiteten Fahrens auszudehnen», so der Minister. Momentan werde das Vorhaben durch die EU-Kommission allerdings noch blockiert.
Mit Blick auf die Verkehrsgerichtstags-Debatte um Elektrokleinstfahrzeuge machte Buchholz klar, dass E-Scooter eine neue Form der Mobilität darstellen. «Eine Mobilitätsform, die neue Perspektiven bietet – etwa für den Weg von und zur Arbeit», so Buchholz. Das Fahren mit einem E-Scooter mache Spaß und bringe ein völlig neues Fahrgefühl mit sich. «Aber auch hier gilt es, sicher mobil zu sein und Gefährdungen auszuschließen», sagt Buchholz. Er erinnerte an die im letzten Jahr in Kraft getretenen Regeln. Elektrokleinstfahrzeuge seien rechtlich Kraftfahrzeuge. Verstöße gegen das Mindestalter, Fahren und Alkoholeinfluss oder mit mehreren Personen seien deshalb keine Kleinigkeiten.
Mehr Arbeitslose im Januar, aber das ist normal. Im Vorjahresvergleich sinkt die Zahl der Menschen ohne Job im Norden weiter. Für den Jahresverlauf bleiben Arbeitsagentur und Minister Buchholz zuversichtlich.
RD-Nord-Chefin Haupt-Koopmann und Arbeitsminister Buchholz
Die Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein ist auf den niedrigsten Januar-Stand seit 1981 gesunken. Derzeit sind 85.800 Menschen ohne festen Job, wie die Agentur für Arbeit heute berichtete. Zum Dezember gab es einen saisonal üblichen Anstieg um 8,6 Prozent und zum Januar 2019 einen Rückgang um 1,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,4 Prozent, nach 5,6 Prozent vor einem Jahr. Der Arbeitsmarkt bleibe robust, sagte die Regionalchefin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann. Sollte es keinen größeren Wintereinbruch geben, erwarte sie im März auch wieder einen Abbau der Arbeitslosigkeit zum Vormonat.
Für Arbeitsminister Bernd Buchholz (FDP) ist vor allem erfreulich, dass die Zahl der arbeitslosen Menschen im Alter von über 50 Jahren um 1,1 Prozent gesunken ist. Und auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen verzeichnet mit einem Minus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat einen erheblichen Rückgang“, sagte Buchholz.
Um die insgesamt gute Entwicklung weiter zu flankieren, verlängert das Land die Förderung aus dem Landesprogramm Arbeit bis Ende 2021. „In dem wichtigen Bereich der Weiterbildung stocken wir beispielsweise den Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein um 1,5 Millionen auf insgesamt 8,5 Millionen Euro auf“, sagte Buchholz. Über den Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein – der aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert wird – können Beschäftigte in Unternehmen sowie Freiberufler und Selbstständige einen Zuschuss zu Seminarkosten von Weiterbildungen erhalten.
Auch der Zuwachs an Beschäftigung im echten Norden hält weiter an. So stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 13.500 auf 1,4 Millionen im Jahresdurchschnitt 2019. Der Zuwachs geht vor allem auf die steigende Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter zurück. „Insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen, in der Logistik und im Dienstleistungsbereich zeigt sich, dass im Vergleich zum Vorjahr neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse entstanden sind“, so Buchholz.
In Einklang mit dem jüngsten Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung geht auch Buchholz für die nächsten Monate von einer positiven Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes aus: „Die Dynamik beim Abbau der Arbeitslosigkeit dürfte nachlassen, die Beschäftigung aber aufgrund der krisenfesten Branchenstruktur in unserem Land im Laufe des Jahres weiter steigen.“
Immer weniger weiße „Glasfaser-Flecken“ auf der SH-Karte: Buchholz mit dem Chef des Breitband-Kompetenzzentrums Schleswig-Holstein, Richard Krause
Der Haushaltsüberschuss des Landes macht‘s möglich: Dank zusätzlicher 52 Millionen Euro für den Breitband-Ausbau können sämtliche offenen Glasfaser-Projekte in Schleswig-Holstein bis zum Jahr 2025 ausfinanziert werden. „Damit stellen wir sicher, dass wir innerhalb der kommenden fünf Jahre eine nahezu flächendeckende Glasfaser-Versorgung im Land erreichen“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz am Abend beim diesjährigen Branchentreffen „Bündnis für Glasfaserausbau“ in Kiel.
Bislang hatte die Landesregierung rund 105 Millionen Euro für den Glasfaserausbau zur Verfügung und zusätzlich 150 Millionen Euro aus dem Breitband-Bundesprogramm eingeworben. Damit konnte bereits eine Glasfaser-Anschlussquote von aktuell 44 Prozent aller Haushalte im Land erreicht werden. „Und damit liegen wir bundesweit mit Abstand an der Spitze“, so Buchholz. Mit der jetzigen Mittel-Aufstockung könnten bereits in zwei Jahren schon über 60 Prozent Versorgungsquote erzielt werden. Als Beispiele nannte Buchholz das Glasfaserprojekt des Zweckverbandes Ostholstein, das den Ausbau im gesamten Kreisgebiet vorsieht, sowie das Glasfaserprojekt „Lauenburgische Seen“ oder das Ausbau-Projekt „Nordfriesland Nord“ samt Außenlagen.
Derzeit befinden sich nach den Worten des Ministers bereits 638 Gemeinden im Glasfaser-Betrieb, in 139 Gemeinden werde aktuell gebaut und für 285 Gemeinden sei der Ausbau in Planung. „Das heißt: wir haben 15.300 Kilometer Glasfaser-Trassen im Betrieb und weitere 15.000 Kilometer in Planung“, so Buchholz.
Mit Blick auf die Glaserfaser-Lücken in vielen Städten erinnerte der Minister daran, dass hier nach wie vor eine Förderung nicht möglich sei. „Das liegt vor allem daran, dass die Städte für heutige Verhältnisse noch gut mit Kabelnetzen und VDSL versorgt sind. Aber auf Dauer wird das nicht reichen“, so Buchholz. Darum sei auch in Zukunft ein erhebliches privatwirtschaftliches Engagement nötig, das mit Hilfe der Investitionsbank vom Land flankiert werde. Buchholz: „Positive Ansätze gibt es bereits in Flensburg und Neumünster mit den jeweiligen Stadtwerken – und auch Lübeck hat sich auf den Weg gemacht.“
Veranstalter, Sponsoren und Vorjahres-Preisträgerin heute beim Auftakt zur dritten Runde des „Überflieger“-Wettbewerbs (von links): Axel Schulz (The By Areas); Preisträgerin Christina Wittke (myStandards Kiel), Staatssekretär Rohlfs, Björre Schneider (Marketing-Club) und StartUpSH-Chefin Dr. Anke RasmusZündende Geschäftsideen von Startups aus dem echten Norden gesucht: Die drei Vereine „The Bay Areas“, der „Marketing Club Schleswig-Holstein“ sowie „StartUp SH“ haben heute zusammen mit der Landesregierung den Startschuss für den dritten landesweiten Startup-Wettbewerb „Überflieger“ gegeben. Ab sofort sind junge Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihren Firmensitz im Land haben und zwischen Januar 2017 und Ende März 2020 gegründet wurden, zur Teilnahme aufgerufen.
Nach den Worten von Wirtschafts- und Technologie-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs winken den drei Gewinner-Teams unter anderem noch in diesem Jahr Reisen ins Silicon Valley nach San Francisco. „Der Überflieger-Wettbewerb ist für Startups also eine hervorragende Chance, sich über das Land hinaus zu vernetzen und bekannter zu machen. Wir bereiten dafür den Weg, stellen Kontakte zu möglichen Sponsoren her und bauen über unser Büro in San Francisco gern auch Brücken, über die die Geschäftsideen aus Schleswig-Holstein in die Welt getragen werden können“, so Rohlfs.
Im Gespräch mit Journalisten sagte Rohlfs weiter
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Wie die „StartUp SH“-Vorsitzende Dr. Anke Rasmus sagte, kombinieren die vier Veranstalter in diesem Jahr Altbewährtes mit Neuem: So werde es am 23. April erstmals im Inkubator des „Zentrums für Entrepreneurship“ (ZfE) der Universität Kiel ein Vor-Finale mit allen zugelassenen Bewerbern geben. „Hier werden alle die Möglichkeit haben, sich in einer Kurzvorstellung zu präsentieren. Mit dieser Neuerung wollen wir allen die Chance geben, miteinander ins Gespräch zu kommen – mit Sponsoren und Gründungs-Fachleuten“, so Rasmus. Die sechs besten Teams kommen dann ins Finale.
Über ihre Erfahrungen mit dem Wettbewerb und seine Folgen sagte die Vorjahres-Siegerin Christina Wittke von my Standards aus Kiel
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Beim Finale am 7. Mai in Kiel werden sich insgesamt sechs Gründerinnen und Gründer vor einer Jury behaupten müssen, die dann noch am Abend die drei Sieger-Teams kürt. „Unser Konzept überzeugt alte und neue Sponsoren gleichermaßen. Somit können wir erneut den Startups die Möglichkeit bieten, ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu reisen“, sagt Börrje Schneider vom Marketing Club Schleswig-Holstein.
Und Axel Schulz vom Verein „The Bay Areas“ ergänzt: „Von Schleswig-Holstein aus über die Grenzen zu sehen und unsere Partnerschaft mit San Francisco dabei gewinnbringend im Startup-Mekka der USA für unsere Startups zu nutzen, ist eine tolle Chance. Starke Partner agieren hier gemeinsam und wir freuen uns wieder auf eine landesweite Beteiligung.“
Hier ein Livestream-Audio des gesamten Pressegesprächs
Zusätzlich zu den drei Reisen nach San Francisco und ins Silicon Valley (18. bis 25. Oktober) wird es dieses Jahr auch erneut einen Sonderpreis geben: Eine Wildcard für das StartUp-Camp Schleswig-Holstein des Wirtschaftsministeriums (8. bis 13. Juni an der Fachhochschule Wedel).
Bewerbungen mit Motivationsschreiben und „Pitchdeck“ können ab sofort bis spätestens 31. März eingereicht werden unter: wettbewerb@startupsh.de
Mit zwei großen Tagungen will das Fehmarnbelt Business Council (FBBC) in diesem Jahr über den geplanten Bau des Ostseetunnels zwischen Deutschland und Dänemark informieren. Dieses Jahrhundertbauwerk biete große Chancen und sei ein Impulsgeber für das Zusammenwachsen zwischen Skandinavien und Mitteleuropa, sagte heute der Vorsitzende der Organisation, Arno Propst. Deshalb soll es im Rahmen der Fehmarnbelt Days am 17. Mai in Weißenhäuser Strand im Kreis Ostholstein ein öffentliches Festival geben.
Bislang waren die Fehmarnbelt Days reine Fachtagungen für Beteiligte und Unternehmer. In diesem Jahr seien alle Bürger aus Norddeutschland, Dänemark und Schweden eingeladen, sich zu informieren und miteinander zu feiern, sagte die FFBC-Managerin Nina Höfner. Bei einer Fehmarn Link Business Conferenz am 12. März in der dänischen Stadt Rödby haben dagegen Unternehmen aus Norddeutschland Gelegenheit, Dienstleistungen für den Bau des Tunnels sowie der Straßen- und Schienenanbindungen anzubieten. Diese Konferenz sei die Kick-Off-Veranstaltung für den Tunnelbau, bei der Angebot und Nachfrage zusammengebracht werden sollten, sagte der Geschäftsführer der Stiftung Femernbelt Development, Stig Rømer Winther. In Dänemark würden die ersten Bauarbeiten für das Tunnelprojekt in diesem Frühjahr beginnen.
Im FBBC haben sich 2007 elf Handelskammern und Wirtschaftsverbände aus Deutschland, Dänemark und Südschweden zusammengeschlossen. Sie vertreten nach eigenen Angaben mehr als 400 000 Unternehmen
Nun also doch: Der zweigleisige Ausbau der Marschbahn-Strecke vor und auf Sylt soll wieder in das so genannte Maßnahmegesetz des Bundes aufgenommen werden, mit dem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) den Bau besonders wichtiger Projekte vorantreiben will. Darauf haben sich, wie Bundesverkehrs-Staatssekretär Enak Ferlemann heute bestätigte, die Spitzen der Regierungs-Fraktionen im Bund verständigt. Am morgigen Mittwoch befasst sich noch einmal der Verkehrsausschuss des Bundestags mit dem Thema, am Freitag soll das Gesetz dann im Bundestag beschlossen und anschließend dem Bundesrat zugeleitet werden. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) zeigten sich entsprechend zufrieden: „Wir haben hart darum gekämpft – ich freu mich“, sagte Buchholz.
Über das geplante Maßnahmegesetz ist vorgesehen, große Infrastrukturvorhaben künftig vom Parlament per Gesetz zu genehmigen statt wie bisher von einer Behörde nach einem langen Planfeststellungsverfahren. Klagen wären dann nicht mehr vor Verwaltungsgerichten möglich, sondern nur noch vor dem Bundesverfassungsgericht. Damit wäre ein schnellerer Bau möglich.
Zwar hatte Scheuer den Gleis-Ausbau zwischen Niebüll und Klanxbüll sowie Morsum und Tinnum zunächst in seinen Entwurf aufgenommen, doch Ende November war er auf Drängen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) wegen juristischer Bedenken wieder herausgestrichen worden.
Buchholz am Rande der letzten Bundesratssitzung mit Umweltministerin Svenja Schulze und Staatssekretär Ferlemann
Das Bundesumweltministerium hatte juristische Gründe für sein Nein angeführt. Der klima- und verkehrspolitische Nutzen solcher Projekte müsse sehr hoch sein, um das Konzept der Legalplanung zu rechtfertigen. Der Nutzen einer zweigleisigen Marschbahn sei aber nach dieser fachlichen Prüfung mit den übrigen in dem Gesetzentwurf enthaltenen Schienenverkehrsprojekten nicht vergleichbar. Dies hatte im Norden für erhebliche Kritik gesorgt.
Verkehrsminister Buchholz warb im Dezember im Bundesrat erfolgreich für den beschleunigten Ausbau der Bahnstrecke, der einzigen festen Verbindung zwischen der Insel und dem Festland. Es gehe nicht darum, «dass die Schönen und die Reichen mit ihren SUV schneller auf die Insel kommen und wieder runter». Sondern es gehe um täglich 4000 bis 6000 Pendler vom Festland zur Insel, die auf Sylt arbeiten. Bei Pünktlichkeitsquoten im vergangenen April bei 50 Prozent könne niemand seinen Job pünktlich erreichen oder nachmittags die Kinder aus dem Kindergarten abholen.
Hier ein Auszug aus der Dezember-Rede:
Bereits im November hatte der Landtag in Kiel einen raschen Ausbau der Bahnstrecke Hamburg-Sylt gefordert. Auf der Strecke verursachen defekte Waggons, Bauarbeiten und fehlendes Personal seit langem immer wieder Verspätungen und Zugausfälle. Unter anderem mit einem Investitionsprogramm für die Sanierung der Infrastruktur will die Bahn die Situation künftig verbessern.
Zur Einigung in Berlin sagte die nordfriesische CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Damerow: «Ich freue mich sehr über diesen Erfolg. Das ist ein gutes Signal für unsere Region und die gesamte Westküste.» Ihr Bundestagskollege Johann Wadephul ergänzte: «Wir konnten in harten Verhandlungen unseren Koalitionspartner überzeugen, die Marschbahn wieder in den Gesetzentwurf aufzunehmen.» Er sei sicher, das Gesetz werde nach der Einigung der Fraktionsspitzen Zustimmung finden.
In dem neuen Gesetzentwurf heißt es: «Bei dem Ausbau der Eisenbahnstrecke von Niebüll über Klanxbüll nach Westerland handelt es sich um ein verkehrlich bedeutendes Projekt, dessen Maßnahmenziel die Herstellung der Zweigleisigkeit auf dem Festland und in einem Teilabschnitt auf Sylt ist. Diese Kapazitätserweiterung ist dringend erforderlich, da der Engpass der Strecke zu unzumutbaren Unzuverlässigkeiten im Personenverkehr führt, die primär die Pendlerströme (insbesondere für Arbeitnehmer mit Wohnsitz auf dem Festland, die einer Tätigkeit auf Sylt nachgehen) ganzjährig beeinträchtigen.» Zusammenfassend werde durch die derzeit unzureichende infrastrukturelle Anbindung der Insel Sylt maßgeblich geschädigt.
«Die Ausbaumaßnahme hat einen engpassfreien Zulauf zur Insel, die in Deutschland nur auf der Schiene erreichbar ist, zum Ziel.» Das Projekt diene auch dem Klimaschutz. Eine zunehmende Nutzung des Schiene durch mehr Zuverlässigkeit und Kapazität diene der Umwelt auf der Insel.
Zur Auftragsvergabe und den Folgen für die SH-Industriepolitik findet sich heute auch ein Interview im sh:z (zum Link siehe unten)
Im Streit um die Vergabe des Milliardenauftrags für das deutsche Kampfschiff «MKS 180» hat die Kieler Werft German Naval Yards (GNYK) juristische Schritte eingeleitet. Der Schriftsatz sei an das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr geschickt worden, teilte das Unternehmen heute mit. Gebe die Behörde der Rüge nicht statt, werde die Werft «definitiv einen Nachprüfungsantrag bei der Vergabekammer des Bundes einreichen». Notfalls will das Unternehmen Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf einreichen.
German Naval Yards sei von dem Auftrag über 5,27 Milliarden Euro für vier Schiffe ausgeschlossen worden, weil das Unternehmen unter 0,15 Prozent der Forderungen nicht erfüllt habe, zitierte das Unternehmen den von der Werft beauftragten Vergaberechtsexperten Roland M. Stein. Doch keiner der angeblichen Gründe rechtfertige einen Ausschluss vom Verfahren. Stattdessen müsse vielmehr die niederländische Damen-Werft ausgeschlossen werden. Bei ihr gebe es erhebliche und begründete Zweifel, ob deren Angebot mit zentralen Aspekten der Ausschreibung übereinstimme. Neben Themen des Antriebs gehe es dabei auch um sicherheitsrelevante Aspekte.
Am 13. Januar war bekannt geworden, dass das europaweit ausgeschriebene neue Marine-Kampfschiff unter niederländischer Federführung bei Blohm und Voss in Hamburg gebaut werden soll. Es ist der größte Marineauftrag dieser Art in der Geschichte der Bundeswehr. Um den Auftrag hatte sich auch GNYK mit Thyssenkrupp Marine Systems (TkMS) als Subunternehmer beworben. Die Entscheidung für das niederländisch geführte Konsortium war in Politik und Wirtschaft auf massive Kritik gestoßen.
Noch klingt es ein wenig nach Zukunftsmusik, aber in einigen Jahren soll es Realität sein: Forscher und Unternehmen wollen für Kiel eine autonom fahrende Bus-Fähre-Kombination entwickeln. Das Land hilft und Beteiligte hoffen auf einen Exportschlager.
Eine Kombination aus autonom fahrenden Bussen und Förde-Fähren könnte in Zukunft den Nahverkehr in Kiel revolutionieren. Daran wollen Wissenschaftler Kieler Hochschulen und des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung (Darmstadt) gemeinsam mit einem schleswig-holsteinischen Firmenkonsortium arbeiten. Das Land werde das Projekt mit absehbar einer halben Million Euro fördern, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) der Deutschen Presse-Agentur. Er habe den Projektträgern grünes Licht für den Aufbau des nötigen Netzwerks gegeben. «Unser gemeinsames Ziel ist es, zukünftig mehr Menschen dazu zu bringen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und damit die Umwelt und vor allem Menschen in der Stadt zu entlasten», sagte Buchholz.
Das Mobilitäts-Projekt heißt «CAPTin Kiel» (Clean Autonomous Public Transport/Sauberer autonomer öffentlicher Verkehr). Außer den Hochschulen und Unternehmen wie TKMS, Raytheon Anschütz und German Naval Yards ist auch die Landeshauptstadt Kiel mit ihren Gesellschaften Partner des Verbundes.
«Wir alle sind überzeugt, dass diese Idee enormes Potenzial für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein in sich birgt», sagte Buchholz. «Deshalb unterstützen wir diesen Ansatz auch als Beitrag zu einer Green Economy.» Die Vision sei ein zunehmend von autonomen Lösungen geprägtes urbanes Mobilitätssystem, das sicher, schadstofffrei und klimafreundlich ist. Der Individualverkehr würde deutlich reduziert, Verkehrsträger zu Land und Wasser intelligent miteinander verbunden.
«Das Netzwerk „CAPTin Kiel“ wird Basis sein für den Transfer innovativer Forschungsergebnisse und Designentwürfe in die Wirtschaft, sagte der Kieler Uni-Präsident Lutz Kipp. So könnten neue Technologien für den Weltmarkt etabliert werden. «Wir freuen uns sehr, dass das Land das Projekt von Wissenschaft, Wirtschaft und Stadt unterstützt.» Es verbinde Digitalisierung und Mobilität mit den Stärken des Wissenschafts- und Industriestandortes. Schon jetzt rufe es Interesse in aller Welt hervor. «Die Technologie könnte ein neuer Exportschlager des Nordens werden», sagte Kipp.
Derzeit bereiten Forschern ein digitales Testfeld an und auf der Kieler Förde vor. Die beteiligten Unternehmen planen laut Wirtschaftsministerium zudem den Bau eines Schiffes als Versuchsträger auf der Grundlage von Designstudien der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Für den Antrieb der Busse und Personenfähren soll «grüner Wasserstoff» verwendet werden, gewonnen aus Windstrom in Schleswig-Holstein.
So könnte die künftige Förde-Fähre der Kieler SFK aussehen: Autonom, modern und klimaneutral – Projektskizze der Muthesius-Kunsthochschule Kiel
Ein unerwartet hoher Haushaltsüberschuss des Landes aus dem Jahr 2019 macht’s möglich: Land und Kommunen in Schleswig-Holstein können sämtliche Glasfaser-Projekte realisieren, die zu einer flächendeckenden Versorgung bis zum Jahr 2025 nötig sind. Für Wirtschaftsminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“. Denn: Hinter so manches Projekt war wegen gestiegener Kosten im letzten Jahr ein kleines Fragezeichen geraten. Video starten….
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus