Der Investor Lars Windhorst hat die angeschlagene Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) vollständig übernommen. Seine Investmentgesellschaft Tennor Holding B.V. sei nun alleiniger Eigentümer, teilte die FSG jetzt mit. Die norwegische Siem Europe habe ihre restlichen Geschäftsanteile an Windhorsts frühere Sapinda Holding übertragen. Die Sapinda Holding war Anfang des Jahres bei der 1872 gegründeten FSG eingestiegen und hatte 76 Prozent der Anteile übernommen. Im Mai wurde die Sapinda in Tennor umbenannt.
Der norwegische Konzern Siem Industries – seit September 2014 an der FSG beteiligt – kündigte an, weiter eng mit Tennor, den Kunden sowie den Lieferanten der FSG zusammenzuarbeiten, um das langfristige Wachstum und somit die Zukunft der Werft zu sichern. Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft hatte im April für das vergangene Jahr bei einem Umsatz von 213 Millionen Euro einen Nettoverlust von 111 Millionen Euro ausgewiesen. Vor allem die Verzögerungen bei einem Neubau waren Schuld an den tiefroten Zahlen.
Ebenfalls am Freitag teilte die FSG mit, dass sie ein weiteres sogenanntes Ro-Ro-Schiff an Siem übergeben habe. Es sei das bereits siebte Schiff. Die «Leevsten» ist knapp 210 Meter lang, 26 Meter breit und hat eine Tragfähigkeit von 11 900 Tonnen. Die Fähre habe einen Tiefgang von 6,45 Metern und verfüge über eine Ladekapazität von 4076 Spurmetern. Ein Spurmeter entspreche einem laufenden Meter Ladespur von zwei Metern Breite
Der schleswig-holsteinische Landtag hat den Bund in dieser Woche aufgefordert, sein Versprechen für einen übergesetzlichen Lärmschutz für die Hinterlandanbindung der geplanten Fehmarnbeltquerung nicht zu brechen. Verkehrsminister Buchholz (FDP) sprach am Donnerstag in Kiel im Parlament von einem Affront, dass Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im Gegensatz zu einem Bundestagsbeschluss seit kurzem nur noch den gesetzlichen Mindest-Lärmschutz plane. Der dringende Apell an den Bund und unsere Bundestagsabgeordneten – für Buchholz seine „Meldung der Woche“
Die Sieger: Thomas von Wantoch, Ulrich Hofmann und Benedikt Kläs von der Itzehoer „OQumented“ mit Minister Buchholz und dem Moderator bei der Siegerehrung Fotos: Konitzki
Die Itzehoer Firma „OQmented GmbH“ ist der diesjährige Hauptsieger des StartUp-Camps 2019 des Landes Schleswig-Holstein. Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz überreichte den drei Gründern Benedikt Kläs, Dr. Ulrich Hofmann und Thomas von Wantoch am heutigen Abend in Flensburg den ersten Preis.
Den zweiten Platz belegen Moritz von Grotthuss und Sascha Klement mit ihrer Lübecker Firma „Bareways GmbH“, den dritten Platz die Gründer der in Kopenhagen ansässigen „Nautix Technologies IVS“. Alle Sieger werden für drei Monate ins Silicon Valley geschickt, um bei „Plug and Play“ in San Francisco weitere Erfahrungen zu sammeln. Mit „Plug and Play“, einem global agierenden Technologie-Accelerator und einem der aktivsten Wagniskapitalgeber in den USA, hatte das Land in diesem Jahr eine Partnerschaft geschlossen.
Buchholz bei der Preisverleihung
„Alle drei Sieger sind großartige Glanzlichter unserer Technologieszene mit einem enormen Gründergeist – aber auch alle sieben weiteren Firmen, die sich hier in der letzten Woche an der Uni Flensburg für die Schlussrunde unseres Wettbewerbs in Position gebracht haben, haben Großartiges geleistet. Ich bin sicher, dass wir von Ihnen allen noch viel hören werden“, sagte Buchholz. Er dankte zugleich den zahlreichen Sponsoren des Wettbewerbs, ohne die das mittlerweile dritte StartUp-Camp nicht möglich gewesen wäre.
Der Erstplatzierte, die „OQmented GmbH“ ist eine Ausgründung aus dem Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie ISIT in Itzehoe. Nach den Worten von Buchholz seien die Firmeninhaber seit bald 20 Jahren maßgebliche Treiber bei der Entwicklung der so genannten MEMS-Spiegeltechnologie. Ihre Geschäftsidee: Die Entwicklung und Fertigung von Mikro-Laserscannern für Reality-Brillen oder 3-D-Kameras. Eines der Anwendungsgebiete: autonomes Fahren. Wie Gründer Benedikt Kläs sagte, sei die Reise ins Silicon Valley für ihn schon deshalb besonders interessant, „weil man in den USA zwar unsere Konkurrenten Bosch und ST Microelectronics kennt, bislang aber noch nicht OQumended – das wird sich hoffentlich nun ändern“, so Kläs
Gespanntes und fachkundiges Publikum heute Abend bei der Flensburger Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wireg
Die Gewinner des zweiten Preises, die Lübecker „Bareways GmbH“, ist auf einem ähnlichen Feld aktiv. Das Unternehmen entwickelt und produziert Produkte im Bereich der nicht-urbanen Mobilität, insbesondere Softwarelösungen für Smartphone-Apps, Fahrerassistenzsysteme und autonome Fahrsysteme.
Zweitbestes Geschäftskonzept: Moritz von Grotthuss bon Bareways aus Lübeck
Die drittplatzierte Kopenhagener „Nautix Technologies IVS“ bietet Reedern unter anderem eine moderne schiffszentrierte Betriebsverwaltung zur Planung, Vorhersage und Ausführung von Geschäften oder Sicherheitsvorkehrungen an.
Drei weitere Gewinner des diesjährigen StartUp-Camps hatten sich bereits bei der Vorauswahl im Wirtschaftsministerium Eintrittskarten für einen Silicon-Valley Aufenthalt gesichert:
Orthodrone GmbH: Das Kieler Team rund um die Gründer Juri Klusak, Julian Teege und Johann Wenzel erfasst Daten durch Befliegen mit automatisierten Drohnen. Basierend auf innovativer Sensortechnologie, individueller Auswertung, wissenschaftlicher Methodik und Analytik stellt Orthodrone hochgenau georeferenzierte Flächendaten bereit.
Travelsation UG ist ein Travel-Tech-Startup aus Hamburg mit den Gründern Niels Mueller-Wickop und Valentin Funk. Sie ermöglichen es jedem, die Welt sicher zusammen mit anderen zu erkunden. Auf ihrer Plattform kann jeder eine Reise einstellen und Mitreisende finden.
Instruments of Things: Die Kieler Gründer Henrik Lange, Niko Schönig und David Knop ermöglichen Künstlern und Musikern, ihre elektronischen Instrumente durch Bewegung zu steuern. Instrument of Things gehörte bereits letztes Jahr zu den Camp-Preisträgern und gewann zusätzlich noch den Publikumspreis und damit eine StartUp-Reise nach Dubai und Singapur.
Wachstumslokomotive Tourismus: Die Branche meldet im Norden immer neue Rekorde. Dennoch haben Minister Buchholz und die Tourismus-Agentur noch einige Reserven im Blick.
Trotz Rekordzahlen im ersten Halbjahr sieht Schleswig-Holsteins Tourismusminister Bernd Buchholz Wachstumspotenzial für die Branche. Das gelte quantitativ besonders für das Binnenland, sagte der FDP-Politiker heute in Kiel. «Aus meiner Sicht kann von overtourism keine Rede sein.» Der klare Schwerpunkt liege aber auf qualitativem Wachstum. «An Toptagen im Sommer ist es schon eng in Schleswig-Holstein», sagte Buchholz.
Die Tourismusbranche hatte nach eigenen Angaben das beste erste Halbjahr ihrer Geschichte abgeschlossen. Das Land habe über den Bundesdurchschnitt zugelegt, sagte Buchholz. In den ersten sechs Monaten waren fast 3,93 Millionen Übernachtungsgäste in das Land gekommen und damit 5,1 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, wie das Statistikamt Nord am Mittwoch voriger Woche mitgeteilt hatte. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 5,7 Prozent auf gut 14,57 Millionen. In vielen Ferienorten an Nord- und Ostsee seien in den vergangenen Jahren hochwertige neue Hotel- und Freizeiteinrichtungen entstanden.
Die ersten sechs Monate bringen in der Regel 40 Prozent des jährlichen Gesamtgeschäfts. 2018 waren in den Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten 34 Millionen Übernachtungen gezählt worden – ein Allzeithoch. Für das Gesamtjahr sagte Tourismusagentur-Chefin Bettina Bunge ein Wachstum von drei bis fünf Prozent voraus. Buchholz zeigte sich «etwas verhaltener in der Erwartung», weil die wichtigsten Monate Juli und August insgesamt nicht so warm waren wie im Vorjahr. Die Buchungslage sei sehr gut, auch im Blick auf Weihnachten und Silvester, betonte Bunge.
45 Prozent des Tourismusgeschäfts entfallen auf die Ostsee, 35 Prozent auf die Nordsee und 20 Prozent auf das Binnenland. Allein Sylt hat einen Anteil von 9 Prozent. Es folgen im Ranking Lübeck mit Travemünde, St. Peter-Ording, Timmendorfer Strand und Grömitz.
Als Besucher-Magnet nach wie vor unschlagbar: Die Küsten und Inseln des Landes – hier der Strand auf Amrum
Im Binnenland müsse mehr getan werden, um die dortigen Potenziale besser zu nutzen, sagte Buchholz. In der Holsteinischen Schweiz gab es in den ersten sechs Monaten Rückgänge zum Vorjahr. Nord- und Ostsee legten dagegen deutlich zu. Nach Einschätzung des Ministers würde manchen Orten speziell im Binnenland ein Modernisierungsschub bei der Ortsgestaltung guttun. Erforderlich seien touristische Entwicklungskonzepte und Investitionen in die Infrastruktur.
Mancherorts sei man «noch sehr tradiert unterwegs». Das Binnenland habe in der Vergangenheit auch nicht im Fokus der Tourismusstrategie des Landes gestanden. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren seien Orte wie Malente absolute Hotspots des Tourismus gewesen, sagte Buchholz. «Da würde ich Malente gern wieder sehen.»
Buchholz betonte das Gewicht der Branche als Wirtschaftsfaktor für das ganze Land. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt sei in den vergangenen Jahren von unter sechs auf mehr als zehn Prozent gestiegen.
Der Auslandstourismus wuchs zuletzt zwar stärker als das Inlandsgeschäft, ist mit einem Anteil von 6,6 Prozent aber noch relativ niedrig. «Deshalb müssen wir auch im Ausland trommeln», sagte Tourismusagentur-Chefin Bunge. Die meisten ausländischen Gäste seien Dänen, mit großem Abstand gefolgt von Schweden, Schweizern, Polen und Niederländern. Bunge bezeichnete einen Ausländeranteil von zehn Prozent als realistisches Ziel.
Toshiba-Vizepräsident Shigetomo Shiraishi mit Staatssekretär Rohlfs
Der japanische Toshiba-Konzern will spätestens im nächsten Jahr über eine Produktion innovativer Lokomotiven in Deutschland entscheiden. Das sagte Wirtschafts-Staatssekretär Rohlfs heute im Anschluss an ein zweistündiges Gespräch mit Toshiba-Bahnspartenchef Shigetomo Shiraishi in Tokio. «Ich bin nach den Gesprächen weiterhin sehr zuversichtlich, dass es gelingen wird, zumindest einen großen Teil der Fertigung und Entwicklung der neuen Hybrid-Loks von Toshiba nach Kiel zu bekommen,» so Rohlfs. Es sei vereinbart worden, über Details des Besprochenen noch Stillschweigen zu bewahren.
In einem weiteren engen Dialog sollen offene Punkte geklärt werden. Er sei genau zum richtigen Zeitpunkt in Japan, weil Toshiba mitten im Entscheidungsprozess über eine Fertigung in Deutschland sei. Deshalb sei auch der direkte Kontakt zu Shiraishi wichtig gewesen. Toshiba habe bei dem Treffen auch deutlich gemacht, dass der erste Auftrag von der DB Cargo mit 100 Loks, von denen jetzt die ersten 50 gebaut werden sollen, nur ein Einstieg in den gesamten europäischen Markt sein solle. Von dem Fertigungsstandort in der Deutschland, der hoffentlich Kiel sein werde, sollten dann europaweit Aufträge generiert und abgearbeitet werden, sagte Rohlfs.
Rohlfs sagte nach den heutigen Gesprächen weiter – Audio starten (im Browser anhören“)
Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt steht in einem Standortwettbewerb mit Rostock. Möglicherweise könnte eine Personalie den Ausschlag geben: Laut Kieler Wirtschaftsministerium hat der ab 1. November amtierende Toshiba-Verantwortliche für das Europaprojekt Verwandte in Lübeck und damit enge Beziehungen nach Schleswig-Holstein.
Toshiba habe ihm bedeutet, es solle so früh wie möglich eine Entscheidung fallen, sagte der Staatssekretär. Die Stadt Kiel hofft auf bis zu 300 neue Arbeitsplätze. Kiel ist ein traditionsreicher Lokbau-Standort. Toshiba hat an der Förde schon den Prototypen der neuartigen Lok entwickelt und gebaut.
Marc Fischer (Mitte) von der Kieler Firma HYDRO-BIOS und Dr. Sonja Endres vom MCN erläutern Buchholz ein Proben-Messgerät, das in 3000 Metern Tiefe arbeiten kannDie hoch spezialisierten Werften in Schleswig-Holstein mit ihrer Expertise im Marine- oder Yachtbau sind europaweit bekannt – doch die Innovationskraft dieser Branche spiegelt sich auch in zahlreichen anderen Bereichen wider. Davon konnte sich Wirtschafts- und Technologieminister Bernd Buchholz heute auf Einladung des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN) an Bord des Forschungsschiffes „Haithabu“ ein Bild machen.
Buchholz traf Vertreter von fünf Unternehmen aus dem maritimen Umfeld, die sich auf die Entwicklung hochmoderner Technologien spezialisiert haben. Die Lübecker Dräger Safety AG & Co. KGaA präsentierte ein hochmodernes Schiffs-Gaswarnsystem, die HYDRO-BIOS Apparatebau GmbH aus Kiel Geräte zur Probenentnahme für die Meeresforschung und die Palfinger Marine Germany GmbH mit Sitz in Dägeling bei Itzehoe führte ihre leistungsstarken Kranmodelle für den Einsatz auf Ladedecks vor. Darüber hinaus stellt die SubCtech GmbH aus Kiel Lösungen für wissenschaftliche Messmethoden der Wasserqualität vor und die Volvo Penta Central Europe GmbH aus Kiel zeigt die Besonderheiten moderner Schiffsmotoren und -antriebssysteme.
Im Anschluss an den Rundgang sagte Buchholz im Gespräch mit Journalisten unter anderem- Video starten
Wie der Minister weiter sagte, sei eine elementare Voraussetzung für den überregionalen und internationalen Erfolg hochspezialisierter kleiner und mittlerer Unternehmen mit maritimer Ausrichtung vor allem ein funktionierendes Netzwerk: „In Schleswig-Holstein unterstützen wir mit unserer etablierten Clusterpolitik bereits seit Jahren nicht nur die Vernetzung innerhalb der Branche, sondern sorgen auch für einen stetigen intensiven Austausch mit Forschung und Politik.“ Dazu gehöre es selbstverständlich, sich regelmäßig aus erster Hand über Kompetenzen und Perspektiven schleswig-holsteinischer Unternehmen zu informieren, so Buchholz.
Der Initiator dieses Maritimen Wirtschaftsdialogs, das heutige MCN, wurde 2006 als „Maritimes Cluster Schleswig-Holstein“ auf Initiative der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) gegründet und hat sich seitdem zu einer länderübergreifenden Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft der Branche entwickelt, an der neben Schleswig-Holstein auch Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sind. Die Geschäftsstelle Schleswig-Holstein wird nach wie vor von der WTSH geleitet.
Der Minister lässt sich an Bord einen Kran der Firma Palfinger Marine aus Dägeling vorführenDie „Haithabu“ ist ein modernes Gewässerüberwachungsschiff des Landes Schleswig-Holstein und wird vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN-SH) betrieben. Sie erfüllt vielfältige Aufgaben für unterschiedliche Landesbehörden und wird unter anderem als wissenschaftliches Forschungsschiff, bei der Ölbekämpfung oder beim Auffinden und Räumen von Munition eingesetzt.
Und so berichten die „Kieler Nachrichten“ in ihrer Dienstagausgabe:
Mehr Beschäftigte, mehr Arbeit, höherer Umsatz, mehr Aufträge – auf dem Bau in Schleswig-Holstein brummt es weiter kräftig. Im Bauhauptgewerbe stieg die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden im ersten Halbjahr im Vorjahresvergleich um 19 Prozent auf 9,1 Millionen, wie das Statistikamt Nord heute berichtet. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich um 15 Prozent auf mehr als 15 800. Im Wohnungsbau nahm das Arbeitsvolumen um 26 Prozent zu.
Der baugewerbliche Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten zum ersten Halbjahr 2018 um 34 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Allein der Wohnungsbau legte um 38 Prozent auf 535 Millionen Euro zu. Die Auftragseingänge wuchsen insgesamt um 14 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Die Statistik erfasste 362 Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten.
Das Forschungsschiff „Haithabu“ hat heute ab 12.30 Uhr an der Kieler Blücherbrücke besondere Gäste an Bord: Auf Einladung des Maritimen Clusters Norddeutschland trifft sich Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz im Rahmen eines Pressetermins mit Vertreterinnen und Vertretern von hochspezialisierten Unternehmen aus der maritimen Branche Schleswig-Holsteins.
Geplant sind ein Schiffsrundgang, bei dem spezialisierte Technologien „Made in Schleswig-Holstein“ vorgestellt werden, sowie ein persönlicher Austausch der Unternehmensvertreter mit dem Minister.
Heute in den Kieler Nachrichten: ein ausführliches Interview mit WT.SH-Chef Bösche
Der Name ist äußerst sperrig, die Organisation dafür aber umso wendiger, kompetenter und schlagkräftiger: Die „Wirtschaftsförderung und Technologiefransfer Schleswig Holstein GmbH“ – kurz WT.SH – feiert ihren 15. Geburtstag. Sie ist für das Land und die IHKen vor allem so etwas wie die Speerspitze der Wirtschaftsförderung im echten Norden. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz und WT.SH-Aufsichtsratschef Thilo Rohlfs sagen: Happy Birthday!
Schleswig-Holstein zeigt ab heute für eine Woche Flagge im Land der aufgehenden Sonne: Wirtschafts-Staatssekretär Thilo Rohlfs wird in Tokio, Osaka und Kobe unter anderem für den Bau abgasarmer Lokomotiven durch Toshiba in Schleswig-Holstein werben. Am Dienstag trifft der FDP-Politiker in Tokio auf den für diesen Bereich zuständigen Vizepräsidenten der Bahn-Sparte des japanischen Konzerns. «Wir haben sehr gute Argumente für Kiel als Standort für eine weitere Lokfertigung», sagte Rohlfs der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld der Reise. Das Besuchsprogramm von Rohlfs ist Bestandteil einer gemeinsamen Reise mit Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und einer Wirtschaftsdelegation.
Zu den Absichten und Zielen der Reise sagte Rohlfs heute in Hamburg vor dem Abflug (Audio starten – „im Browser anhören“)
Als Standort für den Bau der Hybrid-Loks bewirbt sich neben Kiel auch Rostock. Im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern hat das Unternehmen bereits eine gewerbliche Förderung beantragt. Kiel ist ein traditionsreicher Lokbau-Standort. Toshiba hat an der Förde bereits den Prototypen der neuartigen Lok entwickelt und gebaut und ihn im Sommer auf der Logistik-Messe Innotrans vorgestellt. Die Zentrale für seine europaweiten Bahnaktivitäten hatte der Konzern bereits von Düsseldorf nach Kiel verlegt.
Ausschnitt aus den „Kieler Nachrichten“ über die Präsentation des Lok-Prototyps auf der Logistik-Messe Innotrans im Juni dieses Jahres
Neben einer bestehenden Produktionshalle bietet der Standort Kiel nach den Worten von Rohlfs Fachkräfte mit Eisenbahntechnik-Erfahrung: «Ich werde deutlich machen, welche Vorzüge Kiel als Standort für eine Lokfertigung hat.» Weitere Themen der Reise sind ein Besuch der Partnerregion Hyogo und eine integrierte Wasserstoffwirtschaft. «Die Japaner sind Pioniere im Bereich Wasserstoff.»
Besonders interessant sind laut Rohlfs die japanischen Ansätze für eine sektorübergreifende Wasserstoff-Strategie, denn dies könne die entscheidende Antwort auf die Energie- und Klimaprobleme sein, mit einer tiefgreifenden Dekarbonisierung von Verkehr, Energie, Industrie und Wohnen und gleichzeitiger Erhöhung der Energiesicherheit.
Die guten Beziehungen Schleswig-Holsteins zu Japan zeigen sich ebenfalls im Bereich der Life Sciences. Rohlfs: „Die Clustermanagement-Organisationen beider Regionen haben die Vertiefung der Aktivitäten zwischen Life Science Nord und dem Kobe Biomedical Innovation Cluster nicht nur vereinbart, sondern füllen sie auch mit Leben aus. Diese Zusammenarbeit ist gut und zukunftsträchtig.“
Von daher freue es ihn besonders, bei einem Treffen mit Generaldirektor Mizuguchi der Präfektur Hyogo, die Möglichkeiten einer Vertiefung der Zusammenarbeit auszuloten.
Am kommenden Sonnabend reist die Delegation zurück nach Deutschland.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus