Sonnabend-Ausgabe des „Nordfriesland-Tageblatts“: Vorbericht auf den heutigen Bahnn-Gipfel
Knapp eine Woche nach dem Besuch von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer beschäftigt sich die Westküste heute Abend ab 19 Uhr erneut mit den nach wie vor schlechten Zuständen auf der Marschbahn-Strecke. Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen hat ein weiteres Mal zu einem „Bahn-Gipfel“ eingeladen, zu dem unter anderem DB-Regio-Chef Torsten Reh und andere DB-Vertreter geladen sind (siehe Vorbericht „Nordfriesland-Tageblatt“ von Sonnabend)
Auch Verkehrsminister Bernd Buchholz wird nach Niebüll kommen. Er erinnerte im Vorfeld der Sitzung daran, dass Bundesverkehrsminister Scheuer die andauernden Probleme auf der Bahnstrecke nach Sylt in dieser Woche ebenfalls bei der Deutschen Bahn in Berlin thematisieren will. «Ich werde das offensiv aufgreifen», hatte Scheuer am letzten Donnerstag nach einem Arbeitstreffen mit Buchholz in Flensburg erklärt. Es könne nicht sein, dass so viele Pendler, aber auch Touristen und Hotelgäste, unter den unhaltbaren Zuständen litten.
Buchholz sagte, auch über den zweigleisigen Ausbau der Strecke sei er im Gespräch mit der Bundesregierung. Er habe erfreut zur Kenntnis genommen, dass noch im dritten Quartal auf Bundesebene Entscheidungen über die so genannten vordringlichen Bedarfe des Bundesverkehrswegeplans anstünden.
Und so berichten heute früh die „Kieler Nachrichten“:
Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, ihre eigene Chefin zu sein. Trotzdem ist der Berufswunsch „Unternehmerin“ für viele Frauen immer noch nicht selbstverständlich. Nur jedes dritte Unternehmen wird von einer Frau geführt. Die Selbständigenquote von Frauen ist im echten Norden nur halb so hoch wie bei Männern. Dabei besitzen mehr Frauen als Männer einen Berufsabschluss und fast jeder zweite Hochschulabschluss wird von einer Frau erzielt.
In Anbetracht der demographischen Entwicklung wird Schleswig-Holstein in Zukunft deutlich mehr Unternehmerinnen und weibliche Führungskräfte benötigen.
Zu seiner „Meldung der Woche“ hat Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz darum eine neue Veranstaltung der Innvestitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) gekürt – einfach Video starten…
Blick aus dem Fenster des „Northers Germany Innovation Office Schleswig-Holstein / Hamburg“ in der Mont Gomery Street 101 in San Francisco
Take off in die innovativste und spektakulärste Technologie-Region der Welt: Eine Delegation der Landesregierung unter Leitung von Staatskanzlei-Chef Dirk Schrödter und Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs wird am Dienstag erstmals in der Landesgeschichte eine Schleswig-Holstein-Dependance in San Francisco eröffnen. Heute früh startete die Delegation – zur der auch Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer gehört – mit knapp 60 Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft in die USA. Am „Northern Germany Innovation Office“ ist auch Hamburg beteiligt.
Nach den Worten von Rohlfs ist das Ziel des zunächst auf drei Jahre befristeten Projektes, Unternehmen aus dem Silicon Valley und San Francisco mit Akteuren aus Norddeutschland zu vernetzen – darunter auch Verbände und Vereine. Dazu werden die Mitarbeiter in San Francisco eng mit ihren Kolleginnen und Kollegen der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein (WTSH) in Kiel kooperieren.
„Es geht schlicht darum, die Tür zur innovativsten Region der Welt für uns zu öffnen“, sagt Staatskanzleichef Schrödter. Er dankte in dem Zusammenhang auch Kiels Oberbürgermeister Kämpfer für die intensiv gepflegte Städtepartnerschaft der Landeshauptstadt mit San Francisco sowie dem enormen Engagement des Vereins „The Bay Areas“. Die Kosten von jährlich 425.000 Euro für das zunächst bis 2021 laufende Projekt teilen sich das Land (300.000 Euro), Hamburg (50.000 Euro), Kiel (20.000 Euro) sowie verschiedene Unternehmen (55.000 Euro)
Schrödter: „Jetzt müssen wir die Kontakte und Beziehungen zwischen San Francisco und Schleswig-Holstein verstetigen und vertiefen.“ Dazu gehöre auch, dass der Norden vor Ort mit einem Verbindungsbüro präsent sei und Flagge zeige.
Staatssekretär Rohlfs sagte vor dem Abflug
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Das Silicon Valley steht nach Angaben der WT.SH für eine Vielzahl Unternehmen, die weltweit führend sind bei der Entwicklung neuer Technologien rund um das Thema Digitalisierung. Für mittelständische Firmen aus Schleswig-Holstein sei es sinnvoll, über den Tellerrand hinauszuschauen und von den Unternehmen im Silicon Valley zu lernen, sagte der Geschäftsführer der WTSH, Dr. Bernd Bösche. Vor allem gehe es darum, „übertragbare Denk- und Handlungsweisen zu identifizieren und für unsere Firmen nutzbar zu machen.“ Es gehe darum, „agile Managementmethoden und Unternehmenskultur, Denkweisen, Strukturen und Werkzeuge für unsere Unternehmen aufbereiten und erfahrbar machen.“
Solche Möglichkeiten aufzuzeigen und konkrete Angebote zu kreieren – das wird die Aufgabe der WTSH in den kommenden drei Jahren im Rahmen dieses Projektes sein, sagte Bösche. Darüber hinaus sollen Kooperationsmöglichkeiten zwischen schleswig-holsteinischen Unternehmen und Firmen im Silicon Valley ausgelotet werden.
San Francisco downtown: Der Haupteingang des Northern Innovation Office
Das Netzwerk und die Verbindungen ins Silicon Valley sind durch das Team des Northern Germany Innovation Office vorhanden. Konkret sollen norddeutsche Unternehmen bei der Kontaktanbahnung zu Unternehmen in San Francisco und im Silicon Valley nach geeigneten Gesprächspartnern unterstützt werden. Sie erhalten damit auch die Möglichkeit, auf ihre Firmeninteressen zugeschnittene Aufenthalte im Silicon Valley durchzuführen und so Einblicke in die Arbeitsweise dort ansässiger Firmen und der Wissenschaft zu erhalten.
Zusätzlich soll das Northern Germany Innovation Office auch die Werbetrommel für die Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg in der San Francisco Region rühren und am Standort Norddeutschland interessierte amerikanische Firmen beraten.
Zu den weiteren Partnern der neuen Einrichtung gehören die Landeshauptstadt Kiel sowie Eurocon Ewoldt und Rösler Consultants GmbH (Kiel), KPS-Concepts GmbH (Schönkirchen), Dataport (Altenholz) und die Mach AG (Lübeck). Die WTSH hat das Büro in San Francisco im Auftrag des Landes seit April aufgebaut.
Und so berichten die „Kieler Nachrichten“ in ihrer Sonnabendausgabe:
Gastgeber Schnabel (3.v.l.) mit Katja Freitag von German LNG (Mitte) und den Ehrengästen
Beim heutigen Brunsbütteler Hafenabend, zu dem Brunsbüttel-Ports-Chef Frank Schnabel über 130 Gäste begrüßte, hatte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz brandaktuelle Neuigkeiten im Gepäck. Hintergrund war das Gespräch, das er zusammen mit Ministerpräsident Daniel Günther am Vormittag in Kiel mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier geführt hatte: „Wir haben uns gemeinsam darauf verständigt bis Ende des Jahres zu klären, wie wir das Terminal-Projekt in Brunsbüttel fördern. Der Bund hat damit zum ersten Mal glasklar bestätigt, dass er sich bei der Förderung auch finanziell engagieren wird. Insofern war das heute ein bedeutender Tag – das Investoren-Konsortium kann nunmehr sicher davon ausgehen, dass die für die finale Investitionsentscheidung wichtige Klärung der Förderfrage rechtzeitig erfolgen wird. Ich freue mich sehr über dieses eindeutige Signal aus Berlin“, sagte Buchholz.
Hintergrund der veränderten Herangehensweise der Bundesregierung seien die Gespräche von EU-Kommissionspräsident Juncker mit US-Präsident Trump über die Beilegung der Handelsdifferenzen, erläuterte Buchholz. „Und siehe da: auf einmal spielt Brunsbüttel eine Rolle auf der Bühne der Weltpolitik“, ergänzte er augenzwinkernd.
Die Sprecherin der German LNG Terminal GmbH, Katja Freitag freute sich über die guten Nachrichten und berichtete im Folgenden über den derzeitigen Stand der laufenden Planungen zur Errichtung eines LNG-Terminals in Brunsbüttel, die von Brunsbüttel Ports und den ansässigen Industrieunternehmen maßgeblich unterstützt werden. Freitag erläuterte die Ernsthaftigkeit der Projektarbeit: „Die German LNG Terminal GmbH setzt bereits heute umfangreiche Ressourcen und Mittel für das Projekt ein. Knapp 30 Mitarbeiter sind damit beschäftigt, verbindliche Kundenverträge auszuhandeln sowie die technischen Vorarbeiten und den notwendigen Genehmigungsprozess zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Auch geht es uns darum, den Menschen vor Ort die Vorteile des Projektes näher zu bringen. Deshalb freuen wir uns bei solchen Veranstaltungen wie heute dabei zu sein. “
So berichten DLZ und sh:z in ihrer Freitagausgabe über den Hafenabend und den Altmaier-Besuch:
Ministertreffen in der Flensburger LBV.SH-Niederlassung: Buchholz (rechts) begrüßt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zu einem Arbeitsgespräch
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und sein schleswig-holsteinischer Amtskollege Bernd Buchholz (FDP) schreiben der Planungsgesellschaft DEGES, die mehrheitlich im Besitz der Länder ist, auch nach der Reform der Bundesfernstraßenverwaltung eine zentrale Rolle zu.
„Die DEGES macht sowohl bei den Planungen des Nachfolge-Baus der Rader Hochbrücke als auch bei der A 20 einen Top-Job“, sagte Buchholz. Bundesminister Scheuer ergänzte: „Und wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir die hohe Kompetenz der DEGES bei de künftigen Infrastrukturgesellschaft nicht ins Kalkül ziehen würden. Wir brauchen die planerische Kompetenz auch in Zukunft.“
Weitere Themen des Arbeitstreffens beider Minister, das in der Flensburger Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) stattfand, waren unter anderem der Weiterbau der B 5 an der Westküste, die Probleme auf der Marschbahn sowie die künftige Ausrichtung der Förderung des Breitbandausbaus.
Buchholz und Scheuer sagten nach ihrem Treffen im Gespräch mit Journalisten (Audio starten – Pfeil klicken)
Zuvor hatte Scheuer beim Besuch eines Abgaslabors des Kraftfahrtbundesamtes zur Verbesserung der Luft in Städten Hardware-Nachrüstungen für schwere Kommunalfahrzeuge angekündigt. Diese Fahrzeuge seien rund um die Uhr im Einsatz, eine Umrüstung an der Abgas-Hardware sei deswegen sinnvoll, sagte er. Sein Ministerium arbeite an einem Förderprogramm für kommunale Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gewicht wie Autos der Straßenreinigung, der Müllabfuhr oder der Feuerwehr.
In Betracht kämen bundesweit rund 20 000 Fahrzeuge in Städten, in denen Schadstoff-Grenzwerte überschritten werden. Die Kosten für eine Nachrüstung direkt am Motor betragen laut Scheuer 15 00 bis 20 000 Euro. Davon sollen 40 bis 60 Prozent förderfähig sein. Mit den Nachrüstungen ließen sich bis zu 85 Prozent der Stickoxide einsparen.
Hardware-Nachrüstungen bei schweren Kommunalfahrzeugen seien deutlich wirkungsvoller als bei Diesel-Pkw, argumentierte Scheuer. Zudem sei bei Kommunalfahrzeugen der nötige Bauraum vorhanden. Für Diesel-Pkw lehnte Scheuer umfangreiche Umrüstungen direkt am Motor, wie sie etwa vom Koalitionspartner SPD gefordert werden, erneut ab. Er sprach von technischen, rechtlichen und finanziellen Bedenken.
Der Minister rief die Autoindustrie erneut auf, bei den geplanten Software-Updates für Millionen Wagen voranzukommen. Beim KBA gebe es keinen «Flaschenhals», die Unternehmen müssten liefern. Scheuer hatte die Hersteller aufgefordert, bis zum 1. September die Entwicklung für die Software-Updates abzuschließen. Bis Ende 2018 sollten diese für die insgesamt zugesagten 5,3 Millionen Dieselautos abgeschlossen sein. In vielen Städten werden Schadstoff-Grenzwerte bei Stickoxiden überschritten, Dieselabgase sind ein Hauptverursacher.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat am Vormittag bei einem Treffen mit Ministerpräsident Daniel Günther und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz deutlich gemacht, dass Schleswig-Holstein für das Gelingen der Energiewende in Deutschland eine zentrale Rolle spiele. Das Land habe zudem erheblich zur Beschleunigung der Akzeptanz des Windenergieausbaus beigetragen. „Vor diesem Hintergrund gibt es auch eine Verpflichtung und ein Interesse des Bundes, beim weiteren Fortgang der Energiewende – etwa beim Thema Sektorenkopplung – mit Schleswig-Holstein eng zusammen zu arbeiten“, so Altmaier.
Konkret stellte Altmaier Unterstützung des Bundes beim Aufbau einer LNG-Struktur an der Westküste in Aussicht. Ein Konsortium plant in Brunsbüttel den Aufbau eines Terminals für verflüssigtes Erdgas. Weitere Theman waren der Aufbau einer Landstrom-Versorgung in Kiel und anderen Häfen zur Vermeidung der Stickoxyd-Belastungen sowie die Auswirkungen auf die Wirtschaft durch die EEG-Umlage
Ministerpräsident Daniel Günther sagte nach dem Treffen
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Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sagte
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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zog folgendfes Fazit:
Doppelter Bundesminister-Besuch im echten Norden: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kommen heute nach Schleswig-Holstein: Altmaier trifft vormittags im Kieler Regierungsviertel auf Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Scheuer wird in Flensburg erwartet und trifft sich mittags mit Buchholz in der dortigen Niederlassung des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr (LBV.SH). Besprechen wollen die Minister etwa die Situation des Bahnnetzes und maritime Themen wie autonomes Fahren in der Seeschifffahrt.
Bei den Gesprächen dürfte es am Rande auch um die künftige Rolle der von Bund und Ländern getragenen Projektgesellschaft Deges in der geplanten Infrastrukturgesellschaft Autobahnen (IGA) gehen. Ab 2021 will der Bund die Zuständigkeiten für die Autobahnen übernehmen. Die Länder müssen dafür langjährige Zuständigkeiten abgeben. So sollen Investitionen beschleunigt und überregionale Schwerpunkte besser durchgesetzt werden. Kritiker im Norden befürchten hingegen Verzögerungen bei Projekten wie der A20 oder der Rader Hochbrücke.
Im Mittelpunkt des Treffens mit Altmaier stehen energiepolitische Themen. Ein Schwerpunkt ist das in Brunsbüttel angestrebte Importterminal für verflüssigtes Erdgas (LNG). Es wäre das erste LNG-Terminal in Deutschland. Andere europäische Länder haben bereits LNG-Terminals. Ein weiteres Thema ist der Bau von Landstromanlagen, um die bisher durch Schiffsdiesel belastete Luft in Häfen sauberer zu machen.
Neben dem Umweltaspekt einer saubereren Energieversorgung geht es beim Thema LNG-Terminal auch um eine größere Unabhängigkeit Deutschlands von russischen Erdgasexporten. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung haben Union und SPD vereinbart, «Deutschland zum Standort für LNG-Infrastruktur» zu machen.
Zwei niederländische Unternehmen, der staatliche Versorger Gasunie und der Tankterminalbetreiber Vopak, haben mit dem Hamburger Tanklager-Logistikunternehmen das Joint Venture German LNG Terminal GmbH gegründet. Die Investoren wollen im März 2019 eine endgültige Investitionsentscheidung treffen und bis dahin verbindliche Verträge mit Gashändlern abschließen, die das Terminal nutzen wollen. Sollte das Terminal gebaut werden, würde es Ende 2022 in Betrieb gehen.
Es wird von Investitionen in Höhe von etwa 450 Millionen Euro ausgegangen. Hamburg und Schleswig-Holstein haben signalisiert, im Falle einer Wirtschaftlichkeitslücke das Projekt finanziell fördern zu wollen. Auch der maritime Koordinator der Bundesregierung, der schleswig-holsteinische CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann, hat auf die grundsätzliche Möglichkeit einer Unterstützung des Bundes hingewiesen.
Die Anwendungsmöglichkeiten für LNG sind breit gefächert. Es lässt sich als Treibstoff für Schiffe oder Lastwagen oder als Prozessgas für die Industrie verwenden. Es kann auch wieder in den gasförmigen Zustand zurückversetzt und ins herkömmliche Erdgasnetz eingespeist werden. LNG gilt aber als deutlich teurer als Erdgas aus Pipelines.
Der vor über einem Jahr ins Leben gerufene Mittelstandsbeirat, der unserer Wirtschaft den „kurzen Draht“ zur Landesregierung ermöglichen soll, hat heute zum vierten Mal im Wirtschaftsministerium getagt.
Ein Thema war die Studie des Kieler Statistik-Professors Björn Christensen über die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt (wir berichteten). Ein anderes Thema ist ein anhaltend dickes Brett, das den Mittelstand bewegt: Der Bürokratieabbau.
Dazu sagten IHK-Präsidentin Friederike Kühn und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz im Anschluss an die heutige Sitzung:
Die Planungen der seit über zehn Jahren diskutierten Ortsumgehung Geesthacht nehmen Fahrt auf: Wie Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute in Kiel mitteilte, werden die Pläne für das 125-Millionen-Euro-Projekt ab Montag bis einschließlich 26. September ausgelegt. „Wir packen damit eines der größten Bauprojekte im Kreis Herzogtum-Lauenburg an, das die Region rund um Geesthacht vom massiv zunehmenden Verkehr auf der A 25 und der B 5 entlasten wird“, sagte Buchholz. Bei dem Vorhaben handelt es sich um einen vierstreifigen Neubau der A 25 sowie um einen zweistreifigen Neubau der B 5 auf einer Länge von knapp elf Kilometern. Laut Prognoserechnungen sei mit einer Entlastungswirkung in Geethacht von 10.000 Fahrzeugen täglich zu rechnen.
Wie der Minister weiter sagte, bestehe das vom Bund finanzierte und zugesagte Bauprojekt neben dem reinen Straßenbau auch aus elf Brücken sowie Fledermausunterführungen. Im Planfeststellungsverfahren seien die Auswirkungen der Ortsumgehung auf die Umwelt umfassend durch Gutachten beleuchtet worden. Zudem seien ökologische Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf dem Gebiet der Gemeinden Mechow, Tackesdorf, Lütjenwestedt und Brunstorf vorgesehen. Mit so genannten „Ökokonten“ würden zudem die geplanten Eingriffe in Natur und Landschaft außerhalb des Herzogtums Lauenburg im Kreis Nordfriesland, im Kreis Segeberg sowie in Ahrensbök und Bad Bramstedt kompensiert. „Trotzdem gehe ich fest davon aus, dass wir mit Klagen zu rechnen haben“, so Buchholz.
Die Pläne liegen vom 27. August bis einschließlich 26. September während der üblichen Geschäftszeiten oder nach Absprache bei folgenden Stellen aus:
Stadt Geesthacht, Rathaus, Zimmer 1.01, 1.OG, Markt 15, 21502 Geesthacht
Amt Hohe Elbgeest, Zimmer 33, Christa-Höppner-Platz 1, 21521 Dassendorf
Amt Lauenburgische Seen, Zimmer 2, Fünfhausen 1, 23909 Ratzeburg
Amt Mittelholstein, Zimmer 17, Am Markt 15, 24594 Hohenwestedt
Amt Schwarzenbek-Land, Bürgerbüro, Gülower Straße 1, 21493 Schwarzenbek
Bezirksamt Hamburg-Bergedorf, Rathaus/ Foyer, 1.OG, Wentorfer Straße 38, 21029 Hamburg
Darüber hinaus sind die Unterlagen ab Montag auch online unter folgenden Adressen einsehbar: www.schleswig-holstein.de/apv (dort zu finden unter „Onlineportal“) sowie im UVP-Portal unter www.uvp-verbund.de/sh
Der Tourismus im echten Norden läuft weiter auf Hochtouren: Bereits zum 6. Mal in Folge übertraf die Halbjahresbilanz bei den Gäste- und Übernachtungszahlen die Ergebnisse des jeweiligen Vorjahres. Nach den heute vom Statistikamt Nord veröffentlichten Zahlen wurden zwischen Januar und Juni in den Beherbergungsstätten mit zehn und mehr Betten sowie auf Campingplätzen insgesamt knapp 3,75 Millionen Ankünfte und über 13,8 Millionen Übernachtungen gezählt. Damit liegen die Gästezahlen um 13,5 Prozent höher als im ersten Halbjahr 2017. Bei den Übernachtungen sind die Zahlen sogar um 17,9 Prozent angestiegen. „Noch nie zuvor in der Landesgeschichte wurden in Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr so viele Gäste und Übernachtungen gezählt wie in diesem Jahr“, freute sich Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz.
Gleiches gilt nach den Worten des Ministers auch für die Juni-Zahlen. Mit knapp einer Million Ankünften und mehr als 3,8 Millionen Übernachtungen wurde ein neuer Spitzenwert für den Juni erreicht. „Natürlich hatte das stabile hochsommerliche Wetter seinen Anteil, doch die anhaltend steigenden Werte zeigen: Schleswig-Holstein ist attraktiv! Die vielen Anstrengungen und Investitionen zahlen sich aus“, so Buchholz.
Buchholz sagte weiter
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Laut Dr. Bettina Bunge, Chefin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH (TA.SH), sorge vor allem die aktuelle Investitionswelle bei Hotel-Projekten für Rückenwind: „Hier zahlen sich viele frische Konzepte aus, die ganz auf die Bedürfnisse des Gastes ausgerichtet sind und den echten Norden als modernes Reiseland präsentieren.“ Als Beispiele nannte sie das kürzlich eröffnete „arborea marina resort“ in Neustadt sowie die „Bretterbude“ in Heiligenhafen. Im Bau befinden sich das „Lighthouse“ in Büsum, das Schlosshotel Breitenburg oder das „Slow down Tagungscenter Lübeck Travemünde“. Alle drei Häuser sollen im kommenden Jahr eröffnet werden. Mitverantwortlich für das Rekordergebnis sind aus Sicht von Buchholz und Bunge auch Veranstaltungen, die weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus bekannt sind: Die Special-Olympics 2018 in Kiel, das Midsummer Bulli Festival auf Fehmarn sowie die Kieler Woche.
Buchholz appellierte an die Verantwortlichen der Tourismusbranche, die guten Zahlen als Ansporn zu betrachten: „Wir müssen weiter in Angebote und Qualität investieren, damit die bisherigen Urlauber gerne wiederkommen und neue Gäste unser tolles Urlaubsland kennenlernen. Wer jetzt gutes Geld verdient, hat auch die Mittel um in die Zukunft zu investieren“, so Buchholz.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus