Minister Buchholz zu Gesprächen mit Kommunalpolitikern auf Fehmarn

Wie wird nach Realisierung des Belttunnels der Hafen von Puttgarden optimal angeschlossen? Wie wird an der Bahnlinie der übergesetzliche Lärmschutz organisiert? Welche Perspektiven hat der Tourismus während und nach dem Bau des Belttunnels zwischen Puttgarden und Rodby?

Diese und andere Fragen stehen zur Stunde im Mittelpunkt eines Besuchs von Verkehrs- und Tourismusminister Bernd Buchholz auf Fehmarn. Der Minister traf sich zunächst mit den Bürgermeistern von Fehmarn und Großenbrode sowie den zuständigen Fachbereichsleitern und dem Tourismuschef der Insel. Aktuell debattiert er im Rathaus mit den Fraktionsvorsitzenden der Insel.

Um 13.30 informieren Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber und Buchholz in der Amtsverwaltung die Presse über die Gespräche – darüber hinaus wird der Minister einen Förderbescheid zur Modernisierung des Yachthafens Burgtiefe übergeben…

DEA verzichtet auf Bohrungen im Wattenmeer Buchholz: ein klassischer Jamaika-Kompromiss

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Die Deutsche Erdöl AG (DEA) verzichtet auf  drei umstrittene Erkundungsbohrungen im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Abweichend von früheren Überlegungen habe das Energieunternehmen jetzt nicht mehr Explorationen von neuen Bohrstellen im Nationalpark, sondern nur noch von der Ölförder- und Bohrinsel Mittelplate selbst beantragt. Damit habe die DEA ihr Arbeitsprogramm geändert, erläuterte eine Ministeriumsprecherin. Nach Auffassung des Ministeriums waren die ursprünglich von der DEA geplanten Explorationsbohrungen im Nationalpark aus Naturschutzgründen nicht genehmigungsfähig.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz begrüßte den Kompromiss: „Das ist klassisch Jamaika –  wirtschaftlich das Richtige tun, ohne das ökologisch notwendige zu vernachlässigen. Wir ermöglichen dem privaten Unternehmen Probebohrungen, ohne das Weltnaturerbe Wattenmeer unnötig zu belasten.“

 

Nach der Änderung des Arbeitsprogramms erhält die DEA jetzt eine Verlängerung der ausgelaufenen Erlaubnis für die Suche nach Erdöl oder Erdgas im Areal «Heide-Restfläche» bis 2020. Die «Heide-Restfläche» liegt zu einem großen Teil innerhalb des Nationalparks Wattenmeer. Laut Ministeriumssprecherin ist die Erlaubnis vergleichbar mit einer Lizenz für das Areal. Die DEA sichere sich damit die Fläche und hätte – falls es einmal zu einer wirtschaftlichen Nutzung käme – Vorrang vor anderen Wettbewerbern. Die Erteilung einer Erlaubnis berechtige jedoch noch nicht zu Explorationsbohrungen. Solche setzten zugelassene Betriebspläne voraus, die vorher separat beantragt werden müssten.

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) werde die Genehmigung für die «Heide-Restfläche» verlängern, teilte das Ministerium mit.

«Trotz Verlängerung der Erlaubnis ist sichergestellt, dass Arbeiten zu Aufsuchung und Gewinnung von Erdöl im Bereich des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer nur von der Mittelplate oder von Land aus erfolgen können», betonte Umweltminister Robert Habeck (Grüne). «Die DEA hat klargemacht, dass sie die ursprünglich geplanten Explorationsbohrungen im Nationalpark außerhalb der Mittelplate nicht mehr verfolgt. Das begrüße ich.»

Die Mittelplate, Deutschlands größtes Ölfeld, liegt im Wattenmeer vor der Dithmarscher Küste. Seit 1987 wird dort Erdöl gefördert – bisher mehr als 34 Millionen Tonnen Rohöl. Etwa 20 Millionen Tonnen können laut DEA noch aus dem Untergrund gepumpt werden. Die DEA hat eine langfristige Förderlizenz für Mittelplate. Umweltschützer fordern ein Ende der Ölförderung im Wattenmeer.

Der energiepolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Oliver Kumbartzky, sagte, «wir sind uns sicher, dass die DEA mit der Verlängerung der Aufsuchungserlaubnis verantwortungsvoll umgehen wird.» Nun gehe es darum, in den nächsten Jahren technisch innovative Explorationsmethoden zu entwickeln, die es erlauben, von der Mittelplate oder vom Festland aus nach Erdöl und Erdgas zu suchen.

«Wir halten das für einen guten Kompromiss zwischen wirtschaftlichen Interessen und Naturschutz», sagte der FDP-Politiker.

Gründerland Schleswig-Holstein: Minister und Verein „StartUP SH“ im engen Schulterschluss

Startup
Seit an Seit für eine lebendige Gründerszene: Holger Fischer und Anke Rasmus vom Verein StartUP Schleswig-Holstein mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz
Um den Gründergeist in Schleswig-Holstein weiter anzustacheln haben die Landesregierung und der vor knapp einem Jahr gegründete Verein „StartUP Schleswig-Holstein e.V.“ einen engen Schulterschluss vereinbart: „Uns ist es gemeinsam wichtig, dass Gründerinnen und Gründer in der Öffentlichkeit – oder zuweilen auch bei manchen Banken – nicht als ,Exoten‘, sondern als lebenswichiger Bestandteil einer modernen Volkswirtschaft wahrgenommen werden“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz heute nach einem Treffen mit Vereinschefin Dr. Anke Rasmus (Uni Kiel) und ihrem Kollegen Holger Fischer (Geschäftsführer BioMedTec Management GmbH an der Uni Lübeck). „Ein wichtiger Baustein dabei wird sein, dass auch Forschung und Lehre an unseren Hochschulen das Thema Gründungen künftig etwas stärker gewichten“, sagte Buchholz.

Im Anschluss an ihr Treffen sagten Rasmus, Fischer und Buchholz:

Nach den Worten von Dr. Anke Rasmus vom Zentrum für Entrepreneurship (Unternehmertum) an der Kieler Christian-Albrechts-Universität habe  Schleswig-Holstein das Zeug dazu, “nicht nur als tolles Urlaubsland, sondern auch als hervorragender Standort für Startup’s wahrgenommen zu werden. Ihr Kollege Fischer – an der Uni Lübeck unter anderem für Technologietransfer zuständig – erinnerte in dem Zusammenhang unter anderem an erfolgreiche Ausgründungen wie das Lübecker Unternehmen Gestigon. Fischer: „An diesem Beispiel wird besonders deutlich, dass Gründungen ein zentrales Element eines funktionsfähigen Innovations-Ökosystems sind.“ Das Startup, das inzwischen von einem französischen Autozulieferer aufgekauft wurde, hat eine Software entwickelt, die unter anderem Gesten erkennen und in Steuermechanismen übersetzen kann.

Dem Verein „StartUP Schleswig-Holstein“ gehören laut Rasmus inzwischen 15 Institutionen an – neben den Hochschulen unter anderem auch Wirtschaftsförderungsgesellschaften und Förderbanken. „Auch wenn wir uns sicher nicht mit der risikobereiten Gründerszene in Hamburg oder Berlin vergleichen können – wichtig wird vor allem sein, neben den Institutionen vor allem private Unternehmerinnen und Unternehmer für unsere Startups zu begeistern“, sagt Buchholz. Dabei gehe es nicht immer nur darum, sich mit Risikokapital zu engagieren, sondern auch mit know how.

Immerhin: Schon heute braucht sich die Gründerszene im echten Norden nicht zu verstecken: In Schleswig-Holstein gab es 2016 rund 9.700 gewerbliche Existenzgründungen und damit lag das Land im bundesweiten Ranking nach Hessen und Nordrhein-Westfalen an dritter Stelle bei der Gründungsintensität.

Handelsblatt vom 7. März über die Probleme vieler Startups, an Risikokapital zu kommen:


Arbeitsmarkt in Top-Form: Erstmals seit 25 Jahren unter 100.000 Arbeitslose im echten Norden

Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein ist im Februar erneut zurückgegangen. Gemeldet waren 95 200 Arbeitslose, das waren rund 1100 weniger als im Januar und sogar 5500 weniger als im Februar des Vorjahres, wie die Arbeitsagentur Nord heute in Kiel mitteilte. «Ich finde es erfreulich, dass wir zum ersten Mal seit 1993 wieder für den Monat Februar eine Arbeitslosenzahl von unter 100 000 melden können, sagte  Arbeitsagentur-Chefin Margit Haupt-Koopmann. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 6,2 Prozent (Januar 6,3). Im Februar 2017 hatte sie noch 6,6 Prozent betragen.

Arbeitsminister Bernd Buchholz betonte, die kommende Frühjahrsbelebung sei bereits deutlich zu spüren. «Wegen der positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und einer anhaltend positive Entwicklung in wichtigen Wirtschaftszweigen unseres Landes gehe ich davon aus, dass es in den kommenden Monaten einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit gibt.»

Buchholz sagte weiter (Video starten)

Auch Haupt-Koopmann ist zuversichtlich. Sie verwies auf mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und weniger Arbeitslosenmeldungen am ersten Arbeitsmarkt. Im Vergleich zu 2017 nahmen die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten um 20 000 oder 2,1 Prozent auf 971 200 (Dezember-Daten) zu.

Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zum Januar um 300 oder 3,2 Prozent ist nach den Worten von Haupt-Koopmann und Buchholz nicht beunruhigend. Es handle sich um Jugendliche, die nach einer dreieinhalb- oder zweieinhalbjährigen Ausbildung jetzt ihren Abschluss gemacht haben und aus unterschiedlichsten Gründen nicht übernommen wurden. «Diese Gruppe ist erfahrungsgemäß nur kurzfristig arbeitslos, da zahlreiche Betriebe die Chance nutzen, sich diese frisch ausgelernten Fachkräfte zu sichern.» Insgesamt entwickle sich der Arbeitsmarkt für junge Menschen positiv. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 sank im Vergleich mit dem Februar des Vorjahres um 920 oder 8,8 Prozent.

Die niedrigste Arbeitslosigkeit unter den Kreisen hat Stormarn mit 3,4 Prozent (Januar 3,5 Prozent), die höchste Dithmarschen mit 7,6 Prozent (7,7 Prozent). Bei den kreisfreien Städten hat Lübeck mit unverändert 8,5 Prozent die niedrigste Quote und Flensburg mit 9,2 Prozent (9,3) die höchste.

Während die Arbeitslosigkeit insgesamt im Vergleich zum Vorjahres-Februar sank, nahm sie bei den Ausländern zu. Insgesamt waren wie im Januar 19 700 Ausländer arbeitslos gemeldet. Das sind aber 630 mehr als im Februar 2017. Der Anstieg lässt sich auf den Zuwachs der wichtigsten Asylherkunftsländer – Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien – zurückführen. Buchholz: «Wir haben diese Gruppen besonders im Blick und bieten hier – etwa durch das Landesprogramm Arbeit – aktive Unterstützung zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt und beim Übergang zwischen Schule und Beruf an», so der Minister.

Den Arbeitsagenturen und Jobcentern wurden seit Jahresbeginn 12 100 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet – eine Nachfrage auf hohem Niveau, wenn auch um 850 oder 6,6 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. «Speziell im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel sowie im Bau- und im verarbeitenden Gewerbe bieten sich Einstiegschancen für Arbeitsuchende», so Haupt-Koopmann.

Bis Freitag läuft noch die «Woche der Ausbildung». Auf vielen Veranstaltungen sollen die mehr als 300 Ausbildungsberufe sowie Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten vorgestellt werden.

Gericht weist Klage von Nachbargemeinde ab: Etappensieg für Flughafen Lübeck

Der Flughafen Lübeck darf vorerst ausgebaut werden. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Schleswig wies heute eine Klage der Gemeinde Groß Grönnau gegen den entsprechenden Planfeststellungsbeschluss ab. Die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Flughafen liegende Kommune sah unter anderem ihr Recht auf kommunale Selbstverwaltung verletzt.

Außerdem befürchtete sie steigende Lärmbelastung durch mehr Flugbetrieb. Nach Auffassung des Gerichts hat das beklagte Wirtschaftsministerium jedoch im Beschluss die Belange des Betreibers und der Gemeinde ausreichend gegeneinander abgewogen. Die Revision ist nicht zugelassen.

Die gerichtliche Auseinandersetzung um den Ausbau ist damit aber noch nicht beendet. Es sind noch drei weitere Klagen anhängig. Wann diese verhandelt werden, steht noch nicht fest. Die Klagen lagen mehrere Jahre auf Eis, auch weil der Betreiber des Flughafens mehrfach wechselte.

Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz sagte nach der Urteilsverkündung (Video starten)

Rund um den Bau brummt’s – Buchholz appelliert an Branche: Kapazitäten hochfahren

Für das Wohnprojekt - Wohnen am Wasserturm - werden die Wänder der ersten Häuser aus Fertigelemente aus Beton erstellt

Die positive Entwicklung auf dem Bau in Schleswig-Holstein hält an. Der Umsatz der größeren Betriebe im Bauhauptgewerbe stieg im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Am deutlichsten fiel der Zuwachs mit neun Prozent im Wohnungsbau aus. Steigende Umsätze gab es im vergangenen Jahr auch im öffentlichen und Verkehrsbau (plus sieben Prozent). Dagegen verzeichneten der gewerbliche und der industrielle Bau um drei Prozent sinkende Umsätze.

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz zeigte sich zuversichtlich, dass die gute Lage angesichts der boomenden Konjunktur und des niedrigen Zinsniveaus weiterhin anhalte. Er appellierte alloerdings an die Baubranche, durch Neueinstellungen und Investitionen die Kapazitäten auszubauen. „Steigende Umsätze nützen nichts, wenn sie vor allem durch Preissteigerungen zustande kommen. Was wir brauchen ist mehr Wertschöpfung“, so der Minister.

Der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen, Andreas Breitner, bezeichnete die deutliche Zunahme des Wohnungsbaus als erfreulich. Darunter befinde sich eine Reihe von Wohnungen mit bezahlbaren Mieten. «Dadurch steigen die Chancen für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen, eine Wohnung zu bekommen.» In Schleswig-Holstein haben die Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften nach seinen Angaben rund 218 Millionen Euro in den Wohnungsneubau investiert.

Die Statistik beruht auf Ergebnissen von 290 Betrieben mit jeweils mindestens 20 Beschäftigten. Deren Auftragseingänge lagen mit 1,9 Milliarden Euro um zehn Prozent über denen des Vorjahres. Im öffentlichen und Verkehrsbau sowie im gewerblichen und industriellen Bau gab es mit jeweils 18 Prozent deutliche Zuwächse. Rückläufig war der Auftragswert dagegen im Wohnungsbau (minus vier Prozent).

Auf dem Bau verdienten im vergangenen Jahr 13 100 Frauen und Männer ihr Geld. Das waren nach Angaben des Statistikamts etwas mehr Beschäftigte als 2016. Sie leisteten 2017 rund 15,5 Millionen Arbeitsstunden (minus ein Prozent).

Heute Urteil über erste von 3 Klagen gegen Ausbau des Lübecker Flughafens

Ausschnitt aus der heutigen Berichterstattung der LN über die gestrige Verhandlung

Weitere Etappe in dem seit über zehn Jahren andauernden Tauziehen um den Ausbau des Flughafens Lübeck: Heute will der erste Senat des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Schleswig nach der gestrigen mündlichen Verhandlung über eine Klage der Gemeinde Groß Grönau das Urteil verkünden. Der 2009 vom Wirtschaftsministerium genehmigte Ausbauplan geht von bis zu 3,5 Millionen Passagieren im Jahr aus.

Gegen diesen Beschluss hatten die Gemeinde Groß Grönau als unmittelbarer Nachbar des Flughafens sowie die Schutzgemeinschaft gegen den Fluglärm Lübeck und zwei Bürger geklagt. In einer Eilentscheidung genehmigte der erste OVG-Senat 2011 einen Teilausbau. Doch das Hauptsacheverfahren ruhte sieben Jahre lang – nicht zuletzt, weil die Betreiber des Flughafens mehrmals wechselten. Zuletzt kaufte ihn der in Groß Grönau wohnende Unternehmer Winfried Stöcker im Sommer 2016.

DB Regio akzeptiert die von Buchholz verhängte Sondervertrags-Strafe für Marschbahn-Pannen

Sondervertragsstrafe akzeptiert: DB-Regio-Chef Torsten Reh – hier mit Verkehrsminister Buchholz auf dem Kieler Hauptbahnhof vor einem der neuen Bombardier-Züge

Die Deutsche Bahn akzeptiert die Sondervertragsstrafe, die der Kieler Verkehrsminister Bernd Buchholz  im Zusammenhang mit den anhaltenden Problemen im Sylt-Verkehr angekündigt hatte. «Die Deutsche Bahn ist sich bewusst, dass sie mit der aktuellen Leistung auf der Marschbahn weder dem eigenen noch dem Anspruch der Kunden gerecht wird», erklärte soeben in Hamburg der Leiter der DB Regio Nord, Torsten Reh. «Die angekündigte, neben den verkehrsvertraglichen Regelungen, gestellte Sondervertragsstrafe ist die Bahn für den Monat Februar bereit zu zahlen, weil das Land diese Mittel explizit zur Entschädigung der Pendler nutzt.»

Angesichts von anhaltenden Verspätungen, Zugausfällen und anderen Missständen hatte Buchholz am Freitag im Landtag Sanktionen angekündigt. Demnach will das Land für jeden Monat, in dem die Pünktlichkeitsquote unter 90 Prozent bleibt, 250 000 Euro einbehalten und für jeden Monat mit mehr als 1 Prozent Zugausfall 100 000 Euro.

Für den Februar will der Minister das auf jeden Fall geltend machen. Von dem Geld sollen Pendler entschädigt werden. Für 2017 rückwirkend plant Buchholz für Pendler auf der Strecke Itzehoe-Westerland 50 Euro für Monatskarteninhaber der 2. Klasse und 75 Euro für die 1. Klasse.

Vertraglich vereinbart ist eine Pünktlichkeitsquote von 93 Prozent, die von der Bahn auch in den letzten Wochen meist weit verfehlt wurde.

EXPORT-REKORD ! Nord-Wirtschaft erzielt erstmals seit 20 Jahren positive Außenhandelsbilanz

Das DHL Frachtzentrum Neumünster
Im vergangenen Jahr extrem gut ausgelastet: Das DHL-Frachtzentrum in Neumünster

Schleswig-Holsteins Wirtschaft hat im vergangenen Jahr gleich zwei Rekorde aufgestellt: Die Unternehmen des nördlichsten Bundeslandes führten Waren im Wert von fast 22,6 Milliarden Euro aus und erzielten damit einen Exportüberschuss von über 1,7 Milliarden. Beide Zahlen sind absolute Höchstmarken. Zuletzt hatte es 1997 einen Exportüberschuss gegeben. Er betrug zwei Millionen Euro. 2016 übertrafen die Importe die Exporte noch um 679 Millionen Euro.

Das Ergebnis von 2017 zeigt aus Sicht von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, Kiels IHK-Geschäftsführer Jörg Orlemann und WT.SH-Chef Bösche, dass der Mittelstand des Landes hervorragend aufgestellt sei. «Das ist ein Zeichen dafür, dass die Produkte, die in Schleswig-Holstein gefertigt werden, internationale Märkte haben», sagte Buchholz der Deutschen-Presse-Agentur. «Wir verzeichnen für das letzte Jahr Zuwächse bei vielen verschiedenen Warengruppen», ergänzte Orlemann. Er hob die Breite der Zuwächse hervor: «Dies zeigt, dass unsere Wirtschaft auch im Exportgeschäft inzwischen viele belastbare Standbeine entwickelt hat».

Buchholz sagte zu dem Jahresergebnis weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Die schleswig-holsteinischen Exporte nahmen doppelt so stark zu wie die Ausfuhren auf Bundesebene. Schon 2016 war der Exportwert erstmals über die 20-Milliarden-Euro-Marke geklettert. «Uns freut es besonders, dass die von uns intensiv betreuten Zielmärkte China, Indien,  Malaysia und Russland deutlich zugelegt haben», sagte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft WTSH, Bernd Bösche. Aber auch Exporte in Länder wie Argentinien, Chile, Thailand und Vietnam waren deutlich im Plus. In Europa stiegen 2017 vor allem die Ausfuhren in die Niederlande, in das Vereinigte Königreich und auch nach Polen.

Wichtigster Handelspartner war auch 2017 Dänemark mit einem Handelsvolumen (Einfuhren und Ausfuhren) von insgesamt 4,2 Milliarden Euro, gefolgt von China (3,75 Milliarden), den USA (2,94 Milliarden) und den Niederlanden (2,8 Milliarden).

Dass die Exporte auch wegen eines Sondereffektes – ein U-Boot im Wert von 600 Millionen Euro – so stark zugelegt haben, trübt aus Sicht des Ministers die Bilanz keinesfalls: Selbst wenn man diese Summe herausnähme, bliebe noch ein Exportüberschuss in Milliardenhöhe.

Auch wenn die Zahlen noch kein Endergebnisse sind und sich noch kleine Veränderungen ergeben können, sieht Buchholz für das Land einen großen Erfolg. «Mittelständler aus Schleswig-Holstein investieren und exportieren in die ganze Welt und sichern damit hierzulande Arbeitsplätze und Wohlstand», sagte er unter Hinweis auf die Bedeutung eines freien und fairen Welthandels. «Gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern und der WTSH werden wir unsere Mittelständler weiter bei ihrer internationalen Aufstellung unterstützen und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes auch international ausbauen.»

SH-Außenhandelszahlen seit 1970 im Bundesvergleich: hier klicken

SH-Außenhandel, gegliedert nach Waren, Daten des Statistik-Amtes Nord: hier klicken

Ausbau des Lübecker Flughafens beschäftigt ab heute das Oberverwaltungsgericht – erste von drei Klagen

Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig verhandelt heute ab 9 Uhr die erste von drei Klagen gegen den Ausbau des Lübecker Flughafens. Geklagt hatte die Gemeinde Groß Grönau als unmittelbarer Nachbar des Flughafens. Sie sieht ihr Recht auf kommunale Selbstverwaltung durch den Flughafenausbau gefährdet. Außerdem befürchtet sie nach Angaben ihres Bürgermeisters Eckhard Graf (SPD) steigende Lärmbelastung der Anwohner durch mehr Flugbetrieb. 

Der 2009 vom Wirtschaftsministerium des Landes genehmigte Ausbauplan geht von bis zu 3,5 Millionen Passagieren im Jahr aus. Im Sommer 2016 kaufte der in Groß Grönau wohnende Unternehmer Winfried Stöcker den Flughafen. 

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus