Wirtschaft im echten Norden so gut gelaunt wie schon lange nicht mehr…

Es brummt: Der IHK-Konjunkturklima-Index sprang im letzten Quartal 2017 auf ein Sechs-Jahres-Hoch – das Problem des Fachkräftemangels aber bleibt.

Bestens gelaunt gibt sich zu Jahresbeginn die Wirtschaft in Schleswig-Holstein: Die Unternehmen seien mit besten Vorzeichen und optimistisch wie lange nicht in das neue Jahr gestartet, sagte heute der Vizepräsident der IHK Schleswig-Holstein, Klaus-Hinrich Vater. Er stützte sich auf die jüngste Umfrage der IHK. Dabei kletterte der Konjunkturklima-Index im letzten Quartal 2017 auf 125,5 Punkte und damit auf ein Sechs-Jahres-Hoch. Der Wert des Vorquartals wurde um 1,2 Punkte übertroffen. Maximal möglich sind 200 Punkte.

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz zeigte sich von dem Ergebnis erfreut, wenngleich wenig überrascht: „Die Zahlen spiegeln meine Eindrücke wieder, die ich bei meinen zahlreichen Firmenbesuchen seit vergangenem Sommer gewinnen konnte.“ Auch heute war Buchholz zu Besuch bei Betrieben im Land – unter anderem bei den Uetersener Firmen Nordmark Arzneimittel und der „mworks GmbH“. Zuvor hatte der Minister auch den im April in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Papierhersteller Feldmühle besucht

Bei der IHK-Umfrage bezeichneten 47 Prozent der Unternehmen im letzten Quartal 2017 ihre Geschäftslage als gut und 47,7 Prozent als befriedigend. Auch die weiteren Erwartungen sind überwiegend positiv. 23,9 Prozent der Betriebe rechnen für die nächsten zwölf Monate mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung, 63,5 Prozent mit einer konstanten und 12,6 Prozent mit einer schlechteren. An der Umfrage beteiligten sich 540 von rund 2000 angefragten Unternehmen.

Die gute Konjunktur trage auch Früchte am Arbeitsmarkt, sagte der IHK-Vizepräsident. So sei die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten von Januar bis November von 945 000 auf gut 981 000 gestiegen. Die Arbeitslosenquote fiel 2017 von 6,1 auf 5,8 Prozent.

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Unter den Branchen hat sich im letzten Quartal 2017 die Stimmung in der Industrie im Vorjahresvergleich deutlich verbessert. Die Bauwirtschaft eilt von einem Rekord zum nächsten. Ein weiteres Wachstum sei hier kaum zu erreichen, sagte Vater. Ähnlich boomen personenbezogene und unternehmensnahe Dienstleistungen. Nur der Einzelhandel konnte nicht mithalten. Besonders für kleinere Läden blieben die Umsätze im Weihnachtsgeschäft hinter den Zielen zurück, während der Online-Handel weiter wuchs.

Präsident Klaus-Hinrich Vater
Vater

Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf planen mehr als 36 Prozent der Unternehmen höhere Ausgaben für Investitionen und nur etwa 14 Prozent Kürzungen. 27 Prozent wollen ihre Belegschaft vergrößern, 13 Prozent planen einen Personalabbau. Industrie und Dienstleistungen wollen aufstocken, auf dem Bau bremst der Fachkräftemangel weitere Einstellungen. Insgesamt werden Schleswig-Holstein laut einer Studie von 2013 im Jahr 2030 rund 100 000 Fachleute fehlen, darunter nur 15 000 Akademiker.

Gut 56 Prozent aller Unternehmen bezeichneten in der IHK-Umfrage Ende 2017 den Fachkräftemangel als Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. Das war im Vorjahresvergleich noch einmal ein kräftiger Anstieg. Energie- und Rohstoffpreise sowie Finanzierungskosten spielten dagegen eine weit geringere Rolle. Viel Potenzial gegen den Fachkräftemangel sieht IHK-Vize Vater noch bei Zugewanderten, wenn diese ihre schulische und berufliche Ausbildung fertig haben. In fünf Jahren werde dies mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Vater bekräftigte die Forderung nach einer gesteuerten Einwanderung von Fachkräften.

153 neue Firmen bringen SH 1700 neue Arbeitsplätze – Buchholz sieht noch Luft nach oben

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Solide Ansiedlungsbilanz: WT.SH-Chef Bösche, Buchholz und KiWi-Geschäftsführer Kässens während der Pressekonferenz bei der WTSH

Mit Hilfe der Wirtschaftsförderung haben sich im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein 153 Unternehmen mit geplant 1715 Beschäftigten angesiedelt. «Wir haben ein solides Ergebnis erreicht, es gibt aber durchaus Luft nach oben», sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) heute bei der Vorstellung der Ansiedlungsbilanz. Die Zahl der neu angesiedelten Betriebe lag nach Angaben von Buchholz und dem Chef der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WT.SH), Bernd Bösche, geringfügig (2016: 155 Unternehmen) unter dem Vorjahresergebnis, die Zahl der damit verbundenen Arbeitsplätze aber darüber (2016: 1374). 17 Firmen stammen aus dem Ausland. Im Logistikbereich schufen fünf neu angesiedelte Betriebe 265 Arbeitsplätze im Norden.

Im Gespräch mit Andreas Otto (RSH) sagte Buchholz nach der Pressekonferenz (Audio starten – „im Browser anhören“)

Nach den Worten von Buchholz und Bösche , die die Ansiedlungsbilanz gemeinsam mit Werner Kässens, Chef der Kieler Wirtschaftsförderungs- und Strukturentwicklungs GmbH (KiWi), präsentierten, stehen die Zahlen für Stabilität und Kontinuität. „Die Konjunktur ist robust und vor allem unser Mittelstand sorgt für Wachstum, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und Investitionen. Wir arbeiten derzeit daran, die Rahmenbedingungen für Ansiedlungen weiter zu verbessern – unter anderem durch einen beschleunigten Breitband-Ausbau und Investitionen in die Verkehrs-Infrastruktur“, sagte Buchholz.

 Erfreulich entwickelt hat sich die Bilanz laut WTSH-Chef Bösche unter anderem bei der Größe der angesiedelten Firmen: „Mit durchschnittlich elf Arbeitsplätzen pro Unternehmen ist gegenüber dem Vorjahr eine leichte Steigerung zu verzeichnen, denn 2016 waren es noch neun Arbeitsplätze pro Betrieb.“ Die Bandbreite bei den Ansiedlungen reiche von der digitalen Wirtschaft über den Tourismus und die Ernährungswirtschaft bis hin zu erneuerbaren Energien sowie Logistik und maritimer Wirtschaft.

 Als herausragend wertete Buchholz das Arbeitsplatz-Plus von 37 Prozent in der digitalen Wirtschaft: Insgesamt siedelten sich 28 Unternehmen mit 134 Arbeitsplätzen an. „Die digitalen Unternehmen sind Innovationstreiber, Impulsgeber und zugleich Multiplikatoren bei der Digitalisierung anderer Wirtschaftsbranchen und insofern bestimmen sie die Entwicklung des gesamten Standortes mit“, so der Minister.

 Nach Aussage von KiWi Geschäftsführer Werner Kässens entschieden sich allein für die Landeshauptstadt Kiel insgesamt 13 Unternehmen aus der digitalen Wirtschaft. Die Bilanz zeige, dass sich aktuell insbesondere junge Unternehmen mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen ansiedeln. „Eine große Rolle bei der Standortwahl spielen die Faktoren Fachkräfte und Innovationskraft“, ist Kässens überzeugt, „und genau hier liegen die Stärken des Wirtschafts-standortes Kiels“.

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„Digitalisierung ist ein Innovationstreiber sowohl für Start-ups als auch für traditionelle Unternehmen“, so Kässens weiter. Auch die derzeitigen Ansiedlungen aus dem produzierenden Gewerbe lassen erkennen, dass sich die Unternehmen zunächst auf ihre F&E-Aufgaben konzentrieren wollen. Damit legen die Unternehmen die Basis für eine langfristige Wachstumsstrategie in Kiel fest, denn im nächsten Schritt für ihre Produktion benötigen sie weitere Wirtschaftsflächen in Kiel.

 Eines der Unternehmen aus der digitalen Wirtschaft ist die YOMA Solutions GmbH. Der Betrieb wurde 2017 als Start-up gegründet und bietet als Cloud-Dienstleister Lösungen für Fuhrparks und Fahrzeugflotten an. Am Standort Norderstedt sollen mittelfristig 20 Arbeitsplätze entstehen.

Vergleichbar positiv sind die Arbeitsplatzeffekte in der Logistik: Während im Vorjahr von drei Betrieben noch 15 Arbeitsplätze geschaffen wurden, waren es vergangenes Jahr 265 Arbeitsplätze, die von fünf neu angesiedelten Firmen geschaffen wurden.

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Der Höhenflug des Tourismus im Jahr 2017 schlägt sich ebenfalls in der Ansiedlungsbilanz nieder: In dieser Branche schafften 16 neue Unternehmen – vor allem Hotels mit hochwertigen Angeboten – 234 Arbeitsplätze.

 So entsteht im Kreis Ostholstein auf Gut Rothensande, besser bekannt als „Immenhof“, ein ganzjährig geöffnetes, hochwertiges Ferienresort. Mittelfristig sollen hier mindestens 50 Arbeitsplätze entstehen. Die Eröffnung erfolgt in 2019. Das Projekt wird im Rahmen der einzelbetrieblichen Investitionsförderung mit 1,19 Millionen Euro aus dem Landesprogramm Wirtschaft (LPW) gefördert. „Dieses Ansiedlungsprojekt zeigt, wie die unterschiedlichen Aspekte der Wirtschaftsförderung sich ergänzen: gezielte Beratung der WTSH, Förderung durch die Investitionsbank und beides auf fachlicher Basis der Tourismusstrategie“, sagte Buchholz.

Im Bereich der erneuerbaren Energien blieb die Anzahl mit acht Unternehmen, die sich für den echten Norden entschieden, gegenüber 2016 identisch. Als Beispiel nannten Bösche und Buchholz die „EnspireMe GmbH“. In dem Unternehmen haben sich das niederländische Energieunternehmen Eneco und der japanische Mischkonzern Mitsubishi Corporation für den Bau von Lithium-Ionen-Batteriespeichern zusammengeschlossen. Die Firma wird in Jardelund (Kreis Schleswig-Flensburg), in unmittelbarer Nähe zum Windpark, ein Batteriespeichersystem mit einer Leistung von 48 Megawatt und einer Speicherkapazität von über 50 Megawattstunden errichten.

Die Anzahl neu angesiedelter ausländischer Unternehmen blieb mit 17 (Vorjahr: 16) nahezu identisch, während die Zahl der Arbeitsplätze (Vorjahr 118) auf 158 angestiegen ist. Neun Unternehmen kommen aus China, drei aus Dänemark, jeweils zwei aus Schweden und Japan und eines aus Finnland. Damit haben sich im vergangenen Jahr insgesamt sechs Unternehmen aus Skandinavien in Schleswig-Holstein niedergelassen. Buchholz: „Diese Entwicklung werden wir aufnehmen und gemeinsam mit Hamburg die deutsch-skandinavischen Wirtschaftsbeziehungen ausbauen. Oberstes Ziel dabei ist natürlich, weitere Ansiedlungen aus Skandinavien im echten Norden zu realisieren.“ Nach den Worten von Bösche ist China seit 2012 einer der Top Investoren in Deutschland und spielte auch letztes Jahr in Schleswig-Holstein die größte Rolle: „Diese Entwicklung belegt, dass sich Schleswig-Holstein im Wettbewerb um ausländische Ansiedlungen auch im vergangenen Jahr erfolgreich positioniert hat.“

Und hier der Live-Mitschnitt der Pressekonferenz:

Buchholz legt heute mit Wirtschaftsförderern die Ansiedlungsbilanz 2017 vor…

Im Wettbewerb um neue Unternehmen und die damit verbundenen Arbeitsplätze waren die Wirtschaftsförderungsgesellschaften des Landes – allen voran die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WT.SH) – im vergangenen Jahr wieder weltweit unterwegs. 

Ob Schleswig-Holstein dabei beispielsweise vom boomenden Deutschland-Tourismus oder der zunehmenden Digitalisierung profitieren konnte, erläuern heute Wirtschaftsminister Buchholz sowie WT.SH-Chef Bösche und der Chef der Kieler Wirtschaftsförderungsgesellschaft KiWi, Werner Kässens.

Pressekonferenz: 12.30 Uhr bei der WT.SH in Kiel am Lorenzendamm beim „Haus der Wirtschaft“

Nadelöhr A-1-Abfahrt Stapelfeld: Buchholz gibt grünes Licht für Ausbau der angrenzenden L 222

Stau auf der Autobahn

Um für mehr Entlastung und damit für mehr Sicherheit im Bereich der A-1-Autobahnabfahrt Stapelfeld/Braak (Kreis Stormarn) zu sorgen, hat Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz grünes Licht für den Ausbau der Landesstraße 222 gegeben. „Die örtlichen Wirtschaftsförderer und auch der Kreis haben im vergangenen Jahr ein Konzept vorgelegt, mit dem der tägliche Rückstau zu den Verkehrs-Stoßzeiten deutlich gemildert werden kann – und dieses Konzept werden wir nun umsetzen“, sagte Buchholz heute (5. Februar) nach einem Treffen mit den Verkehrsexperten der Regierungsfraktionen des Kieler Landtags.

Buchholz sagte dazu weiter (Audio starten – „im Browser anhören“):

Nach den Worten von Buchholz bestehe das Problem bereits seit Jahren: An der Auf- und Abfahrt komme es an Werktagen regelmäßig morgens und abends zu langen Rückstaus. Die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn hatte gemeinsam mit den Kommunen daraufhin im letzten Jahr bei einem Ingenieurbüro die Erstellung eines Verkehrskonzepts in Auftrag gegeben. Fazit der Experten: In Stapelfeld ließe sich die Situation dadurch verbessern, dass die Landesstraße 222 dort auf zwei Spuren in Richtung Hamburg verbreitert wird.

Laut Buchholz werde der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) jetzt mit der näheren Planung und Umsetzung beauftragt. Dabei sei auch die Frage zu klären, ob für den Ausbau ein Planfeststellungsverfahren erforderlich werde.

So berichtet das Hamburger Abendblatt in seiner Mittwochausgabe (7. Februar)


 

Wieder Unfall aus Leichtsinn – Buchholz: Fuß vom Gas und Rücksicht auf Straßenwärter nehmen…

Fünf Wochen nach einem tödlichen Unfall auf der A 23, bei dem bei Itzehoe ein Staßenwärter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV-SH) ums Leben gekommen ist, gab es gestern bei Eisglätte erneut einen Zwischenfall – diesmal mit halbwegs glimpflichem Ausgang. Ein betrunkener Autofahrer hatte auf der A23 bei Halstenbek (Kreis Pinneberg) ein Streufahrzeug von der Straße gedrängt. Das Räumfahrzeug krachte in die Leitplanke und war nicht mehr fahrbereit, wie ein Sprecher der Polizei heute sagte.

Der Autofahrer hatte zum Überholen angesetzt, prallte aber gegen das Heck des Streufahrzeuges. Die Autobahn wurde in Richtung Norden für mehrere Stunden teilweise gesperrt. Ein Alkoholtest beim Unfallverursacher ergab dem Sprecher zufolge 2,29 Promille. Der Hamburger wurde bei dem Unfall leicht verletzt.

Verkehrsminister Bernd Buchholz appellierte vor diesem Hintergrund erneut an alle Verkehrsteilnehmer, sich grundsätzlich nicht unter Alkoholeinfluss hinter das Lenkrad zu setzen. Zugleich mahnte er mehr Umsicht bei schwierigen Straßenverhältnissen wie an diesem Wochenende an: „Nehmen Sie bei Schneefall und Glätte den Fuß vom Gas und nehmen Sie vor allem Rücksicht auf die, die Ihnen die Straßen räumen und damit sicherer machen.“ Wer Streufahrzeuge zu überholen versuche, der gefährde nicht nur sich, sondern vor allem andere und sorge obendrein dafür, dass – wie aktuell auf der A 23 – Hunderte unnötig im Stau stehen müssen.

Mittelstandsbeirat: Weniger Bürokratie – mehr Frauen in Top-Positionen oder als Gründerinnen

Fielmann Akademie Schloss Plön

Der von der Landesregierung ins Leben gerufene Mittelstandsbeirat will neben weniger Bürokratie vor allem mehr Frauen in Führungspositionen der schleswig-holsteinischen Wirtschaft sehen: „Wir müssen gemeinsam noch viel mehr tun, um Frauen zu Gründerinnen von Unternehmen zu machen oder sie dazu zu bewegen, Betriebe zu übernehmen“, sagte die Präsidentin der Industrie und Handelskammer Schleswig-Holstein, Friederike Kühn. Zusammen mit Handwerkskammer-Präsident Günther Stapelfeldt wurde sie heute bei der zweiten Sitzung des Mittelstandsbeirats zur Sprecherin des Gremiums gewählt.

Im Anschluss an die heutige Sitzung zogen Kühn, Stapelfeldt und Buchholz das folgende Fazit (Vodeo starten):

Nach den Worten von Handwerkskammer-Präsident Stapelfeldt würden sich Frauen in der Wirtschaft noch viel zu häufig unterschätzen: „Dabei ist unsere Erfahrung, dass gerade Frauen, die sich im Handwerk selbständig machen, besonders zielorientiert und leistungsstark sind.“ Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz sieht vor diesem Hintergrund auch für das Land Ansatzpunkte, Frauen stärker als bislang den Weg in die Selbständigkeit zu bahnen: „Viele unserer Förderinstrumente für Gründungen zielen bislang stark auf Technik und Naturwissenschaft ab und sprechen somit potenziell eher Männer an.“ Für Gründerinnen und Gründer hingegen, die sich beispielsweise in Pflegeberufen selbständig machen wollen, sei das Angebot noch zu dünn.

Buchholz und Kühn erinnerten daran, dass es im Land – unter anderem von der IHK zu Lübeck oder dem Jackstaedt-Kompetenzzentrum – bereits zahlreiche Hilfestellungen gebe. „Aber wir müssen ganz offensichtlich noch mehr Impulse geben, um das Gründungsgeschehen in Schleswig-Holstein – nicht nur für Frauen – weiter voran zu treiben: von Beratung über Mentoring bis hin zu finanzieller Unterstützung“, so Kühn.

Mit Blick auf das Thema Unternehmensnachfolge erinnerte Buchholz an eine aktuelle Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW). Demnach sind 46 Prozent der Inhaber von Betrieben in Schleswig-Holstein 55 Jahre und älter. „Mit anderen Worten: In den nächsten zehn Jahren wird in Schleswig-Holstein fast jeder zweite Unternehmer in den Ruhestand gehen. Hier geeignete Nachfolgerinnen oder Nachfolger zu finden, ist eine unserer zentralen Herausforderungen, die wir gemeinsam mit dem Mittelstand in unserem Land stemmen müssen“, so Buchholz.

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Tagten heute imWirtschaftsministerium: Mitglieder des Mittelstandsbeirats SH

 

Brunsbüttel mit weltweit größter AdBlue-Anlage – Rohlfs: Technologie-Sprung für die Westküste

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Staatssekretär Rohlfs bei seiner Eröffnungsrede bei Yara

Neuer Superlativ für den Chemchoast-Park Brunsbüttel: Der norwegische Chemie-Konzern Yara hat am Vormittag in Anwesenheit von Wirtschafts- und Technologie-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs die weltweit größte Anlage für den Diesel-Zusatz AdBlue in Betrieb genommen. „Das ist nicht nur ein tolles Bekenntnis zum Standort und ein starkes Signal für Unternehmen, die sich für diesen Standort interessieren und überlegen, herzukommen. Es setzt auch einen hervorragenden Akzent in der aktuellen Debatte über die Zukunft der Mobilität.“, sagte Rohlfs vor über 150 Gästen.

Die Anlage, in die Yara 28 Millionen Euro investiert habe, kann mit einer Kapazität von 1,1 Millionen Tonnen pro Jahr die Hälfte der europäischen Nachfrage bedienen. Dazu gehört laut Firmenangaben ein neuer Tiefwasseranleger, ein Lagertank mit einem Fassungsvermögen von 17 500 Kubikmetern und eine vollautomatische Beladestation für Lkw, die rund um die Uhr in Betrieb sei.

„Die gestiegene Nachfrage nach AdBlue für schwere Nutzkraftfahrzeuge ebenso wie für Personenautos in Europa und den USA macht eine zuverlässige und pünktliche Lieferung aus Sicht unserer Kunden unerlässlich“, sagte Yara-Chef Svein Tore Holsether. Der norwegische Konzern unterhält weltweit fünf Produktionsstätten für AdBlue. Die Anlage in Brunsbüttel wurde nach drei Jahren Bauzeit fertiggestellt.

Nach den Worten von Staatssekretär Rohlfs können mit AdBlue Emissionen von Stickoxiden erheblich reduziert werden. Die Anlage werde einen wichtigen Beitrag leisten, die Luft vor schädlichen Einträgen aus Dieselmotoren zu schützen. „Und damit ist diese Anlage ein perfektes Beispiel für die Philosophie der Landesregierung: Wir wollen Ökonomie und Ökologie intelligent miteinander verbinden, damit daraus nachhaltige Wertschöpfung und Wohlstand entstehen“, so der FDP-Politiker.

Wie Rohlfs weiter sagte, sei Brunsbüttel mit dem ChemCoastPark Schleswig-Holsteins wichtigster und größter Industriestandort. Er sei von der strategischen Lage her bestens geeignet für Industrieunternehmen, die auf verlässliche Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen setzen und auf eine gute logistische Anbindung angewiesen seien.

„Und wie es aussieht, bekommt der Park künftig noch prominenten Zuwachs durch das erste deutsche LNG-Importterminal. Und auch dafür spielt das Unternehmen Yara eine bedeutende Rolle, und zwar nicht nur als potenzieller Kunde,  sondern vor allem auch als Treiber von Innovation.“

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Rohlfs mit Yara-Chefin Lindland und Konzernchef Svein Tore Holsether (Mitte) auf dem Podium mit NDR-Moderator Yared Dibaba

Trotz üblicher Januar-Delle: Buchholz sieht den Arbeitsmarkt weiter gut in Schuss

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Trotz eines saisontypischen Anstiegs der Arbeitslosigkeit im Januar ist Arbeits- und Wirtschaftsminister Dr.Bernd Buchholz mit den heute vorgelegten Arbeitsmarktdaten zufrieden: „Dank der guten Konjunktur und des milden Winters fällt der Anstieg in diesem Jahr schwächer aus als sonst. Unsere Unternehmen halten an ihren Fachkräften fest – das ist richtig und zugleich ein gutes Signal“, sagte Buchholz.

So sei unter anderem die Zahl der arbeitslosen Menschen unter 25 Jahren gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,1 Prozent (- 599) auf 9.251 gesunken und die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahre um 2,2 Prozent (- 711) auf 32.296. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ging um 5,1 Prozent (-1.722) auf 31.819 gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Die Zahl der arbeitslosen Ausländer stieg um 5,4 Prozent (+1.000) gegenüber dem Vorjahresmonat an. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt stieg im Januar gegenüber dem Vormonat um 7,5 Prozent an, die Arbeitslosenquote liegt bei 6,3 Prozent.

Wie Buchholz weiter sagte, halte der Zuwachs an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung weiter an: „Insbesondere in den Bereichen Verarbeitendes Gewerbe, Handel, Instandhaltung und KFZ-Reparatur sowie im Sozialwesen zeigt sich, dass im Vergleich zum Vorjahresquartal neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse entstanden sind“, so Buchholz. Er gehe auch für die nächsten Monate von einer positiven Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes in Schleswig-Holstein aus. „Die Rahmenbedingungen für den Arbeitsmarkt stimmen, auch wenn der Fachkräftemangel bereits erste Bremsspuren unter anderem in der Baubranche zeigt. Hier können unsere Unternehmen die Unterstützungsangebote des Landes im Rahmen des Landesarbeitsmarktprogramms nutzen und sich besser aufstellen.“

Buchholz erinnerte daran, dass das Land zum Jahresbeginn acht neue Modellprojekte für Langzeitarbeitslose gestartet habe: „Einige der Projekte richten sich konzeptionell ausschließlich an Migranten und Flüchtlinge oder berücksichtigen ihre Bedürfnisse in besonderer Weise“, sagte er. Damit leiste das Land einen wichtigen Beitrag zur Integration.

Der Norden steht vor ganztägigen Warnstreiks der IG Metall

Bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) findet morgen eine Kundgebung statt

In zehn Betrieben im Norden beginnen in der Nacht zu Morgen die von der IG Metall Küste ausgerufenen ganztägigen Warnstreiks. Den Auftakt mache das Unternehmen Gestra in Bremen mit Beginn der Nachtschicht um 22 Uhr, teilte die Gewerkschaft heute in Hamburg mit. Andere Betriebe wie Still in Hamburg, Manitowoc in Wilhelmshaven, Brötje in Rastede oder Steen in Elmshorn folgten mit den Frühschichten zwischen vier und sechs Uhr. Größere Kundgebungen seien bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (8.00 Uhr) und dem Gabelstapler-Hersteller Still (9.00 Uhr) geplant.

Mit den 24-Stunden-Warnstreiks eskaliert die IG Metall die Tarifauseinandersetzung in der Metallindustrie auf eine neue Stufe. «Unsere Mitglieder stehen mit überwältigender Mehrheit hinter den ganztägigen Warnstreiks», sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Das hätten die Abstimmungen in den Betrieben ergeben. «Die Kolleginnen und Kollegen sind bereit, für mehr Geld und mehr Zeit anzutreten.»

Bislang haben die Gewerkschaft und die Arbeitgeberseite keine Einigung finden können. Umstritten sind vor allem die geforderten Arbeitszeitregelungen, die den Beschäftigten eine zeitweise Verkürzung der Arbeitszeit mit einem Zuschuss der Unternehmen ermöglichen sollen. Die Arbeitgeberseite betrachtet diese Forderung als rechtswidrig, weil sie zu einer massiven Diskriminierung aller bislang schon in Teilzeit Beschäftigten führen würde. «Nordmetall plant deshalb, am Donnerstag in Frankfurt eine Klage zur Feststellung der Rechtswidrigkeit dieser Streik-Aktionen einzureichen», sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes, Peter Schlaffke.

Die ganztägigen Warnstreiks im Norden werden bis Freitag dauern und sollen insgesamt 50 000 Beschäftigte umfassen. In den Bundesländern Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und dem nordwestlichen Niedersachsen arbeiten 140 000 Beschäftigte in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie.

Auch nach Sieben-Punkte-Plan: Buchholz setzt die DB weiter unter Druck

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Nachdem die DB Regio für die Probleme auf der Marschbahn-Strecke zwischen Hamburg und Sylt einen Sieben-Punkte-Plan vorgelegt hat, erhöht Verkehrsminister Bernd Buchholz nochmals den Druck auf die Deutsche Bahn. In einem heute erschienen Interview der «Kieler Nachrichten»  schloss der FDP-Politiker neben Zahlungskürzungen des Landes auch eine Abmahnung nicht aus und verwies auch auf die Möglichkeit, einen Verkehrsvertrag wegen schlechter Leistungen zu kündigen.

Hintergrund sind Verspätungen und Zugausfälle. Zudem könnten Erfahrungen mit einem Unternehmen auch bei Netzausschreibungen mitbewertet werden, sagte Buchholz der Zeitung. Bisher sei keine große Besserung in Sicht.

Im Gespräch mit Andreas Otto von RSH sagte Buchholz (Audio starten – „im Browser anhören“)

Das Thema wird am morgigen Mittwoch auch den Wirtschaftsausschuss des nordfriesischen Kreistags in Husum beschäftigen.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus