Zündende Idee aus dem ISit in Itzehoe könnte die Autowelt revolutionieren

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Seine Forschung könnte für deutlich mehr Platz im Innenraum von Elektroautos sorgen. Holger Kapels (auf dem Foto mit einem beschichteten Wafer) ist Spezialist für Miniaturisierung. Der Elektrotechniker des Fraunhofer-Instituts für Siliziumtechnologie Itzehoe (Isit) will elektronische Bauelemente deutlich verkleinern. «Unser Ziel ist der Faktor 10, also zehn Prozent der aktuellen Größe bei gleichen Eigenschaften», sagt er. Helfen sollen die Eigenschaften von Galliumnitrid (GaN). Der Halbleiter könnte in einigen Jahren Silizium als Baustoff in der Mikroelektronik ablösen.

Mit einem kleinen Team forscht der 47-Jährige in dem 1000 Quadratmeter großen Reinraum des Instituts in Schleswig-Holstein an Halbleiter-Bauelementen auf Galliumnitrid-Basis. «Denn beim Silizium kommt die Entwicklung an physikalische Grenzen», sagt Kapels. Deshalb ließen sich Elektronikbausteine «nicht auf ewig miniaturisieren». Um die Chips kleiner fertigen zu können, sind neue Materialien nötig.

Für Wirtschafts- und Technologie-Minister Bernd Buchholz ein vielversprechendes Forschungsprojekt: «Wir sind froh, dass wir dem Isit in Itzehoe – ebenso wie mit der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie in Lübeck – solche pragmatischen Leuchttürme des Technologietransfers besitzen.»

Der neue Werkstoff ist deutlich leistungsfähiger als Silizium. Das Problem: Galliumnitrid ist zum einen wesentlich schwieriger zu bearbeiten und – noch – deutlich teurer. Kapels rechnet aber mit massenmarkttauglichen Preisen in wenigen Jahren. «Denn Galliumnitrid hat bessere Eigenschaften als Silizium», sagt er. Wafer mit einer solchen Beschichtung halten dank der Verbindung von Gallium und Stickstoff höhere Spannungen und Stromstärken aus. Und sie geben deutlich weniger Wärme ab. Bei Bluray-Datenträgern, LED-Taschenlampen und Lasern kommt die Technologie bereits zum Einsatz.

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Leuchtturm der Technologie-Forschung: Das FRaunhofer-Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe (ISiT)

Künftige Anwendungsgebiete sieht der Geschäftsfeldleiter Leistungselektronik des Fraunhofer-Instituts in Netzgeräten für Notebooks, Windrädern und Photovoltaik-Anlagen, aber auch Zügen und Elektroautos. Bei Windrädern sei die Größe zwar weniger entscheidend, sagt der Forscher. Dafür profitieren diese von einem anderen Vorteil. «Die neuen Halbleiter werden bei weitem nicht so heiß, deshalb sind sie deutlich langlebiger.» Bei Windrädern ließen sich die Wartungsintervalle so verlängern und Kosten senken. «Wir wollen erreichen, dass Bauelemente die gesamte Lebensdauer eines Windrades halten. Und das dürfen gerne 20 oder 30 Jahre sein.»

Der in Niedersachsen aufgewachsene Forscher baute sich schon als Jugendlicher Radios und Verstärker. Bereits damals kam in der Industrie Silizium zum Einsatz. Die Technik ist mehr als 60 Jahre gewachsen. An Leistungshalbleitern aus Galliumnitrid werde dagegen erst von wenigen Instituten geforscht, sagt Kapels.

Aktuelle Halbleiter auf Basis von Galliumnitrid verfügten über sogenannte laterale Strukturen, bei denen der Strom nur auf der Oberfläche fließe, sagt Kapels. «Wenn der Strom aber vertikal fließt, nutzt er das Material viel besser aus.» Daran arbeitet sein Team. In den kommenden drei Jahren werden deshalb am Fraunhofer-Institut in Schleswig-Holstein fünf Millionen Euro für entsprechende Anlagen zur Entwicklung solcher Strukturen investiert. «Wir befinden uns dabei in einem Wettlauf mit japanischen Forschern.»

Die von Kapels und seinen Kollegen entwickelten Halbleiter sind nur gut zehn Quadratmillimeter groß. Ihre Aufgabe ist es, kleine Trafos anzusteuern. «Sie sind nichts anderes als ein An- und Aus-Schalter. Nur dass sie zigtausende Mal pro Sekunde betätigt werden», erklärt der Forscher. «Das schnelle Schalten ist die wesentliche Basis für die Miniaturisierung.»

Noch kommt in Netzteilen meist aber Silizium-Technologie zum Einsatz. «Das Ziel ist es, heute noch relativ große und schwere Netzteile künftig in den Stecker selbst zu integrieren», sagt Kapels. Bislang sei das aufgrund der relativ kleinen Leistung nur bei Smartphones möglich, bald aber auch bei Netzteilen von größeren Notebooks und anderen Geräten. Der Einsatz geht bei einem einfachen Netzteil los und endet beim Elektroauto der Zukunft. «Bei Unterhaltungselektronik ist das Problem, dass man sie ständig mit sich herum trägt. Beim Pkw geht es um zusätzliches Gewicht, dass Energie kostet», sagt Kapels.

Beim Auto hat die Technik aber nicht nur einen positiven Effekt auf die Umweltbelastung, weil leichtere Autos weniger Energie verbrauchen, sondern auch einen ganz praktischen Vorteil für den Autofahrer: «Wenn der Elektromotor kompakter wird, könnten Ingenieure auf dem gleichen Chassis eine größere Fahrgastzelle bauen.» Mehr Fußraum also durch Galliumnitrid.

Bis dahin ist aber noch einige Forschungsarbeit nötig. Ende 2019 wollen der Physiker und seine vier Mitstreiter einen ersten Prototypen produzieren.

Buchholz ermuntert Ernährungs-Industrie: Das Thema Gesundheit bietet Wachstums-Potenzial

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Prof. Jacobsen erläutert beim Minister-Besuch die Entstehungsgeschichte von foodRegio
Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz  hat die Betriebe der Ernährungsindustrie im Land dazu ermuntert, sich durch noch stärkere Individualisierung ihrer Produkte und Angebote mehr auf das Feld der Gesundheitswirtschaft zu wagen: „Unsere Ernährungswirtschaft im Land ist mindestens so stark wie der Maschinenbau – und ich sehe hier noch viel Spielraum für engere Schulterschlüsse mit der ebenfalls boomenden Gesundheitswirtschaft im Land“, sagte Buchholz heute nach einem Treffen mit dem Vorstand  des Branchennetzwerks „foodRegio“ in Lübeck. Gastgeber des Treffen war der Müsli-Produzent  H. & J. Brüggen KG. Zum Branchennetzwerk zählen aktuell rund 70 Unternehmen.

Buchholz sagte nach dem Besuch von food-Regio sowie nach seinem anschließenden Besuch im Technik-Zentrum Lübeck (Audio starten – „im Browser anhören“)

Wie Buchholz weiter sagte, seien ihm bei dem Treffen von Jochen Brüggen und Prof. Dr. Björn P. Jacobsen neben der Entstehungsgeschichte des elf Jahre alten Netzwerks interessante Zahlen und Fakten zur Entwicklung der Ernährungswirtschaft in Schleswig-Holstein vorgestellt worden.  Darüber hinaus ging es um die Themen Fachkräftebedarf der Betriebe und die Ausbildung. Jacobsen kündigte für Mitte September 2018 einen Kongress zu dem Themenspektrum an. Am 22. Februar findet zudem der dann mittlerweile 12. Trendtag der Ernährungswirtschaft statt.

Im Bereich Ernährungswirtschaft sind aktuell rund 260 Unternehmen über 21.000 Menschen beschäftigt.

Laut Jacobsen sind die Unternehmen in Schleswig-Holstein bereits in seinem sehr engen Austausch mit den Hochschulen – insbesondere der Universität Lübeck und der Fachhochschule Lübeck. Ein großes Thema dabei sei die Sicherstellung einer hohen Lebensmittelqualität – unter anderem durch die Erforschungs besserer Verpackungen. „Die Qualität des Produktes stellt die Ernährungswirtschaft sicher. Wir müssen aber auch darauf achten, dass diese Qualität vom Werkstor über den Handel bis in die Küche des Verbrauchers erhalten bleibt“, sagt Jacobsen. Hierbei seien Lebensmittelverpackungen ein wichtiger Baustein.

Auftrag für Teil 2 der A-21-Sanierung vergeben: Leitplanken-Montage bis Ende Januar

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Weiterer Meilenstein bei der Sanierung der A 21: Nachdem vergangenen Sonnabend das Neubau-Teilstück bei Nettelsee für den Verkehr freigegeben wurde, geht es nun auch auf der zehn Kilometer langen Sanierungsstrecke von Depenau in Richtung Bad Segeberg mit Hochdruck weiter. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) hat heute Nachmittag den knapp 14 Millionen Euro umfassenden Auftrag für die Sanierung der Gegenfahrbahn in Richtung Kiel erteilt.

„Damit werden absehbar bereits Ende Januar die noch fehlenden Leitplanken auf der sanierten Bahn in Richtung Segeberg montiert sein und der gesamte Verkehr auf die Gegenrichtung umgelenkt“, freute sich Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz. Klar sei, dass den Pendlern damit auch 2018 eine Geduldsprobbe nicht erspart bleibe. „Aber anschließend verfügen wir auf dieser wichtigen Achse wieder über eine verkehrssichere und damit auch schnellere Verbindung zwischen Kiel und Bad Segeberg“, so der Minister.

Nach den Worten des zuständigen LBV-SH-Betriebssitzleiters Christoph Köster laufen paralell zur Leitplankenmontage in den nächsten Wochen bereits die Vorbereitungen zur Umleitung des Verkehrs. Im Verlauf des Februar folgen dann Entwässerungsarbeiten und ab März soll dann die eigentliche Sanierung der Autobahn beginnen.

Marine-Schiffbau vor Auftragswelle – Buchholz mahnt fairen Wettbewerb an

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Rüstungsprojekte in Milliardenhöhe zeichnen sich im Marine-Schiffbau ab – und dürften auch die Auslastung der Kieler Werft von ThyssenKrupp Marine Systems mit 2800 Beschäftigten über Jahre sichern. «Allgemein ist die internationale Marktlage für Marineschiffe gut», sagte heute ein TKMS-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die internationale Konkurrenz sei stark. «Für «Made in Germany» sehen wir allerdings gute Chancen.» Das gilt nicht nur für nicht-nukleare U-Boote, bei denen TKMS nach eigener Sicht «klar Marktführer» ist, sondern auch für den Überwasserbereich.

Mit Spannung wartet die Branche auf die Entscheidung, welches Konsortium das neue Mehrzweckkampfschiff MKS 180 für die deutsche Marine bauen darf. Am 27. Dezember endet die Frist zur Abgabe für das zweite Angebot. «Daran schließt sich allerdings erst noch die Angebotsauswertung an», teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit – ohne nähere Angaben zu machen.

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Nur noch drei Bieterkonsortien sollen nach Branchen-Informationen im Rennen sein. TKMS gemeinsam mit der Fr. Lürssen Werft (Hauptsitz Bremen), das niederländische Unternehmen Damen Shipyards Group in Partnerschaft mit Blohm+Voss sowie German Naval Yards als Generalunternehmer. Fr. Lürssen hat doppelte Chancen, denn das Unternehmen hatte 2016 die Hamburger Schiffswerft Blohm+Voss GmbH übernommen. Ursprünglich sollten erst vier MKS 180 geordert werden, inzwischen sind es sechs. Allein die ersten vier MKS 180 werden laut «bundeswehr-journal» (26. April 2017) statt vier rund 4,5 Milliarden Euro kosten, die Auslieferung solle ab 2023 beginnen.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat unterdessen die europaweite Ausschreibung deutscher Marine-Schiffe kritisiert. «Wenn deutsche Werften, die zumindest teilweise mittelständisch geprägt sind, mit europäischen Staatswerften konkurrieren müssen, kann kein fairer Wettbewerb stattfinden», sagte er. Es dürfe keine europäischen Ausschreibungen ohne faire Wettbewerbsbedingungen geben. «Die deutschen Werften müssen von den aktuell anstehenden Aufträgen der deutschen Marine profitieren.» Am 27. Dezember läuft die Frist für die Abgabe des zweiten Angebots für das Mehrzweckkampfschiff MKS 180 ab – ein Milliardenauftrag.

«Neben dem Unterwasserbau sollte die Bundesregierung endlich auch den Überwasserbau als Schlüsselindustrie und -technologie anerkennen», sagte Buchholz. Im Bundestag hatten SPD und Union bereits im vergangenen März dies gefordert, um den Technologiestandort Deutschland auch im Bereich der Marine- und Werftindustrie zu stärken. Nationale Referenzprojekte seien im übrigen auch Voraussetzung für Marineaufträge aus dem Ausland, betonte Buchholz.

Zwei politische Entscheidungen nähren Hoffnungen der Rüstungsbranche für die Zukunft: Zum einen die im Dezember beschlossene grundsätzliche Verpflichtung von 25 EU-Ländern für eine weitgehend gemeinsame europäische Verteidigungspolitik – mit real steigenden Verteidigungsausgaben und dem Ziel gemeinsamer Rüstungsprojekte. Zum anderen die von Norwegen und Deutschland vereinbarte strategische Partnerschaft im Marine-Bereich.

Die künftige Kooperation sei so eng wie bisher mit keiner anderen Marine, sagte ein Marinesprecher. Gemeinsam will man eine neue Generation von Flugkörpern – auch für das MKS 180 – entwickeln, um langfristig See- und Landziele auch in großen Entfernungen von etwa 200 Kilometern wirkungsvoll bekämpfen zu können.

Norwegen will vier U-Boote in Kiel von TKMS bauen lassen, die deutsche Marine zwei weitere U-Boote im Rahmen desselben Loses – aber mit eigenen Spezifikationen. Norwegen hat für das U-Boot-Paket umgerechnet etwa 4,3 Milliarden Euro eingeplant. Der Vertrag könnte. 2019 unterzeichnet werden. Die neuen U-Boote für Norwegen sollen ab etwa 2025 und für die deutsche Marine etwa ab 2027 geliefert werden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihre norwegische Kollegin Ine Marie Eriksen Søreide (Foto oben) hatten im August den Marinestützpunkt in Eckernförde besucht. «Norwegen ist für uns der absolute Wunschpartner», sagte von der Leyen. Eriksen Søreide betonte, es handele sich um eine «Win-Win-Situation» und könne ein Beispiel sein für Kooperationen anderer Nato-Staaten. Zum Norwegen-Deal sagte der Firmensprecher: «Für Thyssenkrupp Marine Systems ist dies ein strategisch sehr wichtiges Programm.»

BootNeben den sechs U-Booten für Norwegen und Deutschland hofft TKMS, drei weitere Boote für Israel bauen zu können. Eine Absichtserklärung beider Regierungen für die angeblich 1,5 Milliarden Euro teuren U-Boote wurde bereits unterzeichnet. In Israel laufen wegen des Deals jedoch Korruptionsermittlungen. TKMS wollte sich zu den Chancen für das angestrebte Geschäft nicht äußern. Bis 2021 stehen zwei weitere Boote für Ägypten und vier Boote für Singapur in den Auftragsbüchern von TKMS.

Im Überwasserbereich agiert TKMS als Generalunternehmer und gemeinsam mit Partnern. Fr. Lürssen, Partner von TKMS, erhielt kürzlich einen Großauftrag aus Australien für zwölf Offshore-Patrouillenboote. «Wir bemühen uns gerade um einen Auftrag zum Bau von vier Fregatten für Kolumbien», sagte der TKMS-Sprecher. Für die deutsche Marine baut TKMS in der Arbeitsgemeinschaft Arge F125 gemeinsam mit der Fr. Lürssen Werft vier Fregatten. Bei dem Bau von weiteren Korvetten K130 erhielten TKMS, die Fr. Lürssen Werft sowie German Naval Yards (Kiel) gemeinsam den Zuschlag. «Im Ausland arbeiten wir im Überwasserbereich meist mit lokalen Werften zusammen», sagte der TKMS-Sprecher.

«In Kiel fokussieren wir uns auf den Unterwasserbereich.» Die Administration, etwa der Einkauf oder der Finanzbereich, seien übergreifend für Projekte im Überwasser- und im Unterwasserbereich tätig. Und es würden vermehrt fachübergreifende Teams eingesetzt. So könnten im Falle eines Zuschlags möglicherweise auch Ingenieure aus Kiel an dem Projekt MKS 180 beteiligt werden. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, setzt TKMS auf «Digital Shipyard», die Digitalisierung der Wertschöpfungskette.

«Darüber hinaus investieren wir aber auch weiter erheblich in neue Tools, Technologien und verbessern unsere internen Prozesse», sagte der Firmensprecher und fügte selbstbewusst hinzu. «Wir wollen den Standard der Marine von morgen entwickeln und fertigen.»

 

Und wieder ein Boom-Monat: Tourismus in SH peilt weiteres Rekordjahr an

Mehr Gäste, mehr Übernachtungen – das Land zwischen den Meeren steht bei Touristen weiterhin hoch im Kurs. Zum Jahresende wird die Branche einen weiteren Rekord feiern. Tourismus-Minister Buchholz sieht immer noch Reserven.

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Der Tourismus in Schleswig-Holstein bleibt auf Erfolgskurs. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres trafen im nördlichsten Bundesland 6,9 Millionen Übernachtungsgäste in den Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten ein und damit 4,7 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Wie das Statistikamt Nord heute weiter berichtete, stieg die Zahl der Übernachtungen um 5,2 Prozent auf gut 27,2 Millionen. Damit blieb jeder Gast im Durchschnitt 3,9 Nächte.

Aller Voraussicht nach wird der Norden nach Einschätzung von Tourismusminister Bernd Buchholz in diesem Jahr bei den Übernachtungen erstmals die Marke von 29 Millionen übertreffen. 2016 waren es zum ersten Mal mehr als 28 Millionen.

Buchholz sagte weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Wie schon die Vormonate, schloss auch der Oktober mit positiven Ergebnissen ab. 676 000 Übernachtungsgäste bedeuteten ein Plus zum gleichen Vorjahresmonat von 4,2 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen nahm um 7,1 Prozent auf fast 2,66 Millionen zu.

Buchholz rief die Branche auf, den Schwung zu nutzen, um auch den Tourismus abseits der Küsten nachhaltig zu stärken. «Qualität, Nachhaltigkeit und Digitalisierung werden die entscheidenden Faktoren sein, um die positive Entwicklung verstetigen und halten zu können», sagte der FDP-Politiker. Er wies darauf hin, dass von den Zuwächsen alle Reisegebiete bis auf die Holsteinische Schweiz (minus 4,7 Prozent bei den Übernachtungen) profitierten. Hier ist im Jahresvergleich allerdings zu berücksichtigen, dass die Region wegen der Landesgartenschau in Eutin 2016 höhere Gäste- und Übernachtungszahlen hatte.

Den größten Übernachtungszuwachs verzeichnete 2017 die Nordsee mit 9 Prozent, gefolgt vom übrigen Binnenland, also außer der Holsteinischen Schweiz, mit 4,9 Prozent und der Ostsee mit 3,4 Prozent.

A 20: Buchholz holt DEGES an Bord und schafft Kapazitäten für andere Straßen-Projekte in SH

Die weitere Planung und der Bau der Autobahn A 20 in Schleswig-Holstein wird vollständig von der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßen­planungs- und -bau GmbH) übernommen. Nachdem die Landesregierung Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute in ihrer Kabinettssitzung dazu ermächtigt hat, unter­schrieben Buchholz und DEGES-Geschäfts­führer Dirk Brandenburger einen entsprechen­den Dienstleistungsvertrag.

Hintergrund der Verhandlungen mit der DEGES ist vor allem die personelle Bewältigung des Milliarden-Programms des Bundes und der Länder, der so genannte „Investitionshochlauf“, durch Einsatz aller beim Land verfügbaren Planungsressourcen.

„Mit Übertragung der A 20 auf die DEGES ist außerdem gewährleistet, dass wir dieses für das Land elementare Straßenbauvor­haben von einer Projektmanagementgesellschaft schultern lassen, die auf Vorhaben solcher Dimensionen spezialisiert ist und eine ausgezeichnete Reputation genießt“, sagte Buchholz. Gleichzeitig werde der heutige Schritt beim Landesbetrieb mittelfristig Ressourcen freisetzen, die dann für andere wichtige Landes- und Bundesstraßenprojekte genutzt werden können.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz zur heutigen Entscheidung

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Nach den Worten des Direktors des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH), Torsten Conradt, werde er in einem ersten Schritt prüfen lassen, inwieweit der Ressourcengewinn für einen beschleunigten Ausbau der B 5 an der Westküste oder der B 404 zur A 21 eingesetzt werden könnte.

Buchholz dankte dem LBV-SH für die bisherige Umsetzung und Planung der A 20 trotz des über Jahre auferlegten Stellenabbaus unter früheren Landesregierungen. In den vergangenen 27 Jahren seien von der Landesgrenze Mecklenburg-Vorpommern bis kurz vor Bad Segeberg knapp 40 Kilometer geplant, gebaut und unter Verkehr gebracht worden. „Und das bei teils massiven Widerständen und unter teils schwierigsten Rahmenbedingungen wie etwa die Durchquerung des ökologisch sensiblen Wakenitz-Tals“, sagte Buchholz. Für die übrigen 80 Kilometer bis zur Elbquerung – unterteilt in sechs Abschnitte – liegen inzwischen drei Planfeststellungsbeschlüsse vor, die aber allesamt beklagt sind.

Hier der Beitrag von Buchholz in der Pressekonferenz in voller Länge (Audio starten – „im Browser anhören“)

DEGES-Geschäftsführer Brandenburger zeigte sich zuversichtlich, die noch ausstehenden Verfahrensschritte schnell anpacken zu können. „Mit der A 20 übernimmt die DEGES eines der anspruchsvollsten Autobahnneubauprojekte in Deutschland. Entscheidend für den Erfolg wird es sein, eine Planung aufzustellen, mit der die verkehrlichen Ziele erreicht und die besonderen umweltfachlichen Anforderungen erfüllt werden“, so Brandenburger. Dazu sei die DEGES bereits seit Wochen in engem Austausch mit den Fachleuten des LBV-SH, um kurzfristig in die weitere Planung einsteigen zu können.

Hier der Beitrag von Brandenburger in der Pressekonferenz in voller Länge (Audio starten – „im Browser anhören“)

„Ich verstehe alle, die jetzt möglichst schnell und verbindlich wissen wollen, wann welche Meilensteine und vor allem das Baurecht erreicht werden. Die DEGES wird sich jetzt auf die Erstellung einer Planung konzentrieren, die einer eventuellen gerichtlichen Überprüfung standhält und weitere Bearbeitungs- und Genehmigungsschleifen vermeidet. Die Genehmigungsverfahren selbst können wir nur bestmöglich vorbereiten – aber nicht beeinflussen“, sagte Brandenburger.

Von besonderer Bedeutung sei vor allem der Abschluss des so genannten Fehlerheilungs­verfahrens auf dem Abschnitt um Bad Segeberg. Hier hatte das Bundesverwaltungsgericht 2013 den Weiterbau nach Klagen von Naturschützern gestoppt, die Überprüfung alternativer Trassenverläufe gefordert und bemängelt, dass eine mögliche Gefährdung der Fledermaus-Vorkommen auf dem Abschnitt nicht ausreichend berücksichtigt worden sei.

Die fertige A 20 bei Lübeck-Geschendorf

Buchholz erinnerte daran, dass die DEGES bereits 2008 vom Land verpflichtet wurde, den sechsstreifigen Ausbau der A 7 zwischen Neumünster und Hamburg zu steuern und 2015 den Auftrag für den Ersatz-Neubau der Rader Hochbrücke erhielt. „Gerade am Beispiel der A 7 lässt sich besichtigen, welche Lösungskompetenz in technischen und rechtlichen Fragen sich die im Besitz der Länder und des Bundes befindliche Gesellschaft in ihrer 26-jährigen Geschichte erarbeitet hat“, so der Minister.

Neben dem Einstieg der DEGES in das Großprojekt bewilligte das Landeskabinett auch die Mittel für den finanziellen Begleitaufwand – insbesondere Geschäftskosten und die Kosten für Ingenieurverträge. Für das Jahr 2018 werden diese mit 2,2 Millionen Euro veranschlagt und für die Jahre 2019 und 2020 zusammen mit rund 15 Millionen Euro.

A 20, Linie+Abschnitte

Landesregierung berät heute über Weichenstellung für den A-20-Weiterbau

Es ist eines der größten und ökologisch sensibelsten Autobahnprojekte in Deutschland: Der Bau der A 20, der vor vier Jahren vor Bad Segeberg nach erfolgreichen Klagen von Umweltverbänden zum Stillstand gekommen ist. Bis zur geplanten Elbquerung bei Glückstadt fehlen auf schleswig-holsteinischem Gebiet noch gut 80 Kilometer der gut 1,1 Milliarden Euro teuren Ost-West-Magistrale, die nach der deutschen Wiedervereinigung vor 27 Jahren vom Bund angeschoben wurde. 

Heute beschäftigt sich das Landeskabinett in Kiel mit einer wesentlichen Weichenstellung für die künftige Weiterplanung und den Weiterbau der A 20. Einer der Gründe: Ab 2021 wird eine neue Bundesinfrastrukturgesellschaft für sämtliche Autobahnprojekte in Deutschland zuständig sein. Dabei wird die vom Bund und einigen Bundesländern – darunter auch SH – getragene Projektmanagementgesellschaft DEGES absehbar eine zentrale Rolle einnehmen. 

Vor diesem Hintergrund werden die Kabinettsmitglieder darüber entscheiden, ob die DEGES nicht besser schon heute das Projekt übernimmt, um 2021 einen reibungslosen Übergang in die Bundeszuständigkeit zu gewährleisten.

SH bildet mehr Fachkräfte aus – es fehlen aber Ausbildungsplätze – Buchholz appelliert

Kfz-Nachwuchs – hier beim Unterricht bei der Flensburger Handwerkskammer

In Schleswig-Holstein werden wieder mehr Fachkräfte ausgebildet. Das geht aus dem «Ländermonitor berufliche Bildung 2017» des Soziologischen Forschungsinstituts (SOFI) und der Universität Göttingen hervor, den die Bertelsmann-Stiftung heute veröffentlicht hat. Im Jahr 2015 begannen demnach 28 128 Jugendliche eine duale Ausbildung in einem Betrieb oder eine Ausbildung im Schulberufssystem, in dem vor allem Erziehungs-, Gesundheits- und Sozialberufe erlernt werden. Im Vergleich zum Jahr 2013 entspricht das einem Plus von sieben Prozent. Für den Zuwachs sei vor allem der Ausbau des Schulberufssystems verantwortlich, hieß es.

Die Aussichten für die Bewerber haben sich dem Bericht zufolge damit aber nicht verbessert: Auf 100 Bewerber kamen 2016 nur 88 Ausbildungsplätze. In keinem anderen Bundesland seien die Perspektiven für Bewerber auf eine duale Ausbildung schlechter, teilte die Stiftung mit. Da zudem 5 Prozent der Ausbildungsplätze unbesetzt blieben, gingen 16 Prozent der Bewerber in Schleswig-Holstein leer aus. In Kiel und Flensburg ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt der Studie zufolge besonders angespannt.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz appellierte an die Betriebe, hier im eigenen Interesse noch mehr Kraft zu investieren: „Jeder Ausbildungsvertrag heute ist ein wirksames Mittel gegen den drohenden Fachkräftemangel von morgen“, sagte er und erinnerte an die Unterstütung durch die breit angelegte Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein (FI.SH). Buchholz: „Gerade kleine und mittlere Betriebe tun viel dafür, junge Menschen frühzeitig an ihr Unternehmen zu binden – aber es ist auch noch Luft nach oben.“

Zugleich erinnerte der Minister daran, dass auch das immer häufiger auftretende Problem eines fehlenden Unternehmensnachfolgers oder einer Nachfolgerin durch noch mehr Ausbildungsbereitschaft gut angegangen werden könne. „Schauen Sie sich dabei auch die Bewerberinnen und Bewerber an, die vielleicht nicht gleich auf den ersten Blick wegen guter Zeugnisnoten als Top-Kandidaten ins Auge fallen. Schulnoten allein sind ein wichtiges, aber nicht das alleinige Kriterium dafür, wie jemand in ihren Betrieb passt oder nicht“, so Buchholz.

.Dem Bericht zufolge kann nur jeder vierte Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss sofort einen Ausbildungsplatz ergattern. Noch schwerer sei der Einstieg für ausländische Jugendliche: Weil sie nicht direkt einen Ausbildungsplatz finden, nehmen 73 Prozent von ihnen berufsvorbereitende Angebote in Anspruch. Bei ihren deutschen Altersgenossen sind es lediglich 27 Prozent. So groß sei die Differenz der Ausbildungschancen in keinem anderen Bundesland.

Rader Brücke: Land schaltet Pkw-Blitzer nach Software-Fehler wieder scharf

Nach mehrwöchiger Zwangspause wegen eines Software-Fehlers sind die vier Blitzer-Säulen auf der Rader Hochbrücke seit heute auch für Pkw wieder scharf geschaltet. Wie Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs heute nach vorangegangenen Gesprächen mit Innen-Staatssekretär Torsten Geerdts sowie dem Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde, Dr. Rolf-Oliver Schwemer, sagte, sollen die Anlagen vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) zudem technisch optimiert werden.

Rohlfs sagte dazu weiter (Audio-Startpfeil klicken – „im Browser anhören“)

Der Staatssekretär erinnerte daran, dass die Blitzer-Säulen in Regie des LBV-SH im September 2015 aufgestellt wurden, um den akut notwendigen Schutz der maroden Rader Hochbrücke vor zu schnell fahrenden Lkw zu gewährleisten. Wegen der Schwingungen, die Lkw oberhalb von 7,5 Tonnen auslösen, war die Höchstgeschwindigkeit für Lastwagen vor vier Jahren auf 60 km/h begrenzt worden. „Und dieses primäre und wichtige Ziel erfüllen die Geräte bis heute zuverlässig und mit Erfolg“, sagt Rohlfs. Die gesonderte Pkw-Überwachung sei bereits damals aufgrund der technischen Möglichkeiten mitaktiviert worden. Ziel dabei sei vor allem gewesen, nach dem Lkw-Tempolimit waghalsige Überholmanöver von Pkw zu unterbinden. Die Auswertung sämtlicher Daten werde seither vom Landespolizeiamt vorgenommen.

Für Pkw gilt ein generelles Tempolimit von maximal 100 km/h, das bei Sturm automatisch über elektronische Anzeigentafeln auf 80 km/h und im Extremfall bis auf 60 km/h reduziert wird. Die Bußgelder der Lkw- und Pkw-Überwachung – im Jahr 2016 knapp 14.000 Fälle – fließen an den Kreis, die Verwarnungsgelder an das Land.

Nach Angaben des Landespolizeiamts (LPA) bleibt die Messanlage gemäß der Überwachungsleitlinie des Landes für Pkw bis auf weiteres auf einen festen Auslösegrenzwert eingestellt. „Und zwar so lange, bis die durch den Landesbetrieb beauftragte neue Software einsatzbereit ist. Es gibt also keinen Freifahrtschein für Pkw-Raser auf der Rader Hochbrücke“, sagt der zuständige LPA-Dezernatsleiter Axel Behrends.

Nach den Worten von Verkehrs-Staatssekretär Rohlfs seien die variablen Geschwindigkeits-Anzeigen für Pkw bislang nicht direkt an die Blitzersäulen gekoppelt. Sobald ein Pkw geblitzt werde, gleiche die Polizei das Messergebnis mit dem zu der Zeit geltenden Pkw-Tempolimit ab und bereite dann das entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren vor.

„Nachdem uns vergangene Woche erstmals bekannt geworden ist, dass es bei der Auswertung der Daten seit Sommer offenbar zu Fehlern gekommen ist, habe ich alle Beteiligten an einen Tisch geholt, um eine rasche Lösung zu finden“, sagt Rohlfs. In einem ersten Schritt – noch im ersten Quartal 2018 – werde die Software erneuert, um dem Landespolizeiamt die fehlerfreie Auswertung zu ermöglichen. „Und für den zweiten Schritt habe ich unseren Landesbetrieb gebeten, mit dem Hersteller der Anlage Kontakt aufzunehmen um langfristig zu erreichen, dass Blitzgeräte und die variable Geschwindigkeitsanzeige für Pkw direkt miteinander gekoppelt werden können“, so der Staatssekretär.

 

Buchholz appelliert im Landtag an die Verantwortung der Deutschen Bahn

Buchholz redetVerkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hat wegen der diversen Mängel im Schienenverkehr des Landes eine härtere Gangart gegenüber der Deutschen Bahn angekündigt. Der Konzern müsse endlich Verantwortung übernehmen, forderte der er heute in einer gut anderthalbstündigen Debatte im Kieler Landtag. Gleichzeitig verlangte der Minister vom Bundesverkehrsministerium, die Bedeutung der Infrastrukturprojekte beim Ausbau der Marschbahn, der Erweiterung des Knotenpunkts Elmshorn und der S-Bahn-Linie 4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe als „transeuropäische Projekte“ anzuerkennen und Mittel dafür bereitzustellen.
Hier die Rede von Buchholz:

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus