Landesregierung will mehr Ausnahmen von der Dokumentationspflicht beim Mindestlohn

Bundesratsinitiative zum Mindestlohn erhitzt Gemüter im Landtag – Buchholz: Unsinnige Auflagen für Unternehmen abschaffen“

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Eine Bundesratsinitiative zu den Dokumentationspflichen rund um das Thema Mindeslohn hat zu einem hitzigen Schlagabtausch im Landtag geführt. Während die Koalition mit notwendigem Bürokratieabbau von Dokumentationspflichten für kleinere und mittlere Unternehmen argumentierte, sprach die SPD von einer «Breitseite».

Arbeitsminister Bernd Buchholz wehrte sich vehement: «Ich bin kein Gegner des Mindestlohns.» Die Regelungen seien aber unsinnig. Unternehmer «ächzen und sagen: «Hier ist zuviel Bürokratie an dieser Stelle»». Am Mindestlohn an sich wolle die Koalition «überhaupt nichts ändern».

Die Rede von Buchholz in voller Länge:

Die Regierung verlangt mehr Ausnahmen von der Dokumentationspflicht. Bei den Entgeltgrenzen gebe es keinen Unterschied zwischen Voll- und Teilzeit. «Dabei haben Teilzeitbeschäftigte aufgrund ihrer stundenreduzierten Arbeitszeit ein niedriges Monatseinkommen», heißt es in der Begründung. Selbst bei deutlich mehr als 8,84 Euro Stundenlohn bestehe Dokumentationspflicht.

Stegner betonte, «wir brauchen nicht weniger Dokumentation, sondern mehr Kontrolle, wenn wir Menschen schützen wollen». Bei Erfolg der Initiative werde es noch mehr Missbrauch geben. Buchholz konterte: «Hier wird ein Popanz aufgebaut.» Es bestehe keine Gefahr, dass der Mindestlohn unterschritten werde. Aber er räumte ein: «Missbräuche gibt es in der Tat.»

Landesregierung forciert Mittelstands-Gründungen durch Prämiensystem für Meister

Landesregierung will bis zum kommenden Jahr ein Konzept für Meistergründungs-Prämien vorlegen

An der Handwerkskammer Flensburg werden Aus- bzw. Weiterbildung weiterbilden weiter bilden Lehrgänge zum Geprüften Schweißer angeboten 

Die Koalitionsfraktionen wollen Unternehmensgründungen erleichtern und bestehende Handwerksbetriebe erhalten. Dazu soll laut einem Beschluss des Landtags die Landesregierung bis spätestens 2018 ein Konzept für eine sogenannte Meistergründungsprämie vorlegen.

Für das Konzept sollen insbesondere die Ausgestaltung und die Höhen der Förderung, das Fundament der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze sowie  Kofinanzierungsmöglichkeiten aus Förderfonds und -mitteln der Europäischen Union und des Bundes geprüft werden. „Der demografische Wandel stellt auch für die Sicherung von schleswig-holsteinischen Unternehmen in der Unternehmernachfolge eine große Herausforderung dar“, heißt es zur Begründung in dem Antrag.

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz sagte dazu im Landtag (Audio-Pfeil klicken)

Jüngsten Angaben des Statistikamtes Nord zufolge gibt es bezogen auf das Jahr 2014 rund 19.400 Handwerksbetriebe in Schleswig-Holstein. Die Unternehmen erzielten einen Umsatz von knapp 16 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte der Betriebe war im Bauhauptgewerbe und im Ausbaugewerbe tätig. An dritter Stelle standen die Handwerke für den privaten Bedarf.

Die meisten selbstständigen Handwerksunternehmen gab es im Kreis Pinneberg (elf Prozent) sowie in den Kreisen Segeberg und Rendsburg-Eckernförde (jeweils zehn Prozent). Die wenigsten Handwerksunternehmen waren dagegen im Kreis Steinburg (fünf Prozent) sowie in den kreisfreien Städten Neumünster und Flensburg (jeweils zwei Prozent) zu finden.

In den Handwerksunternehmen arbeiteten einschließlich der tätigen Inhaber 166.500 Menschen – davon waren rund 123.300 sozialversicherungspflichtig, hinzu kamen fast 23.000 Minijobber. Bundesweit suchen viele Firmen in den kommenden Jahren aus Altersgründen händeringend Nachfolger.

Die “Meisterprämie“ ist auch eine Forderung der schleswig-holsteinischen Handwerkskammer. Mehrere Bundesländer setzen bereits gezielt auf die Förderung von Meistern, wenn sie Firmen gründen oder bestehende Firmen übernehmen. Dies können etwa Zuschüsse für die Anschaffung von Werkzeugen, Fahrzeugen oder Büromaterial sein.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks zählt Länder wie Brandenburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen auf. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurden nach Landesangaben ähnliche Instrumente entwickelt. Neben einer “Meisterprämie“, bei der ein Zuschuss von 7.500 Euro bei einer Unternehmensnachfolge an Handwerks- und Industriemeister ausgezahlt wird, erhalten Meisterabsolventen das “Meister-Extra“ in Höhe von 1.000 Euro.

Fehmarnbelt Business Council feiert mit 100 Gästen im Landeshaus den 10. Geburtstag

FBBC feiert zehnjähriges Bestehen – Buchholz: Wichtige Stimme für ein riesiges Europa-Projekt

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Seit zehn Jahren engagiert sich die Wirtschaft in Norddeutschland, Dänemark und Südschweden im Fehmarnbelt Business Council (FBBC) dafür, die Chancen aus dem Bau der festen Fehmarnbelt-Querung für die Region zu nutzen. Bei einem Festakt im Kieler Landeshaus zog am Abend FBBC-Chairman Siegbert Eisenach eine Bilanz des Erreichten: „Was uns bewegt, was uns motiviert hat und immer noch anspornt, ist auch nach zehn Jahren noch unverändert: Wir wollen uns kennen, uns austauschen und voneinander lernen, miteinander arbeiten und uns untereinander abstimmen. Und das alles grenzüberschreitend.“

Vor mehr als 100 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung sowie zahlreichen internationalen Gästen betonte Eisenach, dass das Fehmarnbelt-Projekt ist nur für Dänemark und Deutschland, sondern für ganz Europa wichtig wäre. „Mit ihm schließen wir eine Lücke im Transeuropäischen Netz. Wir wollen den Korridor auch zugunsten der Landesteile entwickeln, die zwischen den Metropolen Hamburg und Kopenhagen/Malmö liegen.“ Dabei stellte er heraus, dass die Menschen in größeren Dimensionen denken sollten: „Fehmarn liegt im Herzen Nordeuropas. Mit dem Bau des Tunnels wird es noch kräftiger schlagen, wenn die Kraftzentren noch näher aneinander rücken. Wir wollen und können somit noch viel stärker von der unmittelbaren Nähe zu Skandinavien profitieren.“

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz dankte dem FBBC und auch seinem Amtsvorgänger Reinhard Meyer, der bei der Feier ebenfalls zu Gast war, für die bisher geleistete Arbeit. Der Zusammenschluss der Wirtschaft sei von großer Bedeutung. „Er gibt der Region eine Stimme, die den Fokus auf die positiven Entwicklungen legt. Und das ist wichtig, denn sonst könnte der Eindruck entstehen, es gäbe nur Kritiker der Festen Fehmarnbelt-Querung. Das ist ja nicht der Fall“, sagte er. Durch den Bau des Tunnels entstehe eine dynamische Entwicklungsachse von Malmö bis nach Hamburg. Buchholz: „Das eröffnet neue Chancen wirtschaftlicher Zusammenarbeit, bietet Möglichkeiten wissenschaftlicher und kultureller Kooperation, erleichtert Ausbildungswege mit Stationen im Nachbarland und fördert einen gemeinsamen Arbeitsmarkt der Fachkräfte.“

Die feste Fehmarnbelt-Querung werde weit mehr sein als ein reines Verkehrsprojekt, das die steigenden Verkehrsmengen vor allem im Transportbereich in Zukunft aufnehmen werde. Sie werde ein sichtbares, in Beton gegossenes Zeichen engster Zusammenarbeit zwischen Dänemark, Schleswig-Holstein und Schweden sein. „Das muss ich in Zeiten, in denen die EU erheblicher Kritik ausgesetzt ist, wohl eigens hervorheben: Der europäische Gedanke setzt auf Verbindendes, auf Austausch, auf den Abbau von Grenzen. Starke Regionen sollen sich so zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum entwickeln, unabhängig von nationalstaatlichen Grenzen. Und genau dafür ist die Fehmarnbelt-Region ein hervorragendes Beispiel“, betonte der Minister.

Wie positiv sich verbindende Bauwerke auf die Wirtschaft und die Region auswirkten, stellte Michael Svane, stellvertretender FBBC-Vorsitzender, heraus: „Mit der Brücke über den Großen Belt wurde Dänemark erst zu dem, was es heute ist. Erst durch die Brücke wuchs das Land zusammen, eine neue mentale Geografie entstand.“ Svane sandte eine eindeutige Botschaft aus: „Wir müssen die Chancen ergreifen, die mit der festen Fehmarnbelt-Querung entstehen, für die regionale Wirtschaft, für die Menschen auf beiden Seiten des Fehmarnbelts.“

Insel-Kommunen fordern Kurabgabe für Tagesgäste – Hallig-Reeder skeptisch, aber gesprächsbereit

Einzug der Kurabgabe durch Hallig-Reedereien? Fährbetreiber wollen mit Halligkonferenz nach Lösungen suchen

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WDR-Fähre vor der Ferieninsel Föhr – nach dem Willen der Hallig-Konferenz sollen die Reedereien künftig beim Einziehen der tageskurabgabe behilflich sein.

Die schleswig-holsteinischen Inseln und Halligen wollen künftig eine Kurabgabe von Tagesgästen erheben können. Dazu soll der Landtag das Kommunalabgabengesetz ändern, heißt es in einer Resolution der Insel-und Halligkonferenz. Demnach soll eine Regel in das Gesetz aufgenommen werden, die es den Gemeinden ermöglicht, in ihren Kurabgabesatzungen auch Verkehrsträger wie Reedereien und der Bahn, zu verpflichten, eine Tageskurabgabe von Ausflüglern einzuziehen und an die Gemeinden abzuführen. Gerade auf den Inseln und Halligen sei der Tagestourismus ein beträchtlicher Kostenfaktor. Auf den ostfriesischen Inseln wird die Methode, die Reedereien die Kurtaxe einziehen zu lassen, seit längerem angewandt.

Der Geschäftsführer der Wyker Dampfschiffsreederei (WDR), Axel Meynköhn, die kritisiert die Pläne: «Subjektiv würde das als Fahrpreiserhöhung wahrgenommen». Zudem sei es schwer, Touristen von Fahrgästen zu unterscheiden, die beruflich unterwegs seien, sagte Meynköhn dem Flensburger Tageblatt.

Um dieses Problem weiß auch die Insel-und Halligkonferenz. Anders als auf den ostfriesischen Inseln sei ein tägliches Pendeln vom Festland auf eine Insel – etwa nach Sylt oder Pellworm – üblich. Von ihren Plänen abrücken will sie dennoch nicht. «Da muss man eine Regelung finden, damit alle zufrieden sind», sagt die Geschäftsführerin der Insel- und Halligkonferenz, Natalie Eckelt.

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Verkehrsminister Bernd Buchholz sagte nach dem Gespräch im Interview mit RSH-Reporter Andreas Otto:

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Heute Nachmittag fand dazu im Wirtschaftsministerium ein Gespräch mit den reedereien statt. Danach erklärten sich die Reeder bereit, weiter im Gespräch zu bleiben und zu prüfen, ob und gegebenenfalls wie sie die Kommunen bei der Erhebung der Kurabgabe von Tagesgästen unterstützen können.

SPD-Forderung nach weiteren Verboten von Autokennzeichen umstritten

Verbot weiterer Kennzeichen mit Nazi-Bezug? Verkehrsminister Buchholz skeptisch

Mit einem Vorstoß zu einem Verbot weiterer Kfz-Kennzeichen mit klarem Nazi-Bezug ist die SPD im Kieler Landtag am Donnerstag überwiegend auf Skepsis gestoßen. Die Landesregierung sei dafür, Nazipropaganda auf angemessene Weise zu verhindern, sagte Verkehrsminister Buchholz. Seine Rede in voller Länge hier:

Wenn Nazipropaganda klar als solche erkennbar ist, würden auch entsprechende Kennzeichen mit Kombinationen wie KZ, HJ oder SA ausgeschlossen. Schwieriger sei das aber bei schwerer zu identifizierenden Codes wie etwa 18 (Adolf Hitler). «Wir sollten es besser lassen, immer wieder neue Codes zu verbieten», sagte Buchholz. Die gegenwärtige Praxis der Zulassungsbehörden sei sehr ordentlich.

100-Tage-Bilanz: Vom Lärmschutz Hamberge über die Rader Brücke bis zum Mittelstandsbeirat…

Ministerpräsident Günther zu den wirtschaftlichen Aspekten der 100-Tage-Bilanz von „Jamaika“ in Kiel

Beide
Ministerpräsident Günther und sein Wirtschaftsminister Buchholz

Das Kieler Regierungsbündnis aus CDU, Grünen und FDP überwindet nach Ansicht des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther Grenzen. «Unsere Koalition schafft eine breite gesellschaftliche Bandbreite», sagte der CDU-Politiker heute in einer Regierungserklärung im Landtag zur 100-Tage-Bilanz der von ihm geführten Koalition. Das Bündnis löse tradierte Grenzen auf, sagte Günther. «Wir überwinden in Teilen auch das Lagerdenken». «Jamaika» denke Ökonomie und Ökologie gemeinsam. «Wir machen seriöse Politik», sagte Günther. «Und das ist das Beste gegen Politikverdrossenheit.»

Landtag KielHier Auszüge der Rede, die sich mit den Themen Wirtschaft und Infrastruktur befassen

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«Unsere 100-Tage-Bilanz kann sich wahrlich sehen lassen», sagte Günther. Im Übrigen sei «Jamaika» ein Bündnis aus drei Parteien, aber kein eineiiger Drilling. Es werde zwischen ihnen auch weiterhin unterschiedliche Auffassungen geben.

Ab 16 Uhr freie Fahrt nach Norden auf der Rader Brücke – morgen Freigabe nach Süden

Rader Brücke: Heute ab 16 Uhr freie Fahrt nach Norden – morgen ab 16 Uhr: freie Fahrt Richtung Süden

Die Rader Hochbrücke im Zuge der Autobahn A7

Die seit  zwei Wochen andauernden Asphalt-Sanierungsarbeiten auf der Rader Hochbrücke gehen in die Zielgerade. Nach Angaben des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) werden heute (9. Oktober) ab 16 Uhr  wieder beide Fahrspuren in Richtung Flensburg zur Verfügung stehen. Am morgigen Dienstag – absehbar ebenfalls ab 16 Uhr – werden auch die beiden Spuren Richtung Hamburg wieder freigegeben. Sollten allerdings nicht sämtliche Restarbeiten auf der Bahn in Richtung Süden bis dahin fertig sein – es geht dabei vor allem um Fugenarbeiten – wird diese oder kommende Woche nochmals eine Tagesbaustelle mit einspuriger Verkehrsführung nötig.

Wie Matthias Paraknewitz von der Rendsburger LBV-SH-Niederlassung erläuterte, hänge die Notwendigkeit einer erneuten Tagesbaustelle von dem für die nächsten Tage angekündigten Regen ab. „Sollte der Regen einsetzen, bevor wir die insgesamt neun Kilometer langen Fugen vollständig geschnitten und verfüllt haben, kann zwar erst einmal der Autoverkehr rollen – wir müssen dann aber nochmals an einem trockenen Tag an die Fahrbahn nach Süden heran“, so Paraknewitz.

Im Auftrag des LBV-SH hat die Firma Strabag für etwas mehr als eine halbe Million Euro in den letzten Tagen je Fahrtrichtung 1,5 Kilometer Asphalt neu aufgetragen – insgesamt 7350 Quadratmeter. Ursprünglich sollte das Sanierungsvorhaben bereits am Sonntag abgeschlossen sein, dann setze jedoch mehrtägiger Dauerregen ein. Um im Zeitplan nicht noch weiter zurück zu fallen, hatte die Strabag auch am Sonntag durchgearbeitet.

Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz dankte nochmals allen Autofahrerinnen und Autofahrern sowie auch dem Logistikgewerbe für die Geduld der letzten zwei Wochen. Die Baustelle hatte zum Teil kilometerlange Staus in beide Fahrtrichtungen ausgelöst.

Heute Sonntagsschicht auf der Rader Brücke

Endlich Sonne: LBV-SH und Baufirma legen Sonntagsschicht auf Rader Brücke ein

Sonne

Der kurzfristige Wetterumschwung macht’s möglich: Auf der Rader Brücke werden seit heute Vormittag von den rund 35 Beschäftigten der Baufirmen und des LBV-SH Sonderschichten eingelegt, um die Asphaltierungsarbeiten auf der Brücke zügig zuende zu bringen. Wie Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs in Kiel sagte, sei damit zu rechnen, dass die A-7-Fahrbahn in Richtung Flensburg bereits schon morgen wieder zweispurig zur Verfügung steht. Damit hätten die Staus in Richtung Süden ein Ende.

Angesichts der guten Wetteraussichten – zumindest bis Dienstag – sollen die Asphaltarbeiten auf der Fahrbahn Richtung Hamburg laut Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) morgen begonnen und Dienstag inklusive Fugenarbeiten vollständig abgeschlossen werden. Damit könnte dann am Mittwoch Vormittag die Brücke wieder vollständig freigegeben werden.

„Wir halten die nicht unerheblichen Zusatzkosten für die Sonntagsarbeit für gut angelegtes Geld, um so rasch wie möglich wieder einen zügigen Verkehrsfluss auf der A 7 zu erreichen“,  sagte Rohlfs. Er dankte zusammen mit Verkehrsminister Bernd Buchholz den tausenden Pendlern und dem Logistikgewerbe für die Geduld in den letzten Wochen.

Ursprünglich hatte die Brücke am heutigen Sonntag wieder freigegeben werden sollen. Der bis gestern anhaltende Dauerregen machte Asphaltierngsarbeiten allerdings unmöglich.

Startschuss für den ersten Mittelstandsbeirat in Schleswig-Holstein

 

„Heißer Draht“ zur Wirtschaft: Schleswig-Holstein gründet seinen ersten Mittelstandsbeirat

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Mittelständler mit Minister, von links: Uli Wachholtz (UV Nord), Marcel Müller-Richter (Handwerk SH), IHK-Präsidentin Fiederike Kühn, Günther Stapelfeldt (Präsident Handwerkskammer), Buchholz, Lars-Michael Lanbin (Präsident Landesverband Freie Berufe), Prof. Dr. Dr. Rainer Kreuzhof (Jackstädt-Kompetenzzentrum für Unternehmertum und Mittelstand, FH Flensburg) und Dr. Ulrich Hausner (WT.SH)

Um den rund 123.000 kleinen und mittelständischen Unternehmen in Schleswig-Holstein bei der Landesregierung eine starke Stimme zu verleihen, hat sich heute im Wirtschaftsministerium erstmals ein Mittelstandsbeirat konstituiert. „Mit diesem Berater-Gremium liefern wir nach 100 Tagen Amtszeit einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu unserem Ziel, das mittelstandsfreundlichste Bundesland zu werden“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz nach der Gründungssitzung in Kiel.

Das Gremium (zur Mitgliederliste) besteht neben dem Minister aus sieben Experten und Praktikern aus Industrie, Handel, Handwerk, Freien Berufen, Wirtschafts­förderung und Wissenschaft. „Damit geben wir dem Mittelstand die Möglichkeit, den kurzen Draht zur Politik zu halten und uns wichtige Impulse zu geben – insbesondere bei den Themen Bürokratieabbau, Fachkräftegewinnung, Unternehmensnachfolge oder dem Ausbau der verkehrlichen wie digitalen Infrastruktur“, so Buchholz. Der Beirat soll vierteljährlich tagen und die Landesregierung bei allen mittelstandsrelevanten Themen beraten.

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Buchholz sagte weiter

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Wie der Minister sagte, gehe es unter anderem darum, die Betriebe von bürokratischen Lasten zu befreien und auch das Vergaberecht zu verschlanken. Entsprechend dem Koalitionsvertrag solle der Beirat aber auch ein breites Spektrum von Wirtschaftsbereichen vertreten und den regelmäßigen Dialog der Landesregierung mit Kammern und Verbänden ergänzen. „Es geht darum, seitens der Praxis frühzeitig Probleme zu identifizieren und gemeinsam effiziente Lösungswege zu erarbeiten“, so Buchholz.

Damit sich die Unternehmen künftig auf einheitliche Vergaberegeln stützen können, plant die Landesregierung analog zu Hamburg die so genannte Unterschwellenvergabeord­nung des Bundes einzuführen. Damit besteht insbesondere für kleinere Betriebe die Möglichkeit, sich ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand gleichermaßen auf kleine wie große Ausschreibungen zu bewerben. „Wir haben es aktuell in vielen Bereichen mit einer enormen Fülle an Kontroll- und Nachweispflichten zu tun, die unsere Mittelständler schwächen statt stärken. Hier wollen wir mit Hilfe des Beirats langfristig wieder auf ein gesundes Maß an Bürokratie zurückkommen“, sagte Buchholz.

Buchholz und NAH.SH überrascht von „Notbremsung“ der DB nach Sturmtief

Sturm «Xavier» lässt DB die Notbremse ziehen – Minister und NAH.SH überrascht

Sturmtief "Christian" hinterlässt schwere Schäden in den Forsten

Das Sturmtief «Xavier» hat heute den Bahnverkehr in Norddeutschland komplett lahm gelegt. Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen und auch die wichtige Fernverkehrsstrecke Berlin-Hamburg ein.

Auch der S-Bahnverkehr in Hamburg wurden bis auf weiteres eingestellt, teilte das Unternehmen mit. Ursache waren umgestürzte Bäume, die auf die Gleise oder in die Oberleitungen fielen. Auf offener Strecke befindliche Züge versuchten, noch den nächsten Bahnhof zu erreichen.

Pressegespräch mit der NAH.SH
Buchholz und NAH.SH-Chef Bernhard Wewers

Verkehrsminister Bernd Buchholz und NAH.SH-Chef Bernhard Wewers zeigten sich von dem radikalen Schritt der DB überrascht. „Dass die DB Netz in Hannover zentral und pauschal für ganz Norddeutschland den Bahnverkehr gestoppt hat, kam für uns ohne Vorwarnung und ebenso überraschend wie die Dauer der Sperrungen“, sagte Buchholz. Fraglich sei, ob solche Entscheidungen mit größerer Ortskenntnis und vor Ort genauso getroffen würden. So habe die landeseigene AKN ebenfalls umgestürzte Bäume im Netz gehabt und stellte den Verkehr vorübergehend ebenfalls ein, war aber offenbar in der Lage, die Schäden sehr schnell gemeinsam mit den lokalen Feuerwehren zu beseitigen.

Buchholz weiter: „Land und NAH.SH haben großes Verständnis dafür, dass im Falle von Stürmen Risiken im Bahnverkehr vermieden werden sollen und müssen. Aber natürlich muss das Verkehrsmittel Bahn auch bei schlechtem Wetter leistungsfähig sein. Und da hat die DB Netz aus unserer Sicht durchaus noch ein wenig Nachholbedarf.“

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus