Marschbahn nach Sylt: Ersatzkonzept ist vorbei – Lok-Probleme bleiben

NAH.SH-Chef Wewers und Minister Buchholz: Ersatzkonzept für Marschbahn ab Montag Geschichte

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Ein Jahr nach Ausbruch chaotischer Verhältnisse auf der Bahnstrecke nach Sylt gibt es trotz anhaltender Probleme auch Fortschritte. Derzeit seien 13 von 15 Zügen mit reparierten Kupplungen wieder im Einsatz, teilte Verkehrsminister Bernd Buchholz heute gemeinsam mit NAH.SH-Chef Bernhard Wewers mit. Die noch fehlenden zwei Züge sollen am Montag folgen. Allerdings sei wegen der Probleme der DB Regio mit ihren Loks weiterhin Geduld gefragt. Sicherheit gehe aber vor.

Vor einem Jahr, am 10. November 2016, hatte der damalige Streckenbetreiber Nord-Ostsee-Bahn alle Wagen auf der sogenannten Marschbahn stillgelegt, weil eine Kupplung defekt war. Von den daraus resultierenden erheblichen Beeinträchtigungen waren tausende Pendler und viele Urlauber betroffen.

Pressegespräch mit der NAH.SH

Buchholz (hier mit NAH.SH-Chef Wewers) sagte nach der Ausschuss-Sitzung

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Ein Kupplungsriss könne im schlimmsten Fall zu einem schweren Unfall mit Verletzten und Toten führen, sagte Buchholz. Das müsse man sich bei allem berechtigten Frust und Zorn vor Augen führen. Buchholz erinnerte daran, dass die Kupplungen nach einem Gutachten des TÜV Süd vom Frühjahr repariert werden mussten. Die Endfassung des Gutachtens solle bis Mitte des Monats vorliegen und dann auch eine Aussage dazu enthalten, wie lange die Kupplungen eingesetzt werden können. «Alle Fachleute gehen bislang davon aus, dass der Gutachter den Kupplungen die sogenannte Betriebsfestigkeit bescheinigen wird.» Damit dürfte das Thema Kupplungen durch sein.

Zum zweiten leidigen Thema Loks sagte Buchholz, die 15 Bombardier-Lokomotiven der Baureihe 245 müssten noch bis September 2018 sogenannte Rollkuren durchlaufen. Sechs Lokomotiven, die das hinter sich haben, rollten seitdem deutlich verlässlicher. Die DB Regio habe außerdem weiterhin Leihlokomotiven im Einsatz, um den Betrieb sicherzustellen, gab der Minister an. Er gehe davon aus, dass die DB Regio nun einen verlässliche Betrieb organisieren kann. Bei den Loks sei man aber noch lange nicht wieder im grünen Bereich. Er habe deshalb die DB Regio noch einmal gebeten, Wartung und Instandhaltung zu optimieren, um mögliche Störungen schneller in den Griff zu bekommen.

Derzeit sei die Lage hinsichtlich der Zugausfälle relativ stabil, sagte Buchholz. Zwei Ausfälle seien in den vergangenen zwei Wochen auf eine Protestaktion der Pendler zurückzuführen und zehn Ausfälle auf das Sturmtief «Herwart». Die Pünktlichkeit im Abschnitt Niebüll-Westerland sei daher weiterhin unbefriedigend. Zwischen dem 30. Oktober und dem 5. November habe sie nur 70 Prozent betragen.

«Wir haben aktuell zwar grundsätzlich genügend Fahrzeuge für einen stabilen Betrieb und die Waggons mit dem 70er-Jahre-Charme sind Geschichte», resümierte Buchholz. «Aber wir werden weiterhin mit Engpässen wegen notwendiger Instandhaltungen der Loks zu rechnen haben.» Um die Probleme dauerhaft in den Griff zu bekommen, wird für die Strecke aus Sicht des Ministers ein zweites Gleis benötigt.

Buchholz appelliert an Maritime Branche: Wetterfest machen durch gute Vernetzung

Neuer Branchentreff der Maritimen Wirtschaft: Buchholz eröffnet Kieler Fachmesse MEER KONTAKTE

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Buchholz bei seinem Rundgang im Gebäude des Ostseekai Kiel

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz hat die Unternehmen der maritimen Branche im Land dazu aufgerufen, Lehren aus der europäischen Werftenkrise zu ziehen und sich möglichst hochgradig zu spezialisieren: „Nur wer innovativ, spezialisiert und gut vernetzt ist, der ist auch wetterfest gegenüber globalen Veränderungen, internationalen Krisen und ökonomischen wie ökologischen Herausforderungen“, sagte Buchholz heute  bei der Eröffnung der neuen Branchen-Fachmesse „MEER KONTAKTE“ in Kiel. Über 100 Unternehmen und Institutionen der Branche, die in Schleswig-Holstein mit über 42.000 Beschäftigten in mehr als 1800 Unternehmen knapp 9,3 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet, zeigen bis Freitag im Ostseekai in Kiel ihr Leistungsspektrum und diskutieren über verschiedene Fachthemen. Organisiert wurde die Messe, die auch als Branchentreffpunkt in Norddeutschland initiiert wurde, von den Geschäftsstellen des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN) in Kiel und Hamburg.

Messe "Meer Kontakte", Maritimes Cluster 2017Im Gespräch mit Redakteurin Kerstin von Stürmer von NDR 90,3 sagte Buchholz beim Messer-Rundgang

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Buchholz erinnerte daran, dass Schleswig-Holstein vor allem ein starker Standort der Küsten- und Meeresforschung sei. Hier lägen enorme Kompetenzen, die sich die Branche durch Wissens- und Technologietransfer zunutze machen sollte. Der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein sowie die einheimische Wirtschaft befänden sich in einem ständigen Innovationswettlauf mit nationalen und internationalen Wettbewerbern. „Darum ist es der Landesregierung überaus wichtig, die Gründung von Start-ups zu fördern und diese zu unterstützen. Ihre Innovationskraft ist ein entscheidender Impuls für die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten maritimen Wirtschaft“, so der Minister.

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Altlast Munition: Minister besichtigt eine Seemine aus den 70er-Jahren

Als ein innovatives Beispiel von Technologieentwicklung „made in SH“ nannte Buchholz den Schutz von Meeressäugetieren – vor allem von Schweinswalen – vor dem Explosionslärm bei Vernichtung alter Seeminen mit Hilfe der so genannten Blasenschleiertechnik. Künstlich erzeugte Luftblasen senken dabei die Ausbreitungsge­schwindigkeit und die Intensität des Wasserschalls. Den Durchbruch für diese Technologie brachte eine Kombination aus Ideen des damaligen Amtes für Katastrophenschutz, Messungen der Bundesmarine sowie die Innovationskraft des Lübecker Unternehmens HYDROTECHNIK-Lübeck GmbH.

Laut Buchholz blieben nach dem Zweiten Weltkrieg rund 1,6 Millionen Tonnen Munition im Meer zurück – größtenteils vor den Küsten Schleswig-Holsteins. Um diese Altlasten ausfindig zu machen, arbeitet das Land Archiv-Unterlagen und tausende Einsatzberichte des Kampfmittelräumdienstes systematisch auf. Vor sechs Jahren förderte das Land eine Untersuchung mit dem Ziel, die mühselige Arbeit durch moderne Web-Technologie zu erleichtern. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit sei schließlich eine Lösung gefunden worden, die heute den Kern eines umfassenden Kampfmittelinformations­systems bildet. Entwickelt wurde das System von der 2011 gegründeten EGEOS GmbH in Hennstedt bei Itzehoe. Auch in der Landesinitiative „Zukunft Meer“, die der Vernetzung politischer Zuständigkeitsbereiche rund um die Meere dient, sei die Lösung des Munitions-Problems ein zentrales Thema.

Meer_Kontakte_RGB_150mmWie Buchholz weiter sagte, wird aktuell auch das vom MCN ins Leben gerufene Unternehmernetzwerk MUNITECT durch das Land unterstützt, in dem sich kleine und mittelständische Unternehmen organisiert haben, um eine leistungsfähige und kostengünstige Sensorplattform zu entwickeln. Durch sie wird das sichere Aufspüren von Munitionsaltlasten ermöglicht.

Als ein weiteres Musterbeispiel für die Innovationskraft der Branche nannte Buchholz das frisch gegründete Netzwerk „Eco Ship 60″, das umweltfreundliche Antriebssysteme für bis zu 60 Meter lange Arbeits- und Patrouillenboote entwickelt, um eine Kostenreduktion bei hoher Leistung und großer Reichweite zu ermöglichen.

„Das Netzwerk, zu dem derzeit 17 Unternehmen und Institutionen aus Norddeutschland gehören, wird durch spezifische Forschungs- und Entwicklungsprojekte erheblich zum Wissen und zur Innovationskraft der beteiligten Betriebe beitragen und den Innovationsstandort Norddeutschland weiter stärken“, sagte Buchholz. Die Besonderheit des Netzwerkansatzes sei die ganzheitliche Betrachtung aller technologischen Teilbereiche und ihrer Interdependenzen. Für kleinere Schiffstypen mit deutlich geringerer Leistung als 4.000 Kilowatt gibt es keine systematischen, ganzheitlichen sowie nachhaltigen Ansätze zur Entwicklung alternativer Antriebssysteme. „Das EcoShip60-Netzwerk ist angetreten, diese Lücke zu schließen“, so der Minister.

Und so berichten die KN

Nähere Informationen zur HYDROTECHNIK-Lübeck GmbH und dem Netzwerk Munitect:

Link zur Hydrotechnik Lübeck GmbH

Link zum Projekt Minitect

Link zu allgemeinen Infos zu Munitions-Altlasten

Link zum Netzwerk EcoShip60

Naturschutz mit Augenmass: Treffen der Nord-Wirtschafts- und Verkehrsminister in Greifswald

Naturschutz kontra ökonomischer Entwicklung? Wirtschaftsminister der Küstenländer wollen Naturschutz mit Maß

171106 Treffen der norddeutschen Wirtschafts- und Verkehrsminister in Greifswald
Ministerbild mit Dame (v.l.): Christian Pegel (MV),  Martin Günthner (Bremen), Frank Horch (Hamburg), Bernd Buchholz und Gastgeber Harry Glawe. Ganz links: mit Niedersachsens Wirtschafts-Abteilungsleiterin Ingelore Hering

Die Wirtschaftsminister der fünf Küstenländer haben heute bei ihrer Konferenz in Greifswald die Bundesregierung aufgefordert, das Problem von Überschuss-Strom zu lösen und die Möglichkeiten der Speicherung von grünem Strom voranzutreiben. «Bürger und Betriebe mit wachsenden dreistelligen Millionenbeträgen für Strom zahlen zu lassen, der gar nicht produziert wird, weil die Stromnetze ihn nicht aufnehmen können, ist ein Irrweg», sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz.

Buchholz sagte zu den weiteren Ergebnissen der Konferenz (Audiopfeil klicken)

Laut Buchholz wollen die Nord-Länder im Bereich der Werftenindustrie stärker miteinander kooperieren. Zudem vereinbarten die Ressortchefs, mit dem Maritimen Cluster Norddeutschland (MCN) ihre Interessen stärker gegenüber dem Bund und der EU zu vertreten. Trotz einer schwierigen Marktlage im internationalen Schiffbau herrsche bei vielen deutschen Werften nahezu Aufbruchstimmung, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister, Harry Glawe. Die Auftragsbücher seien vielerorts gefüllt. Dennoch würden die Konkurrenzbestrebungen im Spezialschiffbau unter anderem von asiatischen Werften immer realer.

Die Minister sprachen sich zudem für «weichere» Schutzgebietsausweisungen in Regionen mit starker wirtschaftlicher Nutzung aus. So sollten anstelle der bislang vorgesehenen Naturschutzgebiete «Niedersächsischer Mündungstrichter Elbe» und «Tideweser» Landschaftsschutzgebiete entstehen. «Fest steht, dass Elbe und Weser als die wichtigsten seewärtigen Zufahrten zu den großen deutschen Häfen nicht in einen umfassenden Verbotskatalog einer Naturschutzgebietsverordnung einbezogen werden dürfen», sagte der Hamburger Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Frank Horch. Das würde künftige Hürden hinsichtlich Schiffbarkeit und Unterhaltungsmaßnahmen erzeugen, die nicht im Interesse der norddeutschen Länder insgesamt lägen. Die Schutzziele müssten auf das europarechtlich notwendige Maß beschränkt werden.

 

 

Von Werften bis Windkraft: Nord-Wirtschaftsminister Tagen heute in Greifswald

Treffen der Verkehrs- und Wirtschaftsminister der Küstenländer zu maritimen Themen und Energiefragen

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Heute findet in Greifswald die Konferenz der Wirtschafts- und Verkehrsminister und Senatoren der norddeutschen Küstenländer statt. Vor Ort diskutieren die Senatoren und Minister Themen wie die Lage der Werftindustrie, die Zusammenarbeit im Bereich des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN), die Ausweisung von Schutzgebieten oder Ausschreibungen für Windenergie an Land sowie Anforderungen an die Luftreinhaltung. Darüber hinaus wollen die Küstenminister eine Kooperationsvereinbarung zur verbesserten Zusammenarbeit im Bereich Luftverkehr unterzeichnen.

Wirtschaftsminister Buchholz wird bei dem Treffen unter anderem die Frage des Umgangs mit dem so genannten „Überschuss-Strom“ aus Windenergieanlagen thematisieren.

Im Anschluss findet ein Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der IHK-Nord statt.

Buchholz: „Bäderbahn“-Trasse in Lübecker Bucht nicht wirtschaftlich zu betreiben

Belt-Schienenanbindung: Land erteilt „2+1-Variante“ Absage – Buchholz lässt innovative Alternativen untersuchen

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Regionalkonferenz in Oldenburg mit Minister Buchholz (2.v.l.) und dem Chef des FBQ-Dialogforums Christoph Jessen (2.v.r.)

Um den ÖPNV und vor allem den Touristen-Verkehr in der Lübecker Bucht zu modernisieren, arbeitet das Land gemeinsam mit dem Verkehrsverbund NAH.SH an Alternativen zum Erhalt der so genannten Bäderbahn zwischen Lübeck und Neustadt. Wie Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute  bei der Fehmarnbelt-Regionalkonferenz in Oldenburg (Kreis Ostholstein) sagte, hätten sein Ministerium und die NAH.SH die im Koalitionsvertrag angekündigte Prüfung für den Erhalt der Bäderbahn, die so genannte 2+1-Variante, jetzt abgeschlossen.

 

„Unsere Experten sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Fortbestand der eingleisigen und nicht elektrifizierten Strecke unwirtschaftlich ist und zudem kaum Ansatzpunkte für ein innovatives Verkehrskonzept für einen modernen Tourismusstandort liefert“, sagte Buchholz. Auch die DB AG hatte bereits im Einvernehmen mit der früheren Landesregierung erklärt, dass der Ausbau der Strecke parallel zur Hinterlandanbindung für den Fehmarnbelttunnel mit neuer Signaltechnik und Elektrifizierung nicht ansatzweise wirtschaftlich darstellbar wäre.

Der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz macht sich ein Bild vom neuen „Hein Schönberg

Zu den Ergebnissen der Regionalkonferenz und zur Bäderbahn sagte Buchholz außerdem

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Wie Buchholz weiter sagte, sei das Ziel der Landesregierung, die Eisenbahnverkehre auf der neuen Trasse zu bündeln und eine Durchbindung von Zügen von Neustadt bis nach Hamburg zu ermöglichen. „Die höheren Geschwindigkeiten lassen damit auch einen durchgehenden Halbstundentakt zwischen Hamburg, Lübeck und Neustadt wahrscheinlicher werden, zumal ein kürzerer Takt obendrein auch wirtschaftlicher wäre“, so der Minister. Er  habe die NAH.SH gebeten, in Zusammenarbeit mit dem Kreis und den Kommunen unter dem Motto „2+X“ nach alternativen Konzepten für die Verknüpfung des künftigen Bahn-Angebots auf der neuen Trasse mit den Verkehrsbedürfnissen der Bewohner der Region und der Touristen zu suchen.

Als Beispiel nannte Buchholz innovative Angebote wie etwa den Einsatz neuer Doppeldecker-Busse sowie Versuchsstrecken mit autonom fahrenden Fahrzeugen.

Ausschuss
Folketing-Mitglieder des dänischen Verkehrsausschusses zu Gast bei Buchholz

Am Tag zuvor hatte Buchholz eine Delegation mit Mitgliedern des dänischen Verkehrsausschusses aus Kopenhagen empfangen. Begleitet wurden die Folketing-Abgeordneten vom dänischen Botschafter Friis Arne Petersen und dem Vorstandsvorsitzenden von Femern A/S, Claus Baunkjær.

Im Mittelpunkt des einstündigen Austauschs stand die Feste Fehmarnsbeltquerung. Die Abgeordneten  betonten den breiten Konsens, von dem das Projekt im dänischen Parlament getragen werde und erkundigten sich nach dem aktuellen Stand des deutschen Planfeststellungsverfahrens. Buchholz bestätigte, dass das Verfahren in gut strukturierten und zeitlich kontrollierten Bahnen laufe. Die Fortschritte seien sichtbar.

Der Vorsitzende des dänischen Verkehrsausschusses lobte das wahrnehmbar hohe Engagement und die Ernsthaftigkeit der Landesregierung in Schleswig-Holstein, das Projekt der Baureife zuzuführen. Dabei kamen auch die Unterschiede der Verwaltungskulturen zur Sprache: Während die Ungeduld auf dänischer Seite steige, mit dem Bau nun endlich zu beginnen, sind laut Buchholz auf deutscher Seite noch einige Schritte zu gehen und Hindernisse zu überbrücken. Sollten sich im laufenden  Verfahren nicht noch etwas Unerwartetes ergeben, stehe der Sommer 2018 als erwartetes Ziel für den Planfeststellungsbeschluss. Anschließend müsse man sich auf ein etwa zweijähriges Klageverfahren einstellen.

Buchholz sprach in diesem Zusammenhang auch die Grenzkontrollen auf der dänischen Seite an. Im Sinne des europäischen Gedankens und des freien Grenzübertritts, sei es grotesk, so Buchholz, an der Grenze zum Nachbarn Kontrollen erleben zu müssen. Er bat die dänischen Politiker, dies zu überdenken.

Die dänische Delegation dankte für den schleswig-holsteinischen Einsatz, den Ersatzbau der Rader Hochbrücke nun sechssspurig planen zu dürfen. Die Jütlandlinie sei für Dänemark eine der wichtigsten Verkehrsadern für die Wirtschaft. Einen Engpass entlang der A 7 könne man sich nicht leisten. In diesem Zusammenhang erinnerte Buchholz daran, dass Schleswig-Holstein sich als Brückenkopf für Skandinavien verstehe und sich auch als Partner für die dänische Wirtschaft anbiete.

An der A 23 bei Halstenbek und Pinneberg geben ab morgen Ampeln den Einfädelungs-Takt vor

Premiere an der A 23: Weniger Stau-Stress durch computergestützte Ampel-Regelung

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An den Anschluss-Stellen Pinneberg-Mitte, Halstenbek-Rellingen und Halstenbek-Krupunder wird ab morgen während der Verkehrs-Spitzenzeiten der Einfädelungsverkehr über Ampelanlagen geregelt. Zunächst handelt es sich noch um einen knapp einmonatigen Probebetrieb, bei dem die Anlagen feinjustiert und auf die tägliche Verkehrslage eingestellt werden sollen. „Ziel ist es, vor allem während der Berufsverkehr-Spitzenzeit zwischen 6 und 9 Uhr den Verkehrsfluss auf der A 23 zu verbessern, indem wir Rückstau-Effekte möglichst vermeiden“, sagte heute (2. November) bei der ersten Inbetriebnahme der Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV-SH), Torsten Conradt. Die Ampeln würden stets nur dann anspringen, wenn die von Sensoren erfasste Verkehrslage auf der A 23 dies erforderlich mache.

Wie Conradt weiter sagte, sei der A-23-Abschnitt mit bis zu 89.000 Fahrzeugen pro Tag enorm hoch belastet, was insbesondere im morgendlichen Berufsverkehr das Auffahren auf die Autobahn erschwere. Die Wirkweise der in anderen Bundesländern bereits erfolgreich eingesetzten Regelungsanlagen sei dabei sehr simpel: Die auf der Zufahrtsrampe ankommenden Fahrzeuge halten bei Rot, die Grünphase reicht dann jeweils für ein Fahrzeug. „Ich bin sicher, dass die Zuflussregelungsanlagen damit einerseits zur Entzerrung des Berufsverkehrs und zugleich zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen werden“, so Conradt.

Hier erläutert Siemens-Projektleiter Andreas Borgmann die funktionsweise der Regelungsanlage:

Zur Erfassung der Verkehre sind in die Fahrbahn der A 23 und in die Zufahrtsrampen Messschleifen eingelassen worden. „Die aktuelle Verkehrssituation wird über aufwändige Algorithmen aus den Erfassungsdaten berechnet und die Anlage entsprechend geschaltet. Die Zuflussregelung wird automatisch abgeschaltet, sobald durch zu schwachen oder zu starken Verkehr keine positive Wirkung mehr zu erzielen ist. Das bedeutet, der Betrieb wird sich auf die morgendlichen Spitzenstunden reduzieren“, erläuterte Andreas Borgmann, Projektleiter Verkehrstechnik bei der Siemens AG in Hamburg, die die Anlage geliefert hat. Die Anlagen werden ebenfalls abgeschaltet, wenn der Rückstau das nachgeordnete Straßennetz erreicht.

Conradt  machte deutlich, dass sich die Ampeln nur punktuell auf die Anschlussstellenbereiche auswirken, nicht aber die allmorgendlichen Staus zwischen A 23 und A 7 am Autobahndreieck Hamburg Nord-West beheben können.

Der rund 312.000 Euro umfassende Auftrag für die Errichtung der Regelungsanlagen war im Mai vom LBV-SH an die Hamburger Niederlassung der Firma Siemens AG vergeben worden. Die notwendige Verkehrsuntersuchung inklusive einer Simulation wurde von der Hamburger Niederlassung der BDC Dorsch Consult Ingenieurgesellschaft vorgenommen. Nach den Worten von Conradt waren die Bauarbeiten Ende September abgeschlossen worden, seither wurde die Anlage im Blindbetrieb zur Erfassung von Verkehrsdaten gefahren. Die Aufnahme des Normalbetriebes ist für Anfang Dezember vorgesehen.

Goldener Oktober: Niedrigster Arbeitslosenstand seit 25 Jahren in Schleswig-Holstein

SH-Arbeitsmarkt in Bestform– Buchholz: Fachkräfte-Bedarf erfordert gutes Angebot der Betriebe – und hohe Flexibilität der Azubis

Berufsschule für Köche

Schleswig-Holsteins Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz ist mit der Oktober-Bilanz des Arbeitsmarkes hochzufrieden: Die Zahl der Arbeitslosen im Land sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 Prozent (- 1.123) und gegenüber dem Vormonat um 2,4 Prozent
(- 2.131) auf gegenwärtig 87.435 Personen. „Das ist der niedrigste Wert in einem Oktober seit 25 Jahren bei einer Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent“, kommentierte Buchholz die heute von der Bundesagentur für Arbeit (BA) vorgelegten Monatszahlen. Die saisontypische Herbstbelebung sei vor allem deshalb stark, weil vor allem die mittelständischen Unternehmen weiterhin massiv nach Arbeitskräften suchen“, so der Minister.

Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein, wo derzeit noch eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage von etwa 500 Stellen klafft, zeigte sich Buchholz gemeinsam mit der Chefin der Regionaldirektion Nord der BA, Margit Haupt-Koopmann, zuversichtlich: „Wir sind überzeugt, dass sich dieser monatstypische Nachfrageüberhang noch im Herbst deutlich verringern wird“, sagte Buchholz. Er rief die noch unversorgten Jugendlichen dazu auf, nicht auf ihren Wunschberufen zu beharren, sondern sich flexibel und mobil zu zeigen. „Denn es bestehen noch überaus gute Chancen, bis zum Jahresende einen Ausbildungsplatz zu finden.“

Die meisten freien Stellen gibt es laut BA noch für Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Köche, Elektroniker sowie Hotel- und Restaurantfachleute. An die Unternehmen appellierte Buchholz, keinen Platz unbesetzt zu lassen. „Nur wer heute gut und ausreichend ausbildet, wird morgen auch genügend Fachkräfte haben.“ Von der Sicherung des Fachkräftenachwuchses hänge die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit ganzer Branchen im Land ab. Buchholz erinnerte aber auch daran, dass die Lehrstellenlücke vor genau einem Jahr mit 600 Plätzen noch etwas größer war als derzeit.

Der Minister verwies auf die Angebote der Landesregierung, die mit ihrer aktiven Arbeitsmarktpolitik nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern auch den Bereich der Ausbildung unterstütze. Als Beispiel nannte er die Angebote der Regionalen Ausbildungsbetreuung oder der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU).

Kieler thyssenkrupp Marine Systems schmiedet Bündnis für neue Waffen-Leitsysteme

Buchholz in Kongsberg: Geburt eines Joint-Venture als Meilenstein für den U-Boot-Bau

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Buchholz soeben bei seiner Rede im Kongsberg Technology Park

Der Mischkonzern Thyssen-Krupp rüstet sich weiter für den internationalen Wettbewerb im Marine-Geschäft: Zur Stunde wird im norwegischen Kongsberg in Anwesenheit von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz ein Joint-Ventur zwischen thyssenkrupp Marine Systems (tkMS), dem Sonar-Spezialisten ATLAS ELEKTRONIK und dem norwegischen Rüstungsbetrieb Kongsberg Defence besiegelt.

ATLAS_Keyvisual_Gesamtportfolio_760x760px_links„Mit der Übernahme von Atlas Elektronik und dem Gemeinschaftsunternehmen mit der norwegischen Kongsberg ist tkms mit seinen aktuell rund 3600 Beschäftigten in der Lage, das gesamte Spektrum im Marineschiffbau von der Konstruktion, Entwicklung über die Fertigung bis hin zu Kampfsystemen anzubieten“, sagte Buchholz bei der Festansprache. Zuletzt hatte Deutschland mit Norwegen eine enge Kooperation vereinbart, in deren Rahmen die Bundeswehr zwei baugleiche U-Boote von Thyssenkrupp Marine Systems sowie Lenkflugkörper des norwegischen Unternehmens Kongsberg kaufen will.

Erst vor wenigen Wochen hatten Frankreich und Italien nach monatelangem Tauziehen ihre Aktivitäten auf dem umkämpften Schiffsbaumarkt zusammengeschweißt. Dadurch entsteht ein Werften-Gigant, der den deutschen Mischkonzern Thyssen-Krupp erheblich unter Druck setzen könnte.

Buchholz sagte nach seinem Besuch in der norwegischen Industrie-Stadt:

Wie Buchholz in Kongsberg sagte, sei die Kieler Werft tkms mit mehr als 160 gebauten U-Booten in den letzten 60 Jahren der weltweit führende Anbieter von konventionellen U-Booten. Kongsberg Defence verfüge über umfangreiche Erfahrung bei der Bereitstellung von Kampfsystemen und Atlas Elektronik sei ein führender Anbieter von Sonarsystemen, Waffenkontroll-Technologien und anderen wichtigen Komponenten in U-Boot-Kampfsystemen. Buchholz: „Das neue Joint Venture von thyssenkrupp Marine Systems, Kongsberg und Atlas wird zukünftig die gesamte Wertschöpfungskette für den Bau von U-Booten anbieten können.“

2-format2010Das Joint Venture sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Entwicklung eines neuen europäischen U-Boot-Standards für den globalen Markt. Das bevorstehende norwegische U-Boot-Programm werde den Weg für die weitere Zusammenarbeit ebnen.
Die strategischen Implikationen des Joint Ventures für zukünftige U-Boot-Aufträge seien vor allem in Nord- und Mitteleuropa von größter Bedeutung.

Buchholz machte weiter deutlich, dass zweifellos auch einige Anbieter in Schleswig-Holstein durch das Dreier-Büdbnis größere Hürden zu überwinden hätten. Er sei aber zuversichtlich, dass der Mehrwert für beide Länder durch eine enge Zusammenarbeit unter dem Strich deutlich schwerer wiegen werde. von enormer Bedeutung sein wird.

Wie Buchholz in Anwesenheit von Regierungs- und Unternehmensvertretern weiter sagte, sei der jüngste Auftrag zum Bau von vier U-Booten für die norwegische Marine  ein gemeinsames deutsch-norwegisches Projekt: Deutschland habe sich auch dafür entschieden, zwei identische U-Boote bei tkMS zu bestellen. Aber es gäbe noch viel mehr. Die deutsch-norwegische Zusammenarbeit gehe eindeutig über die Beschaffung von sechs identischen U-Booten hinaus. Es beinhalte auch die Ausbildung von Besatzungen sowie den gemeinsamen Betrieb, die Wartung und zu einem späteren Zeitpunkt auch die notwendige Modernisierung der sechs Schiffe. „Dies wird zu einer langjährigen, vertrauensvollen und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der deutschen und der norwegischen Marine führen“, so der Minister

Die Partnerschaft zwischen Norwegen und Schleswig-Holstein war und ist für Schleswig-Holstein von besonderer Bedeutung. Gerade in den letzten Jahren hat sich laut Buchholz gezeigt, dass sich diese Partnerschaft im industriellen Bereich bewährt habe. Die Übernahme der Flensburger Schiffbaugesellschaft FSG durch die Siem-Gruppe sei ein Beispiel dafür.

Zur tkMS-Presse-Erklärung über die bereits im März getroffene Kooperationsvereinbarung hier klicken

KfW-Studie: Die „Mompreneurs“ sind im Aufwind

Mehr Frauen wagen den Sprung in die Selbständigkeit

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Der Anteil von Frauen an Existenzgründungen in Deutschland ist einer Auswertung der Förderbank KfW zufolge in den vergangenen Jahren gestiegen. In absoluten Zahlen ist die Menge der Unternehmensgründer wegen des Aufschwungs am Arbeitsmarkt zwar seit etwa 15 Jahren insgesamt rückläufig. Der Anteil von Frauen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagten, stieg jedoch nach Angaben der Förderbank von 34 Prozent an den knapp 1,5 Millionen Gründungen im Jahr 2002 auf 40 Prozent an den 672 000 Gründungen im vergangenen Jahr.Ein weiteres Ergebnis dieser Sonderauswertung des KfW-Gründungsmonitors: Vier von zehn Gründerinnen haben minderjährige Kinder im Haushalt. Solche «Mompreneurs» standen mit 105 000 Fällen im Jahr 2016 für jede sechste Existenzgründung in Deutschland. Fast drei Viertel (72 Prozent) dieser Gründerinnen geben nach KfW-Angaben an, sich wegen der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Selbstständigkeit entschieden zu haben.

«Mütter, die gründen, haben die Familie stets im Blick, sind dabei nicht weniger ambitioniert in ihrem Unternehmertum», sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. «Sie setzen sich zwar Grenzen bei den Wochenstunden, gründen dafür häufiger mit personeller Verstärkung und wissen finanzielle Förderangebote zu nutzen.» Bevorzugte Branche der «Mompreneurs» ist der Dienstleistungsbereich (45 Prozent) etwa in der Gastronomie oder bei häuslichen Betreuungsangeboten.

Mittel für den Mittelstand: Noch ist der Fördertopf für Investitionen prall gefüllt

„Den Mittelstand weiter stärken“ – Buchholz erinnert an Förderungsmöglichkeiten durch den EFRE-Fonds

sh_eulogo_efre1Bei den Unternehmen in Schleswig-Holstein herrscht wieder große Zuversicht. Laut dem IHK-Konjunkturklimaindex konnte das Land im zweiten Quartal nochmals deutlich zulegen. Damit wurde auch der Vorjahreswert deutlich übertroffen und die Erwartungen befinden sich auf dem höchsten Stand seit drei Jahren. Die Unternehmerinnen und Unternehmer können auch nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz positiv in die Zukunft blicken und sollten das Konjunkturhoch für weitere Investitionen und Expansionen nutzen. Er erinnert daran, dass das Land – in Kooperation mit der EU – erhebliche Fördergelder für Projekte und innovative Ideen zur Verfügung stellt und noch reichlich Fördermittel bereit stehen.

Ansicht_Buchholz_088„Sowohl junge als auch alt eingesessene Unternehmen sollten vor allem die Möglichkeiten nutzen, die der Europäische Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Landesprogramms Wirtschaft bietet. Auf diese Weise können sich die Betriebe im Land mit unserer Unterstützung noch leistungsstärker machen und Start-Ups bietet sich die großartige Chance, ihre Ideen zu verwirklichen“, so Buchholz. Ziel des EFRE sei, die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Schleswig-Holstein und seiner Unternehmen weiter voranzubringen und so auch die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Insgesamt stehen bis 2023 mindestens 255 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung.

Wie Buchholz weiter sagte, stehen bei den Förderungen insbesondere die Themen Energieeffizienz, Forschung und technologische Entwicklung, sowie Umweltschutz im Fokus.

In den vergangenen Monaten und Jahren konnten bereits viele erfolgreiche Projekte durch die Mittel des ERFE gefördert und umgesetzt werden (siehe Link unten). Als Beispiele nannte Buchholz die Entwicklung eines Messverfahrens zur schnellen Bestimmung der Güte von Blutproben sowie die Entwicklung eines polymerbasierten Kompositwerkstoffs zur Reparatur von Verschleiß-, Korrosions- und Kavitationsschäden.

Eine Übersicht über weitere Projekte und Ansprechspartner finden Sie hier  und hier

Weitere Informationen auch hier

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus