Buchholz justiert Tourismus-Strategie neu: Ökonomie, Ökologie und Soziales eng verzahnen

Unsere Kampange „echt nordiSH“ wird weiter forciert

Vom eigenen Erfolg überholt: Nachdem die meisten Ziele der bisherigen „Tourismusstrategie Schleswig-Holstein 2025“ erreicht sind, stellt die Landesregierung die Weichen für die Branche und ihre rund 160.000 Beschäftigten neu. Wie Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz gestern im Landtag sagte, gehe es bis zum Jahr 2030 vor allem darum, nachhaltigen und zugleich wachsenden Tourismus auf einem hohen Qualitätsniveau zu ermöglichen. Aktuell verzeichnet Schleswig-Holstein 32,4 Millionen gewerbliche Übernachtungen und einen Bruttoumsatz von 9,7 Milliarden Euro. Damit sind zwei Kernziele der bisherigen Strategie unter dem Motto „30-30-3“ erfüllt – nämlich mehr als 30 Millionen gewerbliche Übernachtungen pro Jahr und ein Umsatz-Plus von 30 Prozent. Allein unter die Top-3 bei der Gästezufriedenheit hat der echte Norden es bislang noch nicht geschafft.    

„Wir streben mit der neuen Strategie künftig zu gleichen Teilen ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit an“, sagte Buchholz. Die Menschen würden vor allem wegen der wunderbaren Landschaft nach Schleswig-Holstein reisen. Deshalb gehe es auch im Tourismus in erster Linie darum, die Natur zu bewahren und in den Hochburgen die goldene Mitte zwischen dem Qualitätsanspruch an eine großartige Urlaubs-Destination und den Bedürfnissen der Einheimischen zu finden.

Weiter sagte Buchholz zu den Themen der neuen Strategie – Video starten…

„Wir müssen und werden nicht nur konsequent die Gästeperspektive einnehmen, sondern auch die Bedürfnisse der Wohnbevölkerung mitdenken“, so Buchholz. Die neue Strategie sieht in dem Zusammenhang unter anderem vor, Hotels verstärkt im Binnenland zu fördern – etwa in der Holsteinischen Schweiz – während an den Küsten vor allem Qualitätsverbesserungen im Vordergrund stehen.

Als weiteren Schwerpunkt nannte Buchholz die Mitarbeitergewinnung: Die Corona-Pandemie mit ihren Lockdown-Phasen habe dazu geführt, dass sich viele Beschäftigte beruflich neu orientiert hätten und nun erheblicher Arbeits- und Fachkräfte-Mangel bestehe. Darum werde in der Strategie erstmals auch ein besonderer Fokus auf die Zufriedenheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Betrieben gelegt.

Das landesweite Tourismus-Marketing wird sich künftig darauf fokussieren, die Nebensaisonzeiten zu bewerben – etwa mit der „echt-nordisSH“-Kampagne“ (https://www.sh-business.de/kampagne). Buchholz: „Wir müssen erreichen, dass Schleswig-Holstein bundesweit als Ganzjahres-Destination punktet.“ Zudem sollen neben Familien, die traditionell gerne nach Schleswig-Holstein kommen, weitere Zielgruppen gewonnen werden – etwa die Radfahrer. „Dafür arbeiten wir kontinuierlich an der Verbesserung der Qualität der Radwege – und zwar nicht nur beim Belag, sondern auch an einer besseren Beschilderung, mehr und attraktiveren Rastplätzen sowie mehr Servicestationen“, so der Minister.

Als größte Herausforderung für die kommenden Jahre bezeichnete Buchholz aber die Akzeptanz des Tourismus durch die einheimische Bevölkerung: „Während der beiden Pandemiejahre haben sich viele Menschen zurückgelehnt und gesagt: ,Schau, ohne Touristen ist es hier doch eigentlich auch ganz schön…‘ Leider wird dabei gern vergessen, dass unser Tourismus ein volkswirtschaftlicher Schwerpunkt mit 160.000 Arbeitsplätzen ist.“ Für das weitere Wachstum in diesem Bereich sei deshalb ein breiter Konsens nötig. „Und ich bin sicher, dass wir diesen Konsens durch Transparenz und klare Kommunikation auch erreichen werden“, so der Minister.

Land gibt Gas: Parlament drückt beim LNG-Terminal für Brunsbüttel aufs Tempo

Breite Parlamentsmehrheit für den Bau und die Planung eines LNG-Terminals in Brunsbüttel. Der Landtag hat heute eine Beschleunigung des Baus auf den Weg gebracht.

Ermöglichen soll dies eine Änderung des Landeswassergesetz, über die das Parlament in erster Lesung debattierte. Nach dem Entwurf der Regierungsfraktionen CDU, Grüne und FDP soll mit dem Bau des Hafens bereits begonnen werden können, selbst wenn ein Gericht noch über Anfechtungsklagen entscheiden müsste. Die Verabschiedung soll morgen folgen. Zustimmung signalisierte auch die SPD, während der SSW das LNG-Terminal grundsätzlich als Irrweg ablehnt.

Das LNG-Terminal soll vor dem Hintergrund des russischen Kriegs gegen die Ukraine dazu beitragen, die Abhängigkeit von Gasimporten aus Russland herunterzufahren. Dies sei kurzfristig nur mit anderen Gasimporten möglich, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Das Terminal werde voraussichtlich Gas aus Katar und den USA umschlagen. Deutschland müsse schnellstmöglich Versorgungssicherheit gewährleisten.

Hier die komplette Rede von Buchholz – Video starten…

Der Minister bezifferte auch den absehbaren Beschleunigungseffekt infolge der geplanten Gesetzesänderung: Nach bisherigem Stand wäre eine Inbetriebnahme frühestens 2027/28 möglich, mit der Neuerung im Frühjahr 2024. Das Land wird Buchholz zufolge alles daran setzen, so schnell wie möglich LNG-Importstrukturen aufzubauen.

Einen Verzicht auf Gas könnten sich derzeit weder die deutsche Wirtschaft noch die Haushalte leisten, sagte Buchholz. Bei allem Verständnis für die Kritik an fossilen Energieträgern und der damit verbundenen Forderung nach einem noch stärkeren Ausbau der erneuerbaren Energien: Deutschland könne seine Energieversorgung nicht von heute auf morgen umstellen. Mit dem Bau von Windrädern sei es nicht getan, sagte Buchholz. Davon werde die Gasheizung nicht warm.

Der Bau von LNG-Terminals in Norddeutschland sei von nationaler Bedeutung, sagte der SPD-Politiker Thomas Hölck. «Es war immer klar, dass Erdgas auf dem Weg in die Klimaneutralität eine Brücke darstellen würde.» Bis grüner Wasserstoff Gas verdrängt haben wird, führe leider kein Weg an Gas-Importen vorbei. «Das LNG-Terminal in Brunsbüttel war auch schon vor dem Ukraine Krieg notwendig.» Allerdings dauerten die Planungen im Land zu lange. Es lege anders als Niedersachsen ein Schneckentempo an den Tag. Buchholz wies das zurück.

Das Land stelle sich seiner Verantwortung, betonte der CDU-Wirtschaftspolitiker Lukas Kilian. Es sei richtig und notwendig, Planung und Bau parallel laufen zu lassen. «LNG ist eine Brückentechnologie, weshalb wir die Einrichtungen so errichten sollten, dass dort ein Multi-Energie-Terminal entsteht, so dass wir auch für Wasserstoff bereit sind, weil wir mit der Energiewende in diesem Land anderes wollen als LNG.» Aber aktuell müssen so gehandelt werden wie geplant.

Das Verfahren werde beschleunigt, ohne die Rechte von Bürgern oder Verbänden zu beschneiden, betonte der Grüne Joschka Knuth. Es habe auch andere Vorschläge gegeben, denen die Grünen nicht zugestimmt hätten.  

Die Naturschutzorganisation BUND monierte dagegen, die Jamaika-Koalition wolle «ein beschleunigtes Planungsverfahren durch die Hintertür etablieren, das die über Jahrzehnte erkämpften und durch EU-Rechte verbrieften bürgerlichen Mitbestimmungsrechte beschneidet». Im Übrigen widerspreche jede weitere Förderung von fossilen Brennstoffprojekten den Zielen des Klima- und Energiewendegesetzes.

«Jamaika gibt Gas» – mit diesen Worten leitete der FDP-Abgeordnete Oliver Kumbartzky seine Rede ein. Die Koalition handle pragmatisch für eine größere Versorgungssicherheit. SSW-Fraktionschef Lars Harms lehnte LNG-Terminals erneut vehement ab. Sie seien der falsche Weg, um von der Abhängigkeit von russischen Importen wegzukommen. Man begebe sich in neue Abhängigkeiten von Gas aus Katar und Fracking-Gas ais den USA. Damit werde man nicht unabhängig von fossilen Energieträgern. Und Gasinfrastruktur habe eine Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren. Bis dahin solle aber längst Klimaneutralität erreicht sein. Das Geld sollte vielmehr für den Ausbau erneuerbarer Energien, für Energieeffizienz, Einsparungen und Speichertechnik genutzt werden, sagte Harms.

Buchholz: Brunsbüttel bietet die Chance zur halbwegs autarken Energieversorgung

Nach der klaren Positionierung der Bundesregierung für ein festes LNG-Terminal in Brunsbüttel legte Bundeswirtschaftsminister Habeck diese Woche noch einmal nach. Auch eine so genannte FRSU (Floating Storage Regasification Unit) – also ein schwimmendes LNG-Terminal – soll in der Elbestadt so rasch wie möglich einen festen Platz bekommen.

Hintergrund: Ein Terminal an Land kann bei einem Gesamtverbrauch in Deutschland von rund 90 Milliarden Kubikmeter jährlich rund 12 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus dem Flüssiggas LNG (Liquified Natural Gas“) umwandeln. Ein schwimmendes Terminal schafft immerhin gut fünf Milliarden Kubikmeter. Für Landeswirtschaftsminister Bernd Buchholz eine riesige Chance und seine „Meldung der Woche“ – Video starten.

Erneute Landes-Förderung der Beratungsstellen für Beschäftigte aus dem EU-Ausland

DGB-Nord-Chefin Laura Pooth mit Anna Tötter und Staatssekretär Rohlfs

Ob vor den Paket-Verteilerzentren im Land, in einem umgebauten Van oder am Stammsitz in Kiel: Das Team der Beratungsstelle für Arbeitnehmerfreizügigkeit setzt sich landesweit dafür ein, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem EU-Ausland über ihre Rechte und Pflichten auf dem deutschen Arbeitsmarkt aufgeklärt werden. Wie Arbeitsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs gestern in Kiel sagte, sei die „Beratungsstelle Arbeitnehmerfreizügigkeit“ damit „ein wichtiger Baustein im Einsatz des Landes für faire Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt“. Zur Fortsetzung des Angebots in diesem Jahr übergab er heute einen Förderbescheid in Höhe von rund 375.000 Euro an Anna Tötter vom zuständigen Trägerverein „Arbeit und Leben“.

Den großen Bedarf zeigten nach den Worten von Rohlfs nicht zuletzt die über 6.000 Beratungen, die seit Beginn der Landesförderung vor sechs Jahren in ganz Schleswig-Holstein kostenlos sowohl auf Deutsch als auch in rumänischer, bulgarischer, spanischer, englischer oder polnischer Sprache erfolgt sind. Inhaltlich gehe es bei den Beratungen in der Regel um Themen wie Kündigungsschutz, Arbeitszeiten, Urlaubsanspruch oder Lohnfortzahlungen bei Krankheit. Rohlfs: „Die Unterstützung ist in erster Linie für die Ratsuchenden ein Gewinn, indirekt profitieren aber auch die Unternehmen davon, die sich an die Regeln halten – und das ist der überwiegende Teil.“

Laura Pooth, Vorsitzende des DGB Nord: „Mit der Förderung leistet das Land einen entscheidenden Beitrag, um gute Arbeitsbedingungen für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dauerhaft zu ermöglichen.“ Die erneute Förderung und Ausweitung der Beratungsstelle um eine polnisch sprechende Beraterin begrüßte auch Tötter: „Die Beratungsstelle ist im Land fest etabliert und wir stellen fest, dass der Beratungsbedarf kontinuierlich wächst. Die Weiterförderung trägt diesem Zustand konsequent Rechnung.“

Weitere Informationen und Kontaktdaten (auch auf Bulgarisch, Rumänisch, Spanisch und Englisch) HIER KLICKEN

Skipper aufgepasst: Am 30. April und 1. Mai klappt es mit den Schlei-Klappbrücken – aber nur kurz

Ein Bild aus besseren Tagen von der offenen Klappbruecke über die Schlei in Lindaunis.

Aufgrund von technischen Problemen und damit verbundenen dringenden Sanierungsarbeiten an den Schlei-Klappbrücken in Lindaunis und Kappeln (Kreis Schleswig-Flensburg) ist der Schiffsverkehr zwischen beiden Orten in den kommenden Tagen nur äußerst eingeschränkt möglich. Wie Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs heute mitteilte, sind beide Brücken zunächst bis einschließlich 29. April nicht klappbar und die Brücke Lindaunis auch für Schiffe ohne Masten oder niedrige Auf-bauten in dieser Zeit unpassierbar. Die Fahrrinne ist dann durch eine Hubinsel versperrt.

Laut Rohlfs konnten sich die zuständigen Behörden, die örtliche Wirtschaft, die Deutsche Bahn AG (Brücke Lindaunis) und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) darauf einigen, dass folgende Sonderöffnungszeiten der Brücke Lindaunis geplant sind:

Sonnabend, 30. April, und Sonntag, 1. Mai, von jeweils 10.30 bis 12.30 Uhr.  

Die Brücke in Kappeln soll bereits ab dem 29. April wieder soweit funktionsfähig sein, dass sie bei Bedarf klappbar ist. Während der Sonderöffnungszeiten der Brücke in Lindaunis wird laut DB ein Serviceteam vor Ort sein, um bei Problemen sofort eingreifen zu können.

Bis Mittwoch, 11. Mai bleibt die Brücke Lindaunis dann wieder gesperrt. Ab Donnerstag, 12. Mai, plant die DB AG sie dann viermal täglich um 10.45 Uhr, 11.45 Uhr, 14.45 Uhr und 16.45 Uhr für den Schiffsverkehr zu klappen.

„Auch, wenn diese Regelung manche ansässigen Betriebe und viele Skipper auf dem knapp 14 Kilometer langen Schlei-Abschnitt buchstäblich in die Klemme bringt, gibt es zumindest eine klare Perspektive“, sagte Rohlfs. Und weiter – Audio starten…

Hintergrund: Direkt neben der alten Schleibrücke Lindaunis wird die neue Schleibrücke Lindaunis errichtet. Seit Dienstag (19. April) führt die Deutsche Bahn zudem ihre jährlichen Instandsetzungs- und Reparaturarbeiten an der alten Brücke Lindaunis durch. Die Schleibrücke Kappeln ist aktuell wegen eines zerstörten Drehlagers ebenfalls gesperrt. Der LBV.SH geht davon aus, die Reparatur bis zum 29. April abzuschließen. Wenn danach mehrere Probeklappungen fehlerfrei verlaufen, wird die Brücke wieder mit den Regelöffnungszeiten betrieben.

Junge LBV.SH-Fachkräfte schlagen Wurzeln unter Radwegen ein Schnippchen

Niklas Utech (22) – angehender Ingenieur des LBV.SH – erläutert Staatssekretär Rohlfs die Beschaffenheit des neuen Radweg-Belags. Im Hintergrund Giekaus Bürgermeister Koch und LBV.SH-Vizechef Quirmbach

Pilotprojekt im Kampf gegen Wurzelaufbrüche: Am Radweg entlang der Landesstraße 259 zwischen Giekau und Radbrooksau im Kreis Plön testet der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) erstmals einen Straßenbelag, der Wurzelaufbrüche und Pflanzendurchwuchs verhindern soll. „Auf diese Weise können wir unter realen Bedingungen ausloten, was der Qualität von Radwegen in Zukunft am meisten dient“, sagte Verkehrsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Direktor des LBV.SH, Frank Quirmbach, und Giekaus Bürgermeister Manfred Koch gab er heute den Radweg für den Verkehr frei. Die L 259 verläuft mit einem parallel geführten Radweg von der B 202 (Seekrug) bis nach Todendorf (Kaserne). „Der Radweg ist eine wichtige Verbindung und dient größtenteils als Schulweg“, so Rohlfs.

Rohlfs sagte bei dem Ortstermin weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Nach den Worten von Quirmbach wird der LBV.SH mit Unterstützung angehender Ingenieurinnen und Ingenieure in den nächsten Monaten noch weitere Bauweisen zur Sanierung lokaler Schäden an Radwegen ausprobieren. „Denn klar ist, dass das Thema Radverkehr künftig immer wichtiger werden wird. Das wollen wir als Mobilitätsexperten natürlich schon jetzt aufgreifen und nachhaltig begleiten“, so Quirmbach.

Der knapp vier Kilometer lange Radweg bei Giekau sei in Teilen stark sanierungsbedürftig gewesen. Im Rahmen des Pilotprojekts wurden zunächst die Ränder freigelegt und eine Oberflächenentwässerung für die Landesstraße und den Radweg sichergestellt. Der technische Clou: Der Untergrund wurde dann mit einem durchwuchshemmenden Vlies belegt und die Tragschicht aus Beton-Recyclingmaterial gefertigt. Dadurch soll das Eindringen von Gehölzwurzeln wie auch von Wildkräutern und Gräsern weitgehend verhindert werden. Rohlfs: „Diese Bauweise will der LBV.SH in den nächsten Jahren im Hinblick auf die erwünschten Effekte genau im Auge behalten und später auswerten, ob sie weiter für Radwege im Land angewendet werden soll.“ Die Kosten belaufen sich auf rund 130.000 Euro.

Buchholz über das letzte Kapitel des Hafens Friedrichskoog – und einen Neubeginn

Der erbitterte Kampf der Friedrichskooger Krabbenfischer um ihren Hafen. Vor zehn Jahren war er selbst für überregionale Boulevardblätter und Sender ein großes Thema. Doch der letzte Akt in der letzten Woche war nicht einmal der Landespresse mehr als eine Randnotiz wert. Zeitliche Distanz kühlt eben manch hitzige Formulierung. Und so manch hitziges Gemüt. Oder man könnte auch sagen: Ende gut, alles gut!

Findet zumindest Wirtschaftsminister Bernd Buchholz. Video starten.

Versprechen eingelöst: Baugenehmigung für A-1-Lärmschutz in Hamberge liegt vor

APV-Chef Hamm (links) übergibt den Planfeststellungsbeschluss in Anwesenheit von Hamberges Bürgermeister Beeck (2.vr.) und Minister Buchholz an AdB-Nord-Chef Carsten Butenschön

Gesagt, getan: Die rechtlichen Voraussetzungen für die neuen Lärmschutzwälle an der A 1 im Bereich der Gemeinde Hamberge liegen vor. Den entsprechenden Planfeststellungsbeschluss überreichte Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute gemeinsam mit Martin Hamm, Leiter des Amtes für Planfeststellung Verkehr (APV) an die Vertreter der zuständigen Autobahn GmbH, Carsten Butenschön und Jens Sommerburg. „Damit lösen wir endlich das Versprechen ein und sorgen für mehr Lärmschutz für die Menschen vor Ort“, so der Minister.

Schon 1988 beim sechsspurigen Ausbau der A 1 wurde der Gemeinde zugesagt, den Lärmschutz später nachzubessern. Als eine seiner ersten Amtshandlungen schloss das Land 2017 mit der Gemeinde eine Vereinbarung, die unter anderem vorsah, das Planfeststellungsverfahren für mehr Lärmschutz 2019 zu beginnen

Buchholz sagte dazu weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Hamberge sei mit der A 1, der A 20, der B75 und der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck viel Verkehrslärm ausgesetzt. Mehr Lärmschutz daher dringend notwendig, betonte Buchholz. Auf einer Strecke von 1,5 Kilometern werden jetzt die bestehenden Anlagen erhöht und ergänzt.

Zuständig ist mittlerweile die Autobahn GmbH, sie hatte die Maßnahme vom Land übernommen. „Es freut uns für die Anwohner und die Gemeinde außerordentlich, dass wir als neuer Player innerhalb kurzer Zeit, Baurecht erhalten konnten. Immerhin sind wir erst seit dem 1.1.2021 in die Lage versetzt worden, uns um Planung, Bau, Verwaltung und Betrieb der Autobahnen zu kümmern“, ergänzte Carsten Butenschön, Niederlassungsdirektor der Autobahn GmbH.

Der ebenfalls in der 2017er-Vereinbarung enthaltene Bau einer Teilanschlussstelle wird wie verabredet erst begonnen, wenn die Lärmschutzanlagen stehen.

Der Planfeststellungsbeschluss inklusive der Planunterlagen wird vom 20. April bis einschließlich 4. Mai 2022 beim Amt Nordstormarn in Reinfeld zur Einsicht ausgelegt. Online können die Unterlagen unter planfeststellung.bob-sh.de eingesehen werden.

Buchholz: Land zündet den Turbo bei der Planung von Energie-Projekten

„Zeitenwende“ auch bei der Planung großer Energie-Infrastrukturprojekte in Schleswig-Holstein: Die Landesregierung hat diese Woche erste juristischen Weichen dafür gestellt, dass die Planungs- und Genehmigungsverfahren für Projekte zur Energieversorgung abseits von russischen Gaslieferungen rasch in den Vorwärtsgang kommen.

Als erstes sollen die geplanten Terminals für den Import von Flüssiggas (LNG) und Ammoniak in Brunsbüttel davon profitieren. Für Wirtschaftsminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“ – Video starten…

Buchholz im Bundesrat – Planungsbeschleunigung auch bei Verkehrsinfrastruktur

Planungsbeschleunigung ist im Moment DAS Thema: LNG-Terminal, Ausbau von Windkraftanlagen. Aber auch in der Verkehrsinfrastruktur gibt es Beschleunigungsmöglichkeiten, die dringend genutzt werden sollten. Das sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz heute im Bundesrat. Dabei gehe es nicht nur um Autobahnen oder Brücken, sondern zum Beispiel auch um die Elektrifizierung von Schienenwegen, um die Einsparung von CO2.

Weiter sagte er dazu:

In Vertretung für seinen Minister-Kollegen Heiner Garg sprach Buchholz außerdem zum Thema Krankengeld für erwerbstätige Rentnerinnen und Rentner. Der Bundesrat hat die Bundesratsinitiative Schleswig-Holsteins beschlossen. Der Entschließungsantrag sieht vor, dass sich gesetzlich krankenversicherte Rentnerinnen und Rentner, die einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, unabhängig vom Bezug einer Teil- oder Vollrente unter bestimmten Voraussetzungen für einen Anspruch auf Krankengeld entscheiden können.

Auch für den Arbeitsminister Buchholz ein wichtiges Thema:

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus