NOK glänzt mit guten Zahlen: Wissing kommende Woche mit Buchholz vor Ort

Wenige Tage vor dem ersten Besuch von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) in Schleswig-Holstein glänzt der Nord-Ostsee-Kanal mit guten Zahlen. Zusammen mit Landesverkehrsminister Buchholz wird Wissing Donnerstag unter anderem die Ost-Ausbaustrecke besuchen.

Donnerstag auf SH-Tour: Verkehrsminister Buchholz und Wissing Foto: Jens Jeske

Der Verkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal ist 2021 nach dem Einbruch im ersten Corona-Jahr wieder besser in Fahrt gekommen. Wie die Kanalverwaltung heute in Kiel mitteilte, wurden über den Wasserweg 85,2 Millionen Güter transportiert und damit 15,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt 27.293 Schiffe befuhren den Kanal. Das waren 8,1 Prozent mehr als 2020. Der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS), Hans-Heinrich Witte, sprach von einem guten Jahr. Die Volkswirtschaften im nördlichen Europa hätten sich 2021 erholt.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sieht in den guten Zahlen «einmal mehr den Beleg dafür, dass der Bund bei seinen Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Kanals keineswegs nachlassen» dürfe. Das gelte auch im Hinblick auf die geplanten gewaltigen Investitionen in der Schleusenstadt Brunsbüttel, wo in den kommenden Jahren unter anderem ein LNG-Terminal und ein Terminal für den Umschlag von Ammoniak entstehen sollen. Darum seien der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals und der übrigen Infrastruktur im Land – wie etwa der Autobahn A 20 – auch zwei zentrale Themen, die er am Donnerstag (31. März) beim ersten Besuch Wissings in Schleswig-Holstein thematisieren werde. Auch die marode Rader Hochbrücke bei Rendsburg – die bis 2027 durch einen Neubau ersetzt werden soll – werden die beiden Minister besuchen.

GDWS-Präsident Witte erinnerte heute daran, dass der Kanal aktuell besonders von den hohen Preisen für Schiffstreibstoff profitierte. Der Verzicht auf die Erhebung der Befahrensabgabe bis Jahresende – eine Konsequenz aus der Corona-Pandemie – machte den Kanal ebenfalls noch attraktiver.

Die rund 100 Kilometer lange Verbindung zwischen Kiel und Brunsbüttel gilt als weltweit meistbefahrene künstliche Seewasserstraße. Im vorigen Jahr knüpften die Verkehrszahlen weitgehend an das Niveau der Vor-Corona-Jahre an, bei der Schiffszahl noch nicht ganz. Die transportierte Ladungsmenge hatte im Spitzenjahr 2008 aber mit 105 Millionen Tonnen auch schon deutlich höher gelegen. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres setzte sich der Aufwärtstrend beim Kanalverkehr mit zweistelligen Zuwachsraten fort.

Die großen Bauvorhaben wie der Bau einer fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel, der Ausbau der Oststrecke zwischen Rendsburg und Kiel sowie die Vorbereitungen für einen Ersatz der Levensauer Hochbrücke nahe Kiel sind laut Witte sehr gut vorangekommen. 2921 seien 250 Millionen Euro in den Erhalt und Ausbau des Kanals geflossen.

Land schreibt maritimen Innovationspreis aus

Schleswig-Holstein wird einen Innovationspreis für die maritime Wirtschaft ausschreiben. Das kündigte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute im Landtag an. Unklar ist noch, wie der Preis dotiert ist oder wer in der Jury sitzt. Das Wirtschaftsministerium reagiert damit auf einen entsprechenden Antrag der Jamaika-Koalition, der gegen die Stimmen der SPD angenommen wurde. Die Sozialdemokraten hatten zusätzlich einen maritimen Gipfel gefordert.

Dazu sagte Buchholz im Landtag – Video starten…

So rollt die Sanierungswelle durch die Kreise Pinneberg, Dithmarschen und Steinburg

LBV.SH-Chef Conradt, Minister Buchholz und LBV.SH-Ingenieur Köster

Weitere Runde bei der Sanierung von Straßen, Brücken und Radwegen im Südwesten des Landes: Wie Verkehrsminister Bernd Buchholz heute bei der Vorstellung des Bauprogramms für die Kreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen sagte, packe der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) allein in diesem Landesteil bis zum Herbst 14 Straßen und sieben Radwege an. „Wir investieren hier über 24 Millionen Euro in eine bessere und sichere Infrastruktur“, sagte Buchholz. Zusammen mit LBV.SH-Chef Torsten Conradt sowie dem leitenden LBV.SH-Ingenieur Christoph Köster stellte Buchholz die wichtigsten von 40 geplanten Einzelprojekten entlang der südlichen Westküste und der Elbe vor. Allein im südwestlichen Landesteil werden in diesem Jahr 43 Kilometer Straßen, knapp zwölf Kilometer Radwege und 24 Brücken instandgesetzt.

Buchholz erinnerte daran, dass das gesamte, knapp 3700 Kilometer umfassende Landesstraßennetz in Schleswig-Holstein über Jahrzehnte „kaputtgespart“ worden sei. Während in früheren Jahren teilweise weniger als 20 Millionen Euro pro Jahr in den Erhalt von Landesstraßen gesteckt wurden, liege die Investitionsquote im Durchschnitt der letzten vier Jahre bei jährlich knapp 95 Millionen Euro.

„Und selbst in 2021, dem zweiten Pandemie-Jahr in Folge, konnte der LBV.SH über 180 Millionen Euro in die Sanierung von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen stecken“, so Buchholz. Und das sei für Tausende von Berufspendlerinnen und -pendlern sowie die mittelständische Wirtschaft und den Tourismus im Land auch geradezu existenziell: „Versuchen Sie einmal, morgens von Büsum nach Heide oder nach Itzehoe zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Arzt zu kommen – ohne eine intakte Straße wird das nichts. Deswegen ist unser Sanierungsprogramm so wichtig.“ Das gelte umso mehr für Schulbusse, Krankenwagen oder die Feuerwehr.

Laut LBV.SH-Direktor Conradt sind in dem 24,2-Millionen-Euro-Paket für die Kreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen insgesamt 17 Landesstraßen-Projekte enthalten. Der Rest entfalle auf 17 Projekte beim Bund und sechs beim Kreis Dithmarschen. Zusammen mit Buchholz bat der LBV.SH-Chef alle Autofahrerinnen und Autofahrer für die kommenden Monate um Geduld und Fairplay: „Die Menschen auf unseren Baustellen arbeiten dort bei Wind und Wetter. Und dies ausdrücklich für uns alle: Damit wir demnächst wieder schneller und sicherer an unsere Ziele kommen. Bitte nehmen Sie also größte Rücksicht auf unsere mobilen Teams auf den Baustellen.“

Hier ein Mitschnitt des gesamten Pressegesprächs – Video starten

Alle Informationen und Steckbriefe zu den einzelnen Straßenbau-Projekten samt Übersichtskarte finden sich HIER

Viele Weichenstellungen: Buchholz will große Lösung für Bahnknoten Elmshorn

Buchholz vor der Bürger-Initiative in Tornesch

Wichtige Weichenstellungen im schleswig-holsteinischen Schienennetz: Nachdem das Land erst gestern angekündigt hatte, bei der Elektrifizierung und dem Ausbau der Marschbahn nach Sylt in Vorleistung zu gehen, sprangen heute weitere Signale auf grün: Auch für eine große Lösung am Bahnknoten Elmshorn will das Land laut Verkehrsminister Bernd Buchholz in Vorleistung gehen. Außerdem liegt seit heute die Baugenehmigung für den Ausbau der AKN-Linie S 21 zwischen Hamburg und Kaltenkirchen vor. Und auf der Bahnstrecke von Kiel nach Hamburg sollen ab 2027 Elektrozüge rollen. Schleswig-Holstein hat das Bahnnetz neu ausgeschrieben. Der künftige Anbieter soll voraussichtlich im Juli 2023 den Zuschlag erhalten, die Elektrozüge ab Dezember 2027 fahren.

Gisela Hüllmann (Mitte) mit ihrer Bürgerinitiative und Minister Buchholz

«Moderne Fahrzeuge und vor allem genug Kapazität für die Fahrgäste sind Schlüsselfaktoren für den Erfolg unseres neuen Nahverkehrsplans und der Mobilitätswende», sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Auch Wartung und Unterhaltung der neuen Züge seien ausgeschrieben. «Wir dürfen die Hersteller hier nicht aus der Verantwortung entlassen, denn natürlich müssen die Züge dann auch jeden Tag funktionieren.»

Ein weiteres Thema beschäftigte heute Abend die Bürger in Tornesch – der seit Jahren geplante Ausbau der so genannten S4-West zwischen Pinneberg und Elmshorn. Gegenüber der Bürgerinitiative kündigte Buchholz an, an einer großen Lösung mit vier Fernverkehrs-Gleisen für den Knotenpunkt Elmshorn festzuhalten: „Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie und um in diese Richtung auch rasch voranzukommen, sind wir bereit, als Land die Mehrkosten vorerst selbst zu schultern“, sagte er bei einer Info-Veranstaltung in der Klaus-Groth-Schule von Tornesch. „Denn mit einem nachhaltigen Umbau des Bahnhofs Elmshorn bleiben für die Bahnstrecke Pinneberg-Elmshorn weiterhin alle Ausbauvarianten im Spiel“, so Buchholz.

Weiter sagte der Minister am Rande der Bürgerveranstaltung – Audio starten, Pfeil klicken…

Der Minister erinnerte weiter daran, dass im Bundesverkehrswegeplan für den Großknoten Hamburg verschiedene Maßnahmen zur Steigerung der Kapazität und der Betriebsqualität vorgesehen seien – unter anderem auch ein drittes Bahnsteiggleis in Elmshorn. Dabei hätten am Ende noch zwei Varianten zur Auswahl gestanden. Die so genannte Variante „V5opt“, die einen zusätzlichen Außenbahnsteig westlich der Bestandsanlagen Elmshorn sowie eine Optimierung der Überholgleise für den Güterverkehr vorsieht. Und die Variante „V6“, eine grundlegende Neustrukturierung des Knotens Elmshorn mit zwei Mittelbahnsteigen. Das Bundesverkehrsministerium präferiert bisher die günstigere Variante V5opt. „Damit die Bahn aber die wesentlich bessere Variante V6 weiterplanen kann, werden wir die zusätzlichen Planungskosten von rund einer halben Million Euro komplett übernehmen“, kündigte Buchholz an.

Grund: Die Autoren der Machbarkeitsstudie hätten festgestellt, dass ein Ausbau der Bahnstrecke mit zwei zusätzlichen Fernbahngleisen wesentlich größere betriebliche Vorteile gegenüber der bisher favorisierten Variante mit ein bis zwei zusätzlichen S-Bahngleisen habe. Vor einer endgültigen Entscheidung, welche Ausbauvariante am Ende zum Zuge kommt, müsse in einem nächsten Schritt aber noch eine Gesamtabwägung der Infrastrukturvarianten durch den Nahverkehrsverbund NAH.SH erfolgen.

Hier ein Mitschnitt von Buchholz‘ Rede aus dem Streaming der Bürgerveranstaltung durch das „Quickborner Tageblatt“ des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) – Video starten…

Land gibt grünes Licht für den Ausbau der AKN-Linie S 21 bis Kaltenkirchen

APV-Chef Martin Hamm (links) übergibt in Anwesenheit von Verkehrsminister Bernd Buchholz an AKN-Geschäftsführer Ulrich Bergmann den 384 Seiten starken Planfeststellungsbeschluss für die S 21

Grünes Licht des Landes für den Ausbau der AKN-Bahnlinie zur S 21 bis nach Kaltenkirchen: Das Amt für Planfeststellung Verkehr Schleswig-Holstein (APV) hat heute den 384 Seiten starken Planfeststellungsbeschluss an AKN-Geschäftsführer Ulrich Bergmann übergeben. „Damit sind wir nach fünf Jahren Planung an diesem Verkehrs-Großprojekt, bei dem sich das APV unter anderem mit über 450 Einwendungen beschäftigen musste, einen riesigen Schritt weiter“, sagte Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz bei der Übergabe der Unterlagen durch APV-Chef Martin Hamm. Der Beschluss samt aller Planunterlagen wird vom 7. bis zum 20. April öffentlich ausgelegt (siehe unten). Der Planfeststellungsbeschluss für den S-21-Abschnitt auf Hamburger Gebiet war bereits Ende 2018 erlassen worden.

Wie Buchholz erläuterte, sei mit der Baugenehmigung auch die so genannte „sofortige Vollziehbarkeit“ angeordnet worden. „Das heißt, dass noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen werden könnte, sofern dagegen keine Rechtsmittel eingelegt werden.“

AKN-Geschäftsführer Ulrich Bergmann sagte dazu: „Es ist gut, dass der Beschluss da ist, denn damit haben wir als AKN jetzt Planungssicherheit.“ Die AKN wird entsprechend ihre bislang durchgeführten Bauplanungen intensivieren. Insgesamt sei eine Bauzeit von drei Jahren geplant.

Ziel des 120-Millionen-Euro-Projekts ist die durchgängige Schienen-Verbindung von Kaltenkirchen (Kreis Segeberg) über Hamburg-Hauptbahnhof bis Aumühle (Herzogtum-Lauenburg). Dabei wäre ein Umsteigen in Eidelstedt künftig nicht mehr nötig. „Zudem erreichen wir eine deutlich höhere Betriebsstabilität und kürzere Fahrtzeiten durch die geplante Zweigleisigkeit zwischen Quickborn und Ellerau“, so Buchholz. Von den knapp 34 Kilometern Ausbaustrecke liegen elf Kilometer auf Hamburger Stadtgebiet und 23 Kilometer in Schleswig-Holstein. Die Elektrifizierung erfordert allein in Schleswig-Holstein die Errichtung von 734 Masten sowie einem Umrichterwerk in Kaltenkirchen.

Planerisch und baulich aufwändig ist das Vorhaben nach den Worten von Buchholz und APV-Chef Hamm vor allem wegen der nötigen Anpassung aller Bahnhöfe an der Strecke. So müssten teilweise Bahnsteige verlängert und in der Höhe angepasst werden. Zudem würden der Fußgängertunnel Ellerau und verschiedene Brücken erneuert oder angepasst. Entgegen anfänglicher Planungen bleibe die dicht bebaute Strecke zwischen Ellerau und Tanneneck eingleisig.

„Ich bin sicher, dass mit dem fertigen Planfeststellungsbeschluss die für die Menschen in der Region verträglichste Ausbauvariante gefunden wurde und wir durch das Projekt im Hamburger Randgebiet deutlich mehr Menschen in Richtung ÖPNV bewegen können“, sagte Buchholz. Das sei wichtig für das Erreichen der Klimaziele und entzerre zugleich die seit Jahren angespannte Verkehrssituation für Berufspendlerinnen und -pendler rund um Hamburg.

Hier sind die Planunterlagen vom 7. bis zum 20. April ausgelegt:

Analog: In den Ämtern Quickborn, Ellerau, Kaltenkirchen, Kisdorf, Henstedt-Ulzburg, Elmshorn und Leezen während der Geschäftszeiten.

Digital: www.planfeststellung.bob-sh.de unter: Schiene – AKN-Strecke A 1 – S 21 Eidelstedt-Kaltenkirchen, Elektrifizierung

Buchholz: Wir müssen Geflüchteten, die eine Arbeit aufnehmen wollen, etwas anbieten

Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Wirtschaft in Schleswig-Holstein sind aus Sicht von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz vielfältig. Insgesamt seien die Konsequenzen aber noch nicht absehbar, sagte der FDP-Politiker heute im Landtag. Es fehlten zum Teil Zulieferprodukte. Rund 250 Unternehmen aus dem Norden haben Lieferbeziehungen zu Russland oder auch Produktionskapazitäten dort.

Hier die Landtagsrede von Buchholz in voller Länge

Im Ranking beim Handelsvolumen mit Schleswig-Holstein liegt Russland auf Platz 19 mit 647 Millionen Euro (2021). Das waren 1,3 Prozent des gesamten schleswig-holsteinischen Außenhandelsvolumens. Die Ukraine lag mit 106 Millionen Euro auf Platz 47 (0,2 Prozent). Einzelne Unternehmen könnten trotzdem stark vom Krieg betroffen sein, sagte Buchholz. Sie trügen trotzdem die Sanktionen gegen Russland mit. Erschreckend sei für ihn, dass Deutschland die Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland mit Nordstream 2 bis kurz vor dem Krieg noch habe erhöhen wollen, sagte Buchholz.

Im Blick auf den hiesigen Arbeitsmarkt sagte er, für traumatisierte Flüchtlinge sei es möglicherweise nicht der erste Gedanke, jetzt gleich arbeiten zu müssen. „Aber denjenigen, die es wollen und wünschen, müssen wir ein Angebot machen“, so der Minister.

Vor diesem Hintergrund sei es nötig, die Arbeitserlaubnis von Anfang an auf drei Jahre festzulegen statt nur auf ein Jahr. Zudem dürften Wohnsitzauflagen einer Integration nicht im Wege stehen. «Es ist zu begrüßen, dass Geflüchtete aus der Ukraine kein Asylverfahren durchlaufen müssten und daher auch eine Arbeitsaufnahme zügig möglich ist. Anderseits gilt es, aus den Erfahrungen von 2015 zu lernen und weitere Hemmnisse für eine Arbeitsmarktintegration zu vermeiden», sagte Buchholz.

Hochschul- und IT-Experten sollen mit Landeshilfe Gäste-Ströme besser lenken

Rückenwind durch das Land: Prof. Schmücker (links) von der FH Westküste und Prof. Prange (rechts) von der FH Kiel freuen sich über 1,2 Millionen Euro Förderung

Um die Gästeströme im Urlaubsland Schleswig-Holstein künftig intelligenter zu steuern und Überlastungen in Hot-Spots zu vermeiden, machen die Fachhochschule Kiel, das Deutsche Institut für Tourismusforschung der Fachhochschule Westküste und zwei IT-Unternehmen aus dem echten Norden seit Monaten gemeinsame Sache. Ziel ist die Entwicklung eines landesweiten digitalen Systems zum Besuchermanagement. Heute gab es dafür Rückenwind der Landesregierung: Tourismus- und Technologieminister Dr. Bernd Buchholz übergab in Kiel an Prof. Dr. Michael Prange (FH Kiel) und Prof. Dr. Dirk Schmücker (FH Westküste/DITF) einen Förderbescheid über knapp 1,2 Millionen Euro.

„Das von einem breiten Konsortium getragene Projekt leistet einen wichtigen Beitrag für einen nachhaltigen und ausgewogenen Tourismus im Land. Und ich wünsche mir, dass so viele lokale Tourismusorganisationen wie nur möglich mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kooperieren“, sagte Buchholz. Er erinnerte an die zunehmend hohe Dichte von Gästen an einigen Ferienorten in der Hauptsaison. Dies sei durch die Corona-Pandemie und das damit gesunkene Interesse an Auslands-Destinationen noch verschärft worden. „Wir freuen uns, dass immer mehr Menschen den echten Norden für sich entdecken. Wir müssen aber auch dafür Sorge tragen, dass weder die Natur noch die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner überstrapaziert werden. Unser Land ist groß genug, aber wir müssen den Tourismus intelligent managen. Deswegen fördern wir dieses Forschungsvorhaben gern“, so Buchholz.

Das Projekt „Landesweites Digitales Besuchermanagement Tourismus in Schleswig-Holstein“, kurz LAB-TOUR SH, wird von der Fachhochschule Kiel koordiniert. Sie verfüge über die notwendige technische IT-Infrastruktur, um reale Daten in die Datenplattform zu implementieren und das System in Echtzeit testen zu können, erklärte Prange. Der Experte für Data Science vom Fachbereich Informatik und Elektrotechnik verantwortet die Entwicklung der grundlegenden zentralen Integrationsplattform. Eine Herausforderung sei dabei, verschiedene Datenquellen zusammenzuführen. „Grundlage für den Datenaustausch zwischen verschiedenen IT-Systemen im Tourismus sind standardisierte Datenmodelle und Datenschnittstellen. Diese wollen wir in Abstimmung mit nationalen und internationalen Organisationen definieren“, sagte Prange. So soll eine standardisierte, universell nutzbare Datenplattform entstehen, die Prognosen und Empfehlungen für verschiedene Anwendungsfälle ermöglicht.

Strandampel

Als zweite Wissenschaftseinrichtung beteiligt sich das Deutsche Institut für Tourismusforschung am Projekt. Fünf Forschende sind für die Entwicklung des Gesamtkonzeptes sowie die Aufbereitung und Analyse der Daten verantwortlich und bilden die Schnittstelle zur Tourismusbranche. Projektleiter Schmücker: „Es gibt bereits erste Ansätze für digitales Besuchermanagement im Land. Die Lübecker Bucht ist mit ihrer Strandampel, die Gästen die Auslastung der Strände anzeigt, sogar bundesweit ausgezeichnet worden. Aber welche erfolgversprechenden Ansätze es darüber hinaus gibt, welche Erfolgsfaktoren beachtet werden müssen und wie die lokalen Anstrengungen so verknüpft werden, dass positive Netzwerkeffekte entstehen, muss noch erforscht werden.“

Die Lufthansa Industry Solutions (LHIND) bringt ihr Know-how und ihre Erfahrung rund um Sensorik, Datenintegration und -analyse sowie cloudbasierte Plattformen zur Besucherlenkung in das Projekt ein. Darüber hinaus wird die LHIND die Entwicklung des KI-basierten Empfehlungssystems federführend umsetzen. Dies soll die touristischen Destinationen vor lokaler Überlastung schützen. Das System soll dazu die in Echtzeit erfasste Auslastung möglicher Hotspots mit der historischen Auslastung und weiteren Daten kombinieren und basierend auf diesen Berechnungen den Gästen sinnvolle touristische Alternativen vorschlagen. So sollen sich Besucherströme möglichst frühzeitig gut verteilen lassen. Für die Umsetzung könnten die Beteiligten im Land auf bereits vorhandene Systeme zurückgreifen, erklärte Björn Schwarze vom Projektpartner ADDIX Internet Services GmbH: „Mit dem #SH_WLAN gibt es in Schleswig-Holstein bereits ein kostenloses Netz mit 3.000 Accesspoints an 800 Standorten und etwa 100.000 Zugriffen pro Woche, welches zur Interaktion und zum Datenaustausch genutzt wird. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit den Projektpartnern an den Themenfeldern Übermittlung, Aufbereitung und Analyse von Daten zu arbeiten und hierbei durch Inspirations- und Informationsangebote sichtbare Mehrwerte für die Besucherinnen und Besucher in Schleswig-Holstein zu schaffen.“

Ausbau und Elektrifizierung der Marschbahn: Land geht mit 3,6 Millionen in Vorleistung

Frank-Arne Limprecht und Buchholz bei der Info-Veranstaltung im BBZ Heide

Schleswig-Holstein geht bei der Elektrifizierung der Bahnstrecke nach Sylt in Vorleistung. «Die elektrischen Züge wären nicht nur klimafreundlicher, sondern auch wesentlich leiser», sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am Abend bei einer Informationsveranstaltung in Heide. «Für Anwohner an der Strecke würde es also wesentlich ruhiger und mit den Schadstoff-Emissionen der Diesellokomotiven wäre es auch vorbei.»

Das Land nimmt die Planungen zunächst selbst in die Hand. Der Verkehrsverbund NAH.SH bereite erste Ausschreibungen vor, sagte Buchholz. «Im Sommer könnten dann die Arbeiten starten.» Mit der Bahn sei ein Planungsbegleitvertrag abgeschlossen worden. Das Unternehmen helfe bei Fragen des Umweltrechts. Das Land gehe mit rund 3,6 Millionen Euro in Vorleistung. Zuschüsse des Bundes seien bislang nur geplant. «Wir tragen daher zunächst allein das finanzielle Risiko.»

Buchholz sagte nach der Veranstaltung weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

In Vorleistung geht das Land auch beim zweigleisigen Ausbau zwischen Niebüll und Sylt. Der Ausbau auf der Nordseeinsel zwischen Morsum und Tinnum ist noch nicht im Bedarfsplan für Bundesschienenwege enthalten. «Damit der Ausbau auf Sylt allerdings nicht in Zeitverzug gerät, werden wir der DB Netz die Planungskosten zunächst vorfinanzieren», sagte Buchholz.

«Mit der Elektrifizierung schaffen wir die Voraussetzungen, dass zukünftige Generationen an Fernverkehrszügen umsteigefrei bis nach Sylt fahren können», sagte Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen. Dadurch würde bei den Fernzügen der zeitraubende Lokwechsel in Itzehoe wegfallen und die Regionalbahnen könnten von Hamburg umsteigefrei bis nach Heide fahren.

Der geplante Ausbau der sogenannten Marschbahn nach Sylt soll rund 400 Millionen Euro kosten. 90 Prozent davon übernimmt der Bund, das Land 40 Millionen Euro.

Und hier noch einmal ein Fazit des Info-Abends von Verkehrsminister Bernd Buchholz – Video starten

Land fördert Fachkräfte-Beratung mit einer Million Euro – Rohlfs: „Gut angelegtes Geld“

Arbeits-Staatssekretär Thilo Rohlfs mit den Vertreterinnen und Vertretern der Fachkräfte-Netzwerke

Für die Sicherung und Gewinnung von Fachkräften in Betrieben gibt es ab sofort eine zentrale Anlaufstelle im Land: den Fachkräfteservice Schleswig-Holstein. Für dessen Einrichtung im Haus des Unternehmensverbandes in Rendsburg hat Arbeits-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs jetzt einen Förderbescheid in Höhe von rund 363.000 Euro an die Trägerkooperation des Bildungswerks der Wirtschaft für Hamburg und Schleswig-Holstein e.V. und den Verein „Arbeit und Leben Schleswig-Holstein“ übergeben. Gleichzeitig erhalten acht Fachkräfte-Netzwerke über Wirtschaftsfördergesellschaften und Kammern zur einjährigen Verlängerung ihrer Fachkräfteberatungen 660.000 Euro.

Zentrale Anlaufstelle für alle Fachkräfte-Netzwerke: Haus des Unternehmensverbandes in Rendsburg am Paradeplatz

„Mit den im Fachkräfteservice gebündelten Kompetenzen bieten wir Hilfestellung in allen Fragen rund um die Fachkräftesicherung. Wir lassen Unternehmen in ihrem Engagement um die Gewinnung, Integration und Bindung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht allein“, sagte Rohlfs. Die insgesamt mehr als eine Million Euro Fäördermittel sieht er bestens: „Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Schwierigkeiten und Unsicherheiten haben die Dringlichkeit der Fachkräftesicherung verschärft. Denn wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte, um die Unternehmen aus der Krise herauszuführen. Unterstützungs- und Beratungsleistungen, wie durch den Fachkräfteservice und das Beratungsnetzwerk Fachkräftesicherung gewinnen hierfür noch mehr an Bedeutung“, so der Staatssekretär.

Alle Angebote werden unter dem Dach der bereits bestehenden Strukturen der Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein (FI.SH) geführt. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Schleswig-Holstein können sich laut Rohlfs in allen Fragen der Fachkräftesicherung kostenlos beraten lassen. Das Angebot umfasse beispielsweise Hilfestellung, wenn Betriebe sich in der Berufsausbildung stärker engagieren und Praktika anbieten wollen. Ebenso würden Wege zur Gewinnung und Integration ausländischer Arbeitskräfte aufgezeigt. Der Fachkräfteservice gibt darüber hinaus Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern eine erste Orientierung zu zuständigen Stellen und Angeboten sowie zu weiteren Fördermöglichkeiten.

Das Land fördert den Fachkräfteservice Schleswig-Holstein mit einem Zuschuss von bis zu 90 Prozent und das Beratungsnetzwerk Fachkräftesicherung mit einem Zuschuss von bis zu 75 Prozent. Die Mittel im Landesprogramm Arbeit werden aus dem Europäischen Sozialfonds Plus und Landesmitteln bereitgestellt.

Hier die Förderungen der Fachkräfte-Netzwerke im Einzelnen:

  • Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Pinneberg: 39.885,52 Euro
  • Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland: 78.000,00 Euro
  • Handwerkskammer Flensburg: 91.650,00 Euro                   
  • Industrie- und Handelskammer zu Lübeck: 72.376,20 Euro
  • Handwerkskammer Lübeck: 107.415,41 Euro
  • Arbeit und Leben Schleswig-Holstein, Kiel: 31.965,60 Euro
  • Kiel Region GmbH: 173.550,00 Euro
  • „egw:wirtschaftsförderung“ Westküste:  64.646,46 Euro

Buchholz begeistert von Riesen-Investitionen: Es brummt an unserer Westküste

Mehr geht fast nicht: Nachdem in dieser Woche der erste Pflock für eine Giga-Factory für Batteriezellen in Heide eingeschlagen wurde, kam gestern die nächste Erfolgsmeldung: Der Energie-Konzern RWE plant in Brunsbüttel einen Importterminal für grüne Energieträger – und auch die Planungen für das LNG-Terminal laufen mit Hochdruck weiter.

Wirtschaftsminister Buchholz ist entsprechend begeistert – Video starten…

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus