Minister & Handwerk werben bei EU für Erhalt des Meisterbriefs

Minister Meyer mit Lübecks HwK-Chef Andreas Katschke in Brüssel

Politik und Verbände im Schulterschluss für den Meisterbrief: Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck sowie Vertreter des Landeshandwerksrats, haben sich an den vergangenen beiden Tagen bei Gesprächen mit Vertretern der EU-Kommission in Brüssel für die Erhaltung des deutschen Qualitäts-Siegels eingesetzt. Sie stellten die Bedeutung des Meisterbriefs für nachhaltige Betriebsgründungen und eine qualitativ hochwertige betriebliche duale Ausbildung heraus.

Meyer sagte nach den Gesprächen soeben in Brüssel (Audiopfeil klicken)

Wie Meyer weiter sagte, sei man zwar grundsätzlich auf offene Ohren gestoßen. Der Besuch habe aber auch gezeigt, dass Politik und Verbände gegenüber der EU in der gesamten Diskussion um reglementierte Berufe immer wieder auf die Notwendigkeit des Meisterbriefs als Teil der Erfolgsgeschichte der dualen Ausbildung hinweisen müssen. „Deutschland hat klare und transparente Regeln zur Reglementierung von Berufen, während es in anderen EU-Mitgliedsstaaten eher informelle und indirekte Regelungen gibt“, so Meyer. Und deshalb müsse die EU anstelle des transparenten deutschen Rechts eher die indirekten Regeln der anderen Mitgliedsstaaten in den Fokus nehmen. Meyer: „Denn genau die indirekten Reglementierungen sind es, die Dienstleistungsfreiheit erschweren.“

Für den großen Rückhalt, den das Handwerk von der gesamten deutschen Politik, insbesondere auch von der schleswig-holsteinischen Landesregierung bekommt, dankte Katschke Minister Reinhard Meyer. „Wir freuen uns sehr über die große Unterstützung bei diesem für das Handwerk so extrem wichtigen Thema“.

Meyer und Handwerkskammer-Chef kämpfen in Brüssel für den Meisterbrief

 

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Lübecker Handwerkskammer, Andreas Katschke, führt Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute weitere Gespräche bei der EU-Kommission in Brüssel. Es geht dabei unter anderem um den Erhalt des Meisterbriefs – eines Erfolgsmodells für Deutschland und sein Handwerk. Im Zusammenhang mit der dualen Ausbildung sagt Meyer: Ein idealer Karriereweg als Alternative zu einem Studium könnte so aussehen: Schule, Azubi, Geselle, Meister, Unternehmensnachfolger….

Meyer & Habeck werben in Brüssel für Innovationsallianz NEW 4.0

Im Jahr 2050 soll sich Deutschland weitgehend mit Ökostrom versorgen. Die Bundesregierung strebt einen 80-Prozent-Anteil erneuerbarer Energien an und will diese Vollversorgung durch Speicher, intelligente und über nationale Grenzen hinweg ausgebaute Netze und europäischen Stromhandel absichern. Schleswig-Holstein und Hamburg könnten mit ihrer Innovationsallianz NEW 4. die Grünstrom-Vollversorgung schon 2035 vorführen.

Heute Vormittag hat Wirtschaftsminister Meyer das Thema gemeinsam mit Energiewendeminister Robert Habeck bei der EU-Kommission in Brüssel thematisiert.

Meyer sagte dazu soeben in Brüssel (Audiopfeil klicken)

Was sich hinter NEW 4.0 verbirgt, dazu folgender aktueller Beitrag von Tilmann Weber vom Fachmagazin Erneuerbare Energien

 - Hamburger HafenDas Modellprojekt hat große visionäre Kraft: Die Quote der windkraftstarken Region von heute 40 Prozent Stromversorgung aus erneuerbaren Energien soll bis 2025 zunächst auf 70 Prozent anwachsen. 2035 soll dann die Vollversorgung mit Grünstrom stehen. Vorantreiben will dies die im Mai ausgerufene Innovationsallianz NEW 4.0 (Abkürzung für Norddeutsche Energie-Wende 4.0). Ihr gehören rund 60 Unternehmen, Forschungsinstitute, Hochschulen, die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein, regionale Industrie- und Handelskammern und kommunale Vertreter an. Die Initiative will nicht nur ausreichenden Ausbau der Stromerzeugung durch immer neue Windparks garantieren, sondern auch die notwendige Infrastruktur für den Stromtransport aufbauen: Intelligente Netze, moderne Computertechnologie, ein flexibles schnelles Stromhandelssystem, Speicher.

Die Initiatoren von NEW 4.0 sind die Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) mit ihrem Erneuerbare-Energien-Kompetenzzentrum CCEE und das Fraunhofer Institut für Siliziumtechnologie, ISIT. ISIT betreibt Forschung an Leistungs- und Mikro-Elektronik. Am Freitag hatten sie den Antrag auf Zuschüsse aus dem Förderprogramm „Schaufenster intelligente Energie“ beim Bundeswirtschaftsministerium eingereicht. Das brächte eine Forschungsförderung von 80 Millionen ein, die Akteure müssten noch 40 Millionen Euro dazu investieren. „In den nächsten Wochen wird das Ministerium entscheiden, welche Antragssteller in die engere Auswahl kommen und den Vollantrag für die Förderung stellen dürfen“, sagt der HAW-Professor Werner Beba zu ERNEUERBARE ENERGIEN. Die Entscheidung über den Zuschlag falle dann im Herbst. „Erhält NEW 4.0 die Förderung“, sagt Beba, „wollen wir 2016 starten.“

Während einer Projektlaufzeit von vier Jahren könnten die Akteure so neue Computerprogramme zur Steuerung eines effektiven Stromhandels entwickeln, Modelle für virtuelle Kraftwerke ausarbeiten – also das computergesteuerte Ab- und Zuschalten ans Stromnetz von Grünstrom-Anlagen im Einklang mit dem regionalen Verbrauch – und den Speicherbedarf  für die angestrebte Vollversorgung ermitteln.

Das Konzept sieht keine einfache – und unrealistische – Insellösung vor. Es müsse nicht immer 100-prozentiger Ökostrom durch die Trassen zwischen  Nord- und Ostsee pulsieren, betont Beba. Vielmehr soll NEW 4.0 ein Modell für Deutschland und sogar Europa sein. Die Norddeutsche Energiewende muss so auch 2035 – unter Grünstromvollversorgung – die Einbindung ins europäische Stromhandelssystem gewährleisten. Kaufen Stromhändler Grünstrom am Regelenergiemarkt oder vom Day-Ahead-Börsenhandel zur Versorgung der Region hoch im deutschen Norden, müssen auch ihre Netze weiterhin den durch Erzeugung aus Kohle-Kraftwerken angemixten Graustrom aufnehmen können. Das gilt umgekehrt auch für das neue Hamburger Vattenfall-Kohlekraftwerk Moorburg, dessen Leistung am Netz verbliebe, um zudem Strom in andere deutsche und internationale Regionen zu exportieren.

Für den Aufbau von genug Leistungskraft der Erneuerbaren setzen die Initiatoren nur auf die Ausbauszenarien der Landesregierungen in Schleswig-Holstein und Hamburg sowie die Offshore-Windkraft-Ziele der Bundesregierung. Derzeit liefern die Erneuerbaren beider Nordländer laut Beba rund 13 bis 14 Terawattstunden (TWh) jährlich bei einem Bedarf von jeweils 14 TWh: also 28 TWh. Für 2035 rechnet NEW 4.0 mit bis zu 70 TWh aus bis dahin errichteten regionalen Erneuerbare-Energien-Anlagen. Es würde für die Region mitsamt Zwei-Millionen-Einwohner-Metropole und deren Industrie inklusive zweier stromintensiver Aluminiumwerke genügen,  sagt Beba. Doch ohne ein völlig neu designtes Stromversorgungssystem, so prognostizieren die Wissenschaftler, würden die Netzbetreiber dann 15 Prozent der Grünstromerzeugung wegen überfüllter Netze abregeln müssen. Ziel von NEW 4.0 ist, 2035 fast keinen Strom aus erneuerbaren Energien mehr wegwerfen zu müssen.

Die Hamburger Wissenschaftler wollen dazu über die Umwandlung Erneuerbaren-Stroms in Treibstoff nachdenken – durch Elektromobilität oder mittels Umwandlung überschüssigen Stroms in Erdgas. Sie wollen Speicherkonzepte genauso entwerfen wie eine Steuerung des Verbrauchs der Hamburger Aluminiumwerke in Abhängigkeit von der Erzeugung. „Sonst drohen 2035 Sprünge bei der Schnell-Bereitstellung von Stromleistung aus Reservekraftwerken von zwei Gigawatt“, sagt Beba: zum Ausgleich der Residuallasten – durch fluktuierende Einspeisung aus wetterabhängigen Erneuerbaren-Anlagen nicht befriedigten Stromverbrauch. Reservekraftwerke mit einer Jahresproduktion von sieben TWh müssten so die Stromversorgung weiter stützen. Die Forscher wollen darauf verzichten können. „Wir wollen 2035 keine konventionelle Deckung der Residuallast mehr“, sagt Beba.

„Im Kern geht es NEW 4.0 darum, Konzepte zu erproben. Die Bundesregierung muss beim Systemumbau sehr vorsichtig sein, um auch im europäischen Stromhandel kein Chaos und keine unerwünschten Nebenwirkungen zu erzielen. Mit NEW 4.0 könnten wir vorführen, wie sich die Flexibilität im Strommarkt auch bei einer 100-Prozent-Grünstromversorgung erhalten und sich in ein Marktsystem integrieren lässt.“

Tilman Weber

Zum Online-Artikel:

http://www.erneuerbareenergien.de/nordregion-mit-millionenstadt-100-prozent-erneuerbar-versorgt/150/434/87944/

Brunsbüttel auf dem Weg zum nationalen LNG-Terminal?

Elbehafen Brunsbuettel, Unterelbe Schiff Schiffe Schifffahrt Dithmarschen Wirtschaft 17.03.2004 Hafen Nordsee
Elbehafen Brunsbüttel – möglicher Standort für ein nationales LNG-Terminal

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer sieht gute Chancen, dass der Hafen in Brunsbüttel schon bald zum nationalen Terminal für Flüssigerdgas – kurz LNG (liquefied natural gas) – werden könnte. Entsprechende Gespräche bei der EU-Kommission in Brüssel seien am Vormittag sehr positiv verlaufen und hätten ihn in dieser Einschätzung bestärkt. „Hier geht es um eine Energieversorgungsstrategie für ganz Europa. Und die Frage ist, ob sich Deutschland dauerhaft von russischem Gas abhängig machen will – oder ob die Bundesrepublik sich Alternativen schafft“, so Meyer.

Meyer sagte soeben in Brüssel: (Soundpfeil klicken)

Das bringt der Dienstag: Arbeitsmarkt, Brüssel, Syltshuttle

  • Die Agentur für Arbeit gibt heute die neuen Arbeitsmarktzahlen für Schleswig-Holstein bekannt. Experten erwarten für Mai einen saisontypischen Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Die Zahl der Menschen ohne festen Job ist demnach gegenüber Mai 2014 als auch gegenüber dem Vormonat gesunken. Ende April waren im nördlichsten Bundesland 97 962 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,6 Prozent.
  • In Brüssel wirbt Wirtschaftsminister Meyer bei der EU-Kommission für den Hafen Brunsbüttel als eine der zentralen europäischen LNG-Tankstellen – ein weiteres Thema am Rande dürfte die Pkw-Maut sein. Dazu äußert Meyer sich heute auch in den Ausgaben des sh:z
  • In einer Telefonkonferenz geht es heute Mittag einmal mehr um die Trassenvergaben auf dem Hindenburgdamm. Die Spieler: DB AG, RDC und die DB Netz. Das Land sitzt nicht mit am Tisch. Insider erwarten allerdings keinen großen Wurf. Vermutlich wird allenfalls über zwei oder drei strittige Zugverbindungen zwischen der Insel und dem Festland eine Einigung erzielt.

Meyer gibt Startschuss für landesweite AOK-Aktion: „Mit dem Rad zur Arbeit“

AOKVerkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) hat am Vormittag den Startschuss für die landesweite Aktion «Mit dem Rad zur Arbeit» gegeben. Bis zum 31. August sind nun bereits zum 12. Mal alle Schleswig-Holsteiner aufgerufen, das Auto stehen zu lassen und an mindestens 20 Tagen mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, teilten die Veranstalter mit.

«Wer regelmäßig zur Arbeit radelt, fördert nachhaltig seine Gesundheit und Fitness, schont die Umwelt und seinen eigenen Geldbeutel», erklärte AOK-Landesdirektor Thomas Haeger. Initiiert wurde die Kampagne von der AOK Nordwest und vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Schirmherr ist Minister Meyer.

Meyer sagte bei der Veranstaltung im Interview mit RSH-Reporter Andreas Otto (Audiopfeil klicken):

Mittlerweile fahre in Schleswig-Holstein etwa jeder vierte Erwerbstätige mit dem Rad zur Arbeit. «Das ist ganz in unserem Sinne. Es wäre klasse, wenn in Zukunft noch mehr Beschäftigte diesem Beispiel folgen würden», erklärte Haeger. Im vergangenen Jahr nahmen rund 20 000 Schleswig-Holsteiner an der Aktion teil.

Verkehrsminister Meyer sagte, Schleswig-Holstein sei mit seinem rund 6000 Kilometer langen Radwegenetz ein überaus fahrradfreundliches Land. «Das Radfahren spielt bei uns nicht nur im Tourismus, sondern auch im Alltags- und Freizeitbereich eine große Rolle. Die Landesregierung werde das bestehende Radverkehrsnetz weiter verbessern.

Meyer zum Aus der Volksinitiative A 20

Die «Volksinitiative A 20 – sofort» verzichtet auf ein Volksbegehren. Kurz vor Ablauf der Antragsfrist der zweiten Stufe der Bürgerbeteiligung habe die Gruppe um Unternehmensberater Rainer Bruns, Ex-Wirtschaftsminister Dietrich Austermann und Logistik-Unternehmer Thies Anhalt entschieden, ihren Kampf für einen schnelleren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Schleswig-Holstein nicht mit einer weiteren Unterschriftenaktion fortzusetzen, berichtet das «Flensburger-Tageblatt» in seiner Samstagsausgabe. Bruns verwies auf die Ablehnung der Landesregierung von SPD, Grünen und SSW.

Dazu sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer soeben (Audiopfeil klicken):

Mehr als 27 000 Bürger hatten die Volksinitiative unterstützt – notwendig waren 20 000, damit sich der Landtag mit dem Anliegen im Dezember befasste. Trotz dieses überwältigenden Votums habe die Mehrheit des Landtages unser Anliegen zuerst verzögert und dann mit falschen Begründungen abgelehnt, sagte Bruns der Zeitung.

Für ein Volksbegehren wären mindestens 80 000 Unterschriften nötig gewesen. «Das kostet erheblich Kraft, Zeit und Geld. Dabei ist abzusehen, dass auch diese Aktion von der Küstenampel ignoriert würde», sagte Bruns weiter. Deshalb wolle man auf einen Regierungswechsel bei der Landtagswahl 2017 hinarbeiten. Bis Ende Mai hätte das Volksbegehren beantragt werden müssen.

Meyer zur Vereinbarung von Werkvertrag-Standards bei der Flensburger Schiffbaugesellschaft

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Minister Meyer bei einem Besuch der FSG

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hat die heute (28. Mai) besiegelte Vereinbarung zwischen der neuen Geschäftsleitung der Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG), der IG-Metall und dem Betriebsrat hinsichtlich der Arbeitsbedingungen bei künftigen Aufträgen an Werkvertragsunternehmen begrüßt:

„Hier wurde eine wichtige notwendige Einigung erzielt, von der hoffentlich eine Signalwirkung an die gesamte Branche ausgeht“, sagte Meyer. Auf der FSG würden hochinnovative und komplexe Schiffe gebaut, da müsse es schlichtweg eine Selbstverständlichkeit sein, dass alle auf der Werft beschäftigten Mitarbeiter dementsprechend behandelt und bezahlt werden. „Die Sozialpartner haben hier dankenswerter Weise ein hohes Maß an Verantwortung bewiesen“, so der Minister.

Im Gespräch mit NDR-1-Welle-Nord-Reporterin Rebecca Merholz sagte Meyer (Audiopfeil klicken):

Auslöser der Einigung waren Vorkommnisse bei der FSG, die im März für Schlagzeilen gesorgt hatten. So waren aus Griechenland und anderen europäischen Ländern stammende Arbeitnehmer eines Subunternehmens in Flensburg eingesetzt, die offenbar schlecht oder gar nicht bezahlt wurden, zudem nicht krankenversichert und unter katastrophalen Bedingungen in einer angemieteten Stadtwohnung untergebracht gewesen sein sollen.

„Der neue Eigentümer und die neue Geschäftsführung der FSG haben hier sofort gehandelt und beweisen mit der Vereinbarung, dass das oft umstrittene, für viele Unternehmen aber wichtige Instrument Werkvertrag auch verantwortungsvoll und unter Einbindung der Sozialpartner umgesetzt werden kann“, sagte Meyer. Er hoffe, dass die Flensburger Vereinbarung auch zum Vorbild für andere Unternehmen der Branche werde – aber auch weit darüber hinaus.

Auftakt des schleswig-holsteinischen Hafentages in Rendsburg

Hafentag
Meyer im Gespräch mit den Hafenchefs aus Kiel, Lübeck und Brunsbüttel anlässlich des Hafentages  im „Port Rendsburg“

Mit über 200 Gästen hat heute in Osterrönfeld bei Rendsburg der vierte Schleswig-Holsteinische Hafentag im „Rendsburg Port“ stattgefunden. Frank Schnabel, Chef des Gesamtverbandes Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH), begrüßte Vertreter aus Politik, maritimer Logistik und Hafenwirtschaft aller Küstenbundesländer. In der für die Veranstaltung hergerichteten Gerätehalle auf dem Gelände des Schwerlasthafens galt die Aufmerksamkeit den Chancen und Herausforderungen der Schleswig-Holsteinischen Seehäfen. Vor diesem Hintergrund wurden Maßnahmen zur langfristigen Wettbewerbssicherung der Häfen und damit zusammenhängende Themen wie Infrastrukturprojekte und die neuen Schwefelgrenzwerte erörtert.

Im Gespräch mit NDR-1-Reporterin Rebecca Merholz sagte Meyer unter anderem (Soundpfeil klicken):

Meyer begrüßte auch in seiner Rede das Engagement des GvSH für den maritimen Standort Schleswig-Holstein und führte weiterhin aus: „Wir bewegen uns international in einem herausfordernden Umfeld; es ist unabdingbar, dass wir die Funktion und die Rolle der Schleswig-Holsteinischen Häfen als drittgrößten Hafenstandort Deutschlands über die Grenzen hinaus festigen. Dazu gehören ein klares Profil der Häfen, die kontinuierliche Zusammenarbeit von Politik mit Wirtschaft und Industrie und die Sicherung von funktionierenden Hafenhinterlandanbindungen.“

Die Häfen in Schleswig-Holstein sind der Verkehrsknotenpunkt zwischen Mitteleuropa und Skandinavien sowie Bindeglied zwischen Nord- und Ostsee. Mit mehr als 51 Millionen Tonnen Fracht sowie ca. 15 Millionen beförderten Passagieren im Vorjahr stabilisiert der Hafenstandort Schleswig -Holstein seinen Wachstumskurs und stärkt seine nationale und internationale Bedeutung. Mit etwa 42.000 Beschäftigten ist die maritime Branche ein zentrales Zugpferd der schleswig-holsteinischen Wirtschaft.

Publikum
Rund 200 Gäste besuchten in diesem Jahr den inzwischen vierten Hafentag

Brunsbüttels Hafenchef und Gastgeber des Hafentages, Frank Schnabel, sagte: „Die Sicherung und der Ausbau aller drei Verkehrswege im Hinterland entscheiden maßgeblich über den Erfolg unserer Häfen und den reibungslosen Weitertransport der Waren. Insbesondere in Norddeutschland gilt es, die Straßen zu entlasten und dem Verkehrsträger Schiene mehr Beachtung zu schenken. Die Häfen und das Schienennetz müssen für steigende Gütermengen fit gemacht werden.“ Schnabel verwies dabei auf das vom Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH) und vom Wirtschaftsministerium gemeinsam erarbeitete Hafenentwicklungskonzept. „Es gilt, das vorliegende Hafenkonzept Schritt für Schritt umzusetzen. Ihm liegen eine nachhaltige Strategie und ein umfangreicher Maßnahmenkatalog zugrunde. Mit seiner Realisierung sind wir gerüstet, das prognostizierte Umschlagsvolumen von über 70 Millionen Tonnen im Jahr 2025 abzufertigen und unserer Umschlags- und Versorgungsfunktion gerecht zu werden“, so Schnabel weiter. Über das Konzept sollen die Häfen ihre individuellen Potentiale ausschöpfen, einzelne Geschäftsfelder können gezielt gesteuert und Investitionen priorisiert werden.

Die vom Fachjournalisten Eckhard Arndt moderierte Podiumsdiskussion widmete sich den aktuellen Themen der Häfen. Neben Wirtschaftsminister Meyer und GvSH-Vorstandschef Schnabel, nahmen Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer Seehafen Kiel, und Ulfbenno Krüger, Geschäftsführer der Lübecker Hafen-Gesellschaft, teil. Politiker und Hafenbetreiber unterstrichen dabei die Bedeutung von optimierten Hafenhinterlandanbindungen über Norddeutschland hinaus. Auf den Straßen seien insbesondere der Ausbau der A20 sowie der A7 in Verbindung mit der Rader Hochbrücke in Rendsburg voranzutreiben. Für die Zukunftsfähigkeit der Infrastruktur seien Erhalt und Ausbau der Verkehrswege gleichermaßen von Relevanz. Der Neubau der fünften Schleusenkammer bei Brunsbüttel wird als Teilerfolg bewertet, dem weitere Ausbaumaßnahmen auf dem Nord-Ostsee-Kanal folgen sollen. „Für die Häfen am Kanal, wie den Rendsburg Port, und für die Versorgung der angebundenen Industrie ist der Verkehrsfluss auf dem Nord-Ostsee-Kanal unabdingbar. Seine Vertiefung und die Begradigung der Oststrecke sind hierfür dringend erforderlich“, berichtet Frank Schnabel, der in seinen Funktionen als Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports und Rendsburg Port die Bedeutung des Kanals aus dem Tagesgeschäft sehr gut kennt.

Seit Januar diesen Jahres greifen auf der Nord- und Ostsee (SECA) die neuen Schwefelgrenzwerte. Fünf Monate nach ihrer Einführung sind aus den Branchenreihen von Reedern und Hafenbetreibern noch keine wesentlichen Effekte zu verzeichnen. Die Diskussionsteilnehmer sehen durch die aktuell niedrigen Ölpreise aktuell weniger Auswirkungen auf Routen oder Ladungsvolumen als befürchtet, die den neuen Schwefelgrenzwerten zuzuschreiben wären. Dennoch bleiben die Folgen abzuwarten. In Vorbereitung auf verzögerte Folgen, befassen die Häfen sich mit Methoden zur alternativen Treibstoffversorgung. Das umweltfreundliche Flüssiggas LNG bietet sich über die Versorgung der Schifffahrt zudem für die Energieversorgung der Industrie an.

Abschließend gelang es mit dem vierten Hafentag in Rensburg, die Bedeutung und Positionierung von Deutschlands drittgrößtem Hafenstandort zu untermauern. Seine Rolle als Logistikdrehscheibe und Wertschöpfungsmotor zu fördern, zu festigen und nachhaltig zu vermitteln, bleibt weiterhin eine wesentliche Aufgabe des Verbandes.

Heute SH-Hafentag mit Pressekonferenz

Der Osterrönfelder Schwerlasthafen steht heute im Mittelpunkt einer Journalistenreise von Fachpresse, regionalen wie überregionalen Medien.

Ab 10 Uhr findet für das Fachpublikum der „Hafentag“ statt, um 12.45 Uhr  geben Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und Hafenverbandschef Frank Schnabel eine Pressekonferenz. Schwerpunktthemen sind Wettbewerbssicherung und Schwefelgrenzwerte (Rendsburg Port – 24783, Albert-Betz Str. 3)

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie