Land eröffnet Flüchtlingskonferenz – Chance für Unternehmen

fluechtlinge-nordafrikaDie schleswig-holsteinische Landesregierung will zur Stunde auf einer Konferenz mit rund 500 Teilnehmern den sogenannten Flüchtlingspakt vorstellen. Zehn Arbeitsgruppen haben sich im Vorfeld des Flüchtlingsgipfels mit verschiedenen Fragen rund um Asylsuchende und ihrer Integration in Schleswig-Holstein beschäftigt. Hier einige Beispiele für Bereiche, in denen Handlungsbedarf gesehen wurde oder wird.

Zu den Aspekten des Arbeitsmarktes sagte Arbeitsminister Reinhard Meyer (Audiopfeil klicken):

UNTERBRINGUNG: Bis zu 20 000 Asylsuchende werden dieses Jahr in Schleswig-Holstein erwartet. Nach der Erstaufnahme werden sie auf die Kommunen verteilt. Eine Mammutaufgabe, auch finanziell. Städte und Gemeinden finden nicht auf die Schnelle ausreichenden Wohnraum. Auch wie die Flüchtlinge verteilt werden sollen, wird diskutiert – nach einem festen Schlüssel oder nach anderen Kriterien. Wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte, soll über eine Neuverteilung der Flüchtlinge bis Ende des dritten Quartals Einvernehmen mit den Landräten und Bürgermeistern erzielt werden. Die Gespräche hätten noch nicht angefangen. Spürbare finanzielle Hilfen für die kommunale Ebene sollen im Flüchtlingspakt bereits enthalten sein.

ERSTAUFNAHME: In den drei Universitätsstädten des Landes sollen neue Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge entstehen. Flensburg, Lübeck und Kiel sollen jeweils rund 600 Flüchtlinge in Campusnähe aufnehmen. Ziel ist es, die bisherige Zahl der Erstaufnahmeplätze von 1350 (Neumünster und Boostedt ab Herbst 2015) auf rund 3200 zu erhöhen. Die neuen Erstaufnahmen könnten in der geplanten Größe eine Außenstelle des Bundesamtes für Migration erhalten, und auch die Einrichtung einer eigenen Polizeiwache wie in Neumünster und Boostedt würde so ermöglicht.

SPRACHE und BILDUNG: In der Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster soll es künftig Sprachkurse für Erwachsene geben. Und auch schulpflichtige Kinder sollen bereits hier eine schulvorbereitende Förderung erhalten. Zudem werden die Deutsch-als-Zweitsprache-Zentren in den Kommunen personell aufgestockt. Dort würden die Kinder zunächst unterrichtet, und auch auf der Regelschule gehe die Sprachförderung weiter, sagte Innenminister Stefan Studt (SPD) im März im Landtag. Dafür stellt die Landesregierung weitere 125 Lehrkraftstellen und zusätzliche Mittel im Umfang von 7,7 Millionen Euro bereit.

BETREUUNG UND EHRENAMT: Ehrenamtler bewältigen einen Großteil der Flüchtlingsarbeit. Da diese aber sehr komplex ist, wie der Bischof der Nordkirche, Gothart Maagard, sagte, brauchen sie dringend professionelle Ansprechpartner seitens des Landes. Die Nordkirche stellt in jedem der neun Kirchenkreise einen hauptamtlichen Flüchtlingsbeauftragten ein, der Gemeinden in ihrer Arbeit beraten und unterstützen soll. Außerdem wurde ein Leitfaden für die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit herausgegeben. Doch auch die Flüchtlinge selbst brauchen professionelle Beratung. Die Diakonie fordert daher mehr Mittel für die vom Land finanzierte Migrationssozialberatung.

ARBEIT UND AUSBILDUNG: Nach Ansicht von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) sind Ausbildung und Arbeit neben Sprachkenntnissen absolute Voraussetzungen für die Integration. Daher sollen sich Flüchtlinge bereits in den Erstaufnahmeeinrichtungen über den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt informieren können. Zudem soll erfragt werden, welche Kompetenzen, Abschlüsse und Berufserfahrung ein Asylsuchender hat. So könnten den Flüchtlingen vor der Verteilung auf die Kommunen den Kompetenzen entsprechende Angebote gemacht werden. Meyer möchte zudem erreichen, dass Flüchtlinge nach dem Abschluss einer dreijährigen Ausbildung die Möglichkeit haben, mindestens zwei Jahre in dem erlernten Beruf zu arbeiten. Die Wirtschaft begrüßt diese Initiativen mit Blick auf den Fachkräftebedarf.

SH-Tourismusbarometer steht auf „Sonne“ – Branche bleibt aber ehrgeizig

Der Tourismus boomt in Schleswig-Holstein – und das nicht mehr nur im Sommer. Für den Wettbewerb mit den Nachbarländern sieht sich das nördlichste Bundesland gut gewappnet. Doch die Branche bleibt ehrgeizig. Vor allem die Qualität soll weiter steigen.

Sylt_3Über dem Tourismus in Schleswig-Holstein scheint die Sonne. Mit kräftigen Zuwächsen auf Rekordwerte im Vorjahr und einem guten Start 2015 steuert das Land zwischen den Meeren wieder eine gute Sommersaison an. Doch von dieser allein hängt der Erfolg nicht mehr so stark ab wie jahrzehntelang in der Vergangenheit. «Schleswig-Holstein ist auf gutem Weg, zu einer Ganztagsdestination zu werden», sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute zum sogenannten Sparkassen-Tourismusbarometer für den Norden. «Wir haben den größten Zuwachs in den Monaten der Nebensaison.»

Die Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten hatten 2014 die Zahl ihrer Übernachtungsgäste um nahezu sieben Prozent auf die Rekordmarke von fast 6,8 Millionen erhöht und die der Übernachtungen auf 26,35 Millionen. In den ersten beiden Monaten 2015 gab es weitere kräftige Zuwächse. Dabei soll es nicht bleiben: 30 Millionen Übernachtungen, 30 Prozent mehr Bruttoumsatz und Platz 3 unter den Ländern bei der Gästezufriedenheit nannte Meyer als Ziele bis 2025. Beim letzten Punkt hat der Norden zwar aufgeholt, steht aber noch auf Platz 7. Die Zeichen stehen auf weiteres Wachstum und Modernisierung. Im laufenden Jahr kommen insgesamt 2000 neue Betten hinzu, noch einmal 4500 sollen es bis 2019/2020 sein.

Im Gespräch mit RSH-Reporterin Anne Brauer sagte Meyer weiter (Audiopfeil klicken):

Mit höherer Qualität und einem besseren Marketing auch im Hinblick auf junge Gäste will Schleswig-Holstein im harten Wettbewerb mit der Konkurrenz noch besser abschneiden. Bei den Zuwachsraten lag das Land 2014 auf dem vierten Platz nach dem Saarland, Bremen und Hamburg. Die Konkurrenz aus Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen landete auf den Rängen 13 und 14. Schleswig-Holstein hatte aber auch Nachholbedarf.

Das Land sei auf gutem Weg, müsse aber wachsam bleiben, sagte der Vorsitzende des Tourismusverbandes, Jörn Klimant. Die Tourismusstrategie des Landes greife. «Gerade die deutschen Urlauber entdecken Schleswig-Holstein neu.» Problematisch bleibe zum Teil die Verkehrsanbindung. Im vorigen Jahr erwirtschaftete der Tourismus mit 144 000 Beschäftigten einen Umsatz von rund 6,9 Milliarden Euro.

Branchenexperten warnten davor, sich auf den zuletzt guten Ergebnissen auszuruhen. «Viele Betriebe müssen weiterhin mit allem Einsatz an der Qualität ihrer Angebote arbeiten», sagte Sparkassenverbandspräsident Reinhard Boll. «Einen schwer enttäuschten Urlauber bekommt man kaum zurück.»

2015 scheine sich der positive Trend fortzusetzen, sagte Karsten Heinsohn von der Beratungsfirma dwif, die das Tourismusbaromter erstellt. «Man spricht wieder über Schleswig-Holstein im Reiseland Deutschland», sagte er. Auch die Auslandsmärkte seien keine Nische mehr. Seit 2000 sei die Zahl der Übernachtungen von Ausländern um eine Million gestiegen. Vor allem Gäste aus der Schweiz, Österreich und Dänemark sorgten für das Plus.

Der Norden müsse die Dynamik des Vorjahres weiter unterlegen, sagte dwif-Geschäftsführer Mathias Feige. Zu viele Gastbetriebe – sie sind mit durchschnittlich 8 Mitarbeitern und 281 000 Euro Jahresumsatz ganz überwiegend sehr klein, hätten keine oder nur eine unzureichende Strategie. In einer Befragung hätten auch nur 18 Prozent angegeben, das internationale Geschäft sei für sie wichtig. In anderen Ländern liege der Wert über 60 Prozent. Im Norden hätten viele lange nur auf den Inlandsmarkt gesetzt. Zudem habe jeder vierte Betrieb erklärt, Marketing sei für den Erfolg nicht wichtig, sagte Feige. Immerhin aber meinten neun von zehn, Qualität sei wirklich wichtig.

Heute Tourismusbarometer: Geht es so heiter weiter in der Branche?

Gute Zahlen, gute Stimmung, gute Perspektiven? Eine Bestandsaufnahme der Situation rund um den Tourismus in Schleswig-Holstein machen heute gemeinsam mit Wirtschaftsminister Meyer Branchenexperten in Kiel. Das sogenannte Sparkassen-Tourismusbarometer wird zeigen, wie gut der für den Norden sehr wichtige Wirtschaftszweig aufgestellt ist. Im vergangenen Jahr hatte die Branche mit 144 000 Beschäftigten einen Umsatz von rund 6,9 Milliarden Euro erwirtschaftet. 

Die Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten erhöhten 2014 die Zahl ihrer Übernachtungsgäste um nahezu sieben Prozent auf die Rekordmarke von fast 6,8 Millionen und die der Übernachtungen auf 26,35 Millionen. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres gab es weitere kräftige Zuwächse. 

Die Tourismusexperten werden auch darüber diskutieren, wie es um die Branche abgesehen von den reinen Zahlen bestellt ist. Dabei geht es auch um die Frage, wie innovationsfreudig und zukunftsorientiert der Sektor ist. Auch über die Rolle der kleinen und mittleren Betriebe wird diskutiert. Über ihre Einschätzungen informieren am Nachmittag (13.45 Uhr, Sparkassenakademie, Faluner Weg) auf einer Pressekonferenz neben Tourismusminister Reinhard Meyer (SPD), der Vorsitzende des Tourismusverbandes, Jörn Klimant, und Vertreter des Berliner Beratungsunternehmens dwif.

Minister Meyer: GDL-Streik überschreitet Grenze der Zumutbarkeit

Regionalbahn der Deutschen Bahn an einem BahnübergangSchleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) hat die erneuten Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL als „nicht mehr erträglich“ kritisiert, zumal die Gewerkschaft das Schlichtungsangebot ausgeschlagen habe. «Der Streik werde nicht nur auf dem Rücken der zigtausenden Pendler und Bahnreisenden ausgetragen, auch der Volkswirtschaft wird erheblicher Schaden zugefügt.»

Meyer sagte soeben in Berlin im Vorfeld der heutigen Sitzung des Eisenbahninfrastruktur-Beirats der Bundesregierung (Audiopfeil klicken):

Die GDL will den Schienenverkehr in Deutschland für fast eine Woche lahmlegen. Von heute Nachmittag an sollen keine Güterzüge mehr rollen, der Personenverkehr soll ab Dienstagnacht um 2.00 bis Sonntagmorgen deutschlandweit bestreikt werden. Reisende müssen sich auf sechs Tage voller Zugausfälle und ungewisser Verbindungen einstellen.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, machte unterdessen die Bahn für den achten Ausstand in der laufenden Auseinandersetzung verantwortlich: «Die Eskalation verursacht die Deutsche Bahn AG», sagte er. Der Arbeitgeber verhandele seit zehn Monaten, ohne ein Ergebnis zu wollen. «Einen Schritt vor, zwei zurück», sei die Strategie der Bahn.

Die Ersatzfahrpläne für die kommenden Tage sollten heute gegen 14.00 Uhr fertig sein und ins Internet gestellt werden. Zur Seite der DB AG hier klicken. Die Bahn werde alles unternehmen, um die Auswirkungen für ihre Kunden so gering wie möglich zu halten, hieß es. Dennoch müsse mit starken Beeinträchtigungen gerechnet werden. Beim jüngsten Streik im April waren im Fernverkehr zwei von drei Zügen und im Regionalverkehr etwa jeder zweite Zug ausgefallen.

Forderungen nach einer Schlichtung wies Weselsky erneut zurück: «Wir lassen nicht über Grundrechte schlichten.» Der Einsatz eines externen Vermittlers sei nur bei Fragen wie Entgelt und Arbeitszeiten möglich. In den Gesprächen ging es bisher aber vor allem um Strukturfragen: Die GDL dringt darauf, auch für andere Berufsgruppen als Lokführer Tarifabschlüsse mit der Bahn aushandeln zu dürfen.

Scharfe Kritik an dem neuerlichen Streikaufruf kam aus der Wirtschaft. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer forderte die GDL auf, den angekündigten Ausstand sofort wieder abzusagen. «Der gesamten deutschen Wirtschaft drohen Schäden von täglich 100 Millionen Euro. Das Vorgehen der GDL ist verantwortungslos und vollkommen unverhältnismäßig», sagte Kramer.

Die GDL hatte am vergangenen Donnerstag das neue Tarifangebot der Bahn zurückgewiesen und einen weiteren, langen Arbeitskampf angekündigt. Die Bahn hatte angeboten, die Löhne sollten vom 1. Juli an in zwei Stufen um insgesamt 4,7 Prozent steigen. Dazu komme eine Einmalzahlung von insgesamt 1000 Euro bis zum 30. Juni.

Die GDL fordert für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. Ein Knackpunkt für die Gewerkschaft ist die Einstufung der Lokrangierführer im Tarifgefüge der Bahn. Sie kritisiert, die Bahn wolle diese Kollegen, die etwa für das Koppeln und Entkoppeln von Zügen zuständig sind, niedriger einstufen als Mitarbeiter auf der Strecke.

Der Konflikt ist auch deshalb so schwierig, weil die GDL mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) um Einfluss im Konzern ringt. Zudem will die GDL einen Erfolg erzielen, bevor das kommende Tarifeinheitsgesetz der schwarz-roten Bundesregierung die Macht kleiner Gewerkschaften beschränkt.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kritisierte den Streik. «Ich habe Verständnis dafür, dass viele Bürger über das Ausmaß verärgert sind», sagte Dobrindt der «Bild»-Zeitung (Montag).

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erklärte in dem Blatt: «Der Tarifstreit bei der Bahn ist für Außenstehende kaum noch nachzuvollziehen. Alle Beteiligten müssen sich fragen, ob der Schaden, den dieser Ausstand anrichten könnte, noch in einem vernünftigen Verhältnis zur eigentlichen Auseinandersetzung steht. Statt Deutschland lahmzulegen, brauchen wir ernsthafte Verhandlungen.»

Meyer zu Dobrindts & Schäubles Vorstoß bei ÖPP-Projekten

Nachdem Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sich intern auf zehn Straßenbauprojekte geeinigt haben, die durch Öffentlich Private Partnerschaften (ÖPP) finanziert werden sollen, reagierte der Koalitionspartner SPD in Berlin zurückhaltend auf die Einigung. „Die neuen ÖPP-Projekte müssen erst beweisen, ob sie am Ende wirklich für den Steuer- und Mautzahler günstiger sind“, sagte etwa SPD-Fraktionsvize Sören Bartol. 

SH-Verkehrsminister Meyer kommentierte den Vorstoß mit Blick auf den geplanten Elbtunnel im Zuge der A 20 so

 (Audiopfeil klicken):

 Alles Weitere über den Dobrindt-Schäuble-Plan hier Pressemitteilung des Bundesverkehrsministeriums

Land entsendet 15 Fachkräfteberater in Unternehmen des Landes

Gratis-Hilfe für kleine und mittelständische Unternehmen zur Sicherung des Fachkräftebedarfs von morgen: Mit Unterstützung von Bund, Land und Wirtschaft wird Unternehmen im Land – vom Kleinstbetrieb bis zum Mittelständler – ab Mai eine kostenlose Erst-Beratung angeboten, um auch in Zukunft über ausreichendes Fachpersonal zu verfügen und damit im Wettbewerb weiter erfolgreich zu bestehen. 

 

Beim Startschuss des „Beratungsnetzwerks Fachkräftesicherung“ heute (30. April) in Neumünster stellte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer die insgesamt 15 Beraterinnen und Berater vor, die künftig landesweit unterwegs sein werden. „Die Berater helfen bei der Entwicklung zukunftsgerechter und mitarbeiterorientierter Personalstrategien – ich kann nur an Sie appellieren – nutzen Sie dieses Angebot“, sagte Meyer. Er richtete den Blick dabei auch auf den Flüchtlings-Zustrom: „Gerade angesichts dieser gesellschaftlichen Herausforderung müssen wir mit allen Partnern unserer Fachkräfteinitiative daran arbeiten, diesen Menschen den Einstieg in Ausbildung und Arbeit zu beschäftigen. Sprache und Beschäftigung sind zentrale Aspekte der Integration.“


Zum Sinn und Hintergrund des Netzwerks sagte Meyer (Audiopfeil klicken):

Wie der Minister weiter sagte, gehe es nach der Erstberatung durch die 15 Experten darum, konkrete Umsetzungsschritte für die Betriebe vorzunehmen, was durch eine finanzielle Förderung aus dem Bundesprogramm „unternehmensWert:Menschbegleitet werden könne. Die Beratungsinhalte umfassen Fragen der Ausbildung, Personalentwicklung und -führung, familienfreundliche Firmenpolitik sowie betriebliches Gesundheitsmanagement, oder Chancengleichheit.


Das Beratungsnetzwerk wird an landesweit dreizehn Standorten in Zusammenarbeit mit Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Wirtschaftsförderungsgesellschaftender Kiel Region GmbH, dem Verein „Arbeit und Leben e. V. sowie dem ver.di-Forum realisiert.  An der Finanzierung beteiligt sich das Land zu 75 Prozent und stellt im Zeitraum von 2014 bis 2020 insgesamt bis zu 4,5 Millionen Euro bereit, 25 Prozent der Kosten tragen die Projektpartner. 


Meyer erinnerte daran, dass das neue Angebot aus der Fachkräfteinitiative „Zukunft im Norden“ erwachsen sei, die in gemeinsamer Verantwortung aller Partner darüber hinaus rund 130 weitere Einzelprojekte in Planung habe. „Das gesamte Spektrum soll dazu beitragen, die drohende Fachkräftelücke möglichst gering zu halten. Qualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind der Motor für Wertschöpfung und Innovation unserer Unternehmen“, sagte der Minister.


Beste April-Arbeitsmarktdaten seit 1993 – 16 Programme gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein ist im April – im Vergleich zum Vormonat März – um 4.500 oder 4,4 Prozent – auf 98.000 gefallen. Auch im Vergleich zum April des Vorjahres sank die Arbeitslosig­keit um 3.900 oder 3,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,6 Prozent, der Vorjahreswert betrug 6,9 Prozent.

Arbeiter der Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) begleiten einen Stapellauf. Die Fähre „Seatruck Precision“ für die englische Reederei „Seatruck Ferries“ wird zu Wasser gelassenDen langanhaltenden Aufschwung führt Wirtschafts- und Arbeitsminister Reinhard Meyer  auch auf die guten aktuellen Konjunkturdaten zurück, erst gestern wurde bekannt, dass das Bruttoinlandsprodukt in Schleswig-Holstein um 1,7 Prozent in 2014 gewachsen ist – damit liegt Schleswig-Holstein an der Spitze aller norddeutschen Bundesländer und auch über dem Bundesdurchschnitt,.

Sowohl die Gruppe der Langzeitarbeitslosen als auch die der älteren Arbeitslosen partizipieren allerdings nicht so stark an der guten Arbeitsmarktlage. Das Land setzt hierbei auf die 16 Projekte zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit und für neue Wege in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aus dem Landesprogramm Arbeit. Diese zeigten bereits in den ersten Monaten eine Wirkung, die sich hoffentlich auch in den nächsten Monaten und Jahren fortsetzen wird.

Arbeitsminister Reinhard Meyer sagte gegenüber dem Schleswig-Holstein-Magazin des NDR zu dem Problemfeld der Langzeitarbeitslosigkeit (Audiopfeil klicken):

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Arbeitsminister reinhard Meyer sagte BA-Regionaldirektorin Margit Haupt-Koopmann: „Zum ersten Mal seit 23 Jahren können wir  – dank anhaltender Frühjahrsbelebung und der guten kon­junkturellen Lage – bereits im April eine Arbeitslosenzahl von unter 100.000 melden. Davon profi­tiert im Vorjahresvergleich – wenn auch weit unterdurchschnittlich – die Gruppe der Langzeit­arbeitslosen.“ Seit Dezember 2014 nehme ihre Zahl im Vorjahres­vergleich ab. Allerdings  sei diese positive Entwicklung sehr fragil. Sie könne nur stabilisiert werden, wenn – über die laufenden und geplanten Projekte sowie Bundes- und Landesprogramme hinaus – ein grundsätzliches Um­den­ken stattfinde. Dazu gehöre auch, dass die Zahl der Betriebe deutlich zunehmen muss, die Langzeitarbeitslose in Bewerbungsverfahren berücksichtigen. Bisher sind dazu – so eine Studie unse­res Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) – nur ein Drittel bereit.

Meyer unterstrich beim Thema Bekämpfung der Lang­zeitarbeitslosigkeit: „Trotz guter bis sehr guter Rahmenbedingungen kommt der Aufschwung am Arbeitsmarkt bei den Langzeitarbeitslosen nur sehr eingeschränkt an. Besonders betroffen sind Ausländer, Ältere, Schwerbehinderte und Frauen. Aber auch diese Personengruppen werden zur Sicherung des Fachkräftebedarfs dringend gebraucht. Deshalb benötigen wir insbesondere noch mehr abschlussorientierte und betriebsnahe Qualifizierungsangebote sowie ein bedarfsorientiertes Coaching für ehemals Langzeitarbeitslose, um neue Arbeitsverhältnisse zu stabilisieren. Darüber hinaus geht es in der Öffentlichkeit auch um eine Verbesserung des Images der Personen, die Grundsicherungsleistungen beziehen. Hier sind alle Arbeitsmarktpartner gefordert.“

Mit Blick auf die unterschiedlichen Altersgruppen unter den Arbeitslosen sagte Haupt-Koopmann: „Bemerkenswert ist es, dass im Vergleich zum Vormonat alle Altersgruppen vom Rückgang der Arbeitslosenzahl in Schleswig-Holstein profitierten. Ob unter 25 oder über 55 – gegenüber dem Vormonat März ging bei allen Gruppen die Arbeitslosigkeit zurück. Überdurchschnittlich sank sie bei den jüngeren Arbeits­losen unter 25. Im Vergleich zum Vormonat reduzierte sich ihre Zahl um 570 oder 5,5 Prozent auf 9.700.“

Regional zeige sich die saisonal übliche Entwicklung. „Die Zahl der Arbeitslosen ist in den touristisch geprägten Kreisen Nordfriesland (-18 Prozent) und Ostholstein (-17,0 Prozent) im Vergleich zum Vormonat März überproportional zurückgegangen.“

Die Arbeitskräftenachfrage liegt auch weiterhin auf dem sehr hohen Niveau des Vorjahres. Den gemeinsamen Arbeitgeberservice-Teams der Arbeitsagenturen und Jobcenter wurden seit Jahresbeginn 23.300 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gemeldet. Das sind 170 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Speziell im Bereich Soziales und Gesundheit, im Handel sowie im Gastgewerbe werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist in Schleswig-Holstein – es liegen die Februar-Daten vor(!) – im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen. Waren im Vergleichsmonat des vergangenen Jahres noch 879.000 Menschen in Schleswig-Holstein sozialversicherungspflichtig be­schäftigt, so sind es aktuell 893.500: ein Anstieg um 14.500 oder 1,6 Prozent.

Besonders im Gesundheits- und Sozialwesen (+3.400), im Gastgewerbe (+2.700), im Handel (+2.500) und im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen (+2.600) sind zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. In der Finanz- und Versicherungswirtschaft (-1.500) sowie im Bereich Öffentliche Verwaltung/Sozialversicherungen (-500) wurde Beschäftigung abgebaut.

Abschließend betonte Haupt-Koopmann: „Nicht nur die insgesamt positive Konjunkturentwicklung und die vorliegenden Wachstumsprognosen stimmen mich zuversichtlich, auch der Rückgang von Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigung seit Jahresbeginn – die Betriebe halten ihr Personal – sprechen aktuell dafür, dass wir auch in den kommenden Monaten einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen in Schleswig-Holstein melden können.“

Kurz-Info I: Arbeitslosigkeit in Kreisen und Städten

Arbeitslosigkeit in den Kreisen

  • Niedrigste Quote: Stormarn mit 3,9 Prozent
  • Höchste Quote: Dithmarschen mit 7,2 Prozent

Arbeitslosigkeit in den Städten

  • Niedrigste Quote: Kiel mit 9,8 Prozent
  • Höchste Quote: Neumünster mit 10,6 Prozent


Kurz-Info II: Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein

April-Daten:

  • aktuell unbesetzte Ausbildungsplätze: 8.616 / -475 oder -5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
  • aktuell unversorgt Bewerber/-innen: 8.541 / -26 oder -0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr


Noch freie Ausbildungsplätze in Schleswig-Holstein: April 2014

TOP TEN

  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 749
  • Verkäufer/-in: 440
  • Fachverkäufer/-in: Bäckerei: 326
  • Koch/Köchin: 325
  • Friseur/-in:263
  • Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik: 259
  • Anlagenmechaniker/-in: Sanitär-/Heizungs- und Klimatechnik: 252
  • Kaufmann/-frau für Büromanagement: 246
  • Hotelfachmann/-frau: 234
  • Restaurantfachmann/-frau: 211

Heute Arbeitsmarktdaten und Startschuss für Gratis-Fachräfteberater

Die Arbeitsagenturen in Hamburg und Kiel legen heute ihre Zahlen für April vor. Experten gehen davon aus, dass in beiden Bundesländern weniger Menschen ohne festen Job waren als noch im März. Auch im Vergleich zum April des vergangenen Jahres wird mit einem Rückgang gerechnet. Allerdings machte sich die Frühjahrsbelebung auf dem schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt offenbar stärker bemerkbar als in der Hansestadt.

Regionaldirektorin Margit Haupt-Koopmann wird die Zahlen um 10 Uhr gemeinsam mit Arbeitsminister Reinhard Meyer vor der Landespressekonferenz vorstellen und einordnen. Ein weiteres Thema der Pressekonferenz: Wie lässt sich verhindern, dass der Aufschwung am Arbeitsmarkt an den Langzeitarbeitslosen seit langem nahezu vorbei geht?

Ein weiteres Thema, das auch den Arbeitsmarkt berührt, beschäftigt Wirtschaftsminister Meyer am Nachmittag: Um 15 Uhr wird er im Neumünsteraner LOGIN (Memellandstraße) vor der Presse die ersten 15 Fachkräfteberater ins Land aussenden. Die Experten bieten kleinen und mittelständischen Unternehmen ab sofort eine kostenlose Fachberatung, wie dem drohenden Fachkräftemangel künftig Einhalt geboten werden kann. Ein Projekt der landesweiten Fachkräfteinitiative „Zukunft im Norden“.

SH-Wirtschaft wächst um 1,7 Pozent – Platz 5 unter allen Ländern

Die schleswig-holsteinische Wirtschaft hat sich im Jahr 2014 erneut als robust erwiesen und die leichte Schwächephase des Jahres 2013 überwunden. Das Bruttoinlandsprodukt – Gradmesser der Wirtschaftskraft eines Landes – ist 2014 um 1,7 Prozent angestiegen und liegt damit immer noch leicht über dem Bundesdurchschnitt von 1,6 Prozent. Im Bundesländer-Vergleich rangiert Schleswig-Holstein damit auf dem fünften Platz hinter Baden-Württemberg, Berlin, Sachsen und Bayern. Auch in einer mittelfristigen Perspektive behauptet sich der „echte Norden“ vergleichsweise gut: seit 2010 stieg das Bruttoinlandsprodukt hier mit 6,7 Prozent deutlich stärker als im Bundesdurchschnitt (+ 5,8 %). Nur Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen lagen vor Schleswig-Holstein.

Stapellauf bei der FSG
Zugpferd Industrie: Hier die im vergangenen Jahr von der norwegischen Siem-Gruppe übernommene Flensburger Schiffbaugesellschaft

Entsprechend zufrieden zeigte sich Wirtschaftsminister Meyer heute (29. April) nach Bekanntgabe der Daten durch das Statistische Landesamt: „Auch wenn man unser Land nicht automatisch in Verbindung mit Industrie bringt, so ist unser stabiles Wachstum derzeit in besonderem Maße vom verarbeitenden Gewerbe und der Bauwirtschaft getragen. Ob Chemie, Pharmazie, Maschinenbau oder Medizintechnik: Diese Branchen sind bei Produktion und Dienstleistungen unsere Zugpferde und wir werden deshalb auch in Zukunft unser besonderes Augenmerk auf das verarbeitende Gewerbe richten“, sagte Meyer. Er erinnerte an die derzeitige Erarbeitung eines industriepolitischen Konzepts für Schleswig-Holstein durch sein Haus.

Wie der Minister weiter sagte, dürfe die gute gesamtwirtschaftliche Lage im Land nicht darüber hinwegtäuschen, dass einzelne Unternehmen vor großen Herausforderungen standen und stehen. Als Beispiel nannte er die Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland oder die drohende Euro-Dollar-Parität, die aktuell vor allem Betrieben der Ernährungswirtschaft Sorgen bereite.

Meyer zeigte sich zuversichtlich, dass auch die gute Lage am Arbeitsmarkt weiter anhalten werde: „Das stärkt die Konsumneigung und trägt wiederum erneut zum Wachstum bei.“

Am morgigen Donnerstag (30. April, 10 Uhr) wird Meyer vor der Landespressekonferenz SH gemeinsam mit BA-Regionaldirektorin Margit Haupt-Koopmann die aktuellen Arbeitsmarktdaten vorstellen.

Statistikamt legt heute Wachstumszahlen für SH vor

Nach den guten Halbjahrszahlen für 2014 legt das statistische Landesamt heute Vormittag die volle Wahrheit über das Wirtschaftswachstum im „echten Norden“ vor. Wir sind gespannt, wo wir im Bundesländervergleich liegen. Zuletzt hatten vor allem die Rußland-Sanktionen, aber auch die drohende Euro-Dollar-Parität vielen unserer über 130.000 Unternehmen Kummer bereitet. 

Mehr zu diesem Thema – direkt von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer – um 10 Uhr hier und auf Unserer Homepage

Außerdem auf dem Tagesprogramm: Das „Hotelforum“ unserer Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) in Flensburg. Dazu alle Einzelheiten hier: zum Programm

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie