Lübeck verliert Umschlag an Kieler Hafen – Land weist verdi-Vorwurf scharf zurück

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Papier-Umschlag im Hafen von Lübeck

Der Lübecker Hafen verliert weitere wichtige Kunden im Papiergeschäft. Wie die Seehafen Kiel GmbH heute mitteilte, wollen die schwedischen Unternehmen SCA (Svenska Cellulosa Aktiebolaget) und Iggesund Paperboard AB ihre Aktivitäten von Lübeck nach Kiel verlagern. Die Unternehmen begründeten das unter anderem mit der günstigen Lage Kiels am Ausgang des Nordostseekanals und den langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten. Außerdem hätten nach gegenwärtigem Kenntnisstand auch die für den Kunden günstigeren Preise eine Rolle gespielt, sagte Gerhard Mette von der Gewerkschaft Verdi.

Durch den Weggang verliert der Papierterminal der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) in Schlutup einen beträchtlichen Teil seines Umschlags. Erst Anfang dieses Jahres hatte der finnische Konzern UPM seinen Papierumschlag in Höhe von 420 000 Tonnen pro Jahr von Lübeck nach Rostock verlegt. Die Gewerkschaft macht dafür unter anderem das Land Schleswig-Holstein verantwortlich, das mit seiner besonderen Förderung des Kieler Hafens für eine Wettbewerbsverzerrung sorge.

Diese Kritik wies das Land umgehend zurück und erinnerte unter anderem daran, dass in den vergangenen Jahren beide Häfen beim Ausbau ihrer Infrastruktur massiv gefördert worden seien. Tatsache sei aber, dass Lübeck seit dem Einstieg eines privaten Investors keine Förderanträge mehr gestellt habe. Tatsache sei auch, dass durch die Streiks im Lübecker Hafen bei einigen Kunden das Vertrauen gelitten habe.

Verkehrs-Staatssekretär Dr. Frank Nägele sagte weiter (Audiopfeil klicken):

Unternehmen an der Unterelbe blicken vorsichtig optimistisch nach vorn

Elbehafen Brunsbuettel, Unterelbe Schiff Schiffe Schifffahrt Dithmarschen Wirtschaft 17.03.2004 Hafen Nordsee
Elbehafen Brunsbüttel

Kein Grund zum Jammern und keiner zum Feiern – vorsichtig optimistisch beurteilt die Wirtschaft an der Unterelbe und an der Westküste in Schleswig-Holstein die aktuelle Lage. Das erste Halbjahr sei solide verlaufen, hieß es heute auf einer Pressekonferenz des Unternehmerverbandes in Mildstedt (Kreis Nordfriesland). Die Erwartungen an das zweite Halbjahr seien positiv. Das gelte auch für den Umsatz. An der Konjunkturumfrage hatten sich 109 Unternehmen aus dem Verbandsgebiet beteiligt, zu dem die Kreise Nordfriesland, Dithmarschen und Pinneberg sowie die Stadt Norderstedt gehören.

Von einem wirklichen Aufschwung könne nicht die Rede sein, urteilte der Verband. Am stärksten belastend werde ein steigender Bürokratieaufwand empfunden. 70 Prozent der Betriebe gaben dies an und damit noch einmal mehr als vor einem halben Jahr (60 Prozent). Die Dokumentationspflichten beim Mindestlohn bewirkten den Zuwachs. Welchen Stellenwert Bürokratie einnimmt, zeigt dies: «Nur» 47 Prozent klagen über Fachkräfte-Mangel und 43 Prozent sehen sich mit dem fehlenden Anschluss an die A20 in ihrer Entwicklung eingeschränkt.

Gesetzliche Regulierungen, Sicherheitsvorschriften, Aushangpflichten, Kontrollen und Statistikerhebungen für die EU und ähnliche Vorgaben hätten überhandgenommen, klagen die Unternehmen. «Die Politik tut ihr Bestes, den Aufschwung zu bremsen», lautet das Fazit.

Der Auftragsbestand sei geringer als erwartet und bei Investitionen seien die Unternehmen zurückhaltend, analysierte der Verband. Dennoch beurteilten nur 18 Prozent die Entwicklung negativer als im zweiten Halbjahr 2014. Damit sank der Anteil der Pessimisten zum Winter (27 Prozent) deutlich. Mehr Firmen glauben an eine bessere Entwicklung als an eine schlechtere.

Die Auslastung der Betriebe beträgt derzeit 86 Prozent. Generell werden die Aussichten an der Unterelbe besser eingeschätzt als an der Westküste. Dort ist die Auftragslage in Dithmarschen besser als in Nordfriesland, das mit einer Kapazitätsauslastung von 80 Prozent deutlich schlechter dasteht als der südliche Nachbarkreis mit 91 Prozent.

TTIP: Meyer sieht Gesprächsbedarf bei Schiedsverfahren – „Süddeutsche“ sieht Chancen für Einigung sinken

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Elena Bryan mit ihrem US-Botschaftsrat für Wirtschaft in Berlin, James A. Boughner (rechts) und Minister Meyer bei dem heutigen zweistündigen Treffen im Kieler Landeshaus

Während die „Süddeutsche Zeitung“ heute meldet, dass die Chancen auf einen baldigen Abschluss der Verhandlungen über das transatlantische Freihandels- und Investitionsabkommen (TTIP) sinken, haben Wirtschaftsminister Meyer, sein Kabinettskollege Robert Habeck und Vertreter aus Wirtschaft und Gewerkschaften am Nachmittag ein sehr intensives und offenes Gespräch mit der US-Beauftragten für TTiP, Elena Bryan, gehabt.

Meyer sagte über das Gespräch soeben (Audiopfeil klicken):

Die „Süddeutsche“ zitiert heute unterdessen den luxemburgische Außenminister Jean Asselborn mit den Worten: «Ich sehe weder in der Substanz noch im Prozess eine Chance, dass unter luxemburgischer Präsidentschaft die TTIP-Verhandlungen abgeschlossen werden»

In den Verhandlungen sei bisher kein wichtiger Punkt geklärt worden, kritisiert der Sozialdemokrat Asselborn. Entscheidend sei, dass die USA und ihre Bundesstaaten öffentliche Ausschreibungen für Anbieter aus der EU öffneten. Die umstrittenen Schiedsgerichte kämen nur infrage, wenn sie öffentlich tagten, es eine Berufungsinstanz gebe und sie mit Richtern statt mit Rechtsanwälten besetzt würden. Grundsätzlich müssten die EU-Standards bei Verbraucherschutz und öffentlichem Dienst gewahrt bleiben. «Ich bin nicht bereit, für TTIP zu sterben», sagte Asselborn.

Seit Juli 2013 verhandelt die EU mit den USA über TTIP. Mit rund 800 Millionen Verbrauchern würde so der weltgrößte Wirtschaftsraum entstehen. Täglich werden zwischen Europa und den USA Waren und Dienstleistungen im Wert von zwei Milliarden Euro gehandelt. Umwelt- und Verbraucherschützer, Sozialverbände und Gewerkschaften befürchten eine Angleichung der Standards auf geringerem Niveau und kritisieren zudem, dass die Verhandlungen zwischen Brüssel und Washington im Geheimen stattfinden.

Nägele: Erste Leitplanken für wirtschaftspolitische Strategie der Westküste gesetzt

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Am Rande der Westküsten-Beiratssitzung: Nägele (links) übergibt Helgolands Bürgermeister Jörg Singer einen Förderbesceid über 272.000 Euro. Mit dem Geld soll ein Insel-Management aufgebaut werden

Erster Anlauf für eine grundlegende wirtschaftspolitische Weichen­stellung für die Westküsten-Region: Im Rahmen der 7. Sitzung des vor zwei Jahren von der Landesregierung ins Leben gerufenen Westküstenbeirats haben heute in Elmshorn drei Innovationsexperten die Leitplanken für eine mögliche wirtschaftspolitische Strategie der Westküste aufgezeigt. Prof. Dr. Michael Berger von der Fachhochschule Westküste, Dr. Bernd Bösche, Chef der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH sowie Prof. Dr. Ralf Thiericke von der Gesellschaft für Technologieförderung Itzehoe GmbH schlagen in ihrem Papier unter anderem vor, die Westküste zu einer „nachhaltigen Energiekompetenzregion von internationalem Rang“ zu entwickeln.

Nach der Sitzung des Beirats sagte Nägele (Audiopfeil klicken): Die Analyse der drei Experten zeigt nach den Worten von Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Frank Nägele, dass in diesem Bereich enormes Potenzial in der Region schlummere. Nach den Worten von Professor Berger bedeutet die Zielsetzung im Einzelnen:

  • ein möglichst weitgehendes Ersetzen der konventionellen Energieträger und eine deutliche Verringerung des ökologischen Fußabdrucks der Region,
  • das Mitwirken möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Einrichtungen aus allen Gesellschafts- und Wirtschaftsbereichen an der Umsetzung der gemeinsamen Vision,
  • eine offensive Kommunikations- und Vermarktungsstrategie der Leistungen und der Sonderstellung der Region – bundesweit wie auch international – und
  • das Verstärken des gegenseitigen Nutzens der Unternehmen im Wirtschaftsraum Westküste.

Prof. Dr. Michael Berger sagte weiter (Audiopfeil klicken)

Als nächsten Schritt wird es darum gehen, wie die entwickelte Strategie umgesetzt werden kann. Dazu soll es mit den Beteiligten und dem Wirtschaftsministerium in den nächsten Wochen vertiefende Gespräche geben. Denkbar wäre z. B. eine Projektbüro, dessen Aufgabe es ist, die aufgezeigten Schritte und Projekte, auch unter Einbeziehung der Wirtschaft der Region, voranzutreiben. Zur nächsten Sitzung des Westküstenbeirates im Herbst sollen Ergebnisse vorliegen. Nägele dankte den Autoren für die geleistete Gratis-Arbeit. „Eine Studie dieser Qualität koste sonst in der Regel viel Geld. Ich teile die allermeisten der Einschätzungen der Experten und glaube, dass die Westküste gemeinsam mit dem ganzen Land mit diesem Ansatz wirtschaftlich punkten kann. Das schafft Identität und Arbeitsplätze. Wichtig erscheint mir jetzt nur, dass die Unternehmen und die Landkreise die Chancen erkennen und die Vorschläge rasch aufgreifen.“ Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen sagte nach der Sitzung: „Die Westküste ist bereits eine starke Enegiekompetenzregion. Hier liegen in einer stärkeren gemeinsamen stratetigen Ausrichtung große Zukunftschancen.“

Meyer gibt grünes Licht für den Bau des „Kisdorfer Kreisel“ bei Henstedt-Ulzburg

Kreisel
Meyer (mitte) beim Ortstermin mit Bürgermeister und Vertretern des Kreises sowie des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr

Dem seit fast zwanzig Jahren von der Mehrheit der Gemeindevertreter in Kisdorf (Kreis Segeberg) geforderten Bau eines Verkehrskreisels zwischen der Landesstraße 233 und den beiden Kreisstraßen K 97 und K 23 im Ort steht aus Sicht von Verkehrsminister Reinhard Meyer nichts mehr im Wege. Wie Meyer am Vormittag bei einem Ortstermin an der so genannten „Wessel-Kreuzung“ sagte, hätten sowohl eine aktuelle Verkehrszählung als auch ein Variantenvergleich durch den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV-SH) ergeben, dass ein Kreisverkehr geboten sei. „Nun müssen wir gemeinsam mit dem Kreis Segeberg klären, ob er bereit ist, seinen Kostenanteil zu übernehmen und wie schnell wir in die konkreten Bauplanungen einsteigen können“, sagte Meyer.

Meyer sagte weiter (Audiopfeil klicken):

Nach den Worten des Ministers hatte der Landesbetrieb als Basis für seinen Variantenvergleich die jüngste Verkehrszählung aus dem März 2014 zugrunde gelegt. Innerhalb der letzten zehn Jahre waren die täglichen Verkehrsmengen im Bereich der Wessel-Kreuzung deutlich angestiegen und liegen inzwischen bei rund 15.000 Fahrzeugen täglich. Die Fachleute kommen zu dem Schluss, dass ein einspuriger Kreisel mit einem Außendurchmesser von 32 Metern die beste Lösung sei, um den gewachsenen Verkehr zu steuern und zu entflechten. Die Gesamtkosten für den Kreisel belaufen sich auf rund 460.000 Euro, das Land würde davon rund 220.000 Euro tragen.

Meyer erinnerte daran, dass die Planung und Umsetzung nach den zu klärenden Finanzierungsfragen relativ schnell umgesetzt werden könne, weil die Grundstücksfläche für den Kreisel bereits in Landesbesitz sei.

Montagstermine für die Medien – das machen Meyer und Nägele heute…

Für Frühaufsteher: 9 Uhr Ortstermin in Kisdorf bei Henstedt-Ulzburg: Treffen mit der Verkehrsbehörde des Kreises und Landtagsabgeordneten. Es geht um die Frage, wie die so genannte „Wessel-Kreuzung“ mit ihrem gestiegenen Verkehrsaufkommen künftig entlastet werden kann. Die Mehrheit der Gemeindevertreter wünscht sich  seit über zehn Jahren einen Kreisverkehr.

Mittags im Landeshaus: Treffen mit der US-Beauftagten bei der EU, Elenena Bryan, zu den Themen TTiP und Ceta – alle Einzelheiten dazu hier:

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Zur TTiP-Position der Landesregierung sagte Meyer bereits am letzen Donnerstag nach der Wirtschaftsministerkonferenz in Hamburg (Audio-Pfeil klicken):

Nachmittags lädt Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Frank Nägele zur 7. Situng des Westküstenbeirats ein. Um 15.15 Uhr findet bei der Kreisverwaltung in Elmshorn ein Pressegespräch statt. Themen:

  • Erstmals haben drei Fachleute Expertisen für eine grundlegende wirtschaftspolitische Strategie der Westküste verfasst, Autoren sind unter anderem die Westküsten-Wissenschaftler Prof. Thiericke vom ISiT in Itzehoe und FH-Westküsten-Chef Prof. Berger. Es könnten, wenn die Region will, Leitplanken für einen Weg in eine ökonomisch noch bessere Zukunft der Westküste werden.
  • Das Land wird Helgoland finanziell den Weg für ein Inselmanagement ebnen  – auch hier geht es um eine sichere Zukunft mit den Schwerpunkten Energie und Sicherung der Wohnungsversorgung auf Deutschlands einziger Hochseeinsel

 

Fehmarnbeltquerung: Landesbetrieb legt Erörterungstermine fest

Aktenberg mit Aktenordnern niemand, Wirtschaft, Akten, Aktenordner, Ordnung, Unordnung, Ringordner, Ordner, oeffentliche Verwaltung, Aktenberge, Aktenberg, Buerokratie, Buerokratieabbau, Abbau Kieler, Querformat, Symbolfoto, Symbol, symbolisch, ttt, Kiel Copyright/Foto:grafikfoto.deWeiterer Schritt zum Bau der Festen Fehmarnbeltquerung: Nachdem die dänische Planungsgesellschaft Femern A/S und die Niederlassung Lübeck des LBV-SH als gemeinsame Vorhabenträger Ende Mai dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) in Kiel als Anhörungsbehörde ihre Erwiderungen zu den etwa 3.100 Einwendungen gegen das Projekt übersandt hatte, wurden vom LBV-SH nun die mündlichen Erörterungstermine festgelegt.

  • Die Erörterungen mit den so genannten „Trägern öffentlicher Belange“ werden in der Woche vom bis zum 17. Juli und während des gesamten Septembers 2015 vorgenommen. Die schriftlichen Einladungen dazu wurden vom LBV-SH, der als unabhängige Planfeststellungsbehörde für das Projekt auf deutscher Seite zuständig ist, in den letzten Tagen versandt.
  • Die Erörterungstermine für alle anderen Absender von Einwendungen in dem Verfahren sind für Oktober und November 2015 (42. sowie 46. bis 48. Kalenderwoche) geplant. Die genauen Termine werden von der Anhörungsbehörde rechtzeitig, das heißt einige Wochen vorher, im Amtsblatt und durch die örtliche Presse bekannt gemacht.

Hintergrund und Vorgeschichte: Die Feste Fehmarnbeltquerung soll als Tunnel realisiert werden und braucht auf dänischer und deutscher Seite jeweils eine Baugenehmigung. Grundlage dafür ist der Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark vom 3. September 2008, der vor wenigen Wochen durch die Regierungschefinnen beider Staaten nochmals bekräftigt wurde.

Am 18. Oktober 2013 hatte Femern A/S nach jahrelangen intensiven Untersuchungen insgesamt 19 Ordner mit rund 11.000 Seiten an die schleswig-holsteinische Anhörungs- und Planfeststellungsbehörde beim LBV-SH in Kiel übergeben und mit diesen Unterlagen gemeinsam mit dem Vorhabenträger für den Straßenteil (LBV-SH, Niederlassung Lübeck) den Antrag auf Planfeststellung für den deutschen Teil des Belttunnels gestellt. Nach Prüfung dieser Unterlagen auf Plausibilität und Vollständigkeit wurde im Mai 2014 das formelle Anhörungsverfahren mit der Auslegung vor Ort (vom 5. Mai bis zum 5. Juni 2014) gestartet. Parallel dazu konnten die Unterlagen bereits seit Ende 2013 auf der Internetseite von Femern A/S online eingesehen werden.

Die Träger öffentlicher Belange (im wesentlichen Fachbehörden), betroffene Bürger, Unternehmen und Naturschutz-Verbände hatten bis Anfang Juli 2014 Gelegenheit, ihre Stellungnahmen und Einwendungen abzugeben. Insgesamt gingen bei der Anhörungs- und Planfeststellungsbehörde etwa 3.100 Stellungnahmen und Einwendungen ein, die die Vorhabenträger zur Erwiderung übermittelt wurden.

Ende Mai 2015 war es dann soweit: Nach fast einem Jahr Bearbeitung haben Femern A/S und der LBV-SH, Niederlassung Lübeck, die gesamten Erwiderungen in Kiel abgeliefert, insgesamt 41 Aktenordner, in denen sich rund 50.000 Einzelaspekte wiederfinden.

Der LBV-SH hat diese Unterlagen zwischenzeitlich gesichtet und startet jetzt mit der Einladung an die Träger öffentlicher Belange in die nächste Phase, in der die Einwendungen mündlich erörtert werden und die Vorhabenträger Ihre Erwiderung vortragen können.

Der erste Termin findet am 13. Juli in Kiel statt.

Länder-Wirtschaftsminister einig über TTiP – Montag US-Beauftragte Elena Bryan in Kiel

BryanDie Wirtschaftsministerkonferenz der Länder hat sich unter Auflagen einstimmig für das Freihandelsabkommen der EU mit den USA ausgesprochen. «Die Wirtschaftsministerkonferenz hat einstimmig einen Beschluss zum Freihandelsabkommen TTIP gefasst und daraus ableitend drei Schwerpunkte ihrer Forderungen aufgestellt», sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer soeben am Rande der Wirtschaftsministerkonferenz in Hamburg. Dabei drehe es sich um die Themen Schiedsgerichte, Standards und Legitimierung des Abkommens. Mit diesen Forderungen werde die Landesregierung auch am Montag in die Gespräche mit der amerikanischen Handelsbeauftragen bei der EU, Elena Bryan (Foto), gehen. Bryan ist bereits zum zweiten Mal zu Gesprächen in Kiel.

Meyer sagte wörtlich (Soundpfeil klicken)

Mit Blick auf TTIP sagte Meyer, die Minister hätten sich dem Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) angeschlossen, statt geheim tagender Schiedsgerichte einen bilateralen Handelsgerichtshof zwischen der EU und den USA einzurichten. Darüber hinaus dürften EU-Standards etwa beim Verbraucherschutz oder bei den Arbeitnehmerrechten nicht abgebaut werden. «Drittens ist aus Sicht der Länder vollkommen klar, dass es einer demokratischen Legitimierung bedarf und dies kann nur durch eine Beteiligung des Bundesrats geschehen.»

Die Wirtschaftsminister von Bund und Ländern tagen seit gestern unter der Leitung von Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) in der Hansestadt und wollten gegen Mittag Ergebnisse ihrer Beratungen bekanntgeben. Neben Horch wollten die Ressortchefs aus Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hessen, Cornelia Yzer (CDU), Garrelt Duin (SPD) und Tarek Al-Wazir (Grüne) vor die Presse treten. Neben TTIP ging es unter anderem um den umstrittenen Ausbau der Stromtrassen, Industrie 4.0 und Olympische Spiele in Hamburg.

Es bleibt dabei: Pinneberg und Tornesch: Land sagt zwölf zusätzliche Züge zu

Irritation um einen Bericht in der heutigen Ausgabe der Uetersener Nachrichten (UENA). Das Blatt meldet, dass Verkehrsminister Meyer einen Tag nach dem Treffen mit der Tornescher Bürgerinitiative „Dorfbahnhof – nein danke“ von seinen am Montag gemachten Zusagen wieder abrücke. Das ist falsch und beruht auf einem Missverständnis. UENAHintergrund: Am Montagabend – noch vor dem Treffen von Meyer mit Bewohnern und Kommunalpolitikern in Tornesch – hatten wir mit Sperrfrist eine defensiv formulierte Presse-Erklärung veröffentlicht, in der Meyer zusätzliche Verbindungen in Aussicht stellt. Nachdem er seine Zusage in dem Treffen erhärtet und dies auch vor der anwesenden Presse erklärt hatte, war die Pressemitteilung natürlich überholt. Durch einen Automatismus landete sie am Dienstag auf unserer Internetseite. Die Redaktion der UENA hielt dies nun irrtümlich für eine neue Presseerklärung und meldete fälschlich, dass Meyer seine Zusagen wieder zurückgezogen habe. Dumm gelaufen 🙂

Damit keine weiteren Missverständnisse entstehen, hier der angepasste Pressetext:

TORNESCH. Verkehrsminister Reinhard Meyer hat am 15 Juni bei einem Ortstermin in Tornesch zusätzliche Verbindungen mit der nordbahn für Pinneberg und Tornesch vorgestellt. Möglich sind ein zusätzlicher Zug am Morgen aus Elmshorn, der gegen 7:50 am Hamburger Hauptbahnhof ankäme, und eine Verbindung am Nachmittag mit Abfahrt gegen 16:49 ab Hamburg Hbf. Gegenwärtig laufen die Prüfungen bei der DB Netz AG, ob die Züge im Fahrplan verkehren könnten. Die nordbahn prüft parallel, ob und wie die beiden Verbindungen betrieblich umsetzbar wären.

Meyer: „Wir wollen diese beiden Züge gerne ab dem Fahrplanwechsel im Dezember aufs Gleis bringen. Für Pendler wären das sinnvolle Ergänzungen.“

Meyer: „Darüber hinaus werden wir innerhalb der Nebenverkehrszeit zehn zusätzliche Verstärkerzüge zwischen Elmshorn und Hamburg-Altona fahren lassen. Diese Züge fahren heute nur zu den Kernzeiten, die Nachfrage rechtfertigt aber, sie den ganzen Tag einzusetzen.“

Weitere gute Nachrichten gibt es für Pinneberg: Wenn die neuen Züge der DB im Netz Mitte voraussichtlich ab Mitte 2017 geliefert werden, können wie bereits angekündigt wieder einige zusätzliche Regionalexpress-Züge in Pinneberg halten und für Pendler in Richtung Kiel das Angebot deutlich verbessern. Meyer: „Dann gibt es siebenmal am Morgen und Vormittag eine umsteigefreie Verbindung nach Kiel und nachmittags und abends neunmal in der Gegenrichtung.“

Zahl der Firmenpleiten in Deutschland auf dem Rückmarsch

Wegen der anhaltend guten Konjunktur gehen immer weniger Firmen in Deutschland pleite. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen war zum Jahresauftakt 2015 so niedrig wie zuletzt vor 20 Jahren. Nach einer am Mittwoch in Düsseldorf von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform vorgelegten Übersicht ging die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland in den ersten sechs Monaten des Jahres um acht Prozent auf 11 100 zurück.

Die Zahl der durch Insolvenzen verursachten Arbeitsplatzverluste sank sogar um 13,5 Prozent auf rund 77 000. Von Insolvenzen betroffen gewesen seien vor allem kleine und mittlere Unternehmen, hieß es. Einschließlich der Verbraucherinsolvenzen und der etwa durch Nachlässe verursachten sonstigen Insolvenzen ging damit die Gesamtzahl der Pleiten im ersten Halbjahr um 6,2 Prozent auf 63 800 zurück.

Für das Gesamtjahr rechnen die Experten mit einem weiteren Minus bei den Insolvenzen von rund 135 020 im Vorjahr auf «130 000 bis 134 000» im laufenden Jahr.

Trotz der positiven Entwicklung mussten die Gläubiger höhere Verluste durch Insolvenzen verkraften. Die Schadenssumme durch Insolvenzen stieg im ersten Halbjahr um 4,5 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Schadenssumme je Insolvenzfall erhöhte sich damit von 801 000 Euro auf 910 000 Euro.

Bundesweiter Spitzenreiter mit der niedrigsten Insolvenzquote ist Baden-Württemberg mit 38 Insolvenzen je 10 000 Unternehmen. Auf den weiteren Plätzen der Spitzenliga folgen Bayern (43 Unternehmen), vor Brandenburg (44 Unternehmen) und Thüringen (53 Unternehmen). Schlusslicht der Liste ist mit großem Abstand Bremen mit 125 Insolvenzen je 10 000 Unternehmen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (109 Unternehmen).

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie