Meyer zum Aus der Volksinitiative A 20

Die «Volksinitiative A 20 – sofort» verzichtet auf ein Volksbegehren. Kurz vor Ablauf der Antragsfrist der zweiten Stufe der Bürgerbeteiligung habe die Gruppe um Unternehmensberater Rainer Bruns, Ex-Wirtschaftsminister Dietrich Austermann und Logistik-Unternehmer Thies Anhalt entschieden, ihren Kampf für einen schnelleren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Schleswig-Holstein nicht mit einer weiteren Unterschriftenaktion fortzusetzen, berichtet das «Flensburger-Tageblatt» in seiner Samstagsausgabe. Bruns verwies auf die Ablehnung der Landesregierung von SPD, Grünen und SSW.

Dazu sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer soeben (Audiopfeil klicken):

Mehr als 27 000 Bürger hatten die Volksinitiative unterstützt – notwendig waren 20 000, damit sich der Landtag mit dem Anliegen im Dezember befasste. Trotz dieses überwältigenden Votums habe die Mehrheit des Landtages unser Anliegen zuerst verzögert und dann mit falschen Begründungen abgelehnt, sagte Bruns der Zeitung.

Für ein Volksbegehren wären mindestens 80 000 Unterschriften nötig gewesen. «Das kostet erheblich Kraft, Zeit und Geld. Dabei ist abzusehen, dass auch diese Aktion von der Küstenampel ignoriert würde», sagte Bruns weiter. Deshalb wolle man auf einen Regierungswechsel bei der Landtagswahl 2017 hinarbeiten. Bis Ende Mai hätte das Volksbegehren beantragt werden müssen.

Meyer zur Vereinbarung von Werkvertrag-Standards bei der Flensburger Schiffbaugesellschaft

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Minister Meyer bei einem Besuch der FSG

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hat die heute (28. Mai) besiegelte Vereinbarung zwischen der neuen Geschäftsleitung der Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG), der IG-Metall und dem Betriebsrat hinsichtlich der Arbeitsbedingungen bei künftigen Aufträgen an Werkvertragsunternehmen begrüßt:

„Hier wurde eine wichtige notwendige Einigung erzielt, von der hoffentlich eine Signalwirkung an die gesamte Branche ausgeht“, sagte Meyer. Auf der FSG würden hochinnovative und komplexe Schiffe gebaut, da müsse es schlichtweg eine Selbstverständlichkeit sein, dass alle auf der Werft beschäftigten Mitarbeiter dementsprechend behandelt und bezahlt werden. „Die Sozialpartner haben hier dankenswerter Weise ein hohes Maß an Verantwortung bewiesen“, so der Minister.

Im Gespräch mit NDR-1-Welle-Nord-Reporterin Rebecca Merholz sagte Meyer (Audiopfeil klicken):

Auslöser der Einigung waren Vorkommnisse bei der FSG, die im März für Schlagzeilen gesorgt hatten. So waren aus Griechenland und anderen europäischen Ländern stammende Arbeitnehmer eines Subunternehmens in Flensburg eingesetzt, die offenbar schlecht oder gar nicht bezahlt wurden, zudem nicht krankenversichert und unter katastrophalen Bedingungen in einer angemieteten Stadtwohnung untergebracht gewesen sein sollen.

„Der neue Eigentümer und die neue Geschäftsführung der FSG haben hier sofort gehandelt und beweisen mit der Vereinbarung, dass das oft umstrittene, für viele Unternehmen aber wichtige Instrument Werkvertrag auch verantwortungsvoll und unter Einbindung der Sozialpartner umgesetzt werden kann“, sagte Meyer. Er hoffe, dass die Flensburger Vereinbarung auch zum Vorbild für andere Unternehmen der Branche werde – aber auch weit darüber hinaus.

Auftakt des schleswig-holsteinischen Hafentages in Rendsburg

Hafentag
Meyer im Gespräch mit den Hafenchefs aus Kiel, Lübeck und Brunsbüttel anlässlich des Hafentages  im „Port Rendsburg“

Mit über 200 Gästen hat heute in Osterrönfeld bei Rendsburg der vierte Schleswig-Holsteinische Hafentag im „Rendsburg Port“ stattgefunden. Frank Schnabel, Chef des Gesamtverbandes Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH), begrüßte Vertreter aus Politik, maritimer Logistik und Hafenwirtschaft aller Küstenbundesländer. In der für die Veranstaltung hergerichteten Gerätehalle auf dem Gelände des Schwerlasthafens galt die Aufmerksamkeit den Chancen und Herausforderungen der Schleswig-Holsteinischen Seehäfen. Vor diesem Hintergrund wurden Maßnahmen zur langfristigen Wettbewerbssicherung der Häfen und damit zusammenhängende Themen wie Infrastrukturprojekte und die neuen Schwefelgrenzwerte erörtert.

Im Gespräch mit NDR-1-Reporterin Rebecca Merholz sagte Meyer unter anderem (Soundpfeil klicken):

Meyer begrüßte auch in seiner Rede das Engagement des GvSH für den maritimen Standort Schleswig-Holstein und führte weiterhin aus: „Wir bewegen uns international in einem herausfordernden Umfeld; es ist unabdingbar, dass wir die Funktion und die Rolle der Schleswig-Holsteinischen Häfen als drittgrößten Hafenstandort Deutschlands über die Grenzen hinaus festigen. Dazu gehören ein klares Profil der Häfen, die kontinuierliche Zusammenarbeit von Politik mit Wirtschaft und Industrie und die Sicherung von funktionierenden Hafenhinterlandanbindungen.“

Die Häfen in Schleswig-Holstein sind der Verkehrsknotenpunkt zwischen Mitteleuropa und Skandinavien sowie Bindeglied zwischen Nord- und Ostsee. Mit mehr als 51 Millionen Tonnen Fracht sowie ca. 15 Millionen beförderten Passagieren im Vorjahr stabilisiert der Hafenstandort Schleswig -Holstein seinen Wachstumskurs und stärkt seine nationale und internationale Bedeutung. Mit etwa 42.000 Beschäftigten ist die maritime Branche ein zentrales Zugpferd der schleswig-holsteinischen Wirtschaft.

Publikum
Rund 200 Gäste besuchten in diesem Jahr den inzwischen vierten Hafentag

Brunsbüttels Hafenchef und Gastgeber des Hafentages, Frank Schnabel, sagte: „Die Sicherung und der Ausbau aller drei Verkehrswege im Hinterland entscheiden maßgeblich über den Erfolg unserer Häfen und den reibungslosen Weitertransport der Waren. Insbesondere in Norddeutschland gilt es, die Straßen zu entlasten und dem Verkehrsträger Schiene mehr Beachtung zu schenken. Die Häfen und das Schienennetz müssen für steigende Gütermengen fit gemacht werden.“ Schnabel verwies dabei auf das vom Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH) und vom Wirtschaftsministerium gemeinsam erarbeitete Hafenentwicklungskonzept. „Es gilt, das vorliegende Hafenkonzept Schritt für Schritt umzusetzen. Ihm liegen eine nachhaltige Strategie und ein umfangreicher Maßnahmenkatalog zugrunde. Mit seiner Realisierung sind wir gerüstet, das prognostizierte Umschlagsvolumen von über 70 Millionen Tonnen im Jahr 2025 abzufertigen und unserer Umschlags- und Versorgungsfunktion gerecht zu werden“, so Schnabel weiter. Über das Konzept sollen die Häfen ihre individuellen Potentiale ausschöpfen, einzelne Geschäftsfelder können gezielt gesteuert und Investitionen priorisiert werden.

Die vom Fachjournalisten Eckhard Arndt moderierte Podiumsdiskussion widmete sich den aktuellen Themen der Häfen. Neben Wirtschaftsminister Meyer und GvSH-Vorstandschef Schnabel, nahmen Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer Seehafen Kiel, und Ulfbenno Krüger, Geschäftsführer der Lübecker Hafen-Gesellschaft, teil. Politiker und Hafenbetreiber unterstrichen dabei die Bedeutung von optimierten Hafenhinterlandanbindungen über Norddeutschland hinaus. Auf den Straßen seien insbesondere der Ausbau der A20 sowie der A7 in Verbindung mit der Rader Hochbrücke in Rendsburg voranzutreiben. Für die Zukunftsfähigkeit der Infrastruktur seien Erhalt und Ausbau der Verkehrswege gleichermaßen von Relevanz. Der Neubau der fünften Schleusenkammer bei Brunsbüttel wird als Teilerfolg bewertet, dem weitere Ausbaumaßnahmen auf dem Nord-Ostsee-Kanal folgen sollen. „Für die Häfen am Kanal, wie den Rendsburg Port, und für die Versorgung der angebundenen Industrie ist der Verkehrsfluss auf dem Nord-Ostsee-Kanal unabdingbar. Seine Vertiefung und die Begradigung der Oststrecke sind hierfür dringend erforderlich“, berichtet Frank Schnabel, der in seinen Funktionen als Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports und Rendsburg Port die Bedeutung des Kanals aus dem Tagesgeschäft sehr gut kennt.

Seit Januar diesen Jahres greifen auf der Nord- und Ostsee (SECA) die neuen Schwefelgrenzwerte. Fünf Monate nach ihrer Einführung sind aus den Branchenreihen von Reedern und Hafenbetreibern noch keine wesentlichen Effekte zu verzeichnen. Die Diskussionsteilnehmer sehen durch die aktuell niedrigen Ölpreise aktuell weniger Auswirkungen auf Routen oder Ladungsvolumen als befürchtet, die den neuen Schwefelgrenzwerten zuzuschreiben wären. Dennoch bleiben die Folgen abzuwarten. In Vorbereitung auf verzögerte Folgen, befassen die Häfen sich mit Methoden zur alternativen Treibstoffversorgung. Das umweltfreundliche Flüssiggas LNG bietet sich über die Versorgung der Schifffahrt zudem für die Energieversorgung der Industrie an.

Abschließend gelang es mit dem vierten Hafentag in Rensburg, die Bedeutung und Positionierung von Deutschlands drittgrößtem Hafenstandort zu untermauern. Seine Rolle als Logistikdrehscheibe und Wertschöpfungsmotor zu fördern, zu festigen und nachhaltig zu vermitteln, bleibt weiterhin eine wesentliche Aufgabe des Verbandes.

Heute SH-Hafentag mit Pressekonferenz

Der Osterrönfelder Schwerlasthafen steht heute im Mittelpunkt einer Journalistenreise von Fachpresse, regionalen wie überregionalen Medien.

Ab 10 Uhr findet für das Fachpublikum der „Hafentag“ statt, um 12.45 Uhr  geben Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und Hafenverbandschef Frank Schnabel eine Pressekonferenz. Schwerpunktthemen sind Wettbewerbssicherung und Schwefelgrenzwerte (Rendsburg Port – 24783, Albert-Betz Str. 3)

Wirtschaftsminister Meyer weiht „Hafenhotel Meereszeiten“ in Heiligenhafen ein

Meyer bei seiner Eröffnungsrede

Nach gut einem Jahr Bauzeit weiht Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zur Stunde das „Hafenhotel Meereszeiten“ in Heiligenhafen ein. Bei dem Projekt der örtlichen Fischereigenossenschaft handelt es sich um ein Drei-Sterne-Superior-Hotel mit 86 Zimmern und 178 Betten, die Gesamtinvestition beläuft sich auf knapp elf Millionen Euro – davon trägt das Land rund 735.000 Euro. 

Hafenhotel
Der Hotel-Neubau am Kommunalhafen

Wie Meyer vor rund 100 Ehrengästen sagte, sei das Hotel ein herausragendes Beispiel dafür, dass Schleswig-Holstein mit einem derartigen Engagement die hoch gesteckten Ziele seiner Tourismusstrategie 2025 leicht erreichen könne. „Hier wird vor allem umgesetzt, was in Zukunft für unsere Strategie entscheidend sein wird, nämlich die Investition in Qualität, Qualität, Qualität.“ Nach den Worten des Ministers sei vor allem die Einbindung von regionalen Unternehmen bei dem Neubau am Kommunalhafen enorm. Insgesamt werden durch das Hotel 21 neue Dauerarbeitsplätze geschaffen.

Neben dem Haupt-Gesellschafter, der Küstenfischer Nord e.G., sind rund 30 Privatpersonen aus Heiligenhafen an dem Hotel beteiligt.

An der feierlichen Eröffnung nahmen am Nachmittag rund 100 Ehrengäste teil


«Bestellerprinzip»: Verfassungsgericht weist Eilantrag von Maklern ab

Das Bundesverfassungsgericht hat den Eilantrag zweier Immobilienmakler abgelehnt, mit dem diese das Inkrafttreten des sogenannten Bestellerprinzips verhindern wollten. Die Antragsteller hätten nicht hinreichend belegt, dass das Gesetz sie oder ihren ganzen Berufsstand existenziell bedrohe, heißt es in einem heute veröffentlichten Beschluss. (Az.: 1 BvQ 9/15). Das Bestellerprinzip soll am 1. Juni in Kraft treten. Danach zahlt bei der Vermietung von Wohnraum derjenige den Makler, der seine Dienste in Anspruch genommen hat – und das sind in der Regel die Vermieter.

Minister-Duo: Duale Ausbildung kann attraktiver als ein Studium sein

An der Handwerkskammer Flensburg werden Kfz-Mechatroniker ausgebildet. Mechatroniker Kfz-Mechaniker Kfz-Elektriker Automobilmechaniker Kraftfahrzeugtechnikerhandwerk Diagnose diagnostizieren komplexe komplexeren mechatronischen Systemen System Handwerk Handwerker Foto Fotografie Photo Photografie Farbe Farben Farbaufnahmen Farbaufnahme Farbbild Farbbilder Mensch Menschen Person Personen Leute People Mann Maenner maennlich maennliche maennlicher Kommunizieren kommunizierend Kommunikation kommuniziert Gespraech sprechen besprechen Sprache besprechen Handwerkskammer HWK Kammer Werkstatt Ausbildungswerkstatt Lehrwerkstatt Werkstaetten Ausbildungswerkstaetten Lehrwerkstaetten Berufsschule ueberbetriebliche ueberbetrieblichen Berufsschulunterricht Meister Lehrmeister Lehrer Berufsschullehrer Ausbilder Auto-werkstatt Auto-werkstaetten Kfz-Werkstatt Kfz-Werkstaetten Reparatur reparieren Fahrzeug Fahrzeugen Autowerkstatt Autowerkstaetten Auto Autos Kfz Kraftfahrzeug Kraftfahrzeuge PKW PKWs Wirtschaft Arbeit Beruf Berufe Arbeiten Arbeitsplatz Arbeitsplaetze Job Azubi Azubis Auszubildender Auszubildende Ausbildung ausbilden Lehrberuf Lehre Lehrberufe Lehrzeit dualen duales System Ausbildungsberufe Ausbildungsberuf Berufslehre Qualifikation qualifizieren qualifiziert Bildung Bildungssystem Bildungsgesellschaft bilden Unterricht unterrichten Stunde Schulstunde Unterrichtseinheit Unterrichtseinheiten Technik Technologie technisch technologisch Gesellschaft Auto-Elektrik Fahrzeugelektronik Fahrzeugelektrik Autoelektrik Autoelektronik Elektrik Elektronik Fachkraft Fachkraefte Fachkraeftemangel Facharbeiter Facharbeit Querformat QF Innen Innenaufnahme   PresseONLY Copyright/Foto:grafikfoto.deDie Wirtschaft in Schleswig-Holstein braucht unbedingt Nachwuchs bei den Fachkräften. Mit einer Kampagne werben Politik und Wirtschaft für die Vorzüge einer Lehre. Tausende Betriebe brauchen in den nächsten Jahren einen neuen Chef, weil der bisherige in den Ruhestand geht.

Junge Leute können unter Umständen mit einer Lehre schneller Karriere machen als mit einem Studium. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels starteten Politik und Wirtschaft in Schleswig-Holstein am Dienstag in Kiel eine gemeinsame Informationsoffensive über die Vorzüge der dualen Ausbildung. Sie sei ein Erfolgsmodell, betonten Bildungsministerin Britta Ernst und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (beide SPD).

Meyer sagte nach der Pressekonferenz im Gespräch mit Carsten Kock von RSH:

Viele Schulabgänger und Eltern wüssten nicht, dass mit einer Lehre und der dazugehörenden Berufsschule nebenbei noch die Möglichkeit bestehe, einen höherwertigen Schulabschluss zu erreichen, betonte Ernst. Der gut gemeinte Rat mancher Eltern, ihr Kind sollte erst einmal weiter zur Schule gehen statt in den Betrieb, könne am Ende einen unnötigen Umweg bedeuten und Lebenszeit kosten, sagte Ernst. Auch die Gleichsetzung Studium gleich guter Beruf und gute Bezahlung stimme nicht immer. Für manche Studienabbrecher könnte eine Lehre eine bessere Alternative sein.

Tausende Betriebe im Norden brauchen in den nächsten Jahren einen neuen Chef, weil sich die Nachfolgefrage stellt. Dies könne auch eine Chance sein für junge Leute, die früh im Betrieb anfangen, betonten Klaus-Hinrich Vater, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Kiel, und der Präsident der Handwerkskammer Flensburg, Bernd Eichner.

«Es geht um die Zukunft des Arbeitsmarktes in Schleswig-Holstein, es geht um unsere Wirtschaft», sagte Meyer. Bis 2030 würden 97 000 neue Fachkräfte benötigt – davon etwa 12 000 mit Hochschulabschluss, aber 85 000 mit dualer Ausbildung.

Jedes Jahr gibt es im Norden etwa 30 000 Schulabgänger, etwa 10 000 fangen sofort ein Studium an. Im nächsten Jahr verlässt ein doppelter Abiturjahrgang die Schulen, weil ein G8- und ein G9-Jahrgang fertig wird.

Die Kampagne will Jugendliche dort erreichen, wo sie aktiv sind – etwa mit Video-Clips in sozialen Netzwerken, über Apps und auf YouTube. Radio Schleswig-Holstein (RSH) plant eine Themenwoche. Das Handwerk hat, wie Eichner betonte, bereits seit einigen Jahren eine eigene Imagekampagne mit erkennbarer positiver Resonanz.

Vater sprach von einem «Akademisierungswahn» in den vergangenen Jahren. Die Lehrberufe seien anspruchsvoller geworden. Ein Heizungsmonteur müsse heute auch in Teilen ein IT-Spezialist sein, nannte er als Beispiel.

Die Kammer-Vertreter sagten, dass weiterhin etwa 20 Prozent der Jugendlichen eines Jahrgangs leider nicht qualifizierbar seien. Dies könne sich das Land nicht weiter leisten.

Die neue Kampagne für die duale Ausbildung ist eingebettet in die Fachkräfteinitiative «Zukunft im Norden» mit weit mehr als hundert Initiativen bereits.

Meyer: Pressegespräch zur dualen Ausbildung – und weitere presserelevante Termine diese Woche

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hat diese Woche folgende presserelevanten Termine im Programm: 


  • Heute, Dienstag, 13 Uhr: Pressegespräch mit Bildungsministerin Britta Ernst zu einer Landes-Kampagne für die duale Ausbildung – als Karrierechance für junge Menschen und für die Wirtschaft als Prophylaxe gegen den Fachkräftemangel (PK Raum 395, Landeshaushalt)
  • Heute 17 Uhr – Handwerkskammer Lübeck: Auftaktveranstaltung zum „Förderpreis Handwerk“ der Volks- und Raiffeisenbanken
  • Morgen, Mittwoch, 14.30 Uhr, Heiligenhafen – Eröffnung des neuen Hafenhotels am Jachthafen.
  • Donnerstag, 28. März, 11 Uhr – Rendsburg-Port (Osterrönfeld) – Besuch des Hafentags (im Rahmen einer Pressereise rund um das Thema SH-Häfen)
  • Donnerstag, 17.30 Uhr: Itzehoer Versicherung – Podiumsdiskussion im Rahmen des „Itzehoer Forums“ – Thema: Baustelle Deutschland 

Digitalwirtschaft: Was wir von Estland lernen können und auch sollten

 Der Besuch des estnischen Präsidenten Toomas Hendrik Ilves in der vergangenen Woche in Schleswig-Holstein fand wenig mediale Aufmerksamkeit. Zu Unrecht, findet Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. „Wir können eine Menge von Estland lernen“, sagt Meyer mit Blick auf die Informations- und Kommunikationstechnologie des kleinen baltischen Staates.  Dieser Beitrag aus der Süddeutschen Zeitung belegt, warum…

Die Wirtschaftsmacht Deutschland ist noch nicht in der digitalen Welt angekommen. Im EU-Vergleich steht die Bundesrepublik nur auf Platz 10, bei öffentlichen Dienstleistungen gar nur auf Platz 19. Eher verkrampft wirken die politisch subventionierten Bemühungen, die vierte industrielle Revolution („Industrie 4.0“) auszurufen. Deutschland hat, von Unternehmen wie SAP abgesehen, in der IT-Industrie wenig zu melden und liegt in Europa bei der Breitbandversorgung weit zurück. Bürokratie und Kosten erschweren den Zugriff auf staatliche Fördertöpfe. Bei Themen der Netzpolitik, zum Beispiel Open Source in der öffentlichen Verwaltung, tut sich wenig. 
Dabei gibt es die digitale Zukunft Europas längst – wir müssen nur über die Grenzen schauen. Das kleine Estland ist ein Labor in Sachen IT und beim E-Government, also der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, Deutschland um Längen voraus. Vor 25 Jahren war Estland noch eine Sowjetrepublik. Nach der Unabhängigkeit musste das Land allein durch den schmerzhaften Prozess der Transformation. Heute ist die baltische Republik mit nur 1,3 Millionen Einwohnern digitaler Trendsetter. Reisen Deutsche oder andere Europäer in das dynamische Land, stellen sie erst einmal kritische Fragen, schütteln verblüfft den Kopf oder verweisen auf die Kleinheit des Landes. Wer sich hingegen mit den Einheimischen unterhält, hört durchweg Positives. Weltbank und Weltwirtschaftsforum stufen Estland regelmäßig als eines der Länder ein, in denen sich Geschäfte am einfachsten und effizientesten abwickeln lassen. Die Sim-Karte als Personalausweis? Ohne Bargeld zahlen? Parken ohne Parkzettel? Parlamentswahlen per e-Voting? Firmengründung fast ebenso schnell online, ohne Notar und andere Hürden? Alles kein Problem. Weit mehr als hundert staatliche Dienstleistungen können Esten mit dem elektronischen Ausweis in Anspruch nehmen. 

In Deutschland fehlt eine breite Debatte darüber, wie Digitalisierung den Alltag erleichtern kann. Diese flammte nur kurzzeitig mit dem Erfolg der Piratenpartei auf. Hier wird seit Monaten darüber diskutiert, wer die Kosten für den Breitbandausbau tragen soll und ob es nicht an der Zeit wäre, durch die Abschaffung der Störerhaftung freie Wlan-Hotspots zu fördern. Für einen Esten wirkt das kurios. Schon seit 2000 hat dort jeder Bürger einen verfassungsmäßigen Anspruch auf das Internet. Kostenloses Wlan gibt es fast überall. In der Hauptstadt Tallinn zeigt das Smartphone überall neue Verbindungen. Hanse und Hightech also: Wlan gibt es in allen Straßenbahnen oder Bussen, selbst an Haltestellen und auf dem Land. Der fast flächendeckende Mobilfunkstandard 4G soll 2016 noch schneller werden. 

Die Regierung arbeitet seit Jahren ganz selbstverständlich und unaufgeregt papierlos. Minister mit Aktenbergen unter den Armen – in Estland anachronistisch. Hierzulande mühen sich Politiker eher, durch Facebook und Twitter innovativ zu wirken. Als IT-tauglich gilt schon, wer sein Smartphone hektisch-gelangweilt im öffentlichen Raum nutzt. 

Die estnischen Regierungen versuchen, beraten von IT-Experten, Zweifel an der Sicherheit der Daten zu zerstreuen. Ein Cyberangriff aus Russland 2007 hat das Land nachhaltig für Risikominimierung und Sicherheit sensibilisiert. Das System ist so angelegt, dass der Bürger jedes Mal, wenn etwa die Polizei auf Daten zugreift, informiert wird. In Estland bleibt auch der Patient Herr über seine eigenen Informationen. Arztbesuche, Medikamente und Befunde werden in einer digitalen Patientenakte gespeichert. Ärzte und Kliniken können alle wichtigen Informationen einsehen – aber nur, wenn sie die Erlaubnis des Patienten haben. Rezepte auf Papier gibt es kaum mehr, ebenso wenig lange Wartezeiten. Mit einer persönlichen ID-Nummer können sich Bürger bei Behörden, bei der Bank, beim Schließen von Verträgen und beim Arzt ausweisen. Die digitale Signatur gilt so viel wie die handschriftliche. 

Während sich in Deutschlands Schulen Schüler um einen Computer balgen, bekommt in Estland jeder kostenlos ein Gerät zur Verfügung gestellt. Mittlerweile lernen schon Grundschüler Programmieren. Noten, Fehlstunden, Hausaufgaben und Lehrpläne werden auf einer zentralen Plattform gespeichert. Für die Schüler hat das nur Vorteile. Sie müssen verpassten Unterrichtsstoff nicht mehr bei Freunden erfragen, denn sie haben online Zugang zu allen Lernmaterial. 

Auch Ausländer können in Estland als „E-Resident“ auf das System zugreifen und etwa ein Bankkonto eröffnen. Diese Erleichterungen sollen einen Boom an Firmengründungen ermöglichen. Schon jetzt hat Estland die meisten Start-ups pro Einwohner in Europa. Die Digitalisierung erspart weitgehend Behördengänge. Der in Deutschland prestigeträchtige Beruf des Steuerberaters ist weithin unbekannt. Verschiedene Behörden sammeln die Daten schon im Jahresverlauf. Der Steuerzahler wählt sich dann lediglich mit seiner digitalen Identitätskarte auf einem zentralen Portal ein, nimmt eventuell Änderungen vor und unterzeichnet digital. 95 Prozent der Steuererklärungen wurden im letzten Jahr auf diesem Weg abgegeben. Innerhalb von fünf Tagen bekommt der Bürger seinen Bescheid. Ganz anders die deutsche Realität. Ausgerechnet das Bundeszentralamt für Steuern verschwendet besonders viel Geld – wegen fehlender Computer. 

Wollen wir im Deutschland dem Vorbild Estlands folgen? Die Bürger würden es schnell spüren und danken. Wer schon einmal mehrere Stunden auf einem Amt verbracht hat oder für Behördengänge sogar Urlaub nehmen muss, versteht den Wunsch, den Alltag zu vereinfachen. Oder haben mit den Enthüllungen von Edward Snowden und der neuerlichen NSA-Debatte die Skeptiker gewonnen? Wird die notwendige Digitalisierung in Wirtschaft und Staat weiter verzögert oder gar blockiert? 

Florian Hartleb, 35, ist Politologe und lebt als E-Resident in Estland. 

Meyer: Russland-Sanktionen drosseln Teile der Wirtschaft in Schleswig-Holstein 

Von Sanktionen besonders beeinträchtigt: Milchwirtschaft in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteins Wirtschaft leidet verstärkt unter der Russland-Krise. Die Exporte sind eingebrochen. Besonders betroffen sind Auto-Industrie, Maschinenbau und Ernährungswirtschaft. Wirtschaftsminister Meyer befürchtet langfristige Folgen.

Die Sanktionen gegen Russland machen nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zunehmend der schleswig-holsteinischen Wirtschaft zu schaffen. «Vor allem die Automobilbranche, aber auch der Maschinenbau und die Ernährungswirtschaft sind stark betroffen», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Ein aktuelles Beispiel sei die Großmeierei Holtsee bei Gettorf, die infolge des weggebrochenen Russland-Marktes massiv unter Umsatz-Einbußen leide. Auch andere Nahrungsmittelproduzenten im Land hätten wegen der Entwicklung um Russland Probleme.

«Unsere Wirtschaftsförderungsgesellschaft WTSH, aber auch die Industrie- und Handelskammern bieten deshalb seit Jahresbeginn bereits regelmäßig „Russlandsprechtage“ an», sagte Meyer. Bei den Unternehmen stoße dies auf sehr großes Interesse.

Schleswig-Holsteins Ausfuhren nach Russland seien im vorigen Jahr um 31 Prozent eingebrochen, sagte Meyer. Beim Import betrage das Minus mittlerweile mehr als 13 Prozent. «Im Ranking und damit in der Bedeutung der Ausfuhrpartnerländer Schleswig-Holsteins ist Russland im Jahr 2014 damit von Rang 11 auf Rang 17 zurückgefallen.»

Klagen erreichen das Wirtschaftsministerium auch aus den Reihen der Logistik-Unternehmen. «Hier sehen sich einige Betriebe durch die ausfallenden Transportaufträge bereits akut in ihrer Existenz gefährdet», sagte Meyer.

Er sieht die Gefahr, dass sich über die aktuellen Einbußen hinaus für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein die Geschäfte dauerhaft verlagern werden. «Die Russische Föderation dürfte sich mittel- und langfristig umorientieren und ihre Geschäfte künftig beispielsweise verstärkt mit China betreiben.» Dabei seien die Exportrückgänge keineswegs ausschließlich auf die von der EU verhängten Sanktionen zurückzuführen, sondern auch auf die schlechte Konjunkturentwicklung in Russland generell.

Nach Angaben des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft nimmt die wirtschaftliche Dynamik in Russland bereits seit fast drei Jahren deutlich ab. «Oben drauf kommen nun noch die Sanktionen, die die russische Wirtschaft insbesondere im Finanzsektor treffen», sagte Meyer. «Die Möglichkeiten für russische Banken, sich am Markt zu finanzieren, haben sich deutlich verschlechtert.»

Konkrete Folgen habe die Entwicklung auch für die Häfen, sagte Meyer. So sei der für Schleswig-Holstein enorm wichtige Umschlagplatz Hamburg aufgrund der Russland-Krise von Rang 2 auf Rang 3 der europäischen Häfen gerutscht. «Der Hamburger Hafen hat für Wachstum und Beschäftigung in Schleswig-Holstein eine immense Bedeutung, so dass auch von dort erst einmal kurz- und mittelfristig nur verhaltene Wirtschaftsimpulse zu erwarten sind», sagte Meyer.

Betroffen seien auch die schleswig-holsteinischen Häfen. Zwar habe der Verfall der russischen Währung bereits im letzten Jahr dazu geführt, dass verstärkt Forstprodukte aus Russland importiert wurden. Aber für den Kieler Seehafen, seit mehr als 20 Jahren Marktführer bei direkten Fährverbindungen ins Baltikum und nach Russland, habe es auch Rückschläge gegeben. «So führte die Russlandkrise bislang zu einem Rückgang des Transportvolumens um knapp sechs Prozent.»

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie