Es bleibt dabei: Pinneberg und Tornesch: Land sagt zwölf zusätzliche Züge zu

Irritation um einen Bericht in der heutigen Ausgabe der Uetersener Nachrichten (UENA). Das Blatt meldet, dass Verkehrsminister Meyer einen Tag nach dem Treffen mit der Tornescher Bürgerinitiative „Dorfbahnhof – nein danke“ von seinen am Montag gemachten Zusagen wieder abrücke. Das ist falsch und beruht auf einem Missverständnis. UENAHintergrund: Am Montagabend – noch vor dem Treffen von Meyer mit Bewohnern und Kommunalpolitikern in Tornesch – hatten wir mit Sperrfrist eine defensiv formulierte Presse-Erklärung veröffentlicht, in der Meyer zusätzliche Verbindungen in Aussicht stellt. Nachdem er seine Zusage in dem Treffen erhärtet und dies auch vor der anwesenden Presse erklärt hatte, war die Pressemitteilung natürlich überholt. Durch einen Automatismus landete sie am Dienstag auf unserer Internetseite. Die Redaktion der UENA hielt dies nun irrtümlich für eine neue Presseerklärung und meldete fälschlich, dass Meyer seine Zusagen wieder zurückgezogen habe. Dumm gelaufen 🙂

Damit keine weiteren Missverständnisse entstehen, hier der angepasste Pressetext:

TORNESCH. Verkehrsminister Reinhard Meyer hat am 15 Juni bei einem Ortstermin in Tornesch zusätzliche Verbindungen mit der nordbahn für Pinneberg und Tornesch vorgestellt. Möglich sind ein zusätzlicher Zug am Morgen aus Elmshorn, der gegen 7:50 am Hamburger Hauptbahnhof ankäme, und eine Verbindung am Nachmittag mit Abfahrt gegen 16:49 ab Hamburg Hbf. Gegenwärtig laufen die Prüfungen bei der DB Netz AG, ob die Züge im Fahrplan verkehren könnten. Die nordbahn prüft parallel, ob und wie die beiden Verbindungen betrieblich umsetzbar wären.

Meyer: „Wir wollen diese beiden Züge gerne ab dem Fahrplanwechsel im Dezember aufs Gleis bringen. Für Pendler wären das sinnvolle Ergänzungen.“

Meyer: „Darüber hinaus werden wir innerhalb der Nebenverkehrszeit zehn zusätzliche Verstärkerzüge zwischen Elmshorn und Hamburg-Altona fahren lassen. Diese Züge fahren heute nur zu den Kernzeiten, die Nachfrage rechtfertigt aber, sie den ganzen Tag einzusetzen.“

Weitere gute Nachrichten gibt es für Pinneberg: Wenn die neuen Züge der DB im Netz Mitte voraussichtlich ab Mitte 2017 geliefert werden, können wie bereits angekündigt wieder einige zusätzliche Regionalexpress-Züge in Pinneberg halten und für Pendler in Richtung Kiel das Angebot deutlich verbessern. Meyer: „Dann gibt es siebenmal am Morgen und Vormittag eine umsteigefreie Verbindung nach Kiel und nachmittags und abends neunmal in der Gegenrichtung.“

Zahl der Firmenpleiten in Deutschland auf dem Rückmarsch

Wegen der anhaltend guten Konjunktur gehen immer weniger Firmen in Deutschland pleite. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen war zum Jahresauftakt 2015 so niedrig wie zuletzt vor 20 Jahren. Nach einer am Mittwoch in Düsseldorf von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform vorgelegten Übersicht ging die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland in den ersten sechs Monaten des Jahres um acht Prozent auf 11 100 zurück.

Die Zahl der durch Insolvenzen verursachten Arbeitsplatzverluste sank sogar um 13,5 Prozent auf rund 77 000. Von Insolvenzen betroffen gewesen seien vor allem kleine und mittlere Unternehmen, hieß es. Einschließlich der Verbraucherinsolvenzen und der etwa durch Nachlässe verursachten sonstigen Insolvenzen ging damit die Gesamtzahl der Pleiten im ersten Halbjahr um 6,2 Prozent auf 63 800 zurück.

Für das Gesamtjahr rechnen die Experten mit einem weiteren Minus bei den Insolvenzen von rund 135 020 im Vorjahr auf «130 000 bis 134 000» im laufenden Jahr.

Trotz der positiven Entwicklung mussten die Gläubiger höhere Verluste durch Insolvenzen verkraften. Die Schadenssumme durch Insolvenzen stieg im ersten Halbjahr um 4,5 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Schadenssumme je Insolvenzfall erhöhte sich damit von 801 000 Euro auf 910 000 Euro.

Bundesweiter Spitzenreiter mit der niedrigsten Insolvenzquote ist Baden-Württemberg mit 38 Insolvenzen je 10 000 Unternehmen. Auf den weiteren Plätzen der Spitzenliga folgen Bayern (43 Unternehmen), vor Brandenburg (44 Unternehmen) und Thüringen (53 Unternehmen). Schlusslicht der Liste ist mit großem Abstand Bremen mit 125 Insolvenzen je 10 000 Unternehmen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (109 Unternehmen).

Nadelöhr B 199 bei Langballig: Zu den Sommerferien wieder freie Fahrt

b-199-baupause-2Die seit Ende März andauernde Grundsanierung der Bundesstraße 199 zwischen Oxbüll und Langballig im Kreis Schleswig-Flensburg geht in die Zielgerade: Wie Verkehrsminister Reinhard Meyer heute bei einem Besuch der Baustelle sagte, habe ihm der zuständige Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) versichert, dass der Verkehr auf dem rund sieben Kilometer langen Teilstück der B 199 bis zum Beginn der Sommerferien in Schleswig-Holstein am 20. Juli wieder uneingeschränkt rollen werde. „Damit entlasten wir nach langer Geduldsprobe nicht nur die Einwohner in dieser Region, sondern beseitigen auch ein Hemmnis für den Tourismus – denn Orte wie Langballigau, Gelting oder Maasholm stehen bei unseren Urlaubsgästen hoch im Kurs“, so Meyer.

Meyer sagte heute auf der Baustelle zu sh:z-online (Soundpfeil klicken):

Wie der Minister weiter sagte, hatte die rund 4,2 Millionen Euro teure Gesamtmaßnahme nach ursprünglicher Planung Mitte Juni fertiggestellt sein sollen. Doch nach dem Ausbau der fast 70 Jahre alten Betonfahrbahn zwischen den Gemeinden Langballig und Ringsberg seien die Bauarbeiter in den tiefliegenden Schichten auf unerwartet viel Wasser und weichen Lehmboden gestoßen. „Das Wasser beeinträchtigte die Tragfähigkeit der Fahrbahn so stark, dass ein Asphaltieren ohne eine vorherige zusätzliche Bodenbehandlung nicht möglich war“, erläuterte LBV-SH-Direktor Torsten Conradt. Erst nachdem die behandelten Böden ausreichend ausgehärtet waren, habe am 7. Mai mit dem Asphalteinbau begonnen und am 1. Juni der Teilabschnitt zwischen Langballig und Ringsberg wieder für den Verkehr freigegeben werden können.

Die Arbeiten am sieben Kilometer langen zweiten Teilabschnitt zwischen Ringsberg und Oxbüll laufen bereits seit zwei Wochen. „Und diesmal konnten unsere Straßenbauer aufgrund der gesammelten Erfahrungen aus dem ersten Streckenabschnitt die Bauweise den Untergrundverhältnissen gut anpassen“, so Meyer. Bereits in der kommenden Woche solle mit den Asphaltierungsarbeiten begonnen werden.

Hier gehts zum Video-Beitrag auf sh:z-online: bitte klicken

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Kann Husby ein schleswig-holsteinisches Pilotprojekt für „Shared Space“ werden?

Die Gemeinde Husby schickt sich an, landesweit der erste Ort zu werden, der das so genannte „Shared Space“-Konzept anwendet, das in Europa bei der Gestaltung innerörtlicher Verkehre langsam auf dem Vormarsch ist. Dabei geht es um die Einrichtung eines von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern gleichberechtigt genutzten Verkehrsraumes, der weitgehend ohne Verkehrszeichen auskommt. Bislang gibt es solche Räume nur sehr vereinzelt in Europa – unter anderem in Hamburg und London.

Der Gemeinde Husby schwebt vor, ihren Ortskern an der Flensburger Straße neu zu gestalten und dabei auf einer Länge von rund 200 Metern einen solchen gemeinschaftlich genutzten Verkehrsraum einzuräumen. Hierfür hat die Kommune bereits erste Konzepte vorgelegt.

Im Gespräch mit sh:z-online sagte Meyer (Soundfile klicken):

Meyer begrüßte den Vorstoß, machte aber auch klar, dass dies einerseits einen klaren Beschluss der Gemeindevertretung erfordere sowie andererseits umfangreiche Abstimmungen und Vorbereitungen mit allen Betroffenen nötig mache. „Das ist kein leichtes Unterfangen und ich biete Ihnen die Unterstützung des Lands auf diesem Weg an. Vielleicht haben wir am Ende ein erstes Shared-Space-Projekt für Schleswig-Holstein in Husby“, so Meyer.

Auch Bürgermeister Heiner Tramsen machte bei dem Ortstermin gegenüber dem Minister klar, dass die Gemeinde mit dem Vorhaben ein dickes Brett zu bohren habe und noch viele Schularbeiten erledigt werden müssen. Dennoch sei man entschlossen, das Projekt weiter anzupacken.

In einem ersten Schritt soll eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit dem Landesbetrieb Staßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) eingerichtet werden. Der LBV-SH ist Hausherr“ der als Landesstraße klassifizierten Flensburger Straße in Husby

Meyer (Mitte) mit den Landtagsabgeordneten Birte Pauls, Simone Lange, dem stellvertretenden Bürgermeister Burkhard Gerling und dem SPD-Landtagsabgeordneten Olaf Schulze (von links)

Meyers Montags-Termine: Shared Space, Baustellenbesuch und Zughalte in Tornesch

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Baustelle an der B 199 bei Langballig im Kreis Schleswig-Flensburg – hier erläutert Meyer heute den weiteren Zeitplan
  • Am heutigen Montag nimmt Verkehrsminister Reinhard Meyer ab 13.15 Uhr in Husby bei Schleswig zunächst an einer Veranstaltung über ein Shared Space Projekt teil – es geht dabei um ein besseres Miteinander von Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr in der Kommune.
  • ab 14.30 Uhr (ACHTUNG aktualisierte Zeit) besucht Meyer gemeinsam mit LBV-SH-Chef Torsten Conradt die Baustelle an der B 199 zwischen Langballig und Oxbüll, die seit März grundsaniert wird. Es gab hier erhebliche Probleme mit dem Untergrund – nun aber ist der Zeitplan klar. Zu dem Pressetermin an einer mobilen Würstchenbude in Höhe des Lübke-Steins sind auch Bürgermeister und Kommunalpolitiker geladen.
  • rund um das Thema Zughalte in Tornesch geht es einmal mehr ab 17 Uhr im Heimathaus von Tornesch. Obwohl es als reines Arbeitstreffen angelegt war, hat Torneschs Bürgermeister Krügel ohne Rücksprache kurzerhand die Presse eingeladen. Das ist zwar unhöflich vom Bürgermeister – aber da wir alles andere als pressescheu sind, fügen wir uns und sagen: hereinspaziert 🙂

Meyers Fazit nach Gesprächen mit Konzernspitzen von Yara und Siem in Oslo

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Albig (links) und Meyer (rechts) mit Yara-Vizepräsident Dr. Gerd Löbbert und Julia Lindland, Geschäftsführerin von Yara Brunsbüttel. Thema war vor allem der Aufbau eines nationalen LNG-Terminals in Brunsbüttel

Ministerpräsident Torsten Albig hat in Oslo gemeinsam mit Wirtschaftsminister Reinhard Meyer intensive Gespräche mit Vertretern der beiden norwegischen Großkonzerne Yara International (Chemie/Düngemittel) und der Reederei Siem geführt und dem Unternehmen Yara den deutsch-norwegischen Wirtschaftspreis verliehen.

Zuvor hatten Albig und Meyer gemeinem mit Brunsbüttels Yara-Chefin Julia Lindland ein Treffen mit Dr. Gerd Löbbert, Senior Vice President und Produktionschef von YARA International. Thema war das Engagement des Unternehmens am Standort Brunsbüttel. YARA International produziert im Industriegebiet Brunsbüttel seit 1978 Ammoniak und Harnstoff und hat in den letzten fünf Jahren über 35 Millionen Euro in sein Werk investiert. Albig machte deutlich, dass Yara am Standort Brunsbüttel ein enorm wichtiges Unternehmen sei. Löbbert bekundete unterdessen großes Interesse an einem möglichen Flüssiggas-Terminal (LNG). Ausgerechnet während des Besuchs des Unternehmens, das knapp drei Jahre lang weltweit keinen Unfall mehr zu beklagen hatte, war es im Brunsbütteler Werk zu einer Detonation gekommen. Grund war nach Angaben von Yara-Werkeinsatzleiter Axel Dankworth ein Brand in der Syntheseanlage des Werkes, in dessen Verlauf es zu einer Verpuffung gekommen war. Die Produktion von Harnstoff und Ammoniak ist bis auf Weiteres gestoppt worden. Menschen kamen nach Werksangaben nicht zu Schaden.

Meyer sagte nach dem Gespräch in Oslo (Soundpfeil klicken):

SiemIm Anschluss an den Besuch bei Yara sprachen Albig und Meyer mit Kristian Siem, dem Inhaber von Siem Industries (rechts). Die norwegische Gruppe hatte im vergangenen Jahr die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) übernommen und damit 760 gefährdete Arbeitsplätze im nördlichen Schleswig-Holstein gesichert.

Die FSG produziert weltweit gefragte Spezialschiffe, die für den norwegischen Investor von großem Interesse sind. Im Mittelpunkt des Gespräches stand die allgemeine Situation der Flensburger Werft nach der Übernahme.

Nach dem Treffen mit Siem sagte Wirtschaftsminister Meyer (Soundpfeil klicken):

Beim Sommerfest der deutsch-norwegischen Außenhandelskammer verlieh Albig am Abend den Wirtschaftspreis 2015 an das Chemie-Unternehmen Yara International. In der Begründung der Jury hieß es dazu unter anderem: „Die Folgen von Wasserknappheit sind ohne Zweifel eines der größten Probleme der Menschheit und führen in vielen Regionen zu Hunger, Konflikt und Vertreibung. Yara Zim Plant Technology verschafft Landwirten die Möglichkeit, Wasser (und damit Geld) zu sparen und leistet durch die Verhinderung der Bodenversalzung gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für den Umweltschutz. Die Verbreitung des Zim Plant Produktes durch Yara International kann daher einen wichtigen Die Folgen von Wasserknappheit sind ohne Zweifel eines der größten Probleme der Menschheit und führen in vielen Regionen zu Hunger, Konflikt und Vertreibung. Yara Zim Plant Technology verschafft Landwirten die Möglichkeit, Wasser (und damit Geld) zu sparen und leistet durch die Verhinderung der Bodenversalzung gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für den Umweltschutz. Die Verbreitung des Zim Plant Produktes durch Yara International kann daher einen wichtigen Beitrag zur Lösung umwelt- und entwicklungspolitischer Herausforderungen leisten. Ein gelungenes Beispiel deutsch-norwegischer Zusammenarbeit.“

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Die Preisträger Simon Rüger (Yara Zim Plant Technology) und Kaija-Leena Korlolainen (Yara International). mit Ministerpräsident Albig

Albig und Meyer heute in Oslo

 Ministerpräsident Torsten Albig und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer reisen heute nach Oslo. Auf dem Programm stehen unter anderem Besuche des Chemiekonzerns Yara, der zuletzt rund 35 Millionen Euro im Brunsbütteler Chemchoastpark investiert hat.

Passend dazu die Berichterstattung zum Brunsbütteler Industrietag in der vergangenen Woche – wie hier beim sh:z

Zum Artikel

Auch mit dem Inhaber der neuen Muttergesellschaft der Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG), Kristian Siem, wird Meyer Gespräche führen. Siem betreibt selbst eine Spezialschiff-Flotte und war bereits vor der Übernahme der FSG Stammkunde der Werft.

65 Prozent der Prinovis-Belegschaft in Lohn und Brot – Prokon-Verfahren in der Zielgeraden

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von links: Meyer (mit Prokon-Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin, Olover Fieber und Steinburgs Landrat Torsten Wendt

Mehr als 13 Monate nach Schließung des ehemaligen Druckerei-Standortes Prinovis in Itzehoe sind rund 65 Prozent der ehemals 850 am Standort tätigen Beschäftigten wieder in Lohn und Brot oder haben eine andere klare Perspektive wie etwa den Sprung in die Selbständigkeit oder den Übergang in die Rente.

Das sagte am Nachmittag der geschäftsführende Gesellschafter der zuständigen Transfergesellschaft Nord mbH, Oliver Fieber, beim mittlerweile 7. Standortgespräch in Itzehoe.Meyer sagte im Anschluss an die Standort-Konferenz (Soundpfeil klicken):

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der die Standort-Konferenz 2014 nach der Prokon-Pleite gemeinsam mit Steinburgs Landrat Torsten Wendt ins Leben gerufen hatte, bezeichnete die Vermittlungsquote als einen „enormen Erfolg“, den vor einem Jahr in der Region wohl noch niemand in einer solchen Dimension für möglich gehalten habe. Nach Angaben von Fieber waren ab 1. Mai 2014 insgesamt 445 Prinovis-Mitarbeiter in die Transfergesellschaft gewechselt, 145 ehemalige Beschäftigte der Druckerei hatten bereits zum Schließungszeitpunkt eine Anschlussbeschäftigung gefunden oder waren in den vorzeitigen Ruhestand gegangen.

Wie der Prinovis-Verantwortliche Lars Meusburger bei dem Standortgespräch vor Vertretern der Arbeitsagentur, der Wirtschaftsförderungsgesellschaften, Hochschulen, Gewerkschaften und anderer Einrichtungen sagte, sei er auch nach wie vor zuversichtlich, dass die Vermarktung des rund 22 Hektar großen Prinovis-Geländes gelingen werde. „Wir führen momentan ebenso intensive wie ermutigende Gespräche, haben über die Einzelheiten aber Stillschweigen vereinbart“, so Meusburger.

Ermutigende Nachrichten auch vom Windenergieanlagen-Hersteller Prokon. Wie Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin der Runde erläuterte, werde die Gläubigerversammlung am 2. Juli über zwei Fortführungsmodelle zu entscheiden haben. Auf der einen Seite stehe ein Angebot des Energiekonzerns ENBW, der die Prokon-Windparks kaufen und selbst betreiben möchte. Auf der anderen Seite gebe es ein Sanierungsmodell, in dem sich Anleger zusammen schließen können, um das Unternehmen in Form einer Genossenschaft fortzuführen.

„Aus meiner Sicht sind beide Offerten zweifelsfrei tragfähige Modelle“, sagte Penzlin und stelle erneut klar, dass er weder als Insolvenzverwalter noch der Gläubigerausschuss Prioritäten setze oder habe. „Wir haben es hier glücklicherweise mit einem Paradebeispiel von Gläubigerautonomie zu tun“, so der Anwalt – und er sei „äußerst zuversichtlich“, dass bei beiden Varianten das Unternehmen im Kern erhalten werde. Für die Fortführung des Unternehmens als Genossenschaft müssen nach Einschätzung des Insolvenzverwalters rund 660 Millionen Euro an Genusskapital zusammen kommen, das heißt zwischen 20.000 und 30.000 Gläubiger auf einen erheblichen Teil ihrer Forderungen verzichten und zustimmen, dass ihre Einlagen in Eigenkapital umgewandelt werden. Beide Insolvenzpläne können zu Befriedigungsquoten von über 50 Prozent führen, wobei die Quote für das Genossenschaftsmodell um rund sieben Prozent höher ausfällt.

Meyer dankte Penzlin und seinem Team für die bislang geleistete Arbeit und bezeichnete auch dieses Ergebnis als gleichermaßen positiv wie ermutigend: „Bei unserem ersten Standortgespräch vor knapp einem Jahr hat wohl niemand damit gerechnet, dass wir nach den beiden wirtschaftlichen Hiobsbotschaften für den Kreis Steinburg – wobei der Fall Prokon sogar bundesweit Schlagzeilen machte – so weit kommen würden.“ Nun dürften alle Teilnehmer der Standortrunde allerdings nicht in ihren Anstrengungen nachlassen, auch noch den Rest der Strecke im Schulterschluss zu meistern und vor allem für die noch nicht vermittelten Beschäftigten am Standort Brücken in auskömmliche Beschäftigungsverhältnisse zu bauen.

Heute ist wieder ein Westküstentag: Erst Industrieforum Brunsbüttel, dann Standortgespräch Itzehoe 

Vormittags Brunsbüttel, nachmittags Itzehoe: Wirtschaftsminister Meyer nimmt heute ab 10 Uhr gemeinsam mit Ministerpräsident Torsten Albig am ersten großen Industrieforum zur Zukunft von Schleswig-Holsteins größtem Industriegebiet, Brunsbüttel,  teil. Meyer setzt auf ein nationales Terminal für Flüssiggas.

Am Nachmittag ab 13.30 Uhr findet im Kreishaus Itzehoe das 7. Standortgespräch zur wirtschaftlichen Zukunft Steinburgs statt (Pressegespräch ab 16 Uhr)

In Brunsbüttel wollen Die Spitzenpolitiker auf Einladung der Wirtschaft und des DGB mit Vertretern der Unternehmen und Gewerkschaften über die Entwicklung des größten zusammenhängenden Industriegebiets in Schleswig-Holstein beraten. Brunsbüttel im Kreis Dithmarschen liegt an der Elbe und am Nord-Ostsee-Kanal. Die Industrie- und Hafenstadt ist einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte in Norddeutschland. In der Region werden mehr als 12 500 Arbeitsplätze in der Region von Brunsbütteler Unternehmen beeinflusst.

Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung des Industriestandorts. Dabei gehe es darum, eine nachhaltige Industrieentwicklung, gute Geschäfte und «Gute Arbeit» an der Westküste zu ermöglichen, betonte der DGB Nord. Veranstalter sind die Werkleiterrunde des ChemCoast Park Brunsbüttel und die Gewerkschaften des DGB Nord.

«Von der Landesregierung erwarten wir ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Brunsbüttel mit fairen Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten», sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord der Deutschen Presse-Agentur. Nötig seien Investitionen in die Infrastruktur und Verkehrswege, etwa am Nord-Ostsee-Kanal, ein Festhalten an der Energiewende sowie die Überwindung der Ländergrenzen im Bereich der Industrieförderung: «Wir wollen eine abgestimmte Industriepolitik der norddeutschen Bundesländer.» Dass Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien und die Anforderungen der energieintensiven Industrie zusammenpassen, dafür könne Brunsbüttel ein Laboratorium sein, meinte der Gewerkschafter.

«Vom Flugzeugbau, über die Offshore-Branche, die Häfen und Werften, die Lebensmittelindustrie bis zur den Chemieanlagen, von der Grundstoffindustrie bis zu innovativen Produkten: Diese Wertschöpfungsketten zu stabilisieren und zu entwickeln, ist wesentliche Voraussetzung für gute Arbeit und Wohlstand im Norden», sagte Polkaehn. «Gut, dass die Landesregierung in Brunsbüttel Flagge zeigen will.»

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) sieht Brunsbüttel als einen hervorragenden Standort für den Bau eines nationalen Terminals für Flüssiggas (LNG). Die EU-Kommission habe ein ein starkes Interesse an einem nationalen LNG-Terminal in Deutschland, sagte Meyer der Deutschen Presse-Agentur und verwies auf Gespräche vergangene Woche in Brüssel. «Die Strategie der EU-Kommsision setzt auf die Nutzung von LNG-Gas, nicht nur für den Schiffsverkehr, sondern möglicherweise auch als Energiereserve.» Sollt ein entsprechendes Projekt in Brunsbüttel entstehen, könnte es Möglichkeiten für eine Förderung durch die EU geben. «Jetzt müssen wir weiter daran arbeiten, Brunsbüttel auch international zu positionieren», sagte Meyer.

Am Nachmittag im Kreishaus von Itzehoe geht es erneut um die Zukunft der Region nach der Insolvenz des Windenergieanlagen-Herstellers Prokon und der Schließung des Druckerei-Standortes Prinovis. Pressegespräch: 16 Uhr im Diestzimmer des Landrats.

Mieser Mai macht Touristen wenig aus – Buchungslage stabil

Bibbern statt Biergarten – der Mai war vielerorts eine herbe Enttäuschung, was das Wetter betraf. Die Urlauber im Norden konnte das jedoch nicht schrecken. Die seien schließlich unempfindlich, heißt es bei Touristikern. Die Aussichten für den Sommer sind gut.

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Attraktiv bei fast jedem Wetter: Radwanderweg am Nord-Ostsee-Kanal

Das zumeist schlechte Maiwetter hat keinen negativen Einfluss auf die Nachfrage in Urlaubsorten in Schleswig-Holstein gehabt. «Mein Eindruck ist nicht, dass das Wetter der primäre Faktor ist», sagt Marc Euler von der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH). Der kühle Saisonstart habe keinen Einfluss auf die Buchungslage gehabt. Die Urlauber «wissen, dass es hier frisch ist». Zwar trage gutes Wetter zu einer perfekten Mischung bei, es spielten aber noch andere Faktoren eine Rolle. Das Image des Nordens präge herberes Wetter: «Frischer Wind gehört dazu.»

«In der Regel sind unsere Gäste wetterfest», sagt auch Frank Timpe von Amrum Touristik. Zwar sei mancher Gast über die Feiertage im Mai kürzer geblieben. Dennoch seien die verlängerten Wochenenden im Mai gut gebucht gewesen. Auch die Buchungszahlen für den Sommer sähen sehr gut aus. «Die Vorbuchungen laufen gut an» – auch wenn die Insel momentan im «Juniloch» stecke.

Sylt verzeichnete im Frühjahr Buchungen auf Vorjahresniveau. «Selbst das kühle Frühlingswetter der vergangenen Wochen sowie Bahnstreik und Bauarbeiten auf der A7 haben sich nicht spürbar negativ auf die Buchungs- und Gästezahlen niedergeschlagen», berichtet Jutta Vielberg von Sylt Marketing.  Auch die Aussichten auf die kommenden Wochen seien ähnlich gut wie 2014. Insbesondere Juli und August seien bereits gut gebucht. «Der Sommer hat endlich auch im Norden Einzug gehalten – das wird die Nachfrage zusätzlich beflügeln.» Insgesamt wird ein ähnlich gutes Buchungsjahr wie 2014 erwartet.

Auch in Lübeck-Travemünde hatte das miese Maiwetter keine großen Auswirkungen auf die Nachfrage bei Touristen, wie Doris Schütz vom Lübeck und Travemünde Marketing feststellt. Himmelfahrt und Pfingsten seien in diesem Jahr besser gebucht gewesen als noch 2014. Spontane Übernachtsungswünsche sind Schütz zufolge zwar ausgeblieben. «Das fällt aber nicht ins Gewicht.» Auch der Sommer sei bereits «mindestens genauso gut gebucht wie 2014», vor allem von Mitte Juli bis Mitte August.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus