Alle Kraft auf fünf Wachstumsbranchen – so will Buchholz die Ansiedlungen im Land vorantreiben

Gezielte Akquise statt Anwerbung per Schrotschuss-Prinzip: Um beim Wirtschaftswachstum wieder Boden zurückzugewinnen, der Schleswig-Holstein trotz Wachstum seit der Wiedervereinigung verloren gegangen ist, hat die Landesregierung eine umfassende Ansiedlungsstrategie vorgelegt. Erstmals sollen sich Wirtschaftsförderer auf fünf Wachstumsbranchen fokussieren.

„Es besteht Handlungsbedarf“, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) den Lübecker Nachrichten (Sonntagausgabe). Die Wirtschaftskraft Schleswig-Holsteins liege im bundesweiten Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt. Nur 15 Prozent der Bruttowertschöpfung würden hier in der Industrie erzeugt. Bei internationalen Ansiedlungen liege Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich der Jahre 2012 bis 2020 an drittletzter Stelle. Bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze nehme das Land sogar den letzten Platz ein. 99 Prozent der 123 000 Betriebe hier seien kleine und mittlere Betriebe (KMU) mit weniger als 250 Beschäftigten.

Buchholz am letzten Mittwoch bei der Verleihung des Existenzgründerpreises der „Lübecker Nachrichten“ und der Lübecker Wirtschaft

Zwischen 1990 und 2018 sei der Anteil Schleswig-Holsteins am Bruttoinlandsprodukt Deutschlands von 3,2 Prozent auf 2,8 Prozent gesunken, während etwa Bayern und Baden-Württemberg enorm zugelegt hätten. Vor allem industrielle Arbeitsplätze fehlten, sagte der Minister den LN. Wenn Schleswig-Holstein seine Wirtschaftskraft verbessern und die strukturellen Defizite überwinden wolle, müsse das Land sich um Unternehmensansiedlungen bemühen und sie gezielt fördern.

Um die Ansiedlungsstrategie auf eine fundierte Basis zu stellen, hat die Landesregierung das Frankfurter Institut OCO Global mit einer Analyse beauftragt. „Wir haben uns angeguckt, wo liegen unsere Stärken? Welche Branchen haben Rückenwind, welche nicht?“, sagt Buchholz. Das OCO-Gutachten hat fünf sogenannte Fokusbranchen definiert: Medizin- und Gesundheitswirtschaft, digitale Wirtschaft, Maschinenbau und Elektronik, Ernährungsindustrie und erneuerbare Energien. Für diese Fokusbranchen will das Land eine „proaktive Akquise“ verfolgen, also nicht nur abwarten, sondern verstärkt um Ansiedlungen werben.

Im Gespräch mit Karsten von Borstel von der Industrie- und Handelskammer zu Kiel sagte Buchholz weiter – Video starten

Für die Region Lübeck sieht Buchholz vor allem den Ausbau der bereits starken Branchen Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft sowie der Ernährungswirtschaft als besonders erfolgversprechend an. „Die hochinteressante Achse Hamburg–Lübeck–Oldenburg bringt alle Voraussetzungen für eine starke Entwicklung mit.“ Diese Achse wolle man weiter ausbauen, so der Minister in den LN. Durch den Bau der festen Fehmarnbelt-Querung werde diese Achse auch international enorm an Bedeutung gewinnen.

Es gebe entlang der Achse „Leuchtturmbetriebe“ wie Dräger in Lübeck, Eppendorf in Oldenburg und viele andere. Durch die Medizinische Universität Lübeck und das UKSH habe man hier aber auch „Forschung von Weltrang“. Dazu komme eine dynamische Start-up-Szene, die etwa durch Gateway 49 aktiv gefördert werde. Durch diese drei Faktoren habe man in der Region Lübeck schon jetzt einen starken Kern – das könne andere Firmen anlocken.

Medizintechnik, Gesundheitswirtschaft und Ernährungswirtschaft seien starke Wachstumsmärkte und hätten auch Schnittmengen, etwa wenn es um das Thema personalisierte Ernährung und ihren Einfluss auf die Gesundheit gehe. „Wir haben Firmen wie Brüggen und viele andere, und beim Ernährungscluster Foodregio läuft das alles zusammen“, sagt Buchholz. „Wir sind hier für Life Science ein hochinteressanter Standort, viele Unternehmen aus anderen Regionen merken: Da tut sich etwas.“ Was noch fehlt, sind genügend Gewerbegebiete in den stark nachgefragten Lagen um Hamburg, Kiel und Lübeck.

Hier die gesamte Ansiedlungsstrategie:

Buchholz: Corona-Verordnung garantiert die weitgehende Rückkehr zur Normalität

Nach anderthalb Jahren Corona-Pandemie lockert die schleswig-holsteinische Landesregierung erneut die Zügel und gibt den Menschen ab Ende September einen Großteil ihrer Rechte und Freiheiten zurück.

Nach einem Stufenplan soll dann für Geimpfte, Genesene und Getestete (so genannte 3-G-Regel) weitgehend die Maskenpflicht entfallen – vor allem aber der Besuch von Lokalen und Veranstaltungen wieder ohne aufwändige Kontrollen und Beschränkungen möglich sein. Für Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“ – Video starten.

Auf der A 215 geht’s heiß her – Nach fast 50 Jahren erste grundlegende Sanierung der Fahrbahn

Ali Mojtahedi, Projektleiter der Autobahn GmbH, erläutert Verkehrsminister Buchholz bei Blumenthal den Einbau des so genannten Kompakt-Asphalts

Dampfender Asphalt, gleißende Sonne, lange Lkw-Schlangen mit Mischgut und Bindermaterial – dazu eine monströse Planiermaschine von 12 Metern Breite: Auf der A 215 zwischen Bordesholm und Blumenthal bei Kiel geht es es seit Tagen zu wie in einem Wimmelbuch. Noch bis Oktober wird die Autobahn GmbH des Bundes hier auf acht Kilometern Länge in Richtung Süden die Autobahn grundlegend sanieren.

Verkehrsminister Bernd Buchholz stattete den Bau-Teams heute einen Blitzbesuch ab und ließ sich unter anderem von Projektleiter Ali Mojtahedi die Funktionsweise des so genannten Kompaktasphalts erläutern. Anschließend sagte Buchholz im Gespräch mit Journalisten – Audio starten…

Während in Fahrtrichtung Süden für rund 13 Millionen Euro gut acht Kilometer saniert werden, steht im kommenden Jahr die Gegenrichtung mit einer Länge von gut zehn Kilometer auf dem Programm. Umgesetzt wird das Vorhaben von einer Arbeitsgemeinschaft der drei Baufirmen Kemna, Eurovia und Strabag. Das Material stammt aus den nahe gelegenen Mischwerken in Mühbrook, Lentföhrden und Poyenberg bei Nortorf. Buchholz erinnerte die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer daran, dass in den kommenden Wochen noch mit erheblichem Lkw-Verkehr in der Region zu rechnen sei.

Insgesamt werden im ersten Bauabschnitt rund 100.000 Quadratmeter Asphalt neu aufgetragen. Und zwar in einer Stärke von insgesamt zwölf Zentimetern.

Buchholz bei bei LN-Gründerwettbewerb: Wir kommen mit Schwung aus dem Pandemie-Tal

Schon durch den Konjunkturbericht für das zweite Quartal dieses Jahres blinzelte die Sonne. Denn: Die Stimmung der Unternehmen in Schleswig-Holstein hat sich deutlich verbessert. Der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammern im Land etwa machte einen Sprung von 100,4 auf 111,5 Punkte und liegt damit wieder klar über dem langjährigen Durchschnitt.

Und die ersten Wochen des dritten Quartals starten noch verheißungsvoller. Das machte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz gestern Abend beim Existenzgründerwettbewerb der „Lübecker Nachrichten“ und der Lübecker Wirtschaft im Gespräch mit LN-Redakteur Lars Fetköter deutlich – Video starten.

Gute Gründe also, sich selbständig zu machen und eine vielleicht lang gehegte Geschäftsidee endlich in die Tat umzusetzen. Die Winde stehen günstig. Und wer sich mutige Gründerinnen und Gründer einmal live ansehen will, dem sei dringend der gesamte Blick auf die gestrige LN-Veranstaltung empfohlen. Großartige Veranstaltung – zur dringenden Nachahmung für alle Regionalverlage empfohlen.  Zum aufgezeichneten Livestream der „Lübecker Nachrichten“ gehts hier

Buchholz bei „Meer.Innovation“: Bergung von Munition ist eine zwingende nationale Aufgabe

In den Weltmeeren rosten gewaltige Mengen alter Munition vor sich hin. Allein in Nord- und Ostsee werden 1,6 Millionen Tonnen vermutet. Experten beraten bei der internationalen Konferenz «Kiel Munition Clearance Week 2021» über die Bergung der für Mensch und Natur gefährlichen Stoffe. Bietet das Thema für den Norden eine Chance?

Zur Stunde diskutieren in der Kieler Hermann-Ehlers-Akademie Experten mit Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz über Auswege aus dem Öko-Dilemma, das aus seiner Sicht technologisch auch eine Chance bietet. Mit auf dem Podium bei Moderatorin Nele Dageförde von der TransMarTech GmbH: Prof. Dr. Jens Greinert (GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung), Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach (Inspekteur der Marine), Jann Wendt, Gründer der auf Munitions-Kartierung spezialisierten Egeos GmbH.

Hier der aufgezeichnete Live-Stream der Veranstaltung:

Nach Einschätzung von Buchholz sind allein für den Start in die industrielle Bergung der Munition seien etwa 100 Millionen Euro notwendig. «Unsere Vision ist es, die Weltmeere bis 2100 frei von Munitionsaltlasten zu bekommen», sagt Egeos-Chef und Gründer des internationalen Munitionskatasters „Ammunition Cadastre Sea“, Jann Wendt.

Geomar-Wissenschaftler forschen bereits seit Jahren zu verschiedenen Aspekten. Das Institut werde seine wissenschaftlichen Arbeiten zum Aufspüren von Munition und zur Entwicklung von Lösungen für die Überwachung und Räumung fortsetzen, sagt Geomar-Direktorin Katja Matthes. Voraussichtlich noch 2021 sollen drei weitere Projekte starten. «Hierbei geht es neben technologischen Entwicklungen zur Sprengstoffdetektion im Wasser und einer durch künstliche Intelligenz unterstützen Einschätzung des Risikos durch individuelle Munitionsobjekte insbesondere um die ökologischen Auswirkungen von Munition im Meer», sagte Geomar-Experte Jens Greinert. Alle relevanten deutschen Forschungseinrichtungen zögen bezüglich der ökologischen Auswirkungen an einem Strang.

In deutschen Teilen von Nord- und Ostsee liegen nach Regierungsangaben in 71 belasteten Gebieten insgesamt rund 1,6 Millionen Tonnen konventioneller Munition. Hinzu kommen etwa 5000 Tonnen chemischer Munition aus beiden Weltkriegen. Insgesamt sollen es in deutschen, dänischen, schwedischen, norwegischen und lettischen Gewässern 320 000 Tonnen sein.

Im April hatte die Umweltministerkonferenz laut Kieler Umweltministerium einem Antrag des Landes zugestimmt, den Monitoringbericht zu einer Handlungsempfehlung auszuweiten und somit den Weg für den Einstieg in die Bergung zu bereiten. Gefragt ist auch die Industrie. Die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) hat bereits Pläne für eine industrielle Bergung von Munitionsaltlasten. Die Industrie- und Handelskammer geht allein für Schleswig-Holstein von Investitionen in mehrstelliger Milliardenhöhe aus, sieht aber auch Möglichkeiten für den Export von Technologien. «Kiel hat als Standort der maritimen Industrie und Meeresforschung die Chance, einen neuen Wirtschaftszweig zu etablieren und Schleswig-Holstein in den internationalen Fokus zu rücken», sagte IHK-Präsidentin Friederike Kühn.

Buchholz verweist auf die besondere Lage seines Landes zwischen zwei betroffenen Meeren. Das Problem mache nicht an den deutschen Grenzen halt. Es sei ein weltweites Problem. Die Forschung müsse weiter laufen, um das Bewusstsein für die Situation zu schärfen. Die Industrie sei gefordert, die Technik für große Bergungseinsätze bereitzustellen.

Land schliesst ergänzendes Verfahren zu neu entdeckten Riffen im Fehmarnbelt ab

Zehn Monate nach Abweisung sämtlicher Klagen gegen den Bau des Fehmarnbelttunnels durch das Bundesverwaltungsgericht hat das Land einen Planänderungsbeschluss für das Projekt erlassen. Darin werden bislang unentdeckte und geschützte Riffstrukturen in der Nähe der künftigen Tunneltrasse berücksichtigt. Wie Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute (7. September) dem Landeskabinett berichtete, wurde die Befreiung von den Verboten des gesetzlichen Biotopschutzes für zusätzliche Riffflächen erteilt. Zum Ausgleich werden neue Riffstrukturen angelegt. „Damit haben wir alle Hausaufgaben erledigt, die uns das Gesetz und letztlich auch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts auferlegt hat“, sagte Buchholz. 

Bei den im letzten Jahr entdeckten Biotopen handelt es sich um drei Riffflächen im Einflussbereich des Tunnels. Die erste Fläche liegt zwei Kilometer nordöstlich des Fährhafens Puttgarden, westlich der Tunneltrasse, die zweite beginnt 300 Meter östlich vom Fährhafen und erstreckt sich entlang der gesamten Ostküste Fehmarns. Die dritte Rifffläche liegt etwa 1,6 Kilometer nordöstlich des Fährhafens. Die geplanten Kompensationsmaßnahmen grenzen unmittelbar nördlich an das FFH-Gebiet „Sagas-Bank“ und erstrecken sich über insgesamt 17,5 Hektar.

Wirtschaftsminister Buchholz erinnerte daran, dass seit vergangenem Jahr auf dänischer Seite bereits am Tunnel gebaut werde. Er sei zuversichtlich, auch auf deutscher Seite noch in diesem Jahr den offiziellen Startschuss für die Bauarbeiten im Bereich der Riffflächen geben zu können.

Der rund 20 Kilometer lange Tunnel zwischen Puttgarden auf Fehmarn und dem dänischen Rødby kostet rund 7,2 Milliarden Euro und wird allein von Dänemark finanziert. Der Tunnel selbst ist ein sogenannter Absenktunnel und wird aus 79 Standard-Elementen von je 217 Metern Länge und 10 Spezialelementen von je 47 Metern Länge zusammengesetzt.

Buchholz: Künftige Hilfsprogramme straffen und bei der Finanzverwaltung andocken

Buchholz und IB.SH-Chef Westermann-Lammers

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind im Norden fast zwei Milliarden Euro Wirtschaftshilfen von Bund und Land gezahlt worden. «Wir wollen Unternehmen in Schleswig-Holstein zielgerichtet und wirkungsvoll durch die Corona-Krise helfen», sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz  heute im Rahmen der Halbjahres-Pressekonferent der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH). Die aktuell im Vergleich zu 2019 geringere Zahl der Insolvenzen sei aber Beleg, «dass wir das eine oder andere Unternehmen mit durch diese Phase nehmen, obwohl es möglicherweise unter normalen Marktgegebenheiten schon aus dem Markt ausgeschieden wäre».

Für eine gesunde Wirtschaftsstruktur müssten die Hilfen endlich sein, sagte Buchholz. Es müsse wieder der Normalzustand erreicht werden. «Ansonsten laufen wir Gefahr, im Markt Verzerrungen zu erzeugen.» Zudem appellierte Buchholz an die künftige Bundesregierung, mögliche künftige Hilfsprogramme für Pandemien deutlich zu straffen und bei der Finanzverwaltung anzudocken.

Weiter sagte Buchholz dazu – Audio starten

Die klassischen Fördermittel der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), unabhängig von der Pandemie, beliefen sich im ersten Halbjahr auf 1,6 Milliarden Euro (Vorjahr 1,3 Milliarden Euro). Rund 116 Millionen Euro gingen beispielsweise in den Ausbau von Schulen oder Kindertagesbetreuung, 441 Millionen Euro in Breitbandausbau oder Wasserwirtschaft. Im Immobilienbereich betrug das Fördervolumen 515 Millionen Euro. Für den Mittelstand wurden gut 229 Millionen Euro bereitgestellt. «An der Nachfrage nach unseren originären Förderprogrammen merken wir, dass viele gerade jetzt eine gute Basis für die Entwicklung nach der Pandemie schaffen», sagte der IB.SH-Vorsitzende Erk Westermann-Lammers.

Nach Tourismus-Halbjahresbilanz: ab 18.05 Uhr gehts auf der „Welle Nord“ erneut „zur Sache“

Am Donnerstag präsentierten Tourismusminister Buchholz und die Chefin unserer Tourismusagentur TA.SH, Bettina Bunge, die Halbjahresergebnisse 2021. Fazit: Obwohl das Beherbergungsgewerbe an nur 6 von 26 Wochen öffnen konnte, hat Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr ein gutes Ergebnis erreicht: Mit 8,78 Millionen Übernachtungen – das ist ein Rückgang von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – landet der echte Norden im Ranking der Bundesländer erstmals auf Rang 3.Heute Abend ab 18.05 Uhr wird die „Welle Nord“ des NDR noch einmal vertieft in das Thema einsteigen. Zu Gast bei Moderator Pascal Hillgruber werden nach NDR-Angaben sein:

  • Dr. Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein
  • Prof. Anja Wollesen vom Deutschen Institut für Tourismusforschung an der FH Westküste und
  • Thomas Liedl, Direktor des Maritim Hotels in Travemünde

Wer sich noch einmal ein paar Zahlen, Daten, Fakten sowie Einschätzungen ansehen und anhören möchte – hier unsere Pressekonferenz von Donnerstag im Livestream, Video starten

Buchholz: Disko-Projekt macht Mut zu mehr…

Keine Frage: es war aufwändig und für die teilnehmenden Betriebe auch defizitär, aber unterm Strich dennoch ein Gewinn. Denn das bundesweit erste Modell-Projekt für den Betrieb von Diskotheken unter Pandemiebedingen hat vor allem eines gezeigt: Ausgelassenes Feiern und Tanzen ohne Abstand sind – richtig organisiert – keine Corona-Infektionstreiber. Für Wirtschaftsminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“, die den Gastronomen Mut machen sollte. Video starten

Die neuen StartUp-Stars des echten Nordens: beim 3. Überflieger-Wettbewerb gab’s diesmal 4 Sieger

Juri Klusak von Orthodrone beim Vorstellen seines Geschäftskonzepts

In nur sechs Minuten mit der eigenen Geschäftsidee überzeugen: Beim Finale des mittlerweile dritten landesweiten Überflieger-Wettbewerbs gaben gestern Abend im Gästehaus der Landesregierung sechs junge Unternehmen alles, um eine von drei Reise nach San Francisco und ins Silicon Valley zu gewinnen. Überraschung des Abends: Die Jury, die hauptsächlich aus den Sponsoren des Überflieger-Wettbewerbs besteht, finanzierte diesmal sogar kurzentschlossen eine vierte Reise ins Startup-Mekka.

„Wir haben kurzentschlossen zusammengeschmissen und anschreiben lassen, um in diesem Jahr ausnahmsweise sogar ein viertes Team in die USA zu schicken“, scherzte Wettbewerbs-Schirmherr, Wirtschaftsminister Bernd Buchholz bei der Siegerehrung. Er sagte weiter – Audio starten

Der „Überflieger“-Erstplatzierte: Jannes Köhler

Die meisten Stimmen der Jury erhielt Jannes Köhler für seine No-Code-Plattform Univelop. Nach der ersten Freude formulierte er bereits konkrete Wünsche für die Reise nach San Francisco: „Ich würde mich wirklich freuen, Investoren und Partner kennen zu lernen, die uns Wachstum und auch den Eintritt in den amerikanischen Markt ermöglichen.“

Auf seiner Reise ins kalifornische Gründungsmekka werde ihn die Gründer von Orthodrone und DayOff begleiten. Sie lagen gleich auf und ganz knapp vor IdeaChamp, die nun als viertes Startup in den Flieger steigen dürfen.

Hier die Siegerehrung als Live-Mitschnitt – Video starten

„Wir haben viele herausragende Startups in Schleswig-Holstein. Mit dem Überflieger-Wettbewerb geben wir ihnen eine Bühne hier vor Ort und schicken sie nach San Francisco und ins Silicon Valley, damit sie den Spirit hautnah erleben, Inspirationen sammeln und vor allem wichtige neue Kontakte aufbauen können“, erklärt Dr. Anke Rasmus, 1. Vorsitzende des Vereins StartUp SH, die Idee des Startup-Wettbewerbs. Mitveranstalter The Bay Areas e.V. fördert den Austausch und die Zusammenarbeit der Regionen San Francisco, Kiel und Schleswig-Holstein.

Anke Rasmus

„Für unsere Gewinner-Startups organisieren wir eine Reise mit möglichsten vielen persönlichen Treffen mit Investoren aus dem Silicon Valley und amerikanischen Startups“, beschreibt Axel Schulz, 1. Vorsitzender The Bay Areas den Gewinn. Im Moment stehen die Planungen durch die Corona-Pandemie auf Standby, aber sobald eine attraktive Reise möglich ist, werden die Überflieger abheben.

Aber auch für CarbonFreed und Plantobelly nutzen die Veranstalter ihre Kontakte ins Silicon Valley. Sie werden ihre Geschäftsideen in digitalen Pitches einem amerikanischen Investor vorstellen und direktes Feedback aus Sicht des amerikanischen Marktes erhalten.

Vor Ort in Schleswig-Holstein kann das Netzwerken sofort starten. Sowohl der Marketing Club Schleswig-Holstein als auch der Verein The Bay Areas übergaben den sechs Finalisten eine kostenlose Jahresmitgliedschaft. „Bei den richtigen Zielgruppen sichtbar zu sein und zu bleiben, ist für den Erfolg junger wie gestandener Unternehmen wichtig“, betonte Börrje Schneider vom MCSH-Vorstand und freut sich auf den Austausch mit den Gründerinnen und Gründern.

Der Überflieger-Wettbewerb findet bereits zum dritten Mal statt und wird von den drei Vereinen The Bay Areas, Marketing Club Schleswig-Holstein und StartUp SH zusammen mit dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus Schleswig-Holstein veranstaltet. Startups mit guten Ideen aus Schleswig-Holstein erhalten so die Chance, ihre Geschäftsidee einem breiten Publikum vorzustellen, den Spirit des Silicon Valley hautnah zu erleben und auf beiden Seiten des Atlantiks neue Kontakte aufzubauen. Der Wert pro Reise beträgt ca. 4.000 Euro.

Über die Startups:

Marko Ibsch

CarbonFreed | „Moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz bieten fast grenzenlose Möglichkeiten“, sagt CarbonFreed-Gründer Marko Ibsch. Mit seinem Startup setzt er sie ein, um den Zertifizierungsprozess von Stromerzeugungsanlagen aus erneuerbaren Energien zu automatisieren, insbesondere für den Bereich Photovoltaik. Fachkräfte werden von monotoner Arbeit entlastet, der der Fachkräftemangel kompensiert und die Bearbeitungszeit für Zertifikate auf 1/10 reduziert.

Lino Toran Jenner

DayOff | Lino Toran Jenner und Corin Freyer ist wertschätzende Teamarbeit wichtig und der zentrale Punkt ihrer Web-Applikation für nachhaltiges Soft Skill Training. Mit motivierende Challenges für alle Mitarbeitenden unterstützen sie gemeinsames Lernen, setzen künstliche Intelligenz ein, um bedarfsorientiertes Soft Skill Training zu ermöglichen und integrieren das Lernen durch praktische Anwendung direkt in den Arbeitsalltag.

Gerrit Jochims

IdeaChamp | Dr. Gerrit Jochims, Laura Röseberg und Dennis Struck haben eine Technologie entwickelt, mit der unternehmerische Innovationsideen nicht im Sand verlaufen, sondern einfach in die Umsetzung gebracht werden. Das Startup begleitet seine Kunden mittels Software und Beratungsleistungen bei ihren Innovationsprozessen und bindet dabei Mitarbeitende über alle Hierarchieebenen hinweg ein.

Juri Klusak

Orthodrone | Juri Klusak und Julian Teege haben wissenschaftliche Datenerfassung und Analysen von der Uni in die internationale Wirtschaft gebracht. Die hybriden Drohnen und hochgenaue Sensorik sind mittlerweile weltweit im Einsatz. Für seine Kunden modelliert und analysiert Orthodrone kritische Infrastruktur, wie Bauwerke für den öffentlichen Sektor, Hochspannungsleitungen und Vegetation für Netzbetreiber, Offshorebauteile, stromproduzierende Staudämme in den Alpen und Telekommunikationsmasten.

Plantobelly | Christian Hahn und Bastian Klemke lassen Bäume sprechen. Die Gründer von Plantobelly haben ein System zur professionellen Feuchtigkeitsüberwachung im Boden entwickelt, das bereits in mehreren Städten und auf einer Obstplantage im Einsatz ist. Das Startup unterstützt seine Kunden bei der Anpflanzung und Pflege von Straßenbäumen und Stadtbegrünung, die durch Klimawandel, verdichtete Böden und Wasserknappheit immer schwieriger und aufwendiger werden.

Univelop | „Mit unserem Bausteinsystem kann jeder seine eigene App erstellen. Auf jedem System. Ohne eine Zeile Code“, verspricht Univelop-Gründer Jannes Köhler. Mit seiner No-Code Plattform spricht das Startup alle an, die ihre Geschäftsprozesse digitalisieren möchten, dafür jedoch keine passende Software finden und denen individuelle Lösungen zu teuer sind. Durch die Kombination verschiedener Bausteine ist so ziemlich alles umsetzbar. Das Ergebnis ist eine intuitive Anwendung, die auf diversen Geräten läuft.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus