Buchholz: Der „Kaltstart“ des SH-Tourismus trägt Früchte – Platz 3 im Länderranking

Nach monatelangem Stillstand besteht im Tourismus Nachholbedarf. Schleswig-Holstein profitiert davon mehr als andere Länder. Im Länderranking klettert der Norden auf Platz drei. In einem Punkt war kein anderes Land im ersten Halbjahr besser.

Tourismus-Experten Bunge & Buchholz

Nach Platz drei im Inlands-Tourismus des ersten Halbjahres hofft Schleswig-Holsteins Branche auf viele Gäste in den kommenden Wochen. «Nach monatelangem Stillstand ist ein Aufwärtstrend im Tourismus erkennbar», sagte heute die Geschäftsführerin der Tourismusagentur, Bettina Bunge, bei der Vorstellung der Halbjahres-Tourismusbilanz mit Tourismusminister Bernd Buchholz. «Überall kamen Gäste in Strömen zu uns, sobald die Beherbergungs- und Freizeitbetriebe wieder öffnen konnten.»

Im Zuge der Corona-Pandemie gab es infolge des Stillstandes in den ersten Monaten – so war das wichtige Ostergeschäft weggefallen – aber einen Rückgang der Gästezahl um 22,8 Prozent auf 1,72 Millionen. Bei den Übernachtungen fiel das Minus mit 2,7 Prozent auf 8,79 Millionen deutlich geringer aus. Allerdings durften Hotels- und Ferienwohnungen auch nur sechseinhalb Wochen öffnen, zehn Wochen weniger als 2020. Nur in Bayern und Baden-Württemberg buchten Urlauber im ersten Halbjahr mehr Übernachtungen. Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) sprach von einer Aufholjagd.

Das gesamte Pressegespräch zum Nachschauen hier:

https://fb.watch/7MEZ8IrjOO/

Im Vergleich zum Rekordjahr 2019, als 3,93 Millionen Touristen in den ersten sechs Monaten 14,55 Millionen Übernachtungen buchten, gebe es im Norden nur einen Rückgang um 39,7 Prozent. «Damit sind wir mit Abstand das beste Bundesland.» In den anderen Ländern betrage der Rückgang mindestens knapp 60 Prozent.  «Die touristischen Modellprojekte ab April haben Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr einen strategischen Vorteil für den Urlaubstourismus verschafft», sagte Buchholz. Noch nie habe das Land im Ranking der Länder Platz drei belegt. Im Vorjahreszeitraum war es Rang 5. Rückläufig ist allerdings die Zahl der Unterkünfte. Waren es 2019 vor Corona noch 3957, sank ihre Zahl über 3813 (2020) auf zuletzt 3743. «Wir haben über zwei Jahre mehr als 200 Betriebe verloren, das ist nicht wenig», sagte Buchholz.

Beliebtestes Reiseziel im Inland war Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr für Campingurlauber. Sie buchten knapp 1,5 Millionen Übernachtungen auf den 267 Campingplätzen, gut ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum und auch 3,8 Prozent mehr als 2019, im Jahr vor der Pandemie.

Mit Blick auf die kommenden Monate zeigten sich Bunge und Buchholz erwartungsfroh. «Auch für die zweite Jahreshälfte haben sich viele Gäste für Schleswig-Holstein entschieden und schon ein Quartier gebucht», sagte Bunge. Für Juli und August würden Top-Ergebnisse erwartet. Der Branche gehe es aber nicht nur um quantitatives Wachstum. «Wir wollen Schleswig-Holstein weiter als Ganzjahres-Destination entwickeln.»

Für Buchholz geht es nicht nur darum, mehr Arbeitskräfte für die Branche zu gewinnen, sondern mehr Tourismusakzeptanz im Land zu erreichen. «Viele Einheimische sorgen sich, dass teilweise zu viele Gäste vor Ort sind und ihre Interessen nicht ernst genommen werden.» In der Branche gebe es 160 000 Arbeitsplätze. Hotel-Neubauten seien aber notwendig, weil alte Anlagen ausschieden oder nicht mehr den Ansprüchen der Urlauber genügten. «Aber niemand will Tourismus im Land dadurch erreichen, dass wir die Küsten zubetonieren.»

Die Urlauber blieben im Frühjahr im Schnitt 5,1 Tage in Schleswig-Holstein, einen Tag mehr als 2020. Im ersten Halbjahr war die Gemeinde Sylt mit 725 331 Übernachtungen am beliebtesten, gefolgt von Sankt Peter-Ording (455 813) und Lübeck (417 863). Sorgenkind ist weiter die Tagungs- und Veranstaltungswirtschaft.

Buchholz zum SH-Disco-Modellversuch: Feiern ohne Maske und Abstand ist sicher möglich

Die Landesregierung hat Betreibern von Diskotheken Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Aussicht gestellt. «Mit einem Test- und Kontrollregime können wir dieser gebeutelten Branche wieder eine Perspektive geben», sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute nach der Kabinettssitzung in Kiel.

Buchholz mit Corona-Experten Ott (rechts) und Disco-Betreiber Claussen

Im Rahmen eines Modellprojekts hatten seit Juli drei Diskotheken insgesamt 2.880 Gäste empfangen – ohne sich dabei auch nur im Geringsten als Infektionstreiber zu erweisen. Buchholz wertet das als Erfolg: «Es gibt sehr wohl eine Möglichkeit, sicher Partys zu feiern.» Zu den Teilnehmern gehörte auch das «Joy» in Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg). Betreiber Joey Claussen appellierte an den Minister: «Egal ob 2G oder 3G – öffnen Sie bitte endlich unsere Läden.»

Dass ein Disco-Besuch in Pandemiezeiten – wenn auch mit einigem Aufwand – möglich und sicher ist, das zeigt die Auswertung der Modellprojekte. Laut Buchholz und dem Corona-Experten Prof. Dr. Stephan Ott – der die Projekte wissenschaftlich begleitet hatte – verhindern gute Lüftungsanlagen und ein strenges Testregime Ansteckungen in den Lokalen.

Buchholz und Ott sagte heute im Rahmen einer Pressekonferenz – Video starten

Zutritt zu den drei Modell-Diskos erhielt nur, wer geimpft oder genesen war oder einen maximal sechs Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen konnte. Außerdem gab es Vorgaben für Nachtestungen, um die Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen wissenschaftlich auswerten zu können. Im Joy in Henstedt-Ulzburg und im Horizon in Oldenburg fanden jeweils drei Veranstaltungen statt, das Flensburger Bootshaus musste das Modellprojekt nach zwei Veranstaltungen abbrechen, da die Sieben-Tages-Inzidenz im Kreis über 35 gestiegen war.

Laut Ott und Buchholz zeige die wissenschaftliche Auswertung der Daten, dass die engen Vorgaben Infektionen bei den Veranstaltungen verhinderten. Lediglich vier positive Tests gab es im Anschluss an die Feiern, eine Ansteckung in der Disco selbst sei laut den Gesundheitsämtern aber unwahrscheinlich. «Im Modell-Zeitraum war in den drei Kreisen die Inzidenz zwar gestiegen, das war aber ein genereller Trend und ist eher auf Reiserückkehrer und den Schulstart zurückzuführen. Bei den Partys hat sich niemand angesteckt, soweit wir wissen», betonte Buchholz. Besonders positiv sei außerdem die teilweise hohe Quote der Geimpften und Genesenen. Bei einer Party im Horizon in Ostholstein lag sie bei 74 Prozent.

Und diese Bilanz zieht „Joy“-Betreiber Joey Clausen aus Henstedt-Ulzburg

Die Modellprojekte zeigten, dass die Öffnung von Diskotheken unter kontrollierten Bedingungen sicher sei, sagte der Minister weiter. «Mit einem Test- und Kontrollregime können wir dieser gebeutelten Branche wieder eine Perspektive geben.» Auch die Lüftungsanlagen hätten sich bewährt, das zeigten die CO2-Messungen während der Veranstaltungen. Die Erkenntnisse aus den Modellprojekten seien eine wichtige Grundlage, um mögliche Öffnungsschritte vorzubereiten, so Buchholz. Verpflichtende Nachtestungen solle es hingegen nicht mehr geben. «Die waren für die wissenschaftliche Begleitung entscheidend. Aber nur etwas mehr als die Hälfte der Tests nach der Veranstaltung wurden überhaupt an die Veranstalter gemeldet. Hier könnte vielleicht über Erinnerungsmails oder Anreize der Diskotheken wie Ticketverlosungen nachgedacht werden. Denn sinnvoll sind die Nachtestungen allemal,» so der Minister.

Buchholz: August-Arbeitsmarkt in Sommerlaune und Wirtschaft weiter wetterfest

Schleswig-Holsteins Arbeitsmarkt zeigt sich aus Sicht von Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz in Sommerlaune und die Wirtschaft angesichts sinkender Firmenpleiten weiter wetterfest: So sank die Zahl der Arbeitslosen im August im Vergleich zum Juli um 4.100 Personen, 85.200 Menschen waren ohne festen Job. „Das waren 12.400 Arbeitslose weniger als im Vorjahresmonat und es gibt allen Grund zu Optimismus, dass sich dieser Trend im Herbst fortsetzen wird“, sagte Buchholz zu den heute vorgelegten Arbeitsmarktdaten der Bundesagentur. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Juli um 0,3 auf 5,4 Prozent. Die Zahl der Firmenpleiten ging gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 um 13 Prozent zurück

Als besonders erfreulich bezeichnete es Buchholz, dass die positive wirtschaftliche Entwicklung auch Langzeitarbeitslosen wieder eine Perspektive am Arbeitsmarkt eröffne. So sank die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Vormonatsvergleich um 1,4 Prozent auf 34.313 Betroffene . Ebenso sei die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen von aktuell 8.328 aufgrund des Ausbildungs-Starts deutlich zurückgegangen – und zwar um 8,6 Prozent gegenüber dem Vormonat und 23,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Zur Lage am Arbeitsmarkt und zur Situation der Betriebe im echten Norden sagte Buchholz weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Wie Buchholz sagte, habe das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit in mehreren Studien die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt untersucht. „Und je spezialisierter die Unternehmen in einer Region unterwegs sind und je höher die Beschäftigten qualifiziert sind, desto besser sind sie gegen Krisen gewappnet“, so der Minister. Er erinnerte daran, dass das Land Bildungsträger fördert, die zusammen mit kleinen und mittelständischen Betrieben berufliche Qualifizierungsmosdule entwickeln und erproben.

Als Beispiel nannte Buchholz Module zur Datenanalyse- und Interpretation, Lehr- und Lernhilfen für Auszubildende in der Branche der Erneuerbaren Energien sowie in der Informationstechnologie. Bildungsträger können bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein (www.ib-sh.de) bis zum 30. September entsprechende Anträge stellen. Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt und der bevorstehenden „Digitalen Woche“ in Kiel vom 12. bis 19. September appellierte Buchholz auch an junge Menschen, weiter nach Ausbildungsplätzen zu schauen: „Neben einem Studium bietet auch eine betriebliche Ausbildung oder eine Kombination aus beidem beste Karrierechancen.“

Die Zahl der Firmenpleiten im Norden sank im ersten Halbjahr im Vorjahresvergleich um 13 Prozent auf 258. Verglichen mit der ersten Hälfte des Vor-Corona-Jahres 2019 waren das sogar 33 Prozent weniger, wie das Statistikamt Nord heute mitteilte. Derweil ist die Zahl der Verbraucherpleiten enorm gestiegen, und zwar «so stark, dass schon im ersten Halbjahr 2021 mit 2033 Fällen die Zahl für das gesamte Jahr 2020 um neun Prozent überschritten wurde».

Die absolut höchste Zahl an Firmen- und Privatinsolvenzen zählten die Statistiker in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Pinneberg. Gemessen an der Zahl der Unternehmen beziehungsweise Einwohner «war jedoch jeweils die kreisfreie Stadt Neumünster am stärksten betroffen».

Das niedrige Niveau der Firmenpleiten erklären die Statistiker auch damit, dass erst seit dem 1. Mai wieder die volle Antragspflicht bei Insolvenz gilt. Normalerweise muss ein Insolvenzantrag spätestens drei Wochen nach Eintritt eines Insolvenzgrunds gestellt werden.

Wegen der Pandemie hatte die Bundesregierung im Frühjahr 2020 die Meldepflichten für Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit außer Kraft gesetzt. Für Zahlungsunfähigkeit galt die Antragspflicht seit Oktober wieder, für überschuldete Firmen blieb sie unter bestimmten Voraussetzungen bis Ende April ausgesetzt. «Ob damit die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen steigen wird, wird sich voraussichtlich im zweiten Halbjahr zeigen», so die Statistiker.

Buchholz: Nun liegt der Strassen-Anbindung des Fehmarnbelttunnels kein Stein mehr im Weg

Ende eines jahrelangen zähen Tauziehens um die Straßenanbindung des künftigen Fehmarnbelt-Tunnels in Ostholstein: Mit einem außergerichtlichen Vergleich haben das Land und die skandinavische Reederei Scandlines diese Woche endgültig den Weg für den autobahnähnlichen Ausbau der B 207 zwischen Puttgarden und Heiligenhafen freigemacht.

Für Verkehrsminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“ – Video starten.

Buchholz: Elektrifizierung der Marschbahn ist ohne aufwändiges Planverfahren möglich

Wenn alle mitziehen, könnte die Elektrifizierung der Marschbahn ohne aufwändiges Planfeststellungsverfahren verwirklicht und schon in drei Jahren realisiert werden.

Verkehrsminister Bernd Buchholz  sieht beste Chancen für eine schnellere Elektrifizierung der Bahnstrecke von Itzehoe nach Niebüll.  Er spreche mit Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) über eine beschleunigte Planung auf dem 120 Kilometer langen Abschnitt der sogenannten Marschbahn nach Sylt, sagte der Minister heute im Landtag. Das würde die Dauer des Ausbaus auf drei bis vier Jahre verkürzen.

Möglich macht dies nach eine Gesetzesänderung, wonach unter bestimmten Voraussetzungen auf lange Planfeststellungsverfahren verzichtet werden kann. Das gilt laut Buchholz vor allem für die Strecke zwischen Itzehoe und Niebüll,  aber nicht für den letzten Streckenabschnitt auf die Nordseeinsel: «Wir werden nicht über den Hindenburgdamm einfach sagen: Da passiert schon nix mit der Umwelt. Da ist ein wirklich sensibler Bereich», so der Minister.

Hier seine gesamte Landtagsrede – Video starten

75 Jahre Wirtschaft in Schleswig-Holstein: Aus Not und Mangel zum strahlenden Nordlicht

Am Anfang standen Hunger, Not, Armut und eine Riesenzahl von Weltkriegsflüchtlingen, heute geht es um 5G- Mobilfunk, Glasfaserausbau, autonome Schiffe, Megayachten oder Wasserstoff-Technologien. Zwischen Mangel und Nachkriegswirren wurde Schleswig-Holstein geboren, heute, 75 Jahre später, feiert es sein Jubiläum eher als strahlendes Nordlicht.

Der „echte Norden“, wie wir ihn selbstbewusst nennen und weltweit vermarkten, bietet Spitzenforschung. Von hier kommen Top-Medizintechnik, Megayachten, Hightech-Marineschiffe, Dutzende mittelständische Weltmarktführer, beliebte Nahrungsmittel und Windstrom en masse. Auch als Touristenmekka putzt sich das Land zwischen den Meeren immer mehr heraus und das Schleswig-Holstein Musik Festival ist wie das Wacken Open Air ein Juwel.  

Zur Wahrheit gehört aber auch: Im Bundesvergleich hat die Innovationskraft des Landes, in dem das Fax, das Echolot oder der Kreiselkompass erfunden wurden, relativ an Boden verloren. Das hat vor allem mit dem Mangel an großen Industrieunternehmen mit potenten Forschungsabteilungen zu tun.

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat dazu Zahlen: Der Anteil des Landes am deutschen Bruttoinlandsprodukt sank von 1991 bis 2018 von 3,2 auf 2,8 Prozent. Danach stieg er wieder auf 2,9 Prozent. Das lag daran, dass vom Abschwung 2019 und der folgenden Corona-Krise vornehmlich Industrie betroffen war – und die ist im Norden nicht stark vertreten.

«Schleswig-Holstein hat sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt», sagt Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). «Mit der Festlegung von Schwerpunktbranchen haben wir den Standort gestärkt.» Es gebe aber zu wenig industrielle Arbeitsplätze. Dadurch, dass 90 Prozent der Unternehmen nur fünf bis zehn Mitarbeiter haben, fehlen starke Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. Doch Buchholz nennt Lichtblicke: «Die Westküste gehörte bis vor nicht allzu langer Zeit zu den strukturschwachen Regionen mit relativ wenig ausgeprägter Wirtschaftsperspektive». Das habe sich in den letzten fünf bis zehn Jahren komplett geändert, und es gebe weiteres Potenzial.

Hier das gesamte Interview mit dpa-Korrespondent Wolfgang Schmidt –Video starten:

Der Beliebtheit des Landes als Urlaubsziel tun auch Defizite keinen Abbruch. Die Ferienorte sind – nicht zuletzt infolge der weltweiten Corona-Reisebeschränkungen proppenvoll. Die Bevölkerung wächst, Ältere kommen gern, um den Lebensabend an frischer Luft und bei meist nicht ganz so hohen Immobilienpreisen wie anderswo zu genießen.

Buchholz: Zum 75. Geburstag bekommt der echte Norden eine echte Ansiedlungsstrategie

Wenn morgen landauf, landab der 75. Geburtstag Schleswig-Holsteins gefeiert wird, dürfte sich der Blick neben den historischen Wurzeln auch auf die ökonomische Verfassung des Landes richten. Zwar hat sich Schleswig-Holstein laut Kieler Institut für Weltwirtschaft gerade in den letzten Jahren wirtschaftlich durchaus positiv entwickelt, hat in Deutschland insgesamt aber relativ an Gewicht verloren.

Eine Antwort der Landesregierung darauf gab es am Dienstag mit einem Kabinettsbeschluss. Wirtschafts- und Arbeitsminister Bernd Buchholz legte eine Ansiedlungsstrategie vor, der erstmals eine gründliche Analyse der Stärken und Schwächen des echten Nordens vorausgegangen ist. Seine „Meldung der Woche“. Video starten.

Minister-Lob für PAV als kernigem Mittelstandsbetrieb und dessen Pandemie-Einsatz

Buchholz beim Betriebsrundgang mit PAV-Prokurist Dirk Kistenmacher

Minister-Stippvisite bei einem Top-Traditionsbetrieb im Kreis Stormarn: Der renommierte Paul Albrechts Verlag, seit drei Generationen in Frauenhand,  und sein Schwesterunternehmen PAV Card aus Lütjensee steuern seit Jahren einen klaren Wachstumskurs – und helfen aktuell auch maßgeblich bei der Alltags-Bewältigung der Corona-Pandemie. Grund genug für Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, das jüngst vom Land geförderte und knapp 100 Jahre alte Familienunternehmen zu besuchen. Denn: Die PAV GmbH ist langjähriger Partner im deutschen Gesundheitswesen, versorgt 50.000 Ärzte mit Vordrucken wie Rezepten und Formularen, produziert die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und stellt seit einem Jahr zudem OP-Masken her. Buchholz liegt dabei vor allem die Sicherstellung der Grundversorgung für medizinischen Mund-Nasen-Schutz in Schleswig-Holstein am Herzen – auch über die Zeit der Pandemie hinaus. Im Gespräch mit Geschäftsführerin Isabel Höftmann-Toebe und ihrem Team zeigte sich Buchholz vor allem beeindruckt von der Innovationskraft, der Wandlungsfähigkeit und dem breiten Portfolio des Unternehmens.

„Wir brauchen Unternehmen wie dieses, die Digitalisierung nicht als Bedrohung, sondern als Chance verstehen und die neben ihrem Kerngeschäft den Mut und die Möglichkeiten haben, Lösungen für aktuelle Anforderungen zu schaffen“, so Buchholz. PAV habe sich in der Hochphase des ersten Lockdowns dazu entschieden, am Unternehmensstandort Lütjensee auf den eklatanten Mangel an Schutzausrüstung made in Germany zu reagieren. Weiter sagte Buchholz – Audio starten

Um nachhaltig wettbewerbsfähig mit Herstellern aus Fernost zu sein, setzt PAV auf besonders leistungsstarke Maschinen und Komponenten aus Deutschland. Diese ermöglichen die Produktion von etwa 700 OP-Masken pro Minute. Das Unternehmen hat einen siebenstelligen Betrag in die Umrüstung investiert und erhielt über die IB.SH einen Zuschuss in Höhe von 800.000 Euro aus dem Landesprogramm Wirtschaft mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

„Mit unserer OP-Maskenproduktion möchten wir einen maßgeblichen Beitrag zur Bewältigung von Pandemien – heute und in Zukunft – leisten und so Arbeitsplätze langfristig sichern“, betonte Isabel Höftmann-Toebe bei einem gemeinsamen Rundgang durch die Maskenproduktion.

Buchholz (Mitte) mit PAV-Chefin Isabel Höftmann-Toebe (rechts) Dirk Kistenmacher

„Wenn wir in unserem Land sicherstellen wollen, dass wir bei Bedarf schnell, flexibel und zuverlässig auf Schutzausrüstung zugreifen können, dann müssen wir diese Produkte auch dauerhaft abnehmen. Denkbar wäre beispielsweise eine staatliche Reserve“, erklärte Buchholz und versprach, eine konkrete Umsetzung zu prüfen. In dem Gespräch ging es außerdem um die Herausforderungen bei der Gewinnung von ITFachkräften in Lütjensee bzw. Stormarn und um die Bedeutung von Netzwerken. In großer Übereinstimmung mit dem schleswig-holsteinischen Wirtschaftsminister wurde festgestellt, dass es derzeit nicht nur darum gehe, digital zu transformieren, sondern ganz neue Geschäftsmodelle zu kreieren.

Nobis-Übernahme durch die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft unter Dach und Fach

Gute Nachrichten für die Nobis-Belegschaft: Seit heute ist die Übergabe an die Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) unter Dach und Fach

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat die heute besiegelte Übernahme der Nobiskrug-Werft in Rendsburg durch die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) begrüßt: „Damit ist eine entscheidende Weiche Richtung Zukunft gestellt und die 280 Beschäftigten des Unternehmens können etwas durchatmen“, sagte Buchholz in Kiel. Kurz zuvor war Investor Lars Windhorst noch zum Gespräch bei der Landesregierung. Das Bundeskartellamt hatte bereits am Freitag die Freigabe für den Verkauf erteilt.

Buchholz sagte nach der heutigen Entscheidung im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein weiter – Audio starten

Nach den Worten von Insolvenzverwalter Hendrik Gittermann (rechts) sei der Geschäftsbetrieb der international renommierten Superjacht-Werft damit rechtswirksam an die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) übergeben («Closing»). Der Verkauf war bereits im Juli erfolgt, stand jedoch unter anderem noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe.

Windhorst, dessen Tennor Gruppe die beiden Werften übernommen hat, und Geschäftsführer Philipp Maracke informierten die Nobis-Belegschaft und den Betriebsrat heute zugleich über die Ziele und nächsten Schritte in der Kooperation zwischen den beiden Werften.

Für die Abteilung Stahlbau von Nobiskrug mit etwa 30 Beschäftigten, die unter anderem die Schleusentore des Nord-Ostsee-Kanals wartet und repariert, wird weiter ein Investor gesucht. Sie wurde nicht von der FSG mit übernommen. Er sei jedoch zuversichtlich, auch hierfür zeitnah einen Investor zu finden, sagte Gittermann.

Einwände gegen Neubau der Rader Hochbrücke: 36 Bürger diskutierten 5 Stunden mit Planern

Gut zwei Jahre nach dem Start der konkreten Planungen zum Neubau der Rader Brücke im Zuge der A 7 bei Rendsburg ist heute ein Teil der insgesamt 192 Einwendungen gegen das Projekt mündlich erörtert worden. Dazu erschienen in der Rendsburger Nordmarkhalle 36 Bürgerinnen und Bürger, der Bürgermeister der Gemeinden Ostenfeld und Rade sowie einige Rechtsbeistände. Nach fünf Stunden war die üppige Tagesordnung abgearbeitet .

Leiten und moderieren die Anhörung in der Rendsburger Nordmarkhalle: Dr. Delia Gronemeyer vom APV und APV-Rechtsanwalt Dr. Martin J. Ohms

Die Einwendungen und auch die bei der mündlichen Anhörung vorgetragenen Kritikpunkte und Anregungen stammen von insgesamt rund 200 Betroffenen und werden von der zuständigen Planfeststellungsbehörde, dem schleswig-holsteinischen „Amt für Planfeststellung Verkehr“ (APV) geprüft und gewichtet. Inhaltlich ging und geht es dabei neben Lärmschutz vor allem um Beeinträchtigungen von Privatgrundstücken während und nach der mehrjährigen Bauphase.

Angesichts des maroden Zustands der bestehenden Rader Brücke soll das neue Doppel-Bauwerk innerhalb der kommenden sieben bis acht Jahre fertiggestellt sein. Die Baugenehmigung, der so genannte Planfeststellungsbeschluss, wird vom APV erlassen und anschließend öffentlich ausgelegt.

Mario Schönherr

Zu Beginn der Erörterungen stellte der zuständige Projektleiter der Planungsgesellschaft DEGES, Mario Schönherr, die Pläne und den Bauablauf vor (siehe auch Video oben). Begonnen werden soll das Vorhaben – das auch eine Verbreiterung der A 7 zwischen dem Autobahnkreuz Rendsburg und der Anschlussstelle Rendsburg/Büdelsdorf auf sechs Fahrstreifen beinhaltet – auf der Nordseite des Nord-Ostsee-Kanals in Höhe der Gemeinde Borgstedt. Spätestens 2026 soll dann die erste der beiden Zwillingsbrücken stehen und den gesamten Verkehr beider Richtungsfahrbahnen auf zunächst vier Spuren aufnehmen. Nachdem die alte Rader Hochbrücke dann abgerissen ist, wird im Abstand von zehn Zentimetern die zweite Brücke errichtet.

Nach den Worten von Schönherr rückt das neue Bauwerk im Vergleich zur alten Brücke nur um 16,5 Meter nach Osten Richtung Rade weiter. Die neue Doppelbrücke werde zudem trotz der Sechsstreifigkeit nur um insgesamt vier Meter breiter werden. Das reine Brückenbauwerk wird eine Länge von 1500 Metern haben, die Gesamt-Erneuerung der A 7 im Bereich des Nord-Ostsee-Kanals umfasst 5,3 Kilometer. Die Gesamtkosten liegen aktuell bei rund 320 Millionen Euro.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus