Land fordert massive Nachbesserungen an geplanter EEG-Novelle

Nägele zur geplanten EEG-Novelle: Ohne Änderungen droht Vollbremsung für Arbeitsplätze und Innovationen

Langzeitbelichtung mit Windkraftanlagen hinter einem Maisfeld

Scharfe Kritik von Technologie-Staatssekretär Dr. Frank Nägele an der geplanten Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG): Sollten die bislang bekannten Eckpunkte der EEG-Novelle 2016 umgesetzt werden, drohe sowohl der Verlust von Arbeitsplätzen als auch von Innovationspotenzial im Norden, sagte Nägele am Abend in Kiel beim Neujahrsempfang des Bundesverbandes Windenergie und der ARGE Netz.  Mit der beabsichtigten Umstellung auf ein Ausschreibungsmodell für die die künftige Ermittlung der Einspeisevergütung für Windenergie an Land und auf See ab 2017 werde zudem ein Systemwechsel vollzogen, der der Branche schmerzhafte Anpassungsleistungen abverlange.

Nägeles Sorgen um Arbeitsplätze und Innovationskraft richten sich vor allem auf das Abrücken vom bisherigen Konsens, jährlich 2,5 Gigawatt zusätzlich an Onshore-Wind zuzulassen. Dies käme einer Vollbremsung einer für Schleswig-Holstein und ganz Norddeutschland enorm wichtigen Branche gleich. Nägele kündigte an, seine Kritik gemeinsam mit Wirtschaftsminister Reinhard Meyer in Berlin deutlich zu machen. „Die Umsetzung der Pariser Klimabeschlüsse verlangt einen beschleunigten Ausbau der Windenergie und nicht das Gegenteil“, so der SPD-Politiker. Anders ließe sich eine Energiewende auch in den Sektoren Mobilität und Wärme nicht realisieren. Für die zweifellos nötige Begrenzung der Kosten gebe es bessere Ansatzpunkte.

In diesem Zusammenhang forderte Nägele unter anderem Nachbesserungen im Bereich des Strommarktgesetzes. Es könne nicht sein, dass etwa Technologien zur Umwandlung von Windstrom in Gas systematisch wie so genannte Letztverbraucher behandelt und damit finanziell so hoch belastet werden, dass sie unwirtschaftlich sind. Deshalb müsse der Gesetzgeber klarstellen, dass Speichertechnologien nicht als Letztverbraucher behandelt werden. Andernfalls würden notwendige Innovationen und damit wirtschaftliche Impulse für Schleswig-Holstein abgewürgt.

Nägele: „Die Energiewende ist auch ein großes industriepolitisches Projekt für Schleswig-Holstein. Mit der Erzeugung, Umwandlung und Speicherung erneuerbaren Stroms sind vielfältige Chancen für die industrielle Entwicklung verbunden.“

Industrieregion Westküste wird weiter gestärkt: Schub für Energie-Projekte

Schub für die Westküste: Land fördert Regionalmanagement Dithmarschen und Steinburg mit 161.000 Euro

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Nägele und egeb-Chefin Martina Hummel-Manzau

Das Land stärkt der Industrieregion Dithmarschen und Steinburg weiter den Rücken: Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Frank Nägele übergab heute an die Geschäftsführerin der Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel (egeb), Martina Hummel-Manzau, einen Förderbescheid über 161.000 Euro. Mit dem Geld soll das bisherige Regionalmanagement Industrieenergie mit einer Schwerpunktausrichtung auf Industriepolitik im Rahmen der industriepolitischen Strategie Schleswig-Holsteins bis Ende 2016 konzentriert fortgesetzt werden.

Das Geld stammt aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) aus dem Landesprogramm Wirtschaft 2014-2020. Das Gesamtvolumen des Projekts liegt bei knapp 250.000 Euro.

Wie Nägele sagte, soll die erfolgreiche Arbeit an den zahlreichen Energie-Infrastrukturprojekten an der Westküste, insbesondere im Raum Brunsbüttel, fortgesetzt werden. Dabei gehe es unter anderem um die Versorgung von Industriebetrieben in der Region mit verflüssigtem Gas (LNG), die Nutzung erneuerbarer Energien in der Industrie oder die Umsetzung des Projekts „Wasserstoff aus Windstrom“.

„Die Region Dithmarschen/Steinburg mit dem Schwerpunkt Brunsbüttel ist ein wichtiger industriepolitischer Standort im Rahmen unserer industriepolitischen Strategie“, so Nägele. Dabei spiele die Verknüpfung zwischen Energie und Industrie eine wesentliche Rolle. Das finanzielle Engagement des Landes für das Regionalmanagement solle die industriepolitischen Aktivitäten weiter stützen und stärken.
 

 

Bund beendet Spekualationen um Zukunft der Schwebefähre: Sie wird repariert

Bund verspricht: Schwebefähre soll so schnell wie möglich repariert werden – Ermittlungen gegen Fährführer

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Die nach dem Zusammenstoß mit einem Frachter auf dem Nord-Ostsee-Kanal beschädigte Rendsburger Schwebefähre soll weiter betrieben werden. «Unser Ziel ist es, die Schwebefähre so schnell wie möglich zu reparieren und instand zu setzen», sagte heute der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Prof. Hans-Heinrich Witte. Grundlage dafür sei der Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 1913. «Dieser gilt unverändert und ist Grundlage für unser Handeln», sagte Witte. Ein Prüfauftrag zur grundsätzlichen Klärung des Betriebs sei von Seiten des Bundesverkehrsministeriums nicht erteilt worden. Verkehrsminister Reinhard Meyer begrüßte am Abend diese klare Zusicherung.

Voraussichtlich im März sollen die Inspektionsarbeiten zur Ermittlung des Schadens beginnen. Für die Zeit der Reparatur der Schwebefähre werde derzeit nach Möglichkeiten für einen Ersatzverkehr gesucht, teilte die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung weiter mit.

Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt nach dem Unfall am 8. Januar gegen den Fährführer. Es besteht der Verdacht eines gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr, wie Oberstaatsanwältin Birgit Heß bereits am Montag sagte. Es gehe auch um Körperverletzung – weil der einzige Passagier verletzt wurde. Der Fährführer hatte schwere Verletzungen erlitten.

Meyer: 2015 war das Jahr des Ankommens – 2016 wird das Jahr der Integration

Land und Bundesgagentur wollen 2016 mindestens 1000 Flüchtlinge in Ausbildung oder Arbeit bringen

3Um einen Teil der derzeit rund 35.000 Flüchtlinge in Schleswig-Holstein rasch in Ausbildung oder Arbeit zu bringen, betreten Landesregierung und Bundesagentur für Arbeit (BA) Neuland: Im Juni startet ein bundesweit bislang einmaliges und gemeinsam finanziertes zweistufiges Pilotpro­jekt, das noch in diesem Jahr bis zu 2000 Frauen und Männer auf eine Einstiegs­quali­fi­zierung, eine Berufsausbildung oder eine sozialversicherungs­pflichtige Beschäftigung vorbereiten soll.

Im Gespräch mit Andreas Otto (RSH) und Simon Krämer (NDR 1 Welle Nord) sagte Meyer unter anderem (Audiopfeil klicken)

Arbeitsminister Reinhard Meyer und Bildungsministerin Britta Ernst präsentierten die Grundzüge des Programms heute in Kiel gemeinsam mit der Chefin der Regionaldirektion Nord der BA, Margit Haupt-Koopmann. Alle drei machten dabei deutlich, dass das Gemeinschaftspro­jekt „BÜFAA.SH“ (Beglei­teter Übergang für Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung) nur ein Erfolgs­modell werde, wenn vor allem die Wirtschaft, aber auch Schulen und andere Bildungseinrichtung­en und –träger sich an der Kraftanstrengung beteiligen. In der ersten Förderrunde stellen Bundesagentur und Land dafür in diesem Jahr zunächst sechs Millionen Euro bereit.

Nach den Worten von Wirtschafts- und Arbeitsminister Reinhard Meyer sei 2015 das Jahr des Ankommens gewesen, 2016 müsse das Jahr der Integration werden: „Zu den wichtigsten Hebeln für eine erfolgreiche Integration zählt die Eingliederung der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt.“ Der Minister erinnerte daran, dass die Flüchtlinge unter anderem im Hinblick auf den Fachkräftebedarf der kommenden Jahre eine große Chance für das Land böten. „Die Flüchtlinge können perspektivisch einen Teil der bis 2030 erwarteten Lücke von fast 100.000 Fachkräften in Schleswig-Holstein schließen.“

Wie Meyer erläuterte, bestehe das neue Programm aus zwei Phasen:

  • In der maximal sechsmonatigen Phase 1 werde die individuelle Ausgangslage der Bewerberinnen und Bewerber geklärt. Dabei werden Potenziale und Kompetenzen erhoben, vorhandene im Ausland erworbene Abschlüsse erfragt und deren Anerkennungen geklärt. Parallel dazu werde es allgemeinen und berufsbezogenen Sprachunterricht sowie Unterricht in den Themenbereichen Arbeitswelt, Rechts- und Sozialsystem geben. Zudem soll vermittelt werden, wie das Ausbildungs­system organisiert ist und wie wichtig und grundlegend hierzulande eine duale Ausbildung für einen erfolgreichen Berufsweg sei. Außerdem gehe es um die Erhebung beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten durch praktische Tätigkeiten bzw. Orientierung durch Praxiserleben in geeigneten Werkstätten. Parallel werden in dieser Zeit zielgerichtet Ausbildungs- bzw. Arbeitsplätze akquiriert.
  • In Phase 2 sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem mindestens auf neun Monate befristeten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis, einer Einstiegsqualifizierung mit einer Dauer von sechs bis zwölf Monaten oder einer Ausbildung beschäftigt. Das Ziel von Phase 1 lautet, möglichst viele Teilnehmer, mindestens aber 60 Prozent, in Phase 2 zu überführen. Die Beschäftigungsver­hält­nisse sollen durch eine Nachbetreuung begleitet und gesichert werden. Hierfür steht sowohl den Arbeitgebern als auch den Beschäftigen für die Dauer von maximal sechs Monaten jeweils ein Coach zur Verfügung. Zusätzlich erhalten die Teilnehmenden wöchentlich weiteren Deutschunterricht im Umfang von fünf Stunden und werden dafür von ihrem Arbeitgeber freigestellt.

Flüchtlinge am Flensburger Bahnhof

„Ziel ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der zweiten Phase in Zusammen­arbeit mit der Wirtschaft konkrete Arbeitsplatz- und Ausbildungsangebote zur Verfügung zu stellen, um sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, so Meyer. Land und BA rechnen damit, dass mindestens 60 Prozent der Teilnehmenden der Phase 1 die Phase 2 erreichen, also eine Arbeit, Ausbildung oder eine Einstiegsqualifizierung beginnen.

Bildungsministerin Britta Ernst kündigte in dem Zusammenhang außerdem an, dass an berufsbildenden Schulen eine DaZ (Deutsch als Zweitsprache)-Stufe eingeführt werde. Aktuell werde ein Lehrplan dafür entwickelt, der auf die besondere Situation der 16- bis 18-jährigen Flüchtlinge eingehe. „Denn die Jugendlichen brauchen in der Regel Zeit für Sprachunterricht, um ausreichende Deutschkenntnisse für eine duale Ausbildung zu erwerben“, so Ernst.

Nach den Worten beider Minister soll das BÜFAA.SH-Programm flächendeckend in Schleswig-Holstein angeboten werden. Die dafür nötige Förderrichtlinie mit der Aufforderung an Träger, sich zu beteiligen, wird voraussichtlich noch im März veröffentlicht. Zielgruppe sind Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive – derzeit vor allem Menschen aus Eritrea, Irak, Iran und Syrien – sowie so genannte „Geduldete mit Arbeitsmarktzugang“ und Asylberechtigte oder anerkannte Flüchtlinge, sofern sie die Schulpflicht erfüllt haben.
RD-Nord-Chefin Haupt-Koopmann betonte: „Wichtig ist mir: Das Thema ‚Menschen mit Migrationshintergrund und Arbeitsmarkt‘ ist für die Arbeitsagenturen und Jobcenter nicht neu. Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren intensiv mit Arbeitsuchenden aus dieser Gruppe. Neu ist für uns die Quantität. Aus diesem Grund erhalten wir zusätzliches Personal und Mittel – knapp 15 Millionen Euro in diesem Jahr – um ein breites Maßnahmenangebot vorhalten zu können. Dazu gehören zahlreiche Angebote für Jugendliche und Erwachsene, die schwerpunktmäßig mit dem deutschen Ausbildungs- und Beschäftigungssystem vertraut machen, verschiedene Ausbildungs- und Berufsbilder vorstellen und ihre praktische Erprobung ermöglichen und gleichzeitig erste berufsbezogene Sprachkenntnisse vermitteln.“

Haupt-Koopmann berichtete darüber hinaus, dass die bundesweit durch die Arbeitsagenturen angebotenen Deutsch-Einstiegskurse für Flüchtlinge mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit auch in Schleswig-Holstein auf großes Interesse gestoßen seien. „Dieses einmalige und zeitlich begrenzte Angebot wurde von 9.300 Flüchtlingen – aus Syrien, dem Irak, aus Eritrea und aus dem Iran – genutzt.“

Provinzial NordWest segelt auf Wachstumskurs

Provinzial NordWest steigert Beitragseinnahmen in 2015 um fünf Prozent – Vorstand Breuer: Stärker gewachsen als der Markt

Provinzial Nord Brandkasse Aktiengesellschaft

Der Provinzial NordWest Versicherungskonzern ist im vergangenen Geschäftsjahr erneut stärker gewachsen als der Markt. Die Gesamtbeitragseinnahmen der zweitgrößten öffentlichen Versicherungsgruppe stiegen nach vorläufigen Geschäftszahlen um rund 5 % auf über 4,1 Mrd. Euro (Vorjahr 3,9 Mrd. Euro).
Davon entfielen 2,3 Mrd. Euro auf den Bereich Lebensversicherungen und 1,8 Mrd. Euro auf die Schaden- und Unfallversicherungen.

„Wir haben uns 2015 gut positioniert und richtig Schwung aufgenommen. Dank hervorragender Produkte und leistungsstarker Vertriebspartner haben wir sowohl in den Kompositsparten als auch in der Lebensversicherung 2015 ein bemerkenswertes Neugeschäft erzielt“, erläutert der Vorstandsvorsitzende des Provinzial NordWest Konzerns Dr. Wolfgang Breuer.

Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit bringen: Land und BA schnüren Gesamtpaket 

Heute 14 Uhr WiMi: Minister-Duo Meyer/Ernst und BA-Regionalchefin stellen neues Programm zur Flüchtlingsintegration vor

Flüchtlinge am Flensburger Bahnhof

2015 war für aktuell 35.000 Flüchtlinge in SH das Jahr des Ankommens, 2016 muss das Jahr der Integration werden. Dazu betreten die Landesregierung und die Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeinsam Neuland. Ein neues Förderprogramm soll bereits in diesem Jahr einem hohen Anteil der Flüchtlinge den Weg in eine Einstiegsqualifizierung, eine Ausbildung oder einen Job ermöglichen.

Arbeitsminister Reinhard Meyer, Bildungsministerin Britta Ernst und die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann stellen das neue Konzept und weitere Hilfen heute vor. Pressegespräch 14 Uhr, Wirtschaftsministerium.

Meyer schreibt an Dobrindt: Schwebefähre erhalten

Eine Woche nach Schwebefähren-Unfall: Meyer appelliert an Bund, historisches Verkehrsmittel zu erhalten

Während die Ursachen der schweren Kollision der Rendsburger Schwebefähre mit einem ostfriesischen Frachter immer noch unklar sind, hat Verkehrsminister Reinhard Meyer Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt um Hilfe gebeten. Die Fähre sei ein wichtiges Bindeglied zwischen der Stadt Rendsburg und den aufstrebenden Gemeinden südlich des Kanals, schreibt Meyer. Das unter Patenschaft des spanischen Königs stehende Unikum befördere täglich über 500 Fahrzeuge und rund 1700 Personen. Insbesondere Schüler würden die Schwebefähre täglich auf ihrem Weg zur Schule nutzen.

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Meyer sagte zum notwendigen Erhalt der Fähre gegenüber RSH und der NDR-1-Welle-Nord

(Audiopfeil klicken)

Unterdessen ist die Schwebefähre auch Gegenstand einer Kleinen Anfrage der GRÜNEN im Deutschen Bundestag geworden. Die Bundesregierung solle mitteilen, welche Fähren bis wann ersetzt werden sollen und welche Kosten dafür entstehen. Weiter interessiert die Abgeordneten unter anderem, welche Störungen es aus welchen Gründen bei den Fährverbindungen im gesamten Nord-Ostsee-Kanal gab.

Der Wortlaut der Anfrage hier: zur Bundestagsdrucksache

 

Land appelliert an Kommunen: Milliarden-Programm des Bundes für Breitband nutzen

Bund stellt 2,1 Milliarden für Breitband-Ausbau bereit – Meyer appelliert an Kommunen: Rasch Anträge stellen

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hat an die Spitzenvertreter der Städte und Kommunen im Land appelliert, sich angesichts des mit gut zwei Milliarden Euro ausgestatteten Breitband-Programms des Bundes rechtzeitig um Förderung zu bemühen: „Ich fordere Sie auf, geeignete Anträge zu stellen, wir werden Sie dabei seitens des Landes und des Breitband-Kompetenzzentrums intensiv unterstützen“, sagte Meyer heute in Neumünster bei der mittlerweile 9. Breitband-Regional­konferenz. Bei dem Treffen mit über 170 Vertreterinnen und Vertretern von Kommunen, Unternehmen, Verbänden und Banken stellte der Leiter der Abteilung Digitale Gesellschaft im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Dr. Tobias Miethaner, das neue Breitbandförderprogramm vor.

IMG_0087Meyer sagte am Rande der Konfeenz zu RTL-Redakteurin Ricarda Thurow:

(Audiopfeil klicken)

Meyer begrüßte den Vorstoß des Bundes, der damit einer langjährigen Forderung der Wirtschaftsministerkonferenz unter Federführung Schleswig-Holsteins entsprochen habe. Das Land werde die förderfähigen Projekte im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten kofinanzieren und auch über so genannte Komplementärfinanzierungen unterstützen. Nach Angaben von Miethaner hätten bereits im vergangenen Jahr von bundesweit 33 Antragstellern vier Projekte aus Schleswig-Holstein eine Förderung erhalten, derzeit seien von 70 Anträgen nochmals 17 aus Schleswig-Holstein dabei. „Damit ist der Norden überproportional vertreten“, so Miethaner.

„Vom Bund wünschen wir uns vor allem eine schlanke Förderabwicklung sowie um eine gerechte Verteilung der Mittel unter den Bundesländern“, sagte Meyer. Besonders wichtig sei ihm, dass die vor allem in Schleswig-Holstein sehr erfolgreichen Betreibermodelle, bei denen die Kommunen eine Glasfaserinfrastruktur errichten und einen privaten Betreiber auswählen, gleiche Förderchancen haben wie die so genannten Wirtschaftlichkeitslückenmodelle, bei denen ein einmaliger Zuschuss gezahlt werde. „Bundesminister Dobrindt hat mir dies zugesichert, wir werden es nun in der Praxis beobachten.“

Meyer erläuterte den Konferenzteilnehmern noch einmal die schleswig-holsteinische Breitbandstrategie. Ziel sei eine flächendeckende Glasfaserversorgung bis zum Jahr 2030 anstelle von Bandbreitenzielen, die sich durch fortschreitende Technologien mit der Zeit von allein überholen. „Bereits heute können 23 Prozent unserer Haushalte in Schleswig-Holstein einen Glasfaseranschluss erhalten, im Bundesdurchschnitt sind es nur knapp fünf Prozent“, sagte er. Auch bei der Versorgung mit Geschwindigkeiten von 50 Mbit/s sei Schleswig-Holstein unter den Flächenländern mit 73,2 Prozent nach Nordrhein-Westfalen (75,3%) in einer hervorragenden Position.

Zum Erfolg beigetragen hätten vor allem eine intensive Beratung der Projektträger durch das Breitbandkompetenzzentrum Schleswig-Holstein (BKZSH), eine aktive Finanzierungspolitik der Investitionsbank oder der intelligente Einsatz der Fördermittel mit innovativen Instrumenten wie einem Zinssubventionierungsprogramm und der Förderung von Planungs- und Beratungsleistungen. Meyer lobte in dem Zusammenhang auch das große Engagement regionaler Anbieter wie Stadtwerken, Energieversorgern, Breitbandnetzgesellschaften von Bürgern oder kommunalen Breitbandzweckverbänden.

„Das Land wird seinen Instrumentenkasten weiter ausbauen“, versprach der Minister. So seien derzeit die Förderung des Anschlusses von Gewerbegebieten an Hochgeschwindigkeitsnetze sowie ein Landesbackbone-Konzept als Verknüpfung zwischen öffentlichen Datennetzen und dem Breitbandausbau in Arbeit. Schleswig-Holstein zeige, dass eine Glasfaserstrategie erfolgreich sein könne. „Wir werden die Potenziale des Bundesprogramms nutzen, den Weg konsequent weiterzugehen. Wir brauchen aber auch eine langfristige Breitbandstrategie des Bundes, die auf Glasfaser setzt und uns wie allen anderen Ländern auch als Leitplanke dienen kann“, sagte Meyer.

Meyer eröffnet 9. Regionalkonferenz Breitband in Neumünster

Heute ab 10 Uhr – Stadthalle Neumünster: Meyer eröffnet 9. Regionalkonferenz Breitband (Pressegespräch 9.30 Uhr)

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Das mit gut zwei Milliarden Euro ausgestattete Breitband-Förderprogramm des Bundes steht heute im Mittelpunkt der mittlerweile 9. schleswig-holsteinischen Breitband-Regionalkonferenz in der Stadthalle von Neumünster (Kleinflecken). Angemeldet sind über 170 Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Unternehmen, Verbänden und Banken.

Dr. Tobias Miethaner, Leiter der Abteilung Digitale Gesellschaft im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, wird dabei die Fördermöglichkeiten erläutern. Gemeinsam mit Meyer stellt sich Miethaner ab 9.30 Uhr den Fragen der Presse.

Ideen werden Wirtschaft: Land legt neues Gründerstipendium auf

Rückenwind für den Technologietransfer in Schleswig-Holstein: Land legt neues Stipendium für Hochschul-Absolventen auf

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Enger Schulterschluss: Die Gründungsexperten Prof. Ludewig (Flensburg), Dr. Anke Rasmus (Kiel) und Prof. Buzug mit Wirtschafts- und technologieminister Meyer (v.l.)

Seit Jahres­beginn steht Hochschulabsolventen mit guten Geschäftsideen und -konzepten erstmals wieder ein Gründungsstipendium zur Verfügung. Das mit zunächst einer Million Euro hinterlegte Programm stellte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute gemeinsam mit dem Vizepräsidenten der Universität Lübeck, Prof. Dr. Thorsten M. Buzug, Dr. Anke Rasmus von der Kieler Christian Albrechts Universität sowie Prof. Dr. Dirk Ludewig von der Fachhochschule Flensburg vor. „Mit diesem neuen Angebot schließen wir nach Abwicklung der früheren Innovationsstiftung Schleswig-Holstein im Jahr 2011 eine wichtige Finanzierungslücke, damit uns zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in diesem Land keine gute Idee verloren geht und wir die Innovationskraft unserer Betriebe weiter stärken“, sagte Meyer.

Reinhard_MeyerWeiter sagte der Minister
(Audiopfeil klicken):

Wie der Minister weiter sagte, sei eine Volkswirtschaft auf Dauer nur konkurrenzfähig, wenn ausreichend viele gute Impulse aus der Wissenschaft in der Wirtschaft umgesetzt werden können. Deshalb ziele das neue Gründungsstipendium darauf ab, bereits Studenten mit innovativen und marktfähigen Ideen den Weg in die Selbständigkeit zu ebnen. „Das Angebot richtet sich also an Absolventen, die eine überzeugende technologie- oder wissensorientierte Geschäftsidee haben und bei denen die berechtigte Chance besteht, dass hieraus auch ein marktfähiges Unternehmen erwachsen kann“, so Meyer. Die enorm hohe Expertise der Gründungs-Hochschulen in Kiel, Lübeck und Flensburg biete dazu den notwendigen Nährboden

Die eine Million Euro, die zur Finanzierung von zunächst zehn bis 14 geplanten Stipendien pro Jahr zur Verfügung steht, stammt aus Erträgen eines von Investitionsbank (IB.SH), der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBG) und dem Land gemeinsam getragenen Beteiligungskapital-Fonds. Angeboten werden die Stipendien über die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH).

Das Gründungsstipendium sieht – anders als vergleichbare Angebote der Existenzgründerfinanzierung – unter anderem vor, das die Lebenshaltungskosten der Absolventen in der Vorgründungsphase, der sogenannte Pre Seed Phase, finanziert werden. „Damit haben die Stipendiaten ein halbes Jahr Zeit, sich auf den Unterneh­mens­­start vorzubereiten. Unser Ziel ist, dass am Ende dieser Phase ein Businessplan vorliegt. Dies ist dann der Schlüssel, um weitere Mittel für die Untern­eh­mensgründung einzuwerben“, so Meyer. Mit dem Businessplan hätten die Bewerber zudem gute Chancen auf weitere Unterstützung aus der Wirtschaftsförder­ung. Als Beispiel nannte Meyer den 2015 aufgelegten „Seed- und StartUp-Fonds II“, der mit seinem Beteili­gungs­kapital ein ideales Ergänzungsangebot für den weiteren Gründungsweg sei.

Meyer weiter: „Die technologischen und wirtschaftlichen Ziele des Stipendiums sind aber nur in enger Zusammenarbeit mit den Hochschulen des Landes zu erreichen.“

Die Hochschulen seien bereits an der Vorbereitung des Programms eng beteiligt gewesen und auch bereit, die Absolventen in der Gründungsphase bei fachlichen und wirtschaftlichen Fragen zu unterstützen.

Dr. Anke Rasmus, Leiterin des Zentrums für „Entrepreneurship & Entrepreneurship Service“ an der Kieler Christian Albrechts Universität: „In den vergangenen Jahren haben wir ein Zentrum für Entrepreneurship auf- und ausgebaut, in dem wir Interessierte von der Idee bis zur Unternehmensgründung betreuen können. Auf verschiedenen Gebieten können unsere Absolventinnen und Absolventen innovative und forschungsbasierte Entwicklungen aufweisen, die ein sehr gutes Potential für Unternehmensgründungen haben. Die jüngsten Geschäftsideen basieren auf einem neuen ökologischen Schneckenschutz oder einer Software zur besseren Kommunikation in Autos. Die Stipendien der Landesregierung setzen handfeste Impulse für Ausgründungen wie diese und bieten gründungswilligen Studentinnen und Studenten eine Basis, auf der sie ihre Potenziale ausschöpfen können.“

Prof. Dr. Thorsten Buzug, Vizepräsident der EXIST Gründerhochschule Universität zu Lübeck: „Studierende entwickeln in ihren Forschungsarbeiten an Hochschulen oft Ideen, die sich nicht nur wissenschaftlich, sondern auch wirtschaftlich verwerten lassen. Die wirtschaftliche Verwertung im Rahmen der eigenen Ausgründung eines Technologie-Start-ups ist ein herausragender intrinsischer Motivator, der bisher durch die häufig prekäre studentische Situation gebremst wurde. Das Gründerstipendium öffnet Studierenden mit Ideen daher neue Türen in die Selbstständigkeit.“

Prof. Dr. Dirk Ludewig vom Dr. Werner Jackstädt Zentrum der Fachhochschule Flens­burg: „Das Gründungsstipendium unterstützt die Hochschulabsolventen in einer ent­schei­denden frühen Phase im Gründungsprozess finanziell und führt sie früh an die Förder- und Wirtschaftsinstitute des Landes heran. Es trägt so dazu bei, mehr techno­logie- und wissensorientierte Gründungen hervorzubringen und sie im Land zu halten.“

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus