Mobilit von Morgen: Heute stellen Stadt, Land, Wissenschaft und Wirtschaft wichtige Weichen

Momentan nur eine Zukunftsvision in einem Entwurf der Kieler Muthesius-Hochschule. So oder so ähnlich könnte aber schon bald der autonome Fährverkehr auf der Kieler Förde aussehen

Superschnelle Datenübertragung für die Kieler Förde: Stadt, Land und weitere Partner stellen heute ein spezielles 5G-Projekt vor. Es geht um Mobilität in der Zukunft.

Der neue Mobilfunkstandard 5G soll künftig auch an der Kieler Förde eine wichtige Rolle spielen. Ein Projekt lotet aus, inwieweit 5G für autonome Personenfähren, die Hafenlogistik und Segelveranstaltungen genutzt werden kann. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD), Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) und weitere Partner unterzeichnen dazu heute Mittag im Ostseekai-Terminal eine Absichtserklärung.

Vodafone Deutschland wird bis Ende 2021 den zur Innenstadt gehörenden Teil der Kieler Innenförde mit 5G ausstatten. «Wir wollen Digitalisierung auf der Erde, in der Luft und auch am Wasser», sagte Vorstandschef Hannes Ametsreiter der Deutschen Presse-Agentur. Das Kieler Projekt sei ein Beispiel dafür. «Wir bauen hier die Infrastruktur für ein Stück Zukunft», sagte Ametsreiter.

Das Kieler 5G-Projekt ist Teil einer 2019 gestarteten und vom Bund geförderten Intitiative namens «CAPTin Kiel» (Clean Autonomous Public Transport/Sauberer autonomer öffentlicher Verkehr). Sie könnte darauf hinauslaufen, mit einer Kombination aus autonom fahrenden Bussen und Förde-Fähren den Nahverkehr in Kiel zu revolutionieren.

«Wir brauchen für Deutschland solche Zukunftsvisionen für die Gestaltung der Mobilität», sagte der Vodafone-Chef. 5G sei nicht nur etwa zehnmal schneller als bisherige Mobilfunkstandards. Auch die Reaktionsgeschwindigkeit des Netzes sei viel höher. Dies ermögliche eine viel größere Präzision in der Steuerung von Dingen. «Damit haben wir immens mehr Möglichkeiten als bisher», sagte Ametsreiter.

Er sieht Deutschland beim Ausbau von 5G in einer guten Position. Von Vodafone funkten bisher mehr als 1000 Antennen im Netz. Bis Jahresende seien mehr als 8000 geplant, womit über zehn Millionen Menschen erreicht würden. In Schleswig-Holstein seien es bisher 15 5G-Antennen. In den nächsten zwölf Monaten kämen 180 an 60 Standorten im Land dazu. In der Corona-Pandemie sei die Mobilfunk-Nutzung um 50 Prozent gestiegen und die Netze hätten sich als stabil erwiesen. «Das ist für uns um so mehr Ansporn, die Netze noch stabiler zu machen.»

Trotz Corona: 2020 wird ein Rekordjahr für die Straßen-Sanierung im echten Norden

sh:z- Montagausgabe

Seit Jahren schob Schleswig-Holstein auf seinem knapp 3.500 Kilometer langen Landesstraßen-Netz einen Sanierungsstau von fast einer Milliarde Euro vor sich her – nun wird zum dritten Mal in Folge ein erhebliches Stück dieser Erblast abgearbeitet. Trotz Corona werden Landesregierung und Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) in diesem Jahr erstmals die Rekordsumme von 110 Millionen Euro in den Ausbau und die Sanierung der Landesstraßen stecken. Im vergangenen Jahr waren es 84, ein Jahr zuvor 85 Millionen. 2013 waren es nur knapp über 20 Millionen, 2015 rund 38 Millionen.

„Wir hatten uns vorgenommen, jedes Jahr 90 Millionen Euro in die Sanierung der Landesstraßen zu investieren“, sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz dem sh:z (Montagausgabe). „Denn wenn man das über zehn Jahre hinweg tut, hätten wir im Jahr 2030 rund 80 Prozent unserer Landesstraßen in einem guten oder sehr guten Zustand.“ An diesem Ziel will Buchholz festhalten – und es vielleicht sogar übertreffen.

Buchholz sagte weiter (Audio starten)

Buchholz zur Bahn-Pünktlichkeit im ersten Halbjahr 2020: Besser, aber nicht gut genug

Die Pünktlichkeit des Schienennahverkehrs im echten Norden hat sich im ersten Halbjahr teils deutlich verbessert, ist im Juli aber wieder leicht abgesackt. Das berichten die „Kieler Nachrichten“ in ihrer Montagausgabe (17. August) auf der Basis von Zahlen der Nahverkehrsgesellschaft NAH.SH. Danach betrug die durchschnittliche Pünktlichkeit 93,08 Prozent (Vorjahreszeitraum 91,05 %).

Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz sieht weiteren Verbesserungsbedarf: „Wir sind noch nicht da wo ich gerne hinmöchte, gerade wenn man sieht, dass im Juli die Pünktlichkeit im Netz wieder bei 90,7% lag“. Es gäbe zwar Linien, auf denen überdurchschnittlich gute Werte eingefahren werden würden, wie zum Beispiel auf der Strecke Lübeck-Puttgarden oder St.Peter Ording-Husum. Im Gegensatz dazu stünden aber Strecken, auf denen im bisherigen Jahresmittel die Pünktlichkeit bei 86% oder weniger gelegen habe, wie beispielsweise auf den Strecken der Marschbahn oder zwischen Kiel und Hamburg.

Buchholz erinnerte daran, dass in den Verkehrsverträgen mit der Bahn eine Pünktlichkeit von 93 Prozent vereinbart sei.

Corona-Zwischenbilanz: Land und Bund stützen 57.000 Betriebe und Freiberufler

Nach den ersten Pandemie-Monaten hat das Land eine erste Zwischenbilanz der Wirtschaftshilfen vorgelegt. Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz spricht von einem «ganz dicken Brocken», der an Unternehmen und Freiberufler im Norden zur Unterstützung in der Krise bisher ausgezahlt wurde. So erhielten von unseren 123.000 Unternehmen gut 57 000 Firmen oder Freiberufler Zuschüsse oder Darlehen. Für Buchholz seine „Meldung der Woche“ – Video starten.

Seit Januar: IB.SH fördert Firmen mit 2,2 Milliarden – Buchholz zuversichtlich für den Tourismus

Minister Buchholz und IB.SH-Chef Westermann-Lammers während der Pressekonferenz

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz geht davon aus, dass der große Teil der Tourismuswirtschaft im Land die Corona-Krise überstehen wird. Er sehe insgesamt gute Chancen, dass es dafür reichen wird, sagte er heute bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH). Die Krise werde aber natürlich Spuren hinterlassen. Dabei mache er sich die größten Sorgen nicht um das Beherbergungsgewerbe. Die Hotellerie habe für Juni, Juli und August ausgesprochen gute Zahlen gemeldet. An der Küste lägen sie zum Teil über denen des Vorjahres. Dies werde die Verluste der Monate davor aber nicht kompensieren. «Am Jahresende ist das ein Geschäftseinbruch», so der Minister.

Die größten Sorgen bereiteten ihm aber speziell Gaststätten, die von Familienfeiern abhängig sind, sagte Buchholz. Hier seien Betriebe unter massivem Druck. «Da drohen Insolvenzen, die auf uns zukommen werden.» Oft hätten solche Unternehmen auch nur eine dünne Eigenkapitaldecke. Das Land unterstützt die Branche in der Corona-Krise mit einem speziellen Darlehensprogramm, wie Buchholz zusammen mit dem Vorsitzenden der IB.SH, Erk Westermann-Lammers, erläuterte.

Schon zur Jahreshälfte 2020 habe das Fördervolumen der IB.SH mit über 2,2 Milliarden Euro bereits nahezu das Gesamtvolumen des Vorjahres erreicht. Das originäre Neugeschäft der IB.SH im 1. Halbjahr 2020 beläuft sich dabei auf 1,3 (Vj. 1,1) Milliarden Euro. Davon entfallen rund 200 Millionen auf die Arbeitsmarkt- und Strukturförderung, 360 Millionen auf Kommunalkunden und 380 Millionen auf Immobilienkunden. Zudem flossen gut 400 Millionen Euro Fördermittel an Firmenkunden. Dazu kamen Corona-Hilfen in Höhe von über 900 Millionen Euro (903 Mio. €).

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz

Wegen coronabedingter Liquiditätsengpässe erhielten im ersten Halbjahr 2020 flächendeckend über 57.000 Unternehmen, Freiberufler und Einzelpersonen von der IB.SH Zuschüsse oder Darlehen aus den verschiedenen Hilfsprogrammen des Bundes und des Landes. Im Einzelnen flossen bis Ende Juni über die Corona-Soforthilfe des Bundes rund 400 Millionen Euro und über die Soforthilfe des Landes 55 Millionen Euro Zuschüsse in die schleswig-holsteinische Wirtschaft an insgesamt über 55.000 Unternehmen. Aus dem IB.SH Mittelstandssicherungsfonds wurden Darlehen in Höhe von 164 Millionen Euro in Zusammenarbeit mit den Hausbanken vergeben. Zudem wurden durch die IB.SH 284 Millionen Euro an KfW-Mitteln über die Hausbanken zur Stärkung der Unternehmen vergeben.

Bei der Soforthilfe des Bundes entfielen 24 Prozent der Auszahlungen auf den Dienstleistungssektor (darunter in erster Linie Kosmetikstudios, Friseure und Gebäudeservice), 17 Prozent auf das Gastgewerbe und 14 Prozent auf den Handel. Bei der Soforthilfe des Landes flossen 26 Prozent in das Gastgewerbe, 19 Prozent in den Dienstleistungssektor und 15 Prozent in den Handel. Beim Mittelstandssicherungsfonds für das Gast- und Beherbergungsgewerbe entfielen 44 Prozent auf Hotels und Pensionen, 29 Prozent auf Restaurants und 6 Prozent auf Ferienwohnungen.

«Wir konnten bis heute über 60.000 Unternehmen in Schleswig Holstein helfen und sehen durchaus Hinweise, dass sich die wirtschaftliche Lage entspannt. Ich danke den Beschäftigten in der IB.SH, die dafür einen unglaublichen Einsatz gebracht haben. Sie haben in mehreren Schichten und an Wochenenden und Feiertagen gearbeitet, damit betroffene Unternehmen ihr Geld schnell erhalten», sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz. «Gleichzeitig», ergänzte der Wirtschaftsminister, «ist die IB.SH ihrem Förderauftrag auch in ihren originären Förderbereichen mit unverminderter Kraft nachgekommen.»

«Unser Förderauftrag ist vielschichtig, Westermann-Lammers. «Corona ist auch für uns eine besondere Herausforderung, der wir mit besonderem Einsatz begegnen. Unser Ziel ist es, Unternehmen in der Krisenbewältigung auf verschiedenen Wegen optimal zu unterstützen.»

Das gesamte Pressegespräch hier

Inzwischen hat der Bund in Zusammenarbeit mit den Ländern als weiteres Zuschuss-Programm die Überbrückungshilfe für kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler und Solo-Selbständige aufgelegt. Außerdem hat das Land wegen der Corona-Krise den IB.SH Härtefallfonds Mittelstand für Darlehen eingerichtet, die in den ersten Jahren zins- und tilgungsfrei sind. Daneben begibt die MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein mbH über einen Härtefallfonds Beteiligungskapital und fördert in Verbindung mit der IB.SH, der KfW, mit dem Land Start-ups und kleine Mittelständler mit dem Sonderbeteiligungsprogramm Schleswig-Holstein, das bis Ende des Jahres läuft. Damit bestehen weiterhin finanzielle Handlungsspielräume, um die Unternehmen in Schleswig-Holstein in der Corona-Krise zu unterstützen. Für gemeinnützige Unternehmen plant die IB.SH derzeit noch gemeinsam mit der Bürgschaftsbank ein Programm.

«Noch ist es zu früh für eine abschließende Bewertung der wirtschaftlichen Folgen, die die Corona-Pandemie für Schleswig-Holstein mit sich gebracht hat. Es zeigt sich aber, dass an vielen Stellen strukturelle Veränderungen einsetzen. Insbesondere eine stärkere Digitalisierung und ein erweitertes Bewusstsein für die Bedeutung neuer Arbeitsmodelle sind hier zu nennen», so Westermann-Lammers.

vor dem nächsten heissen Wochenende – Tourismusminister Buchholz im Mittagsmagazin

Nach dem Gäste-Ansturm vom Wochenende rüstet sich die Tourismusbranche für die kommenden heißen Tage im echten Norden. Im heutigen ARD-Mittagsmagazin nutzte Tourismusminister im Gespräch mit Moderator Sascha Hingst noch einmal die Gelegenheit, an die Vernunft der Besucher zu appellieren. Vor allem für die Lübecker Bucht einmal mehr der dringende Appell, vor Abreise unter www.Strandticker.de auf die Strandampeln der Badeorte zu schauen… Video starten

Planung für Ortsumgehung Schwarzenbek und Lärmschutz Hamberge in der Zielgeraden

Wichtige Etappe für zwei regionale Infrastruktur-Projekte in den Kreisen Stormarn und Herzogtum-Lauenburg: Ab morgen und übermorgen liegen für einen Monat die Planunterlagen für Lärmschutz in der Gemeinde Hamberge an der A 1 und der Planfeststellungsbeschluss für die Ortsumgehung in Schwarzenbek (Lauenburg) öffentlich aus.

Verkehrsminister Bernd Buchholz sagte dazu: „Beide Vorhaben werden bereits seit Jahrzehnten in beiden Regionen diskutiert, ohne dass es je zu nennenswerten Fortschritten gekommen war. Nun gehen die Projekte, die mehreren tausend Menschen mehr Ruhe und Entlastung verschaffen werden, endlich in die Zielgerade.“

Alle relevanten Informationen zum Lärmschutz in Hamberge finden sich hier: 20200716-bekanntmachung-zur-auslegung-f.-onlinestellung.pdf

Und alles Wissenswerte zum bereits fertigen Planfeststellungsbeschluss zur Ortsumgehung Schwarzenbek hier: 5_bekanntmachung-pfb_gez.pdf

Schleswig-Holsteins Strände heiß begehrt: Buchholz setzt auf Binnenland und Achtsamkeit

Die Corona-Pandemie stellt unser Leben seit Monaten auf den Kopf. Fast alles ist anders: Einkaufen, Arbeiten, Schule und vor allem – Urlaub. Als extrem erfolgreiches Tourismusland bedeutet das für Schleswig-Holstein Risiko und Chance zugleich: Das Risiko liegt in der Gefahr eines erneuten Lockdowns, die Chance besteht darin, das Land trotz Corona als sichere Urlaubsdestination zu positionieren. Am heißesten Wochenende des Jahres für Tourismusminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“. Video starten

Liebe Gäste der Lübecker Bucht: Erst Strandticker gucken, dann entscheiden, dann starten

Dem echten Norden steht das bisher heißeste Wochenende des Jahres bevor. Am Himmel tummeln sich nur ein paar kleine Sorgenwolken, die Tourismus-Verantwortliche sowie Politiker umtreiben: Denn der erwartete Massenansturm auf die Strände und die nachlassende Disziplin an Promenaden und in Fußgängerzonen könnten den bisherigen Erfolg im Kampf gegen die Corona-Pandemie gefährden.

Tourismus-Minister Bernd Buchholz und die Tourismus-Agentur Lübecker Bucht appellieren daher dringend an alle Gäste, sich vor der Anreise über die Lage an den Stränden und die Verkehrssituation im Land schlau zu machen – vor allem durch einen Blick auf die Strandampel für der Lübecker Bucht oder unseren Stau-Überblick des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH). Auf den Strandticker für die Lübecker Bucht weisen ab heute auch mobile Verkehrsschilder hin.

Zudem kündigte Buchholz an, dass in Absprache mit dem Innenministerium zusätzlich zu den bisherigen Polizeikräften in der Lübecker Bucht am Sonnabend und Sonntag zusammen fast 50 zusätzliche Streifen und Züge der Einsatz-Hundertschaft unterwegs sein werden.

Während im Strandticker bislang die Strandauslastung der Orte Scharbeutz, Haffkrug, Sierksdorf, Neustadt in Holstein, Pelzerhaken und Rettin einsehbar war, werden ab heute auch die Strände von Niendorf und Timmendorfer Strand darin abgebildet sein.

Bis zu vier Mal am Tag wird der Strandticker von der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht aktualisiert. Neu hinzugekommen ist ebenso eine Karte, die geografisch verortet alle Informationen auf einen Blick liefert. Auch strandnahe Großparkplätze sind auf dieser Karte dargestellt; für die Ostseebäder Scharbeutz und Haffkrug aufgrund der technischen Gegebenheiten vor Ort sogar mit einer Angabe zu noch freien Parkplätzen.

Und so funktioniert der Strandticker:

•           Im Internet auf www.strandticker.de gehen
•           Der Strandticker leitet automatisch weiter in den Lübecker Bucht Guide
•           Hier liefert eine Karte eine Übersicht über Strände, ihre jeweilige Auslastung und strandnahe Großparkplätze
•           Ergänzend zeigt eine Auflistung die einzelnen Orten – je mit Text, Infografik, Strandplan
•           Je nach aktueller Strand-Auslastung, zeigt die symbolische Strandampel grün (Strandzugang ist uneingeschränkt möglich), gelb (Strandzugang ist nur noch eingeschränkt möglich) oder rot (der Strandzugang ist nicht mehr möglich)

Buchholz appelliert: „Tun Sie sich und anderen einen großen Gefallen. Machen Sie sich vor der Abfahrt kundig, wo es eng wird und wo nicht. Wir haben 1129 Kilometer Küstenlinie in Schleswig-Holstein. Mit etwas gutem Willen lässt sich für jeden Gast ein Platz finden, der gleichermaßen Genuß und Erholung, aber auch den nötigen Abstand zu anderen sichert.“

FSG-Belegschaft bahnt Weg für neue Zukunft der Werft – Buchholz erleichtert und dankbar

Buchholz (links) mit Investor Windhorst (2.v.l.) beim Werftbesuch vor einer Woche

Mit Erleichterung und einem Dank an die Belegschaft hat Wirtschaftsminister Bernd Buchholz auf die jüngsten Weichenstellungen für die Zukunft der angeschlagenen Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) reagiert: «Es ist überaus erfreulich, dass sich fast 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereit erklärt haben, in die Transfergesellschaft zu wechseln und dem Unternehmen sowie den verbleibenden Kolleginnen und Kollegen eine Perspektive zu geben.»

Laut Geschäftsführung, Betriebsrat und IG Metall Flensburg sind aktuell 98,7 Prozent der betroffenen FSG-Mitarbeiter von der Werft in die Transfergesellschaft gewechselt. Investor Lars Windhorst hatte zuvor bei einem gemeinsamen Besuch der Werft angekündigt, dass mehrere seiner Tennor-Holding-Gesellschaften die Werft und rund 350 der 650 Mitarbeiter zum 1. September übernehmen werden – falls die verbliebenen rund 300 Mitarbeiter freiwillig in die Transfergesellschaft wechseln. Der Kaufvertrag sieht vor, dass ein Quorum von mindestens 95 Prozent der rund 300 Mitarbeiter erreicht werden müsse. «Damit ist eine entscheidende Weiche gestellt und der Kurs Richtung Zukunft abgesteckt, auch wenn sicher noch manche Klippe umschifft werden muss», sagte Buchholz.

Die in die Transfergesellschaft gewechselten Mitarbeiter erhalten für maximal sechs Monate – also bis Ende Januar – 80 Prozent ihres bisherigen Nettolohns. Sie sollen dort für einen neuen Job fit gemacht werden. Im besten Fall könnten auch Neueinstellungen bei der neuen FSG erfolgen, falls diese schnell und genügend neue Aufträge erhalten sollte.

Die Werft war bereits 2019 von Windhorst zum ersten Mal übernommen worden. Durch den erneuten Erwerb kann die Werft ohne die bisherigen Schulden neu starten. Für die alte FSG wurde am 1. August das Insolvenzverfahren am Flensburger Amtsgericht eröffnet.

Windhorst hat zwei Schiffbauaufträge kurzfristig zugesagt. Es handelt sich um zwei RoRo-Fähren im Wert von mehr als 100 Millionen Euro. «In diesen schwierigen Zeiten, in denen vieles im Umbruch ist, ist es für mich wichtig, zur FSG und zu den Mitarbeitern zu stehen», sagte Windhorst. Leider sei es nicht möglich, alle Arbeitsplätze zu erhalten. «Ich glaube aber grundsätzlich an eine Zukunft des Unternehmens, deshalb setze ich mich mit Tennor erneut dafür ein.» Vor der Werft liege aber ein schwieriger Weg der Umstrukturierung.

Der Betriebsratsvorsitzende Thomas Jansen forderte den norwegischen Ex-Eigentümer Siem auf, dass die Großfähre «Honfleur», die zurzeit in Flensburg halb fertig an der Pier liegt, auf der Werft zu Ende gebaut wird. «Dann können sofort weitere Kolleginnen und Kollegen aus der notwendigen Transfergesellschaft in die FSG geholt werden.»

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus