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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein - Harald Haase

Mit Hilfe des Landes gehen Helmholtz-Forscher der Qualität des Elbwassers auf den Grund

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Buchholz (Mitte) lässt sich von Sina Bold und Hendrik Rust, Wissenschaftler im HZG-Institut für Küstenforschung die Funktionsweise der Messbox erläutern

Rückenwind des Landes für eine neue Forschungsplattform des Helmholtz-Zentrums Geesthacht an der Elbe. Die Plattform gewährleistet an 365 Tagen im Jahr eine kontinuierliche Analyse des Wassers der Elbe. Bei einem Ortstermin überreichte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz heute an Professor Matthias Rehahn vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Zentrum für Material- und Küstenforschung (HZG), einen Förderbescheid über 552.000 Euro. Die Mittel stammen aus dem Landesprogramm Wirtschaft und wurden im Auftrag des Landes von der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) bewilligt.

Wie Buchholz sagte, sei die Unterelbe zwischen Geesthacht und der Nordsee von großer ökologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung – unter anderem als Lebens- und Wirtschaftsraum, als zentraler Transportweg zum Hamburger Hafen und als beliebte Tourismusregion. Allerdings sei dieses Fluss-Meer System ständigen Veränderungen unterworfen und werde stark durch menschliche Aktivitäten und die Auswirkungen des Klimawandels beeinflusst. Wesentliche Veränderungen sind zum Beispiel die Menge und Zusammensetzung von Schwebstoffen, die die Messung der schiffbaren Tiefe beeinflussen oder die zu einem Sauerstoffmangel und infolgedessen zu Fischsterben führen können. „Um diese und weitere Veränderungen vorauszusehen und frühzeitig reagieren zu können, müssen Wissenschaftler die Funktionsweise von Fluss-Meer Systemen besser verstehen – dazu dient dieses Projekt und darum sind die 552.000 Euro gut angelegtes Geld“, sagte Buchholz.

HZG_Schaube_7T4A0348Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz weiter

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Nach den Worten von Professor Rehahn, Wissenschaftlich-Technischer Geschäftsführer des HZG, sei die Datenlage im Übergangsbereich von der Mittelelbe zu der Tideelbe bisher noch lückenhaft. Um untersuchen zu können, was in die Tideelbe eingetragen wird, wollen die Wissenschaftler die Forschungsplattform in Tesperhude bauen – denn genau an diesem Übergangsbereich fehlen bislang kontinuierliche und hochaufgelöste Messungen. „Auf der Forschungsplattform werden moderne Messsysteme installiert, die Daten verschiedener Gewässerbestandteile liefern – und das rund um die Uhr“, so Rehahn.

Buchholz erinnerte daran, dass die Anlage auch kleinen und mittleren Unternehmen der Maritimen Wirtschaft zur Verfügung stehe, um aquatische Technologien oder Dienstleistungen in diesem speziellen Umfeld zu testen und weiterzuentwickeln. „Die WTSH hat mit Bewilligung dieses Projektes wieder einmal den Technologie- und Wissenstransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft gestärkt“, so der Minister.

Rehahn betonte: „Die Unterstützung durch die WTSH und das Wirtschaftsministerium sowie zahlreicher schleswig-holsteinischer Unternehmen zeigt, dass die Forschungsplattform wichtig für die Wissenschaft und für die hier ansässige Wirtschaft ist. Unserem Leitsatz „Wissen schafft Nutzen“ folgend, kann die Forschungsplattform beispielsweise auch von Unternehmen genutzt werden. Gemeinsam mit unserer Küstenforschung können hier neue Methoden und Technologien im Gelände getestet und weiterentwickelt werden.“

Sina Bold, Projektleiterin im HZG-Institut für Küstenforschung, stellte die konkreten Pläne vor: „Wir untersuchen hier Stoffe, die von der Mittelelbe in die Tideelbe eingetragen werden, zum Beispiel Schadstoffe, Nährstoffe und Mikroalgen. Diese bestimmen die Stoffumsätze im Hamburger Hafen und weiter stromabwärts bis in die angrenzende Nordsee. Die gesammelten Daten sind deshalb auch für den Hamburger Hafen und den Nationalpark Wattenmeer von Interesse, um vorausschauend planen und handeln zu können. Ich freue mich sehr, dass die Europäische Union und das Land Schleswig-Holstein diese Forschungsplattform finanzieren.“

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Gruppenbild mit Bürgermeister v.l.: Olaf Schulze, Sina Bold, Bernd Buchholz, Matthias Rehahn. Fotos: HZG/Jan-Timo Schaube

Teilhabechancengesetz brachte 2019 im echten Norden rund 1700 Langzeitarbeitslose in Lohn

Die erste Bilanz des Teilhabechancengesetzes fällt vorsichtig optimistisch aus. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt. Darüber berichtet sh:z-Mitarbeiterin Magret Kiosz 

Staatssekretär Rohlfs und Margit Haupt-Koopmann zogen jetzt erste Bilanz des Teilhabechancengesetzes

Eigentlich wollte Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) mit dem Teilhabechancengesetz 150.000 Langzeitarbeitslose wieder in Lohn und Brot bringen. Sein Angebot an Arbeitgeber: Wer neue Jobs für Langzeitarbeitslose schafft, bekommt fünf Jahre lang Lohnkostenzuschüsse von bis zu 100 Prozent. Doch noch läuft die Aktion zäh: Nach einem Jahr gelang die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt nur bei 40.000 Langzeitarbeitslosen, darunter 1700 Schleswig-Holsteiner.

Trotzdem bewerten Landesregierung und Arbeitsagentur die Entwicklung positiv. „Mich freut, dass so viele Unternehmen Arbeitslosen eine Chance geben“, erklärte der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium , Thilo Rohlfs. Rund 35 Prozent der vermittelten Langzeitarbeitslosen, die mehr als sechs Jahre ohne Job waren, kamen in der Privatwirtschaft unter. 45  Prozent fanden einen subventionierten Arbeitsplatz in der Sozialindustrie, der Rest bei Kommunen und Vereinen.

Hier das Pressegespräch als Livestream

Langfristiges Ziel sei es, anteilig mehr Langzeitarbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln, wo sie sich unter marktwirtschaftlichen Bedingungen behaupten müssen, betonte die Chefin der Arbeitsdirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann. Die Beschäftigung bei sozialen Trägern sei eine Brückenlösung, die aber gerade bei Menschen mit verfestigter Arbeitslosigkeit Sinn mache

Rund 16 Millionen Euro brachte die Arbeitsagentur für die Förderung der 1700 Jobs 2019 auf. Dieses hohe finanzielle Engagement – pro Kopf und Jahr bis zu 25000 Euro – sei auch angesichts des Fachkräftemangels und wegen der hohen sozialpolitischen Verantwortung des Staates gerechtfertigt.

Als Erfolgsgaranten erweisen sich dabei Coaches, die die Arbeitsintegration begleiten. Exemplarisch berichtet Haupt-Koopmann von einer 39-jährigen Alleinerziehenden mit vier Kindern, die noch nie einen richtigen Job hatte und jetzt als Servicekraft in Teilzeit anfängt. „Viele kennen in ihrem Umfeld niemanden, der einer regulären Arbeit nachgeht“, schildert sie die Vermittlungshindernisse, mit denen Berater der Arbeitsagentur täglich konfrontiert sind. Besonders Frauen brauchen laut Haupt-Koopmann Hilfe auf dem Weg aus der Arbeitslosigkeit. Ihr Anteil an den insgesamt 25.000 Langzeitarbeitslosen im Norden beträgt 45 Prozent – aber nur 33 Prozent der jetzt über das Teilhabegesetz Geförderten seien weiblich.Staatssekretär Rohlfs ist angesichts der guten Ausgangslage im Norden zuversichtlich, dass weitere Erfolge möglich sind. „Wir haben  einen geringeren Anteil von Langzeitarbeitslosen. Bundesweit belegen wir damit Platz fünf, im Vergleich der norddeutschen Bundesländer sogar Platz eins “.

Gut angelegte Millionen

Ein Kommentar von sh:z-Reporter Dieter Schulz

Wenn überall Fachkräfte Mangelware sind, warum müssen dann Arbeitsplätze mit 25.000 Euro pro Kopf und Jahr gefördert werden? Diese Frage ist leicht zu beantworten: Weil es eben in der Regel keine hochqualifizierten Facharbeiter sind, die seit über sechs Jahren keine Job haben. Es sind Menschen, denen aus verschiedenen Gründen geholfen werden muss, wieder Tritt im normalen Arbeitsalltag zu fassen.

Das sind Menschen, die zuallererst überhaupt Struktur in ihrem Leben brauchen. Das ist aber auch die alleinerziehende Mutter, die zeitlich nicht flexibel ist, und da ist der Schulabbrecher, dem elementares Wissen fehlt. Jedes Schicksal ist individuell, daher ist auch der Weg aus der Sackgasse Langzeitarbeitslosigkeit völlig verschieden. Den Betroffenen hier einen Lotsen an die Seite zu stellen, ist da ein wirklich hilfreicher Ansatz.

Für 16 Millionen Euro hat die Arbeitsagentur in Schleswig-Holstein in den vergangenen zwölf Monaten 1700 Langzeitarbeitslosen Jobs vermittelt, jedem Einzelnen von ihnen einen Neustart ermöglicht. Da sind auch im echten Norden schon Millionen-, wenn nicht Milliardenbeträge schlechter angelegt worden. Ich sage nur ein Wort: HSH Nordbank.

Scheuer legt Ausbau von Elbe-Lübeck-Kanal auf Eis – Buchholz: Begründung des Bundes abwarten

Die Entscheidung hatte viele verblüfft: Den Ausbau des beschaulichen Elbe-Lübeck-Kanals stufte der Bund 2016 als vordringlich ein – trotz niedriger Zahlen im Güterverkehr. Rund 840 Millionen Euro wurden reserviert. Nun sind Vertiefung und Verbreiterung vorerst gestoppt.

Lauenburg an der Elbe. Der Elbe-Lübeck-Kanal
Ausbaupläne vorerst gestoppt: Elbe-Lübeck-Kanal in Lauenburg – bislang vor allem eine Binnenwasserstraße

Der umstrittene Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals liegt in wesentlichen Teilen auf Eis. «Die in dem Ausbauprojekt vorgesehene Verbreiterung und Vertiefung des Kanals (ab Schleuse Lauenburg) ist derzeit zurückgestellt», teilte das Bundesverkehrsministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Der von der Wirtschaft seit langem geforderte Kanalausbau war 2016 überraschend in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans gelangt, neben dem Neubau von Schleusen und Brücken. Veranschlagte Gesamtkosten: 838 Millionen Euro. Die Wasserstraße bildet die einzige Verbindung zwischen einem Ostseehafen und dem mitteleuropäischen Binnenwasserstraßennetz. Aber: Schiffszahlen und Ladung sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesunken.

Beim Elbe-Lübeck-Kanal konzentriere sich die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) in einem ersten Schritt auf Projekte, die für Aufrechterhaltung und Verbesserung der Nutzung vorrangig seien, erklärte das Bundesministerium. Dabei handle es sich um den Ersatz der Schleuse Witzeeze, der dortigen Straßenbrücke und weiterer Kanalbrücken. Dazu zählt ebenfalls die Verbesserung des elbseitigen Kanalanschlusses bis zur Schleuse Lauenburg. «Diese Investitionsmaßnahmen weisen den größten Nutzen auf und werden unabhängig vom weiteren Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals geplant und umgesetzt», sagte der Sprecher.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz sagte dazu – Audio starten („im Browser anhören“)

Der wirtschaftliche Nutzen von Verbreiterung und Vertiefung des Kanals ist schon lange umstritten. Der Fraktionsvize der Grünen im Bundestag, Konstantin von Notz, hatte schon im Herbst 2017 gefordert, das Vorhaben auf den Prüfstand zu stellen. Die Prognosen für mehr Güterverkehr nach einem Ausbau seien Luftschlösser, sagte damals der Lauenburger Bundestagsabgeordnete. Der Kanalausbau sei ein reines Prestigeprojekt, das prognostizierte Kosten-Nutzen-Verhältnis rechtfertige den Ausbau nicht.

Die jüngsten Zahlen bestätigen die Skeptiker. So passierten die Schleuse Lauenburg im vergangenen Jahr 1086 Schiffe – seit 1965 waren es nur einmal (2016) weniger. Die gesamte Ladung war mit 505 300 Tonnen die geringste seit 1965. Damals wurden an der Schleuse mehr als 20 000 Güterschiffe mit einer Gesamtladung von 2,7 Millionen Tonnen gezählt. «Die jüngsten Zahlen zeigen deutlich die völlig überdimensionierte Fehlplanung auf», schrieb von Notz in einer Mitteilung zu den jüngsten Jahreszahlen. «Während auf der einen Seite noch nie so wenig Schiffe wie im letzten Jahr seit Beginn der Zählung im Elbe-Lübeck-Kanal erfasst worden sind, steht die Sanierung mit hunderten Millionen von Euro weiterhin im Bundesverkehrswegeplan.»

Lauenburg an der Elbe. Der Elbe-Lübeck-Kanal

Auch wenn Verbreitung und Vertiefung momentan nicht verfolgt werden, sind die Kosten auch für die konkret geplanten Vorhaben beträchtlich. Für die Schleuse und die Straßenbrücke Witzeeze gab das Ministerium Investitionsausgaben von etwa 112 Millionen Euro an. Gebaut werden solle von 2027 bis 2035. Für den Streckenabschnitt Elbe bis Schleuse Lauenburg seien rund 15 Millionen Euro veranschlagt. Die Bauzeit: 2027-2030. Etwa 60 Millionen Euro wurden für den Ersatz der Kanalbrücken eingeplant. Bereits fertig sind Brücken in Dalldorf, Krummesse, Horsterdamm und Büssau. Später sollen die Donnerschleuse sowie die Schleusen Behlendorf, Berkenthin, Krummesse und Büssau durch Neubauten ersetzt werden.

Im November 2018 hatte der Bund angekündigt, für den Kanalausbau 15 weitere Stellen bereitzustellen. «Künftig werden insgesamt 35 Fachkräfte an den Planungen für den Ausbau des Kanals arbeiten», sagte damals der Lauenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann, heute Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft.

Und wie geht es nun weiter? «Im Rahmen der anstehenden Bedarfsplanüberprüfung zum Bundesverkehrswegeplan wird eine Anpassung dieses Ausbauprojekts geprüft werden», gab das Verkehrsministerium an. Das Ganze könnte also auch dauerhaft um einiges kleiner ausfallen als zunächst geplant

So helfen wir dem Mittelstand bei den Herausforderungen der Digitalisierung

Ein Großteil unserer über 120.000 kleinen und mittelständischen Betriebe in Schleswig-Holstein steht vor sportlichen Herausforderungen: Die Digitalisierung der Welt verändert Produktions- wie Arbeitsbedingungen rasant. Hinzu kommt der Druck der Energiewende, die ebenfalls alle Wirtschaftsbereiche erfasst, die aber auch riesige Chancen bietet.

Wie diese Chancen aussehen – und wie Bund und Land dem Mittelstand beim Thema Digitalisierung mit Gratis-Rat zur Seite stehen, erzählt Wirtschaftsminister Bernd Buchholz in seiner „Meldung der Woche“.  Video starten

Buchholz zufrieden mit Bundesrats-Beschlüssen für mehr Verkehrs-Sicherheit

Angesichts von jährlich rund 400 getöteten Radfahrern auf deutschen Straßen und einer stagnierenden Unfallzahl hat sich Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute zufrieden mit den Beschlüssen des Bundesrats gezeigt: „Mit den auf den Weg gebrachten Änderungen von Straßenverkehrsordnung und Bußgeldkatalog wird verkehrsgefährdendes Verhalten künftig härter bestraft und die Risiken hoffentlich minimiert“, sagte Buchholz. Als Beispiel nannte er den Mindestabstand beim Überholen von Radfahrern oder das geforderte Schritttempo von LKW beim Abbiegen in Bereichen, in denen vermehrt mit Radverkehr zu rechnen sei. „Auch mit den geplanten schärferen Vorschriften bei Behinderungen von Radfahrern durch unberechtigtes Parken dürfte der Radverkehr in Zukunft ein erhebliches Stück sicherer werden“, so der Minister bei der Bundesratssitzung in Berlin.

Buchholz sagte weiter – Audio starten („im Browser anhören“)

Auf Vorschlag des Bundesverkehrsministeriums soll der Mindestüberholabstand gegenüber Radfahrern innerorts künftig 1,50 Meter betragen und außerorts zwei Meter. Darüber hinaus hat die Länderkammer beschlossen, dass Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen nur noch mit Schrittgeschwindigkeit abbiegen dürfen, wenn mit Radverkehr oder Fußgängern zu rechnen ist. Damit zielen die Länderminister auf die ab 2022 europaweit für neue Fahrzeugtypen und ab 2024 für Neufahrzeuge bestehende Pflicht zum Einbau entsprechender Assistenzsysteme ab.

Als überfällig bezeichnete Buchholz auch die Verschärfung der Sanktionen bei Verstößen gegen die Pflicht zur Bildung von Rettungsgassen: „Das Bilden einer Gasse ist Voraussetzung dafür, dass Rettungskräfte Menschenleben retten können. Dabei kommt es leider immer noch häufig vor, dass Autofahrer eine bereits gebildete Rettungsgasse zum schnelleren Vorwärtskommen nutzen, auch indem sie sich an Rettungsfahrzeuge ranhängen“, so der Minister.

Solche Verstöße seien bislang vom Tatbestand des „Nichtbildens einer Rettungsgasse“ umfasst, nicht aber als eigenständiger Tatbestand geregelt. Dies habe sich als unpraktisch erwiesen und der Bundesrat deshalb die Einführung eines neuen Bußgeldtatbestandes beschlossen. Das „unberechtigte Nutzen einer Rettungsgasse“ soll künftig eine besonders grobe Pflichtverletzung sein und ein Fahrverbot samt 320 Euro Bußgeld und zwei Punkten im Fahreignungsregister nach sich ziehen. Darüber hinaus soll künftig auch das Nichtbilden einer Rettungsgasse mit einem Fahrverbot geahndet werden. „Im Ergebnis sind nunmehr alle Tatbestände im Zusammenhang mit der Rettungsgasse mit einem Fahrverbot belegt – und das halte ich auch für angemessen“, so Buchholz.

Buchholz kämpft mit Mecklenburg-Vorpommern um Erhalt der Schiffbau-Bürgschaften

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Lürssen-Werft in Schacht-Audorf bei Rendsburg

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wollen den deutschen Schiffbau vor Wettbewerbsverzerrungen schützen und fordern daher weitere Unterstützung des Bundes ein. In einem gemeinsamen Antrag, den die beiden Länder heute in den Bundesrat einbrachten, fordern sie von der Bundesregierung, ihre Bürgschaften für die Werften nicht wie geplant zu drosseln.

«Wir begrüßen ausdrücklich die Einführung des neues Großbürgschaftsprogramms für parallele Bund-Landesbürgschaften in strukturschwachen Regionen. Vor dem Hintergrund aber, dass gerade bei den Bauzeitfinanzierungen der Werften regelmäßig Bürgschaftsvolumina im dreistelligen Millionenbereich aufgerufen werden, halten wir es für dringend erforderlich, dass der Bereich Schiffbaufinanzierung inhaltsgleich in den Anwendungsbereich des Großbürgschaftsprogramms integriert wird», sagte Buchholz.

Seine vollständige Bundesratsrede dazu hier:

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe sagte vor der Länderkammer: «Wir brauchen die uneingeschränkte Aufnahme des Themas Schiffbauzeitfinanzierung in das neue parallele Bund/Länder-Bürgschaftsprogramm. Deutschland darf als Exportland diese oft in ihrer gesamtdeutschen Bedeutung unterschätzte Industrie zumindest nicht an Finanzierungsfragen scheitern lassen.» Andere Staaten gewährten ihren Werften massive Hilfen. So habe China die Eroberung des Kreuzfahrtschiffbau-Marktes bis 2025 zum Staatsziel erklärt.

Vom Schiffbau profitierten nicht nur die Werften, sondern auch zahlreiche Zulieferbetriebe abseits der Küsten. Laut Buchholz und Glawe belaufen sich die aktuellen Auftragsbestände der deutschen Werften auf fast 20 Milliarden Euro. 70 bis 80 Prozent der Wertschöpfung würden durch die beteiligten Schiffbauzulieferfirmen erbracht und etwa die Hälfte dieser Zulieferungen kämen nicht aus den Küstenländern. «Dies verdeutlicht nochmals, dass der Erhalt einer zukunftsfähigen Schiffbauindustrie in Deutschland nicht nur ein norddeutsches Thema ist, sondern in gesamtdeutschem Interesse», betonte Glawe.

Der bei weitem kritischste Punkt für die maritime Industrie sei die Finanzierung teurer Spezialschiffe. Als «Nachwehen» der jüngsten Wirtschaftskrisen, die auch den Schiffbau hart getroffen hätten, seien Kredite oft nur schwer zu bekommen. «Vor diesem Hintergrund kommt der Stellung von Bürgschaften der öffentlichen Hand eine besondere Bedeutung zu», sagte Buchholz.

Bei der Finanzierung von Schiffen lassen sich Banken Kredite vielfach durch staatliche Bürgschaften absichern. In der Vergangenheit trugen betroffene Bundesländer und der Bund die Risiken meist zu gleichen Teilen. Mecklenburg-Vorpommern befürchtet angesichts der Milliardenprojekte der zum malaysischen Genting-Konzern gehörenden MV Werften finanziell überfordert zu sein. Bislang stehen Bürgschaften in Höhe von 375 Millionen Euro für die Bauzeitfinanzierung von zwei riesigen Kreuzfahrtschiffen zu Buche. Der Bund sichert den Bau bislang in gleicher Höhe ab. Glawe kündigte an, schnellstmöglich Gespräche mit dem Bund über die künftige Gestaltung der Schiffbau- Bürgschaften führen zu wollen.

Unterstützung bekommen die Küstenländer von der IG Metall Küste. «Ohne Bürgschaften geht es im Großanlagenbau wie dem Schiffbau nicht. Deshalb muss die Branche wie alle anderen in das Bund-/Länder-Großbürgschaftsprogramm aufgenommen werden», forderte Bezirksleiter Daniel Friedrich. Zusammen mit Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern stehe auch der Bund in der Verantwortung.

Ab sofort können Büchsenmacher ihre Waffen wieder in Eckernförde testen lassen

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Staatssekretär Rohlfs (l.) mit dem Direktor der Richdirektion Nord, Herbert Weit, vor der Beschuss-Anlage – eingespannt ist hier ein Militär-Gewehr von SIG Sauer

Die vor gut zwei Jahren aus Sicherheitsgründen größtenteils geschlossene amtliche Beschussstelle für Waffen und Böller in Eckernförde geht wieder in Betrieb. Die Modernisierung der Beschussstelle unter dem Dach des Waffenherstellers Sig Sauer sei abgeschlossen und werde kurzfristig gutachterlich abgenommen, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Thilo Rohlfs am Donnerstag. Zusammen mit Sig-Sauer-Geschäftsführer Tim Castagne (großen Foto oben rechts) und dem Direktor der Eichdirektion Nord, Herbert Weit, unterzeichnete Rohlfs einen neuen Mietvertrag.

Das Land habe rund 400 000 Euro investiert, eine zusätzliche Personalstelle geschaffen und die von Sig Sauer modernisierten Räumlichkeiten zu ortsüblichen Konditionen angemietet, sagte Rohlfs. «Damit ist die Grundlage für den Erhalt der Einrichtung geschaffen.»

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Weit erläutert Rohlfs die neue Laser-Anlage zur Stempelung bzw. Gravur der Waffen.

Alle Feuerwaffen in Deutschland müssen nach Ministeriumsangaben einen sogenannten Überdruckbeschuss bestehen, bevor sie in den Handel kommen. Sie werden mit besonders starker Munition geladen und in ein geschütztes Wasserbecken abgefeuert. Wenn die Waffe standgehalten und sich nicht verzogen hat, erhält sie einen Stempel.

Hier ein Audio-Mitschnitt des Pressegesprächs

 

Weil Sig Sauer seit Jahrzehnten landesweit der größte Waffenhersteller ist, wurde die Beschussstelle bereits 1974 in seinen Kellerräumen eingerichtet. Seit Ende 2017 war der Beschuss nach Angaben des Wirtschaftsministeriums nur noch in einer Art «Notbetrieb» für die Produktion von Sig Sauer aufrechterhalten worden. Die rund 20 gewerblichen Büchsenmacher im Land mussten auf Beschussämter im Süden Deutschlands ausweichen.

Maritimes Frühstück in Berlin: Landeshäfen 2019 bei Ladung wie Passagieren stark im Aufwind

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GvSH-Chef Frank Schnabel, rechts, mit Minister Buchholz (links) und dem Maritimen Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann 

Die Häfen in Schleswig-Holstein haben im vergangenen Jahr mehr als 13,2 Millionen Passagiere gezählt und damit 3,4 Prozent mehr als 2018. Die umgeschlagene Ladungsmenge wuchs um rund ein Prozent auf 53 Millionen Tonnen. Diese Zahlen nannte der Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH) heute bei einem «Maritimen Frühstück» in Berlin. Daran nahm Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) ebenso teil wie Bundestagsabgeordnete und der Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann (CDU).

«Die Häfen in Schleswig-Holstein sind Knotenpunkte des internationalen Handels und Personenverkehrs und profitieren von der Lage an zwei Küsten, so dass unterschiedlichste Zielmärkte bedient werden können», sagte der GvSH-Vorstandsvorsitzende Frank Schnabel.

Minister Buchholz nannte die Hafenwirtschaft einen zentralen Wirtschaftszweig des Landes. «Die maritime Wirtschaft genießt nicht nur wegen der geografischen Lage unseres Bundeslandes von Seiten der Landesregierung höchste Priorität, sie ist Garant für Wertschöpfung und Arbeitsplätze.»

Eine wichtige Rolle spielte in Berlin ein besserer Umweltschutz. Die Versorgung von Schiffen mit Landstrom kommt weiter voran. So entsteht in Kiel die modernste Landstromanlage Europas. Sie wird künftig Kreuzfahrtschiffe und Schweden-Fähren während der Hafenliegezeiten versorgen. Die Norwegen-Fähren können schon seit einiger Zeit Landstrom «tanken». In Lübeck gibt es eine entsprechende Anlage seit 2008. Bereits seit Jahrzehnten nehmen die Fähren Landstrom auf, die nach Amrum und Föhr fahren. Das ist Ökostrom aus der Region.

Die Reederei Scandlines plant eine Landstromanlage in Puttgarden. In Brunsbüttel läuft eine Machbarkeitsprüfung.

Lübecker Forscher wollen E-Ladesäulen den „Rückwärtsgang“ beibringen – Land fördert

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Mit 800.000 Euro Rückenwind durch das Land wollen Prof. Thomas Franke (Mitte) und Prof Leucker (rechts) das Car-Sharing im Land klimafreundlicher und intelligenter machen

Sperriger Name, hohes Ziel: Mit ihrem Projekt ReNuBiL (Reallabor Nutzerzentriertes Bidirektionales Laden) wollen Lübecker Wissenschaftler ein neuartiges System von E-Ladesäulen in Schleswig-Holstein entwickeln. Der Clou: Künftige Carsharing-Flotten wie etwa „Statt Auto“ könnten dann nicht nur mit überschüssigem Windstrom betankt werden, sondern im „Rückwärtsgang“ ihren Strom auch wieder in lokale Firmennetze abgeben. „Über solche Batteriespeicher vier Rädern könnten Verbrauchsspitzen in Unternehmen intelligent ausgeglichen werden und auch eine Menge Leitungen eingespart werden – ein riesiger Beitrag zur Energiewende“, schwärmte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz nach Übergabe eines Förderbescheids in Höhe von 800.000 Euro an die Lübecker Professoren Thomas Franke und Martin Leuker vom Institut für Multimediale und Interaktive Systeme (IMIS).

Wie Buchholz sagte, handelt es sich bei der Förderung um eines von zehn Vorhaben im Rahmen eines Landes-Ideenwettbewerbs zur Forschungs-Infrastruktur. Dafür hat die Landesregierung insgesamt 6,3 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln bereitgestellt.

Nach den Worten von Franke und Leukert soll mit dem Projekt zunächst eine Forschungs­infrastruktur auf dem Lübecker Campus geschaffen werden. „Wir wollen ein lebendiges Labor aufbauen. Alle Nutzer von unserem Kooperationspartner ,Statt Auto‘ am Campus können mit diesen Fahrzeugen fahren und liefern uns damit Daten, aus denen wir dann hoffentlich lernen, wie wir das bidirektionale Laden gestalten müssen, damit es am Ende auch wirklich funktioniert und von den Kunden gewollt wird“, sagt Franke. Dabei gehe es wissenschaftlich um die „hoch spannende Kombination von Psychologie und Informatik“.

Renubil2 (2)Zum weiteren Aufbau seines Projekts sagte Franke

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Laut Buchholz kommen neben größeren Unternehmen mit E-Fuhrpark und Ladesäulen auch Hochschulen oder Behörden als künftige Nutzer des geplanten Systems in Betracht.

„Mittelstands-Kompetenzzentrum 4.0.“ zieht nach einem Jahr Bilanz und legt erstes Meisterstück ab

Mittelstand
Präsentierten Minister Buchholz (l.) heute an der Uni Lübeck ihre Geräte-Entwicklungen: Sachtleben-Geschäftsführer Karsten Falldorf mit seinem Mitarbeiter Niklas Erdmann sowie David Caraveo und Nikolas Knickrehm vom Mittelstands-Kompetenzzentrum

Gut ein Jahr nach seinem Start hat das schleswig-holsteinische „Mittelstands-Kompetenzzentrum 4.0.“ heute in Lübeck zusammen mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) eine erste Bilanz gezogen.

schlicht1Nach den Worten von Zentrums-Leiterin Regine Schlicht konnte unter anderem zusammen mit dem Hamburger Medizintechnik-Hersteller „Sachtleben GmbH“ das erste größere Projekt erfolgreich abgeschlossen werden. Das auf Knochenheilung mit Elektromagnetischen Feldern spezialisierte Unternehmen hatte sich über Monate von den IT-Experten des Mittelstandszentrums bei der Entwicklung von Handy-gesteuerten Analyse- und Therapiegeräten für diesen Bereich unterstützen lassen. „Das hat uns entschieden weitergeholfen“, sagt Sachtleben-Geschäftsführer Karsten Falldorf.

Wirtschaftsminister Buchholz appellierte vor diesem Hintergrund  erneut an alle Mittelstandsunternehmen im Land, das Gratis-Angebot des Zentrums noch stärker in Anspruch zu nehmen. „Im letzten Jahr haben sich 614 Unternehmen von den Digitalisierungs-Experten Rat geholt. Und neben der Entwicklung für Sachtleben sind derzeit sieben weitere Projekte in der Zielgeraden. Das ist für das erste Jahr eine gute Bilanz, aber da geht noch mehr“, sagte Buchholz. Aktuell unterstützt das Zentrum unter anderem auch die Firmen Baader Maschinenbau in Lübeck, Visiconsult in Stockelsdorf oder Oerlikon in Neumünster.

Buchholz sagte weiter (Audio starten – Pfeil klicken)

Das mit vier Millionen Euro für zunächst drei Jahre geförderte „Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0.“ ist Teil der Digitalinitiative des Bundeswirtschaftsministeriums für den Mittelstand. Es vereint sechs Konsortialpartner aus Kiel, Lübeck und Neumünster. Buchholz: „Insbesondere kleine und mittlere Betriebe ohne eigene Forschungsabteilungen müssen also vor den Veränderungen, die mit der Digitalisierung einhergehen, nicht zurückschrecken. Das Kompetenzzentrum dient praxisnah und anschaulich als erste Anlaufstelle bei allen Fragen zur Digitalisierung.“

Die Medizintechniker von Sachtleben planen mit ihrer Weiterentwicklung unter anderem den Einstieg in die prophylaktische Behandlung von Osteoporose und smarte Therapiegeräte –  beispielsweise integriert in Orthesen. Dazu suchen die Hamburger auch den engen Kontakt zu den Diagnostik-Spezialisten der jungen Kieler Fiirma „Osteolabs“ – einer Ausgründung aus dem GEOMAR.

Kontakt zum Mittelstands-Zentrum: hier entlang