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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein - Harald Haase

Mit elektronischen Lösungen gegen die Bon-Flut – Jamaika-Koalition prüft Fördermöglichkeiten

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Die Abfall-Bons von nur 10 Minuten in der „Brot & Zeit“-Filiale in der Holtenauer Straße in Kiel: Maren Andresen zeigt Staatssekretär Rohlfs die Papierflut

«Papierbon oder E-Bon?» Geht es nach Schleswig-Holsteins Jamaika-Koalition, dann sollten Kunden von Bäckereien, Fleischereien und anderen Einzelhandelsgeschäften im Land künftig die Wahl haben – und die Betriebe weniger Papiermüll, weniger Aufwand und weniger Kosten. «Das Ziel, Steuerkriminalität zu unterbinden, hat unsere volle Unterstützung. Dabei ist es aber unser Interesse, gesetzliche Vorgaben möglichst bürokratiearm umzusetzen. Wir prüfen gerade, in welcher Form wir insbesondere kleine Betriebe dabei unterstützen können, die Bonausgabepflicht elektronisch vorzunehmen. Technisch ist dies möglich», erklärten jetzt Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) und Wirtschafts-Staatssekretär Thilo Rohlfs (FDP) gegenüber dem „Flensburger Tageblatt“ (Montagausgabe)

Und Rohlfs machte außerdem klar: «Sollte unsere Überprüfung ergeben, dass man den klassischen Kassenbon über eine App auf Wunsch auch direkt auf sein Handy übertragen bekommen kann, dann werden wir dafür ein Förderprogramm auflegen, um Betrieben diesen Weg zu ebnen.» Denn in anderen Bundesländern wie etwa Niedersachsen  würden zwar schon heute vereinzelt Lebensmittelgeschäfte ihren Kassenbon per so genanntem QR-Code ausgeben. Doch seien die dafür nötigen Kassen meist kostspielig. Auch Jan Loleit vom norddeutschen Bäckerinnungsverband kritisiert: «Nur sehr moderne und meist teure Kassen können die E-Bons bereitstellen.»

Weiter sagte Rohlfs (Audio starten – „im Browser anhören“)

Für Schleswig-Holsteins Bäckerei-Landesinnungsmeisterin Maren Andresen wäre ein solches Förderprogramm  «ein erster Schritt in die richtige Richtung». Für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in ihren landesweit 24 Bäckerei-Filialen sei die zum 1. Januar eingeführte Bon-Pflicht eine regelrechte Zumutung, schimpft die Unternehmerin. Und: «Würde man alle Kassenbons hinter den Tresen werfen, wären unsere Verkäuferinnen schon mittags alle zehn Zentimeter größer.» Die Zusatz-Kosten pro Filiale beziffert Andresen allein durch das teure Bon-Thermopapier auf rund 500 Euro monatlich.

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Die von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vorgeschlagenen Ausnahmen bei der neuen Kassenbonpflicht ist aus Sicht der Landesregierung kein Königsweg: «Altmaiers Vorschlag der Einführung einer Zehn-Euro-Bagatellgrenze greift aus unserer Sicht viel zu kurz», sagt Rohlfs. Selbst Altmaier habe nach Proteststürmen aus dem Einzelhandel an seinen Kabinettskollegen, Finanzminister Olaf Scholz, geschrieben : Mit dem aktuellen Regelwerk sei die «Verhältnismäßigkeit der gesetzlich vorgegebenen Mittel und ihres Vollzugs derzeit nicht gewährt».

Eingeführt worden war die Bonpflicht zum 1. Januar, um Steuerbetrug zu verhindern. Kassen sollen dadurch nicht mehr manipuliert werden können.

Mit Blick auf die wachsenden Bürokratie-Kosten für den Mittelstand sieht Rohlfs nach einem Treffen mit dem schleswig-holsteinischen Landesinnungsverbands des Bäckerhandwerks noch einen weiteren möglichen Ansatzpunkt zur Entlastung der Betriebe: Obwohl die Brotproduktion flächendeckend jede Nacht durch Nachwiegen erfasst werde, müssten die Bäckereien am nächsten Tag nach gesetzlich vorgeschriebenen statistischen Regeln  eine Auswahl von Brotsorten per Hand nachwiegen und das Ergebnis dieser internen Qualitätskontrolle dokumentieren. «Wir werden uns dafür einsetzen, diesen zusätzlichen Zeit- und Arbeitsaufwand zu verringern», sagt Rohlfs. Er werde das Gespräch mit der Eichdirektion Nord suchen, um intelligentere Lösungen, etwa automatisierte Verfahren, zu erarbeiten. «Dann könnten beispielsweise Stichproben-Kontrollen viel wirksamer und für alle Seiten effizienter sein, als die aufwändig gefertigten Eigendokumentationen der Bäckereien», so Rohlfs.

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Andresen und Rohlfs zusammen mit Jan Loleit – Geschäftsführer des norddeutschen Bäckerei-Innungsverbandes bei ihrem Treffen in Kiel

Auch der Februar-Arbeitsmarkt zeigt sich in Top-Form – Rohlfs sieht weiter „Luft nach oben“

Der Arbeitsmarkt im Norden zeigt sich robust: Im Februar waren weniger Menschen ohne festen Job als noch vor einem Jahr und im Januar. Thema für die Arbeitsagentur könnte die rapide Ausbreitung des neuartigen Coronavirus werden.

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Rohlfs mit der Chefin der Regionaldirektion Nord der BA, Margit Haupt-Koopmann

Die Arbeitslosigkeit hat in Schleswig-Holstein auch im Februar unter dem Niveau des Vorjahres gelegen. Im Februar waren 85 00 Menschen ohne festen Job, wie die Agentur für Arbeit heute berichtet. Das entsprach einem Rückgang um 820 Personen oder 1,0 Prozent zum Januar. Im Vergleich zum Februar 2019 waren 130 Menschen oder 0,2 Prozent weniger ohne festen Job. Die Arbeitslosenquote beträgt nunmehr 5,4 Prozent, nach 5,5 Prozent vor einem Jahr.

Nach Ansicht von Arbeit-Staatssekretär Thilo Rohlfs mache der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit deutlich, wie robust der Mittelstand mit seinen mehr als 123 000 Betrieben im Land sei. «Und trotzdem sehen wir bei der Beschäftigung noch Luft nach oben», sagte Rohlfs. Der leichte Anstieg der Zahl arbeitslos gemeldeter Jugendlicher um 2,9 Prozent gegenüber Januar sei nicht besorgniserregend. «Nicht jeder junge Mensch wird am Ende seiner betrieblichen Ausbildung übernommen.» Die Chancen dieser 230 jungen Menschen seien hoch, schnell einen passenden Arbeitgeber zu finden: «Vor allem in den Branchen Energietechnik, Sanitär- und Heizungstechnik, der Altenpflege und der Logistik werden junge Fachkräfte händeringend gesucht.»

Der leichte Anstieg der Zahl arbeitslos gemeldeter Jugendlicher um 2,9 Prozent gegenüber dem Vormonat ist aus Sicht von Rohlfs nicht besorgniserregend: «Nicht jeder junge Mensch wird am Ende seiner betrieblichen Ausbildung übernommen. Mit etwas Flexibilität sind die Chancen für diese 230 jungen Menschen aber sehr hoch, schnell einen passenden Arbeitgeber zu finden». Mittlerweile gäbe es mehr offene Stellen als Bewerber. «Vor allem in den Branchen Energietechnik, Sanitär- und Heizungstechnik, der Altenpflege und der Logistik werden junge Fachkräfte händeringend gesucht», so Rohlfs.

Wie der Staatssekretär weiter sagte, sei das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz ein wichtiger Baustein, aber kein Allheilmittel gegen das Fachkräfteproblem. „Die am Sonntag in Kraft tretenden Regelungen sind vor allem für diejenigen Unternehmen eine Erleichterung, die bereits ausländische Fachkräfte im Visier haben.“ Durch die zentrale Servicestelle für Berufsanerkennung in Bonn sollen die ausländischen Fachkräfte dann durch das Anerkennungsverfahren begleitet werden. Doch um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, reiche das noch nicht.

Rohlfs: «Wir müssen auch die bereits bei uns im Land vorhandenen Potenziale heben, so ist die Erwerbstätigenquote der Frauen immer noch geringer als die der Männer.» Das Land unterstütze durch das Landesprogramm Arbeit mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) Beratungsangebote für Berufsrückkehrerinnen und Projekte für junge Menschen am Übergang von der Schule in den Beruf, Langzeitarbeitslose, sowie Geflüchtete und Migranten.

«Die Lage am Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein ist weiterhin – trotz nachlassender wirtschaftlicher Dynamik – robust», sagte die Chefin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann. «Wir sind gut durch den Winter gekommen.» Unter den Kreisen hat weiter Stormarn mit aktuell 3,3 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote und Dithmarschen mit 6,0 Prozent die höchste. Bei den kreisfreien Städten schwankt die Quote zwischen 7,3 Prozent in Lübeck und 8,4 Prozent in Flensburg.

Mit Blick auf das Fachkräfteeinwanderungsgesetz verwies Haupt-Koopmann darauf, dass aktuell bereits 35 000 ausländische Fachkräfte – davon 17 000 aus anderen EU-Staaten und 18 000 aus sogenannten Drittstaaten – in Schleswig-Holstein arbeiten. Die Fachkräftesicherung bleibe arbeitsmarktpolitisches Top-Thema. «Denn die Betriebe im Lande müssen schon jetzt immer größere Anstrengungen unternehmen, um ihre Fachkräfte zu halten oder zu gewinnen.» Einen Königsweg gebe es nicht.

Angesichts der rapiden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus gibt es bereits Anfragen von Unternehmen. «Es ist grundsätzlich möglich, Kurzarbeitergeld zu zahlen», sagte Haupt-Koopmann der Deutschen Presse-Agentur. Voraussetzungen seien unabwendbare Ereignisse oder wirtschaftliche Gründe. «Das haben wir ja hier.» Als Beispiele nannte sie das Ausbleiben von Lieferungen, weil Containerschiffe Hamburg nicht anlaufen und Unternehmen deshalb ihre Produktion nicht fortsetzen könnten. Firmen fragten nach, was im Fall von Betriebsschließung infolge staatlicher Schutzmaßnahmen sei. «Auch in diesem Fall können die Voraussetzungen zur Zahlung von Kurzarbeitergeld vorliegen.»

Rohlfs unterstützt Ansiedlung von Windkraft-Service-Betrieb in Neustadt: „Eine gute Investition“

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Spatenstich für eine der größten Ansiedlungen im Kreis Ostholstein der letzten Jahre: Die „Baltic Windkraftanlagen Service Solution GmbH & Co. KG“ (BWSS) errichtet in Neustadt eine Produktionsstätte samt Verwaltungsgebäude und wird damit mindestens 24 Dauerarbeits- und Ausbildungsplätze schaffen.

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Anlässlich des Baubeginns übergab Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs heute einen bereits 2018 bewilligten Förderbescheid über 630.000 Euro an BWSS-Gesellschafter Michael Kohlmorgen. „Angesichts der stürmischen Zeiten für die Windbranche in Europa ist dies ein wohltuend gutes und mutiges Signal für die Energiewende und den Windenergiestandort Schleswig-Holstein“, sagte Rohlfs.

Für den Gesellschafterkreis bedankte sich Kohlmorgen beim Land und wertete den Neubau als „wichtigen Kern einer trotz schwierigen Marktes stetig wachsenden Unternehmensgruppe im Bereich erneuerbarer Energien, die damit ihre Heimat in Schleswig-Holstein gefunden hat“. Jetzt sei es wichtig, erste Windkraftanlagen zu erstellen, um den Unternehmensausbau abzusichern.

Der zur „Kieler Förde WindWerke GmbH & Co KG“ (FWW) gehörende Neustädter Betrieb plant im Gewerbezentrum am Holm auf 16.000 Quadratmetern den Aufbau einer „Rund-um-die Uhr-Leitwarte“ zum Betrieb von Windkraftanlagen sowie zur herstellerunabhängigen Wartung und Instandhaltung von Anlagen bis hin zur Vollwartung ganzer Windparks. Für das Schwesterunternehmen Förde WindWerke sollen ganze Windkraftanlagen als Dienstleistung produziert werden. „Durch die Kombination einer Produktionsstraße für Windkraftanlagen in Verbindung mit dem Angebot von Servicedienstleistungen ist das Unternehmen aus unserer Sicht hervorragend aufgestellt“, so Rohlfs.

Die Ansiedlung der BWSS, um die sich auch Mecklenburg-Vorpommern bemüht hatte, ist nach den Worten des Staatssekretärs eine einmalige Chance für Schleswig-Holstein, den Produktionssektor weiter zu stärken. „Und wir haben es hier erfreulicherweise obendrein mit überaus hochwertigen Arbeitsplätzen zu tun“, so Rohlfs.

Land fördert E-Learning für lernschwache Jugendliche – Rohlfs: „Gut angelegtes Geld“

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Rohlfs lässt sich vom angehenden Fachpraktiker Küche, Riemi Urbansky (18), und seiner Lehrerin Marthe Levsen die Funktionen des Lernsystems erklären

Damit lernschwache Jugendliche und junge Menschen mit anderen Handicaps nicht den Anschluss an die digitale Welt und das digitale Berufsleben verlieren, unterstützt das Land ein E-Learning-Projekt des Jugendaufbauwerks (JAW) Plön-Koppelsberg der Nordkirche mit knapp 237.000 Euro. Das Geld wird für den Aufbau eines elektronischen Kurssystems auf Basis der an vielen Schulen und Hochschulen eingesetzten Lernsoftware „Moodle“ verwendet. Arbeits-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs überreichte dazu heute den entsprechenden Förderbescheid an Einrichtungsleiter Christian Lange.

„Für eine erfolgreiche Berufsausbildung sind digitale Kompetenzen eine Schlüsselqualifikation. Gerade junge Menschen mit Benachteiligungen und Handicaps brauchen dafür eine intensive und individuelle Unterstützung“, sagte Rohlfs. Das Projekt ist auf zunächst ein Jahr befristet und wird durch die drei Jugendaufbauwerke „Norderstedter BildungsGesellschaft“ (NoBiG), „Gesellschaft für Bildung Beruf Kultur mbH“ (BiBeKu) sowie „Bildung und Qualifizierung Meldorf“ gGmbH (BQM) begleitet. Alle vier Jugendaufbauwerke sind Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft der Jugendaufbauwerke Schleswig-Holstein e.V.

Wie der Leiter des „JAW Moodle“-Projekts, Heinrich Fuchs, erläuterte, geben erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendaufbauwerke die Inhalte in das Lernsystem ein und pflegen es auch. Nach den Worten von Rohlfs werden dabei unter anderem das Schulfach „Wirtschaft und Politik“ sowie der Ausbildungsberuf „Fachpraktiker*in Küche“ als Lernbereiche mit mindestens 500 Aufgaben abgebildet. Das Projekt umfasst zudem die Schulung von 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu Moodle-Redakteuren. Anschließend wird die Plattform mit den integrierten Lerninhalten den landesweit 18 Jugendaufbauwerken zur fortwährenden Nutzung zur Verfügung gestellt.

„Mit dieser Investition stärken wir den jungen Menschen den Rücken für den Einstieg ins Erwerbsleben – und steuern zugleich unserem Fachkräftemangel entgegen. Das Geld ist also überaus gut angelegt“, sagte Rohlfs.

Stabwechsel an der Spitze der NAH.SH: Auf Bernhard Wewers folgt im September Arne Beck

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Personelle Weichenstellung bei der Nahverkehrsgesellschaft NAH.SH GmbH: Geschäftsführer Bernhard Wewers (links), wird das Unternehmen Anfang September nach 25 Jahren im Führerstand verlassen und in den Ruhestand treten. Die Gesellschafterversammlung der NAH.SH hat jetzt Dr. Arne Beck zu seinem Nachfolger gewählt.

Rohlfs_kleinWie NAH.SH-Aufsichtsratsvorsitzender und Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs heute in Kiel mitteilte, bringe Beck langjährige Erfahrungen als Berater in nationalen wie auch internationalen Projekten im Nahverkehr mit. Der 43 Jahre alte Volkswirt lebe mit seiner Familie in der Nähe von Kiel und sei deshalb auch persönlich stark motiviert, den Nahverkehr in Schleswig-Holstein voranzubringen. Besonderes Augenmerk will Beck nach eigenen Worten auf die Qualität legen: „Um weitere Menschen zum Umsteigen auf Bahn und Bus zu bewegen, ist ein attraktives Angebot mit hoher Zuverlässigkeit entscheidend – hier wollen und müssen wir noch besser werden. Die Basis muss zukünftig wieder stimmen. Und das bedeutet vor allem: pünktliche Züge.“

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Dr. Andreas Tietze, begrüßte die personelle Entscheidung: „Mit Herrn Beck ist es dem Ministerium gelungen, einen ausgesprochenen Experten für die Geschäftsführung unseres Nahverkehrsverbundes NAH.SH zu verpflichten. Der akademische Hintergrund und die Erfahrung auch aus dem Ausland bieten ihm eine gute Grundlage für die großen anstehenden Aufgaben im Umweltverbund in Zeiten der Verkehrswende. Willkommen auf der Nordschiene“, sagte Tietze.

Beck absolvierte nach dem Abitur zunächst eine Banklehre und arbeitete bei der Hamburgischen Landesbank im Bereich International Finance. Ab 1999 studierte er Volkswirtschaftslehre an der Kieler Christian-Albrechts-Universität und sammelte Auslandserfahrung für die Friedrich-Ebert-Stiftung in Santiago de Chile. Seine Diplomarbeit zum Thema „Markteintrittsbarrieren und Anreize bei SPNV-Vergaben“ wurde mit zwei Forschungspreisen ausgezeichnet. In seiner Dissertation befasste sich Beck mit dem Thema Marktorganisation und Wettbewerb im Bus-ÖPNV. Anschließend wurde er Berater bei der Strategie- und Managementberatung KCW und bei BSL Management Consultants. Heute ist er Partner bei der auf öffentliche Dienstleistungen spezialisierten Strategie- und Managementberatung civity Management Consultants.

Die NAH.SH GmbH organisiert in enger Abstimmung mit Land, Kreisen und kreisfreien Städten den Nahverkehr im echten Norden.

Nach Bundesrats-Vorstoß von SH und MV: Auch Schiffbau-Verband VSM appelliert an Bund

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Lübecker Nachrichten von heute…

Der „Verband Schiffbau und Meerestechnik“ (VSM) sorgt sich um die Wettbewerbsfähigkeit der Werften und Schiffbaubetriebe in den fünf Küstenländern. VSM-Chef Reinhard Lüken kritisiert in der heutigen Sonntagausgabe der „Lübecker Nachrichten“, dass einerseits mit einem Auftragsvolumen von 20 Milliarden Euro die Auftragsbücher voll wie nie seien, andererseits die Verteilung der Bürgschaftsrisiken wie eine angezogene Handbremse wirke.

Nach den Worten von Lüken eskaliert das Problem, weil der Bund in das neue, mühsam zwischen Bundeswirtschafts- und Finanzministerium ausgehandelte „Großbürgschaftsprogramm“ eine Sonderregelung für den Schiffbau aufgenommen habe. Anders als in anderen Wirtschaftsbereichen sollen nur die fünf Küstenländer Bürgschaftsrisiken mit einem Ausfallvolumen von 250 Millionen Euro übernehmen.

Mit Blick auf die angespannte Haushaltslage sowie die einzuhaltende Schuldenbremse sieht Lüken die betroffenen Länder damit „faktisch an den Grenzen ihrer finanziellen Handlungsspielräume“ angelangt. Im schlimmsten Fall, so seine Warnung, könnten Werften trotz voller Auftragsbücher in ihrer Existenz bedroht werden, da ihnen für die Auftragsabwicklung keine Bauzeitbürgschaften zur Verfügung stehen.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) und sein Amtskollege Harry Glawe (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommernbau sind vor diesem Hintergrund bereits in der vorletzen Woche im Bundesrat aktiv geworden. In einem gemeinsaen Antrag fordern sie die Bundesregierung auf, ihre Bürgschaften für die Werften nicht wie geplant zu drosseln.

«Wir begrüßen ausdrücklich die Einführung des neues Großbürgschaftsprogramms für parallele Bund-Landesbürgschaften in strukturschwachen Regionen. Vor dem Hintergrund aber, dass gerade bei den Bauzeitfinanzierungen der Werften regelmäßig Bürgschaftsvolumina im dreistelligen Millionenbereich aufgerufen werden, halten wir es für dringend erforderlich, dass der Bereich Schiffbaufinanzierung inhaltsgleich in den Anwendungsbereich des Großbürgschaftsprogramms integriert wird», sagte Buchholz.

Die Bundestagsrede von Buchholz dazu hier:

Vom Schiffbau profitierten laut Buchholz nicht nur die Werften, sondern auch zahlreiche Zulieferbetriebe abseits der Küsten. Rund 70 bis 80 Prozent der Wertschöpfung würden durch die beteiligten Schiffbauzulieferfirmen erbracht und etwa die Hälfte dieser Zulieferungen kämen nicht aus den Küstenländern. «Dies verdeutlicht nochmals, dass der Erhalt einer zukunftsfähigen Schiffbauindustrie in Deutschland nicht nur ein norddeutsches Thema ist, sondern in gesamtdeutschem Interesse», betont Buchholz.

Der bei weitem kritischste Punkt für die maritime Industrie sei die Finanzierung teurer Spezialschiffe. Als «Nachwehen» der jüngsten Wirtschaftskrisen, die auch den Schiffbau hart getroffen hätten, seien Kredite oft nur schwer zu bekommen. «Vor diesem Hintergrund kommt der Stellung von Bürgschaften der öffentlichen Hand eine besondere Bedeutung zu», sagte Buchholz.

Bei der Finanzierung von Schiffen lassen sich Banken Kredite vielfach durch staatliche Bürgschaften absichern. In der Vergangenheit trugen betroffene Bundesländer und der Bund die Risiken meist zu gleichen Teilen. Mecklenburg-Vorpommern befürchtet angesichts der Milliardenprojekte der zum malaysischen Genting-Konzern gehörenden MV Werften finanziell überfordert zu sein. Bislang stehen Bürgschaften in Höhe von 375 Millionen Euro für die Bauzeitfinanzierung von zwei riesigen Kreuzfahrtschiffen zu Buche. Der Bund sichert den Bau bislang in gleicher Höhe ab. Glawe kündigte an, schnellstmöglich Gespräche mit dem Bund über die künftige Gestaltung der Schiffbau- Bürgschaften führen zu wollen.

Unterstützung bekommen die Küstenländer von der IG Metall Küste. «Ohne Bürgschaften geht es im Großanlagenbau wie dem Schiffbau nicht. Deshalb muss die Branche wie alle anderen in das Bund-/Länder-Großbürgschaftsprogramm aufgenommen werden», forderte Bezirksleiter Daniel Friedrich. Zusammen mit Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern stehe auch der Bund in der Verantwortung.

Industriebündnis SH als Kompass und Motor für mehr und bessere Arbeitsplätze im echten Norden

Ja, es ist „nur“ ein Papier. Und ja, am Ende zählen nicht Worte, sondern Taten. Aber Taten ohne Plan gelingen meistens nicht – darum ist das in dieser Woche vorgelegte Strategiepapier zur künftigen Industriepolitik in Schleswig-Holstein ein wichtiger Meilenstein auf einem langen Weg. Und viele der im Bündnis zwischen Wirtschaft, Gewerkschaften, Land und Kommunen verabredeten Schritte sind schon längst angeschoben – etwa der Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft. Für Wirtschaftsminister Buchholz also ganz eindeutig: seine „Meldung der Woche“. Video starten

Tourismus im echten Norden boomt weiter – und die Stimmung in der Wirtschaft laut IHK auch

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IHK-Präsidentin Kühn mit Buchholz

Erfreuliche Zahlen für den Dezember machen das Tourismusjahr 2019 komplett: Mit einem Plus von 6 Prozent bei den Übernachtungen und 4,2 Prozent bei den Gästeankünften gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnet die schleswig-holsteinische Tourismusbranche für Dezember 2019 einen ausgezeichneten Jahresabschluss.  Ähnlich sonnig ist die Stimmung in der Wirtschaft, denn die hat sich zur Jahreswende nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) aufgehellt. Nur noch ein Viertel der Unternehmen rechnet mit einer sich verschlechternden Geschäftslage, wie aus der heute vorgestellten IHK-Konjunkturumfrage hervorgeht. Im Quartal zuvor waren noch 43 Prozent der Betriebe von einer Negativentwicklung ausgegangen.

Wirtschafts- und Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz zeigte sich über beide Trendmeldungen hoch erfreut: «Beide Ergebnisse decken sich mit meinen Eindrücken bei zahlreichen Betriebsbesuchen und Begegnungen im Land.» Mit Blick auf den Tourismus sagte Buchholz: «Auch für die weihnachtliche Reisezeit bietet Schleswig-Holstein viele interessante Ziele und Erholungsmöglichkeiten. Das wird verstärkt von unseren Gästen angenommen, sodass wir auch in der winterlichen Nebensaison eine immer bessere Auslastung der touristischen Betriebe erreichen. Für unser Land, das traditionell seine Saisonstärken in den Sommermonaten hat, ist dies ein sehr erfreulicher Trend. Die Investitionen in den Tourismus zahlen sich aus.»

Nach Angaben der IHK ist die Mehrheit der Unternehmen laut der Umfrage zufrieden, nur 10,3 Prozent sind dies nicht. Der Konjunkturklimaindex stieg im vierten Quartal 2019 auf 111,5 Punkte. Im dritten Quartal hatte er 97,3 Punkte betragen. Der langjährige Durchschnittswert auf einer Skala von Null bis 200 Punkten liegt bei 116,7. Nach Angaben der Kammer könnte sich das Ergebnis im laufenden Quartal angesichts von handelspolitischen Unsicherheiten wie dem Ausbruch des Coronavirus, dem Brexit oder der Außenhandelspolitik der USA verschlechtern.

Mit vereinten Kräften für mehr industrielle Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein

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Ein Teil der Bündnispartner (v.l.): Dr. Katharina Volk (IG Metall), Marcus F. Hrach (BWE SH), Michael Thomas Fröhlich (UV Nord), Dr. Martin Kruse (IHK), Uwe Polkaehn (DGB), Dr. Fabian Faller (LEE SH), Dr. Bernd Buchholz und Dr. Jörg Mutschler (VDMA)

Klares Ziel, breiter Schulterschluss: In einem neuen „Bündnis für Industrie“ haben sich Landesregierung, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften, Kammern und Kommunen auf einen gemeinsamen Kurs verständigt. „Um die industrielle Entwicklung in Schleswig-Holstein von der Standspur zu holen brauchen wir mehr Industrie, mehr Flächen für Industrie und vor allem müssen wir gemeinsam die industriellen Chancen der Energiewende nutzen“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz bei der Vorstellung der Industrie-Strategie zusammen mit Uwe Polkaehn vom DGB Nord und Michael Thomas Fröhlich. Zwar verfüge das Land über gut entwickelte industrielle Regionen wie den Chemcoast Park Brunsbüttel, das Lübecker Ernährungswirtschafts-Netzwerk, die Bahntechnik in Kiel oder die Maritime Branche, doch hinke das Land bei Wirtschaftskraft und Wachstum im bundesweiten Vergleich seit Jahren hinterher.“

Hier ein Livestream-Mitschnitt des Pressegesprächs:

Darum hat sich das Bündnis nach den Worten von Buchholz sowohl auf messbare Ziele als auch auf Ansatzpunkte zur Verbesserung verständigt. Dazu zählen unter anderem:

  • mehr Technologietransfers durch Förderung von Forschung, die Etablierung von Kompetenzzentren oder Kooperationen zwischen Hochschulen sowie die Einrichtung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen.
  • mehr Unterstützung im Bereich der Digitalisierung durch Ausbau der Breitband-Netze und 5G-Technologie.
  • Erleichterung der Ausweisung von Industriegewerbeflächen durch Abstimmung mit Kommunen und Wirtschaftsförderungsgesellschaften.
  • Image-Stärkung von Schleswig-Holstein als Industriestandort durch eine Standortmarketingkampagne.
  • Umsetzung der Wasserstoffstrategie der norddeutschen Länder sowie Aufbau von Reallaboren im Rahmen des Bundes-Energieforschungsprogramms.
  • Reformierung des Rechtsrahmens im Energiebereich.

Wie Buchholz weiter sagte, sei eine gute industrielle Entwicklung zu einem bedeutenden Teil auch das Ergebnis sozialpartnerschaftlicher Aushandlungsprozesse zwischen Beschäftigten, Betriebsräten, Gewerkschaften sowie Unternehmensführungen und Arbeitgeberverbänden. „Die Erfolge der Sozialpartner sind damit nicht nur Voraussetzung für die Bedeutung der Industrie, sondern auch eine Voraussetzung für die Akzeptanz industrieller Produktion. Die Landesregierung wird darum sozialpartnerschaftliche Vereinbarungen mit den Mitteln der Landespolitik fördern“, sagte der Minister.

Im Gespräch mit Journalisten erläuterte der Minister weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB-Bezirk Nord, verdeutlichte: „Wir können hier im Norden zeigen, dass Wachstum, die Sicherung von Guter Arbeit und Beschäftigung sowie Klimaschutz keine Widersprüche sein müssen. Das Papier haben wir, jetzt müssen Taten folgen. So gilt es in den nächsten Monaten die Wertschöpfungsketten in den Erneuerbaren zu sichern und eine klare Perspektive aufzuzeigen.“

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Den Bereich der Erneuerbaren Energien sehen die Bündnispartner als einen der Schwerpunktbereiche der schleswig-holsteinischen Industrie. „Unser Land ist das Energiewendeland schlechthin und daraus ergeben sich große Möglichkeiten für eine industrielle Entwicklung, beispielsweise durch die Etablierung einer Wasserstoffwirtschaft“, sagte Michael Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer des Unternehmensverbandes Nord. Aber auch in klassischen und historisch gewachsenen Märkten gebe es für Schleswig-Holstein gute Chancen. Dazu gehöre etwa der Bereich der maritimen Wirtschaft, der Medizintechnik, des Maschinenbaus oder die Ernährungswirtschaft durch den Trend zur Produktion individualisierter Lebensmittel. „Das setzt voraus, dass genügend zusammenhängende Flächen mit passender Infrastruktur vorhanden sind, die ohne bürokratische Hürden vermarktet werden können“, so Fröhlich abschließend.

Hier das Industriepapier in der Langfassung

Oberverwaltungsgericht weist Klagen von Großenbrode und Fehmarn gegen B-207-Ausbau ab

Die B 207 zwischen Großenbrode und der Stadt Fehmarn

Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig hat die Klagen der Gemeinde Großenbrode und der Stadt Fehmarn gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau der B207 zwischen Heiligenhafen und Puttgarden abgewiesen. Die Argumente der beiden betroffenen Kommunen haben den Senat nicht zu überzeugen vermocht, teilte das OVG heute mit. Sie betrafen insbesondere die Verkehrsführung während der Bauarbeiten an der Bundesstraße und den entsprechenden Querungen sowie die planerische Aussparung der Fehmarnsundbrücke, über die die B207 verläuft. Die Straße soll als Straßenhinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung dienen. Der entsprechende Tenor der Entscheidung ist den Beteiligten am Montag bekanntgegeben worden. Die schriftliche Urteilsbegründung wird später zugestellt.

BescheideSchleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs, der den Prozess-Auftakt in der vergangenen Woche im Gericht mit begleitet hatte, zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung: „Ich bin guter Hoffnung, dass auch die weiteren noch ausstehenden Klagen abgewiesen werden und wir dann vielleicht schon 2021 Baurecht haben werden“, so Rohlfs.

Die mehrstündigen mündlichen Verhandlungen am Donnerstag und Freitag vergangene Woche waren der Auftakt zu einer Reihe gerichtlicher Entscheidungen, die im Zusammenhang mit der Straßenhinterlandanbindung an die Feste Fehmarnbeltquerung zwischen den Inseln Fehmarn und Lolland (Dänemark) anstehen. Am 27. Februar wird am OVG die Klage einer Hofbesitzerin auf Fehmarn verhandelt. Im Laufe des Frühjahrs/Sommers 2020 sind nach Angaben des Gerichts zudem weitere Termine für die Klagen zweier Umweltverbände, der Scandlines Deutschland GmbH und des Wasser- und Bodenverbandes Großenbrode geplant.