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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein - Harald Haase

Start frei für die Video-Abstimmung: Darum bin ich ein toller Arbeitgeber

„Darum bin ich ein toller Arbeitgeber“ – Beiträge für Landeswettbewerb nun online – entscheiden Sie !

Die kleine, aber feine Bewerberschar zum Kurzfilmwettbewerb von Land und Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK.SH) „Darum bin ich ein toller Arbeitgeber“ ist nun online. Durch Ihren Klick entscheiden Sie, wer Gewinner wird. Alle Gewinner (auch die „Klick-Lieblinge“) werden mit ihren Beiträgen am zweiten Tag des Kongresses „Vernetzte Gesundheit“ in Kiel am 12. und 13. Januar 2016)präsentiert.

Zu den Filmen

In der gemeinsamen Ausschreibung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) ging es vor allem um Kreativität, nicht um filmische Professionalität.

Große wie kleine Unternehmen waren aufgerufen, für sich die Werbetrommel zu rühren und mit Witz und Esprit künftige Mitarbeitende anzusprechen.

Energiewende-Projekt“NEW 4.0″ zählt zu den deutschen TOP-FIVE

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Bund gibt grünes Licht für Norddeutsches Energiewende-Projekt – Nägele und Meyer: Schub für die Industrie

WTSH-CLP_MOEMit ihrem Gemeinschaftsprojekt „NEW 4.0“ haben Schleswig-Holstein und Hamburg beste Chancen, zum Vorreiter der Energiewende in Deutschland zu werden: „Mit der heutigen Nominierung des Projekts für das bundesweite Förderprogramm ,Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende‘ hat dieses Vorhaben die wohl wichtigste Hürde genommen“, sagte Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Frank Nägele heute in Kiel nach Bekanntgabe der Nominierung durch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. „Die Realisierung des Projektes wird beiden Ländern auch einen industriepolitischen Schub verleihen“, so die Erwartung des Staatssekretärs.

Reinhard_MeyerZu dem ehrgeizigen Projekt sagte Wirtschaftsminisster Reinhard Meyer
(Audiopfeil klicken)

Gabriel hatte zuvor den Startschuss für insgesamt fünf ausgewählte Modellregionen in Deutschland gegeben, in denen innovative Technologien und Verfahren für die Energieversorgung der Zukunft untersucht werden. Ziel des Förderprogramms ist die intelligente Vernetzung von Erzeugung und Verbrauch durch den Einsatz innovativer Netztechnologien und -betriebskonzepte.

Hinter NEW 4.0 steckt eine Allianz aus über 60 Industrieunternehmen, Energieversorgern, Netzbetreibern, Forschungseinrichtungen, Behörden und Ministerien aus Schleswig-Holstein und Hamburg. Ziel ist, die auf 15.000 bis 20.000 Megawatt geschätzten Erzeugungspotenziale für Strom aus erneuerbaren Energien in beiden Ländern voll auszuschöpfen. Aktuell werden etwa 7000 Megawatt dieses Potenzials genutzt. Am Ende wollen sich beide Länder ab dem Jahr 2035 zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen. In zehn Jahren sollen es schon 70 Prozent sein. Deutlich mehr als die Bundesregierung bis dahin für ganz Deutschland erreichen möchte. Logo_Cloud_NEW-4_0

Nägele dankte vor allem auch den Partnern in beiden Ländern: „Ohne die ausgezeichnete Kooperation bei diesem ehrgeizigen Vorhaben wären wir vermutlich nicht so weit gekommen.“

Staatssekretär Nägele zufrieden mit Arbeitsmarkt-Daten

Arbeitslose: Niedrigster November-Wert seit 1992 – leichter Aufwärtstrend bei Langzeitarbeitslosen

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Trotz eines leichten Anstiegs gegenüber dem Vormonat ist Arbeits-Staatssekretär Dr. Frank Nägele mit den heute  veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für Schleswig-Holstein zufrieden: „Mit 94.258 Arbeitslosen liegt die Arbeitslosenquote im Land aktuell bei 6,2 Prozent – damit verzeichnen wir in einem November den niedrigsten Stand seit 1992.“ Zugleich wies Nägele darauf hin, dass die Integration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive in den Arbeitsmarkt eine große Herausforderung bleibe, die nur im Schulterschluss mit der Arbeitsverwaltung und den Sozialpartnern zu bewältigen sei. Die Zahl der arbeitslosen Ausländer stieg im Vorjahresvergleich mit 18,9 Prozent erneut deutlich auf 2.239 Arbeitslose an.

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Dr. Frank Nägele

Gegen den saisonalen Trend ging hingegen die Zahl der Langzeitarbeitslosen im November leicht zurück. Ihre Zahl sank im Vergleich zum Oktober um 218 auf 35.966 Personen, und auch im Vormonatsvergleich ist ein leichter Rückgang um 124 Personen zu verzeichnen. Nägele: „Das ist unter anderem auch auf die gute Arbeit unserer insgesamt 16 Projekte zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit aus dem Landesprogramm Arbeit zurückzuführen. Im Januar 2016 starten hier weitere elf Modellprojekte.“ Auch die Anzahl der Arbeitslosen mit einer Behinderung sei im November sowohl im Vormonats- als auch im Vorjahresvergleich zurückgegangen.

Während sich die Situation der Langzeitarbeitslosen und Menschen mit Behinderung geringfügig verbessert hat, stagniert die Integration älterer Arbeitsloser über 50. Knapp 31.000 Arbeitslose sind aktuell 50 Jahre oder älter. Nägele appelliert vor diesem Hintergrund an die Betriebe im Norden: „Nicht nur Fachkräfte mit langjähriger Berufserfahrung sollten im Betrieb gehalten werden; auch Arbeitslose über 50 bringen Schlüsselqualifikationen und Erfahrung mit – nutzen Sie diese Chance.“

Das Wirtschaftsjahr 2015 kompakt

Das ABC des Wirtschaftsjahres 2015: Mindestlohn und Mietpreisbremse, Griechenland-Pleite,  Abgas-Skandal, Grexit – manche Begriffe hatten in diesem Jahr Hochkonjunktur. Andere sind Dauerbrenner.

A wie Autonomes Fahren: Ein Topthema bei der Automesse IAA. Das «vollautomatisierte Fahren» entspricht dem Autopiloten im Flugzeug – der Fahrer könnte auch auf dem Rücksitz Platz nehmen. Doch bevor solche Autos serienmäßig über die Straßen rollen, sind noch viele Fragen zu klären. Etwa: Wer ist schuld, wenn ein Unfall passiert?

B wie Bestellerprinzip: Mit der Mietpreisbremse wurde zum 1. Juni auch das sogenannte Bestellerprinzip bei Maklergebühren eingeführt. Nun trägt derjenige die Kosten, der den Vermittler beauftragt hat – das sind in der Regel die Vermieter. In der Vergangenheit mussten meist die Mieter die Maklergebühren zahlen.

C wie China: Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt schwächelt. Die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten sind vorbei. Die aktuelle Flaute hinterlässt erste Bremsspuren bei Deutschlands Exporteuren.

D wie Dax-Rekord: Erstmals in seiner Geschichte knackte das wichtigste deutsche Börsenbarometer im März die 12 000-Punkte-Marke. Im Laufe des Jahres drückten allerdings Griechenland-Krise, China-Sorgen, der VW-Abgas-Skandal und Terror-Sorgen die Kurse.

E wie EEG-Umlage: Die Energiewende wird für Verbraucher immer teurer. Die Ökostrom-Umlage, die alle Stromkunden bezahlen müssen, steigt 2016 auf ein Rekordniveau. Sie wird von derzeit 6,170 Cent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde angehoben.

F wie Flüchtlinge: Viele Ökonomen rechnen 2016 mit positiven Auswirkungen der Zuwanderung auf das Wirtschaftswachstum – allein durch staatliche Ausgaben für die Versorgung der Flüchtlinge und mehr Umsatz im Handel. Als große Herausforderungen gilt jedoch die Integration Zehntausender Menschen in den Arbeitsmarkt.

G wie Grexit: Monatelange hält die Sorge um ein mögliches Ausscheiden Griechenlands (Englisch: Greece + exit = Grexit) aus dem Euroraum Europa in Atem. Buchstäblich in letzter Sekunde einigt sich das von der Pleite bedrohte Land mit seinen Geldgebern auf Reformen und ein neues milliardenschweres Hilfspaket.

H wie Heta: Deutsche Banken laufen Sturm gegen den von Österreich verordneten Zahlungsstopp bei Altlasten der Krisenbank Hypo Alpe Adria. Wien hatte beschlossen, die Hypo-Alpe-Abwicklungsanstalt Heta abzuwickeln und dabei sämtliche Schuldenzahlungen zu stoppen. Dagegen klagen etliche deutsche Institute. Eine erste Verhandlung vor dem Frankfurter Landgericht soll Anfang 2016 stattfinden.

I wie Industrie 4.0: Die enge Verzahnung der Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik nimmt Formen an. Dabei koordinieren intelligente Maschinen selbstständig Fertigungsprozesse, Service-Roboter kooperieren in der Montage mit Menschen. Arbeitsmarkforscher rechnen damit, dass neue Arbeitsplätze entstehen, aber zahlreiche einfachere Jobs verloren gehen.

J wie Jobwunder: Der deutsche Arbeitsmarkt boomt. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt, die der Erwerbstätigen steigt. Im kommenden Jahr könnte die Zahl der Menschen ohne Job wegen der Flüchtlingszuwanderung allerdings steigen.

K wie Kartellamt: Die Wettbewerbshüter untersagen Edeka die geplante Übernahme von Kaiser’s Tengelmann mit seinen 450 Filialen und 16 000 Mitarbeitern. Die Unternehmen hoffen auf eine Ministererlaubnis.

L wie Libor: Über Jahre manipulierten Mitarbeiter mehrerer Großbanken den wichtigen Referenzzins, an dem sich viele Geschäfte orientieren. Auch einige Mitarbeiter der Deutschen Bank machten mit. Im Frühjahr einigt sich das Geldhaus mit Behörden in den USA und Großbritannien: Die Bank muss die Rekordstrafe von 2,5 Milliarden Dollar zahlen.

M wie Mindestlohn: Seit 1. Januar 2015 gilt in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Aus Sicht von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) brachte er Un- und Angelernten höhere Löhne und verhalf Minijobbern zu regulären Jobs. Arbeitgeber halten dagegen, es lasse sich nicht belegen, dass Minijobs in reguläre Jobs umgewandelt wurden.

N wie Niedrigzinsen: Der Leitzins im Euroraum verharrt knapp über der Nullmarke. Sparprodukte werfen deshalb kaum noch etwas ab. Dafür sind Kredite billiger. Das freut Immobilienkäufer.

O wie Ölpreis: Der Ölpreis sinkt und sinkt. Kostete Mitte 2014 ein Fass Rohöl noch mehr als 100 Dollar, sind es inzwischen weniger als 50 Dollar. Verbraucher können günstiger tanken und heizen.

P wie Pannenserie bei BER: Schon vier Eröffnungstermine des Hauptstadtflughafens wurden abgesagt. Planungsfehler und Baumängel müssen abgearbeitet werden. Nach letzten Angaben wird eine Eröffnung im zweiten Halbjahr 2017 angestrebt.

Q wie QE («Quantitative Easing»): Im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche flutet die Europäische Zentralbank die Märkte seit März mit Geld. Bis mindestens September 2016 will sie Staatsanleihen und andere Vermögenswerte im Gesamtvolumen von mehr als einer Billion Euro kaufen. Kritiker warnen vor Blasen an den Finanzmärkten.

R wie Russlandsanktionen: Der Handel zwischen Deutschland und Russland ist eingebrochen, das bekommt etwa der Maschinenbau zu spüren. Die deutsche Wirtschaft plädiert für eine Lockerung der Sanktionen, die die EU im Juli 2014 in der Ukraine-Krise verhängte.

S wie Streiks: Ausstände von Lokführern, Lufthansa-Piloten und Flugbegleitern haben die Reisepläne vieler Menschen immer wieder durcheinandergewirbelt. Hinzu kamen Arbeitskämpfe unter anderem bei der Post und in Kitas. Die meisten Tarifkonflikte wurden im Laufe des Jahres beigelegt. Bei Lufthansa ist noch kein Ende absehbar.

T wie TTIP: Mit dem Freihandelsabkommen TTIP («Transatlantic Trade and Investment Partnership») wollen die EU und die USA die weltgrößte Freihandelszone mit 800 Millionen Menschen schaffen. Der Wegfall von Zöllen und anderen Handelshemmnissen soll Wachstum bringen. Verbraucher- und Umweltschützer fürchten um europäische Standards.

U wie Uber: Der umstrittene Fahrdienstvermittler bietet über eine Smartphone-App verschiedene Fahrdienste an, darunter auch von privaten Fahrern. In Deutschland wurde das Uber-Geschäft durch mehrere Gerichtsentscheidungen deutlich eingeschränkt. Auch in anderen europäischen Ländern spürt das US-Unternehmen Gegenwind.

V wie VW-Abgas-Skandal: Der Autobauer steckt wegen des Skandals in einer tiefen Krise. VW hatte mit Hilfe einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert. Dabei ging es um Werte für das gesundheitsschädliche Stickoxid. Betroffen sind weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge. Außerdem hatte VW bei 800 000 Autos falsche Angaben zum Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) gemacht.

W wie Wirtschaftsweise: Nach Ansicht der Topökonomen kann Deutschland die Herausforderungen der Flüchtlingskrise stemmen und von der Zuwanderung auch wirtschaftlich profitieren – allerdings unter bestimmten Voraussetzungen.

X wie Google X: In seinem Innovationslabor entwickelt der Internet-Riese unter anderem selbstfahrende Autos und Drohnen. Weil der US-Konzern inzwischen quasi alles von A bis Z macht, nennt sich die Muttergesellschaft nun Alphabet.

Y wie Yuan: China will seine Landeswährung Yuan (Renminbi) stärker den Marktkräften aussetzen. Der neue Fünf-Jahres-Plan sieht vage vor, dass die chinesischen Währung bis 2020 frei handelbar ist.

Z wie Zwanzig-Euro-Schein: Die neue Zwanzig-Euro-Banknote soll Geldfälschern dank zusätzlicher Sicherheitsmerkmale die Arbeit erschweren. Der Zwanziger war im ersten Halbjahr 2015 weltweit der von Kriminellen am häufigsten gefälschte Euro-Schein. Seit Ende November wird der neue Zwanziger in den Umlauf gebracht.

Verkehrs-Grossprojekte von Hamburg und Schleswig-Holstein auf gutem Weg

S  21, S 4,  A 7: Meyer und Horch informieren Parlamentarier über aktuelle gemeinsame Verkehrsprojekte
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Meyer, Horch, HH-Staatsrat Rieckhof und A-7-Koordinator Fuchs bei der gemeinsamen Ausschuss-Sitzung mit Hamburg

Im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung der Wirtschafts- und Verkehrsausschüsse der Hamburger Bürgerschaft und des Schleswig-Holsteinischen Landtags informieren zur Stunde im Kieler Landtag der Hamburger Wirtschafts- und Verkehrssenator Frank Horch und sein Kieler Amtskollege Reinhard Meyer die Parlamentarier über wichtige gemeinsame Verkehrsprojekte.

Meyer sagte am Rande der Sitzung (Audiopfeil klicken)

Wie beide Ressortchefs weiter erläuterten, seien die Planungen zum Ausbau der S-Bahn von Hamburg bis Kaltenkirchen (S 21) bereits weit fortgeschritten. Mit der Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens, das derzeit von der AKN vorbereitet werde, sei nach Abschluss laufender Umweltverträglichkeitsprüfungen Anfang 2016 zu rechnen. Die Verfahrensdauer wird nach Einschätzung von Meyer und Horch mindestens zwei Jahre betragen. „Wenn dann Baurecht vorliegt, könnte die S21 ab dem Jahr 2020 von Bergedorf über den Hauptbahnhof und Eidelstedt nach Kaltenkirchen fahren“, sagte Meyer. Damit würde auf der Achse nach Kaltenkirchen ein sehr attraktives Angebot in den Metropolenverkehren geschaffen.

Beim Schienenprojekt „S 4 Ost“ von Bad Oldesloe nach Altona hat die Deutsche Bahn AG bereits erste Ergebnisse über Vermessungsarbeiten, Baugrund­untersuch­ungen, Umweltverträglichkeitsstudien sowie Schall- und Erschütterungsexpertisen vorgelegt. Darüber hinaus hat die DB eine so genannte eisenbahnbetriebswissen­schaft­liche Untersuchung (EBWU) veranlasst. Dabei wird unter anderem ermittelt, wie viel Infrastruktur zwingend erforderlich ist, um das geforderte Betriebsprogramm stabil fahren zu können.

Hintergrund dieser Untersuchung ist insbesondere der Auftrag des Bundes, die Kosten so weit wie möglich zu reduzieren. Im Ergebnis wurde von den Experten festgestellt, dass das geplante fünfte Gleis in Hamburg-Wandsbek durch eine zweispurige Ausfädelung auf das Gütergleis ersetzt und somit entfallen kann und auch das dritte Gleis zwischen Ahrensburg-Gartenholz und Bargteheide verzichtbar sei, was einen vereinfachten Umbau des Bahnhofs Bargteheide ermöglichen würde. Damit würde allerdings auch der optionale Haltepunkt Delingsdorf entfallen.

Beide Länder werden nach den Worten von Horch und Meyer in den nächsten Wochen auf Basis der vorliegenden Planungsergebnisse entscheiden, ob die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung zur Grundlage der weiteren Planungen gemacht werden. Im Januar werden beide Parlamente darüber entscheiden.

Der Ausbau der A7 kommt nach Auskunft beider Ressortchefs ebenfalls gut voran. Die Beeinträchtigungen durch den Bau seien zwar erheblich, werden aber von allen Beteiligten bewältigt. Meyer: „Jeder, der die A7 nutzt, kann täglich sehen, was auf der Baustelle passiert. Die ersten Fahrbahnen sind asphaltiert, erste Brückenbauwerke platziert.“ Meyer und Horch dankten neben dem Baukonsortium VIA Solutions Nord vor allem dem Hamburger A-7-Koordinator Gerhard Fuchs für seinen Einsatz rund um das Projekt und ebenso dem Bund, der mit seiner Planungsgesellschaft DEGES das ÖPP-Vorhaben steuert und betreut.

Meyer: Empfänger von „Meister-BAFöG“ mit Studierenden gleichstellen

Bundesrat billigt Verbesserungsvorschläge aus SH für künftige Ausgestaltung des „Meister-BAföG“

An der Handwerkskammer Flensburg werden Kfz-Mechatroniker ausgebildet

Auf Initiative Schleswig-Holsteins hat der Bundesrat heute für das so genannte „Meister-BAföG“ (Aufstiegs fortbildungsförderungs­gesetz AFBG) weitergehende Verbesserungen vorgeschlagen, als im Entwurf der Bundesregierung vorgesehen sind. Wie Wirtschaftsminister Reinhard Meyer sagte, sollen die Empfänger von AFBG-Leistungen nach seinen Vorstellungen ab August 2016 mit Studierenden gleichgestellt werden, die BAföG empfangen, und ebenfalls einen Zuschuss zum Unterhaltsbeitrag von 50 Prozent bekommen.

 Derzeit bekommen angehende Handwerks- und Industriemeister sowie Erzieherinnen und Erzieher nur 44 Prozent der Leistungen als Zuschuss; der Entwurf der Bundesregierung sieht 47 Prozent vor. Zugleich fordern die Länder eine volle Kostenübernahme durch den Bund, denn noch zahlen die Länder 22 Prozent der Kosten für das „Meister-BAföG“, während der Bund die Finanzierung beim Studenten-BAföG kürzlich in vollem Umfang übernommen hat.

 

„Ich freue mich, dass wir mit unseren guten Argumenten im Bundesrat auch parteiübergreifend eine sehr deutliche politische Mehrheit bekommen haben“, sagte  Meyer nach der Bundesratsentscheidung. „Das stimmt mich zuversichtlich, dass wir  im weiteren politischen Verfahren Gehör finden.“ Nach dem Beschluss des Bundesrates wird der Gesetzesentwurf nun in den Bundestag eingebracht.

Wie Meyer weiter sagte, sei eine auskömmliche Ausstattung des „Meister-BAföG“ dringend geboten: „Denn erstens fehlen zahlreichen Unternehmen in Deutschland schon heute Fachkräfte und potenzielle Unternehmensnachfolger und zweitens werden wir für die tausenden junger Menschen, die derzeit in unser Land kommen, bald entsprechend viele Ausbilderinnen und Ausbilder in den Betrieben brauchen.“

Meyer ehrt „ausgezeichnete Handwerksbetriebe“ in Schleswig-Holstein

Ausgezeichnete Handwerksbetriebe: Meyer übergab Förderpreise der Volks- und Raiffeisenbanken in SH

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Sieger: Daniel Schilloks (2.v.l.), Chef der SHL Holzbau GmbH Lauenburg

Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Reinhard Meyer haben die schleswig-holsteinischen Volks- und Raiffeisenbanken gestern in Kiel die jährlichen VR-Förderpreise Handwerk vergeben. Insgesamt werden 15.000 Euro an die Gewinner ausgegeben. Den ersten Platz unter 53 Einsendern belegt die SHL Holzbau GmbH aus Lauenburg, die  5.000 Euro erhält. Das Unternehmen hat sich unter anderem mit dem Projekt „500 Häuser – vom Handwerk für Flüchtlinge“ beworben und steuert damit aktiv zur schnellen, kostengünstigen und dennoch komfortablen Unterbringung von Flüchtlingen bei. Außerdem hat der Betrieb eine App entwickelt, die Handwerker bei der Optimierung von Projektabläufen auf den Baustellen unterstützt.

Reinhard_MeyerAuf die Frage, was den Förderpreis Handwerk auszeichnet, sagte Meyer
(Audiopfeil klicken)

Auf die Plätze zwei und drei wählt die Jury zwei Betriebe aus dem Backhandwerk. 4.000 Euro erhält die Bäckerei Anja Klausberger aus Eutin für ihr besonderes Engagement in der Ausbildung. Der Betrieb ist außerdem Mitglied im Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ und Kooperationspartner des Projekts „Frauen im Norden – ganz oben“. 3.000 Euro gehen an das Familienunternehmen Niebüller Backstube GmbH, das neben herausragender Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter vor allem Wert auf Kundennähe und Innovation legt. Als Vierten (2.000 Euro) zeichnet die Jury das Unternehmen Planen Service Angeln aus Großsolt aus, das sich auf die Fertigung von Planen im Bereich der Windkraftanlagen spezialisiert hat. Fünfter (1.000 Euro) wird die H. Iwers & Sohn GmbH aus Süderstapel. Der in vierter Generation geführte Brunnen- und Rohrbaubetrieb überzeugt vor allem mit Innovation, Regionalität und Nachhaltigkeit.

Wie Meyer weiter sagte, sehe er sich durch die qualitativ hochwertigen Bewerbungen in seinem positiven Eindruck vom Handwerk bestätigt, den er unter anderem auch wieder bei seiner diesjährigen „Tour durch die Handwerksbetriebe“ gewonnen habe: „Das Handwerk versteht sich nicht nur darauf, Tradition mit Kreativität und Innovation zu verbinden. Es ist darüber hinaus auch gesellschaftlich stark engagiert.“ Sowohl bei seinen Betriebsbesuchen als auch bei den Bewerbungen und den Preisträgern des VR-Förderpreises 2015 zeige sich ein vorbildliches Engagement in den Bereichen Ausbildung, Integration von Schwerbehinderten sowie bei der Bewältigung der Herausforderungen im Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlingssituation. „Der VR-Förderpreis Handwerk ist und bleibt hervorragend geeignet, auf die Leistungen und den Stellenwert des Handwerks aufmerksam zu machen“, so Meyer.

Als Vertreter der Volksbanken Raiffeisenbanken dankte Dr. Michael Brandt den ausgezeichneten Unternehmern: „Die Betriebe leisten hervorragende Arbeit und stärken als Arbeitgeber unsere Region. Als Volksbanken und Raiffeisenbanken unterstützen wir das Handwerk in Schleswig-Holstein und schätzen deshalb die innovativen Ideen und das besondere soziale Engagement der Unternehmen“, sagt Dr. Michael Brandt. „Die Preisträger verkörpern die Exzellenz des Mittelstandes in Schleswig-Holstein“, so Dr. Brandt weiter.

Der Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, Günther Stapelfeldt, findet ebenfalls lobende Worte: „Jeder unserer Preisträger ist, wie alle Betriebe im schleswig-holsteinischen Handwerk, zunächst: ein Betrieb. Mit eigenen Produkten, mit eigenen Dienstleistungen, mit einem ganz eigenen Umfeld. Jeder Betrieb ist aber auch Teil des Motors, der dieses Land am Laufen hält. Die diesjährigen Preisträger zeigen in ihrer ganzen Breite und Vielfalt, welche besondere Bedeutung das Handwerk gerade in Schleswig-Holstein für Ausbildung, Wachstum und Innovationsfähigkeit hat“, so Stapelfeldt.

Meyers Termine heute

Meyer heute bei Tourismustag (Husum), Logistik-Initiative (Büdelsdorf), abends Vergabe  Förderpreis Handwerk

 Touristiker in Schleswig-Holstein debattieren heute ab 10 Uhr in Husum über die digitale Zukunft der Branche. Mit Vorträgen und Workshops sollen Hoteliers, Gastronomen, Einzelhändler und Unternehmer einen Überblick bekommen und fit gemacht werden für eine Digitalisierung der Reisewelt. Zu den Themen gehören neben Onlinebewertungen und Gästekommentaren im Social Web unter anderem auch die digitale Suche nach Informationen und die Buchung selbst.

Zum Tourismustag werden neben Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD), der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Peter Michael Stein, der Vorsitzende des Tourismusverbands Schleswig-Holstein Jörn Klimant, die Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein Andrea Gastager, und Stefan Scholtis, Hauptgeschäftsführer DEHOGA Schleswig-Holstein erwartet.

Anschließend wird Meyer nachmittags an einer Veranstaltung der Logistikinitiative SH zu Lang-Lkw in Büdelsdorf teilnehmen und abends in Kiel den Förderpreis Handwerk der Volks- und Raiffeisenbanken verleihen.

Alte Sundbrücke als Dauerlösung für Fehmarn endgültig vom Tisch

Fehmarnsundquerung: Bund, Land und DB AG konzentrieren sich auf vier Neubaukonzepte für Brücken und Tunnel

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Minister Meyer(Mitte) mit Manuela Herbort (2.v.l.) und Fachleuten des LBV-SH sowie der DB AG

Bei den Vorplanungen einer neuen Querung des Fehmarnsunds werden sich die Deutsche Bahn AG und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) künftig auf vier Neubaukonzepte von Brücken und Tunneln konzentrieren. Eine dauerhafte Ertüchtigung und Nutzung der bestehenden Sundbrücke aus den 60er Jahren steht nicht mehr zur Diskussion. Das ist das Ergebnis einer Nutzwertanalyse, die heute Abend bei der dritten Kommunalkonferenz auf Einladung von Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer und der Konzernbevollmächtigten der DB AG, Manuela Herbort, auf Fehmarn vorgestellt wurde.

Meyer sagte bei der Konferenz unter anderem Audiopfeil klicken):

Wie Fachleute von der DB AG und dem LBV-SH in einer öffentlichen Bürgerveranstaltung vor 26 Besuchern erläuterten, wurden in der mehrmonatigen Nutzwertanalyse sämtliche ursprünglichen neun Konzepte und Varianten anhand von einheitlichen Kriterien bewertet und gewichtet. Dabei spielten Faktoren wie Umweltrisiken und Lärmemissionen ebenso eine Rolle wie die Zukunftsfähigkeit der Bauwerke oder Wirtschaftlichkeitsaspekte.

Gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministeriums, dem LBV-SH und der DB AG wurde daraufhin festgelegt, Vorplanungen für die vier Konzepte mit den höchsten Nutzwerten durchzuführen. Dabei handelt es sich um die Konzepte:

 

  • Neubau eines kombinierten Bauwerks für Schiene und Straße (zweigleisig/vierspurig)
  • Neubau zweier getrennter Bauwerke (zweigleisig/vierspurig)
  • Neubau eines kombinierten Absenktunnels (zweigleisig/vierspurig)
  • Neubau eines Bohrtunnels mit mindestens vier Röhren (zweigleisig/vierspurig)

Alle Konzepte beinhalten Lösungen für Fußgänger, Radfahrer und langsame Verkehre.

Die Vorplanungsphase wird, inklusive der rechtlich vorgeschriebenen Umweltbetrachtungen, rund zwei Jahre dauern und voraussichtlich Ende 2017 abgeschlossen sein.

Die Neuplanungen sind nach den Worten von Verkehrsminister Meyer nötig, weil die bestehende Sundbrücke mit Blick auf die zu erwartenden Mehrverkehre nach Eröffnung des geplanten Fehmarnbelttunnels die zukünftigen Belastungen nicht trägt und zudem eine geringe Restnutzungsdauer hat. „Wichtig ist uns nach wie vor ein offenes und transparentes Verfahren. Ich habe immer dafür plädiert, mit verschiedenen Konzepten in die Vorplanung zu gehen, um genau abschätzen zu können, welches am Ende für die Region die vorteilhafteste Lösung ist“, sagte Meyer.

„Wir werden in engem Schulterschluss mit dem Land ergebnisoffen alle vier Konzepte gründlich planen und dabei über Projektfortschritt und Ergebnisse berichten und informieren“, sagte Herbort.

Premiere in SH: Breites Bündnis von Wirtschaft und Gewekschaften für die Industrie

Rückenwind für eine starke Branche: Land, Wirtschaft und Gewerkschaften schmieden erstmals „Bündnis für Industrie.SH“

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UV-Nord-Chef Fröhlich, Meyer, und DGB-Chef Polkaehn unterzeicnen das „Buendnis für Industrie.SH“

Mit der Unterzeichnung eines „Bündnis für Industrie.SH“ haben sich Landesregierung, Kammern, Gewerkschaften, Wirtschafts- und Industrieverbände sowie Unternehmens- und Arbeitgeberverbände erstmals auf gemeinsame Leitplanken der künftigen Industriepolitik in Schleswig-Holstein verständigt. „Uns ist es wichtig, die Industriepolitik in Schleswig-Holstein auf eine neue strategische und organisatorische Grundlage zu stellen. Ein Ziel dabei ist die stärkere politische Unterstützung der Industrie. Wir wollen eine aktive Industriepolitik, bei der wir nicht nur Zaungäste sind“, sagte Ministerpräsident Torsten Albig heute zur Eröffnung des „Industriepolitischen Kongresses“ beim Unternehmen ACO Severin Ahlmann in Büdelsdorf bei Rendsburg. Dort war vor knapp 190 Jahren mit der „Ahlmann Carlshütte“ das erste Industrieunternehmen des Landes gegründet worden.

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Albig (r) mit Hans-Julius Ahlmann (l)

Wie Albig vor den mehr als 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Fachkongresses sagte, seien bereits vor Monaten in einem ersten Schritt mit allen Bündnispartnern fünf Kernthemen der künftigen Industriepolitik identifiziert und in einem Eckpunktepapier verabschiedet worden. Dabei handelt es sich um die Schwerpunkte „Marketing“, „Digitalisierung“, „Energiewende“, „Fachkräfte“ sowie „Maritime Industrie“. Alle Themen wurden beim Kongress in Workshops diskutiert und vertieft. Zum Bereich der Industrie, die volkswirtschaftlich weitgehend mit dem „verarbeitenden Gewerbe“ gleichzusetzen ist, gehören in Schleswig-Holstein rund 5113 Unternehmen – davon 5015 kleine und mittelständische Betriebe – in denen rund 140.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiten.

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Meyer im Gespräch mit Moderatorin Harriet Heise (links), UV-Nord-Chef Fröhlich und DGB-Nord-Chef Uwe Polkaehn (r.)

Nach den Worten von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer gehe es der Landesregierung darum, die Industrie angesichts des rasanten technologischen und gesellschaftlichen Wandels für die Zukunft wetterfest aufzustellen. „Das wird kein Sprint, sondern ein Marathonlauf, den wir als Land intensiv begleiten werden, für den wir aber vor allem Schub und Impulse aus der Branche selbst benötigen“, appellierte Meyer an die Kongressteilnehmer. „Lassen Sie uns gemeinsam einen Weg finden, wie wir künftig mehr Industriepolitik in Schleswig-Holstein wagen können“, so der Minister.

Im Gespräch mit Uwe Nieber (NDR 1 Welle Nord( sagte Meyer weiter (Audiopfeil klicken)

Besonders mit der Energiewende seien große industriepolitische Chancen verbunden: „Die Erneuerbaren Energien verschaffen uns einen einmaligen Standortvorteil – wir sind heute dank Windenergie eine Erzeugungsregion, wie einst mal das Ruhrgebiet mit seiner Kohle. Diese Chance gilt es zu nutzen, indem wir den hier erzeugten sauberen Strom nicht nur exportieren, sondern ihn auch verwerten und damit Wertschöpfung im Land behalten.“

Sowohl Albig als auch Meyer bezeichneten die Voraussetzungen als ideal: Schleswig-Holstein sei bereits heute ein guter Industriestandort mit hoher Akzeptanz in der Bevölkerung – vom ChemCoastPark in Brunsbüttel über die traditionsreichen Werften oder die Produzenten von Windenergieanlagen bis hin zu den zahlreichen Zulieferer-Betrieben. „Wir sind gut aufgestellt in der Medizintechnik und vielen anderen Branchen. Dafür müssen wir nun aber noch stärker die Werbetrommel rühren, denn vielen ist dies Potenzial noch nicht bekannt genug“, sagte Meyer. Im nächsten Schritt gehe es darum, dass die Bündnispartner für die fünf Themenfelder zügig konkrete Handlungsoptionen erarbeiten.

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Beckmeyer mit Albig

Gastredner auf der Veranstaltung war auch der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Uwe Beckmeyer: „Die Industrie ist der starke Kern der deutschen Wirtschaft. Damit das so bleibt, hat das Bundeswirtschaftsministerium gemeinsam mit 14 Partnern das ,Bündnis für Zukunft‘ ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Wirtschaft, Verbänden und Gewerkschaften wollen wir den Industriestandort Deutschland zukunftsfest machen. Unser Ziel ist eine aktive Industriepolitik, die neue Herausforderungen wie den demographischen Wandel oder die Digitalisierung als Chance begreift. Ich freue mich sehr, dass Schleswig-Holstein jetzt eine entsprechende Initiative auf Landesebene startet. Wir brauchen den Schulterschluss aller Akteure.“

Der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn, sagte: „Der technische Fortschritt und die Globalisierung von Wertschöpfungsketten stellen besondere Anforderungen an die Qualität der Arbeit – Schleswig-Holsteins Industrie kann hier mit gutem Beispiel vorangehen. Nötig ist ein Masterplan für eine abgestimmte norddeutsche Industriepolitik. Die Digitalisierung verändert bestehende Berufsmuster, Cloud- und Klickworkern dürfen soziale Absicherung und Mitbestimmung nicht vorenthalten werden. Deshalb sind faire Tarifverträge, ordnungspolitische Leitplanken und Investitionen in Bildung und Weiterbildung so wichtig. Die Arbeit der Zukunft kann nur erfolgreich gestaltet werden, wenn sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf Augenhöhe begegnen.“

Der Hauptgeschäftsführer des Unternehmensverbandes Nord, Michael Thomas Fröhlich, machte deutlich: „Ein wichtiges, wenn auch längst fälliges Signal, um Industrieunternehmen am Standort Schleswig-Holstein Perspektiven zu geben. Der Entwicklung vergangener Jahre mit Investitionszurückhaltung und Arbeitsplatzabbau muss entschieden entgegengetreten werden. Insbesondere bei den Anstrengungen zum Gelingen der Energiewende muss mehr Wertschöpfung im Land erzielt werden. Mit der Bündnisunterzeichnung beginnt daher erst die eigentliche Arbeit. Für den Ausbau der digitalen- und der Verkehrsinfrastruktur, für ein Industrieflächenmanagement, für eine abgestimmte Landesplanung, für schnelle und bürokratiearme Genehmigungsverfahren, für mehr Wertschätzung und Akzeptanz in der Gesellschaft. Der Zusammenschluss der heutigen Bündnispartner bietet eine belastbare Grundlage, diesen Herausforderungen gerecht zu werden.“

Jörg Orlemann sagte für die IHK Schleswig-Holstein: „Es muss endlich aufhören, dass die Industrie diskriminiert wird. Es müssen Industrie- und Gewerbegebiete her. Das produzierende Gewerbe braucht Raum. Industrie ist ein Segen für uns alle. Dies müssen auch endlich mal diejenigen zur Kenntnis nehmen, die immer noch meinen, es handelt sich hier um einen Wirtschaftszweig, der die Umwelt ausbeutet und in dem die Menschen körperlich geknechtet werden. Die industrielle Realität sieht völlig anders aus. Industrie steht bei der Wertschöpfung ganz oben und Industrie ist der Innovationstreiber schlechthin. Das muss endlich zur Kenntnis genommen werden. Darum sind auch Veranstaltungen wie diese so wichtig.“

Die IG Metall Küste begrüßte das Bekenntnis der Landesregierung zur Industriepolitik: „Industriepolitik heißt für uns auch gute Arbeit: Es ist deshalb erfreulich, dass das gemeinsame Leitbild nicht nur Infrastruktur und Ansiedlungen, sondern auch Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in den Blick nimmt. Entscheidend wird sein, dass die Initiative nicht an den Landesgrenzen halt macht, sondern auch die Zusammenarbeit sowohl mit den norddeutschen Ländern als auch mit den Ostseeanrainerstaaten gestärkt wird“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste.

Dr. Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands NORDMETALL, mahnte abschließend: „Es ist gut, dass die Landesregierung der Industriepolitik eine neue Aufmerksamkeit schenkt. Sie muss aber sehr bald sehr konkret werden. Wir erkennen eine schleichende Deindustrialisierung. Das gefährdet Wachstum und Wohlstand. Wir brauchen bessere Investitionsbedingungen und vor allem einen Stopp der stetig steigenden Belastungen für Arbeitgeber. Daran kann Schleswig-Holstein auch auf Bundesebene mitwirken.“

Hier Zahlen, Daten und Fakten zur Industrie in Schleswig-Holstein: Wirtschaftsdaten Industrie SH