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Von Werften bis Windkraft: Nord-Wirtschaftsminister Tagen heute in Greifswald

Treffen der Verkehrs- und Wirtschaftsminister der Küstenländer zu maritimen Themen und Energiefragen

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Heute findet in Greifswald die Konferenz der Wirtschafts- und Verkehrsminister und Senatoren der norddeutschen Küstenländer statt. Vor Ort diskutieren die Senatoren und Minister Themen wie die Lage der Werftindustrie, die Zusammenarbeit im Bereich des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN), die Ausweisung von Schutzgebieten oder Ausschreibungen für Windenergie an Land sowie Anforderungen an die Luftreinhaltung. Darüber hinaus wollen die Küstenminister eine Kooperationsvereinbarung zur verbesserten Zusammenarbeit im Bereich Luftverkehr unterzeichnen.

Wirtschaftsminister Buchholz wird bei dem Treffen unter anderem die Frage des Umgangs mit dem so genannten „Überschuss-Strom“ aus Windenergieanlagen thematisieren.

Im Anschluss findet ein Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der IHK-Nord statt.

Buchholz: „Bäderbahn“-Trasse in Lübecker Bucht nicht wirtschaftlich zu betreiben

Belt-Schienenanbindung: Land erteilt „2+1-Variante“ Absage – Buchholz lässt innovative Alternativen untersuchen

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Regionalkonferenz in Oldenburg mit Minister Buchholz (2.v.l.) und dem Chef des FBQ-Dialogforums Christoph Jessen (2.v.r.)

Um den ÖPNV und vor allem den Touristen-Verkehr in der Lübecker Bucht zu modernisieren, arbeitet das Land gemeinsam mit dem Verkehrsverbund NAH.SH an Alternativen zum Erhalt der so genannten Bäderbahn zwischen Lübeck und Neustadt. Wie Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute  bei der Fehmarnbelt-Regionalkonferenz in Oldenburg (Kreis Ostholstein) sagte, hätten sein Ministerium und die NAH.SH die im Koalitionsvertrag angekündigte Prüfung für den Erhalt der Bäderbahn, die so genannte 2+1-Variante, jetzt abgeschlossen.

 

„Unsere Experten sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Fortbestand der eingleisigen und nicht elektrifizierten Strecke unwirtschaftlich ist und zudem kaum Ansatzpunkte für ein innovatives Verkehrskonzept für einen modernen Tourismusstandort liefert“, sagte Buchholz. Auch die DB AG hatte bereits im Einvernehmen mit der früheren Landesregierung erklärt, dass der Ausbau der Strecke parallel zur Hinterlandanbindung für den Fehmarnbelttunnel mit neuer Signaltechnik und Elektrifizierung nicht ansatzweise wirtschaftlich darstellbar wäre.

Der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz macht sich ein Bild vom neuen „Hein Schönberg

Zu den Ergebnissen der Regionalkonferenz und zur Bäderbahn sagte Buchholz außerdem

(Audiopfeil klicken)

Wie Buchholz weiter sagte, sei das Ziel der Landesregierung, die Eisenbahnverkehre auf der neuen Trasse zu bündeln und eine Durchbindung von Zügen von Neustadt bis nach Hamburg zu ermöglichen. „Die höheren Geschwindigkeiten lassen damit auch einen durchgehenden Halbstundentakt zwischen Hamburg, Lübeck und Neustadt wahrscheinlicher werden, zumal ein kürzerer Takt obendrein auch wirtschaftlicher wäre“, so der Minister. Er  habe die NAH.SH gebeten, in Zusammenarbeit mit dem Kreis und den Kommunen unter dem Motto „2+X“ nach alternativen Konzepten für die Verknüpfung des künftigen Bahn-Angebots auf der neuen Trasse mit den Verkehrsbedürfnissen der Bewohner der Region und der Touristen zu suchen.

Als Beispiel nannte Buchholz innovative Angebote wie etwa den Einsatz neuer Doppeldecker-Busse sowie Versuchsstrecken mit autonom fahrenden Fahrzeugen.

Ausschuss
Folketing-Mitglieder des dänischen Verkehrsausschusses zu Gast bei Buchholz

Am Tag zuvor hatte Buchholz eine Delegation mit Mitgliedern des dänischen Verkehrsausschusses aus Kopenhagen empfangen. Begleitet wurden die Folketing-Abgeordneten vom dänischen Botschafter Friis Arne Petersen und dem Vorstandsvorsitzenden von Femern A/S, Claus Baunkjær.

Im Mittelpunkt des einstündigen Austauschs stand die Feste Fehmarnsbeltquerung. Die Abgeordneten  betonten den breiten Konsens, von dem das Projekt im dänischen Parlament getragen werde und erkundigten sich nach dem aktuellen Stand des deutschen Planfeststellungsverfahrens. Buchholz bestätigte, dass das Verfahren in gut strukturierten und zeitlich kontrollierten Bahnen laufe. Die Fortschritte seien sichtbar.

Der Vorsitzende des dänischen Verkehrsausschusses lobte das wahrnehmbar hohe Engagement und die Ernsthaftigkeit der Landesregierung in Schleswig-Holstein, das Projekt der Baureife zuzuführen. Dabei kamen auch die Unterschiede der Verwaltungskulturen zur Sprache: Während die Ungeduld auf dänischer Seite steige, mit dem Bau nun endlich zu beginnen, sind laut Buchholz auf deutscher Seite noch einige Schritte zu gehen und Hindernisse zu überbrücken. Sollten sich im laufenden  Verfahren nicht noch etwas Unerwartetes ergeben, stehe der Sommer 2018 als erwartetes Ziel für den Planfeststellungsbeschluss. Anschließend müsse man sich auf ein etwa zweijähriges Klageverfahren einstellen.

Buchholz sprach in diesem Zusammenhang auch die Grenzkontrollen auf der dänischen Seite an. Im Sinne des europäischen Gedankens und des freien Grenzübertritts, sei es grotesk, so Buchholz, an der Grenze zum Nachbarn Kontrollen erleben zu müssen. Er bat die dänischen Politiker, dies zu überdenken.

Die dänische Delegation dankte für den schleswig-holsteinischen Einsatz, den Ersatzbau der Rader Hochbrücke nun sechssspurig planen zu dürfen. Die Jütlandlinie sei für Dänemark eine der wichtigsten Verkehrsadern für die Wirtschaft. Einen Engpass entlang der A 7 könne man sich nicht leisten. In diesem Zusammenhang erinnerte Buchholz daran, dass Schleswig-Holstein sich als Brückenkopf für Skandinavien verstehe und sich auch als Partner für die dänische Wirtschaft anbiete.

An der A 23 bei Halstenbek und Pinneberg geben ab morgen Ampeln den Einfädelungs-Takt vor

Premiere an der A 23: Weniger Stau-Stress durch computergestützte Ampel-Regelung

Baustelle (2)

An den Anschluss-Stellen Pinneberg-Mitte, Halstenbek-Rellingen und Halstenbek-Krupunder wird ab morgen während der Verkehrs-Spitzenzeiten der Einfädelungsverkehr über Ampelanlagen geregelt. Zunächst handelt es sich noch um einen knapp einmonatigen Probebetrieb, bei dem die Anlagen feinjustiert und auf die tägliche Verkehrslage eingestellt werden sollen. „Ziel ist es, vor allem während der Berufsverkehr-Spitzenzeit zwischen 6 und 9 Uhr den Verkehrsfluss auf der A 23 zu verbessern, indem wir Rückstau-Effekte möglichst vermeiden“, sagte heute (2. November) bei der ersten Inbetriebnahme der Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV-SH), Torsten Conradt. Die Ampeln würden stets nur dann anspringen, wenn die von Sensoren erfasste Verkehrslage auf der A 23 dies erforderlich mache.

Wie Conradt weiter sagte, sei der A-23-Abschnitt mit bis zu 89.000 Fahrzeugen pro Tag enorm hoch belastet, was insbesondere im morgendlichen Berufsverkehr das Auffahren auf die Autobahn erschwere. Die Wirkweise der in anderen Bundesländern bereits erfolgreich eingesetzten Regelungsanlagen sei dabei sehr simpel: Die auf der Zufahrtsrampe ankommenden Fahrzeuge halten bei Rot, die Grünphase reicht dann jeweils für ein Fahrzeug. „Ich bin sicher, dass die Zuflussregelungsanlagen damit einerseits zur Entzerrung des Berufsverkehrs und zugleich zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen werden“, so Conradt.

Hier erläutert Siemens-Projektleiter Andreas Borgmann die funktionsweise der Regelungsanlage:

Zur Erfassung der Verkehre sind in die Fahrbahn der A 23 und in die Zufahrtsrampen Messschleifen eingelassen worden. „Die aktuelle Verkehrssituation wird über aufwändige Algorithmen aus den Erfassungsdaten berechnet und die Anlage entsprechend geschaltet. Die Zuflussregelung wird automatisch abgeschaltet, sobald durch zu schwachen oder zu starken Verkehr keine positive Wirkung mehr zu erzielen ist. Das bedeutet, der Betrieb wird sich auf die morgendlichen Spitzenstunden reduzieren“, erläuterte Andreas Borgmann, Projektleiter Verkehrstechnik bei der Siemens AG in Hamburg, die die Anlage geliefert hat. Die Anlagen werden ebenfalls abgeschaltet, wenn der Rückstau das nachgeordnete Straßennetz erreicht.

Conradt  machte deutlich, dass sich die Ampeln nur punktuell auf die Anschlussstellenbereiche auswirken, nicht aber die allmorgendlichen Staus zwischen A 23 und A 7 am Autobahndreieck Hamburg Nord-West beheben können.

Der rund 312.000 Euro umfassende Auftrag für die Errichtung der Regelungsanlagen war im Mai vom LBV-SH an die Hamburger Niederlassung der Firma Siemens AG vergeben worden. Die notwendige Verkehrsuntersuchung inklusive einer Simulation wurde von der Hamburger Niederlassung der BDC Dorsch Consult Ingenieurgesellschaft vorgenommen. Nach den Worten von Conradt waren die Bauarbeiten Ende September abgeschlossen worden, seither wurde die Anlage im Blindbetrieb zur Erfassung von Verkehrsdaten gefahren. Die Aufnahme des Normalbetriebes ist für Anfang Dezember vorgesehen.

Goldener Oktober: Niedrigster Arbeitslosenstand seit 25 Jahren in Schleswig-Holstein

SH-Arbeitsmarkt in Bestform– Buchholz: Fachkräfte-Bedarf erfordert gutes Angebot der Betriebe – und hohe Flexibilität der Azubis

Berufsschule für Köche

Schleswig-Holsteins Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz ist mit der Oktober-Bilanz des Arbeitsmarkes hochzufrieden: Die Zahl der Arbeitslosen im Land sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 Prozent (- 1.123) und gegenüber dem Vormonat um 2,4 Prozent
(- 2.131) auf gegenwärtig 87.435 Personen. „Das ist der niedrigste Wert in einem Oktober seit 25 Jahren bei einer Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent“, kommentierte Buchholz die heute von der Bundesagentur für Arbeit (BA) vorgelegten Monatszahlen. Die saisontypische Herbstbelebung sei vor allem deshalb stark, weil vor allem die mittelständischen Unternehmen weiterhin massiv nach Arbeitskräften suchen“, so der Minister.

Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein, wo derzeit noch eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage von etwa 500 Stellen klafft, zeigte sich Buchholz gemeinsam mit der Chefin der Regionaldirektion Nord der BA, Margit Haupt-Koopmann, zuversichtlich: „Wir sind überzeugt, dass sich dieser monatstypische Nachfrageüberhang noch im Herbst deutlich verringern wird“, sagte Buchholz. Er rief die noch unversorgten Jugendlichen dazu auf, nicht auf ihren Wunschberufen zu beharren, sondern sich flexibel und mobil zu zeigen. „Denn es bestehen noch überaus gute Chancen, bis zum Jahresende einen Ausbildungsplatz zu finden.“

Die meisten freien Stellen gibt es laut BA noch für Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Köche, Elektroniker sowie Hotel- und Restaurantfachleute. An die Unternehmen appellierte Buchholz, keinen Platz unbesetzt zu lassen. „Nur wer heute gut und ausreichend ausbildet, wird morgen auch genügend Fachkräfte haben.“ Von der Sicherung des Fachkräftenachwuchses hänge die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit ganzer Branchen im Land ab. Buchholz erinnerte aber auch daran, dass die Lehrstellenlücke vor genau einem Jahr mit 600 Plätzen noch etwas größer war als derzeit.

Der Minister verwies auf die Angebote der Landesregierung, die mit ihrer aktiven Arbeitsmarktpolitik nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern auch den Bereich der Ausbildung unterstütze. Als Beispiel nannte er die Angebote der Regionalen Ausbildungsbetreuung oder der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU).

Kieler thyssenkrupp Marine Systems schmiedet Bündnis für neue Waffen-Leitsysteme

Buchholz in Kongsberg: Geburt eines Joint-Venture als Meilenstein für den U-Boot-Bau

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Buchholz soeben bei seiner Rede im Kongsberg Technology Park

Der Mischkonzern Thyssen-Krupp rüstet sich weiter für den internationalen Wettbewerb im Marine-Geschäft: Zur Stunde wird im norwegischen Kongsberg in Anwesenheit von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz ein Joint-Ventur zwischen thyssenkrupp Marine Systems (tkMS), dem Sonar-Spezialisten ATLAS ELEKTRONIK und dem norwegischen Rüstungsbetrieb Kongsberg Defence besiegelt.

ATLAS_Keyvisual_Gesamtportfolio_760x760px_links„Mit der Übernahme von Atlas Elektronik und dem Gemeinschaftsunternehmen mit der norwegischen Kongsberg ist tkms mit seinen aktuell rund 3600 Beschäftigten in der Lage, das gesamte Spektrum im Marineschiffbau von der Konstruktion, Entwicklung über die Fertigung bis hin zu Kampfsystemen anzubieten“, sagte Buchholz bei der Festansprache. Zuletzt hatte Deutschland mit Norwegen eine enge Kooperation vereinbart, in deren Rahmen die Bundeswehr zwei baugleiche U-Boote von Thyssenkrupp Marine Systems sowie Lenkflugkörper des norwegischen Unternehmens Kongsberg kaufen will.

Erst vor wenigen Wochen hatten Frankreich und Italien nach monatelangem Tauziehen ihre Aktivitäten auf dem umkämpften Schiffsbaumarkt zusammengeschweißt. Dadurch entsteht ein Werften-Gigant, der den deutschen Mischkonzern Thyssen-Krupp erheblich unter Druck setzen könnte.

Buchholz sagte nach seinem Besuch in der norwegischen Industrie-Stadt:

Wie Buchholz in Kongsberg sagte, sei die Kieler Werft tkms mit mehr als 160 gebauten U-Booten in den letzten 60 Jahren der weltweit führende Anbieter von konventionellen U-Booten. Kongsberg Defence verfüge über umfangreiche Erfahrung bei der Bereitstellung von Kampfsystemen und Atlas Elektronik sei ein führender Anbieter von Sonarsystemen, Waffenkontroll-Technologien und anderen wichtigen Komponenten in U-Boot-Kampfsystemen. Buchholz: „Das neue Joint Venture von thyssenkrupp Marine Systems, Kongsberg und Atlas wird zukünftig die gesamte Wertschöpfungskette für den Bau von U-Booten anbieten können.“

2-format2010Das Joint Venture sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Entwicklung eines neuen europäischen U-Boot-Standards für den globalen Markt. Das bevorstehende norwegische U-Boot-Programm werde den Weg für die weitere Zusammenarbeit ebnen.
Die strategischen Implikationen des Joint Ventures für zukünftige U-Boot-Aufträge seien vor allem in Nord- und Mitteleuropa von größter Bedeutung.

Buchholz machte weiter deutlich, dass zweifellos auch einige Anbieter in Schleswig-Holstein durch das Dreier-Büdbnis größere Hürden zu überwinden hätten. Er sei aber zuversichtlich, dass der Mehrwert für beide Länder durch eine enge Zusammenarbeit unter dem Strich deutlich schwerer wiegen werde. von enormer Bedeutung sein wird.

Wie Buchholz in Anwesenheit von Regierungs- und Unternehmensvertretern weiter sagte, sei der jüngste Auftrag zum Bau von vier U-Booten für die norwegische Marine  ein gemeinsames deutsch-norwegisches Projekt: Deutschland habe sich auch dafür entschieden, zwei identische U-Boote bei tkMS zu bestellen. Aber es gäbe noch viel mehr. Die deutsch-norwegische Zusammenarbeit gehe eindeutig über die Beschaffung von sechs identischen U-Booten hinaus. Es beinhalte auch die Ausbildung von Besatzungen sowie den gemeinsamen Betrieb, die Wartung und zu einem späteren Zeitpunkt auch die notwendige Modernisierung der sechs Schiffe. „Dies wird zu einer langjährigen, vertrauensvollen und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der deutschen und der norwegischen Marine führen“, so der Minister

Die Partnerschaft zwischen Norwegen und Schleswig-Holstein war und ist für Schleswig-Holstein von besonderer Bedeutung. Gerade in den letzten Jahren hat sich laut Buchholz gezeigt, dass sich diese Partnerschaft im industriellen Bereich bewährt habe. Die Übernahme der Flensburger Schiffbaugesellschaft FSG durch die Siem-Gruppe sei ein Beispiel dafür.

Zur tkMS-Presse-Erklärung über die bereits im März getroffene Kooperationsvereinbarung hier klicken

KfW-Studie: Die „Mompreneurs“ sind im Aufwind

Mehr Frauen wagen den Sprung in die Selbständigkeit

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Der Anteil von Frauen an Existenzgründungen in Deutschland ist einer Auswertung der Förderbank KfW zufolge in den vergangenen Jahren gestiegen. In absoluten Zahlen ist die Menge der Unternehmensgründer wegen des Aufschwungs am Arbeitsmarkt zwar seit etwa 15 Jahren insgesamt rückläufig. Der Anteil von Frauen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagten, stieg jedoch nach Angaben der Förderbank von 34 Prozent an den knapp 1,5 Millionen Gründungen im Jahr 2002 auf 40 Prozent an den 672 000 Gründungen im vergangenen Jahr.Ein weiteres Ergebnis dieser Sonderauswertung des KfW-Gründungsmonitors: Vier von zehn Gründerinnen haben minderjährige Kinder im Haushalt. Solche «Mompreneurs» standen mit 105 000 Fällen im Jahr 2016 für jede sechste Existenzgründung in Deutschland. Fast drei Viertel (72 Prozent) dieser Gründerinnen geben nach KfW-Angaben an, sich wegen der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Selbstständigkeit entschieden zu haben.

«Mütter, die gründen, haben die Familie stets im Blick, sind dabei nicht weniger ambitioniert in ihrem Unternehmertum», sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. «Sie setzen sich zwar Grenzen bei den Wochenstunden, gründen dafür häufiger mit personeller Verstärkung und wissen finanzielle Förderangebote zu nutzen.» Bevorzugte Branche der «Mompreneurs» ist der Dienstleistungsbereich (45 Prozent) etwa in der Gastronomie oder bei häuslichen Betreuungsangeboten.

Mittel für den Mittelstand: Noch ist der Fördertopf für Investitionen prall gefüllt

„Den Mittelstand weiter stärken“ – Buchholz erinnert an Förderungsmöglichkeiten durch den EFRE-Fonds

sh_eulogo_efre1Bei den Unternehmen in Schleswig-Holstein herrscht wieder große Zuversicht. Laut dem IHK-Konjunkturklimaindex konnte das Land im zweiten Quartal nochmals deutlich zulegen. Damit wurde auch der Vorjahreswert deutlich übertroffen und die Erwartungen befinden sich auf dem höchsten Stand seit drei Jahren. Die Unternehmerinnen und Unternehmer können auch nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz positiv in die Zukunft blicken und sollten das Konjunkturhoch für weitere Investitionen und Expansionen nutzen. Er erinnert daran, dass das Land – in Kooperation mit der EU – erhebliche Fördergelder für Projekte und innovative Ideen zur Verfügung stellt und noch reichlich Fördermittel bereit stehen.

Ansicht_Buchholz_088„Sowohl junge als auch alt eingesessene Unternehmen sollten vor allem die Möglichkeiten nutzen, die der Europäische Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Landesprogramms Wirtschaft bietet. Auf diese Weise können sich die Betriebe im Land mit unserer Unterstützung noch leistungsstärker machen und Start-Ups bietet sich die großartige Chance, ihre Ideen zu verwirklichen“, so Buchholz. Ziel des EFRE sei, die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Schleswig-Holstein und seiner Unternehmen weiter voranzubringen und so auch die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Insgesamt stehen bis 2023 mindestens 255 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung.

Wie Buchholz weiter sagte, stehen bei den Förderungen insbesondere die Themen Energieeffizienz, Forschung und technologische Entwicklung, sowie Umweltschutz im Fokus.

In den vergangenen Monaten und Jahren konnten bereits viele erfolgreiche Projekte durch die Mittel des ERFE gefördert und umgesetzt werden (siehe Link unten). Als Beispiele nannte Buchholz die Entwicklung eines Messverfahrens zur schnellen Bestimmung der Güte von Blutproben sowie die Entwicklung eines polymerbasierten Kompositwerkstoffs zur Reparatur von Verschleiß-, Korrosions- und Kavitationsschäden.

Eine Übersicht über weitere Projekte und Ansprechspartner finden Sie hier  und hier

Weitere Informationen auch hier

SH-Sommertourismus weiter deutlich im Plus

Wetterfest: Tourismus im echten Norden auf Überholspur – Buchholz sieht Nachholbedarf beim Binnenland-Tourismus

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Der Tourismus in Schleswig-Holstein ist nach den Worten von Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz buchstäblich wetterfest. Wie die heute vom Statistischen Landesamt vorgelegten Zahlen belegen, konnte das durchwachsene Sommerwetter den Besucherzahlen nichts anhaben. Im August wurde in den größeren Beherbergungsstätten mit zehn und mehr Betten sowie auf den Campingplätzen im Land zusammen fast eine Million Gäste gezählt, dies ist ein Plus von 1,1 Prozent im Vergleich zum August des letzten Jahres. Bei den Übernachtungen lag die Zahl mit mehr als 4,77 Millionen sogar um zwei Prozent höher. Ohne Campingplätze verzeichneten die Beherbergungsbetriebe einen Anstieg um 3,9 Prozent bei den Gästeankünften und um 5,7 Prozent bei den Übernachtungen.

Fasst man die beiden Hauptreisemonate Juli und August zusammen, haben in dieser Zeit nahezu 2,1 Millionen Gäste ihren Urlaub in Schleswig-Holstein verbracht und knapp 9,6 Millionen Übernachtungen ausgelöst. Damit fiel die Hauptsaison nun schon zum fünften Mal in Folge besser als im Vorjahr aus. „Aber auch der Jahrestrend ist überaus positiv“, sagte Buchholz. Vergleiche man die Monate Januar bis August mit dem Vorjahreszeitraum seien die Gästezahlen um 4,4 Prozent und die Zahl der Übernachtungen um 4,3 Prozent gestiegen. „Schleswig-Holstein liegt bei den Übernachtungen damit weiterhin klar über dem Bundesdurchschnitt. Und wer seinen Urlaub in Schleswig-Holstein verbringt, der weiß auch, dass es keine Sonnengarantie gibt. Wir punkten aber mit qualitativ hochwertigen Angeboten und Naturerlebnissen“, so Buchholz.

Der Campingplatz in Lakolk auf der daenischen Insel Roemoe ist einer der groeßten Daenemarks

Von der positiven Entwicklung konnten fast alle Reisegebiete profitieren. Nur die Holsteinische Schweiz verzeichnet entgegen dem Landestrend Rückgänge bei Gästeankünften und Übernachtungen. Die Gründe hierfür dürften nach Einschätzung von Buchholz zum einen in der Landesgartenschau in Eutin liegen, die letztes Jahr für zusätzliche Gäste und Übernachtungen in der Region sorgte. Zum anderen habe in der Region der Campingtourismus mit einem Anteil von mehr als 21 Prozent an den Ankünften und Übernachtungen eine höhere Bedeutung als anderswo im Land. Buchholz: „Und gerade dieses Segment wird in besonderem Maße von den  Wetterbedingungen beeinflusst.“

Neben der Nord- und Ostseeregion legt auch das Binnenland deutlich zu. Dort wurden für den Gesamtjahreszeitraum 4,4 Prozent mehr Gäste und bei den Übernachtungen ein Plus von 5,3 Prozent verzeichnet. „Besonders für das Binnenland mit seiner abwechslungsreichen Natur, den vielfältigen Aktivitäten und Angeboten sehe ich noch hohes Entwicklungspotenzial im Tourismus“, sagte Buchholz.

Beim Blick auf die Betriebsarten zeigt sich, dass die größten Zuwächse bei den Übernachtungen von 4,5 bzw. 7,7 Prozent auf die Segmente Hotellerie (mit Gasthöfen und Pensionen) und Parahotellerie (Erholungs- u. Ferienheime, Ferienzentren, Ferienhäuser/-wohnungen, Jugendherbergen) entfallen. Die Campingplätze im Land müssen dagegen in den acht Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr insgesamt einen Rückgang von 1,9 Prozent hinnehmen.

 

In die Erhebung einbezogen waren 3 776 geöffnete Beherbergungsstätten mit 187 000 angebotenen Gästebetten sowie 273 geöffnete Campingplätze.

„Der Küstenmanager“ – ein WirtschaftsWoche-Portrait 

Der Mann, der aus dem Konzern kam: Minister-Portrait von Wirtschaftswoche-Korrespondent Marc Etzold

Früher war er Manager, jetzt Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein. Der FDP-Mann zeigt, wie Jamaika im Bund funktionieren könnte.Wie gerne würde er jetzt über das große Ganze reden, aber leider kommt ihm dieses absurde Klein-Klein dazwischen. Digitalisierung, Zukunft, Aufbruch, ja, danach stünde ihm gerade der Sinn. Schleswig-Holstein als innovativer Leuchtturm und digitaler Vorreiter, ein deutsches Estland sozusagen, agiles Vorbild für die trägen anderen. Das wär’s. Die dazu passende Rede kann Bernd Buchholz aus dem Effeff. Wann immer er über seine Lieblingsthemen sprechen darf, dreht der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister so richtig auf. Doch er darf nicht. An diesem sonnigen Herbsttag an der Kieler Förde muss der FDP-Mann in die Niederungen der Landespolitik hinabsteigen. Auf der Tagesordnung des Parlaments stehen: Nazi-Nummernschilder.

Buchholz hat sich mit einem Oppositionsantrag herumzuschlagen: Die SPD will Nummernschilder verbieten, die Rechtsextreme als Erkennungszeichen nutzen könnten. Da wäre beispielsweise der Kreis Heide, der das Kennzeichen „HEI“ ausgibt, daraus könne ein „HEI-L“ werden. Beliebt sei auch die Zahlenkombination 88, eine Anspielung auf die beiden Initialen in „Heil Hitler“ – das H ist der achte Buchstabe des Alphabets. Ein Skandal, meint die SPD. Ziemlicher Unfug, meint Buchholz. „Es geht nicht um die Radikalität auf Nummernschildern“, sagt er im Landtag. „Es geht um die Radikalität in den Köpfen.“ Das Klein-Klein ist nun wenigstens abgebügelt.

Seit Ende Juni ist Buchholz Landesminister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus. Die Wirtschaft ist nach rund 100 Tagen begeistert. „Buchholz kommt mit frischen Ideen, sieht das Land als ein Unternehmen und sich selbst eher als Manager, weniger als Politiker“, lobt Friederike Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein. Und Uli Wachholtz, Präsident der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein, der den neuen Wirtschafts­minister seit 30 Jahren kennt, sagt: „Mit Buchholz hat der Mittelstand wieder einen Ansprechpartner.“
Für den 55-Jährigen bedeutet die Politik zugleich Heimkehr und Neuerfindung. Von 1992 bis 1996 saß der promovierte Jurist bereits als Abgeordneter im Landeshaus und fiel als hartnäckiger Fragesteller bei der Aufklärung der Barschel-Affäre auf. Danach wechselte er in die Wirtschaft zum Hamburger Medienkonzern Gruner + Jahr. Dort arbeitete Buchholz sich innerhalb von 16 Jahren vom Assistenten des Verlagschefs bis nach ganz oben vor. Dann schmiss er im Streit hin. Fünf Jahre ist das nun her.

Wäre für den Ex-Verlagsboss anschließend alles nach Plan gelaufen, wäre er heute Bundestagsabgeordneter in Berlin: Buchholz hatte sich einen sicheren Listenplatz erobert. Doch dann übernahm eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen die Amtsgeschäfte in Kiel. Und Buchholz stand vor der Frage, ob er einfacher Abgeordneter in Berlin werden oder einflussreicher Wirtschaftsminister in Kiel sein möchte. Seine Antwort: „So sehr mich Berlin gereizt hätte – ich will gestalten.“

Das sagen viele Politiker. Doch Buchholz scheint es ernst damit. Er bringt eine in der Politik nicht eben häufig anzutreffende unternehmerische Erfahrung mit. Und ist Minister in einer Koalition, die es zuvor erst einmal in Deutschland gab – von 2009 bis 2012 im Saarland, wo Schwarz-Gelb-Grün krachend scheiterte. Nun arbeitet Buchholz gemeinsam mit CDU-Ministerpräsident Daniel Günther und dem grünen Umweltminister Robert Habeck daran, dass die Koalition im zweiten Anlauf gelingt. Zumal Kiel nicht nur für Kiel steht. In den nächsten Wochen werden die Parteichefs in Berlin immer wieder auf die Vorreiter an der Förde schauen. Jamaika im Norden soll Blaupause für Jamaika an der Spree sein.

Buchholz formuliert sein Rezept für die weitgehend unerprobte Koalition so: „Wir wollen ökonomische Erfordernisse und ökologische Verantwortung in ein gesundes Gleichgewicht bringen.“ Elektroautos etwa bräuchten nun mal auch Straßen, auf denen sie fahren können. Buchholz spricht zuweilen gar von der „großen Sehnsucht“ nach liberal-ökologischer Versöhnung.

Wie schwierig das praktisch werden kann, zeigt sich am Beispiel eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte in Norddeutschland: am Ausbau der A 20. Seit 25 Jahren soll die Bundesautobahn zwischen Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen fertiggestellt werden. Im östlichen Nachbarland sind die Bauarbeiten seit vielen Jahren abgeschlossen. Doch in Kiel geht es nicht recht voran. Der neue Ministerpräsident Günther hat nun versprochen, dass die A 20 in den nächsten fünf Jahren fertiggestellt wird. „Ziemlich sportlich“ und „nicht zu erreichen“, findet Buchholz. Aber: Er sieht Günthers Ansage als Ansporn. Anders die Grünen. Und anders als das Bundesumweltamt, das die damals amtierende Landesregierung 2016 aufgeordert hat, das Projekt aufzugeben. Begründung: Es würden zu viele Grünflächen zerstört. Der Ausbau der Verkehrswege – er dürfte auch im Bund noch für hitzige Debatten sorgen.

Auch am Abend nach der Nazi-Nummernschild-Debatte kann sich Buchholz nicht als Neuerer präsentieren. Der Fehmarnbelt Business Council hat zu seiner zehnjährigen Jubiläumsfeier eingeladen; die Lobbygruppe setzt sich dafür ein, dass ein knapp 18 Kilometer langer Straßen- und Eisenbahntunnel unter der Ostsee zwischen der deutschen Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland gebaut wird: Wieder muss Buchholz als Verkehrsminister sprechen, nicht als Chief Digital Officer des Nordens. Er muss erklären, warum sich auch dieses Infrastrukturprojekt verzögert. Muss um Verständnis werben und um Geduld bitten. Zehn Jahre ist der Tunnel bereits in Planung. Frühester Baubeginn: 2020. 12 600 Einwände gegen den Tunnel gibt es auf deutscher Seite. Auf dänischer gerade einmal 36.
Die Dänen werden allmählich unruhig. Seine erste Auslandsreise führte Buchholz deshalb ins Nachbarland. Gemeinsam mit Ministerpräsident Günther versicherte er Kopenhagen, dass der Ostseetunnel auf jeden Fall gebaut werde. In Brüssel traf er sich zudem mit Pat Cox, dem EU-Koordinator für das Fehmarnbelt-Projekt, und ließ sich versichern, dass die EU-Fördergelder fließen, selbst wenn sie nicht in der vorgegebenen Frist abgerufen werden. Immerhin 1,7 Milliarden Euro, die Schleswig-Holstein keinesfalls selbst draufzahlen will.

Bei der Jubiläumsfeier der Tunnelunterstützer kennen alle die Argumente, die für das Projekt sprechen, Überzeugungsarbeit ist nicht nötig. Stattdessen ist Buchholz als Motivator gefragt. In Wahrheit geht es um ein „transeuropäisches Verkehrsprojekt“, schwärmt er Dänen und Deutschen vor. Die zunehmend misstrauischen Nachbarn im Norden versucht er mit Komplimenten für sich zu gewinnen. Er neide ihnen, wie schnell das dänische Parlament, der Folketing, Entscheidungen treffe und sofort loslegen wolle. Das deutsche Planungsrecht, seufzt der Minister, mache es ihm deutlich schwerer.

Buchholz ist nicht der erste Topmanager, der den Wechsel in die Politik wagt. Da war zum Beispiel Werner Müller, der als Parteiloser unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) Bundeswirtschaftsminister wurde. Oder der gerade abgewählte österreichische Bundeskanzler Christian Kern, zuvor Chef der österreichischen Bahn. Und natürlich ist Buchholz auch nicht der Erste, der erkennen muss, dass unternehmerisches Handeln etwas ganz anderes bedeutet als demokratisches Aushandeln. Illusionen macht er sich nicht: „Natürlich ist es möglich, dass ich scheitere.“

So wie als Manager im August 2012, als Buchholz entnervt den Vorstandsvorsitz bei Gruner + Jahr niederlegte. Bertelsmann, das bis dahin knapp drei Viertel des Verlagshauses besaß, hatte sich zur vollständigen Übernahme entschlossen. Und Buchholz, der nicht nur Chef in Hamburg war, sondern auch Bertelsmann-Vorstandsmitglied in Gütersloh, erfuhr es aus der Presse. „Erst war das Vertrauen weg, dann ich“, so erzählt es Buchholz heute – nach anderthalb Jahrzehnten im Verlag: „Ich war kein selbstständiger Unternehmer, sondern ein angestellter Manager. Ich konnte meine Pläne nicht mehr umsetzen. Das tat schon weh.“

Ein unfertiges Werk hinterlassen müssen, das soll ihm nicht noch einmal passieren. Deswegen stellt der Minister Fragen, viele Fragen. Und macht klare Ansagen. Sitzt er mit seinen Staatssekretären und Abteilungsleitern zusammen und erteilt einen Auftrag, bei dem seine Beamten ihn schulterzuckend anschauen, sagt er lachend: „So ist das, wenn Manager auf Verwaltung und Verwaltung auf Manager trifft.“

Im Kieler Kabinett glauben viele, dass Buchholz es schaffen wird. Er könne führen, heißt es, und seine Berufserfahrung helfe ihm, sich schnell einzufinden. Lobend äußert sich beispielsweise Umweltminister Robert Habeck: „Bernd Buchholz führt seine Mitarbeiter zusammen und hält sich an Absprachen“, sagt der grüne Kollege, als Schriftsteller ebenfalls ein politischer Quereinsteiger. Auch wenn Grüne und Liberale bei Themen wie Energiewende oder Straßenbau unterschiedliche Ansichten hätten, lasse sich mit Buchholz gut arbeiten. Im Koalitionsvertrag sei Grundsätzliches geklärt, seien auch Details geregelt: kein Problem.

Auch dies dürfte eine Merkformel für die Jamaika-Kollegen in Berlin sein: Vertrauen entsteht durch eindeutige Verhandlungsergebnisse. Und durch den Willen, den Partner etwas gelten zu lassen. Buchholz hindert das nicht daran, regelmäßig Grenzen auszutesten. Allein in den ersten 100 Tagen stellte er die Grunderwerbsteuer und den Mindestlohn bei öffentlichen Aufträgen infrage. Der liegt bei 9,99 Euro und soll sicherstellen, dass anständig gezahlt wird.

Buchholz weiß um seine kleine Provokation, die den Grünen überhaupt nicht gefiel: „Wir haben zwar eine gemeinsame Koalition, sind aber keine eineiigen Drillinge“, sagt er. Es folgt ein vielsagendes Lächeln. Als Ein­mischung in die Berliner Koalitionsverhandlungen möchte er das nicht verstanden wissen. Aber eines, das wolle er dann doch noch loswerden: „Wir müssen klarmachen, dass wir drei Parteien sind und ble

LBV-SH bittet A-21-Pendler nochmals um Geduld: Leitplanken kommen im Januar

LBV-SH erteilt Zuschlag für Leitplanken an A 21 – Fertigstellung leider erst im Januar

 

Die A-21-Pendler müssen noch ein wenig die Zähne zusammenbeißen: Obwohl der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) jetzt den Zuschlag für die noch fehlenden Leitplanken zwischen Löptin und Bonhöved erteilen konnte, wird die Firma erst zum Jahreswechsel mit den Arbeiten an dem zehn Kilometer langen Teilstück beginnen.

Hintergrund: Nachdem in der ersten Ausschreibungsrunde für das 1,4-Millionen-Euro-Projekt im Frühsommer kein wertbares Angebot eintraf, fand sich in der zweiten Runde zwar ein Bieter aus Mecklenburg-Vorpommern, doch dessen Angebot wurde von einem Mitbewerber vor der Vergabekammer angefochten. Ende September war die Vergabe-Entscheidung zwar für rechtens erklärt worden, doch war unklar, ob der unterlegene Bieter noch weiter vor das Verwaltungsgericht zieht. Erst, nachdem die Klagefrist letzte Woche abgelaufen war, konnte der LBV-SH dem Betrieb aus Mecklenburg-Vorpommern endgültig den Zuschlag erteilen.

Wie Christoph Köster vom zuständigen Betriebssitz Kiel des LBV-SH sagt, habe die Firma allerdings mitgeteilt, dass sie nicht unverzüglich mit den Arbeiten beginnen könne. „Zwischen Mitte Oktober und Mitte Dezember herrscht nun einmal bei den Schutzplankenfirmen Hochkonjunktur, weil in dieser Zeit bundesweit viele Straßenbaumaßnahmen gleichzeitig fertig werden und noch die zugehörigen Schutzplankenarbeiten vorm Winter fertig werden sollen“, sagt Köster. Er gehe davon aus, dass die Baustelle auf der A 21 zum Jahreswechsel eingerichtet und die Leitplanken bis Ende Januar montiert sind.

Verkehrsminister Bernd Buchholz sagte zu dem Verfahren (Audiopfeilo klicken)

Im Januar werden auch die vorbereitenden Arbeiten für die Sanierung der A 21 in Richtung Kiel beginnen.