Buchholz will SH-Dachmarke nicht kippen, heißt: Der Norden bleibt auch unter «Jamaika» echt.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Buchholz will die unter seinem SPD-Vorgänger eingeführte Dachmarke mit dem Claim „Schleswig-Holstein. Der echte Norden“ nicht kippen. «Man darf seine werblichen Aussagen nicht in kurzer Zeit wechseln», sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Man schmeißt nix um, nur weil man etwas gern umschmeißen will und zeigen möchte, dass man jetzt neu ist.» Dies sei eine wichtige Erfahrung aus dem Marketing. Die alte Landesregierung aus SPD, Grünen und SSW hatte die Dachmarke «Der echte Norden» Ende 2013 eingeführt und damit teils spöttische Kritik aus der damaligen Opposition von CDU und FDP geerntet.
«Der echte Norden“ ist ein Claiming (Werbespruch), das ganz gut zündet und mit dem man gut arbeiten kann», sagte Buchholz. «Entscheidend ist auch nicht das Claiming selbst, sondern die Aufladung der Marke.» Was stecke hinter dem «echten Norden»?, sei die Frage. «Nur ein ländlich-sittliches Schleswig-Holstein oder auch ein modernes, hippes Land, das viel Neues und Modernes zu bieten hat?», erläuterte Buchholz. «Insofern kann das eine großartige Dachmarke für den Tourismus- und Wirtschaftsstandort sein.»
Für diesen stehe besonders der Mittelstand, bekräftigte Buchholz. «Der Mittelstand ist das Rückgrat der schleswig-holsteinischen Wirtschaft und braucht ein unmittelbares Ohr in der Landesregierung.» Deshalb werde auch ein im Koalitionsvertrag von CDU, Grünen und FDP vereinbarter Mittelstandsbeirat gebildet. «Wir wollen mit dem Beirat eine Plattform für einen offenen Dialog schaffen», sagte Buchholz. «Das Gremium soll ein Kümmerer sein, der zu schnellen und unbürokratischen Lösungen beiträgt.» Ein Land wie Rheinland-Pfalz habe mit einem derartigen Beirat bei der Landesregierung gute Erfahrungen gemacht.
Der Mittelstand brauche eine spürbar bessere Unterstützung durch das Land, sagte der Wirtschaftsminister. «In den vergangenen Jahren sind auch Gesetze verabschiedet worden, die wichtige Interessen der mittelständischen Wirtschaft zumindest ignoriert haben – um das einmal vorsichtig auszudrücken.»



Er sagte über sein erstes Treffen mit dem Verkehrsminister

LBV-SH-Direktor Torsten Conradt hatte den Abgeordneten des Wirtschaftsausschusses geschildert, dass unter anderem das komplexe Thema der europäischen Wasserrahmenrichtlinie – mit dem sowohl die Straßenplaner als auch die Gerichte Neuland betreten – zu weitaus mehr Aufwand führe als ursprünglich angenommen. Zudem habe es bei der Erstellung eines vom Bundesverwaltungsgericht (BVG) geforderten Fachbeitrags zum Thema Wasserrahmenrichtlinie erhebliche Probleme mit einem beauftragten Ingenieurbüro gegeben. Eine planerische Hürde habe sich zudem östlich der Autobahn A 23 durch die Ansiedlung von Zwergschwänen im Bereich des Breitenburger Moores ergeben. Conradt erinnerte daran, dass der ehemalige Verkehrsstaatssekretär daraufhin entschieden habe, lediglich Nachkartierungsarbeiten, aber keine weiteren planerischen Aktivitäten auf den ersten beiden A-20-Abschnitten westlich der A 7 vornehmen zu lassen.









