Kieler Seehafen erzielt sein bislang bestes Halbjahresergebnis
Von Januar bis einschließlich Juni wurden im Kieler Hafen 3,7 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen und damit 20 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie der Hafen heute berichtete. Dazu trug wesentlich die Inbetriebnahme eines neuen Logistikzentrums bei. Für die Neukunden Svenska Cellulosa Aktiebolaget und Iggesund Paperboard wurden im ersten Halbjahr knapp 400 000 Tonnen hochwertiger Forstprodukte umgeschlagen und eingelagert. Ohne diesen Bereich stieg die Umschlagleistung immer noch deutlich um 7,6 Prozent.
Insgesamt legte der Umschlag von Massengütern (Kohle, Öl, Baustoffe, Getreide, Altmetall) um 18,7 Prozent auf gut 550 000 Tonnen zu. Überraschend zeichnet sich nach Angaben des Hafens eine leichte Erholung des Russlandverkehrs ab, der in den letzten Jahren aufgrund von Handelsbeschränkungen eingebrochen war. «Wir schaffen jetzt im Ostuferhafen zusätzliche Lagerkapazitäten, um die positive Entwicklung im Handel mit Russland zu stabilisieren», sagte Geschäftsführer Dirk Claus.
Im Passagierverkehr wurden 913 000 Reisende befördert, ein Plus von 3,1 Prozent. Am stärksten gewann die Stena Line (Kiel-Göteborg) mit 12,8 Prozent. Die meisten Passagiere reisten aber mit den Schiffen der Color Line von Kiel nach Oslo. Im Bereich Kreuzfahrt gab es bis zum 30. Juni 65 Anläufe mit gut 200 000 Passagieren.
Schnellere Planung: Buchholz setzt auf Fairplay und notfalls auf Mediation
Der Landtag in Kiel dringt darauf, die Planungen für die Infrastruktur zu beschleunigen. Die heutige Debatte offenbarte allerdings, dass die Fraktionen dazu unterschiedliche Vorstellungen haben. Die Koalitionsfraktionen von CDU, Grünen und FDP wollen die Abstimmung zwischen Behörden vereinfachen. Um eine Akzeptanz von Planungsmaßnahmen zu erreichen, sollen diese gründlich in einer Mediation mit Betroffenen und Verbänden beraten werden, zum Beispiel in Zukunfts- und Planungswerkstätten.
Er schaue durchaus neidvoll nach Dänemark, sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Das dänische Rechtssystem erlaube aber Dinge, die in Deutschland so nicht möglich seien. Hier seien Verfahren komplexer, die dennoch beschleunigt werden müssten. Genehmigungsverfahren zu vereinfachen heiße aber auch, Beteiligungsrechte einzuschränken. «Wir brauchen ein Fairplay mit den Verbänden», sagte Buchholz. Es gebe aber nicht nur um deren Interessen, sondern auch um die der Mehrheit der Bevölkerung.
Buchholz Rede in voller Länge hier:
Diskussion um Abgabe der Bundesstraßen an Infrastrukturgesellschaft offen
Umstritten blieb auch, ob das Land die Verwaltung der Bundesstraßen ab 2021 an den Bund abgeben soll. Zu diesem Zeitpunkt übernimmt der Bund im Zusammenhang mit der beschlossenen Bildung einer Bundes-Infrastrukturgesellschaft in jedem Fall die Verwaltung der Bundesautobahnen. Die Länder können bis Ende 2018 entscheiden, ob sie auch die Bundessstraßen abtreten wollen. Dafür könnte eine größere Planungsprofessionalität beim Bund sprechen. Auf der anderen Seite hätte das Land keinen Einfluss mehr auf Prioritätensetzungen.
Es wäre nicht schlau, sich jetzt schon festzulegen, sagte Verkehrsminister Buchholz unter Hinweis auf die Komplexität der im Zusammenhang mkit den Autobahnen ohnehin anstehenden Umstrukturierungen. «Wir wollen die Argumente sauber miteinander abwägen.» Es gehe auch um die Interessen der Beschäftigten.
Die Landtagsrede von Buchholz dazu zum Nachhören hier:
Buchholz begrüßt Kartellamts-Entscheidung zugunsten von German Naval Yards bei Korvetten-Auftrag
Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat die Entscheidung des Bundeskartellamts begrüßt, wonach die in Kiel und Rendsburg ansässige Werft „German Naval Yards“ am Bau fünf neuer Korvetten für die Deutsche Marine beteiligt werden darf. „Damit verbleibt zumindest ein weiterer Teil der Wertschöpfung in Schleswig-Holstein und sichert hier wertvolle Industriearbeitsplätze. Zum anderen kann die Werft damit ihre Reputation im Marineschiffbau stärken und sich damit für künftige Aufträge in Position bringen“, sagte der FDP-Politiker heute am Rande des Kieler Landtags.
Das Kartellamt in Bonn hatte zuvor mitgeteilt, dass es kein Verfahren im Hinblick auf das deutsche und europäische Kartellverbot einleiten werde.
Der Auftrag mit einem geschätzten Wert von rund 1,5 Milliarden Euro war zunächst ohne öffentliche Ausschreibung an das Konsortium Arge K130 der Werften Lürssen und Thyssen Krupp Marine Systems gegangen, die bereits fünf Korvetten gebaut haben. German Naval Yards Kiel hatte dagegen Einspruch erhoben und wurde daraufhin am Bau der fünf neuen Korvetten beteiligt.
Auch die Bundesmarine begrüßte die Entscheidung des Kartellamts und erklärte, wenn alle an einem Strang zögen, könnte der Bauvertrag über die Korvetten bereits im August und damit noch vor der Bundestagswahl abgeschlossen werden.
Nach einem Mediationsverfahren unter der Vermittlung des früheren Bahnchefs Rüdiger Grube hatten sich die drei Werften geeinigt. German Naval Yards Kiel wird dem Vernehmen nach mit rund 15 Prozent an dem Auftrag beteiligt. Diese Vereinbarung könnte nach Einschätzung des Kartellamtes rechtens sein. Anhaltspunkte für einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Kartellverbot seien im Ergebnis nicht ersichtlich gewesen. Im einzelnen erläutern könne das Bundeskartellamt die besonderen Umstände dieses Falles nicht, weil sie vertraulich seien.
Buchholz mahnt in aktueller Stunde des Landtags: Blick bei der A 20 nun nach vorn richten
Die vor einer Woche vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV-SH) vorgelegten neuen Zeitpläne für den A-20-Weiterbau und die Frage nach dem Umgang mit Zwergschwänen auf der geplanten A-20-Linie durch die bisherige Landesregierung war heute Gegenstand einer Aktuellen Stunde im Kieler Landtag.
Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz machte dabei deutlich, dass sich aus seiner Sicht bei dem Autobahnprojekt während der letzten 20 Jahre keine Landesregierung mit Ruhm bekleckert habe. Zugleich appellierte er an alle Fraktionen, den Blick nun vor allem nach vorn zu richten. „Wir sind dafür angetreten, dieses wichtige Projekt trotz aller Probleme voranzubringen – und das werden wir tun“, sagte der Minister.
Buchholz: Dem Mittelstand bürokratische Fesseln lösen, Infrastruktur ausbauen und Gründergeist fördern
Pausengespräch: Buchholz mit dem Lübecker IHK-Geschäftsführer Lars Schöning (r.), IHK-SH-Präsidentin Friederike Kühn und dem Unternehmer Norbert Basler
Auftaktbesuch bei rund 350 Repräsentanten der Wirtschaft in Schleswig-Holstein: Nach Ministerpräsident Daniel Günther zeigte heute auch Wirtschaftsminister Bernd Buchholz Flagge bei der diesjährigen gemeinsamen Vollversammlung der Industrie und Handelskammern zu Flensburg, Kiel und Lübeck in den Holstenhallen von Neumünster.
Sowohl der Regierungschef als auch Buchholz machten dabei deutlich, dass sie mit der im Mai gewählten „Jamaika-Koalition“ vor allem dafür einstehen werde, den mehr als 125.000 kleinen und mittelständischen Unternehmen im Land bürokratische Fesseln zu lösen und als „Koalition der Möglichmacher“ den schleppenden Infrastrukturausbau zu beschleunigen.
Buchholz sagte am Abend vor Mitgliedern und Gästen der IHK Schleswig-Holstein
(Audiopfeil klicken)
Buchholz machte bei der Versammlung unter anderem auch deutlich, dass eine Messlatte der neuen Landesregierung sei, ökonomisch das Richtige zu tun, ohne das ökologisch erforderliche zu vernachlässigen. „Nur, wenn man beide Aspekte gemeinsam denkt ud danach handelt, werden wir und auch Sie langfristig erfolgreich sein“, so Buchholz.
Einen Schwerpunkt in seiner Tätigkeit setzt Buchholz aber nicht nur auf den Ausbau der Straßen-Infrastruktur. Von erheblicher volkswirtschaftlicher Bedeutung sei auch der zügige Ausbau der Datenautobahnen, darum werde die Landesregierung nach Möglichkeit bereits bis 2025 Unternehmen und private Haushalte andas Glasfasernetz anschließen – fünf Jahre früher als bisher geplant. Diese Versorgung sei ein Standortvorteil für Unternehmen, vor allem bei der Anwerbung von Fachkräften, die auch zu Hause über leistungsfähige Internetanschlüsse verfügen. „Digitalität bietet auch dem ländlichen Raum Chancen. Das Autonome Autofahren zum Beispiel wird zur Lebensqualität älterer Menschen außerhalb der Zentren beitragen“, so der Minister.
Grundlage dafür, so Buchholz weiter, sei auch eine funktionsfähige Verkehrsinfrastruktur. Mit Blick auf die Autobahn A 20 erinnerte er nochmals daran, dass er das Projekt zur Chefsache erklärt habe. „Wann sie fertig ist, kann ich noch nicht sagen. Aber wir legen jetzt die Themen auf den Tisch, die wir aus ökologischer Sicht beheben müssen. Für diese wollen wir gemeinsam mit den Umweltverbänden Lösungen finden“, sagte er. Er gehe davon aus, im Dialog Großprojekte verwirklichen zu können. „Zudem müssen wir an das Planungsrecht“, so der FDP-Politiker. Sein Kabinettskollege, Umweltminister Robert Habeck, habe es mit dem Satz: „Natur ist dynamisch“ auf den Punkt gebracht. Buchholz: „Wenn die Natur aber dynamischer ist als unsere Planungsprozesse, stimmt etwas nicht.“
Umfrage: SH-Wirtschaft nimmt „Jamaika“-Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP positiv auf.
In einer Umfrage der Unternehmensverbände zeigten sich 90 Prozent der 374 beteiligten Betriebe mit dem «Jamaika»-Koalitionsvertrag zufrieden, wie UVNord-Präsident Uli Wachholtz heute in Kiel sagte. Die Unternehmen erwarteten von der Regierung eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, besonders den Weiterbau der A 20, und eine mittelstandsfreundlichere Politik. Der Koalitionsvertrag mache Hoffnung darauf.
Außerdem stehen die Haushaltskonsolidierung, eine Verwaltungs- und Strukturreform, Bürokratieabbau und Deregulierung ganz oben auf der Wunschliste. Der UVNord erwartet von der Koalition auch einen einheitlichen und klaren Willen, das Land in dieser Legislaturperiode gemeinsam erfolgreich zu regieren. 95 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass die Regierung die Zusammenarbeit mit Hamburg vertiefen wird.
Auf die Frage, ob der Koalitionsvertrag wirtschaftsfreundlicher sei, als er es angesichts der Beteiligung der Grünen erwartet hätte, sagte Wachholtz: «Ich halte die Grünen nicht für eine Wirtschaftsbremse.» Ökonomie könne nicht ohne Ökologie laufen und umgekehrt gehe das auch nicht. Mit den Grünen-Ministern Monika Heinold (Finanzen) und Robert Habeck (Umwelt) habe die Wirtschaft in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht.
Nach den weiteren Ergebnissen der UV-Nord-Umfrage steuert die Wirtschaft im echten Norden zuversichtlich die nächsten Monate an. knapp über zwei Drittel der Betriebe beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Eine hohe Nachfrage, ein florierender Außenhandel und niedrige Zinsen sind die Gründe. Nur ein Prozent nannte die Lage schlecht. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten 43 Prozent höhere Umsätze als im Vorjahr und noch einmal 48 Prozent zumindest gleich hohe Umsätze. «Die norddeutsche Wirtschaft steht wie die deutsche im Sommer 2017 gut da», sagte Wachholtz.
An der Umfrage beteiligten sich 723 Unternehmen, davon 296 aus Hamburg und 427 aus Schleswig-Holstein. Allerdings kann die Investitionsbereitschaft mit der konjunkturellen Entwicklung nicht Schritt halten. Nur 28 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen erhöhen, 15 Prozent planen, sie zu senken – und das trotz der guten Gesamtlage und der niedrigen Zinsen.
«Die Situation auf dem Arbeitsmarkt bleibt stabil», sagte Wachholtz. Nur fünf Prozent der Unternehmen wollten sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze abbauen. Allerdings klagen viele Betriebe über Mangel an Fachkräften. 44 Prozent nannten die Verfügbarkeit von Fachkräften unbefriedigend, noch einmal 28 Prozent bezeichneten sie als schlecht. Nur 4 Prozent sagten, sie könnten Fachkräfte gut finden. Hier ist die Situation in Hamburg deutlich besser als in Schleswig-Holstein. In der Hansestadt sind auch die Umsatzerwartungen etwa positiver als im nördlichsten Bundesland.
Die Verfügbarkeit von Auszubildenden werteten 37 Prozent als unbefriedigend und 12 Prozent als schlecht. Drei Viertel der Unternehmen berichteten, die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts habe sich in letzter Zeit nicht verändert. 9 Prozent sahen eine Verschlechterung und 16 Prozent eine Verbesserung.
Von den Branchen melden die Chemie und die Ernährungsindustrie überdurchschnittlich gute Zahlen. Aber auch die Bauwirtschaft samt Zulieferern steht gut da.
Buchholz will SH-Dachmarke nicht kippen, heißt: Der Norden bleibt auch unter «Jamaika» echt.
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Buchholz will die unter seinem SPD-Vorgänger eingeführte Dachmarke mit dem Claim „Schleswig-Holstein. Der echte Norden“ nicht kippen. «Man darf seine werblichen Aussagen nicht in kurzer Zeit wechseln», sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Man schmeißt nix um, nur weil man etwas gern umschmeißen will und zeigen möchte, dass man jetzt neu ist.» Dies sei eine wichtige Erfahrung aus dem Marketing. Die alte Landesregierung aus SPD, Grünen und SSW hatte die Dachmarke «Der echte Norden» Ende 2013 eingeführt und damit teils spöttische Kritik aus der damaligen Opposition von CDU und FDP geerntet.
«Der echte Norden“ ist ein Claiming (Werbespruch), das ganz gut zündet und mit dem man gut arbeiten kann», sagte Buchholz. «Entscheidend ist auch nicht das Claiming selbst, sondern die Aufladung der Marke.» Was stecke hinter dem «echten Norden»?, sei die Frage. «Nur ein ländlich-sittliches Schleswig-Holstein oder auch ein modernes, hippes Land, das viel Neues und Modernes zu bieten hat?», erläuterte Buchholz. «Insofern kann das eine großartige Dachmarke für den Tourismus- und Wirtschaftsstandort sein.»
Für diesen stehe besonders der Mittelstand, bekräftigte Buchholz. «Der Mittelstand ist das Rückgrat der schleswig-holsteinischen Wirtschaft und braucht ein unmittelbares Ohr in der Landesregierung.» Deshalb werde auch ein im Koalitionsvertrag von CDU, Grünen und FDP vereinbarter Mittelstandsbeirat gebildet. «Wir wollen mit dem Beirat eine Plattform für einen offenen Dialog schaffen», sagte Buchholz. «Das Gremium soll ein Kümmerer sein, der zu schnellen und unbürokratischen Lösungen beiträgt.» Ein Land wie Rheinland-Pfalz habe mit einem derartigen Beirat bei der Landesregierung gute Erfahrungen gemacht.
Der Mittelstand brauche eine spürbar bessere Unterstützung durch das Land, sagte der Wirtschaftsminister. «In den vergangenen Jahren sind auch Gesetze verabschiedet worden, die wichtige Interessen der mittelständischen Wirtschaft zumindest ignoriert haben – um das einmal vorsichtig auszudrücken.»
Erörterungen zum Fehmarnbelttunnel nach knapp drei Wochen beendet
Die mündlichen Erörterungstermine zum Bau des Fehmarnbelttunnels sind abgeschlossen: Die Planfeststellungsbehörde im Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) unter Leitung von Dörte Hansen hat innerhalb von neun Tagen sämtliche Tagesordnungspunkte abgearbeitet. Ein Team von rund 50 deutschen Experten – vor allem Fachleute der dänischen Projektgesellschaft Femern A/S – hat seit dem 27. Juni in der Lübecker Gollan-Werft zahlreiche Fragen von Bürgern und Verbänden zu den Antragsunterlagen für das Milliarden-Tunnelprojekt beantwortet.
Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz dankte beiden Vorhabenträgern für das Projekt, der Lübecker LBV-Niederlassung, aber auch den Dänen.
Er sagte: (Audiopfeil klicken)
Claus Dynesen, Leiter der Genehmigungsabteilung bei Femern A/S, kommentierte: „Unsere vielen Experten und die Mitarbeiter haben großartige Arbeit geleistet und dazu beigetragen, dass die Erörterungen in konstruktiver Atmosphäre stattfanden. Die Planfeststellungsbehörde wird nun über den weiteren Verfahrensverlauf entscheiden. Als dänisches Staatsunternehmen ist es uns wichtig, alle geltenden Umweltvorgaben und Vorschriften einzuhalten. Seit 2009 haben daher mehr als 150 Biologen, Geografen und Ingenieure intensiv untersucht, wie der Fehmarnbelt-Tunnel am umweltverträglichsten gebaut werden kann. Wie beim Bau der Verbindungen über den Großen Belt und den Öresund wollen wir durch eine sorgfältige und gewissenhafte Planung sicherstellen, dass Auswirkungen auf die Umwelt wo möglich ganz vermieden oder zumindest stark minimiert werden.“
Hintergrund: Femern A/S plant den Fehmarnbelt-Tunnel auf Grundlage des zwischen Deutschland und Dänemark abgeschlossenen Staatsvertrages. Dänemark hat am Øresund bereits einen Tunnelnach exakt derselben Bauweise errichtet und damit positive Erfahrungen gemacht – auch mit Blick auf die Umwelt. Im Zuge des Anhörungsverfahrens konnten die Öffentlichkeit, Behörden und Umweltverbände Einwendungen und Stellungnahmen zu den Planungsunterlagen vorbringen. Beide Vorhabenträger, Femern A/S und LBV Lübeck, haben mit Unterstützung ihrer Experten die eingegangenen Einwendungen und Stellungnahmen detailliert und individuell erwidert und beim LBV-SH, Betriebssitz Kiel, als zuständige Anhörungsbehörde eingereicht. In der anschließenden mündlichen Erörterung beantworteten die Vorhabenträger Fragen von Bürgern, Verbänden und Behörden und erläuterten die Planungen für das Projekt.
Buchholz beim Unternehmensverband Logistik: Wir werden unser Baustellenmanagement im Land weiter verbessern
Buchholz bei der Diskussion im Stahlwerk Neumünster mit Logistik-Präsident Peter Boyens (links), Paul-Jörg Wildförster von der „Nagel-Group“ (rechts) und Frank Schacht (Akelbein-Möbelspedition)Einen Tag nach der Ankündigung von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz, die aus seiner Sicht bislang nicht belastbaren bisherigen Pläne für den Weiterbau der A 20 bis zum Jahresende komplett auf den Prüfstand zu stellen, hat der FDP-Politiker am Nachmittag in Neumünster seinen ersten Besuch beim Unternehmensverband Logistik Schleswig-Holstein abgestattet. Bei der Jahresversammlung der Branche – die Buchholz freundlich empfing – bekräftigte er erneut, dass die Landesregierung sowohl den Weiterbau der A 20 mit Hochdruck vorantreiben werde, aber ebenso andere Infrastrukturprojekte wie den Ausbau de B 404 zur A 21, die Fehmarnbeltquerung oder das Baustellenmanagement im Land.
Zu den Reaktionen der Logistiker auf die bisherige Planung der A 20 im Land sagte Buchholz am Rande der Veranstaltung zu Journalisten
Audiopfeil klicken
Der Geschäftsführer der Logistik-Initiative, Dr. Thomas Rackow zeigte sich nach der Diskussion mit Buchholz schon „etwas beruhigter“ als nach Bekanntwerden der Neu-Überprüfung aller A-20-Pläne.
Er sagte über sein erstes Treffen mit dem Verkehrsminister
Zweifel an Belastbarkeit bisheriger Zeitpläne: Buchholz lässt A-20-Planung neu überprüfen
Das Land wird sämtliche Planungen zum Weiterbau der Autobahn A 20 westlich der A 7 auf den Prüfstand stellen und bis zum Jahresende neu bewerten. Das erklärte Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute in Kiel vor dem Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des Landtags. Hintergrund ist eine neuerliche Anpassung der bisherigen Zeitpläne durch den zuständigen Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH).
Nach der aktualisierten Zeitschiene, die Buchholz an seinem 9. Arbeitstag vorgelegt wurde, verschiebt sich unter anderem der ursprünglich für dieses Jahr vorgesehene Planfeststellungsbeschluss für die Elbquerung bei Glückstadt um mindestens ein halbes Jahr und der Beschluss für den angrenzenden Abschnitt bis zur A 23 um fast zwei Jahre auf Herbst 2019.
Im Gespräch mit Andreas Otto (RSH) sagte Buchholz:
„Angesichts der Tatsache, dass seit mittlerweile zehn Jahren nahezu im Jahrestakt die Zeitpläne für den Weiterbau dieser wichtigen Ost-West-Magistrale nach hinten korrigiert werden, fehlt mir nach nicht einmal zwei Wochen im neuen Amt schlicht das Vertrauen, dass wir es diesmal mit einem realistischen Zeitplan zu tun haben“, sagte Buchholz. Er habe sich deshalb im Kabinett die Rückendeckung dafür geholt, sämtliche Planungen noch einmal durchleuchten und nötigenfalls anpassen zu lassen, um bis zum Jahresende einen belastbaren Fahrplan für den Weiterbau der Autobahn in Richtung Niedersachsen zu haben.
„Ich werde dazu nicht nur auf die Planungsgesellschaft des Bundes, die DEGES, zugehen, sondern vor allem auch auf die Naturschutzverbände im Land – die ersten Kontakte haben wir bereits geknüpft“, so der Minister. Er sei zuversichtlich, dass sich die seit über 20 Jahren verhärteten Fronten zwischen Planern und Naturschützern durch Kompromisse abbauen lassen. „Das gute und vorbildliche Miteinander von Landesbetrieb, Baukonsortium und Naturschützern beim Ausbau der A 7 macht mir Mut, dass wir auch bei der A 20 ökonomische und ökologische Interessen mit etwas Kompromissbereitschaft miteinander versöhnen können“, so Buchholz. Zudem werde die Landesregierung dafür sorgen, dass genügend Mittel zur Aufstockung der Planungskapazitäten zur Verfügung stehen, um die weiteren Verfahren so gut wie möglich zu beschleunigen. Buchholz: „Der zügige Weiterbau der A 20 hat für diese Landesregierung höchste Priorität und ist damit für mich auch klare Chefsache.“
LBV-SH-Direktor Torsten Conradt hatte den Abgeordneten des Wirtschaftsausschusses geschildert, dass unter anderem das komplexe Thema der europäischen Wasserrahmenrichtlinie – mit dem sowohl die Straßenplaner als auch die Gerichte Neuland betreten – zu weitaus mehr Aufwand führe als ursprünglich angenommen. Zudem habe es bei der Erstellung eines vom Bundesverwaltungsgericht (BVG) geforderten Fachbeitrags zum Thema Wasserrahmenrichtlinie erhebliche Probleme mit einem beauftragten Ingenieurbüro gegeben. Eine planerische Hürde habe sich zudem östlich der Autobahn A 23 durch die Ansiedlung von Zwergschwänen im Bereich des Breitenburger Moores ergeben. Conradt erinnerte daran, dass der ehemalige Verkehrsstaatssekretär daraufhin entschieden habe, lediglich Nachkartierungsarbeiten, aber keine weiteren planerischen Aktivitäten auf den ersten beiden A-20-Abschnitten westlich der A 7 vornehmen zu lassen.
Die öffentliche Auslegung des Ende April erlassenen Planfeststellungsbeschlusses für den Bauabschnitt von Wittenborn bei Bad Segeberg bis an die A 7 kündigte Conradt für Ende Juli und Anfang August an. Die Auslegung des vom BVG geforderten Fachbeitrags für den Elbabschnitt soll im September erfolgen.
Nach den Worten von Minister Buchholz werde sich das Land nun „mit Realismus und einer hoffentlich schon bald fundierten Faktenlage an die Arbeit machen, um das für Schleswig-Holstein so wichtige Autobahn-Projekt zu verwirklichen“.
Die bisherigen Zeitpläne für den A-20-Weiterbau sind bis zur Vorlage eines belastbaren Zeitplans vorerst von der Seite des MVATT entfernt worden
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus