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IfW zurück im Kreis der Konjunktur-Prognostiker der Bundesregierung

Kieler Institut für Weltwirtschaft spielt ab sofort wieder in der Konjunktur-Bundesliga

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Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) gehört wieder dem Kreis der Konjunktur-Gutachter der Bundesregierung an. «Damit hat sich ausgezahlt, dass wir unsere Prognosearbeit auch während der Auszeit der vergangenen drei Jahre auf hohem Niveau fortgeführt haben», sagte heute IfW-Präsident Dennis Snower .

Snower
Dennis Snower

Die Kieler Forscher erstellen ab sofort gemeinsam mit vier anderen Instituten beziehungsweise Bieter-Gemeinschaften die Frühjahrs- und Herbstprognose zur konjunkturellen Entwicklung. Das Bundeswirtschaftsministerium berief das Institut für vier Jahre in den Gutachterkreis.

Neben dem Kieler Institut gehören dem Kreis nun das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (Berlin) mit dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung, das Münchner ifo Institut mit der Konjunkturforschungsstelle an der ETH Zürich, das Institut für Wirtschaftsforschung (Halle) und das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (Essen) mit dem Institut für Höhere Studien (Wien) an.

Nachdem das IfW vor drei Jahren vom Bundeswirtschaftsministerium keinen Zuschlag für die Gemeinschaftsdiagnose mehr bekommen hatte, zeigte sich Wirtschafts-Staatssekretär Frank Nägele heute erfreut: Damit wird die Strahlkraft unseres Instituts, das allein durch das Global Economic Symposium (GES) bereits weltweit einen exzellenten Ruf genießt, noch einmal kräftig aufpoliert.

Er erinnerte daran, dass Wirtschaftsgutachten eine enorm hohe Bedeutung  haben, weil der Konjunkturverlauf auch für politische Maßnahmen eine wichtige Entscheidungsgrundlage ist – angefangen von Steuereinnahmen bis hin zum Arbeitsmarkt. Die Güte der Prognose hänge dabei natürlich stark von unvorhersehbaren Ereignissen ab. „Niemand konnte vor einem Jahr den Brexit  voraussehen oder gar externe Schocks  wie Terrorangriffe.“

Konzentration im Einzelhandel: Minister Meyer schreibt an Gabriel

Rewe kommt bei Übernahme von Coop voran – Staatssekretär Nägele erleichtert und besorgt zugleich

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Während Edekas Pläne zur Fusion mit Kaiser’s Tengelmann zu scheitern drohen, macht Konkurrent Rewe deutliche Fortschritte bei der Übernahme von rund 200 Sky-Supermärkten von Coop. Die wettbewerbsrechtlichen Bedenken gegen diesen Zusammenschluss könnten wohl ausgeräumt werden, signalisiert das Bundeskartellamt. Und ein Rewe-Sprecher betonte gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur, das Unternehmen halte eine Lösung „für kurzfristig realisierbar“.

IMG_0101Wirtschafts-Staatssekretär Frank Nägele sieht die anstehende Übernahme mit gemischen Gefühlen, er sagt:

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Rewe plant, die rund 200 Sky-Supermärkte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hamburg zu übernehmen. Es gibt hierzu zwar Bedenken: So geht das Bundeskartellamt nach einem am Montag an die Beteiligten verschickten Entscheidungsentwurf davon aus, dass die Übernahme von Coop durch Rewe ohne Gegenmaßnahmen in acht regionalen Märkten und zwei Hamburger Stadtbezirken zu einer Behinderung des Wettbewerbs führen würde.

Jedoch betonte Kartellamtspräsident Andreas Mundt, Rewe und Coop hätten zur Beseitigung der Wettbewerbsprobleme bereits Angebote zum Verkauf von Standorten an andere Unternehmen angekündigt, „die die wettbewerbsrechtlichen Probleme vor­aussichtlich beseitigen können“.

Bei der Einkaufsmacht sehen die Wettbewerbshüter durch den Zusammenschluss ohnehin keine erhebliche Behinderung des Wettbewerbs. Rewe und Coop seien bereits seit fast zehn Jahren in einer Einkaufskooperation verbunden, über die Coop bis zu 70 Prozent seiner Waren beschaffe. Als unabhängiger Wettbewerber spiele Coop keine bedeutende Rolle mehr. Coop sieht sich in seiner Einschätzung bestätigt, „dass es zu einer Genehmigung mit geringen Auflagen kommen wird“.

Land vergibt die ersten drei Gründerstipendien

Staatssekretär Nägele: Gründerstipendien sind Vorbild und Ansporn für die junge Wirtschaft

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Frisch gebackene Jungunternehmer: Timo Drahn, Torben Eggerstorf, Laura Cordes

Damit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft keine gute Idee verloren geht, gibt es seit Anfang 2016 das „Gründungsstipendium Schleswig-Holstein“. Die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) hat nach Entscheidung der Auswahl-Kommission bestehend aus Vertretern des Landes, der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBG), der Hochschulen, sowie Unternehmerinnen und Unternehmern jetzt die ersten drei Gründungsstipendien Hochschul-Absolventen/-innen gewährt, die an überzeugenden Konzepten mit Perspektive für ein marktfähiges Unternehmen arbeiten: Laura Cordes erhält das sechsmonatige Stipendium für die Entwicklung von „Gardoré“, einer Online-Plattform für Damen-Businessbekleidung, Timo Drahn und Torben Eggerstorf für „Foodbox“, einer intuitiven Online-Plattform, die den Lebensmitteleinkauf bündeln und vereinfachen soll.

NaegeleWirtschafts-Staatssekrerär Dr. Frank Nägele gratulierte den jungen Gründern zu ihrem Schritt: „Sie haben schon jetzt ein hohes Maß an Ideenreichtum und Biss bewiesen – ich bin sicher, dass das Geld in ihren jungen Unternehmen bestens angelegt ist.“

Weiter sagte Nägele (Audiopfeil klicken)

Die Geschäftsideen:

Gardoré: Die Geschäftsidee von Laura Cordes (28) heißt „Gardoré“: eine Online-Plattform, die Frauen mit Inspiration, Beratung und Verkauf bei der Auswahl und beim Shopping von Damen-Businessbekleidung unterstützt. Die Entwicklung dieser Idee bis zur Marktreife haben die zahlreichen gründerorientierten Angebote in der Landeshauptstadt deutlich erleichtert: „Egal ob Workshops, Meet-Ups oder eben das Gründerstipendium – diese Infrastruktur ist für einen erfolgreichen Unternehmensstart sehr wichtig“, sagt die ehemalige Unternehmensberaterin. Sie will das Stipendium unter anderem nutzen, um einen Prototyp ihrer Online-Plattform zu erstellen und erste Kunden zu bedienen. „Im Anschluss kann ich dann auf dieser Basis private Investoren gewinnen und Gardoré auf Wachstumskurs bringen.“

 Foodbox: Auch das Projekt von Timo Drahn (24) und Torben Eggerstorf (24) wird digital realisiert: Mit „Foodbox“ entwickeln der Lehrer für Deutsch und Philosophie und der Kommunikations-Designer eine intuitive Online-Plattform, die den Lebensmitteleinkauf bündelt und vereinfacht. „Bisher konnten wir lediglich nach der Arbeit oder am Wochenende an unserer Idee arbeiten“, sagen die beiden zukünftigen Unternehmer. „Dank des Stipendiums können wir uns jetzt voll auf die Unternehmensplanung, die Ausarbeitung eines aussagekräftigen Businessplans und natürlich die Gründung selbst konzentrieren.“ Der Standort Schleswig-Holstein erscheint ihnen dabei nur logisch: „Besonders die gute Atmosphäre und die kurzen Wege haben es uns angetan.“

Die Stipendiaten/innen werden während der Laufzeit des Stipendiums von den Partnerhochschulen und -einrichtungen unterstützt und begleitet. Im Falle von Gardoré ist es das Zentrum für Entrepreneurship an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, im Fall von Foodbox ist es Opencampus.SH

Das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein:

Das Land Schleswig-Holstein hat gemeinsam mit der IB.SH und der MBG für die kommenden vier Jahre eine Million Euro für das Gründungsstipendium bereitgestellt. Mit den Mitteln sollen jährlich fünf bis sieben Gründungsvorhaben gefördert werden. Anders als vergleichbare Angebote zur Finanzierung von Gründungsvorhaben ist dieses Stipendium unter anderem dafür vorgesehen, die Lebenshaltungskosten der zukünftigen Unternehmer in der Vorbereitungsphase vor der eigentlichen Gründung zu tragen. Die WTSH berät in diesem Rahmen Gründerinnen und Gründer aus Hochschulen, wissenschaftlichen Einrichtungen und F&E-starken Unternehmen und gewährt das Gründungsstipendium im Auftrag des Landes. Bereits in der Vorgründungsphase prüft sie, ob Gründungsvorhaben die Voraussetzungen erfüllen, durch die Gewährung  eines Gründungsstipendiums gefördert zu werden. „Die Stipendiaten/-innen sollen sich – unterstützt durch diese Förderung während der sechs Monate Laufzeit – voll und ganz auf die Weiterentwicklung und Erprobung ihres Geschäftsmodells und auf die Gründung ihres Unternehmens konzentrieren können, so Dr. Annelie Tallig, Projektmanagerin Gründungsförderung bei der WTSH. „Bis zum Ende dieser so genannten Pre-Seed-Phase soll dann ein komplett ausgearbeiteter Businessplan vorliegen – als elementare Grundlage, um anschließend weitere Mittel für die Unternehmensgründung einzuwerben. Die drei ersten Stipendiaten/-innen überzeugten durch Ihre marktfähige Geschäftsidee und den sichtbaren Unternehmergeist“, so Tallig.

Das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein soll Studierenden und Hochschul-Absolventen/-innen mit innovativen und marktfähigen Ideen den Weg in die Selbstständigkeit ebnen. Absolventen/-innen mit einer Erfolg versprechenden Geschäftsidee, die sich für ein Stipendium bewerben wollen, wenden sich an die Verantwortlichen zum Thema Unternehmensgründung an ihrer Hochschule oder an die WTSH.

Schleswig-Holstein und Hamburg investieren kräftig in alte und neue Brücken

Die meisten Brücken im echten Norden sind in einem befriedigenden Zustand

Die allermeisten Brücken in Schleswig-Holstein sind in einem eher mittelmäßigen Zustand. Von mehr als 1600 Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen haben derzeit nach Angaben des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) gut 47 Prozent das Attribut «befriedigend». Rund 31 Prozent rangieren unter «ausreichend», 2,3 Prozent unter «nicht ausreichend». Auf ein «gut» kommen fast 14 Prozent, auf «sehr gut» knapp 5 Prozent. Bei den mehr als 900 Brücken an Landes- und Kreisstraßen fallen die Werte etwas besser aus. Die Zahlen erfassen auch kleinere Überführungen.

Für die Erhaltung der Brücken sind in diesem Jahr an Bundesfernstraßen 13 Millionen Euro vorgesehen und bei den Brücken des Landes 2,6 Millionen. Für die nächsten Jahre sind ähnliche Höhen geplant.

Von herausragender Bedeutung ist die Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal im Zuge der A7. Die marode Brücke muss bis 2026 ersetzt werden. Der Bau einer neuen Brücke soll 2022 beginnen. Ebenfalls zu erneuern ist die Fehmarnsundbrücke, für die auch ein Ersatz oder eine grundlegende Sanierung vorgesehen sind.

Bereits gearbeitet wird an der Brunsbütteler Hochbrücke im Zuge der B5 über den Nord-Ostsee-Kanal und an der Travebrücke im Zuge der A1. Umfangreiche Instandsetzungsarbeiten sind auch geplant an der Kieler Kanalbrücke im Verlauf der B503. Künftig ersetzt werden muss auch die Brücke im Zuge der B404 über die A1 im Autobahnkreuz Bargteheide.

Auch in  Hamburg wird vor allem an Brücken gebaut. Die fast 400 Meter lange Langenfelder Brücke, über die die A7 verläuft, wird neu gebaut, die Köhlbrandbrücke saniert und auch die Kennedybrücke in der Innenstadt muss repariert werden. Rund 56 Millionen Euro geben die Stadt und der Bund nach Angaben von Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) in diesem Jahr für die Brücken in Hamburg aus. 

Nach Ansicht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) müssen Bund und Länder bei den Investitionen in die Infrastruktur aber noch deutlich nachlegen. Lastwagen, die im Stau stehen oder Umwege fahren müssen, verursachten zusätzliche Kosten, sagte der IW-Experte für öffentliche Finanzen, Tobias Hentze, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Das schade der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. «Es ist klar, dass man mittelfristig auch Arbeitsplätze gefährdet, wenn man zu wenig tut.»

Hentze berechnete auf Grundlage von Daten des Statistischen Bundesamts die Investitionsquoten der einzelnen Bundesländer im Jahr 2015. Demnach flossen in Ländern und Gemeinden knapp 12 Prozent der Ausgaben in Investitionen. Sie schnitten damit besser ab als der Bund (9 Prozent). Der Ökonom des arbeitgebernahen Instituts räumte ein, die Haushalte seien durch gesetzlich vorgeschriebene Sozialausgabe «teilweise festgezurrt». Es gebe aber Handlungsspielraum. «Länder wie Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg nutzen diesen Handlungsspielraum Richtung Investitionen mehr als andere Bundesländer.»

Sachsen kommt auf 16,5 Prozent Investitionsanteil, Bayern auf 15,7, Baden-Württemberg auf 14,6 Prozent. Am Ende der Liste rangieren Hessen mit 8,9 Prozent, das Saarland mit 7,9 Prozent und Berlin mit 7,4 Prozent. Auch Hamburg steht nach Hentzes Rechnung mit 9,2 Prozent unterdurchschnittlich da. Das ist gerade mal Platz 13, nach Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen.

Dabei hat die Hansestadt ihre jährlichen Ausgaben in die Verkehrsinfrastruktur zwischen 2012 und 2014 von rund 64 Millionen Euro auf 103 Millionen gesteigert. Im vergangenen Jahr sank dieser Betrag allerdings um gut 700 000 Euro. Die Summe soll nach Angaben der Verkehrsbehörde aber wieder leicht steigen. Erste Ergebnisse der Investitionen sind «erfahrbar». So können Autofahrer seit Mitte Juli die neue Rethebrücke im Hafen nutzen, Europas größte Klappbrücke. Schleswig-Holstein steht mit einer Investitionsquote von 9,9 Prozent (Platz 10) etwas besser da. 

Im übernächsten Jahr soll nach Angaben der Verkehrsbehörde auch die längste Brücke der Stadt zur Baustelle werden. Es geht um die «Hochstraße Elbmarsch». Nur wenige Autofahrer wissen, dass damit die vier Kilometer Autobahn südlich des Elbtunnels gemeint sind. Dort soll die A7 ab 2018 von sechs auf acht Spuren erweitert werden.

Nach vierjähriger Probephase: Bundesländer weiter uneinig über Zukunft der Lang-Lkw

Meyer zum Lang-Lkw-Feldversuch: Schleswig-Holstein bereit für den Regelbetrieb


Auch wenige Monate vor Ende des Feldversuchs mit Lang-Lkw herrscht in den Verkehrsministerien der Länder große Uneinigkeit über einen möglichen Regelbetrieb auf deutschen Straßen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Das gilt auch für Schleswig-Holstein. «Aus fachlicher Sicht spricht alles dafür, den Feldversuch in den Regelbetrieb zu übernehmen», sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer der Deutschen Presse-Agentur. Politisch gäbe es darüber im nördlichsten Bundesland aber noch Abstimmungsbedarf.

Die gemeinsam mit SPD und SSW regierenden Grünen sind gegen das Projekt. «Der Koalitionsvertrag lehnt Lang-Lkw ab», sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Andreas Tietze.

Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) hatte sich vor kurzem in der «Osnabrücker Zeitung» für den regulären Betrieb nach dem bis Ende des Jahres laufenden Test der 25 Meter langen Lastwagen ausgesprochen. Auch in Schwerin sieht man «derzeit keine Anhaltspunkte, eine Überführung in den Regelbetrieb abzulehnen». In Sachsen steht man den Lang-Lkw aufgeschlossen gegenüber, will sie aber nicht befördern. «Unser Ziel ist es, das steigende Verkehrsaufkommen im Güterverkehr möglichst ohne zusätzliche Lkw-Transporte abwickeln zu können», sagte Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD).

Seit 2012 rollen die bis zu 25,25 Meter langen Lastwagen auf deutschen Straßen. Erst im Mai schloss sich Brandenburg dem Feldversuch der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)an, damit läuft er in 13 von 16 Ländern. Berlin, Rheinland-Pfalz und das Saarland beteiligen sich nach wie vor nicht. 59 Firmen mit 156 Lkw machen mit. Ein Zwischenbericht des BASt im Jahr 2014 zeigte unter anderem, dass es Effizienzgewinne und Kraftstoffersparnisse zwischen 15 und 25 Prozent gebe, da zwei Lang-Lkw drei reguläre Lkw ersetzen könnten. Auch die Infrastruktur werde nicht stärker belastet.

Trotzdem formieren sich Widerstände: Die thüringische Verkehrsministerin Birgit Keller (Linke) sagte: «Grundsätzlich bin ich skeptisch, was den Einsatz dieser Riesen-Laster betrifft.» Auch die neue schwarz-rot-grüne Landesregierung in Sachsen-Anhalt spricht sich genau wie der zuständige Senator in Bremen gegen Lang-Lkw aus.

In Düsseldorf will Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) nach wie vor nur die 17,80 Meter langen «Euro-Trailer», nicht aber die 25 Meter langen Lastwagen erlauben. Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg und Hessen wollen die Ergebnisse des Feldversuchs abwarten und sich dann entscheiden. In Bayern gibt es eine Tendenz für einen Übergang zum Regelbetrieb. Der bayerische Verkehrsminister Joachim Herrmann CSU) betonte, die Erfahrungen seien überwiegend positiv.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat sein Votum für einen Regelbetrieb nach 2016 schon gegeben: «Ich rechne weiter mit sehr positiven Ergebnissen und habe dem Gewerbe die Zusage gegeben, dass wir in diesem Fall mit dem Lang-Lkw in den Regelbetrieb gehen», sagte er erst jüngst in einem Interview. Allerdings kann Dobrindt nur über die Autobahnen entscheiden. Über die Zufahrten, die benutzt werden müssen, damit die Lastwagen überhaupt auf die Autobahn kommen, bestimmten aber die Länder, sagte eine Sprecherin im Verkehrsministerium in Stuttgart. Dort ist der Test nicht unumstritten.

Thüringens Verkehrsministerin sagte, der Einsatz der Gigaliner trage nicht zu einer Verkehrsentlastung auf der Straße bei. Die neue Regierung in Sachsen-Anhalt hat sogar im Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass das Bundesland nicht an dem Test teilnehmen soll. Das Argument auch hier: Die verstärkte Zulassung der Gigaliner bringe mehr Güterverkehr auf die Straße – zum Nachteil von Schiene und Binnenwasserstraßen. Nur im Transitverkehr dürfen die Riesen-Laster auf zwei Autobahnen durch Sachsen-Anhalt rollen.

Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Groschek ist anderer Ansicht: «Die steigenden Anforderungen an die Umweltbilanz könnten zu einer Neubewertung von Lang-Lkw führen. Beim Gütertransport auf langen Strecken ist und bleibt aber die Schiene unschlagbar.»

Überraschende Abstimmung im Landtag über Beitritt des Kreies Steinburg zum HVV

Überraschung im Landtag: Parlament beauftragt Landesregierung mit Bildung eines norddeutschen Tarifverbundes

HVV

Überraschende namentliche Abstimmung im Landtag: Nachdem Piraten und FDP und CDU vom Land Unterstützung für den Beitritt des Kreises Steinburg in den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) forderten, stellte sich das Parlament – mit Stimmen aus der Opposition – am Abend geschlossen hinter den Plan der Landesregierung, die Einführung eines norddeutschen Tarifverbundes.

Zu der Entscheidung des Landtages sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer (Audiopfeil klicken)

Kurz zuvor hatteMeyer er im Landtag in seiner Rede für einen neuen Taruifverbund geworben. Hier die Rede im Wortlaut

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Kreis Rendsburg und Land investieren über zwei Millionen Euro in vier Straßenprojekte

Land gibt grünes Licht für Sanierung von Kreisstraßen zwischen Wittensee und Schwansen

Ausgefahrene Seitenstreifen

Wie Verkehrsminister Reinhard Meyer heute der Kreisverwaltung Rendsburg-Eckernförde mitgeteilt hat, wird sich das Land an vier Straßensanierungen, die ein Gesamtvolumen von rund 2,1 Millionen Euro haben, mit knapp einer Million Euro beteiligen. Dabei handelt es sich um folgende Einzelprojekte von zusammen über elf Kilometern Länge:

  • Sanierung der Kreisstraße 2 südlich des Wittensees von Bünsdorf bis an die Landesstraße 42. (Baulänge: 2,5 Kilometer)
  • Sanierung der Kreisstraße 9 inklusive Radweg nördlich des Nord-Ostsee-Kanals von Knoop in Richtung Kiel. (Baulänge: zwei Kilometer)
  • Kreisstraße 63 inklusive Radweg auf der Halbinsel Schwansen östlich der
    B 203 im Bereich von Karby bis Dörphop. (Baulänge: 3,2 Kilometer)
  • Kreisstraße 77 inklusive Radweg in Schwansen westlich der B 203 zwischen Winnemark und Karlsberg (Baulänge: 4,1 Kilometer)

Die teilweise bereits begonnene Sanierung umfasst in allen Fällen vor allem das Abfräsen der alten Fahrbahndecken und die Erneuerung der Deckschicht. Die Zuwendung des Landes erfolgt aus Mitteln des so genannten Finanzausgleichs­gesetzes (FAG) bzw. des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes Schleswig-Holstein (GVFG-SH).

Wie Meyer sagte, werde mit den Bauprojekten nicht nur die Sicherheit auf den jeweiligen Streckenabschnitten deutlich erhöht, sondern die Region auch für die örtliche Wirtschaft und den Tourismus attraktiv gehalten.

Land startet weitere Qualifizierungsoffensive in Zukunftsbranchen

Weiterbildungsträger aufgepasst! Land stellt 1,85 Millionen Euro für Ideenwettbewerb bereit

Schleswig-Holsteinische Seemannsschule in Travemünde

Arbeitsminister Reinhard Meyer hat heute in Kiel den Startschuss für eine weitere Qualifizierungsoffensive in den Bereichen Maritime Wirtschaft, Life Sciences, Ernährungswirtschaft, Digitale Wirtschaft, Erneuerbare Energien und Tourismus gegeben. „Zur Sicherung ihres Fachkräftebedarfs brauchen Unternehmen in diesen Bereichen gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Land fördert deshalb neue Projekte, die den speziellen Qualifizierungsbedarf decken. Nur so kann die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen im Land erhalten bleiben“, sagte Meyer.

Der Aufruf richtet sich an die Einrichtungen der Weiterbildung, die so genannten Clustermanager, an die Hochschulen und wissenschaftlichen Institutionen sowie Wirtschaftsförder- und Technologiegesellschaften. Sie sollen für die Branchen neue und bisher unbekannte Weiterbildungsangebote entwickeln. Für die Projekte werden Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes in Höhe von rund 1,85 Millionen Euro im Rahmen des Landesprogramms Arbeit bereitgestellt. Mit diesem Geld werden Personal- und Sachkosten für  die Entwicklung neuer Qualifizierungsangebote vollständig übernommen; die spätere Erprobungsphase wird zu 50 Prozent bezuschusst.

Bestehende Qualifizierungsangebote werden nach den Worten von Meyer den Anforderungen der Unternehmen häufig nicht gerecht. Im Rahmen von Projekten solle deshalb die Entwicklung neuer Qualifizierungsmodule sowie die darauf basierende berufsbegleitende berufliche oder wissenschaftliche Weiterbildung von Beschäftigten in Unternehmen der besonderen Clusterbranchen gefördert werden. „Die passgenauen und zielgerichteten Angebote müssen dabei auf die Bedarfe der Branche zugeschnitten und betriebsnah angeboten  werden können“, sagte der Minister.

Interessierte Projektträger können sich mit einem Teilnahmeantrag um Fördermittel bewerben. Die Antragsfrist dazu endet am 23. September 2016. Weitere Informationen sowie der Antrag zur Teilnahme an diesem Ideenwettbewerb können bei der  Investitionsbank abgerufen oder telefonisch unter (0431) 9905-2737 angefordert werden.

Und noch ein Plus: Mai-Übernachtungen in SH um fünf Prozent gestiegen

SH-Tourismusbranche startet mit sattem Vorsaison-Plus in Sommersaison – Meyer sieht noch mehr Potenzial

Die Frühstückspension "Alte Landschule" in Langballig bietet hochwertige günstige Zimmer.

In den ersten fünf Monaten des Jahres kamen knapp 2,33 Millionen Gäste in das nördlichste Bundesland und damit 5,1 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, berichtete das Statistikamt heute in Kiel. Die Zahl der Übernachtungen in den Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten erhöhte sich um 5,0 Prozent auf fast 8,12 Millionen. Im Mai zählten die Hotels, Pensionen, Ferienanlagen und -wohnungen sowie Campingplätze 792 000 Übernachtungsgäste und damit 3,7 Prozent mehr als im gleichen Vorjahresmonat. Die Zahl der Übernachtungen wuchs um 4,2 Prozent auf 2,84 Millionen.

«Das ist gewiss zu einem großen Teil das Ergebnis unserer Strategie, die Nebensaison-Monate besser zu erschließen, aber auch das Resultat großer Investitionen in die touristische Infrastruktur und qualitativ hochwertige Unterkünfte», kommentierte Tourismusminister Reinhard Meyer. Hier könne noch deutlich mehr Potenzial ausgeschöpft werden. Auch die weltpolitische Situation wirke sich aus: «In Krisenzeiten entscheiden sich die Urlauber im Zweifel für Inlands-Destinationen – aber auch hier sind wir klar über dem Bundesdurchschnitt», sagte Meyer.

Wirtschaftsminister Meyer im Landtag

Meyer im Landtag zum Ceta-Abkommen: „Absenkung der Standards wird es nicht geben“

Trotz des geplanten Ausstiegs der Briten setzt Schleswig-Holsteins Landtag weiter auf die europäische Integration. Bei den geplanten Freihandelsabkommen TTIP mit den USA und Ceta gehen die Meinungen dagegen auseinander. CDU und FDP machen sich dafür stark, die SPD rechnet mit einem Scheitern, die Grünen sind dagegen. Einig sind sich aber alle, dass europäische Standards nicht für Freihandelsabkommen geopfert werden sollen. «Eine Absenkung von Standards wird es nicht geben», sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer . Gelinge eine Einigung nicht mehr in diesem Jahr, liege TTIP aber wohl «auf Eis».

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD)Meyers Rede im Wortlaut hier:

(Audiopfeil klicken)

Auch für den Parlamentarischen Geschäftsführer der FDP, Heiner Garg, ist Freihandel ein Garant für Wohlstand und Freiheit. «Viele vermeintliche Kritiker von TTIP und Ceta sind in Wahrheit keine Kritiker dieser Freihandelsabkommen, sondern sie sind Gegner von Freihandel, von Wohlstand und Marktwirtschaft», sagte er. Den Gegnern warf er Panikmache und Populismus vor.

Der CDU-Wirtschaftspolitiker Johannes Callsen forderte einen zügigen Abschluss der Verhandlungen. «Ziel ist es, die hohen europäischen Standards aufrechtzuerhalten und gleichzeitig den Zugang zum US-Markt zu vereinfachen.» Wer die Verhandlungen bereits für gescheitert erkläre, schwäche die europäische Handlungsposition.

Für SPD-Fraktionschef Ralf Stegner steht dagegen fest: «TTIP ist politisch praktisch tot.» Noch deutlicher wurde der Grünen-Europa-Politiker Bernd Voß. «Wir lehnen das Abkommen in seiner jetzigen Form ab.» Die SSW-Abgeordnete Jette Waldinger-Thiering rechnet mit einem «bundesweiten Proteststurm». Die Verhandlungen seien an Intransparenz nicht zu unterbieten.

Zuvor hatten die Abgeordneten über die Zukunft Europas debattiert. Nach dem Brexit-Votum stelle sich die Frage «wo, Europa, willst Du eigentlich hin?», sagte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). Nun müssten Antworten auf diese Fragen gegeben werden. «Wollen wir mehr Europa oder weniger, mehr Freizügigkeit oder mehr?»

Es sei aber «viel zu früh, um zu sagen, wie genau die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen» ausfielen, sagte Albig. Schleswig-Holstein sei in seinem Wohlstand ohne Europa aber unmittelbar gefährdet. Er sprach von der «größten zivilisatorischen Idee, die dieser Kontinent in seiner Geschichte erfahren hat». Der europäische Gedanke werde aber nicht mehr von allen verstanden. «Wir haben uns gewöhnt an die Wohlfahrten unseres Europas.»

CDU-Fraktionschef Daniel Günther forderte mehr Engagement für die europäische Idee. «Unsere Aufgabe ist jetzt, dass wir wieder Begeisterung für Europa verbreiten.» Englands Votum sei eine Fehlentscheidung. Für FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki steht trotz des Brexit-Votums fest: «Europa ist nicht auseinandergefallen.» In der Jugend aller Länder gebe es eine hohe Zustimmung zu Europa. Die Briten hätten sich aber «dezidiert gegen Quotenflüchtlinge ausgesprochen». Es herrsche in anderen Ländern der Eindruck, Deutschland wolle Europa dominieren.

Weiteres Thema:

Die Piraten fordern vom Verkehrsministerium, dass mehr Brücken-Baustellen in die Datensätze von Navigationsinstrumenten eingepflegt werden. Dazu sagte Meyer: