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Carsten Müller erweitert Spitze von Bürgschaftsbank und MBG

Madsen & Müller

Neuer Kopf an der Spitze der Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MGB): Zusammen mit Hans-Peter Petersen und Holger Zervas bildet Carsten Müller künftig das Führungstrio der beiden Förderinstitute. „Ich freue mich sehr auf die Arbeit in einer der erfolgreichsten Förderbanken Deutschlands. Ich habe ihre hervorragenden und unverzichtbaren Leistungen für unseren Wirtschaftsstandort in meiner 17jährigen Tätigkeit in der Sparkassenlandschaft Schleswig-Holsteins sehr schätzen gelernt“, sagte Müller heute vor rund 100 Gästen in der IHK Schleswig-Holstein.

Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen lobte Müller als ausgewiesenen Kenner der Finanzbranche und Unternehmenslandschaft des Nordens: „Mit Carsten Müller auf der Kommandobrücke können wir die von Hans-Peter Petersen und Holger Zervas in den vergangenen Jahren erfolgreich aufgebaute Arbeit bei der Unterstützung unserer kleinen und mittleren Firmen fortsetzen. Die bereits sehr gute Vernetzung mit der Sparkassenlandschaft, den Genossenschafts- und den Privatbanken wird durch Herrn Müller noch einmal gestärkt. Die Bürgschaftsbank und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft sind eine unverzichtbare Säule unseres Wirtschaftsstandortes Schleswig-Holstein“, betonte Madsen.

Geschäftsführer Hans-Peter Petersen wird Ende des Jahres aus der Geschäftsführung in den Ruhestand ausscheiden.

Carsten Müller ist in Hildesheim geboren, verheiratet, zweifacher Vater und lebt mit seiner Familie in Brügge bei Bordesholm (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Während seiner Ausbildung zum Sparkassenkaufmann und zum Diplom-Sparkassenbetriebswirt wirkte Müller bis 2006 bei der Sparkasse Hildesheim in verschiedenen Positionen. Anschließend arbeitete er bis 2012 bei der Bordesholmer Sparkasse und ging anschließend zur Sparkasse Mittelholstein. Dort verantwortete er bis 2017 als Abteilungsleiter unter anderem die Firmenkundenberatung als auch das Konsortialkreditgeschäft. Die letzte sechs Jahre war Carsten Müller bei der Sparkasse Südholstein als Direktor des Vertriebsmanagements und Vertreter des Vorstandes tätig. Hier gehörten die Führung der Referatsleitungen, die Steuerung des Firmen- und Privatkundenvertriebes, das Produkt- und Kampagnenmanagement sowie die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells „Plattformökonomie“ zu seinen Hauptaufgaben. 

Madsen an Mobilfunk-Firmen: Beim Netz-Ausbau Tempo machen und graue Flecken beseitigen

Die Spitzenvertreter der vier großen deutschen Mobilfunk-Betreiber

Bei einem ersten Treffen mit Spitzenvertretern der deutschen Mobilfunk-Konzerne Telekom, Vodafone, Telefónica sowie der neuen 1&1 Mobilfunk GmbH hat Wirtschafts- und Technologieminister Claus Ruhe Madsen an die Manager appelliert, die Netzqualität im Norden weiter zu verbessern: „Im Digitalisierungs-Zeitalter von 5G und Künstlicher Intelligenz sollten wir gemeinsam alles daran setzen, auch die letzten grauen Flecken auf den Versorgungs-Landkarten zu beseitigen und dazu vielleicht auch freiwillige Kooperationen nutzen“, sagte Madsen nach dem Spitzentreffen in Kiel. Bei solchen Kooperationen würden etwa Maststandorte und Dachantennenträger durch alle Mobilfunknetzbetreiber gemeinsam genutzt.

Nach dem Treffen resümierten die Teilnehmer…

Wie Madsen weiter erläuterte, sei aktuell 100 Prozent der Landesfläche Schleswig-Holsteins mit dem Mobilfunk-Standard GSM/2G versorgt, der für Sprach-Telefonie ausreichend sei. Beim internetfähigen LTE-Standard 4G liege die Abdeckung bei 99,75 Prozent der Landesfläche und 99,99 Prozent aller Haushalte. Madsen erinnerte allerdings daran, dass es sich dabei um aggregierte Werte der drei etablierten Netzbetreiber in Schleswig-Holstein handele. „Das heißt: Das Empfinden von Kunden kann aufgrund der Nutzung nur eines Netzes teilweise deutlich davon abweichen“, so der Minister. Zudem seien die genannten Werte „Modellwerte“ – unabhängig von Faktoren wie Wetter oder der gleichzeitigen Anzahl von Nutzern in der Funkzelle.

Nach den Worten von Johannes Lüneberg, Chef des Breitband-Kompetenzzentrums Schleswig-Holstein (BKZ.SH), sind zahlreiche Flächen im Land noch so genannte „graue Flecken“, in denen nur ein oder zwei, nicht aber alle Mobilfunknetzbetreiber ihr Netz in ausreichender Qualität ausstrahlen. Die aggregierte Versorgung von 99,75 Prozent beinhalte aktuell rund sieben Prozent graue Flecken, wo nur ein oder zwei Netze verfügbar seien und nur Nutzer mit der „richtigen“ SIM-Karte Netz hätten.

Mit Blick auf die für den weiteren Ausbau nötigen Hausaufgaben des Landes erinnerte Madsen daran, dass aktuell eine Überarbeitung der Landesbauordnung in Vorbereitung sei. „Und ohne vorzugreifen kann ich sagen: Auch für die Baugenehmigungen für den Mobilfunk wird etwas dabei sein“, so der Minister.

Madsen beim Spatenstich: „Die nächste Rader Brücke darf gern länger als 50 Jahre halten“

Die Bauarbeiten für die neue Rader Hochbrücke im Zuge der Autobahn 7 über den Nord-Ostsee-Kanal sind heute offiziell gestartet. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Oliver Luksic, nahmen mit weiteren Vertretern den symbolischen ersten Spatenstich vor, wie die Planungsgesellschaft Deges mitteilte.
Über den Kanal entsteht eine neue Zwillingsbrücke mit sechs Fahrspuren. Der Zustand der alten Brücke gilt als so schlecht, dass sie nach derzeitigem Stand nur noch bis 2026 genutzt werden soll. «Für mich als Däne und Deutscher ist diese Brücke eines der starken Seile, die unsere beiden Länder miteinander verknüpfen», sagte Madsen. Hochbrücke und A7 seien Garanten für den barrierefreien Austausch von Waren, Wirtschaftsleistungen und Kultur.

Im Gespräch mit Carsten Kock von Radio Schleswig-Holstein sagte Madsen zum heutigen Startschuss der Neubau-Arbeiten… Audio starten, Pfeil klicken

«Im Fall der Rader Hochbrücke war eine Instandsetzung technisch nicht mehr möglich», sagte Luksic. Der Chef der Autobahngesellschaft des Bundes, Stephan Krenz, betonte, es habe in den vergangenen Jahren kaum ein unumstritteneres Projekt als die neue Rader Hochbrücke gegeben. «Sie ist ein Paradebeispiel dafür, wie eine Straße eine ganze Region wirtschaftlich, kulturell und touristisch am Leben erhält.»

Hier ein Ausschnitt aus dem Grußwort des Ministers:

Früheren Angaben der Projektgesellschaft zufolge betragen allein die Kosten für das erste Teilbauwerk 307 Millionen Euro. Die östliche Brückenhälfte soll bis Ende 2026 freigegeben werden. Nach dem Abriss der alten Hochbrücke soll von 2028 an die westliche Hälfte der neuen Brücke entstehen. Zudem wird die A7 zwischen der Anschlussstelle Büdelsdorf und dem Kreuz Rendsburg auf sechs Fahrstreifen erweitert.

SH-Arbeitsmarkt im Frühlings-Aufwind – Madsen setzt auf Zuwanderung und Weiterbildung

Weniger Arbeitslose als im Februar, aber mehr als vor einem Jahr – so präsentiert sich der Arbeitsmarkt im Norden. Die Personalnachfrage ist deutlich niedriger als vor zwölf Monaten.  Arbeitsminister Madsen sieht ein wachsendes Problem.

Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein verzeichnet eine leichte Frühjahrsbelebung. Im März waren 88.500 Menschen ohne festen Job und damit 1,5 Prozent weniger als im Februar, wie die Agentur für Arbeit heute berichtete. Im Vergleich zum März des Vorjahres wurden 9,9 Prozent mehr Arbeitslose gezählt. Dies liegt laut Arbeitsagentur weitgehend daran, dass arbeitslose Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine seit Juni in der Statistik geführt werden. Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 5,6 Prozent, nach 5,7 Prozent im Februar und 5,1 Prozent vor einem Jahr.

Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit zum Vormonat profitierten laut Arbeitsagentur alle Alters- und Personengruppen. «Erfreulich ist insbesondere, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen darüber hinaus auch im Vorjahresvergleich deutlich gesunken ist», sagte der Vizechef der Regionaldirektion der Arbeitsagentur, Thomas Letixerant. Konkret sind es 2700 Betroffene weniger. Allerdings sind 32,1 Prozent aller Arbeitslosen langzeitarbeitslos. «Deshalb sehe ich insbesondere in der Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit eine der großen arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen», sagte Letixerant.

Die Personalnachfrage lag im März mit einem Minus von 2300 Stellen oder 7,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Zum Vormonat Februar gab es ein leichtes Plus von 250 Stellen. Zurzeit haben die Arbeitsagenturen 27 500 sozialversicherungspflichtige Stellen im Bestand. «Wie schon im Vormonat Februar bieten derzeit das

Gesundheits- und Sozialwesen, Verkehr und Logistik, der Handel sowie Industrie und Gastronomie gute Einstiegschancen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg nach den neuesten Daten vom Januar im Vorjahresvergleich um 0,8 Prozent auf 1 041 400.

Nach den aktuellen Zahlen arbeiteten im Dezember 1597 Beschäftigte in 190 Betrieben kurz. Im November waren es noch 1986 Menschen in 251 Unternehmen. Im März wurde Kurzarbeit für 797 Beschäftigte in 43 Betrieben angezeigt.

Unter den Kreisen hat Stormarn mit 3,7 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote. Den höchsten Wert verbucht Dithmarschen mit 6,1 Prozent. Bei den kreisfreien Städten schwankt die Quote zwischen 7,5 Prozent in Kiel und 8,3 Prozent in Neumünster.

Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen zeigte sich insgesamt zufrieden, verwies aber auf ein zunehmendes Problem: «Durch die demografische Entwicklung wird es immer weniger Menschen geben, die arbeiten können, so dass wir einen Arbeits- und Fachkräftemangel bereits jetzt im Alltag spüren.» Die These, allein höhere Löhne und attraktive Arbeitsbedingungen könnten das Problem lösen, greife zu kurz. Manche offenen Stellen passten nicht zu Arbeitsuchenden, weil beispielsweise geforderte Qualifikationen nicht vorhanden sind. Dies sei der Grund, weshalb eine enorme Nachfrage nach Arbeitskräften bestehe und andererseits viele Menschen keine Arbeit hätten. «Hier helfen die Zuwanderung von Fachkräften, digitalisierte Prozesse sowie die Fort- und Weiterbildungen von Beschäftigten in den Unternehmen.»

Madsen löst Versprechen ein und pflanzt Sommerlinde an die Emkendorfer Allee

Minister Madsen mit Frank Schoppa, LBV-Chef Conradt und dem Landesnaturschutzbeauftragten Holger Gerth (v.l.)

Im vergangenen Jahr wurde der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) für die Pflege der Emkendorfer Allee ausgezeichnet. Als Dank stiftete der Landesverband Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BdB) eine Sommerlinde und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen versprach: „Die pflanze ich selbst ein!“. Gesagt, getan: Heute schwang der Minister trotz Regenschauer gemeinsam mit Dr. Frank Schoppa vom Baumschulverband Schleswig-Holstein sowie LBV.SH-Direktor Torsten Conradt den Spaten.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Landesbetrieb verfügen über eine hohe Umwelt-Expertise, das möchte ich mit der heutigen Aktion noch einmal ausdrücklich wertschätzen“, sagte Madsen. Hinter der Pflege einer solchen historisch einmaligen Allee stecke „viel Arbeit, noch mehr Herzblut und jede Menge Fachkenntnis über die biologische Vielfalt und die Kulturlandschaft“.

Und Schoppa sagte: „Die Baumschulwirtschaft spendet den Siegern des Alleenwettbewerbes des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes gerne einen Alleebaum. Alleen sind von großer Bedeutung für das Landschaftsbild, haben ökologische Vernetzungsfunktion und sind Ausdruck der historischen Gestaltung unserer Kulturlandschaft. Sie bedürfen der erhaltenden Pflege und auch der konsequenten Nachpflanzung, um ihre Funktion dauerhaft erfüllen zu können. Wir möchten mit dem Preis unsere Wertschätzung zum Ausdruck bringen, wo dies durch Eigentümer/Träger – wie hier im Fall des LBV.SH – auf fachlich besonders gute Weise beachtet wird.“

Auch LBV.SH-Direktor Conradt zeigte sich erfreut: „Unsere Umweltfachleute haben ein spezielles Entwicklungskonzept für die Emkendorfer Allee erarbeitet und erstellen alle fünf Jahre ein gesondertes baumbiologisches Gutachten, um ihre Funktion als Biotop zu sichern. Auf dessen Basis wird die Vitalität, Verkehrssicherheit und Erhaltungsfähigkeit der Bäume sichergestellt. Der LBV.SH steckt hier jedes Jahr eine Menge Arbeitsstunden und Knowhow rein. Daher freut es uns außerordentlich, wenn dies gesehen und von anderen Expertinnen und Experten anerkannt wird.“

Minister-Stipvisite beim Netzwerktreffen des SH-Tourismus-Clusters in Büdelsdorf

Tourismusminister Claus Ruhe Madsen ging heute in der Büdelsdorfer ACO-Thormannhalle mit den Tourismus-Verantwortlichen des Landes auf Tuchfühlung. Vor rund 150 Branchenvertreterinnen und -vertretern zeigte er sich vor allem erfreut, dass sich so viele Betriebe, Verbände, Agenturen und touristische Organisationen am Netzwerktreffen des SH-Tourismusclusters beteiligten. Zugleich informierte er die Fachleute unter anderem über die jüngsten Beschlüsse der Berliner Ampelkoalition – bis hin zu den Auswirkungen auf die Autobahn A 20.

In seinem Grußwort lobte Madsen den Tourismus als wichtige, engagierte Branche, die immer wieder gute Ideen habe, Krisen meistere und stets mit viel Herz an die Arbeit gehe. Die derzeitigen Übernachtungszahlen seien sensationell, aber Ausruhen sei keine Option. Mit Blick auf die Tourismusstrategie des Landes machte Madsen deutlich, dass Tourismusakzeptanz zwar ein wichtiger Aspekt sei, aber auch nicht alles überlagern dürfe. Wichtige Themen seien Qualität und ein faires Preis -Leistung-Verhältnis. Das Cluster leistet wichtige Unterstützung für die Betriebe in allen Themen der Nachhaltigkeit.

Land und Wirtschaft starten Nachfolge-Kampagne für den Mittelstand im echten Norden

Erstes Treffen von Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern mit Staatssekretärin Julia Carstens (2.v.r, vorn)

Vor dem Hintergrund von jährlich mehr als 1300 Unternehmensnachfolgen an der Spitze von kleinen und mittelständischen Betrieben in Schleswig-Holstein haben Landesregierung und Wirtschaft eine gemeinsame Offensive gestartet.

«Unsere bewährten und umfangreichen Unterstützungs-, Beratungs- und Finanzierungsangebote sind das eine – aber in erster Linie geht es uns darum, die Lust am Unternehmertum zu fördern», sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Julia Carstens der Deutschen Presse-Agentur. Andernfalls stehe die Existenz vieler kerngesunder Betriebe auf dem Spiel.

Die Landesregierung stellt dafür 350 000 Euro bereit. «Um dem Thema mehr Sichtbarkeit zu verleihen, werden wir im Herbst unter anderem eine Marketing-Kampagne starten», sagte Carstens. Die Initiative ziele vor allem auf Frauen ab. Sie seien in der Gründungsszene nach wie vor drastisch unterrepräsentiert.

Ein erstes Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaftsverbänden, Hochschulen und der schleswig-holsteinischen Gründungsszene hat es im Wirtschaftsministerium statt. Unter Berufung auf das Institut für Mittelstandsforschung berichtet das Ministerium von etwa 6700 Unternehmensübergaben im Norden bis 2026.

«Fast die Hälfte aller Übergaben werden im Bereich der unternehmensbezogenen Dienstleistungen, ein weiteres Viertel im Produzierenden Gewerbe erfolgen», sagte Carstens. Die höchste Anzahl an Übergaben gebe es bei Unternehmen, deren Umsatz zwischen einer halben und einer Million Euro betrage. Erschwerend komme hinzu, dass sich fast die Hälfte der Unternehmerinnen und Unternehmer ohne Nachfolge nicht auf das Thema Übergabe vorbereitet hätten.

Carstens will Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber für das Thema Nachfolge sensibilisieren. «Und wir werden mit unserer Kampagne potenzielle Nachfolgende auf die vielfältigen Hilfen aufmerksam machen und die Nachfolge zugleich als Alternative zur Neugründung bewerben.»

Günther und Madsen enttäuscht über Folgen des Ampel-Kompromisses für A 20

Der Kompromiss der Berliner Ampel-Koalition zur Infrastruktur-Beschleunigung ist aus Sicht von Ministerpräsident Daniel Günther und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen für die Straßenbau-Projekte im Norden enttäuschend. Auch wenn zu honorieren sei, dass sich die Regierung endlich geeinigt und hinsichtlich ihrer Klimaschutzziele zumindest eine Richtung vorgegeben habe, sei die Auswirkung für den Weiterbau der A 20 katastrophal, sagte Günther.

Im Gespräch mit Journalisten erklärte der Ministerpräsident weiter – Video starten…

Ministerpräsident Daniel Günther heute beim Presse-Doorstep in Kiel

Auch Verkehrsminister Madsen sagte: „Abgesehen davon, dass nicht einmal der Nord-Ostsee-Kanal und auch keine andere Wasserstraße auf der Liste beschleunigter Projekte auftaucht, bremst das Ergebnis vor allem den Weiterbau der A 20 massiv aus.“ Entgegen aller vollmundigen Bekundungen und Bekenntnisse von Bundesverkehrsminister Volker Wissing zu dem Projekt habe die Bundesregierung der Küstenautobahn am Ende doch kein „überragendes öffentliches Interesse“ attestiert.

Madsen bezeichnete die Entscheidungen als „Schlag ins Gesicht für die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Westküste“, ebenso für tausende Menschen, „die seit zwei Jahrzehnten unter dem Dauer-Stau in Bad Segeberg leiden“. Auch für die Transformation zum grünen Industrieland sei dies ein Rückschlag. Madsen erinnerte daran, dass Bundesverkehrsminister Volker Wissing die A 20 noch im Februar bei einem Besuch in Brunsbüttel als „ganz wichtige Autobahn“ bezeichnet hatte, die „dringend gebraucht“ werde. Nun habe es der FDP in den Verhandlungen am nötigen politischen Gewicht gefehlt, die halbfertige Ost-West-Magistrale beschleunigt voranzutreiben.

Dass Wissing das bittere Ergebnis für Schleswig-Holstein mit Verweis auf „Beschleunigungen im Naturschutzrecht“ und „schnellere Raumverträglichkeitsprüfungen“ sowie „Vereinfachungen bei Verwaltungsgerichtsver­fahren“ nun zu kaschieren versuche, sei grotesk. „Das könnte im besten Fall nur noch geringe Wirkungen auf den niedersächsischen Teil der A 20 haben“, sagte Madsen. Zudem zeige das Koalitionsergebnis einmal mehr, dass die Bundesregierung beim Thema Straßen-Infrastruktur nur auf den Westen und Süden ausgerichtet sei.

„Wir werden mit der DEGES die Planungen und den Bau der Autobahn trotz dieser Bremsklötze weiter vorantreiben“, versprach Madsen. Er gehe zudem fest davon aus, dass der Bund weiterhin zu seinen Finanzierungs-Zusagen für die A 20 stehen werde.

Licht sieht Madsen in dem Beschluss hingegen beim Thema Schienenverkehr – auch wenn die Frage nach einer auskömmlichen Ausstattung der Länder mit den dafür nötigen so genannten Regionalisierungsmitteln des Bundes immer noch unbeantwortet sei. Profitieren dürften nach Einschätzung des Ministers aber die Schienen-Hochleistungs-Korridore wie etwa Hamburg-Lübeck oder Hamburg-Büchen. Zudem berge der Beschluss Potenzial für eine beschleunigte Elektrifizierung von Bahnen und Bussen und beim Thema Digitalisierung.

Madsen trifft bei Brüssel-Reise des Kabinetts auf EU-Vizekabinettschefin Canenbley

Zweitägiges Arbeitstreffen samt auswärtiger Kabinettssitzung in Brüssel: Während Ministerpräsident Daniel Günther gestern EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen traf, sprachen Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen und Staatssekretärin Julia Carstens mit der Vize-Kabinettschefin von EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, Christiane Canenbley.

Ministerpräsident Günther, Wirtschaftsminister Madsen, Staatssekretär von der Heide und Justizministerin Kerstin von der Decken bei ihrem Besuch in Brüssel

«Auch hier drehte sich natürlich alles um das gewaltige US-Subventionsprogramm IRA und die europäische Antwort darauf», sagte Carstens. Madsen habe dabei einmal mehr deutlich gemacht, wie wichtig die geplante Ansiedlung einer Batteriefabrik durch den schwedischen Energiekonzern Northvolt in Heide sei. «Wir haben dabei vor allem die wirtschaftliche Entwicklung unserer Westküste geschildert», so Carstens.

Christiane Canenbley und Julia Carstens

Zuvor hatte Kommissionspräsidentin von der Leyen gegenüber Ministerpräsident Günther deutlich gemacht, dass die Europäische Union die Beihilferegelung modernisieren und den Rahmen auch ausweiten möchte. «Außerdem sollen grüne Technologien mehr gefördert werden – was wir natürlich sehr begrüßen», sagte Günther.  Gemeinsam mit Finanzministerin Monika Heinold habe er den Wunsch deutlich gemacht, die Beihilferegelungen noch stärker auf die Produktion von Batterien, Windkraftanlagen und Wasserstoff zu konzentrieren. Im Norden sei die Hoffnung groß, dass der Green Deal Industrial Plan der EU gelinge. Günther: «Wir brauchen die EU und die Kommission an unserer Seite, um den Subventionen der USA etwas entgegensetzen zu können. Einiges ist dazu schon in Bewegung und ich hoffe, dass wir mit dem Gespräch Weiteres erreichen konnten.»

Der schwedische Konzern Northvolt hat Heide (Kreis Dithmarschen) als europäischen Standort einer Batteriezellenfabrik für E-Autos erwählt. Doch mittlerweile locken die USA mit weit niedrigeren Strompreisen und höheren Subventionen. Damit könnte sich der Bau der Fabrik in Dithmarschen verzögern. Eine Entscheidung wird in absehbarer Zeit erwartet. Sollte Northvolt dort bauen, sind 3000 Arbeitsplätze und bis zu 4,5 Milliarden Euro an Investitionen absehbar.

An die EU-Wettbewerbsbehörde adressierte Wirtschaftsminister Madsen über Kabinetts-Vizechefin Canenbley noch ein weiteres Thema: Die Finanzierungsprobleme kleinerer Unternehmen bei wehrtechnischen Aufträgen.  Hintergrund: Mit ihren über 7.000 hochwertigen Arbeitsplätzen spielt die wehrtechnische Industrie für Schleswig-Holstein eine enorm wichtige Rolle. Oft scheitern Finanzierungen aber nach Angaben der Branche an den strikten EU-Nachhaltigkeitskriterien.

Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide nutzte die Brüssel-Reise unter anderem für Gespräche zum Thema Transport-Logistik und Klimaneutralität: «Eine wirklich durchschlagende Lösung dazu ist zwar noch nicht in Sicht – eber ein erster Schritt wird die Schaffung eines Wasserstoff-Korridors zwischen Schweden und Schleswig-Holstein sein.»

Madsen entspricht Wissings Bitte: Morgen kein Sonntags-Fahrverbot für Lkw im Norden

Wegen des bevorstehenden Großstreiks ab Montag soll es in Deutschland Ausnahmen vom Lkw-Sonntags-Fahrverbot geben. Mehrere Bundesländer – darunter Schleswig-Holstein – folgten der Bitte von Verkehrsminister Wissing und kündigten an, Lkws nicht zu kontrollieren. Wegen des von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Gewerkschaft ver.di angekündigten Warnstreiks hatte sich Bundesverkehrsminister Volker Wissing für eine Lockerung des sonntäglichen Fahrverbots ausgesprochen. Er appellierte an alle Beteiligten, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein und die Auswirkungen des Streiks so gering wie möglich zu halten.

Um die Lieferketten möglichst stabil zu halten und die Versorgung nicht zu gefährden, bat er die Länder, von Kontrollen des Sonntagsfahrverbots für Lkw abzusehen. Faktisch sprach er sich somit für eine einmalige Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lastwagen durch die Länder aus. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen sagte: «Wir unterstützen das gern, weil es die Versorgungs-Logistik entspannt.» Bereits am Freitag hatte der Bundesverband Güterverkehr und Logistik (BGL) gewarnt, dass es sonst zu Engpässen bei der Versorgung kommen könne.

Neben Schleswig-Holstein dulden auch Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz den Lkw-Verkehr am morgigen Sonntag und kündigten an, nicht zu kontrollieren. «Es geht darum, dass die mittelständischen Betriebe nach drei Jahren gefühlter Dauer-Krise durch die Streiks nicht noch weiter unter Druck geraten», sagte Madsen. Polizei und Bußgeldstellen in Schleswig-Holstein seien entsprechend informiert.