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136 Kehrbezirke für Schornsteinfeger neu vergeben: Glücksbringer zu Gast im Ministerium

Heinke Nottelmannn aus Lägerdorf und Dennis Stebner aus Tolk sind zwei der Schornsteinfeger-MeisterInnen, denen Staatssekretär Thilo Rohlfs heute stellvertretend für alle neuen Kehrbezirk-Inhaber gratulierte

Der Jahreswechsel beschert dem echten Norden über 100 neue und „alte“ Glücksbringer: Für 136 der 279 in Schleswig-Holstein registrierten Schornsteinfeger-Bezirke haben sich in den letzten Monaten 160 Meisterinnen und Meister ihres Fachs beworben. „Damit sind wir trotz Fachkräftemangel in der glücklichen Lage, dass – anders als in einigen anderen Bundesländern – kein Kehrbezirk unbesetzt bleibt“, freute sich heute Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs.

Stellvertretend für alle erfolgreichen Bewerberinnen und Bewerber gratulierte er im Wirtschaftsministerium Heinke Nottelmann aus Kaisborstel im Kreis Steinburg und Dennis Stebner aus Struxdorf (Kreis Schleswig-Flensburg). Während Nottelmann sich erfolgreich um ihren bisherigen Bezirk in Lägerdorf bei Itzehoe beworben hat, übernimmt der 36 Jahre alte Stebner erstmals den Kehrbezirk in Tolk bei Schleswig.

„Sie bringen den Menschen hoffentlich auch 2022 viel Glück, vor allem aber Sicherheit“, sagte Rohlfs. Denn über die gesetzlich vorgeschriebenen regelmäßigen Kontrollen würden die hoch qualifizierten Fachleute unter anderem dafür sorgen, dass Schornsteine, Abgasleitungen, Kaminöfen und Heizungs- oder Lüftungsanlagen einwandfrei funktionierten und kein lebensgefährliches Kohlenmonoxid in Wohn- oder Geschäftsräume eintrete. Kehrbezirke werden alle sieben Jahre neu vergeben. Bis zum Juni waren insgesamt 160 Bewerbungen um die 136 ausgeschriebenen Kehrbezirke beim Wirtschaftsministerium eingegangen. Die Auswahl erfolgte über ein Ranking nach Leistungen und Befähigungen. „Im Ergebnis konnten bis auf eine Ausnahme alle Wiederbewerber ihren Wunschbezirk behalten. Darüber hinaus bekommen zwölf Schornsteinfegermeisterinnen und -meister erstmals einen eigenen Bezirk“, so Rohlfs

Buchholz und Mobilfunk-Chefs: Fast überall im Land gibt’s mobiles schnelles Internet

Buchholz mit Vodafone-Sprecher Ebrecht bei der Pressekonferennz

Weniger Funklöcher und schnelles mobiles Internet auf 98 Prozent der Fläche: Der Mobilfunkausbau kommt in Schleswig-Holstein voran. Die Netzbetreiber investieren weiter – fordern aber auch von der Regierung mehr Tempo.

Wer in Schleswig-Holstein unterwegs ist, kann mittlerweile nahezu flächendeckend mit dem Smartphone schnelles Internet nutzen. Der Ausbau der Mobilfunknetze ist in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr deutlich vorangekommen. «Im Kampf gegen die Funklöcher war 2021 trotz Krisenmodus ein sehr gutes Jahr», sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute nach einem Treffen mit den Konzernspitzen von Telekom, Telefónica, Vodafone und 1&1 in Kiel.

Beim mobilen Internet beträgt die LTE-Verfügbarkeit (4G) hinsichtlich der Landesfläche über alle Anbieter gerechnet gut 98 Prozent, bei den Haushalten erreichen die Anbieter inzwischen mindestens 98,5 Prozent – ein Anstieg um knapp drei Prozentpunkte binnen des vergangenen Jahres. «Damit nehmen wir weiter die Spitzenposition unter den Flächenländern ein», sagte Buchholz.

Hier das gesamte Pressegespräch als Livestream-Mitschnitt – Video starten:

Trotz des Netzausbaus bleibt das Handy auf 1,7 Prozent der Landesfläche Schleswig-Holsteins aber weiter stumm. Nach Angaben des Breitband-Kompetenzzentrums gibt es noch etwa 185 weiße Flecken. Bei den meisten handele es sich um «Kleinst-Funklöcher», nur rund zwei Dutzend Bereiche ohne Netzabdeckung seien größer. Betroffen sind vor allem die Kreise Plön und Ostholstein sowie Bereiche direkt an Nord- und Ostsee. In Bosau (Kreis Ostholstein) soll künftig ein knapp 50 Meter hoher neuer Mast für rund 400 000 Euro eines der Funklöcher im Land stopfen. 

Rechnerisch beträgt die Haushaltsabdeckung aller Netzbetreiber im Land bei reiner Telefonie laut Ministerium mittlerweile mehr als 99,6 Prozent. Vor zwei Jahren hatte Buchholz nach einem Mobilfunk-Gipfel mit den Anbietern noch von mehr als 500 Funklöchern in Schleswig-Holstein gesprochen.

Vorangekommen ist auch der Ausbau des Mobilfunknetzes der fünften Generation. 5G gibt es demnach auf 68 Prozent der Landesfläche. «Aktuell können bereits mehr als 85 Prozent der Bevölkerung den neuesten Mobilfunkstandard in unserem Netz nutzen», sagte der Leiter des Mobilfunknetzes der Deutschen Telekom, Mathias Poeten. Nach Angaben von Vodafone-Sprecher Dirk Ebrecht sind bereits knapp die Hälfte der rund 750 Mobilfunkstandorte des Unternehmens im Norden mit 5G ausgerüstet. «Mehr als 180 Neubaustandorte sind in der Planung, das bedeutet einen Zuwachs von 25 Prozent unseres Mobilfunknetzes im Land.»

«Bis 2025 werden wir ganz Schleswig-Holstein mit 5G versorgen», sagte Valentina Daiber, Vorstand der Telefónica Deutschland Holding AG. Sie forderte die Landesregierung auf, Genehmigungsverfahren weiter beschleunigen. Diese dauerten im Schnitt acht bis neun Monate. Die Landesregierung will die Mobilfunkanbieter weiter mit der Bereitstellung öffentlicher Gebäude und Liegenschaften für Funkmasten, einheitlichen Mietbedingungen sowie mehr Tempo bei Genehmigungen unterstützen.

Verkehrsminister stellen Weichen für die nächsten Jahre – mit Folgen für den Norden

Die Tinte unter dem Berliner Koalitionsvertrag ist noch nicht trocken, doch schon gestern dominierten Inhalte davon die diesjährige Herbstkonferenz der Verkehrsminister. Die Themenpalette reichte von Fahranfängern bis hin zu einer überfälligen Strukturreform der Deutschen Bahn AG.

Für Verkehrsminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“ – Video starten…

Buchholz lobt Minister-Beschluss zur umfassenden Bahn-Strukturreform

Mehr als 25 Jahre nach der letzten großen Reform der Deutschen Bahn besteht aus Sicht der Länder wieder akuter Handlungsbedarf. Wie Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz am Rande der Herbst-Konferenz der Länder-Verkehrsminister sagte, sei das riesige Potenzial der Schiene in Deutschland bei Weitem immer noch nicht ausgeschöpft und etliche Ziele der damaligen Bahnreform nicht annähernd erreicht worden.

Er sei darum froh über einen heute einstimmig gefassten Beschluss der Ministerkonferenz, so Buchholz auf der Pressekonferenz – er sagte weiter – Video starten…

Das in den letzten Jahren beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur angesiedelte Zukunftsbündnis Schiene sei zwar ein positiver Schritt zur Stärkung des Bahnverkehrs in Deutschland gewesen. Die Arbeit dort habe allerdings auch offenbart, dass ein weiterer Quantensprung nicht zu schaffen ist, wenn insbesondere die Hinterfragung der Effizienz von Strukturen im Bereich des integrierten Konzerns Deutsche Bahn AG außen vor bleibe.

Die Länder, so heißt es in dem heute gefassten Beschluss, seien daher die Überzeugung, dass es „höchste Eisenbahn“ sei, intensiv eine neue Bahnreform zu beleuchten und sie auch anzustoßen. Mit diesem Papier sollen die Notwendigkeit einer solchen nächsten Bahnstrukturreform sowie entsprechende Ansatzpunkte und Fragestellungen dargestellt werden. Der Beginn einer neuen Legislaturperiode auf Bundesebene biete in Verbindung mit der weltweiten Herausforderung des Klimaschutzes hierzu eine außerordentliche Gelegenheit. Grundlegendes Ziel der Ländervorschläge sei daher, die Wachstumsdynamik beim Bahnverkehr zu stärken.

Das gesamte Papier befindet sich hier:

Buchholz: Verlängerte Probezeit für Fahranfänger schafft mehr Sicherheit

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz hat sich für eine abgestufte Verlängerung der Probezeit für Fahranfänger sowie eine Herabsetzung des Eintrittsalters für Begleitetes Fahren von derzeit 17 auf 16 Jahre ausgesprochen. «Die Unfall-Statistiken zeigen einerseits, dass in der Gruppe der Anfängerinnen und Anfänger überdurchschnittlich oft an Unfällen beteiligt ist. Andererseits hat sich das Modell des Begleiteten Fahrens bewährt und zu einer signifikanten Erhöhung der Verkehrssicherheit beigetragen», sagte Buchholz heute nach der Herbst-Konferenz der Verkehrsminister. Auch die Konferenzteilnehmer hatten sich zuvor offen gezeigt, die Probezeit für Fahr-Anfänger von zwei auf drei Jahre heraufzusetzen.

Buchholz sagte nach der heutigen Ministerkonferenz – Audio starten, Pfeil klicken

Wie Buchholz weiter sagte, solle bei der verlängerten Probezeit allerdings die Möglichkeit geschaffen werden, sie durch spezielle Trainings-Einheiten wie Feedback-Fahrten oder andere „edukative Maßnahmen“ zu verkürzen. „Wer sich beispielsweise vier Monate nach bestandener Fahrprüfung freiwillig zwei Testfahrten von 90 Minuten unterzieht, kann die Probezeit auf die bislang bestehende Frist von zwei Jahren verkürzen. Das ist ein Ansporn und ein Plus an Sicherheit zugleich“, sagte Buchholz. Entsprechende Pläne finden sich sich auch Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung.

Mit Blick auf das begleitete Fahren erinnerte Buchholz daran, dass sich Schleswig-Holstein bereits seit Jahren für ein Eintrittsalter von 16 Jahren einsetzt. „Ich bin zuversichtlich, dass dies einen ebenso positiven Effekt haben dürfte, wie die Einführung des Begleiteten Fahrens mit 17. Alle bisherigen Teilnehmer verursachten deutlich weniger Unfälle und Unfalldelikte als andere Führerscheinabsolventen“, so Buchholz.  Problematisch sei allerdings die derzeitige Rechtslage, nach der eine solche Absenkung des Mindestalters nicht mit den Bestimmungen des europäischen Führerscheinrechts vereinbar ist. Zunächst müsse deshalb , eine europarechtliche Ermächtigungsgrundlage geschaffen werden.

3G-Kontrollen im ÖPNV: Von 6.000 Stichproben waren 96 Prozent einwandfrei

NAH.SH – Kontrolle G3 Regeln in Bus und Bahn

In Bahnen und Bussen gilt seit fast drei Wochen die 3G-Regel. Das bedeutet, dass Fahrgäste geimpft, genesen oder getestet sein müssen – andernfalls ist die Mitfahrt nicht möglich. Wie Verkehrsminister Bernd Buchholz heute in Kiel sagte, lägen von den Verkehrsunternehmen bisher Daten von rund 6.000 Kontrollen vor, die am Mittwoch landesweit stattgefunden hatten. „Dabei konnten  rund vier Prozent der Kontrollierten keinen gültigen 3G-Nachweis vorlegen und durften nicht weiterfahren“, so Buchholz. Er sei angesichts der neu eingeführten Regel mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. „Gleichwohl möchte ich nochmal an alle ÖPNV-Gäste appellieren, die Vorgaben zur Sicherheit aller ernst zu nehmen und die entsprechenden Nachweise stets dabei zu haben“, so Buchholz.

Die Verkehrsunternehmen kontrollieren mit Unterstützung der Landespolizei regelmäßig und stichprobenhaft die Einhaltung der Regeln. Zu bestimmten Zeiten wird es laut Buchholz auch künftig in den Regionen, bei den Verkehrsunternehmen und auf den einzelnen Linien Schwerpunktkontrollen geben.

NAH.SH-Geschäftsführer Dr. Arne Beck sagte: „Bahn und Bus sind mit Maske und 3G sicher. Die Verkehrsunternehmen zeigen mit den Kontrollen, dass sie ihre Verantwortung ernst nehmen. Wir brauchen für zusätzliche Kontrollen aber auch die Unterstützung des Landes. Ich bin deshalb der Landesregierung sehr dankbar, dass sie grundsätzlich beschlossen hat, dass die Landespolizei Kontrollen unterstützen soll.“

Land holt sich Rückendeckung für Vorplanungen des Schienen-Ausbaus auf Sylt

Blick aus dem Autozug vor Morsum auf Sylt

Breite Rückendeckung der Politik für den zweigleisigen Ausbau der Marschbahn auf Sylt. Wie Wirtschafts- und Verkehrsstaatssekretär Thilo Rohlfs heute im Wirtschaftsausschuss des Landtags sagte, wolle das  Land für die Planungskosten des Sechs-Kilometer-Abschnitts zwischen Tinnum und Morsum in Vorleistung gehen, um das Verfahren zu beschleunigen. Er gehe davon aus, dass der Finanzausschuss des Landes morgen die dafür nötigen 3,3 Millionen Euro bereitstellen werde, so Rohlfs.  Auch der sh:z berichtet dazu hier

Wie der FDP-Politiker weiter sagte, gehe es vor allem darum, Zeit zu sparen. So habe sich der im Bundesverkehrswegeplan festgeschriebene Ausbau zwischen Niebüll und Klanxbüll als nicht ausreichend erwiesen. Deshalb solle auch auf der Insel selbst der Ausbau angepackt werden.

 «Mit einem Abschluss der Planungen ist frühestens Mitte 2022 zu rechnen», so Rohlfs. Ziel sei es, dass die DB Netz sofort mit den Planungen beginnen könne und nicht auf den Beschluss aus Berlin warten müsse.

Rohlfs sagte im Wirtschaftsausschuss weiter – Video starten…

Das Geld solle aus den Regionalbudgets des Landes kommen. Ein Problem dabei: Sollte der Ausbau zwischen Tinnum und Morsum doch nicht in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden, bleibt das Land auf den Kosten sitzen. Diese Gefahr sei allerdings zu vernachlässigen. „Wir sehen die Gefahr nicht, da es entsprechende Signale aus Berlin gibt, den Ausbau in den Plan aufzunehmen“, so Rohlfs.

Vorgesehen ist, dass die DB Netz die Landesmittel zurückzahlt, sobald das Geld vom Bund fließt. Wenn alles so läuft, würde das Land die 3,3 Millionen ohne Verluste zurückerhalten und die Planungen für den zweigleisigen Ausbau sind zu diesem Zeitpunkt schon deutlich weiter als wenn man auf Berlin gewartet hätte.

Rohlfs: Industrie kommt wieder vor den Wind – fast 10 Prozent mehr Umsatz als 2020

Der Schiffbau in Schleswig-Holstein war und ist eines der Zugpferde des Industrie-Umsatzes

Die größeren Industriebetriebe in Schleswig-Holstein haben in den ersten drei Quartalen ihren Umsatz im Vorjahresvergleich um 9,8 Prozent auf 25,2 Milliarden Euro gesteigert. Wie das Statistikamt heute berichtete, wuchs der Umsatz gegenüber den ersten neun Monaten im Vor-Corona-Jahr 2019 um 2,3 Prozent. Die positive Entwicklung sei besonders dem Inlandsabsatz und dem Geschäft innerhalb des Euroraums zuzurechnen. Die Exportquote sank leicht von 41 auf 40 Prozent.

Das deutlichste Umsatzplus gab es im Fahrzeugbau. Die Statistik erfasst Betriebe des verarbeitenden Gewerbes sowie des Bergbaus und der Gewinnung von Steinen und Erden mit mindestens 50 Beschäftigten. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres waren dies 542 Betriebe.

Schleswig-Holsteins Wirtschafts-Staatssekretär Thilo Rohlfs zeigte sich mit den Werten zufrieden: «Die Zahlen spiegeln einen weiteren robusten Auftritt der Industrie im echten Norden wider.» Im Vergleich der Bundesländer und der Zahlen des letzten Jahres liege Schleswig-Holstein allerdings mit 9,8 Prozent zu 12,2 Prozent auf Bundesebene im hinteren Mittelfeld. Das, so Rohlfs, sei allerdings in erster Linie ein so genannter Basiseffekt, weil die Industriebetriebe bei uns besser durch die Krise gekommen sind und daher deutlich weniger aufzuholen haben als in anderen Ländern.

nordbahn fährt ab 2023 im Akkunetz-Nord, Rohlfs: Ein Stück Energiewende auf der Schiene

nordbahn-Zug des Typs Stadler Flirt3 am Bahnsteig in Hamburg-Altona.

Letzter Zuschlag im Vergabeverfahren im künftigen Akkunetz in Schleswig-Holstein: Das Land hat jetzt die NBE nordbahn Eisenbahngesellschaft mbH & Co. KG ab Dezember 2023 mit dem Betrieb auf den Strecken im Akkunetz Nord betraut: Kiel – Husum, Husum – Bad St. Peter Ording, Kiel – Flensburg.

Das Teilnetz Ost-West ging bereits im Sommer an die nordbahn, das Teilnetz Ost ging an die Osthannoversche Eisenbahnen Aktiengesellschaft (OHE). Der Zuschlag für das Teilnetz Nord hatte sich verzögert, weil hierzu zunächst eine Entscheidung des OLG Schleswig zur Vergabe abgewartet werden musste. Ursprünglich wollte das Land das Bahnunternehmen RDC mit dem Verkehr beauftragen, das OLG lehnte das aber aus formalen Gründen ab. DB Regio hatte das OLG angerufen.

Mit diesem Zuschlag werden die insgesamt vier Vergabeverfahren zum Einsatz von Akkutriebzügen erfolgreich abgeschlossen. Das Land hat als erster deutscher Aufgabenträger in großem Umfang technologieoffen Schienenfahrzeuge mit innovativer Antriebsform ausgeschrieben. Mit den Akkutriebzügen können auf den zahlreichen Bahnstrecken ohne Oberleitung jedes Jahr ca. 10 Mio. Liter Diesel eingespart und jährlich ca. 26.000 Tonnen CO2 vermieden werden.

Verkehrsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs: „Ich freue mich, dass die Vergabe des Akkunetzes jetzt abgeschlossen ist. Mit der nordbahn bekommen wir im Akkunetz Nord ein Bahnunternehmen, das seit langem erfolgreich im echten Norden unterwegs ist. Das Akkunetz zeigt, wie auch ohne langwierigen Oberleitungsbau Bahnlinien elektrifiziert werden können und wie die Energiewende ganz praktisch wird. Schleswig-Holstein ist auch hier viel beachteter Vorreiter.“

Der Hintergrund zum Vergabeverfahren:

Vor dreieinhalb Jahren hat das Land Schleswig-Holstein das Vergabeverfahren „SH-XMU“ mit dem Ziel gestartet, möglichst emissionsfreie Fahrzeuge für den Schienenverkehr zu beschaffen und gleichzeitig die Wettbewerbssituation bei Fahrzeugen und Verkehrsleistung zu verbessern.

Das Verfahren gliedert sich in vier Vergaben.

In der Vergabe SH-XMU I war die Stadler Pankow GmbH am 1. Juli 2019 als Entwickler, Hersteller und Lieferant der 55 Züge ausgewählt worden. Stadler wird außerdem für 30 Jahre für die Instandsetzung der Züge verantwortlich sein. Die Fahrzeuge für den Betrieb werden den künftigen Verkehrsunternehmen damit gestellt. Auch für die Instandhaltung sind sie nicht verantwortlich. Das übernimmt Stadler mit einem neuen Instandhaltungswerk, das in Rendsburg gebaut wird. Mit der Umstellung der Verkehrsverträge auf das Bruttoprinzip geben die Verkehrsunternehmen außerdem erstmalig die Erlösverantwortung an das Land ab. Die neuen Betreiber sind dabei auch vertraglich verpflichtet, das Personal der bisherigen Betreiber zu den bisherigen Konditionen zu übernehmen.

Das Land hat nach erfolgreicher zweiter Ausschreibung (Vergabe SH-XMU II) die Paribus Holding GmbH & Co KG beauftragt, die Züge zu kaufen und anschließend für 30 Jahre an die vom Land auszuwählenden Eisenbahnverkehrsunternehmen zu vermieten. Das Hamburger Unternehmen wird damit die erste große Beschaffung von modernen Batterietriebzügen in Deutschland sowie in der EU finanzieren. Dazu nimmt Paribus eine vom Land gewährte Kapitaldienstgarantie in Anspruch und kann so eine günstige Finanzierung sicherstellen. Paribus wird zusätzlich die Bauphase technisch begleiten.

Um eventuellen Anfangsschwierigkeiten bei der neuen Antriebstechnologie zu begegnen und eine reibungslose Einführung der neuen Akkutriebzüge zu erleichtern, soll der Fahrzeughersteller Stadler ab November 2022 zunächst eine Vorserie von fünf Triebzügen ausliefern. Die restlichen Triebzüge sollen dann ab Mai 2023 bis Mitte 2024 sukzessive in Betrieb genommen werden.

Für die Übergangszeit von Dezember 2022 bis Dezember 2024 hat das Land nach einer weiteren Teil-Ausschreibung (Vergabe SH-XMU III) DB Regio beauftragt, eine Transferflotte bereitzustellen. Diese umfasst 22 Dieseltriebzüge des Typs Coradia Lint 41 von Alstom für den Betrieb und bis zu vier weitere als Werkstattreserve. Die Fahrzeuge, die bereits heute in den Netzen Ost und Nord eingesetzt werden, sollen in Kiel instandgehalten werden.

Mehr zum Akkunetz gibt es unter: akkuzug.nah.sh

Land verlängert eigene Corona-Hilfsprogramme bis Ende März 2022

Parallel zu den Corona-Bundeshilfen wird Schleswig-Holstein seine eigenen Darlehens- und Beteiligungsprogramme für Unternehmen bis Ende März 2022 verlängern. Wie Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute der Deutschen-Presse-Agentur sagte, erzwinge dies die derzeitige Situation vieler Betriebe. «Durch die jüngsten Beschlüsse auf Bundesebene bricht vielen Firmen ein Großteil ihres Weihnachts- und Wintergeschäfts weg. Wir werden darum weiter mit unserem Mittelstandssicherungsfonds, zwei Härtefallfonds, einem Sonderbeteiligungsprogramm sowie einem speziellen Programm für gemeinnützige Unternehmen gegensteuern», sagte Buchholz. Zugleich erinnerte er mit Blick auf die besonders hart betroffene Gastronomie daran, dass nicht erst behördliche Schließungsverfügungen einen Anspruch auf Hilfsprogramme auslösen: «Dafür reicht ein coronabedingter, 30-prozentiger Umsatzrückgang zum Referenzzeitraum 2019.»

Zur Entscheidung des Landes, die kommende Woche auch den Finanzausschuss beschäftigen wird, sagte Buchholz weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Als erste Reaktion zur Milderung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die rund 212.000 kleinen und mittleren Betriebe in Schleswig-Holstein hatte die Landesregierung im März letzten Jahres den mit 300 Millionen Euro ausgestatteten Mittelstandssicherungsfonds für das Hotel- und Gaststättengewerbe eingerichtet. Angesichts der 2020 anhaltenden Einschränkungen wurde der Fonds um einen Härtefallfonds für Darlehen sowie einen Härtefallfonds für Beteiligungen eingerichtet. «Beide Fonds standen und stehen allen von der Pandemie betroffenen Unternehmen offen. Außerdem haben wir gemeinsam mit dem Bund 40 Millionen Euro für stille oder offene Beteiligungen an notleidenden Betrieben bereit gestellt, um so ihre Eigenkapitalbasis zu stärken», so Buchholz. Im September letzten Jahres sei noch das Sonder-Darlehensprogramm für gemeinnützige Organisationen mit einem aktuellen Volumen von 15 Millionen Euro hinzugekommen.

Dass neben den reinen Zuschuss-Programmen des Bundes auch die Landes-Darlehen und Beteiligungen ein wirksames Mittel zur Krisenbewältigung sind, belegen für Buchholz die Zahlen: «Seit April 2020 haben wir aus unseren Landesprogrammen Darlehen- und Beteiligungen von rund 215 Mio. Euro an knapp 1.500 schleswig-holsteinische Unternehmen ausgekehrt», so der Minister. Insgesamt stünden aktuell noch 60 Millionen Euro zur Verfügung. Die Hilfen müssen über die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG) oder die Bürgschaftsbank des Landes beantragt werden.

Seit Ausbruch der Pandemie haben notleidende Betriebe in Schleswig-Holstein rund 1,85 Milliarden Euro an Bundes-Zuschüssen und über 300 Millionen Euro an Landeshilfen erhalten.