Bald unter dem Dach von Pella Sietas wieder unter vollen Segeln? Die Kurzarbeit bei der Flensburger Schiffbaugesellschaft ist vorerst vorbei, teilte das Unternehmen heute mit
Hoffnung an der Förde, Hektik an der Elbe: Seit Wochen verhandelt die Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) mit der deutsch-russischen Werft Pella Sietas über eine mögliche Komplett-Übernahme. Erst vor wenigen Tagen bereinigte das FSG-Management sein Auftragsbuch um einen verlustreichen irischen Fähr-Auftrag. Heute nun kündigte die FSG an, ihre gesamte Belegschaft aus der Kurzarbeit zurückzuholen. «Aktuell müssen Angebote kalkuliert und geschrieben sowie das Werftgelände generalüberholt werden», teilte ein Sprecher mit. «Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein hoffnungsvolles Signal», sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz.
Denn: Sollte der bisherige Plan von FSG-Eigner Lars Windhorst und seinem Geschäftsführer aufgehen, würde Flensburg und nicht Hamburg der künftige Standort des neuen Werften-Verbunds werden. Hintergrund: Die Hamburger Werft, die in Neuenfelde wegen des Hafenschlicks seit Jahren massive Probleme hat, ihre Neubauten und Reparatur-Aufträge durch die enge Este-Mündung zu bugsieren, hätte an der Flensburger Förde für nahezu jeden Tiefgang freie Fahrt.
In Hamburg sorgen die Meldungen unterdessen für Nervosität. Wie das «Hamburger Abendblatt“ heute berichtet, hat Wirtschaftssenator Michael Westhagemann eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel eingerichtet, Pella Sietas an der Elbe zu halten – gegebenenfalls unter dem Dach von Blohm und Voß. «Wir werden alles dafür zu tun, möglichst viele Arbeitsplätze in Hamburg zu erhalten», sagte Westhagemann der Zeitung.
Nach lähmenden Wochen des Corona-Stillstands geht – auch wenn die Pandemie noch lange nicht überwunden ist – ein gefühlt sanfter Ruck durchs Land. Ablesbar in dieser Woche auch am Terminkalender von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz. Der Tourismus zieht wieder so kräftig an, dass der Wirtschafts-Ausschuss des Landtags sich mit dem Thema „Strand-APP“ für den Sommer befassen musste. Zudem feierte der bundesweit erste von Diesel auf Elektroantrieb umgerüstete ÖPNV-Bus seine Premiere in Kiel. Und: Auch beim Thema Wasserstoff geht’s voran. Eine echte Technologie-Woche für Buchholz – Video starten
Buchholz und der Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH), Torsten Conradt bei der Freigabe der A 1 Höhe Sereetz
Weitere Etappe bei der Sanierung des Straßennetzes im echten Norden: Nach vier Jahren Bauzeit haben Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und LBV.SH-Direktor Torsten Conradt heute in Sereetz im Kreis Ostholstein den sanierten Abschnitt der Autobahn A 1 zwischen Sereetz und Bad Schwartau wieder für den Verkehr freigegeben. „Das entlastet Tausende von Pendlern und unsere Logistik-Wirtschaft“, freute sich Buchholz zusammen mit dem örtlichen CDU-Bundestagsabgeordneten Ingo Gädichens und dankte sowohl dem LBV.SH als auch der Firma Bunte für die reibungslose Abwicklung der Sanierung.
Es seien nicht nur die stark frequentierten Autobahnabschnitte der A 1 und A 226 sowie die beiden Anschlussstellen Bad Schwartau und Sereetz wieder auf Vordermann gebracht worden, sagte Buchholz, sondern auch 13 Brücken und mehrere Kilometer Lärmschutzwände. „Insofern sind die über 72 Millionen Euro des Bundes in Schleswig-Holstein gut angelegt – für unsere Bürgerinnen und Bürger, unsere Gäste und die Wirtschaft.“
Weit mehr als 63.000 Fahrzeuge sind täglich zwischen Anschlussstelle und Autobahndreieck Bad Schwartau auf der A 1 unterwegs. Der Autobahnabschnitt war seit 2016 immer wieder im Bau. Das gesamte Bauvorhaben erstreckte sich auf eine Länge von rund fünf Kilometern auf der A 1 und 1,5 Kilometern auf der A 226. „Wir sind sehr froh darüber, diesen wichtigen Abschnitt trotz Corona und Autobahnreform gut im Plan fertiggestellt zu haben und damit den Menschen in der Region ein großes Stück Entlastung zu verschaffen“, sagte Torsten Conradt.
Das Bauprojekt beschäftigte Land und Bund bereits seit Jahrzehnten. Viele Faktoren führten zu Verzögerungen, unter anderem die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben für den Verkehrslärmschutz. Im sanierten Baubereich sorgen rund sieben Kilometer erneuerte und neue Lärmschutzwände sowie sogenannter Flüsterasphalt (offenporiger Asphalt) für ein ruhigeres Fahren beziehungsweise geringere Lärmbelästigung der Wohngebiete.
Vor Jahren nach einer Insolvenz von russischen Investoren übernommen: Die „Sietas-Werft“ in Hamburg-Neuenfelde, die heute unter Pella-Sietas firmiert
Die Pella Sietas Gruppe verhandelt mit den Eigentümern der insolventen Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) über einen möglichen Kauf der Werft. Die Gespräche seien aber noch lange nicht abgeschlossen, teilte die FSG heute in Flensburg mit. Ob sie erfolgreich sein werden, hänge von vielen Faktoren ab, ebenso wie die weitere Entwicklung für die rund 650 festen Arbeitsplätze auf der Werft.
Die FSG hatte im April einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Flensburg gestellt. Die Produktion stand wegen der Corona-Pandemie monatelang still, die Mitarbeiter waren in Kurzarbeit. Nun soll die Produktion wieder aufgenommen werden. Doch die Schwierigkeiten begannen weit vor Corona; die Werft arbeitete wohl nicht kostendeckend und wurde im vergangenen Jahr von Investor Lars Windhorst übernommen.
Pella Sietas gehört zur russischen Werftengruppe Pella aus St. Petersburg, die 2014 die traditionsreiche Sietas-Werft ebenfalls aus einer Insolvenz übernommen hatte und dort heute Spezialschiffe herstellt und abgasreinigende Scrubber einbaut. An dem Standort sind gegenwärtig 350 Mitarbeiter beschäftigt.
Die IG Metall Küste forderte eine Perspektive für die Beschäftigten an beiden Standorten. «Mit dem möglichen neuen Eigentümer ist für die FSG die Chance verbunden, aus der Insolvenz herauszukommen und den Standort zu sichern», sagte Bezirksleiter Daniel Friedrich. «Für uns ist aber auch klar: Der geplante Kauf der Werft in Flensburg darf nicht das Aus für Pella Sietas in Hamburg bedeuten.» Er forderte ein Zukunftskonzept, um die Arbeitsplätze im Schiffbau langfristig in Hamburg zu sichern. Wegen der Verschlickung der Zufahrt müsse dabei auch über einen neuen Standort nachgedacht werden.
v.l.: TRASER-Geschäftsführer Hauke Lamb mit Minister Buchholz, Geschäftsführer Torben Weber und DiWiSH-Projektleiter Johannes Ripken
Die Corona-Krise hat nicht nur das zuweilen verpönte „Homeoffice“ salonfähig gemacht, sondern Gewicht und gesellschaftlichen Nutzen einer ganzen Branche wie durch ein Brennglas fokussiert: „Ohne die Digitalwirtschaft im Land hätten wir vom Lockdown zweifellos noch größere Wunden davontragen müssen, als wir nun ohnehin schon schultern müssen“, sagte Wirtschafts- und Technologieminister Dr. Bernd Buchholz heute anlässlich einer Reihe von Unternehmensbesuchen in Kiel.
Besonders erfreut zeigte sich der Minister nach den Gesprächen mit Geschäftsleitungen und Belegschaftsmitgliedern, dass auch die meisten Unternehmen selbst ohne größere Blessuren durch die bisherige Krise gekommen seien. So habe das in Kiel-Friedrichsort vor sechs Jahren als Startup gegründete und auf Software für Land- und Baumaschinenhändler spezialisierte Unternehmen „TRASER Software GmbH“ vor wenigen Tagen den größten Auftrag seiner jungen Firmengeschichte an Land gezogen. „Das ist großartig für das Unternehmen und seine mittlerweile 63 Beschäftigten. Und es ist großartig für die gesamte Branche, denn es zeigt, dass Schleswig-Holstein auf diesem Spielfeld europaweit längst kein Nobody mehr ist“, sagte Buchholz.
Weiter sagte Buchholz – Audio starten, Pfeil klicken
Nach seinem Besuch bei Traser sagte der Minister (Audio starten – Pfeil klicken)
Nach den Worten der TRASER-Geschäftsführer Torben Weber und Hauke Lamb habe ein Schweizer Agrar-Konzern für 1,5 Millionen Euro Software bestellt, die nun in allen 13 Standorten in der Schweiz und Frankreich implementiert werden soll. „Damit haben wir nicht nur Rückenwind, um weiter der Corona-Krise zu trotzen, sondern auch unsere Präsenz im europäischen Markt ein weiteres Stück gefestigt“, so Torben Weber.
Neben TRASER besuchte Buchholz heute auch die „ppi media GmbH“. Die Printbranche sei einer der ersten Wirtschaftsbereiche gewesen, der von der digitalen Transformation mit voller Wucht erfasst wurde. „Und ich konnte mich überzeugen, dass die ,ppi media‘ mit ihren Produkten ein relevanter und weltweit tätiger Treiber für diesen Prozess ist – sowohl bei der Planung als auch bei der Erstellung von Zeitungen und anderen Druckerzeugnissen“, sagte der Minister
Buchholz mit den ppi-Media-Chefs Manuel Scheyda (vorn) und Hauke Berndt
Letzte Station der Digital-Tour war eine Stippvisite bei der Kieler Firma UXMA, die Buchholz bereits im vergangenen Jahr bei einer Delegationsreise ins Silicon Valley in San Francisco begleitet hatte. Die UXMA agiert als Entwicklungspartner sowohl für globale Großunternehmen als auch regionale Mittelständler. Zum Kundenstamm zählen unter anderem namhafte Unternehmen wie der Medizintechnik-Konzern Dräger, der Landmaschinen-Hersteller CLAAS, der Maschinenproduzent Oerlikon oder BSH Hausgeräte.
UXMA-Geschäftsführer Eckhard Anders erläutert dem Minister die Handlungsfelder seiner Firma
„Die inhaltliche Bandbreite der Projekte reicht dabei von der Umsetzung zukunftsweisender Sicherheitstechnik über die strategische Steuerung landwirtschaftlicher Betriebe bis hin zur Entwicklung einer globalen Smart-Home Anwendung“, so Buchholz. Dabei sei UXMA mit so viel Innovationskraft versehen, dass die Firma zweifellos das Prädikat „Leuchtturm der Digitalwirtschaft Schleswig-Holsteins“ verdiene.
Dr. Johannes Ripken, Projektleiter vom DiWiSH Clustermanagement, zeigte sich sehr zufrieden mit der Reise zu den Leuchttürmen der digitalen Wirtschaft im echten Norden. „Heute, auf der letzten Station in Kiel, haben wir noch einmal drei Innovationstreiber besucht, die durch ihren unternehmerischen Mut und herausragende innovative Ideen für eine große Strahlkraft über das Land hinaus sorgen.“
Jan Philipp Albrecht, Marten Jensen von Greentec und Bernd Buchholz vor ihrer Probefahrt
Deutschland-Premiere für einen weiteren Baustein der ökologischen Verkehrswende im echten Norden: Ab Ende des Monats rollt rund um Niebüll der bundesweit erste ÖPNV-Elektrobus. Das von den Firmen GreenTEC im nordfriesischen Enge Sande und der „I SEE Electric Busses GmbH“ umgerüstete Fahrzeug gehört der DB-Tochter Autokraft. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz und Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht ließen es sich nicht nehmen, heute schon mal eine kleine Probefahrt mit dem fast lautlosen Linienbus durch Kiel zu unternehmen. Das rund 800.000 Euro teure Gesamtprojekt wurde mit knapp 440.000 Euro vom Land unterstützt.
Wirtschafts- und Verkehrsminister Buchholz zeigte sich begeistert. Er sagte (Audio starten – Pfeil klicken)
Verkehrsminister Bernd Buchholz zum ersten elektrisch betriebenen ÖPNV-Bus in Schleswig-Holstein
Der umgerüstete Linienbus des Modells MAN Lions City wird laut Autokraft auf verschiedenen Linien in Niebüll unterwegs sein und kann rund 200 bis 250 Kilometer ohne Zwischenladung zurücklegen. Aufgetankt wird in der Nacht auf dem Betriebshof der Autokraft in Niebüll. Für die Umrüstung wurden Motor, Antriebsstrang, Tank und Getriebe ausgebaut sowie Achse, Batteriepacks, Nebenaggregate und Steuergeräte eingebaut.
Erprobt und intelligent mit Wind- und Solarenergie beladen, wurde der Bus auf dem Testgelände des GreenTEC Campus in Enge-Sande getestet, wo das Projekt erfolgreich vom Technologie- und Innovationsberatungsunternehmen EurA AG mit der Niederlassung aus Enge-Sande geleitet wurde. Das Projekt begann im Oktober 2018 und wurde im Dezember 2019 erfolgreich abgeschlossen. GreenTEC-Chef Marten Jensen erinnerte bei dem heutigen Ortstermin in Kiel an das gewaltige Potenzial der Windkraft für den Verkehrssektor: «Allein eine einzige Umdrehung einer Windkraftanlage liefert elektrische Energie für zehn Kilometer Bus-Betrieb.»
Umweltminister Albrecht sagte: «Was wir hier erleben, ist die Umrüstung auf die Zukunft. Aus Verbrenner wird E-Antrieb, betrieben mit Erneuerbarer Energie. Damit kann ein sehr wichtiger Beitrag für den Klimaschutz geleistet werden.» Und Frank Klingenhöfer, Vorstand DB Regio Bus ergänzte: „Die Förderung nachhaltiger Elektromobilität auf unseren Straßen ist gefragter denn je und ist für uns von großer Bedeutung. Für uns als ÖPNV-Betreiber stellt die Umrüstung vorhandener ÖPNV-Dieselbusse eine ressourcenschonende, nachhaltige, kostengünstige und sehr schnell verfügbare Ergänzung zur Neubestellung von E-Bussen dar. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag Sauberer Bus zur DB-Strategie Starke Schiene“.
Zur Vermeidung größerer Menschenansammlungen in Ferienorten oder überfüllter Strände setzt Schleswig-Holsteins Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) weiter auf digitale Lösungen. Eine Strand-App werde für Kommunen an Nord- und Ostsee aber keine Pflicht, sagte Buchholz heute im Wirtschaftsausschuss des Landtags. In einigen Bereichen sei eine Nutzung nicht sinnvoll. «St. Peter-Ording braucht keine Strand-Zugangs-App oder ein Ticketsystem.»
«Aber es ist für einige schlau, darüber nachzudenken, wie man vielleicht vermeidet, dass Leute, die in Hamburg oder dem Süden des Landes losfahren, nicht unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren müssen, weil sie in bestimmte Orte, weil sie zu voll sind, nicht reingelassen werden», so der Minister. Die Landesregierung wolle die Entwicklung der Strand-App finanziell unterstützen.
Im heutigen Wirtschaftsausschuss sagte Buchholz zur Lage des Tourismus weiter (Audio starten – Pfeil klicken)
Die an der Ostsee gelegene Gemeinde Scharbeutz (Kreis Ostholstein) arbeitet an einer digitalen Strand-Anwendung. Interesse gibt es nach Angaben der Geschäftsführerin des Tourismusverbands, Catrin Homp, auch von der Gemeinde Timmendorfer Strand.
Zum Thema Entwicklung einer Digital-Lösung für Strandbesucher sagten Homp und Tourismusminister Buchholz im Ausschuss weiter:
TV.SH-Chefin Catrin Homp und Minister Buchholz standen heute den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses Rede und Antwort
Nach Angaben der Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, Bettina Bunge, soll sich die von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ins Spiel gebrachte Strand-App ausschließlich an Tagesgäste richten. Sie spiegele die speziellen Bedürfnisse der Tourismusbranche in der Lübecker Bucht mit ihren beliebten Orten Scharbeutz oder Haffkrug wider: «Der Strand dort ist schmal, das Aufkommen an Tagestouristen groß.»
Lange angekündigt, immer wieder verschoben, nun liegt sie auf dem Tisch: Laut „Handelsblatt“ und „Flensburger Tageblatt“ (Mittwochausgabe) hat die Bundesregierung jetzt letzten Schliff an ihre bereits vor einem Jahr avisierte Nationale Wasserstoffstrategie gelegt. Dreh- und Angelpunkt des Papiers von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist für Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz vor allem die Befreiung der Wasserstoff-Produktion mittels Strom aus erneuerbaren Energien von der Umlage nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG). Allerdings stört sich Buchholz an der vagen Formulierung in der Bundes-Strategie, wonach man das Aus für die EEG-Umlage lediglich „anstrebe“.
Dazu sagte Buchholz – Audio starten (im Browser anhören)
Buchholz – hier mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier)
Buchholz erinnerte in dem Zusammenhang an die bis heute offene Zusage des Bundes vor anderthalb Jahren, auch die EEG-Umlage für Landstrom-Anlagen in Häfen zu senken, um insbesondere den Diesel-Betrieb von Kreuzfahrtschiffen während des Aufenthalts in Häfen zu unterbinden.
Sollte die EEG-Umlage für grünen Strom aber tatsächlich fallen, ginge nicht nur für Buchholz, sondern auch für viele Unternehmen im Land ein Herzenswunsch in Erfüllung – darunter auch für solche Betriebe, die entsprechende Anlagen bereits heute betreiben, aber von Rentabilität noch weit entfernt sind.
Die fünf norddeutschen Länder hatten bereits im vergangenen Herbst bei einer Konferenz in Lübeck eine gemeinsame Wasserstoff-Strategie vorgelegt und darin auch wirtschaftliche Perspektiven für den Norden aufgezeigt. Zur Strategie erläuterten die fünf Nord-Minister im Rahmen der aktuell laufenden „Woche des Wasserstoffs“ (6. bis 14. Juni): Video starten.
Die Strategie von Altmaier – darin sich sich alle Beobachter einig – scheint viele Punkte aufzugreifen, vor allem solche, die mit dem Konjunkturprogramm in Aussicht gestellt wurden. An erster Stelle steht dabei die Zusage, zusätzlich sieben Milliarden Euro für den Markthochlauf von Wasserstofftechnologien in Deutschland und weitere zwei Milliarden Euro für den Aufbau von internationalen Partnerschaften beim Thema Wasserstoff zur Verfügung zu stellen.
Außerdem folgt die Strategie bei der Definition der bis 2030 anzustrebenden Elektrolyseleistung nun den Zahlen des Konjunkturpakets: Bis 2030 soll eine Leistung von fünf Gigawatt (GW) erreicht werden. Bislang war von „drei bis fünf GW“ die Rede. Der Wert von drei bis fünf GW entsprach den Vorstellungen des Bundeswirtschaftsministeriums; das Bundesforschungsministerium dagegen hätte es gern gesehen, wenn zehn GW zum Ziel erklärt worden wären. Als Entgegenkommen für Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) kann man laut „Handelsblatt die neu in die Strategie aufgenommene Formulierung werten, bis 2035 weitere fünf GW Elektrolyseleistung aufzubauen.
Durchgesetzt hat sich Karliczek mit ihrer Forderung, einen „Innovationsbeauftragten Grüner Wasserstoff“ zu ernennen. Er soll ständiger Gast im künftigen Staatssekretärsausschuss und im Nationalen Wasserstoffrat sein.
Wie Wirtschaftsminister Buchholz weiter sagte, gehe ihm trotz der vorgelegten umfangreichen Bundes-Strategie vieles in Bezug auf Wasserstoff trotzdem immer noch zu langsam. Zudem hätte es ihn gefreut, wenn sich die Bundesregierung für höhere Ausbauziele ausgesprochen hätte. Gute Chancen rechnet sich Buchholz unter anderem für die zwei großen Reallabore in Schleswig-Holstein aus. Und im Zuge dessen auch für ein Husumer e-Farm-Projekt (Video starten)
Auch die Wasserstoff-Akteure in Heide, Brunsbüttel oder im Raum Flensburg (Wasserstoff-Tankstelle Handewitt etc) können von dem Paket enorm profitieren und manches Projekt, das sich derzeit noch im Ideenstadium befindet, in die Praxis umsetzen.
Unterdessen hat der Industriekonzern Thyssenkrupp gestern angekündigt, mehr Elektrolyseanlagen zur Produktion von «grünem» Wasserstoff bauen. Ab sofort könnten pro Jahr Elektrolysezellen mit einer Gesamtleistung von bis zu einem Gigawatt gefertigt werden, so ein Konzernsprecher. Mit Ökostrom erzeugter «grüner» Wasserstoff sei für eine erfolgreiche Energiewende und das Erreichen der internationalen Klimaziele unverzichtbar. Mit zunehmender Anzahl von Wasserstoffprojekten werde Thyssenkrupp die Produktionskapazitäten ausbauen.
«Grüner» Wasserstoff wird aus erneuerbaren («grünen») Energieträgern gewonnen. Bei der Elektrolyse wird Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff geteilt.
Pünktlich seit 18.30 läuft die Online-Bürgerveranstaltung
Corona erzwingt auch neue Wege der Öffentlichkeitsbeteiligung: Erstmals findet zur Stunde eine öffentliche Diskussionsrunde über den Ausbau der Bundesstraßene B 5 an der Westküste in digitaler Form statt. Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Buchholz sowie Fachleute des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) stellen interessierten Bürgerinnen und Bürgern per Mammut-Konferenzschaltung den Planungsstand dar. Die B 5 ist nach der A 7 die wichtigste überregionale Nord-Süd-Verbindung des Landes Schleswig-Holstein mit Verbindungsfunktion zum westlichen Dänemark. „Die Bundesstraße 5 ist in Verbindung mit der A 23 eine essentielle Voraussetzung für die weitere Entwicklung der Westküste. Und dies insbesondere für die Menschen vor Ort sowie für die regionale Wirtschaft inklusive Tourismus“, so der Minister.
Zur Eröffnung der Diskussionsrunde sagte Buchholz (Video starten)
Derzeit laufen die Planungen beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) für den dreistreifigen B 5-Ausbau zwischen Tönning und Husum auf vollen Touren. Buchholz betont: „Der Ausbau bringt mehr Verkehrssicherheit und Mobilität für die ganze Westküste. Daher ist auch der Ausbau zwischen Tönning und Husum ein ganz entscheidender Meilenstein für die Zukunft der Bewohner vor Ort.“ Denn: „Niemand kann hier im ländlichen Raum mit der U-Bahn zur Arbeit fahren. Sichere Straßen sind hier keine Kann-Option, sondern sie sind Lebensadern.“
Die B 5-Strecke zwischen Tönning und Husum wird in mehrere Bauabschnitte untergliedert. Stand der Dinge: Sowohl im Süden als auch ganz im Norden sind die Baurechtsverfahren bereits abgeschlossen. Im südlichen Abschnitt zwischen Tönning und Rothenspieker liegt ein Planfeststellungsbeschluss vor; dieser wird derzeit gerichtlich überprüft. Und auch im nördlichen Abschnitt, am Knotenpunkt der zu verlegenden K 137 mit der B 5 bei Husum, liegt bereits positives Baurecht vor.
Und so geht es weiter:
Derzeit werden die Unterlagen der nächsten wichtigen Meilensteine für mehr Verkehrssicherheit und Mobilität an der Westküste erstellt:
für den zweiten Bauabschnitt: von Rothenspieker bis Reimersbude
für den dritten Bauabschnitt: von Reimersbude bis Platenhörn
für den vierten Bauabschnitt: von Platenhörn bis Husum.
Buchholz mit den Initiatoren des Lübecker „Gateway 49“, Stefan Stengel (links) und Frank Schröder-Oeynhausen
Im Rahmen seiner Tour zu den Leuchttürmen der Digitalwirtschaft, machte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute in Lübeck bei der MACH AG fest. Das Unternehmen unterstützt vornehmlich öffentliche Verwaltungen bei ihren Digitalisierungsvorhaben. Anschließend besuchte er den frisch gegründeten StartUp-Beschleuniger in Lübeck, „Gateway 49“.
Bei der MACH AG erinnerte Buchholz daran, dass gerade die öffentliche Verwaltung vor großen Herausforderungen in Sachen Digitalisierung stehe. „Das können wir bei der aktuellen Krise besichtigen“, so der Nord-Liberale. Das Thema Homeoffice sei von den Behörden in den vergangenen Wochen zwar gut geschultert worden, gleichwohl benötige man aber Softwarelösungen, die die Verwaltung noch digitaler und bürgerfreundlicher machen.
„Die MACH AG ist ein leistungsfähiges, bundesweit agierendes Unternehmen, das uns dabei helfen kann. Das gemeinsam von MACH AG und Land eingerichtete Joint Innovation Lab ist dafür ein gutes Beispiel“, so der Minister.
Weiter sagte Buchholz zu seinen heutigen Firmenbesuchen (Audio starten – Pfeil klicken)
Weiter erinnerte Buchholz daran, dass das Land dafür auch eine leistungsfähige digitale Infrastruktur benötige und die Landesregierung dies zu einem ihren Schwerpunktthemen gemacht habe. Buchholz weiter: „Und zwar erfolgreich: Wir haben mit 44 Prozent Glasfaserverfügbarkeit einen bundesweiten Spitzenwert erreicht, der Bundesdurchschnitt liegt nur bei 10 Prozent. Und bis 2022 werden wir 62 Prozent erreichen. Wir sind dabei, die immer wichtiger werdende mobile Infrastruktur gemeinsam mit den Mobilfunkunternehmen weiter zu verbessern.“
Dr. Johannes Ripken, Projektleiter des Clustermanagements DiWiSH ergänzt: „Die Digitalisierung von öffentlichen Verwaltungen ist nicht erst seit dem Online-Zugangsgesetz eine Herkulesaufgabe mit hoher Dringlichkeit, weil immer wieder die Bürokratie in diesem Bereich kritisiert wird. Eine moderne Gesellschaft braucht eine zeitgemäße, durch Digitalisierung unterstützte Verwaltung. Die MACH AG bietet hierfür großartige Lösungen und hat in den vergangenen Jahren durch ein nur selten zu sehendes Wachstum gezeigt, dass das Unternehmen am Puls der Zeit ist“.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus