Buchholz zum A-20-Urteil: „Das wird die Autobahn erneut verzögern, aber nicht verhindern“

Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (BVG), dass der im April 2017 erlassene Planfeststellungsbeschluss für den vierten Abschnitt der Autobahn A 20 in Teilen fehlerhaft und damit vorerst nicht vollziehbar ist, hat Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz als „bittere Enttäuschung“ für sich selbst, für die Landesregierung, die Wirtschaft und vor allem für die Westküste bezeichnet. „Diese Entscheidung zwingt uns zu einem erneuten Fehlerheilungsverfahren und wird uns absehbar noch einmal Jahre vom Weiterbau trennen“, sagte Buchholz heute in Kiel. Aber klar sei ebenso: „Auch wenn heute fraglich sein mag, wann genau wir weiterbauen können – sicher ist: wir werden diese Autobahn gemeinsam mit der DEGES verwirklichen.“

Buchholz weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Der neunte Senat des BVG hatte zuvor der gemeinsamen Klage der beiden Umweltschutzverbände Nabu und BUND stattgegeben. Das Verfahren zweier privater Kläger wurde ausgesetzt. Der Planfeststellungsbeschluss für den knapp 20 Kilometer langen Abschnitt zwischen Wittenborn bei Bad Segeberg und der A 7 war im April 2017 unter der Vorgänger-Landesregierung erlassen worden. Buchholz: „Unsere Experten bei der DEGES und im Amt für Planfeststellung werden die Urteilsgründe nun genau analysieren und die Fehler dann mit aller Kraft heilen.“  Der Minister erneuerte zugleich seine Einladung an die klagenden Naturschutzverbände, sich dabei einzubringen.

Buchholz sagte nach der Urteilsverkündung im Gespräch mit Journalisten hier klicken

Einer der vom Verwaltungsgericht festgestellten Fehler betrifft den Gewässerschutz. Zwar habe das Land vor drei Jahren einen so genannten wasserrechtlichen Fachbeitrag erstellen und öffentlich auslegen lassen. Doch sei dieser „in Systematik und Prüfungstiefe erheblich hinter den rechtlichen Anforderungen zurückgeblieben“, so die Bundesrichter.  Weitere Mängel sieht der Senat im Bereich des Naturschutzrechts. So seien nachteilige Auswirkungen des Projekts auf das europaweit bedeutsame Fledermaus-Habitat „Segeberger Kalkberghöhlen“ nicht von vornherein auszuschließen und hätten deshalb einer FFH-Verträglichkeitsprüfung bedurft. Darüber hinaus hätte einem Hinweis auf Brutplätze der Schleiereule näher nachgegangen werden müssen, so das Gericht.

Buchholz erinnerte daran, dass die Landesregierung im letzten Jahr alles daran gesetzt habe, das zuständige Amt für Planfeststellung Verkehr (APV) fachlich und personell so aufzustellen und aufzurüsten, dass sämtliche planerischen wie ökologischen Fragen in der ausreichenden Tiefe und innerhalb angemessener Zeiten bearbeitet werden konnten. „Auch wenn wir in den kommenden drei bis vier Jahren nach dem heutigen Urteil keinen Spatenstich für die A 20 mehr hinbekommen werden, so ist unser gemeinsames Ziel, auf möglichst vielen Abschnitten – insbesondere zwischen der A 7 und Bad Segeberg zumindest Baurecht zu erlangen“, so Buchholz.

Hier die Presseerklärung des Bundesverwaltungsgerichts…

 

 

 

 

 

Treffen der Küsten-Minister: Wettstreit bei LNG – Schulterschluss bei Wasserstoff und Mobilfunk

Kuewi
Buchholz (links) mit seinen Kollegen Althusmann (Niedersachsen), Frenzel (Hamburg), Senator Westhagemann (Hamburg) und Schulz (Bremen)
Wer macht das Rennen um den ersten Terminal für verflüssigtes Gas (LNG) in Deutschland? Wie sichern wir die Mobilfunkversorgung im norddeutschen Küstenbereich? Wie könnten gemeinsame Strategien für autonomes Fahren auf See oder die Umwandlung von Windstrom in Wasserstoff aussehen? Diese Fragen standen heute im Mittelpunkt des Herbst-Treffens der Wirtschafts- und Verkehrsminister der fünf norddeutschen Küstenländer. Die Konferenz der Senatoren und Minister aus Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen fand im Wilhelmshavener Jade-Weser-Port statt.

Einig waren sich die Teilnehmer der Konferenz, dass die Mobilitäts- und Energiewende insbesondere für Norddeutschland große Chancen bietet, etwa durch die Nutzung von Wasserstoff. Hamburgs Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Michael Westhagemann, sagte anlässlich der von der Konferenz beschlossenen gemeinsamen Strategie Wasserstoffwirtschaft: „Wasserstoff wird eine entscheidende Schlüsselrolle für das Gelingen der Energie- und Verkehrswende spielen. Wir setzen deshalb auf diese Zukunftstechnologie und wollen den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland vorantreiben.“

Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz, der im kommenden Jahr den Vorsitz der Konferenz übernimmt, sagte dazu: „Obwohl inzwischen weitgehend Konsens ist, dass der Umbau des Energiesystems ohne Wassersstoff nicht gelingen wird, fehlen vom Bund die entscheidenden Impulse, um das Thema wirklich voran zu bringen.“ Man beschränke sich in Berlin auf das Entwerfen wohlklingender Zukunftsszenarien und die Förderung von einigen Forschungs- und Demonstrationsvorhaben. Diese  Hängepartie führe dazu, dass die großen industriepolitischen Chancen nicht genutzt werden, die das Thema Wasserstoff mit sich bringe. „Darum haben wir uns jetzt entschlossen, nicht weiter auf den Bund zu warten, sondern als Küstenländer voranzuschreiten“, so Buchholz.

Buchholz_RedeZum Thema erster LNG-Terminal in Deutschland sagte Buchholz im Gespräch mit Journalisten

(Audio starten)

Ebenfalls Thema der Konferenz: die Situation der norddeutschen Werftindustrie, gerade vor dem Hintergrund des sich verschärfenden internationalen Wettbewerbs. Dazu erklärte Jörg Schulz, Staatsrat beim Bremer Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen: „Im Jahr 2017 beträgt der Weltmarktanteil europäischer Werften 35 Prozent der globalen Auftragseingänge. Damit setzt sich der Anstieg im Auftragsbestand in Europa fort. Auch für deutsche Werften bleiben die Auftragsbestände mit rund 17,7 Milliarden Euro auf hohem Niveau. Dies schlägt sich auch in die steigende Beschäftigungsquote nieder. Um dennoch im verschärften internationalen Wettbewerb langfristig gegen Überkapazitäten und verzerrte Wettbewerbsbedingungen beständig zu bleiben, sind gebündelte Kräfte und weitere Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche erforderlich. Die Finanzierung und innovationsstärkende Rahmenbedingungen stellen weiterhin eine Herausforderung dar.“

Mit Blick auf die Mobilfunkversorgung im norddeutschen Küstenraum sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann: „Die Mobilfunkversorgung der Wasserstraßen und Seehäfen ist noch immer lückenhaft und in weiten Teilen des angrenzenden deutschen Küstenbereichs vielfach nicht gegeben. Eine zuverlässige Mobilfunkversorgung würde der gesamten maritimem Wirtschaft in Deutschland die Möglichkeit bieten, die Sicherheit des Schiffsverkehrs zu steigern, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des maritimen Sektors auszubauen und den Unternehmen der Branche neue Chancen im digitalen Umfeld eröffnen.“ Zwar beabsichtige die Bundesnetzagentur bis 2024 eine Versorgung der Seehäfen und des Kernnetzes der Wasserstraßen in einer Qualität von 50 MBit/s zur Auflage zu machen. Althusmann stellte aber klar: „Die Versorgung des Küstenraums ist eine nationale Aufgabe, die nicht von den Küstenländern allein gelöst werden kann.“

So berichtet der sh:z in seiner Dienstagausgabe:


 

 

Buchholz vor Küstenministerkonferenz: Trend zur autonomen Schifffahrt nicht verschlafen

Deutschland darf nach Ansicht von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) nicht den Trend zur autonomen Schifffahrt verschlafen. Nicht nur in der Automobilindustrie sei der technologische Wettlauf um die Entwicklung autonomer Fahrzeuge voll entbrannt, sagte Buchholz vor der Herbst-Konferenz der norddeutschen Verkehrsminister. Das Treffen beginnt Morgen (10 Uhr) in Wilhelmshaven.

«Mit dem technologischen Know-how an unseren Küsten und unserem Maritimen Cluster Norddeutschland sollten wir eigentlich genügend Ressourcen aufbringen, um auf diesem Zukunftsfeld weit vorn mitzuspielen», sagt Buchholz. Und das gelte nicht nur für die Seeschifffahrt, sondern auch für die Binnenschiffe, die nach Verbandsangaben ebenfalls in 15 Jahren ohne Kapitän auskommen wollen. Dem Maritimen Cluster Norddeutschland gehören rund 350 Unternehmen und Institutionen in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen an.

Um nicht hinter Norwegen zurückfallen, muss nach Ansicht von Buchholz in Deutschland das gemeinsame Maritime Netzwerk in diesem Bereich rasant ausgebaut und vor allem von bürokratischen Fesseln gelöst werden. Er erinnerte auch daran, dass von der Kieler Universität derzeit ein digitales Testfeld für die Kieler Förde vorbereitet werde.

«Aber um das Projekt wirklich mit dem nötigen Dampf voranzutreiben, sind noch viele Hürden zu nehmen – vor allem der schnelle Ausbau eines 5G-Mobilfunknetzes», so der Minister. Hier seien vor allem der Bund und die Netzbetreiber gefordert, Bremsklötze zu lösen. Auch der dafür nötige Ausbau des Glasfaser-Netzes hinke in den meisten Ländern noch zu weit hinterher. In Schleswig-Holstein liege die Verfügbarkeitsquote für Glasfeser aktuell bei 35 Prozent – im Bundesvergleich mit Abstand der Spitzenwert.

Mit seiner Mahnung spielt Buchholz unter anderem auf das im Frühjahr von zwei norwegischen Konzernen gegründete Gemeinschaftsunternehmen Massterly an. Das Start-Up  ist das erste Unternehmen weltweit, dass sich auf die Entwicklung der notwendigen Infrastruktur und die Bedienung autonomer Schiffe spezialisiert hat.

„In unseren Ländern gibt es viele Zulieferbetriebe für die Schifffahrt, die von derartigen Entwicklungen enorm profitieren können,“ sagt Buchholz.  Auch angesichts des absehbaren Fachkräftemangels und zum Teil wenig attraktiver Arbeitsbedingungen an Bord könnte die autonome Schifffahrt zum Erhalt des Wirtschaftsstandortes beitragen.

Gerade im Nord- und Ostseeraum entstünden derzeit vielfältige Initiativen, die auch erhebliche Chancen für Forschungseinrichtungen der norddeutschen Länder schaffen. Buchholz: „Und diese Chancen wollen und müssen wir Küstenländer beispielsweise über die Schaffung maßgeschneiderter maritimer Testumgebungen oder durch Projektförderungen vorantreiben. Gleichzeitig erwachsen daraus sicherheitstechnische wie regulatorische Herausforderungen, die wir gemeinsam stemmen müssen – wie etwa die flächendeckende Verfügbarkeit zuverlässiger Mobilfunksysteme.“

Die Nord-Länder wollen laut Buchholz dazu ihren Beitrag leisten, seien aber auch auf das Engagement des Bundes in der internationalen Gemeinschaft angewiesen.

Schule & Wirtschaft rücken enger zusammen: Kooperation mit Kieler Gymnasium besiegelt

Kooperationsvertrag_LBV-THG.JPG
Schulterschluss (v.l.): THG-Direktor Torsten Stellmacher, Staatssekretär Rohlfs, Julia Körner von der IHK und LBV.SH-Vize Frank Quirmbach unterzeichneten die Vereinbarung

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) und das Thor-Heyerdahl-Gymnasium (THG) in Kiel-Mettenhof beteiligen sich ab sofort an der Initiative „Landespartnerschaft Schule und Wirtschaft in Schleswig-Holstein“. Wirtschafts- Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs, der stellvertretende Direktor des LBV.SH, Frank Quirmbach, sowie der Schulleiter am THG, Torsten Stellmacher, unterzeichneten eine entsprechende Kooperationsvereinbarung.

Ziel der Allianz ist es, jungen Schleswig-Holsteinern frühzeitig einen konkreten Einblick in das Berufsleben zu ermöglichen. Betriebs- und Wirtschaftspraktika sind zwar bereits Teil der Schulcurricula im echten Norden, aber, so betonte Frank Quirmbach: „Wichtig ist uns, dass wir qualifizierte Praktika anbieten, aus denen die Schülerinnen und Schüler ihre späteren Berufsentscheidungen auch tatsächlich ableiten können.“ Das unterstrich auch Schulleiter Stellmacher des THG: „Die Naturwissenschaften verfügen am Thor-Heyerdahl-Gymnasium über eine hervorragende Ausstattung. Durch die Kooperation können unsere Schülerinnen und Schüler nun auch Einblick nehmen in die Welt technischer Berufe.“

Wirtschaftsstaatssekretär Rohlfs freute sich besonders über die neue Initiative zwischen Schule und Betrieb. Er unterstrich: „Gerade im aktuellen Spannungsfeld zwischen Investitionshochlauf im Baubereich und einem schon heute spürbaren Fachkräftemangel ist es wichtiger als je zuvor, junge Menschen bereits zu Schulzeiten für die vielfältigen Angebote des LBV.SH zu interessieren. Und gerade im Aufstiegs- und Weiterbildungsbereich ist unser Landesbetrieb spitze“, sagte der Staatssekretär.

Damit erinnerte Rohlfs an die zahlreichen Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten im LBV.SH. Angeboten werden neben Studienplätzen an den Fachhochschulen Kiel und Lübeck auch vielfältige Ausbildungsangebote, die es Schulabgängern im Verlauf ihrer Karriere ermöglichen, es beispielsweise vom Straßenwärter bis hin zum Bauingenieur (FH) zu schaffen. Das Gute daran, betonte Rohlfs: All dies sei möglich, während sie beim Land in Lohn und Brot stünden. Somit böte der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr ein gutes Sprungbrett, von dem alle profitierten.

Bundesrat billigt schnellere Bauplanungen – für Buchholz okay, aber nur ein allererster Schritt

In kaum einem anderen europäischen Land dauern große Infrastruktur-Vorhaben wie etwa der Bau des Fehmarnbelttunnels oder der A 20 so lange wie in Deutschland. Hintergrund sind umfangreiche Beteiligungsverfahren, Einspruchs- und Klagemöglichkeiten. Um zumindest ein wenig die Bremsklötze zu lösen, hat der Bundesrat am Freitag ein Beschleunigungsgesetz verabschiedet.

Für Buchholz ein wichtiger Schritt – und darum seine „Meldung der Woche“. Aber eben auch nur ein aller erster Schritt auf einem noch langen Weg. Video starten….

Attachment-1

Und zur Rede von Verkehrsminister Buchholz im Bundesrathier klicken

 

Die ersten Schneeflocken sind gefallen: Der Winterdienst des LBV.SH steht parat

Beitragsbild_Winterdienst
Buchholz lässt eine Ladung Streusalz in einen Lkw der Straßenmeisterei Klausdorf/Schwentinental rauschen – fast 200 Fahrzeuge und 30.000 Salz stehen bereit 

Verkehrsminister Bernd Buchholz  sieht die Straßenmeistereien in Schleswig-Holstein für den Winterdienst gut gerüstet: «Wir haben gut 30 000 Tonnen Streumittel im ganzen Land eingelagert», sagte Buchholz heute bei einem Besuch der Straßenmeisterei in Schwentinental (Kreis Plön). «Wir sind also gut vorbereitet, um in die Wintersaison zu gehen.»

Bei winterlicher Witterung wollen die Mitarbeiter auf den 492 Autobahn-Kilometern im Land einen Streu- und Räumdienst rund um die Uhr sicherstellen. Auf allen anderen wichtigen Straßen werde zwischen 3 und 22 Uhr nach Bedarf geräumt und gestreut, sagte der Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Torsten Conradt. Die 26 Autobahn- und Straßenmeistereien beschäftigen gut 600 Straßenwärter. Sie können auf 109 Fahrzeuge, 454 Schneepflüge und 35 Schneefräsen zurückgreifen. Das gesamte Straßennetz umfasst mehr als 8000 Kilometer.

Buchholz sagte bei dem heutigen Ortstermin weiter (Video starten)

In den vergangenen fünf Jahren kostete der Winterdienst im Schnitt 10,4 Millionen Euro, im witterungsbedingt arbeitsreichen Winter 2017/2018 waren es rund 16 Millionen. Im vergangenen Winter wurden gut 875 000 Kilometer gestreut. Dabei verteilte der Winterdienst in den rund 60 0000 Arbeitsstunden mehr als 53 000 Tonnen Salz und gut 18 000 Tonnen Salzsole auf den überörtlichen Straßen. Allein das Salz kostete laut Landesbetrieb 4,8 Millionen Euro. «Weiter schlagen über drei Millionen Euro für die Fahrzeuge zu Buche. Hinzu kommen weitere Kosten für externe Helfer in Höhe von knapp vier Millionen Euro», sagte Conradt.

Buchholz vor ESF-Jahrestagung: Zahl der Migranten mit richtigen Jobs mehr als verdoppelt

Die Integration von Geflüchteten in den schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt macht nach Angaben von Arbeitsminister Bernd Buchholz (FDP) kräftige Fortschritte. Während noch 2015 etwa 2000 Menschen aus den acht Hauptasyl-Herkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, sei diese Zahl 2017 bereits auf über 5300 gestiegen, sagte Buchholz anlässlich der Jahresveranstaltung des Europäischen Sozialfonds (ESF), die heute im Kieler Wissenschaftszentrum stattfinden wird. «Das ist erfreulicherweise weit mehr als eine Verdoppelung», sagte Buchholz.

Geflüchtete und Migranten profitierten derzeit auch von der sehr guten Verfassung des schleswig-holsteinischen Arbeitsmarktes. So habe es im vergangenen Monat die niedrigste Zahl an Arbeitslosen in einem Oktober seit 27 Jahren gegeben. Die Erfolge bei der Integration beruhten aber auch auf der gemeinsamen Arbeit von Unternehmen, der Agentur für Arbeit, den Jobcentern sowie vielen engagierten Organisationen. «Auch wenn schon einiges erreicht worden ist, liegt noch ein langer Weg vor uns», sagte Buchholz. Er sei aber davon überzeugt, dass sich die Anstrengungen lohnen: für die einzelnen Menschen, aber – mit Blick auf den Fachkräftemangel – auch für die Wirtschaft und damit für die Gesellschaft insgesamt.

Tourismustag beflügelt von glanzvollen Zahlen – Buchholz: Weiter in Qualität investieren

IHK_4675
Zufrieden mit dem Rückenwind de aktuellen Tourismuszahlen: TA.SH-Chefin Bettina Bunge, Minister Buchholz und IHK-Geschäftsführer Björn Ipsen

Die hervorragende Sommersaison für den Tourismus in Schleswig-Holstein hat sich auch im Spätsommermonat September 2018 fortgesetzt: Wie Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz heute  in Husum vor rund 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Tourismustages 2018 sagte, konnten erneut enorme Wachstumsraten erzielt werden. Nach den Daten des Statistikamts Nord stieg das Gästeaufkommen gegenüber dem September vergangenen Jahres um 7,1 Prozent. Es buchten sich in Beherbergungsstätten mit zehn und mehr Betten sowie auf Campingplätzen rund 900.000 Gäste ein, die für 3,6 Millionen Übernachtungen sorgten. Damit stieg die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,9 Prozent. Auch der Ganzjahresvergleich weist positive Zahlen auf: Von Januar bis September kamen 12,3 Prozent mehr Gäste in den echten Norden, die Zahl der Übernachtungen stieg im gleichen Zeitraum um 16,7 Prozent an.

„Die erneut hervorragenden Wachstumszahlen bestätigen die erfolgreiche Arbeit der Tourismusbetriebe und -akteure im Land. Damit wird die Erfolgsgeschichte der Tourismuswirtschaft weiter fortgeschrieben“, sagte Buchholz. Die Landesregierung werde weiterhin die Qualitätsverbesserung im Tourismus unterstützen. Dazu gehöre die Optimierung von Fördermöglichkeiten für eine attraktive öffentliche touristische Infrastruktur ebenso wie die Fokussierung auf die Themen Digitalisierung und Barrierefreiheit oder die Landesstrategie zur Förderung des Radfahrens.“

IHK_4882

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz am Rande der Veranstaltung weiter (Audio starten – Pfeil klicken)

Der Minister sagte weiter: „Dass Urlaub in Schleswig-Holstein auch in Zukunft einen deutlichen Mehrwert haben wird, zeigt mir unter anderem auch die kreative Aufbruchstimmung auf dem heutigen Tourismustag.“ Weiter erinnerte der Minister in seinem Grußwort daran, dass das Wachstum im Tourismus in Schleswig-Holstein seit langem deutlich über dem Bundesdurchschnitt von aktuell 4,1 Prozent liege. Auch bei den Übernachtungen habe der echte Norden höhere Zuwachsraten als die direkten Wettbewerber Mecklenburg-Vorpommern (+ 3,6 %) und Niedersachsen (+ 2,3 %). 2017 lag Schleswig-Holstein sogar auf Platz 1 im Ranking der Flächenländer. „Wir sind also weiterhin auf sehr gutem Wege, die Ziele der Tourismusstrategie Schleswig-Holstein 2025 schon deutlich früher zu erreichen als ursprünglich geplant“, sagte der Minister.

Die Chefin der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Dr. Bettina Bunge, sagte zu den jüngsten Rekordzahlen des Statistikamtes: „Die guten Nachrichten aus dem Schleswig-Holstein-Tourismus reißen nicht ab. Ein wesentlicher Grund dafür ist das Engagement der Touristikerinnen und Touristiker im Land, die beständig daran arbeiten, ihr Angebot zu verbessern, neue Ideen umzusetzen und voneinander zu lernen. Mit dem regen Austausch auf dem Tourismustag in Husum legen wir den Grundstein für die weiteren Erfolgsmeldungen von morgen.“

Feldmühle beantragt erneut Insolvenz in Eigenverwaltung – Land sichert Unterstützung zu

Penzlin
Dr. Dietmar Penzlin

Rund ein halbes Jahr nach ihrer Rettung hat die Papierfabrik Feldmuehle erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Das Verfahren soll in Eigenverwaltung erfolgen, wie die Feldmuehle GmbH heute in Uetersen mitteilte. Als vorläufiger Sachwalter sei vom Amtsgericht Pinneberg der Hamburger Rechtsanwalt Dietmar Penzlin bestellt worden, der bereits bei der Insolvenz der Firmen Prokon und Prinovis eingeschaltet war.

Das Management bleibt bei einer Eigenverwaltung im Amt, wird aber in seiner Geschäftsführung vom Sachwalter kontrolliert. Der Geschäftsbetrieb werde weitergeführt, teilte Feldmuehle mit. Die Firma produziert Etiketten-, Verpackungs- und grafische Papiere. Sie hat bei rund 400 Mitarbeitern eine jährliche Produktionskapazität von etwa 250 000 Tonnen Papier. Als Grund für den neuerlichen Insolvenzantrag nannte das Unternehmen unerwartet gestiegene Energiekosten sowie höhere Bezugspreise für Rohstoffe. Dies habe durch erzielte Preiserhöhungen nicht kompensiert werden können, zumal die Umsätze im September und Oktober hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien.

Das 1904 gegründete Unternehmen hatte im Januar einen Insolvenzantrag gestellt, weil eine Zwischenfinanzierung seitens der damaligen Eigentümer nicht erfolgen konnte. Feldmuehle wurde übernommen und gehört seit Juni zu einer Tochterfirma der Berliner Beteiligungsgesellschaft Kairos Industries AG. Für die Sanierung verzichteten die Arbeitnehmer bis Ende 2019 auf zehn Prozent ihres Gehalts. 20 Arbeitsplätze fielen weg.

Buchholz_wimipresseWirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz sagte dazu

(Audio starten)

Buchholz appelliert an Altmaier: Chancen des „grünen Wasserstoffs“ nicht verschlafen

Aus Sicht von Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz ist es aus ökologischen wie aus industriepolitischen Erwägungen für Schleswig-Holstein zwingend, Über-Produktionen von Windstrom zur Herstellung von grünem Wasserstoff abzufangen. Ein Elektrolyseur der Firma Windgas in Haurup im Kreis Schleswig-Flensburg etwa soll von 2020 an jährlich bis zu 3,75 Millionen Kilowattstunden Wasserstoff für die fast 20.000 Windgas-Kunden ins Gasnetz einspeisen. Das Vorhaben rechnet sich bislang vor allem, weil es im Rahmen des  Projekts „Norddeutsche Energiewende 4.0“ (NEW 4.0) gefördert wird.

Und genau da liegt für Buchholz das Problem: „Für das Gelingen der Energiewende ist es höchste Zeit, dass wir die Umwandlung von Strom in Wasserstoff rentabler und damit konkurrenzfähiger machen. Und das geht nur, wenn wir diese Technologie nicht länger mit einer zum Teil doppelten EEG-Umlage ausbremsen .“

Landeswirtschaftsminister Buchholz appelliert daher mit Nachdruck an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, das Energie-Einspeisegesetz (EEG) endlich so zu refomieren, dass dieser Technologie eine Zukunftsperspektive eröffnet wird.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus