Landesstraßen: 2018 könnte das Sanierungs-Rekordjahr der letzten30 Jahre werden

Noch sind – dank des goldenen Herbstes – die meisten Baustellen auf unserem knapp 3600 Kilometer langen Landesstraßennetz in vollem Gange. Doch es zeichnet sich ab, dass dieses Jahr zu einem Sanierungs-Rekord-Jahr werden könnte.

Mit Luft nach oben: Diese Woche haben Verkehrsminister Bernd Buchholz und LBV.SH-Chef Torsten Conradt den jüngsten Zustandsbericht über die Landesstraßen und zugleich eine Sanierungs-Offensive vorgelegt. Mit teils fast dreifachen Sanierungs-Summen als in den vergangenen Jahren. Für Buchholz ein klarer Fall für seine persönliche Meldung der Woche.

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Land, Eichdirektion und SIG Sauer ebnen den Weg zum Erhalt der Beschusstelle in Eckernförde

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Unterzeichnet: SIG-Sauer-Geschäftsführer Tim Castagne, EDN-Chef Dr. Herbert Weit und Staatssekretär Rohlfs ebnen den Weg zum Erhalt der Beschuss-Stelle

Die aus sicherheitstechnischen und organisatorischen Gründen vor knapp einem Jahr größtenteils geschlossene amtliche Beschussstelle für Waffen und Böller in Eckernförde soll bis zum Sommer kommenden Jahres wieder in Betrieb gehen: Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten heute in Eckernförde Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs, der Technische Vorstand der Eichdirektion Nord, Dr. Herbert Weit, und der Geschäftsführer des Eckernförder Traditionsunternehmens SIG Sauer, Tim Castagne. „Wir haben uns nach mehrmonatigen Verhandlungen zwischen Land, der Eichdirektion Nord und der Firma SIG Sauer auf Rahmenbedingungen verständigt, die einen dauerhaften Erhalt der Beschussstelle möglich machen sollen. Nun müssen allerdings noch einige Hausaufgaben erledigt werden, um die gute Absicht auch in Verträge zu gießen“, sagte Rohlfs.

Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass die Eichdirektion Nord auf dem Gelände von SIG Sauer Räume anmieten und bedarfsgerecht auf eigene Kosten aus- und umrüsten wird.

Rohlfs_kleinRohlfs sage im Pressegespräch weiter

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„Für die Herrichtung der Räume haben auch wir uns verpflichtet, umfangreiche Modernisierungs- und Ausbauarbeiten vorzunehmen“, sagte SIG-Sauer-Geschäftsführer Tim Castagne. Dies betreffe neben Vorrichtungen für den Beschuss der Waffen vor allem die Belüftung der Räume.

Castagne_kleinCastagne sagte weiter

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„Sobald dies alles umgesetzt ist, können künftig auch wieder die rund 20 gewerblichen Büchsenmacher im Land, die derzeit auf Beschussämter in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen oder Thüringen ausweichen müssen, die Dienste der Beschussstelle in Eckernförde in Anspruch nehmen“, sagte Rohlfs. Seit Ende 2017 wird der Beschuss nur noch in einer Art „Behelfsbetrieb“ für die Produktion von SIG Sauer aufrechterhalten.

Wie Rohlfs weiter erläuterte, geht das Land für seinen Bereich von reinen Investitionen in Höhe von rund 420.000 Euro aus. Zudem soll eine zusätzliche Personalstelle der Beschussstellenleitung bald durch die Eichdirektion Nord ausgeschrieben werden. Rohlfs: „Für die Mitarbeiter der Beschussstelle werden sich künftig die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern. Und für unsere heimischen Büchsenmacher mit ihren hochwertigen Waffen ermöglicht unsere heutige Weichenstellung hoffentlich wieder eine schnelle und unkomplizierte Erledigung des gesetzlich vorgeschriebenen amtlichen Beschusses.“

Sauer
Seit 1951 am Standort Eckernförde: SIG Sauer

Frauen als GründerInnen: Für den echten Norden gibt es noch viel zu tun…

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v. l.: Kerstin Mikkelsen, Center for Women’s Entrepreneurship und Leadership, Flensburg, Dr. Inez Linke, oceanBASIS GmbH, Kiel,  Prof. Karin Schwarz, CAU-Vizepräsidentin, Susann Dreßler, Leiterin Förderlotsen IB.SH, Kerstin Eisenschmidt, Eisenschmidt Consulting Crew GmbH, Kiel, Angelika Eule, Walterwerk Gruppe, Kiel, Dr. Anke Rasmus; ZfE, Janine Kordes, „Kieler Seifen“. Unten im Bild: IB.SH-Chef Erk Westermann-Lammers und Wirtschaftsminister Buchholz

Das Thema ist heiß, doch der Funke scheinbar noch nicht ganz übergesprungen: Die Frauen im echten Norden sind nach wie vor zurückhaltend, wenn es um die Gründung von Unternehmen oder die Nachfolge an der Spitze eines Unternehmens geht. Nur jeder dritte Betrieb in Schleswig-Holstein wird derzeit von einer Frau geführt. Bei technologieorientieren Start-ups sind es noch weniger.

Für Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz und den Chef der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), Erk Westermann-Lammers, ein trifftiger Grund, kräftig gegenzusteuern: Zusammen mit der Vizepräsidentin der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU), Prof. Dr. Karin Schwarz, hatte die IB.SH deshalb im Sommer am Zentrum für Entrepreneurship (ZfE) der CAU eine Vortragsreihe zum Thema „Schleswig-Holstein braucht Gründerinnen!“ ins Leben gerufen. Rund 20 Referentinnen gaben den über 250 interessierten Frauen dabei praktische Tipps und wichtige Impulse. Besonders im Fokus: die breite Palette von Fördermöglichkeiten für Existenzgründungen, die künftig noch stärker auf Frauen fokussiert werden. sollen.

Heute trafen sich die InitiatorInnen mit Buchholz und IB.SH-Chef Westermann-Lammers zu einer Nachlese. Dabei machte etwa Unternehmensgründerin Janine Kordes („Kieler Seifen“) klar: „Es ist nicht immer cool, Unternehmerin zu sein. Das Image muss besser werden, insbesondere in der öffentlichen Darstellung und ich stelle fest: man muss sich auch in gemischten Netzwerken engagieren“. Und nach den Worten von Gründerin Dr. Inez Linke brauche es dringend eine Imagekampagne für das Berufsbild – „und zwar unabhängig vom Geschlecht“.

StartUp Sh, 29.10.2018
Rege Teilnahme von interessierten Frauen: Dienstag fand im Kieler Wissenschaftszentrum das StartUp SH Summit 2018 statt – rechts: ZfE-Chefin Rasmus

Kerstin Mikkelsen von der Uni Flensburg erinnerte an die geförderte und auf Frauen zugeschnittene Initiative „westartup“, die jetzt auch in Lübeck an den Start gehe. Und nach den Worten von ZfE-Chefin Dr. Anke Rasmus sollte zudem das Thema „Entrepreneurship Education an Schulen“ stärker angeschoben werden. Dabei gehe es vor allem um die Frage, wie das Unternehmerinnenbild in Schulen vermittelt werde. Dies sei deshalb auch ein Kernthema des StartUp SH Summit 2018 zum Wochenbeginn im Kieler Wissenschaftszentrum gewesen. Auch das Bildungsministerium befasst sich damit ab morgen in einem Zukunfts-Workshop.

Offen zeigte sich Buchholz für die Anregung von IB.SH-Förderlotsin Susann Dressler, auch die Landesdachmarke „Der echte Norden“ um ein Format für UnternehmerInnen aufzustocken.

Nach den Worten von Buchholz werde sein Ministerium in den kommenden Wochen weitere Impulse für eine intensivere Gründerinnenunterstützung geben. Geplant sind unter anderem Mentoring-Angebote.

Marschbahn-Pünktlichkeit leicht im Aufwind – Sondermalus aber auch für Oktober fällig

Pendler blockieren in Klanxbüll die Züge der Marschbahn

Wegen Verspätungen und Zugausfällen auf der Marschbahn auch im Monat Oktober hat Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz eine weitere Sanktion in Höhe von 350 000 Euro gegen DB Regio angekündigt. Es gebe zwar einen Trend zur Besserung, jedoch werde die zugesicherte Pünktlichkeitsquote von 93 Prozent und maximal einem Prozent Zugausfälle leider weiterhin deutlich verfehlt, sagt Buchholz.

Nach den vorläufigen Oktober-Zahlen (ohne die letzten drei Tage) waren etwa 76 Prozent der Züge pünktlich. Es fielen 2,6 Prozent der Züge aus. Im September war die Marschbahn noch zu 73,9 Prozent pünktlich, die Zahl der Ausfälle lag bei 1,7 Prozent. Es hatte in der Vergangenheit bereits monatliche Ausfälle von 5 Prozent gegeben.

Buchholz würdigte die Anstrengungen und Investitionen der Bahn, die sich auf einem positiven Weg befinde.

LokstandBuchholz sagte unter anderem

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Im September hatte DB Regio-Vorstandschef Jörg Sandvoß ein Sofortprogramm vorgestellt in Höhe von 16 Millionen Euro. Es sieht den Einsatz von mehr Lokführern sowie Werkstatt-Mitarbeitern vor. Sandvoß kündigte kurzfristig signifikante Verbesserungen an. Seit Februar bis Oktober einschließlich hat das Land wegen der Missstände auf der Marschbahn Strafen von insgesamt 3,45 Millionen Euro verhängt.

Die DB Netz hatte bereits im Juli ein Sanierungsprogramm für die Infrastruktur der Marschbahn beschlossen. Mit einem Aufwand von 160 Millionen Euro sollen Gleise und Weichen erneuert, Bahnübergänge, Brücken und Signaltechnik modernisiert werden.

Goldener Herbst: Seit fast 30 Jahren waren nicht so viele Schleswig-Holsteiner in Lohn und Brot

Der Herbstaufschwung auf dem schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt setzt sich fort: Nach den heute vorgelegten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,2 Prozent (- 8.884) und gegenüber dem Vormonat um 1,6 Prozent (- 1.264) auf aktuell 78.551 Menschen zurückgegangen. Arbeitsmarktminister Dr. Bernd Buchholz zeigte sich entsprechend zufrieden: „Wir können den niedrigsten Wert in einem Oktober seit 27 Jahren vermelden, auch die Arbeitslosenquote ging weiter zurück auf gegenwärtig 5,0 Prozent.“

Mit einem Minus von 15,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosenzahl in der Gruppe der Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren besonders stark. Hier sind gegenwärtig noch 7.574 junge Menschen ohne Job. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ging derweil um 12,3 Prozent (-3.906) auf 27.798 zurück. Der positive Trend bei der Entwicklung der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Land hält indes weiter an. „Bereits im September wurde die Marke von einer Million sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Schleswig-Holstein überschritten“, so Buchholz.

Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein, zeigte sich Buchholz gemeinsam mit der Chefin der Regionaldirektion Nord der BA, Margit Haupt-Koopmann, optimistisch: „Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass sich der monatstypische Nachfrageüberhang von gegenwärtig knapp 2.000 unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern bis Jahresende noch verringern wird“. Wichtig sei, dass sowohl Unternehmen, als auch Jugendliche die nötige Flexibilität aufbrächten: „Angesichts regionaler Fachkräfteengpässe in einzelnen Branchen dürfen Unternehmen und Jugendliche ihre Potenziale für eine Ausbildung nicht ungenutzt lassen“, appellierte Buchholz und verwies gleichzeitig auf die unterstützenden Angebote des Landes.

Mit dem Landesprogramm Arbeit fördert die Landesregierung mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) nicht nur eine aktive Arbeitsmarktpolitik, sondern auch den Bereich der Ausbildung. So werden die „Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU)“ im Handwerk oder die Weiterbildung u.a. von Beschäftigten, aber auch Auszubildenden im Rahmen des „Weiterbildungsbonus“ unterstützt.

Buchholz zum Summit 2018: Schleswig-Holsteins Gründerszene boomt und ist quicklebendig

StartUp Sh, 29.10.2018
Vereinschefin Anke Rasmus (rechts) mit Teilnehmerinnen des Summit 2018

Schleswig-Holsteins StartUp-Szene boomt: Ob in Flensburg, Lübeck, Kiel oder auch an der Westküste – die Gründerszene im „echten Norden“ ist nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz quicklebendig. Heute trafen sich rund 140 Mitglieder des Netzwerks und des Vereins „StartUp SH“ im Kieler Wissenschaftszentrum zum Summit 2018.

Dazu sagte Buchholz am Rande der Veranstaltung (Audio starten – „im Browser anhörden“)

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer fügte an: „Wir haben hier eine Chance durch unsere landesweite Vernetzung besser als andere zu sein.“

Die Vereinsvorsitzende und Sprecherin des Netzwerks, Anke Rasmus, lobte die „Geburt des Kindes StartUp SH, das jetzt laufen lernt“: „Gemeinsam sind wir stark. Mit dem heutigen Tag haben wir einen weiteren Meilenstein im großen Netzwerk StartUp SH gesetzt.“ Nur, wenn man voneinander wisse, könne man auch miteinander etwas bewegen. „Der Summit zeigt gerade auch uns Unternehmern wie wichtig es ist, das Thema Entrepreneurship in der Bildungslandschaft noch besser zu verankern“, so Holger Fischer, Geschäftsführer der BioMedTec Management GmbH und Schatzmeister des Vereins.

Der Summit gliederte sich in drei Blöcke: „Entrepreneurship Education an Schulen“, dem Marktplatz der Projektpartner und Mitglieder sowie sieben Sessions, die Einblicke in die Bedeutung und Besonderheiten von grünen Startups sowie Vernetzung, Sichtbarkeit und Empowerment für GründerInnen gab.

Der große Zuspruch, die vielen neugierigen Besucher und eine tolle Atmosphäre, das war der gelungene Auftakt von noch vielen weiteren Veranstaltungen, die das Netzwerk StartUp SH künftig für Gründer und die Gründerlandschaft ins Land hinaustragen will. StartUp SH steht für eine große Gemeinschaft, die weiter wächst.

 

Land und Landesbetrieb im Vorwärtsgang bei der Sanierung der knapp 3600 Kilometer Landesstraßen

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LBV.SH-Direktor Torsten Conradt (rechts) mit seinem Kollegen Christoph Köster (links), der Minister Buchholz den Sanierung- und Investitionspfad erläutert

Mehr Geld, mehr Personal, mehr Baustellen: Die vor einem Jahr gestartete Sanierungsoffensive für das 3.541 Kilometer umfassende Landesstraßennetz in Schleswig-Holstein wird weiter ausgedehnt. Aktuell sind über 950 Kilometer Landesstraßen dringend sanierungsbedürftig, rund 900 Kilometer davon sollen in den kommenden vier Jahren wieder flottgemacht werden. Hinzu kommen Sanierungen von über 400 Kilometer Radwegen und über 50 Brücken. Dafür stellt die Landesregierung allein bis 2022 rund 360 Millionen Euro zur Verfügung. Parallel dazu soll das bereits auf 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgestockte Personal in diesem Bereich mittelfristig nochmals deutlich erweitert werden.

„Um den in Jahrzehnten aufgebauten gesamten Sanierungsstau von über einer Milliarde Euro zu beseitigen, haben wir in unserer Erhaltungsstrategie jährliche Investitionen von insgesamt 90 Millionen Euro bis zum Jahr 2030 festgeschrieben“, sagte heute Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz. Zusammen mit dem Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH), Torsten Conradt, stellte Buchholz sowohl die Entwicklungsstrategie als auch den mittlerweile zweiten Zustandsbericht für das Landesstraßennetz vor. Erstmals wurde im Jahr 2014 ein Landestraßen-Zustandsbericht vorgelegt.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz in der Pressekonferenz weiter (Audio starten – „im Browser anhören“):

Nach der jüngsten Analyse hat sich die Qualität der Landesstraßen in den letzten vier Jahren nur marginal verbessert: von 31 Prozent schlechter Straßen (Zustandsnote unter 3,5, siehe ausführlicher Bericht) auf nunmehr 27 Prozent. Für Buchholz und LBV.SH-Chef Conradt besteht damit weiterhin akuter Handlungsbedarf: „Der jahrzehntelange Sanierungsstau hat der Substanz erheblich geschadet und beträgt fast 1,2 Milliarden Euro“, so Conradt. LBV.SH-Straßenbauexperte Christoph Köster ergänzt: „Wir müssen bis 2022 insgesamt knapp 900 Kilometer sanieren, um die Landesstraßen bis 2030 auf Normalnull zu bringen.“ Daher sei eine Trendwende unumgänglich. Und auch die gut 660 landeseigenen Brücken seien laut Zustandsbericht in ihrer Altersstruktur so weit fortgeschritten, dass sie in den nächsten Jahren dringend eine Verjüngungskur benötigten, so Köster.

Laut Buchholz wurden für die mittelfristige Erhaltungsstrategie bis 2022 zudem 190 Einzelmaßnahmen identifiziert, die vom LBV.SH vordringlich umgesetzt werden müssen. „Von über 3500 Kilometern Landestraßen kann natürlich nicht jede Strecke allerhöchste Priorität haben. Darum haben wir eine faktenbasierte Dringlichkeitsbewertung vorgenommen. Das bedeutet: Jede schlechte Straße kommt dran, aber in einem Ranking nach objektiven Kriterien.“ Darüber hinaus erinnerte der Minister daran, dass die Landesregierung die Erhaltungsinvestitionen für die Landesstraßen im Vergleich zur letzten Legislaturperiode mehr als verdoppelt habe. Wurden zwischen 2013 und 2016 im Jahresdurchschnitt 23,7 Millionen Euro in die Landesstraßenerhaltung investiert, waren es in den vergangenen beiden Jahren im Durchschnitt 62 Millionen Euro. „Wenn wir und künftige Landesregierungen diesen Kurs beibehalten, dann werden unsere Landesstraßen im Jahr 2030 wieder nahezu flächendeckend in Ordnung sein“, so Buchholz.Sanierungslängen

Zu den größten Einzelvorhaben in den kommenden drei Jahren zählen unter anderem die Landesstraße L 173 zwischen Barlt und Brunsbüttel mit 16 Kilometer Sanierungslänge sowie die L 28 im Kreis Nordfriesland zwischen Bredstedt und Viöl (14,6 Kilometer) oder die L 57 zwischen Eutin und Schönwalde im Kreis Ostholstein (14,1 Kilometer).

LBV-Chef Conradt dankte der Landeregierung für die großangelegte Sanierungsoffensive: „Doch es wird auch eine Mammutaufgabe, die wir nicht alleine stemmen können. Wir sind nicht nur auf das Verständnis und die Unterstützung der Bauwirtschaft, der Logistiker, der Berufspendler und Anlieger angewiesen. Wir sind auf die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger angewiesen, um die Verkehrswege wieder in den Zustand zu bringen, den sie alle verdienen.“

Hier geht es zum gesamten Landesstraßen-Bericht

Und hier zur Liste der Einzelmaßnahmen

Auch Buchholz appellierte in dem Zusammenhang noch einmal an die Autofahrerinnen und Autofahrer: „Uns ist klar, dass wir vor allem der Wirtschaft und den Pendlern mit der Vielzahl der Baustellen in den nächsten Jahren eine harte Geduldsprobe zumuten. Doch mit jeder Baustelle, die wir heute nicht einrichten, vergrößern wir das Problem und müssen künftig noch mehr und noch länger sanieren. Bringen Sie der Arbeit unserer Kollegen auf den Baustellen also bitte die nötige Rücksicht und Wertschätzung entgegen.“

Zugleich erinnerte der Minister daran, dass der Landesbetrieb zur Bewältigung der Mammutaufgabe nach wie vor dringend auf gute Fachkräfte angewiesen sei. Die Landesregierung habe dafür bereits an der Fachhochschule Kiel extra einen neuen Ingenieurs-Studiengang ins Leben gerufen, der allerdings erst in einigen Jahren erste Absolventen ins Berufsleben schicken wird. Buchholz: „Unser Landesbetrieb mit seinen Niederlassungen in Kiel, Flensburg, Lübeck, Itzehoe und Rendsburg bietet nicht nur sichere, sondern vor allem auch abwechslungsreiche Arbeitsplätze samt guter Aufstiegschancen. Und das in einem der schönsten Urlaubsländer Deutschlands. Wir freuen uns über jede Bewerbung.“

Hier zum Livestream der PK

Buchholz und LBV.SH-Chef Conradt legen Bericht und Strategie zum Zustand der Landesstraßen vor

Der Zustand vieler Landesstraßen in Schleswig-Holstein ist weiterhin unbefriedigend. Bei der Analyse von 2013 sei etwas über ein Drittel aller Landesstraßen in einem überaus schlechten Zustand gewesen und dieser Wert habe sich leider in den vergangenen Jahren wegen unzureichender Investitionen nicht wesentlich verbessert, sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz. Buchholz wird heute um 11 Uhr vor der Presse in Kiel den neuen Landesstraßenzustandsbericht für Schleswig-Holstein präsentieren. Gemeinsam mit dem Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, Torsten Conradt, legt der Minister außerdem  die «Strategie zur Entwicklung der Landesstraßen in Schleswig-Holstein 2019−2030» vor.

Die Landesregierung habe bereits vergangenes Jahr umgesteuert und die Mittel für Erhaltungen mehr als verdoppelt, betont Buchholz. Außerdem werde auch das Personal weiter aufgestockt. Neben den 3600 Kilometern Landesstraßen geht es bei dem Erhaltungsprogramm auch um rund 2200 Kilometer Radwege und 660 Brückenbauwerke im Land. Die konsequente Sanierung der Landesstraßen sei ein zentrales Vorhaben der Landesregierung, so Buchholz.

Buchholz: Unsere Häfen sind das Rückgrat eines funktionierenden Logistik-Systems

Ob Landstrom in Kiel, die Folgen des Brexit für die norddeutschen Häfen – oder die Veränderungen der Maritimen Branche durch die Digitalisierung…. Das alles waren Themen, die Wirtschafts- und Verkehrsminiser Dr. Bernd Buchholz diese Woche beschäftigt haben. Zuletzt beim vierten Deutsch-finnischen Hafentag, der gestern in der Lübecker Musik- und Kongresshalle (MuK) mit 250 Gästen stattfand.

Für Minister Buchholz alles zusammen seine „Meldung der Woche“… (Video starten)

Vierter deutsch-finnischer Hafentag – Buchholz: Digitalisierung auch hier auf dem Vormarsch

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Gruppenbild mit Botschafterin und Minister: Ritva Koukku-Ronde mit Buchholz, Konsul Bernd Jorkisch und Lübecks Hafenchef Jürgens

Die engen deutsch-finnischen Handelsbeziehungen mit einem Gesamtvolumen von jährlich mehr als 200 Millionen Euro sind für den Lübecker Hafen eines der wichtigsten Fundamente für den weiteren Konsolidierungskurs. Rund ein Drittel seines Umschlages wickelt der Hafen mit Finnland ab. „Es gibt ein enormes Potenzial zur Vertiefung der Beziehungen. Diese sehe ich außer in der Politik und der Wirtschaft vor allem in der Digitalisierung“, betonte Finnlands Botschafterin in Deutschland, Ritva Koukku-Ronde, heute beim vierten Deutsch-Finnischen Hafentag in Lübeck. Rund 250 Vertreterinnen und Vertrete aus Wirtschaft und Politik waren der Einladung der Lübecker Hafengesellschaft mbH (LHG), des Honorarkonsuls von Finnland in Lübeck, Bernd Jorkisch sowie des Wirtschaftsministeriums in die Musik- und Kongresshalle Lübeck gefolgt.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt sei das Thema Umwelt, sagte die Botschafterin. „Es ist kaum bekannt, dass finnische Werften rund 60 Prozent der ‚Traumschiffe‘ bauen. Mit dem Bau sind Fragen des Umweltschutzes auf See und in den Häfen verbunden. Jedes Schiff kann dank der Digitalisierung zu einer kleinen Smart City werden.“ Daher biete auch dieser Bereich große Chancen für die Zusammenarbeit beider Länder.

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz warb ebenfalls für mehr Kooperationen. Die deutsch-finnischen Beziehungen gingen über die Hafenwirtschaft hinaus. „Die Ernährungswirtschaft ist ein bedeutender Schwerpunkt“, sagte der Minister, der zuvor an einem Fachforum bei der H. & J. Brüggen KG zum Thema „Personalisierte Ernährung“ teilgenommen hatte. „Es dauert nicht mehr lange, dann kann meine digitale Armbanduhr auf der Basis meiner aktuellen physischen Daten vorgeben, welches Müsli mir ein Gerät zu Hause zusammenstellen soll.“ Bei der Entwicklung könnten deutsche und finnische Experten zu Vorreitern werden. „Während wir Digitalisierung zuweilen noch mehr oder weniger buchstabieren müssen, haben die Finnen Vieles im Bereich von Industrie 4.0 längst umgesetzt. Davon würden wir uns gern etwas abgucken“, sagte er. Der Minister hatte 2017 die Idee, eine finnische Wirtschaftsdelegation nach Schleswig-Holstein einzuladen. Deren Teilnehmer besuchten vor dem eigentlichen Hafentag auch ein Fachforum für Logistiker.

Auch hier gebe es viele Ansätze, von denen beide Länder profitieren können, sagte LHG-Geschäftsführer Prof. Dr. Sebastian Jürgens. In den finnischen Häfen, wie im diesjährigen Partnerhafen Hanko, habe die Digitalisierung bereits einen sehr hohen Grad erreicht, der auch in Deutschland wünschenswert wäre. „Es gibt zum Beispiel einen Datenaustausch zwischen Hafenwirtschaft und Automobilindustrie, bei dem die Industrie detailliert meldet, welche Produkte sie wann in welchem Trailer versendet. Diese Präzision hilft den Herstellern dabei, niedrige Lagerzustände zu halten, und den Logistikern, die Lieferketten zu planen“, so Jürgens.

Der finnische Konsul in Lübeck, Bernd Jorkisch, erwartet von der engen Kooperation beider Länder ebenfalls wichtige Impulse für den Ostseehandel. „Seit der Erholung der finnischen Wirtschaft nach der Finanzkrise 2008 nimmt auch der Warenaustausch zwischen beiden Ländern zu. Gemeinsam mit den skandinavischen und baltischen Partnern arbeiten wir daran, die Ostsee wieder in einen prosperierenden Markt zu verwandeln. Die maritime Wirtschaft hat dabei eine führende Rolle.“ Lübeck komme als Drehscheibe für den Ostseehandel eine besondere Bedeutung zu. „Gemeinsam haben wir große Chancen, über die wir beim Deutsch-Finnischen Hafentag informieren wollen“, so Jorkisch.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus