
Der Austausch sämtlicher Dalben in den Weichen des Nord-Ostsee-Kanals ist abgeschlossen. Die letzten Rammschläge in den Weichen Breiholz und Oldenbüttel seien erledigt, teilte die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) heute mit. Der Bund habe insgesamt 50 Millionen Euro in sichere Schiffsbegegnungen investiert. Im Kanal gibt es zwölf Ausweichstellen, in denen sich auch die größten Schiffe begegnen können. Hier ist der Kanal deutlich breiter als in der Strecke, so dass dort entgegenkommende Schiffe abgewartet und langsame Schiffe oder Schleppverbände überholt werden können.
An den Dalbenreihen in den Weichen können wartende Schiffe sicher anlegen. Seit Oktober 2017 wurden in vier Weichen der westlichen Kanalstrecke (Brunsbüttel Nord, Kudensee, Oldenbüttel und Breiholz) rund 220 Holzdalbenbündel gegen 176 neue Stahldalben getauscht. Das kostete 13 Millionen Euro. Zuvor waren die Dalben auf der Oststrecke zwischen Rendsburg und Kiel-Holtenau sowie in den weiteren Weichen der Weststrecke ausgewechselt worden.
Die neuen Dalben bestehen aus bis zu 30 Meter langen Stahlrohren. Sie wiegen jeweils 25 Tonnen und haben oben einen drehbaren Aufsatz. «In den bereits umgerüsteten Weichen hat sich gezeigt, dass die neuen Dalben mit diesem Fenderaufsatz erheblich höhere Belastungen aushalten», sagte Projektleiterin Sabine Zebermann vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau. «Wir verzeichnen deutlich weniger Anfahr- und Reibeschäden.»
Zudem seien die Stahldalben unempfindlich gegenüber Bohrmuscheln, die den alten Holzdalben zugesetzt und deren Standsicherheit gemindert hätten. Die Stahldalben seien auch leichter zu setzen als die zu Bündeln zusammengefassten Holzpfähle. Und die erwartete Nutzungsdauer sei mit 45 statt 15 Jahren deutlich länger. Die ersten neuen Dalben waren 2008 in der Weiche Groß-Nordsee sowie im Binnen- und Nordhafen Kiel gesetzt worden.



Verkehrsminister Buchholz und LBV-SH-Chef Conradt zeigten sich zufrieden: Damit habe sich schon nach wenigen Tagen gezeigt, dass die Entscheidung zur Anschaffung des 40 Meter langen und rund 85.000 Euro teuren Zauns richtig gewesen sei.
Allein die Mail-Zuschriften an unser Ministerium reichten von teils amüsierten Kommentaren („… somit fordere ich Sie auf, auch ein Drittel der Kosten für meine Garagen-Renovierung zu übernehmen„), über leidenschaftlich sachliche Diskussionsbeiträge bis hin zu blanken Wut- und Hass-Mails.



Zusammen mit Ministerpräsident Daniel Günther zeigte sich Wirtschaftsminister Bernd Buchholz erfreut über den Erfolg der Verhandlungen, die vom Wirtschaftsministerium eng begleitet worden waren. Durch die Einbindung von tkms erhöhe die Kieler Werft einerseits ihre Chancen durch mehr know how und im Erfolgsfall auch deutlich den deutschen Wertschöpfungsanteil. „Neben Schleswig-Holstein werden auch Hamburg, Bremen und Niedersachsen profitieren“, sagte Buchholz. Nach Angaben von Germal Naval Yards werden die ausgewählten tkms-Spezialisten ihr Wissen insbesondere bei der Integration des Waffeneinsatzsystems sowie bei der Intensivnutzbarkeit der Schiffe einbringen.
Buchholz sagte weiter – Audio starten


