Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) hat die Wirtschaft im nördlichsten Bundesland im vergangenen Jahr mit 2,33 Milliarden Euro unterstützt. Schwerpunkte waren die Soziale Wohnraumförderung und die Förderung von Unternehmensnachfolgen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bank, Erk Westermann-Lammers heute in Kiel.
Im Jahr 2016 hatte das Fördervolumen bei 2,36 Milliarden Euro gelegen. Westermann-Lammers begründete diesen Rückgang damit, dass vor allem Kommunen verstärkt eigene Mittel eingesetzt hätten, um Strafzinsen zu vermeiden.
Insgesamt wurden 2017 mehr als 1700 Wohneinheiten in die Förderung aufgenommen, das waren fast doppelt so viele wie 2016. Dafür wurden 171 Millionen Euro an Fördermitteln vertraglich vereinbart (2016: 178 Millionen), der Anteil der Sozialen Wohnraumförderung daran lag konstant bei 119 Millionen Euro.
Die Bilanzsumme der IB.SH blieb mit 19 Milliarden Euro stabil, der Zinsüberschuss lag bei 108 Millionen Euro (2016: 105 Millionen). Das Ergebnis vor Risiko und Bewertung bleib mit 62 Millionen Euro unter dem des Vorjahrs (2016: 67 Millionen).
Die deutsch-dänische Fährreederei Scandlines ist für 1,7 Milliarden Euro verkauft worden. Der britische Finanzinvestor 3i, seit 2013 alleiniger Inhaber der Reederei, habe das Unternehmen an ein Konsortium aus den Vermögensverwaltern First State Investment und Hermes Investment Management verkauft, teilte Scandlines heute mit. 3i habe jedoch im Anschluss wieder Anteile über 35 Prozent neu erworben. Die australische First State Investment halte nun gut 50 Prozent, 3i 35 Prozent und die ebenfalls britische Hermes Investment Management 14,9 Prozent an dem Unternehmen. Der Nettoerlös für 3i betrug den Angaben zufolge 347 Millionen Euro.
Spekulationen über einen Verkauf von Scandlines waren zuletzt im Dezember aufgekommen, nachdem die britische Zeitung «Sunday Times» darüber berichtet hatte. Damals war ein Kaufpreis von 1,5 Milliarden Euro genannt worden.
Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz bezeichnete den Einstieg des Finanzinvestors als durchaus gute Nachricht: „Die Entscheidung zeigt ja sehr deutlich, dass die Investoren sich – ebenso wie die Landesregierung von Schleswig-Holstein – sehr gut vorstellen können, dass neben dem Fehmarnbelttunnel auch eine Fährlinie auf dieser Route wirtschaftlich zu betreiben ist. Das ist gut für den Tourismus in der Region – und gut für den Wirtschaftsstandort insgesamt“, sagte Buchholz.
Scandlines betreibt zwei Fährlinien zwischen Rostock und dem dänischen Gedser und von Puttgarden in Schleswig-Holstein nach Rødby mit insgesamt rund 42 000 Überfahrten pro Jahr. Der Investor 3i war
2007 in die Reederei eingestiegen und hatte seinen Anteil von zunächst 40 Prozent bis 2013 auf 100 Prozent ausgebaut.
Die seit knapp zehn Jahren andauernden Planungen zum Bau des Fehmarnbelttunnels zwischen Puttgarden und dem dänischen Rødby nähern sich der Ziellinie: Wie Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute am Rande des Landtags mitteilte, wurde in den letzten Tagen das zweite große Planänderungsverfahren abgeschlossen. Die Planänderungen waren rechtlich zwingend, nachdem im Sommer letzten Jahres 12.600 Einwendungen gegen das Projekt erhoben wurden.
Buchholz sagte:
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„Weitere Hürden sind nicht in Sicht und damit liegt der schwierigste Teil des Weges hinter uns – bei einem Projekt, das umweltrechtlich zu den komplexesten und anspruchsvollsten deutschen Infrastrukturvorhaben der letzten Jahrzehnte zählt“, sagte Buchholz. Die Realisierung des größten transeuropäischen Verkehrsprojekts rücke damit einen großen Schritt näher. „Darauf können wir stolz sein“, so Buchholz. Er dankte zugleich der dänischen Regierung, die das 7,4-Milliarden-Euro-Projekt nahezu allein finanziert, für die gute Zusammenarbeit: „Ich bin sicher, dass wir auch den Rest des Weges erfolgreich meistern werden.“
Das unabhängige Amt für Planfeststellung Verkehr (APV) auf deutscher Seite ist derzeit dabei, alle nötigen Abwägungen zu treffen, den Planfeststellungsbeschluss zu verfassen und damit das Verfahren rechtssicher zu Ende zu bringen. „Ich rechne mit dem Beschluss bis spätestens zum Jahresende“, sagte Buchholz.
Mit Blick auf die Verfahrensdauer verwies der Minister auf die schwierigen umweltrechtlichen Fragen bei dem Vorhaben. So hätten die Projektträger Femern A/S und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) bei Fragen des Gewässer- und Tierschutzes teilweise rechtliches Neuland betreten müssen. Zudem sei in jeder Planungsphase eine sorgfältige Abwägung aller Interessen nötig. „Das wird durch unsere Planfeststellungsbehörde gewährleistet – denn nur durch einen qualitativ hochwertigen Beschluss werden wir gegen die angekündigten Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht bestehen können“, so Buchholz. Er erinnerte daran, dass er nach seinem Amtsantritt die Planfeststellungsbehörde organisatorisch neu aufgestellt, personell aufgestockt und außerdem einen externen Planungsrechts-Experten mit der Koordinierung und Beschleunigung des Verfahrens beauftragt hat.
Am 23. März beschäftigte sich auch der Landtag noch einmal mit dem Thema. Hier die Rede von Buchholz:
Die deutsche Wirtschaft läuft auf Hochtouren und wird nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) durch die Politik der neuen Bundesregierung weiter angeheizt. Das IfW erhöhte heute seine Wachstumsprognose für das nächste Jahr um 0,1 Punkte auf 2,3 Prozent und warnte vor einer Überhitzung der Konjunktur. Für das laufende Jahr ließen die Kieler Wirtschaftsforscher ihre Vorhersage von 2,5 Prozent Wachstum unverändert. «Die Frage ist derzeit weniger, wo sieht man Anzeichen einer Überhitzung in der Wirtschaft, sondern eher, wo sieht man noch keine», sagte der Leiter des Prognosezentrums des Instituts, Prof. Stefan Kooths.
Sowohl die Binnen- wie auch die Außenwirtschaft blieben treibende Kräfte des Wachstums, heißt es. Angesichts der sich weiter verbessernden Lage am Arbeitsmarkt und der geplanten Abgabensenkungen und zusätzlichen Leistungen werde der private Konsum im kommenden Jahr um beachtliche 2,2 Prozent wachsen, dem höchsten Wert seit 1999. Dazu tragen bei die geplante Absenkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung, die Mütterrente II, das Baukindergeld sowie diverse Investitions- und Förderprogramme.
Weitere Zuwächse der Wirtschaftsleistung würden immer mehr durch Kapazitätsengpässe begrenzt. Die Kapazitäten der Industrieunternehmen seien mehr als ausgelastet; sie nehmen mehr Aufträge an, als sie bewältigen können. Im Dienstleistungsbereich sei die Knappheit an Arbeitskräften der bedeutendste Hemmschuh. Auch andere Branchen litten an einem Mangel an geeignetem Personal. Das führe zu höheren Beschäftigtenzahlen und die Löhne und Gehälter steigen wie lange nicht mehr. Das IfW rechnet mit einem Zuwachs von 5,0 Prozent in diesem und 4,7 Prozent im nächsten Jahr. Ähnliche Steigerungen habe es zuletzt im Jahr 1992 gegeben.
Nach den Worten von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz zeigen die Stimmungsbarometer in der Wirtschaft in Schleswig-Holstein weiterhin deutlich aufwärts. „Unabhängig von der Frage einer drohenden Überhitzung sind wir gut beraten, die die gute Konjunktur dafür zu nutzen, sich für die großen Herausforderungen der kommenden Jahre gut aufzustellen“, so der Minister mit Blick auf die Themenbereiche Energiewende, Digitalisierung und Fachkräftesicherung.
Nach dem Höhenflug im vergangenen Jahr startet der Tourismus in Schleswig-Holstein auch 2018 äußerst vielversprechend: Nach den heute vorgelegten Januar-Zahlen des Statistikamtes Nord wurden erneut mehr Gäste und Übernachtungen verzeichnet als im Vorjahr. Es wurden über eine Million Übernachtungen und knapp 300.000 Gäste gezählt, was einem Anstieg von 12,2 bzw. zehn Prozent im Vergleich zum Januar 2017 entspricht. Bei den Übernachtungen liegt der echte Norden deutlich über dem Bundesdurchschnitt, der eine Steigerungsrate von fünf Prozent aufweist.
Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz zeigte sich entsprechend zufrieden: „Ich bin zuversichtlich, dass sich die positive Entwicklung auch in diesem Jahr fortsetzen wird. Ziel ist vor allem, dass die Gäste, die zum ersten Mal in Schleswig-Holstein ihren Urlaub verbringen, auch wiederkommen. Dazu wollen wir mit einem guten Angebot und mit hoher Qualität überzeugen.“
Wie der Minister weiter sagte, belegen die Zuwächse im Januar und weiteren Monaten der Nebensaison, dass sich die jüngsten Anstrengungen und Investitionen der Branche und des Landes auszahlen: „Schleswig-Holstein entwickelt sich mehr und mehr zur Ganzjahresdestination. Darum brauchen wir eine Infrastruktur für das ganze Jahr.“ Dazu zählt Buchholz neben attraktiven Unterkünften und einer vielfältigen Natur unter anderem gute und geöffnete Restaurants oder Wellnesseinrichtungen. „Ich bin sicher, dass wir noch weitere touristische Schätze heben können“, so Buchholz.
In die Januar-Erhebung einbezogen waren 2.963 geöffnete Beherbergungsstätten (ab zehn Betten) mit 169.000 Gästebetten sowie 79 geöffnete Campingplätze.
Großer Andrang: Buchholz mit Vertretern der DEGES und des LBV-SH bei der Informationsveranstaltung zur A 20 im Amt Trave-Land bei Klein Gladebrügge
Gemeinsam mit dem Bereichsleiter der Straßenplanungsgesellschaft DEGES, Bernd Rothe, besucht Verkehrsminister Bernd Buchholz zur Stunde die Gemeindevertreter-Sitzung in Klein Gladebrügge bei Bad Segeberg. Die 600-Einwohner-Gemeinde klagt ebenso gegen die Umfahrung von Segeberg wie auch gegen den Abschnitt von Wittenborn bis an die Autobahn A 7.
Aus Sicht der Anwälte der Kommune sind unter anderem die verschiedenen Varianten der Trassenführung nicht ausreichend von den Planern und der Planfeststellungsbehörde abgewogen worden. Die zuständige Planerin vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH), Britta Lüth, erläuterte den Bürgerinnen und Bürgern zunächst den aktuellen Planungsstand und die möglichen zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen für die Trasse (siehe Visualisierung, Bild oben). Dabei machten sowohl Lüth als auch Buchholz klar, dass vor allem kräftig in den Lärmschutz investiert werde – und zwar über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus…
Zu seinen Erwartungen an die Einwohnerversammlung hatte Buchholz vor der Bürgerstunde gesagt:
Mit Blick auf das beim Bundesverwaltungsgericht anhängige Fehlerheilungsverfahren zum Segeberg-Abschnitt der A 20 sagte Buchholz in der Sitzung weiter:
Die Planung und der Weiterbau der A 20 sind formell bereits im vergangenen Jahr an die DEGES abgegeben worden. Die DEGES befindet sich im Eigentum des Bundes und der Länder. Ab 2021 ist für sämtliche Autobahn-Projekte in Deutschland eine noch zu gründende Bundesinfrastrukturgesellschaft zuständig.
Zum Übergang der A 20-Planung an die DEGES: hier klicken
Startschuss für den Bau einer eHighway-Teststrecke zwischen Reinfeld und Lübeck auf der A 1: Im Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel GmbH (FuE-Zentrum FH Kiel GmbH) wurde jetzt der Auftrag zum Bau einer zunächst acht Kilometer langen elektrischen Oberleitung erteilt.
Wie Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute in Kiel sagte, sei das Land in aussichtsreichen Gesprächen mit dem Bundesumweltministerium, die Strecke mittelfristig noch zu erweitern. Das bisherige Gesamtvolumen für das vollständig vom Bund finanzierte Vorhaben beläuft sich auf rund 14 Millionen Euro.
Buchholz sagte weiter:
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Energiewendeminister Dr. Robert Habeck zeigte sich erfreut, dass es gelungen sei, das Projekt in kurzer Zeit auf die Beine zu stellen: „Das war ein Kraftakt, der nur durch ein gutes Zusammenspiel gelingen konnte. Danke dafür! Wir müssen nicht nur den PKW-Verkehr ökologisch machen, sondern auch beim Lkw-Verkehr Alternativen zum Diesel entwickeln. Der eHighway ist eine solche. Ich hoffe, dass der Test gelingt und die Strecke sukzessive immer länger wird.“
Energiewendeminister Habeck
Auch Buchholz sprach von einer „höchst innovativen Form des Lkw-Antriebs, der den Güterverkehr eines Tages nahezu emissionsfrei machen“ könne. Nach den Worten von Roland Edel, Technologiechef der Division Siemens Mobility, beweise der eHighway vor allem eines: „Klimaneutraler Güterverkehr auf der Straße ist möglich. Und das System der Oberleitungs-Lkw ist ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zur Erreichung unserer Klimaziele. Das Projekt in Schleswig-Holstein zeichnet sich besonders dadurch aus, dass der „Treibstoff“ für die Lastwagen gleichsam entlang dieser hochfrequentierten Strecke aus regenerativer Windenergie gewonnen wird.“
Für den Bau des eHighway wird nach Angaben des federführenden Kieler FuE-Zentrums ein Oberleitungssystem zwischen der A1-Anschlussstelle Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck errichtet, über das der elektrische Antrieb eines Hybrid-Lkw mit Strom versorgt werden kann. Der Bau der Fahrleitungsanlage wird von der Siemens AG in Zusammenarbeit mit SPL Powerlines Germany GmbH realisiert.
Das Oberleitungssystem wird voraussichtlich Mitte 2019 in Betrieb genommen und mit Strom aus der regenerativen Erzeugung betrieben. Die in Reinfeld ansässige Spedition Bode ist das erste Logistik-Unternehmen, das die Oberleitung-Hybrid-Lkw (OH-Lkw) im Realbetrieb testen wird. Die OH-Lkw werden mit einem Hybridsystem aus Diesel- und Elektromotor ausgestattet sein. Im Rahmen eines mehrjährigen Feldversuches folgt die ökonomische und ökologische Bewertung des Systems unter realen Verkehrsbedingungen.
Unterzeichneten bereits gestern den Vertrag (von links): Guido Kirmaier (SPL Powerlines Germany GmbH), Daniel Zimmermann (Siemens AG), Björn Lehmann-Matthaei (Forschungs- und Entwicklungszentrum FH Kiel GmbH) Gerrit Stumpe (Siemens AG)
Kräftiger Planungs-Schub für den dreistreifigen Ausbau der Bundesstraße 5 zwischen Husum und Tönning: Wie Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Buchholz am Abend in Husum sagte, sollen ehemalige Planer der Autobahn A 20 ab Ende dieses Monats an den dreistreifigen Ausbau der Bundesstraße gesetzt werden.
„Das Land hat – beispielsweise für den vier Kilometer Bauabschnitt zwischen Rothenspieker und Reimersbude – bereits seit Januar 2016 eine Finanzierungszusage des Bundes. Nun geht es endlich an die Umsetzung. Und um dem landesweiten Bauboom besser zu managen, haben wir die Planungskapazitäten für den Ausbau der B 5 in Nordfriesland deutlich erhöht. Mit einer personellen Aufstockung beim Amt für Planfeststellung Verkehr ist zudem sichergestellt, dass Planungen schnellstmöglich zu Baurecht werden“, sagte Buchholz bei der Mitgliederversammlung des Vereins Infrastruktur Westküste im Congresszentrum Husum.
Weiter sagte Buchholz:
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Möglich wird der Planungsschub durch die Übergabe der A 20 in die Obhut der Bundesgesellschaft DEGES. Mit der Entscheidung, die Dreistreifigkeit der B 5 voranzutreiben, wird nach Angaben des Verkehrsministeriums ein Planungsvolumen von insgesamt 110 Millionen Euro in Gang gesetzt.
Buchholz machte deutlich, dass bei dem Projekt trotz des Planungs-Anschubs weiterhin Geduld gefragt sei: „Es werden auch übermorgen noch keine Bagger rollen, denn wie wir aus dem zähen Verfahren um die B-5-Ortsumgehung Hattstedt-Bredstedt wissen, brauchen sogar die Ausbauprojekte inzwischen einen langen Atem.“ Bei den ersten Planungsschritten für den B-5-Ausbau gehe es unter anderem um die Erfassung von ökologischen Daten.
Mit Blick auf die nördlich von Husum gelegenen Ortsumgehungen in Hattstedt und Bredstedt erinnerte der Minister daran, dass zwar mit einigen Klägern Vergleiche erzielt wurden, zwei Klagen aber weiter anhängig seien. Die Ergebnisse der im Februar erfolgten Erörterungen – unter anderem mit der Bürgerinitiative Jelstrom und einem privaten Kläger – würden derzeit ausgewertet. „Unser Landesbetrieb setzt mit Unterstützung von Landrat Harrsen derzeit alles daran, mit dem privaten Kläger noch eine Einigung hinzubekommen. Mit der AG Jelstrom ist trotz intensiver Bemühungen aber leider nach wie vor keine Einigung in Sicht.“
Mit ersten Bauarbeiten an der B 5 in Höhe Husum rechnet der Landesbetrieb frühestens Ende 2019.
Staatssekretär Rohlfs bei der Bescheidübergabe mit Lena Thombansen vom Verein „Arbeit und Leben“ in Kiel sowie mit DGB-Nord-Chef Polkaehn
Unterwegs für faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen: Die Beratungsstelle Arbeitnehmerfreizügigkeit Schleswig-Holstein informiert ausländische Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen über ihre Rechte auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Schwerpunkt sind Beratungen in rumänischer, bulgarischer und polnischer Sprache. Im vergangenen Jahr hat das Team der Beratungsstelle bereits 766 Beratungen vorgenommen. Diese Arbeit wird nun für ein weiteres Jahr fortgesetzt. Dazu überreichte Arbeitsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs am Nachmittag an die Leiterin der Einrichtung, Lena Thombansen, einen Förderbescheid über knapp 260.000 Euro.
Dazu sagten Rohlfs und DGB-Nord-Chef Uwe Polkaehn:
Nach den Worten von Thombansen kommen viele Menschen aus den osteuropäischen Ländern nach Schleswig-Holstein, um hier zum Beispiel im Bau- oder Gaststättengewerbe zu arbeiten. „Sie sind aber mit den hiesigen Arbeitsbedingungen nicht vertraut. Die Folge sind oft Arbeitsausbeutung und Lohndumping“, so Thombansen.
Im vergangenen Jahr hat das Team der Beratungsstelle bereits 766 Beratungen durchgeführt. „Die Tendenz ist steigend“, betont Lena Thombansen. Dabei geht es um die Themen Kündigungsschutz, Arbeitszeiten, Urlaubsanspruch, Lohnfortzahlungen bei Krankheit, Arbeitnehmerüberlassung und Arbeitnehmerentsendung.
Vielen Ratsuchenden kann geholfen werden. „Manchmal genügt es schon, wenn wir uns als Beratungsstelle an die Arbeitgeber wenden. Bei härteren Fällen arbeiten wir mit den Gewerkschaften zusammen oder setzen Rechtsanwälte ein“, so Lena Thombansen.
Das besondere Konzept: Die Beratungen finden nicht nur in den Räumen in der Legienstraße 22 in Kiel statt, sondern überall im Land. Mit einem Kleinbus, der als mobiles Beratungsbüro genutzt werden kann, ist das Beratungsteam in ganz Schleswig-Holstein unterwegs und bietet Unterstützung vor Ort. Thombansen: „Damit erreichen wir Betroffene, die aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse oder finanzieller Schwierigkeiten nicht nach Kiel zur Beratungsstelle kommen können, direkt in ihren Unterkünften und Communities.
Die schleswig-holsteinischen Häfen haben ihre führende Rolle unter den Küstenländern behauptet. Die im Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH) organisierten Mitgliedshäfen haben im vergangenen Jahr ein Umschlagergebnis von 53,6 Millionen Tonnen erzielt. Damit wurde nicht nur das Ergebnis von 2016 um 3,5 Millionen Tonnent übertroffen (+ 7,5 %), sondern sogar eine neue Bestmarke aufgestellt. 51 Millionen Tonnen gingen auf das Konto der „Big Four“ des GvSH (Lübeck, Kiel, Puttgarden und Brunsbüttel). Über diese vier Häfen laufen 95 Prozent des Gesamtvolumens. Aber auch die kleineren Häfen an der Westküste und am Nord-Ostsee-Kanal haben sich gut behauptet, vor allem bei den Passagierzahlen.
Präsentiert wurden die Ergebnisse im Rahmen des Parlamentarischen Frühstücks, das der GvSH in Zusammenarbeit mit der IHK Schleswig-Holstein zum wiederholten Male in Berlin ausrichtete. Die frühmorgendliche Veranstaltung in den Räumlichkeiten der Landesvertretung Schleswig-Holsteins zog viele Gäste aus Politik und Wirtschaft an. Zu den Teilnehmern zählten neben Wirtschaftsminister Bernd Buchholz und dem Chef der Landesvertretung, Staatssekretär Ingbert Liebing auch IHK-Hauptgeschäftsführer Björn Ipsen sowie zahlreiche Mitglieder des Bundestages , die sich nach dem Frühstück direkt zur Kanzlerwahl in den Reichstag begaben.
Zu dem herausragenden Umschlag-Ergebnis sagte Buchholz:
Der Lübecker Hafen als der umschlagstärkste Hafen der Region verzeichnet den höchsten absoluten Zuwachs um 1,3 Mio. to auf rd. 25 Mio. to (+5,5% ). Während die privaten Hafenbetreiber zusammen 2,7 Mio. t umschlugen, war bei der Lübecker Hafen-Gesellschaft vor allem die Zahl der LKW und Trailer im Ro-Ro-Verkehr (716.000) der Reedereien Finnlines, SOL Continent Line, Stena Line, Transfennica und TT-Line für den Mengenzuwachs auf 21,8 Mio. to ausschlaggebend. Die LKW-Mengen zogen leicht um 3 % an, die Zahl der Trailer erhöhte sich deutlich um 20 %. Positiv hat sich auch das Segment Fertigfahrzeuge entwickelt, hier stiegen die Mengen um 7 % auf knapp 70.000.
Prozentual am stärksten zulegen konnte der Seehafen Kiel. 2017 wurden 7,4 Mio. t umgeschlagen (+ 14 %). Ursächlich hierfür waren insbesondere ein starkes Westschwedengeschäft der Stena Line auf der Route Kiel – Göteborg sowie der Umschlag von Papierprodukten aus Ostschweden am neuen Forstproduktterminal. Die Fährverkehre nach Norwegen und ins Baltikum blieben auf hohem Niveau stabil. Im Kreuzfahrtbereich konnte Kiel die Zahl der Anläufe erneut ausbauen.
Eine beachtliche Mengensteigerung weisen auch die Brunsbütteler Häfen mit einem Zuwachs von 1,25 Mio. auf insgesamt 13,1 Mio. to auf. Mit diesem Rekordergebnis sieht sich der Universalhafen in seiner Strategie bestätigt, sich breit aufzustellen und die Erweiterung der Standorte in Schweden und im Norddeutschen Raum voranzutreiben. Nicht nur im Güterumschlag, sondern auch in der Personalstärke konnte Brunsbüttel zulegen – 50 neue Mitarbeiter wurden in den letzten drei Monaten eingestellt.
Auch Puttgarden blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Steigende LKW-Mengen auf der Verbindung Puttgarden – Rödby bescherten dem Hafen eine positive Entwicklung des Güterumschlags auf 5,5 Mio. to (+ 5%).
Ipsen
Die IHK Schleswig-Holstein fordert, die maritime Wirtschaft zukunftsfest zu machen. Dazu gehören nach Aussage von Björn Ipsen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein, in erster Linie die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. „Vor allem ein maritimes Innovationszentrum aber auch einfache und schlanke Förderprogramme für Innovationen im maritimen Bereich sind die Mittel der Wahl. Denn die Herausforderungen der Digitalisierungen liegen nicht nur im Breitbandausbau“, hebt Ipsen hervor. Er fordert, dass insbesondere die rechtlichen Voraussetzungen für autonome Schifffahrt geschaffen würden. Nur so könnten die Unternehmer in Deutschland zeitnah Pilotprojekte beginnen.
Außerdem weist Ipsen darauf hin, dass die maritime Wirtschaft Schleswig-Holsteins ihrer Schlüsselfunktion für das Land künftig nur dann gerecht werde, wenn sie ihren überproportionalen Bedarf an gut ausgebildeten Facharbeiter auch decken könne.
Der Ausblick auf das laufende Jahr ist durchweg optimistisch. Der GvSH rechnet mit weiteren Steigerungen und liegt damit auf demselben Kurs wie die von der Bundesregierung in Auftrag gegebene „Verkehrsprognose 2030“. Dennoch warnte Sebastian Jürgens, Vorstandsvorsitzender des GvSH und zugleich Chef der Lübecker Hafen-Gesellschaft: „Nachhaltiges Wachstum ist kein Selbstgänger. Es bedarf einer leistungsfähigen Infrastruktur, um die Entwicklung der schleswig-holsteinischen Häfen, und zwar nicht nur der großen, zielführend zu unterstützen.“
Zum geplanten Koalitionsvertrag der Großen Koalition äußert sich der GvSH im Großen und Ganzen optimistisch. Allerdings wären konkretere Umsetzungspläne, beispielsweise bei den Zukunftsthemen LNG oder Landstrom, wünschenswert.
Und so berichten die KN in ihrer Donnerstagausgabe:
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus