Initiative von Hamburg und Schleswig-Holstein für mehr Landstrom in deutschen Häfen

Nord-Wirtschaftsminister bringen Antrag zu mehr Luft-Reinhaltung in Hafenstädten durch Landstrom durch

Mit klarer Mehrheit wurde am Nachmittag auf der so genannten Amtschefkonferenz der Wirtschaftsminister in Berlin ein von Hamburg und Schleswig-Holstein getragener Antrag gebilligt, durch verstärkten Einsatz von Landstrom in den deutschen Häfen mehr zur Reinhaltung der Luft beizutragen. Adressat des Antrags, mit dem sich die Wirtschaftsminister kommendes Jahr auch bei ihrer Frühjahrskonferenz beschäftigen werden, sind der Bund und die Europäische Union.

Buchholz sagte nach dem Votum (Audio starten – „in Browser anhören“):

Ziel des Antrags ist laut Buchholz vor allem eine spürbare Reduzierung von Emissionen von Schiffen während der Liegezeiten von Frachtern wie Passagierschiffen. Die ökonomischen Rahmenbedingungen könnten vor allem durch eine Reduzierung der staatlichen Preisanteile am Landstrom verbessert werden, so Buchholz.

Schleswig-Holstein habe in der Konferenz zudem angeregt, bei der Reduktion von Emissionen aus der Schifffahrt einen technologieoffenen Ansatz zu verfolgen. Neben Landstrom kämen auch alternative emissionsmindernde Verfahren wie etwa Methanol-, LNG- oder Hybridantriebe in Frage. Zudem seien EU-und Bundesförderprogramme nötig, um den zügigen Ausbau der erforderlichen Netzinfrastruktur zu erreichen.

Um Wettbewerbsnachteile für deutsche Häfen zu verhindern, besteht nach den Worten des Ministers auch Handlungsbedarf auf europäischer Ebene. Die Bundesregierung sei deshalb insbesondere von den Küstenländern gebeten worden, sich bei der EU für gleiche Bedingungen in allen EU-Häfen einzusetzen. „Ich bin zuversichtlich, dass ein gemeinsames Vorgehen zum Erfolg führen wird. Bei allen Lösungen sind die Interessen der Hafenbetreiber, der Reedereien genauso zu berücksichtigen wie das Interesse der Bevölkerung in Hafenstädten an gesunder, schadstoffarmer Luft“, so Buchholz.

 

Buchholz nach Kabinetts-Entscheidung: Wir behalten die Regie über unsere Bundesstraßen

Land behält sein Bundesstraßen-Netz in eigener Regie – Buchholz: Klarheit für die 1400 Mitarbeiter des LBV-SH.

Das 1.533 Kilometer umfassende Netz an Bundesstraßen in Schleswig-Holstein wird zum allergrößten Teil in der Regie des Landes bleiben. Die Landesregierung hat sich heute  dafür entschieden, ab dem Jahr 2021 lediglich die rund 544 Kilometer Autobahnen im Land in die Obhut der künftigen Bundesinfrastruktur­gesell­schaft zu geben. „Rheinland-Pfalz und Niedersachsen haben diese Entscheidung bereits ebenfalls getroffen – die anderen Flächenländer werden absehbar geschlossen folgen. Und das aus gutem Grund. Denn damit behalten wir den Einfluss auf einem der wichtigsten Teile unserer Straßen-Infrastruktur im Land statt ihn zentral von Berlin aus oder einem anderen Ort außerhalb Schleswig-Holsteins verwalten zu lassen“, sagte Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz.

Buchholz sagte im Gespräch mit dem NDR Schleswig-Holstein-Magazin (heute Abend, 19.30 Uhr) unter anderem („Anhören im Browser“ klicken):

Er sei vom Kabinett beauftragt worden, mit dem Bund gleichwohl Gespräche über die Abgabe einiger Bundesstraßen-Abschnitte aufzunehmen. Dabei handele es sich beispielsweise um solche Strecken, die mittel- und langfristig ohnehin zu Autobahnen ausgebaut würden – etwa die B 404 – oder die aufgrund ihrer besonderen Nähe zu Autobahnen vom Bund deutlich effizienter zu verwalten seien als vom Land. Ein Überblick über die potenziellen Streckenabschnitte: hier

ohne ÜberschriftNach den Worten Buchholz sei die Kabinetts-Entscheidung vor allem eine gute Nachricht für die rund 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH). „Sie und ihre Familien sind während der letzten anderthalb Jahre durch die Diskussion im Nachgang zur Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen stark verunsichert und der LBV.SH dadurch auch ein Stück geschwächt worden“. Der jetzige Beschluss sorge für das nötige stabile Fundament für den Landesbetrieb, um den dringend nötigen Ausbau des Straßennetzes und dessen Sanierung entschlossen voranzutreiben.

Wie Buchholz weiter sagte, werde er sich dafür einsetzen, die bisherige Unwucht bei der Finanzierung von Bundes­straßen-Projekten zu mindern, die in Schleswig-Holstein jährlich mit bis zu 50 Millionen Euro Baukosten zu Buche schlagen. Buchholz: „Hintergrund ist, dass die Länder für Planung und Bauaufsicht lediglich drei Prozent der Kosten erstattet bekommen, der Bund selbst aber von einem Bedarf von 18 Prozent der tatsächlichen Kosten ausgeht.“ Schon im Februar sei deshalb über den Bundesrat eine Neufassung der gesetzlichen Grundlage vorgeschlagen worden – aber am Widerstand des Bundes gescheitert.

Buchholz bei der Pressekonferenz:

Im Wirtschaftsausschuss am 6. Dezember war die Bundesstraßen-Entscheidung ebenfalls Thema, dabei sagte Buchholz gegenüber den Abgeordneten…

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TASH-Chefin möchte mehr Touristen aus dem Ausland für den echten Norden erwärmen

Der echte Norden bleibt im Tourismus-Hoch. SH wird bald 30 Millionen Übernachtungsgäste im Jahr zählen

Schleswig-Holstein wird ein großes Ziel im Tourismus – 30 Millionen Übernachtungsgäste im Jahr – wahrscheinlich viel früher erreichen als geplant. «Es zeichnet sich ab, dass wir dieses für 2025 angepeilte Ziel schon vorher schaffen werden», sagt die neue Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur, Bettina Bunge. Auch Tourismus-Minister Bernd Buchholz ist entsprechend zuversichtlich: In 2016 habe das nördlichste Bundesland erstmals mehr als 28 Millionen Übernachtungen von Touristen verbucht. Da die Statistik aber nur Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten erfasst, liege die Gesamtzahl noch weit höher. Dieses Jahr werde Schleswig-Holstein mit einem Plus von etwa fünf Prozent abschließen. 

«Trotz der positiven Entwicklung haben wir weiterhin wichtige Aufgaben im Tourismusmarketing», sagt Bunge (50), die seit 1. November im Amt ist. Die Marketing- und Tourismusexpertin leitete vorher acht Jahre lang die Dachmarketingorganisation in Dresden. Für den Norden nennt die Diplom-Kauffrau als Schwerpunkte: Mehr Auslandsmarketing, mehr digitales Marketing, mehr Kongressakquise, mehr Kooperation im Land und darüber hinaus.

Bunge möchte mehr ausländische Touristen anlocken. Bisher kommen nur 6,5 Prozent der Übernachtungsgäste aus anderen Ländern. Obwohl die Dänen klar vorn liegen (671 000 Übernachtungen 2016), sieht Bunge gerade bei den Nachbarn Reserven. «Wir könnten sie noch besser in ihrer Landessprache auf Veranstaltungen, Shoppingmöglichkeiten und Kulinarikangebote hinweisen», sagt Bunge. Einen Facebook-Kanal in dänischer Sprache hat die Tourismus-Agentur mittlerweile und eine Online-Kampagne gemeinsam mit norddeutschen Partnern ist gestartet. Auslandsmarketing macht die TASH auch in der Schweiz und in Österreich, Aktivitäten in anderen Märkten sind geplant.

Bunge will auch mit regionalen und lokalen Tourismusgesellschaften intensiver zusammenarbeiten, um sich im Marketing besser zu ergänzen und gezielter Gäste anzusprechen. Gleiches gelte für die länderübergreifende Werbegemeinschaft Deutsches Küstenland. «Den Namen Schleswig-Holstein kennen im Ausland bei weitem nicht alle, schon die Aussprache ist international eine Herausforderung.»

Sie wolle Schleswig-Holstein auch als Tagungs- und Veranstaltungsort bekannter machen, sagt Bunge. Bisher stellten Geschäftsreisende nur geschätzt 10 bis 15 Prozent der Übernachtungsgäste. Gerade für Veranstaltungen mit bis zu 500 Teilnehmern habe das Land viel zu bieten, auch mit Messehallen und Schlössern. Zudem seien Firmenevents am Strand attraktive Alternativen zu Angeboten in Großstädten.

Mit der anfangs umstrittenen Landesdachmarke «Der echte Norden» hat sich die gebürtige Lüneburgerin schnell angefreundet. «Der Slogan ist mutig, weil er polarisiert, aber sehr authentisch und glaubwürdig», sagt Bunge. Sie lobt auch, wie konsequent die Marke für das ganze Land umgesetzt werde. Dass Schleswig-Holstein seine Spitzenstellung im Glücksatlas der Deutschen auch mit einer Glückskampagne für Tourismuswerbung nutzt, ist für Bunge nur konsequent. «Die Menschen wollen auf Reisen ja glücklich sein und auf glückliche Menschen treffen.» Bunge ist glücklich darüber, dass die Agentur mit ihren 14 Beschäftigten vom Land ein höheres Budget bekommt. Es soll 2018 um eine halbe Million auf 2,3 Millionen Euro wachsen.

Obwohl sie ihr bisheriges Berufsleben in Hessen, Hamburg und Sachsen verbracht hat, ist Schleswig-Holstein für Bunge kein Neuland. «Als kleines Kind war ich auf Amrum und in Scharbeutz, und von Hamburg aus bin ich oft hierher gefahren, ob nach Sylt, an den Plöner See, Schloss Gottorf oder nach St. Peter-Ording», sagt Bunge. «Ein paar Orte und Inseln kenne ich noch gar nicht – und die erste Wattwanderung auf die Halligen steht auch noch aus.» Fremd fühle sie sich gar nicht. «Ich mag die Menschen hier, das Freundliche, Nette und sehr Herzliche», sagt Bunge. «Ich hoffe, hier so lange wie möglich zu bleiben.» Zunächst hat sie einen Vertrag über drei Jahre.

Buchholz: Unsere Werften haben mit „old economy“ nichts mehr gemeinsam

Buchholz nach Werftentour: Eine High-Tech-Branche mit den richtigen Nischen und einer stabilen Auftragslage

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Buchholz an Bord des Nobiskrug-Schleppers „Bagalut“                  Fotos: Haase & Nobiskrug GmbH

Wie wetterfest sind die Werften in Schleswig-Holstein aufgestellt? Wie steht es um den Fachkräftenachwuchs? Und wo könnten Politik und Verwaltung noch für bessere Rahmenbedingungen sorgen?

Text02Fünf Monate nach seinem Amtsantritt hat Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz heute vier der größten Werften des Landes besucht, um sich ein eigenes Bild von der Branche zu machen. Neben dem letzten Neubaubetrieb an der Westküste, der Peters-Werft in Wewelsfleth, besuchte der FDP-Politiker die Firmen Lürssen-Kröger (Schacht-Audorf), die zu „German Naval Yards“ gehörende Rendsburger Werft Nobiskrug und die Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG). Bei der Kieler Werft tkms war Buchholz im Zusammenhang mit U-Boot-Großaufträgen bereits im Sommer zu Gast.

Am Rande seines Besuchs von Lürssen-Kröger und Nobiskrug sagte Buchholz weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

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Buchholz mit Kröger-Lürssen-Chef Meier

„Der Schiffbau bildet zweifellos nach wie vor den Kern unserer maritimen Wirtschaft in Schleswig-Holstein – und zwar als eine High-Tech-Industrie, die mit ihren rund 5000 Beschäftigten und Jahresumsätzen von durchschnittlich 1,5 Milliarden Euro den Vergleich mit der Luft- und Raumfahrtindustrie keineswegs zu scheuen braucht“, sagte der Minister am Abend nach seiner letzten Station in Flensburg. Auch die Auftragslage sei in allen Fällen  überaus stabil – sowohl im Neubau als auch im Reparaturgeschäft. Und teils auch „spektakulär“, so Buchholz mit Blick auf die derzeitige Restaurierung der Viermastbark „Peking“ in Wewelsfleth.

Die FSG gab bei Buchholz Besuch unterdessen bekannt, dass die Werft vom norwegischen Mutterkonzern Siem endgültig den bereits im Sommer avisierten Auftrag für zwei weitere RoRo-Schiffe erhalten habe. Zusammen mit den vier bereits bestehenden Ro-Ro-Aufträgen und dem Bau zweier Fähren für einen französischen Kunden sei die Auslastung damit bis Mitte 2019 gesichert. Laut FSG-Chef Rüdiger Fuchs können damit die Auszubildenden und Angelernten der Werft für zunächst 18 Monate übernomnen werden. Die FSG war 2014 in schweres Fahrwasser geraten und von Siem übernommen worden. Nach den Worten von Buchholz sei der Sanierungsprozess, den das Land mit Bürgschaften von rund 38 Millionen Euro stützt, noch ein weiter Weg.

Buchholz sagte dazu (Audiopfeil klicken)

Nach den Worten von Buchholz hätten alle Betriebe durch frühzeitige Spezialisierungen – angefangen von besonders umweltfreundlichen RoRo- und RoPax-Fähren in Flensburg bis hin zu einzigartigen Megayachten aus Rendsburg, Kiel und Wewelsfleth – rechtzeitig ihre Marktnischen gefunden und sich trotz des hohen Wettbewerbsdrucks erfolgreich darin behauptet. „Man erkennt, dass hier nahezu überall etwas für den Weltmarkt produziert wird, das die Kunden in so hoher Qualität woanders nicht bekommen“, sagte er im Gespräch mit Lürssen-Chef Uwe Meier und Nobis-Chef Holger Kahl. Bei Nobis befindet sich derzeit unter anderem eine Glasyacht im Bau. Buchholz: „Die Expertise, die zu solchen marktführenden Positionen im Bereich der Yachten geführt hat, ist aus meiner Sicht geradezu sensationell.“

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Am Kai der Werft Nobiskrug: Buchholz mit Geschäftsführer Holger Kahl (links), der angehenden Industriekauffrau Wencke Busch und Schiffsbetriebstechniker Marco Scharbau

Von der hohen Ausbildungsbereitschaft der Werften konnte sich der Minister bei den Azubis der Rendsburger Nobiskrug-Werft direkt überzeugen: Sie holten ihn bei der Lürssen-Kröger-Werft mit dem Werksschlepper „Bagalut“ ab. Der im Juli in Dienst gestellte 12-Meter-Kraftprotz war innerhalb von zwei Jahren von angehenden Schiffbauern und Auszubildenden anderer Gewerke in Eigenregie konzipiert und gebaut worden. „Einfach toll und überaus vorbildlich, dass die Geschäftsleitung ein solches Lern-Projekt zugelassen und unterstützt hat“, sagte Buchholz, der zugleich Arbeitsminister in Schleswig-Holstein ist.

TextMit Blick auf die Rolle der Werften für den gesamten Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein erinnerte der Minister an die starke Zulieferindustrie: „Immerhin tragen zu rund 70 Prozent der Wertschöpfung beim Bau eines modernen Schiffes die Zulieferfirmen bei.“

Vom Land werden die Werften vor allem durch das Förderprogramm „Innovativer Schiffbau“ unterstützt, das eine Förderung der industriellen Anwendung von Produkten und Verfahren beim Neubau, Umbau und bei der Reparatur von Schiffen ermöglicht. „Die Förderung mindert damit die hohen technischen und wirtschaftlichen Risiken der Werften beim Bau von Prototypen, die im Schiffbau immer zugleich auch kommerziell verwertet werden müssen“, so Buchholz. Ein aktueller Förderschwerpunkt sei derzeit die Entwicklung und Implementierung umweltfreundlicher Antriebe. So wurde beispielsweise der Bau einer der ersten LNG-getriebenen Passagierfähren in Schleswig-Holstein gefördert. Im laufenden Jahr hat Schleswig-Holstein knapp drei Millionen Euro an Innovationsförderung an die landeseigenen Werften ausgezahlt.

Und so berichtet der sh:z 


Geringe Hürden für freihändige Vergaben und beschränkte Ausschreibungen gelten fort

Öffentliche Aufträge mit weniger Bürokratie: Buchholz verlängert erleichterte Vergaberegeln

Maurerarbeiten an öffentlichen Gebäuden können auch auch weiterhin bis 100.000 Euro Auftragsvolumen freihändig vergeben werden

Schleswig-Holsteins Firmen können auch weiterhin von einer erleichterten Vergabe öffentlicher Aufträge profitieren. Wie Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz heute (30. November) in Kiel bekannt gab, tritt zum 1. Dezember eine entsprechende Änderung der Schleswig-Holsteinischen Vergabeverordnung (SHVgVO) in Kraft.

Danach können auch in Zukunft Bauleistungen der öffentlichen Hand unterhalb eines Auftragswertes von 100.000 Euro freihändig vergeben und unterhalb eines Auftragswertes von einer Million Euro beschränkt ausgeschrieben werden. Auch Liefer- und Dienstleistungen unterhalb eines Auftragswertes von 100.000 Euro können ohne Begründungsaufwand freihändig vergeben oder beschränkt ausgeschrieben werden. Die Fristverlängerung gilt zunächst bis zum 1. Oktober kommenden Jahres.

Wie Buchholz sagte, stelle die Regelung eine erhebliche bürokratische Erleichterung sowohl für Behörden als auch für kleine und mittelständische Unternehmen dar. „Beide Seiten profitieren: Die Vergabestellen können mit schlanken Verfahren arbeiten. Und die heimische Wirtschaft spart sich unnötige Bürokratie. Aufträge können so schneller vergeben und zügiger umgesetzt werden.“

Niedrigste November-Arbeitslosenquote seit 25 Jahren – Auch Langzeitarbeitslose profitieren

Arbeitsmarkt weiterin in Höchstform – Buchholz mit Blick auf robusten Mittelstand auch für 2018 zuversichtlich

Schleswig-Holsteins Arbeitsmarkt präsentiert sich weiterhin in Bestform: Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) heute mitteilte, sank die Zahl der Arbeitslosen im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent (- 1.393) auf aktuell 87.926 Arbeitslose. „Das ist der niedrigste November-Wert seit 25 Jahren“, freute sich Arbeits- und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz. Besonders erfreulich sei der Rückgang der Zahl der Langzeitarbeitslosen um 3,7 Prozent gegenüber dem November 2016. 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Aktuell sind 31.504 Langzeitarbeitslose registriert, die Arbeitslosenquote liegt bei 5,7 Prozent.

Dr. Bernd Buchholz

Buchholz verwies auf gute Chancen für Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt: „Der sinkende Zahl arbeitsloser Ausländer ist auch ein Beleg dafür, dass der Arbeitsmarkt aufnahmefähig ist und wir die richtigen politischen Instrumente in der Hand haben.“ Der Minister erinnerte vor dem Hintergrund an das vor einer Woche in Kiel gestartete Pilotprojekt „Hayati“, das gemeinsam mit der BA und dem Jobcenter Kiel entwickelt wurde. In dem auf sechs Monate ausgerichteten Pilotprojekt sollen geflüchteten Frauen zunächst Regeln und Gepflogenheiten des deutschen Arbeitsmarktes näher gebracht und Ihnen damit der erste Schritt in Richtung eines eigenen Berufs oder Jobs erleichtert werden. „Ziel ist es, dass die Frauen einen Integrationskurs besuchen“, sagt Buchholz.

Zur weiteren Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit kündigte der Minister zum 1. Januar zudem den Start von Modellprojekten zur Integration von Langzeitarbeitslosen an: „Mit rund 3,5 Millionen Euro fördern wir im Rahmen unseres Landesprogramms Arbeit in den nächsten beiden Jahren acht innovative Modelprojekte und unterstützen so die Integration von Langzeitarbeitslosen.“

Mit Blick auf die im November-Vergleich um 2,4 Prozent gestiegene Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (+ 22.900 auf 984.000) sagte Buchholz weiter: „Die gute Beschäftigungsentwicklung in fast allen Branchen zeigt, dass unsere mittelständische Wirtschaft robust aufgestellt ist. Wir sind damit den Herausforderungen wie der Integration von Flüchtlingen, der zunehmend digitalen Arbeitswelt oder dem demografischen Wandels durchaus gewachsen. Ich erwarte auch für 2018 eine entsprechend positive Entwicklung.“

Tourismusminister Buchholz eröffnet dritten Norddeutschen Campingtag in Husum

Campingtourismus im echten Norden blüht – Handlungsbedarf bei Barrierefreiheit

Strand
Mechthild Alves, Stiftung Mensch in Meldorf, Husums Bürgermeister Uwe Schmitz, Buchholz, und Gert Petzold, Vorsitzender des Verbandes für Camping- und Wohnmobiltourismus in Schleswig-Holstein e. V.                                                    Foto: Husumer Nachrichten / Birger Bahlo

Die 260 Campingplätze in Schleswig-Holstein sind aus Sicht von Wirtschafts- und Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz gut aufgestellt: Im letzten Jahr konnten die Betreiber über 3,7 Millionen Übernachtungen verbuchen. „Das war mehr als jede achte Übernachtung im Land und zugleich ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 6,8 Prozent und gegenüber 2011 sogar um fast 25 Prozent“, sagte Buchholz heute zur Eröffnung des dritten Norddeutschen Campingtages in Husum. Damit liege der echte Norden nicht nur weit über dem Bundesschnitt, sondern unter den 20 Camping-Top-Adressen in Europa befänden sich aktuell auch drei Campingplätze in Schleswig-Holstein: Naturcamping Spitzenort am Großen Plöner See, Am Rosenfelder Strand Ostsee Camping (nördlich von Dahme) und Nordsee Camping zum Seehund (Husum-Simonsberg).

Wie Buchholz vor den etwa 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus sechs Bundesländern sagte, sehe er hinsichtlich der Qualität im Camping-Tourismus aber auch noch Entwicklungspotenzial: „Seit vielen Jahren bieten bereits viele moderne Campingplätze ein Höchstmaß an Komfort: Strom und Wasser am Standplatz sind selbstverständlich, Restaurants und Biergärten finden sich vor Ort, die Sanitäranlagen sind blitzblank, die Duschen auch am späten Abend noch warm.“ Nicht umsonst sei Glamping oder „Glamorous Camping“ der neue Trend im Campingbereich, bei dem der Komfort eines Hotels mit der Freiheit eines Campingplatzes kombiniert werde.

„Luft nach oben“ sieht der Minister insbesondere beim Thema Digitalisierung: „Das fängt bei der eigenen attraktiv gestalteten und immer aktuellen Homepage an und hört beim WLAN-Zugang noch lange nicht auf.“ Gebucht werde der Urlaub zunehmend im Netz, immer häufiger über Buchungsplattformen. Auch dies müsse der Campingtourismus berücksichtigen. Ein weiteres Thema sei die Barrierefreiheit, da die Zahl mobilitätseingeschränkter Menschen wachse. Viele Campingplätze hätten mittlerweile zwar normgerechte Sanitärkabinen für Rollstuhlfahrer. Darüber hinaus täten sich viele Camping-Betreiber aber noch schwer mit den Anforderungen an eine Barrierefreiheit. Buchholz: „Hier gibt es noch viel zu tun.“

Der Minister erinnerte daran, dass der Tourismus landesweit einer der wichtigsten Wirtschaftszweige sei. So hängen in Schleswig-Holstein über 151.000 Arbeitsplätze direkt vom Tourismus ab, der Bruttoumsatz liegt bei knapp acht Milliarden Euro im Jahr. Der Campingtourismus spiele dabei eine große Rolle.

Sicherheitsverordung für Traditionsschiffe: Vorsichtiger Optimismus

Tauziehen um Traditions-Skipper – Schiffsbetreiber nach ersten Gesprächen verhalten optimistisch

In dem seit Jahren dauernden Streit um die Sicherheit von Traditionsschiffen haben sich die Schiffsbetreiber nach einem Gespräch mit Vertretern des Bundesverkehrsministeriums verhalten optimistisch gezeigt. Es hätten sich in wichtigen Punkten Annäherungen ergeben, sagte der Vize-Chef des Dachverbands für Traditionsschiffe, Nikolaus Kern, der Deutschen Presse-Agentur. Details wollte er mit Blick auf die für den 14. Dezember in Berlin anberaumte zweite Gesprächsrunde nicht nennen.

Die neuen Gespräche waren vom amtierenden Verkehrsminister Christian Schmidt (CSU) vereinbart worden, um den umstrittenen Entwurf einer neuen Sicherheitsverordnung ergebnisoffen zu überarbeiten. Die Traditionsschiffer befürchten, dass viele der gut 100 verbliebenen deutschen Schiffe nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden könnten, sollten die strengen Vorschriften in Kraft treten. Zunächst hatte das Bundesministerium den 1. Januar als Termin verkündet, nach Interventionen unter anderem von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte das Ministerium den neuen Gesprächen zugestimmt.

Was Zeugnisse oder Diplome nicht verraten: Aus verborgenen Talenten Fachkräfte machen

„Kompetenzerfassung“ – Erfolgsschlüssel bei der Fachkräftegewinnung. Große Resonanz auf 3. SH-Weiterbildungstag

TextbildZugegeben, der Begriff klingt etwas angestaubt und bürokratisch, könnte aber  d e r   Erfolgsschlüssel bei der Fachkräftegewinnung sein: Kompetenzerfassung. Denn: Wer neue Mitarbeiter gewinnen, seine bestehende Belegschaft fördern und obendrein vielleicht auch Geflüchtete integrieren sowie Quer- wie Wiedereinsteiger gewinnen möchte, der sollte auf erprobte Methoden der Kompetenzfeststellung zurückgreifen.

Bernd Buchholz

Beim dritten Schleswig-Holsteinischen Weiterbildungstag an der Fachhochschule Kiel wurde jetzt deutlich, dass das vermeintliche Spezialthema ein verbindendes Element verschiedener Weiterbildungsbereiche ist. Angesichts der 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung und Weiterbildung (KoFW) zeigte sich Arbeitsminister Dr. Bernd Bucholz erfreut: „Hier wird deutlich, dass wir eine lebendige Weiterbildungslandschaft haben, deren Verantwortliche offen für Neues sind und auch die Energie aufbringen, die großen Herausforderungen unserer Zeit engagiert anzupacken.“

Kompetenzfeststellung biete schon jetzt vielfach eine sinnvolle Methodik zur Identifikation von Talenten, so Buchholz: „Und angesichts des Fachkräftemangels werden wir jedes Talent im Land brauchen.“ Perspektivisch müsse die Anerkennung von so genannten informellen Kompetenzen so geregelt werden, dass Unternehmen und Beschäftigte davon profitieren.

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Martin Noack

Nach den Worten von Dr. Martin Noack, der für die Bertelsmann-Stiftung an der Tagung teilnahm, lassen sich auch Talente und Fähigkeiten entdecken, die weder durch ein Zeugnis noch ein Diplom ausgewiesen werden. „Hierin liegt ein enormes Potenzial.“ Die Stiftung habe dafür unter anderem ihr Konzept der „Kompetenzkarten“ entwickelt, das für jedermann kostenlos öffentlich verfügbar ist. Zum Beispiel für die Beratung von Einwanderern: hier klicken . Die Karten zur Erfassung sozialer und personaler Kompetenzen seien in verschiedenen Sprachen verfügbar und bereits über 3.500 Mal heruntergeladen worden. Fast 10.000 analoge Kartensets befänden sich zudem bereits im Einsatz.

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Britta Schwichtenberg

Die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit stellte durch Britta Schwichtenberg das neue Testverfahren „Myskills“ vor, die Validierung der Selbsteinschätzung der Kundinnen und Kunden von Arbeitsagenturen und Jobcentern zu beruflichen Kenntnissen unterstützt (hier klicken). Myskills sei erst seit wenigen Tagen im Einsatz. Man erhoffe sich dadurch eine bessere Identifizierung von beruflichem Handlungswissen insbesondere bei Geringqualifizierten, so Schwichtenberg.

Ralf Kulessa vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung und Weiterbildung (KoFW)  berichtete, dass sich auch der Profilpass weiter entwickele, der auch als Instrument zur Selbsteinschätzung und Berufsorientierung einsetzbar sei. Bundesweit gebe es 1055 Beraterinnen und Berater. In Schleswig-Holstein ist das KoFW ein Dialogzentrum für den Profilpass.

Weitere Informationen zum Weiterbildungstag: hier

 

Marschbahn-Engpässe: Buchholz setzt ersten Schritt in Richtung Zweigleisigkeit

Sondersitzung in Husum zur Marschbahn: Buchholz kündigt Einstieg in Vorplanung für zweigleisigen Ausbau an

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Buchholz mit Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen bei der Sondersitzung im Husumer Kreistag

Um Engpässe und Probleme auf der so genannten Marschbahn langfristig zu lindern, ist nach Ansicht von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz ein zweigleisiger Ausbau der Strecken Morsum-Keitum sowie Niebüll-Klanxbüll unumgänglich. Um dafür den Druck auf den Bund und die DB Netz AG zu erhöhen, habe das Land sich entschieden, die 2,5 bis drei Millionen Euro teuren Vorplanungen selbst anzuschieben und dafür die Mittel aus dem Sondervermögen MOIN.SH des Landes bereit zu stellen. „Zugleich werden wir Planungskapazitäten schaffen, die wir gemeinsam mit DB Netz aussuchen  werden“, sagte Buchholz heute bei einer Sondersitzung des nordfriesischen Kreistags zu den seit einem Jahr andauernden Problemen auf der Marschbahn zwischen Niebüll und Westerland auf Sylt.

Messe "Meer Kontakte", Maritimes Cluster 2017

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz nach der Sitzung (Audiopfeil klicken)

„Wir wollen mit unserem Engagement klar machen, dass das Land auch selbst bereit ist, Geld in siebenstelliger Höhe auszugeben, um das Problem grundlegend anzupacken“, sagte Buchholz vor rund 150 Abgeordneten und Kommunalvertretern der Westküste. Der Minister wies darau hin, dass sich das Land damit in den Bereich der Bundeszuständig­keiten einmische: „Wir können aber nicht noch länger warten, wir werden hier in Vorleistungen einsteigen.“ Dabei setze er weniger auf eine Elektrifizierung der Strecke, die im Nationalpark Wattenmeer Probleme aufwerfen könnte, sondern auf alternative Antriebsformen wie Wasserstoff oder andere emissionsarme Antriebsarten. Parallel rief der Minister alle politischen Kräfte – insbesondere den Kreistag Nordfriesland – dazu auf, die Aufnahme der Zweigleisigkeit in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswege­planes geschlossen zu unterstützen. „Nur wenn wir uns gemeinsam auf diesen langen Weg machen, werden wir diese Nadelöhr des Nordens beseitigen und stabile Verkehre von und nach Sylt ermöglichen“, so Buchholz.

Der Minister erinnerte daran, dass er bereits im Sommer in Berlin sowohl beim zuständigen Staatssekretär Enak Ferlemann als auch bei DB-Vorstand Ronald Pofalla vorstellig geworden sei, um für die Aufstufung des zweigleisigen Ausbaus der Strecke im Bundesverkehrswegeplan zu werden. Die besondere Situation der Insel Sylt, die für die große Mehrzahl der Menschen nur über diesen Schienenweg zu erreichen sei, müsse dabei gegenüber „technokratischen Fahrgastnutzenberechnungen“ ganz besonders ins Gewicht fallen, sagte Buchholz.

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Die Vertreter der DB und NAH.SH, von links: Michael Körber von der DB Netz, DB-Regio-Chef Torsten Reh und NAH.SH-Geschäftsführer Bernhard Wewers

Mit Blick auf die seit einem Jahr andauernden Verspätungen und Lok-Ausfälle sagte der Minister, dass er von der DB Regio eine grundlegende Veränderung des Instandhaltungs- und Reparaturkonzepts ewarte. Zur Beschleunigung müsse es auch darum gehen, Instandhaltungswerke einzubinden, die nicht im Besitz der DB AG sind – insbesondere das Werk in Husum.

Darüber hinaus erwarte er die Beschaffung von weiteren zusätzlichen Ersatz- und Reservefahrzeugen – sowohl Lok’s als auch Wagons – um bei Ausfällen mit Ersatzmaterial agieren zu können. Dringend nötig sei zudem ein Personalkonzept, dass eine ausreichende Anzahl von Triebfahrzeugführern und Begleitpersonal beinhalte, und Personalausfälle schnell und ohne Fahrplanauswirkungen kompensieren könne. Weitere Entlastung erwartet der Minister auch von einer „schnellstmöglichen Umsetzung“ von bereits lange beauftragten Bahnsteigverlängerungen durch DB Station und Service, um zwischen Niebüll und Westerland zwölf statt bisher zehn Waggons einsetzen zu können.

 

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus