Breite Allianz für die Intergration von Flüchtlingen in Ausbildung und Arbeit

Wirtschaft, Kommunen, Gewerkschaften mit Land und BA im Schulterschluss: Jobs für mindestens 1200 Flüchlinge

Im DRK Pflegezentrum wurde ein Repaircafe ins Leben gerufen

Breiter Schulterschluss für ein bislang beispielloses Flüchtlings-Integrationsprojekt: Um einen Teil der derzeit rund 35.000 Flüchtlinge in Schleswig-Holstein rasch in Ausbildung oder Arbeit zu bringen, startet im Juni ein zweistufiges Pilotprojekt, das bis zu 2.000 Frauen und Männer auf eine Einstiegsqualifizierung, eine Berufsausbildung oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorbereiten soll. Das vom Land und der Bundesagentur für Arbeit aufgesetzte und gemeinsam finanzierte Programm BÜFAA.SH (Begleiteter Übergang für Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung) wurde heute auch von Vertretern der Wirtschaft, der Kommunen und den Gewerkschaften unterzeichnet. Damit verpflichten sich die Partner zugleich, unter anderem mindestens 1.200 Jobs oder Ausbildungsplätze für erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen des Programms bereit zu stellen.

Reinhard_MeyerArbeitsminister Reinhard Meyer
sagte dazu (Audiopfeil klicken)

Weiter sagte er: „Wir wollen mit diesem Programm in diesem Jahr dazu beitragen, dass Integration in den Arbeitsmarkt gelingt. Ich freue mich über die breite Unterstützung, die wir für unser Programm erfahren. Das Programm kann nur ein Erfolg werden, wenn sich alle nach Kräften einbringen.“

In der ersten Förderrunde 2016 stellen Bundesagentur und Land dafür zunächst rund sechs Millionen Euro bereit. Wie Meyer weiter sagte, solle BÜFAA.SH flächendeckend in Schleswig-Holstein angeboten werden. Die dafür nötige Förderrichtlinie mit der Aufforderung an Träger, sich zu beteiligen, werde voraussichtlich noch im März veröffentlicht. Zielgruppe sind Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive – derzeit vor allem Menschen aus Eritrea, Irak, Iran und Syrien – sowie so genannte „Geduldete mit Arbeitsmarktzugang“ und Asylberechtigte oder anerkannte Flüchtlinge, sofern sie die Schulpflicht erfüllt haben.

Der Bündnistext in voller Länge hier: Vereinbarung

Presseerklärung und O-Ton zur BÜFAA-Pressekonferenz am 18. Januar: hier klicken

Unterzeichnet haben die Vereinbarung heute (siehe Bild oben):

Von links sitzend: Michael-Thomas Fröhlich (UV-Nord), Minister Reinhard Meyer, Margit Haupt-Koopmann (BA), Claus Heller (Landwirtschaftskammer); stehend: Heiko Gröpler (DGB), Jörg Orlemann (IHK), Dr. Johannes Reimann (Landkreistag), Jörg Bülow (Gemeindetag), Jochen von Allwörden (Städteverband), Jörn Arp (Handwerkskammer).

Flüchtlings-Pilotprojekt von Land und BA: Wirtschaft und Kommunen steigen ein

Heute 11 Uhr im Arbeitsministerium: Land, BA, Wirtschaft und Kommunen besiegeln Pilot-Projekt zur Flüchtlingsintegration

Kopf
Mit dem bundesweit bislang einmaligen Programm wollen Landes­regierung und Bundesagentur für Arbeit (BA) im laufenden Jahr bis zu 2.000 Frauen und Männer auf eine Qualifizierung, Ausbildung oder Beschäftigung vorbereiten. Für dieses Programm mit dem Titel BÜFAA.SH (Begleiteter Übergang für Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung) haben Land und BA nun auch die Wirtschaft und die Kommunen an Bord geholt.

Heute werden alle diese gemeinsame Vereinbarung unterschreiben, in der sich die Beteiligten unter anderem dazu verpflichten, mindestens 1.200 Jobs oder Ausbildungsplätze für erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen des Programms bereit zu stellen. Die presseöffentliche Unterzeichnuzng findet um  11 Uhr im Wirtschaftsministerium im kleinen Sitzungssaal (141 d) statt. 

Nähere Informationen zu dem bereits am 18. Januar öffentlich vorgestellten Programm BÜFAA.SH finden Sie hier: zur Presseerklärung

Zehn Meter Kunst mit Vorgeschichte: Nagel-Gemälde im Wirtschaftsministerium

Einmal Gudow und zurück: Historisches Ölgemälde des Kieler Künstlers Peter Nagel ziert jetzt das Wirtschaftsministerium

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Albig, Meyer, Nagel und Brandes-Druba (v.r)

Mehr als 30 Jahre lang hing sein Ölgemälde in der Grenzübergangs-Raststätte Gudow-Süd und sollte eine künsterlische Brücke zwischen beiden Teilen Deutschlands sein. Dann kam die Wiedervereinigung und das „Brücken-Kunstwerk“ von Peter Nagel geriet in Vergessenheit, fristete zum Schluss in der Raststätte nur noch ein Schattendasein.

Bis heute: Durch Vermittlung von Ministerpräsident Torsten Albig, Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und Bernd Brandes-Druba von der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein wurde das Gemälde jetzt zurück nach Kiel geholt, vom Meister höchstpersönlich zwei Tage lang aufgemöbelt und im Kieler Wirtschaftsministerium aufgehängt.

Dort können es nicht nur Mitarbeiter und Gäste des Ministeriums selbst bestaunen, sondern auch Teilnehmer zahlreicher Seminare der Landesverwaltung – und wer mag, kann nach auch einfach mal so vorbeischauen. Zum Beispiel Schulklassen. Nagel bietet – nach Absprache – gern Erläuterungen zu dem Werk, seiner Vorgeschichte und zur verwendeten Technik an.

Einen Teil dieser Geschichte erzählt der Meister in diesem Video selbst:

Heute auswärtige Sitzung des Landeskabinetts in Malente

Politik in sportlicher Atmosphäre: Landeskabinett tagt im Uwe Seeler Fußballpark, Meyer besucht Unternehmen

SeelerDer Kreis Ostholstein steht heute im Blickpunkt der Landesregierung. Im Uwe Seeler Fußball-Park in Bad Malente tagt das Kabinett unter Leitung von Ministerpräsident Torsten Albig. Er und auch die Kabinettsmitglieder nehmen am Nachmittag mehrere Besuchstermine im Kreis Ostholstein wahr.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer besucht um 14 Uhr einen der größten Arbeitgeber in der Region, die Firma Kendrion und Kuhnke. Ein Rundgang durch das Unternehmen ab 14.30 Uhr ist dabei presseöffentlich. Alle Einzelheiten zu dem Maschinenbauunternehmen hier: Unternehmensprofil

Am Nachmittag um 15.30 Uhr schaut Meyer in Eutin gemeinsam mit der SPD-Landtagsabgeordneten Regiona Poersch beim Holzbau-Spezialisten TimberTec AG vorbei. Auch dieser Besuch ist presseöffentlich. Alle Informationen zur TimberTec AG hier: Unternehmensprofil

Meyers Termine heute

Meyer übergibt heute 2 Förderbescheide an der Westküste, besucht Nord-Gastro und Marner Karneval

  
Für den 15-Millionen-Neubau der Meiereigenossenschaft Viöl bei Husum wird Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute um 9.30 Uhr einen Förderbescheid von knapp 730.000 Euro überreichen. Mit dem Neubau der von 150 Landwirtsfamilien getragenen Meierei soll noch im März begonnen werden.

  
Über zwei Millionen Euro Fördergeld gibt es am Nachmittag (13.30 Uhr) für den Fortbestand der Gesellschaft für Marine Aquakultur in Büsum. 

Vorher (ab 10.30 Uhr) eröffnet Meyer in Husum die Messe Nord Gasto und Hotel 2016 und wird um 15 Uhr am Rosenmontagszug in Marne teilnehmen.

Nord-Verkehrsminister wollen Wirtschaftsraum Unterelbe weiter stärken

Nord-Verkehrsminister zu Chancen des Wirtschaftsraums Unterelbe: Mehr Hafenkooperation – weniger Zentralisierung

Verschiffung von Rotorblättern für einen Offshore-Windpark

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer und seine Amtskollegen Fank Horch (Senator, Hamburg) sowie Olaf Lies (Niedersachsen) sehen eine länderübergreifende Kooperation der Elbehäfen Hamburg, Brunsbüttel, Glückstadt, Stade und Cuxhaven als essentiell wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung im gesamten norddeutschen Raum an. „Verkehrsflüsse und Warenströme machen nicht an Ländergrenzen halt, darum brauchen wir – bei aller belebenden Konkurrenz – auch zwischen den Häfen ähnliche Allianzen wie bei den Schienenprojekten S 4 und S 21 oder beim Weiterbau der A 20 mit westlicher Elbquerung“, sagte Meyer heute Abend bei einer Diskussionsrunde des Hafen- und Logistiknetzwerks Seaports Elbe in Cuxhaven. An der Gesprächsrunde nahmen neben Meyer, Horch und Lies auch der Parlamentarische Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, sowie Brunsbüttels Hafenchef Frank Schnabel teil.

Reinhard_MeyerAm Rande der Posiumsdiskussion in Cuxhaven sagte Meyer weiter
(Audiopfeil klicken):

Wie Meyer sagte, sehe er vor dem Hintergrund der notwendigen Kooperationen auch die vom Bund geplante Zentralisierung in verschiedenen Infrastrukturbereichen kritisch. „Damit gehen wichtige Synergien verloren und das Know-how über Gegebenheiten vor Ort kann nicht mehr – wie im jetzigen Verfahren – unmittelbar in die Planungen einfließen“, so Meyer. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die Empfehlungen der „Bodewig II-Kommission“. Insbesondere die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mache deutlich, wie wenig sinnvoll eine „Zentralisierung um der Zentralisierung willen“ sei.

Mit Blick auf die Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Wirtschaftsraum Unterelbe nannte Meyer als erfolgreiche Beispiele die Planungen eines Mehrzweckhafens mit Multi-Purpose-Pier und eines nationalen LNG-Terminal in Brunsbüttel. Zudem sei die Fährverbindung zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven erfolgreich gestartet und das Land führe zum Fahrplanwechsel 2016 einen Schnellbus Brunsbüttel – Itzehoe ein, um die Fähre an den Nahverkehr des Landes anzuschließen.

Weitere Informationen zu dem Hafen- und Logistik-Netzwerk ELBESEAPORTS hier klicken

Wirtschaftsförderer holten letztes Jahr 134 neue Unternehmen ins Land

Willkommen im „echten Norden“: In 2015 warben Wirtschaftsförderer 134 Unternehmen an, die über 1700 Arbeitsplätze planen

Condair
Dickster Brocken der Ansiedlungsbilanz: Die Schweizer Firma Condair wird vier internationale Standorte zusammenlegen und damit in Norderstedt Fuß fassen

Durch die Neuansiedlung von 134 Unternehmen – davon 13 aus dem Ausland – werden in Schleswig-Holstein mittelfristig 1734 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Die Zahl der neu entstehenden Jobs liegt damit knapp über dem Ergebnis des Jahres 2014, die Anzahl der neuen Firmen knapp darunter. Im Jahr 2014 hatten sich insgesamt 147 Betriebe mit 1728 Arbeits­plätzen zwischen Nord- und Ostsee niedergelassen. Diese Ansied­lungs­bilanz stellten heute (2. Februar) Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und der Geschäfts­führer der Wirtschaftsförderung und Technologie­transfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH), Dr. Bernd Bösche, vor.

Im Gespräch mit RSH-Reporter Andreas Otto sagten Wirtschaftsminister Meyer (Audio oben) und WTSH-Chef Bösche (Audiopfeils klicken):

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„Die Zahlen sprechen für Kontinuität und Stabilität. Schleswig-Holstein behauptet sich in einem zunehmend schwierigeren Wettbewerbsumfeld. Der WTSH ist es gemeinsam mit den regionalen Wirtschaftsförder­gesell­schaften gelungen, einmal mehr die Position des ,echten Nordens‘ als attraktiven Wirtschaftsstandort zu festigen“, sagte Meyer.

Als besonders erfreulich bezeichnete er die Ansiedlungszahlen im produzierenden Gewerbe. Während diesem Sektor im Jahr 2014 noch zehn Prozent der gesamten angesiedelten Unternehmen zuzuordnen waren, war der Anteil 2015 doppelt so hoch. Damit schuf das produzierende Gewerbe vergangenes Jahr genau ein Drittel aller neuen Arbeitsplätze, 2014 waren es gerade einmal acht Prozent.

Nach den Worten von Meyer und Bösche zeige gerade diese Entwicklung, dass Schleswig-Holstein als Standort für das produzierende Gewerbe attraktiv und die Landesregierung mit ihrer Industriestrategie auf dem richtigen Weg sei. „Unsere Wirtschaft ist geprägt durch Familienunternehmen und einen modernen Mittelstand. Im verarbeitenden Gewerbe verbinden sich moderne Formen der industriellen Fertigung mit mittelständischen Unternehmensstrukturen. Schleswig-Holstein hat also äußerst gute Voraussetzungen als Industriestandort“, so Meyer. Industrieunternehmen seien der dynamische Kern der Wirtschaft, sie würden attraktive Arbeitsplätze schaffen und sichern.

Wie WTSH-Chef Bösche sagte, sei Schleswig-Holstein auch 2015 erneut ein interessantes Ansiedlungsziel für ausländische Investoren gewesen. Die 13 neu angesiedelten Unternehmen allein würden bereits für 349 neue Arbeitsplätze sorgen. Im Vorjahr waren es 19 ausländische Unternehmen mit 401 Arbeitsplätzen. 2015 wurden  fünf Unternehmen aus Dänemark   angeworben, aus China vier und aus der Schweiz, Spanien, Frankreich sowie  Finnland jeweils ein Betrieb. „Der leichte Rückgang im Vergleich zum Vorjahr hängt hauptsächlich mit der wirtschaftlichen Talfahrt in China und der daraus resultierenden geringeren Investitionstätigkeit auch in Deutschland zusammen“, so Bösche. Das Interesse chinesischer Unternehmen an Schleswig-Holstein sei aber grundsätzlich nach wie vor hoch.

Nach Analysen der WTSH steht Deutschland auch weiterhin stark im Fokus ausländischer Unternehmen. Als Beispiel nannte Bösche das Schweizer Unternehmen Condair Group AG, das sich 2015 für den Standort Nordport in Norderstedt entschieden habe. Das Unternehmen ist weltweit führend in der Luftbefeuchtung und Verdunstungskühlung und wird in Norderstedt einen Produktions- und Logistikstandort errichten. Condair wird nach eigenen Angaben mittelfristig 200 Arbeitsplätze schaffen.

Nordgate
Gewerbegebier Nordport in Norderstedt: Hier siedelt sich nach Tesa nun auch der Klimaanlagen-Spezialist Condair an

„Der neue Condair-Standort im Nordport liegt sehr nahe am internationalen Flughafen und Hafen von Hamburg und wird zur Drehscheibe für die europäische Logistik des Unternehmens. Am Beispiel Condair konnten wir erneut unter Beweis stellen, wie gut die Zusammenarbeit und wie kurz die Wege in Schleswig-Holstein sind. Vor drei Jahren stellte die WTSH den Kontakt zu Condair her. Seitdem haben wir gemeinsam in vielen Gesprächen mit Condair die für das Unternehmen optimale Lösung im Nordport entwickelt. Der Büro- und Gewerbestandort  Nordport zeigt heute mehr denn je die hohe Attraktivität für internationale Unternehmen“, so Marc Mario Bertermann, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Norderstedt (EGNO). Nach den Worten von WTSH- Geschäftsführer Bösche sei besonders erfreulich, dass es sich bei dieser Ansiedlung ebenfalls um ein Unternehmen des produzierenden Gewerbes handele.

Deutlich gestiegen ist im vergangenen Jahr die Anzahl an Unternehmen, die aus dem Bundesgebiet (außer aus Hamburg) nach Schleswig-Holstein kamen. 14 deutsche Betriebe entschieden sich für den Standort Schleswig-Holstein und werden für 314 Arbeitsplätze sorgen, mehr als doppelt so viele wie noch 2014. Aus Hamburg kamen 22 Unternehmen an den Standort Schleswig-Holstein.

Die aktuelle Ansiedlungsbilanz hat laut Meyer und Bösche keinen klaren Branchenschwerpunkt. Die Bandbreite reiche von Unternehmen der digitalen Wirtschaft, der Medizintechnik und der maritimen Wirtschaft bis hin zu Logistik und Tourismus. Knapp zwei Drittel der neu angesiedelten Unternehmen entstammen dem Dienstleistungssektor, etwas mehr als ein Fünftel sind dem Handel zuzurechnen.

Rund drei Viertel der angesiedelten Unternehmen haben weniger als zehn Mitarbeiter. Auch die durchschnittliche Betriebsgröße mit 13 Arbeitsplätzen pro Unternehmen ist gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant geblieben (Vorjahr 12).

„Die Ansiedlungsaktivitäten 2016 laufen gut an, wir haben bereits in den ersten Wochen positive Gespräche geführt, so zum Beispiel im Rahmen unserer Messetätigkeiten auf der Arab Health in Dubai im Januar. Auch zu Jahresbeginn gab es bereits konkrete Anfragen aus China“, so WTSH- Geschäftsführer Bösche.

Und hier zur Ansiedlungsstatistik

Meyer und Wirtschaftsförderer präsentieren Ansiedlungsbilanz 2015

Heute, 10.30 Uhr: Meyer und WTSH-Chef Bösche präsentieren Bilanz der Unternehmensansiedlungen 2015

Die Wirtschaftsförderer in Schleswig-Holstein ziehen Bilanz des Jahres 2015 und legen erneut ein solides Ergebnis neu angesiedelter Betriebe und der damit verbundenen geplanten Arbeitsplätze vor. Alle Einzelheiten gibt es dazu heute in einer Pressekonferenz bei der WTSH (Wirtschaftsfördeung und Technologie Transfer GmbH Schleswig-Holstein). Beginn: 10.30 WTSH neben dem Haus der Wirtschaft, Bergstraße.

SH-Unternehmen rechnen mit 1,6 Prozent Wachstum in 2016

Guter Jahresstart der Wirtschaft in SH: Die meisten Unternehmen blicken positiv in ihre Zukunft 

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Schleswig-Holsteins Unternehmen blicken überwiegend positiv in die Zukunft. «Wir rechnen in diesem Jahr mit 1,6 Prozent Wirtschaftswachstum», sagte die Präsidentin der Indutrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein, Friederike Kühn, heuteb bei der Vorstellung des neuen Konjunkturklimaindexes in Kiel. Der stieg im vierten Quartal 2015 von 116 auf 122 Punkte. Das ist deutlich mehr als der langjährige Durchschnitt von 117 Punkten. Durch den schwachen Euro rechnen die Firmen mit wieder anziehenden Exporten.

Von den befragten Unternehmen bezeichneten 44,7 Prozent ihre Geschäftslage als gut (Vorquartal 41,7 Prozent), weitere 46 Prozent als befriedigend (47,6). Nur 9,9 Prozent (10,7) beurteilten ihre Situation als schlecht. «Die Betriebe sehen die weitere Entwicklung optimistisch», sagte Kühn. 27,6 Prozent erwarten eine Verbesserung der Situation (Vorquartal 21,3 Prozent), 54,1 Prozent zumindest eine gleichbleibende Lage (60,7). 18,3 Prozent (18,0) rechnen mit einer Verschlechterung.

Positiv bewertete die Kammer auch den Jahresstart. «Weder der Börsencrash in China noch der Flüchtlingsstrom haben sich bisher negativ auf die Konjunktur ausgewirkt», sagte Kühn. Die Unternehmen seien bereit, ihren Beitrag in der Flüchtlingsfrage zu leisten. Dreiviertel seien offen für die Beschäftigung und Ausbildung von Flüchtlingen oder das Angebot entsprechender Praktika. Allerdings erwarteten die Unternehmer, dass «2016 politische Lösungen für den schleppenden Infrastrukturausbau oder auch für die Integration der Flüchtlinge gefunden werden».

«Die wirtschaftliche Lage ist insgesamt besser als im Vorjahr», sagte Kühn. Das nochmalige Sinken des Ölpreises trägt dazu bei. Sorgen bereiten den Betrieben neben dem Sanierungsstau aber auch die geopolitische Entwicklung und Grenzkontrollen.

Die Entwicklung verläuft in den Branchen unterschiedlich. Während sich die Industrie überwiegend befriedigend über die Lage äußert, verzeichnet die Bauwirtschaft zwar einen leichten Rückgang aufgrund saisonaler Gegebenheiten. Mit Blick auf den kommenden Frühlingsanfang deutet vieles aber auf eine Stimmungsverbesserung hin. Weniger zufrieden mit der Geschäftslage ist wegen des milden Winters aber der Einzelhandel.

Nochmals eingetrübt hat sich die Stimmungslage angesichts des Sanierungsstaus und Verzögerungen bei der Planung wie jüngst nach dem Fund eines verwaisten Adlerhorstes nahe der geplanten Trassenführung für die Küstenautobahn A20. «Wenn Planungen fehlerfrei gestaltet sind, kommt so etwas nicht vor», sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Michael Stein. Klagen gegen Verkehrsprojekte seien ein großes Problem. «Denn die touristischen Akteure müssen erreichbar sein.»

Weltwirtschaftspreis an EU-Kommissar Monti und Verlegerin Springer

Kieler Weltwirtschaftspreis für Friede Springer und Mario Monti

Der ehemalige EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti und die Verlegerin Friede Springer erhalten in diesem Jahr den Kieler Weltwirtschaftlichen Preis. Als weiteren Preisträger verkündete der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, Prof. Dennis Snower, den amerikanischen Nobelpreisträger Oliver Williamson. Das Institut, die Landeshauptstadt und die IHK Schleswig-Holstein würdigen mit der Auszeichnung Persönlichkeiten, die als Vordenker einer weltoffenen, marktwirtschaftlichen und sozialen Gesellschaft Herausragendes geleistet haben.

Der nicht dotierte Preis wird zum zwölften Mal in den Kategorien Politik, Wirtschaft und Wissenschaft vergeben. Die Festrede zur Preisverleihung während der Kieler Woche soll am 19. Juni Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) halten.

«Alle unsere Preisträger waren mutig genug, eine sehr komfortable Situation aufzugeben, um ihre Kraft und ihre Tugenden, teilweise auch gegen große Widerstände, in den Dienst einer größeren Sache zu stellen», sagte IfW-Präsident Snower. Alle drei hätten sich um eine freie und eigenverantwortliche Gesellschaft mit gemeinsamen, sozialen Werten verdient gemacht und damit der Lösung globaler Probleme einen fruchtbaren Boden bereitet. «Wandern zwischen Welten» sei diesmal die Grundidee für die Preisvergabe gewesen, sagte Snower.

Den in der Kategorie Politik nominierten Monti, ehemaliger EU-Wettbewerbskommissar und italienischer Ministerpräsident, lobte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) als streitbaren Geist und politischen Visionär. «Als international angesehener Wirtschaftsprofessor wagte er den Gang in die Praxis und zeigte in Brüssel mächtigen Konzernen ihre Grenzen, zum Wohle für alle Verbraucher.» Gegen viele Widerstände habe Monti dann in seinem Heimatland wichtige Reformen eingeleitet.

Friede Springer habe nach dem Tod ihres Mannes mit beispielloser Disziplin und Ausdauer den Springer Verlag in das neue Medienzeitalter geführt, sagte der Vizepräsident der IHK Schleswig-Holstein, Klaus-Hinrich Vater. «Sie fühlte sich dem Wohlergehen ihrer Mitarbeiter genauso verpflichtet wie einer an den Grundwerten der Freiheit und des Friedens ausgerichteten Berichterstattung.»

Nobelpreisträger Williamson habe eine sichere Position als Ingenieur aufgegeben, um in gleich drei wissenschaftlichen Disziplinen forschen zu können, sagte Snower über den dritten Preisträger. «Mit seinen Erkenntnissen über Transaktionskosten und Unternehmensfusionen trug er maßgeblich zu einer neuen Wettbewerbspolitik bei.»

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus