Wegen des Ausbruchs des Coronavirus haben in Schleswig-Holstein die ersten 20 Betriebe Anträge auf Kurzarbeitergeld gestellt. Dies würde dort insgesamt 1600 Mitarbeiter betreffen, sagte heute die Chefin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann, in Kiel. «Aber wir können natürlich feststellen, dass die Anfragen von Tag zu Tag zunehmen.»
Im Gästehaus der Landesregierung hatten Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), Gesundheitsminister Heiner Garg und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (beide FDP) Wirtschaftsvertreter zu Gesprächen über die aktuelle Situation im Umgang mit Covid-19-Erkrankungen getroffen. Bei den Gesprächen sei es um die Frage gegangen, in welchen Bereichen das Land helfen könne, sagte Günther.
Hier die Presse-Statements aus dem Gästehaus der Landesregierung als Livestream-Aufzeichnung:
Die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein, Friederike C. Kühn, sprach von einem guten Krisenmanagement im Land. Betroffen sei auch die Tourismusbranche. Der Kieler IHK-Präsident Klaus-Hinrich Vater sagte, «es ist mittlerweile allen bewusst, dass die Wirtschaft in nahezu allen Bereichen betroffen sein wird».
Garg sprach von einem Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft. «Wir müssen hier als Gesellschaft zusammenstehen.» Die Ausbreitung des Coronavirus sei ein Stresstest für die gesamte Gesellschaft. Buchholz betonte, die Regierung nehme die Lage nicht auf die leichte Schulter. «Aber wir haben auch keine Veranlassung, angesichts der derzeitigen Situation in der Wirtschaft in Panik zu verfallen.»
Und so berichtet das Flensburger Tageblatt in seiner Donnerstagausgabe
Feierliches Jubiläum mit Fachtagung im Kieler RBZ am Westring
Ein starkes Service-Angebot für schwächelnde Azubis im echten Norden feiert Geburtstag: Vor 25 Jahren wurde die „Regionale Ausbildungsbetreuung“ (RAB) gegründet und hat seither 33.000 jungen Menschen, die bei ihrer Ausbildung in Schwierigkeiten geraten sind, über manche Hürde geholfen. „Im Jahr 1995 als zaghaftes Modellprojekt gestartet, hat sich diese Einrichtung längst zu einem kompetenten und engagierten Bestandteil unseres Ausbildungsmarkes gemausert. Darauf können alle Beteiligten enorm stolz sein“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz heute bei einer Feierstunde in Kiel. Die Landesregierung werde das Projekt weiter unterstützen.
Mit einer Erfolgsquote von fast 80 Prozent stärke die RAB nicht nur die duale Berufsausbildung, sondern trage auch maßgeblich zur Linderung des Fachkräftemangels bei. Das Land habe mit EU-Unterstützung in den letzten 25 Jahren knapp 20 Millionen Euro in das Beratungsangebot investiert. „Gut angelegtes Geld“, sagte Buchholz.
Erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in neun Beratungsregionen des Landes bieten neutrale und kostenlose Hilfe an, wenn es in einem Ausbildungsverhältnis knirscht oder es sogar schon zu einer Vertragslösung gekommen ist. „Die Betreuerinnen und Betreuer sind eine wichtige Säule im Beratungssystem des Landes, denn jede vorzeitige Vertragslösung stellt auch eine persönliche Krise für junge Menschen dar – und die erfordert stets schnelle Hilfe“, so Buchholz. Zudem gelte es auch, wirtschaftlichen Schaden für die Ausbildungsbetriebe möglichst zu verhindern.
Für das landesweite Netz von Beratungsstellen sind die Regionalen Ausbildungsbetreuer bei unterschiedlichen Institutionen angesiedelt, etwa bei Kreishandwerkerschaften, Kommunen und Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung. Das Beratungsangebot steht allen Jugendlichen, aber auch den Betrieben offen.
Wegen der Ausbreitung des Virus: Schleswig-Holstein hebt das Fahrverbot für Lkw zur Belieferung des Einzelhandels mit Hygieneartikeln und Lebensmitteln an Sonn- und Feiertagen auf. Verkehrsminister Buchholz hofft auf einen psychologischen Effekt.
Wegen des neuartigen Coronavirus hat Schleswig-Holstein das Fahrverbot für Lkw an Sonn- und Feiertagen für Lieferungen von Hygieneartikeln und Lebensmittel für den Einzelhandel ausgesetzt. «Wir wollen einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten, damit die Regale auch nach den Wochenenden zügig wieder aufgefüllt werden können», bestätigte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) der Deutschen Presse-Agentur. Der Norden folgt damit anderen Ländern, die bereits ähnliche Regelungen geschaffen haben.
«Es gebt keinen objektiven Grund für sogenannte Hamsterkäufe bestimmter Waren, da der Groß- und Einzelhandel in aller Regel sehr kurzfristig auf Nachfragespitzen reagieren und wieder für volle Regale sorgen kann», sagte Buchholz. Dennoch seien viele Menschen in Sorge und bestimmte Waren würden verstärkt nachgefragt. Das Aussetzen des Fahrverbots für Lkw gebe dem Handel mehr Möglichkeiten, sich darauf einzustellen.
Buchholz hofft zudem auf einen psychologischen Effekt. «Denn volle Regale sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass kein Grund zur Überreaktionen und zu unbedachten Vorratskäufen besteht», sagte er. Das Fahrverbot ist zunächst bis zum 30. Mai ausgesetzt, kann nach Ministeriumsangaben bei Bedarf aber verlängert werden.
Gastgeber Bernd Buchholz im Gespräch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des heutigen vierten Innovations- und Technologieforums im Kieler „Kitz“
Wenn Schleswig-Holstein bei Innovationen nicht länger zu den Schlusslichtern im Bund gehören und weiter von EU-Geldern in diesem Bereich zehren will, dann muss die Wirtschaft ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) deutlich steigern. Das machten Ökonomen aus Berlin und Bremen heute beim vierten Innovations- und Technologieforum Schleswig-Holstein in Kiel deutlich.
Die Innovations-Experten (v.l.) Dirk Fornahl und Olaf Arndt im Gespräch mit Technologie-Abteilungsleiter Johannes Hartwig aus dem Wirtschaftsministerium
Nach den Worten von Olaf Arndt (Prognos AG) und Dirk Fornahl (Universität Bremen) bringe die stark mittelständische Wirtschaftsstruktur in Schleswig-Holstein naturgemäß eine nur geringe Quote an F&E-Ausgaben mit sich. «Das ist natürlich nicht vergleichbar mit Ländern wie Baden-Württemberg, wo über 80 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf nur drei oder vier Autokonzerne fallen», sagte Arndt.
Während der F&E-Anteil im Bundesdurchschnitt bei 2,5 Prozent liegt, beträgt er in Schleswig-Holstein gerade einmal 0,8 Prozent. «Diese Werte sollten wir ernst nehmen, verbessern und den Innovationsbegriff künftig nicht nur auf technische, sondern auch auf soziale Innovationen ausdehnen“, sagte Wirtschaftsminister und Gastgeber Dr. Bernd Buchholz vor den rund 120 Teilnehmern des Forums. Er appellierte an die Betriebe im Land, die exzellenten wissenschaftlichen Einrichtungen wie Hochschulen oder Fachhochschulen stärker zu nutzen und Schwellenängste abzubauen. «Professoren beißen nicht“, so der Nord-Liberale. Umgekehrt seien aber auch die Hochschulen in der Pflicht, aktiv auf den Mittelstand zuzugehen.
Erfreulich ist nach den Worten von Buchholz, dass die F&E-Aktivitäten in Schleswig-Holstein in den letzten drei Jahren immerhin spürbar zugenommen hätten. Das sei laut Prognos einerseits aus dem Grad der Vernetzung von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und den über 120.000 kleinen und mittelständischen Betrieben herzuleiten. Es zeige sich aber auch in der Fördermittelvergabe und – wenn auch in deutlich geringerem Umfang – an den Patentanmeldungen.
Weiter sagte der Minister (Video starten)
Als sehr positiv bewerteten die Gutachter die enormen Gründungsaktivitäten im echten Norden sowie die Innovationsstärke von Unternehmen mit 500 bis 2.000 Mitarbeitern. Hier belege Schleswig-Holstein den zweiten Rang nach Baden-Württemberg.
Besser vernetzen könnten sich laut Arndt und Fornahl die Branchen Chemie, Ernährung und Umwelt. Als Kraftzentren würden sich vor allem die Maritime Wirtschaft, die Life Sciences (Medizintechnik, Pharma, Biotechnologie), die erneuerbaren Energien und die Ernährungswirtschaft erweisen. Auch der Glasfaserausbau hebe sich deutlich positiv vom Bundesdurchschnitt ab.
Buchholz: «Die neue Förderperiode ab 2021 muss angesichts der sinkenden EU-Fördermittel infolge des Brexits sehr dezidiert und effizient geplant werden, um unsere Position bei der Innovationstätigkeit weiter zu stärken.» Ein Weg dahin seien neue Technologien wie Wasserstoff, aber auch Künstliche Intelligenz und Digitalisierung, die das Land weiterhin massiv verfolgen werde.
H I N T E R G R U N D
Das heutige Innovations- und Technologieforum ist der Auftakt zu einem Prozess, der zur Regionalen Innovationsstrategie Schleswig-Holsteins führen soll #RIS3.SH
Denn: Auch in der kommenden EU-Förderperiode ab 2021 ist für die Verwendung von Mitteln des «Europäischen Fonds für regionale Entwicklung» (EFRE) grundlegende Voraussetzung, die Gelder nach den strategischen Vorgaben einer Regionalen Innnovationsstrategie für eine intelligente Spezialisierung (RIS3) zu verteilen. Konkret geht es um die Fokussierung einer Region auf jene Forschungs- und Technologiefelder, in denen sich eine Spezialisierung lohnt, indem sie die größtmögliche Wirkung vor Ort erzielt.
Das schleswig-holsteinische Wirtschaftsministerium wird bei der Evaluierung und Weiterentwicklung der Strategie von der Prognos AG unterstützt. Im weiteren Verfahren wird, wie von der EU-Kommission gefordert, eine breite Beteiligungsplattform angeboten, in dem sich die Beteiligten in Workshops zu den unterschiedlichsten Themenbereichen aktiv Prozess beteiligen können.
Die RIS3.SH wird im Herbst 2020 bei der EU-Kommission eingereicht.
Ende eines langen Dialog- und Abwägungsprozesses. Nach zahlreichen Kommunalkonferenzen im Kreis Ostholstein und Debatten im Dialogforum zur Festen Fehmarnbeltquerung steht nun fest: Die einzige Brückenverbindung zwischen der Insel Fehmarn und dem Festland ist und bleibt der berühmte „Kleiderbügel“ – das Wahrzeichen Fehmarns. Daneben soll es künftig neben dem Belttunnel zwischen Puttgarden und Rǿdby auch einen Tunnel durch den Fehmarnsund geben.
Für Verkehrsminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“. Video starten
Spitzentreffen im DB-Tower heute in Berlin (v.l.): Bahnchef Lutz, Buchholz und die beiden DB-Vorstände Pofalla und Bergmann. Das Treffen mit Staatssekretär Ferlemann hatte am Abend vorher stattgefunden
Nach der Festlegung auf eine Tunnel-Variante für die künftige Fehmarnsundquerung drücken Bund, Bahn und Land nun aufs Tempo hinsichtlich des künftigen Lärmschutzes an der Belttrasse. Wie Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) heute nach einem Treffen mit Bundes-Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann und den DB-Vorständen Pofalla, Lutz und Bergmann sagte, sei man sich einig, alles dafür zu tun, dass der Bundestag noch vor seiner Sommerpause Beschlüsse für einen übergesetzlichen Lärmschutz fassen könne. «Dabei ist allen Beteiligten natürlich klar, dass das Parlament sich die Zeit nehmen kann und muss, die es für diese wichtige Weichenstellung braucht», sagte Buchholz.
Sowohl Ferlemann als auch DB-Vorstandschef Richard Lutz, Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla und DB-Netz-Chef Jens Bergmann hätten die Tunnel-Lösung für den Fehmarnsund als besten Kompromiss sämtlicher Varianten bezeichnet. Nun gehe es darum, die weiteren Planungen zusammen mit der DB rasch und rechtssicher voranzutreiben.
Neben der Beltquerung stand bei dem Spitzentreffen mit Bund und Bahn auch der weitere Ausbau der Marschbahn auf der Tagesordnung. «Wir haben gemeinsam Möglichkeiten erörtert, wie das Netz-West künftig in Teilen elektrifiziert und in Teilen mit anderen klimafreundlichen Antriebsformen ausgestattet werden könnte», so Buchholz. Darüber werde es weitere Gespräche geben.
Die Pünktlichkeit auf der Marschbahnstrecke halte sich unterdessen weitgehend stabil, wenn auch noch weit entfernt von den vertraglich vereinbarten Werten. Während die Züge in der Vorwoche im gesamten Netz West zu 83,2 Prozent pünktlich waren, lag die Pünktlichkeit auf der Strecke Niebüll-Westerland bei 76,3 Prozent. Auslöser seien zahlreiche Infrastrukturstörungen gewesen, die insbesondere in der letzten Februar-Woche wiederholt zu Verspätungen und ungeplante Ausfällen führten. «Allen im Verkehrsministerium als auch im DB-Tower in Berlin ist klar, dass der zweigleisige Ausbau der Strecke rasch kommen muss, um den zigtausenden täglichen Berufspendlern eine Perspektive zu geben», sagte Buchholz.
Rohlfs (2.v.l.) übergibt an Viktoria Wagner den Förderbescheid – bei dem Termin heute mit an Bord: Die Landtagsabgeordneten Jette Waldinger-Thiering (SSW) und Joschka Knuth (Grüne)
Um den massiven Fachkräftebedarf in den besonders betroffenen Branchen Pflege, Handwerk, Logistik und Tourismus zu bewältigen, setzt die Landesregierung ein weiteres Segel: „Anluven“ heißt ein neues Projekt, über das Langzeitarbeitslose in diesen Bereichen qualifiziert und in den Arbeitsmarkt zurückgebracht werden sollen. Arbeitsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs überreichte dazu heute einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 214.000 Euro an Viktoria Wagner von der Lebenswerft Kreativwerkstatt in Eckernförde.
„Auch wenn sich der Arbeitsmarkt im Land seit Jahren in Top-Form zeigt, gibt es Gruppen, die es schwerer als andere haben. Insbesondere die Langzeitarbeitslosen brauchen Unterstützung – und viele Branchen ebenso dringend Fachpersonal. Das versuchen wir mit solchen Modellprojekten zusammenzubringen“, sagte Rohlfs. „Anluven“ bedeute die Richtungsänderung eines Segelschiffes nach Luv. „Das ist ein guter und hoffnungsvoller Name für das Projekt. Denn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekommen die Chance, ihre bisherigen Pfade zu verlassen, eine neue Richtung einzuschlagen und neue Wege in die Beschäftigung zu finden.“
Das zunächst für zehn Teilnehmende ausgelegte Projekt „Anluven“ ist eines von acht Modellprojekten des 6. Ideenwettbewerbs im Rahmen des Landesprogramms Arbeit. Die Projekte werden mit 3,2 Millionen Euro Landesmitteln und Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Rohlfs: „Intensive pädagogische Begleitung, individuelles Coaching, berufsfachliche Qualifizierung und Unterstützung bei Bewerbungen sind die wichtigsten Schritte zur Rückkehr in Beschäftigung.“
Seit dem Start des Arbeitsmarktprogramms der Landesregierung vor sechs Jahren haben 61 Modellprojekte mit mehr als 4.000 Teilnehmern ihre Arbeit aufgenommen. Mit der neuen Bewilligungsrunde erhöht sich die Zahl auf 69 Projekte. „Erfreulich ist der Erfolg der bisherigen Projekte: Gut 70 Prozent der Absolventen haben eine schulische oder berufliche Ausbildung aufgenommen, eine Qualifizierung erlangt oder einen Arbeitsplatz gefunden“, so Rohlfs.
Die Grundsatz-Entscheidung ist gefallen: Unter dem Fehmarnsund wird ein Tunnel gebaut. Auf diese Variante zur Querung des Ostsee-Meeresarms einigten sich jetzt Deutsche Bahn, Bund und Land. Die alte Brücke, der «Kleiderbügel», bleibt stehen.
Bleibt für Fußgänger und andere langsame Verkehre erhalten: Fehmarns Wahrzeichen, der „Kleiderbügel“ über den Sund.
Autos und Eisenbahnzüge sollen zwischen Fehmarn und dem schleswig-holsteinischen Festland künftig durch einen Tunnel fahren. Dies teilte die Deutsche Bahn heute mit. Damit sei eine optimale Lösung für eine neue Querung am Fehmarnsund gefunden worden. Das Bundesverkehrsministerium, das Land Schleswig-Holstein und die Deutsche Bahn hätten sämtliche Varianten verglichen und sich für einen Absenktunnel für Straße und Schiene entschieden. Die Baukosten betragen 714 Millionen Euro. Für Fußgänger, Radfahrer und langsamen Straßenverkehr soll die markante alte Fehmarnsundbrücke erhalten bleiben.
Sager und Buchholz
«Nicht nur mit dem Erhalt der Sundquerung als eindrucksvolles Wahrzeichen Fehmarns, sondern auch mit dem umfangreichen Variantenvergleich haben wir die Wünsche der Region in einem langen Dialogprozess maximal berücksichtigt», sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). «Nun gilt es, die weitere Planung rechtssicher auf den Weg zu bringen, damit wir die riesigen Chancen, die sich durch die Fehmarnbeltquerung bieten, so rasch wie möglich nutzen können.»
Der Neubau wird erforderlich, weil die 1963 eröffnete Straßen- und Eisenbahnbrücke nach der Inbetriebnahme des geplanten Fehmarnbelttunnels zwischen Deutschland und Dänemark zum Nadelöhr werden wird. Über die Pläne für einen Tunnel hatten zunächst die «Lübecker Nachrichten» (online) berichtet. Gegenüber der Zeitung sagte Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU): «Das ist eine wirklich gute Nachricht. Das war unser Vorschlag, auch vor dem Hintergrund des Lärmschutzes.» Eine neue Brücke hätte er nicht gern gesehen. Strittig sei noch, wer die Baulast für die zurückgestufte alte Sundbrücke übernehme. »Der Kreis wird diese Kosten nicht tragen», sagte Sager. Laut Buchholz prüfe das Land aktuell, wie die Kostenverteilung künftig aussehen werde.
Der neue 1,7 km lange Absenktunnel soll vier Fahrstreifen für die Straße und zwei Gleise für die Eisenbahn aufnehmen. Die Inbetriebnahme ist für 2028 zusammen mit dem dänischen Fehmarnbelttunnel geplant. Absenktunnel bestehen aus am Land gefertigten Röhren, die auf den Gewässergrund abgesenkt werden. Als Alternativen zu einem solchen Bauwerk unter dem Fehmarnsund waren ein Bohrtunnel und zwei Brückenlösungen geprüft worden.
«Der Absenktunnel hat sich in einem umfassenden Vergleich der denkbaren Varianten auch in den Sensitivitätsanalysen stabil als überlegene Variante dargestellt, so dass wir hier eine sichere Entscheidung getroffen haben», erläuterte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann. «Ich freue mich besonders, dass mit dieser nun gefundenen Vorzugsvariante auch die Wünsche der Region in vollem Umfang berücksichtigt sind und die alte Fehmarnsundbrücke als landschaftsprägendes Bauwerk erhalten bleibt.»
DB-Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla sagte: «Die Querung des Fehmarnsunds ist ein zentraler Baustein für mehr Verkehr auf der Schiene auf einer neuen europäischen Nord-Süd-Achse. Die neue Sundquerung ist leistungsfähiger als die bisherige und bewahrt zugleich mit dem Erhalt der Fehmarnsundbrücke ein touristisches Wahrzeichen.» Die Wünsche der Region seien in die Entscheidung eingeflossen.
Feierlicher Spatenstich auf maroder Landstraße (v.l.): LBV.SH-Vize Frank Quirmbach, Staaatssekretär Rohlfs, Dithmarschens Landrat Stefan Mohrdieck und ein Vertreter der Baufirma Johann Bunte
Schleswig-Holsteins Straßenplaner betreten Neuland in Dithmarschen: Erstmals wird eine Landesstraße in diesem Jahr im Rahmen einer Paketlösung saniert. Die zuständige Baufirma übernimmt nicht nur die Sanierung der Straße, sondern zugleich sämtliche Planungen und für 30 Jahre auch die Unterhaltung der Strecke. Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs (FDP) setzte dafür heute in der Gemeinde Barlt bei St. Michaelisdonn den ersten Spatenstich.
Den Zuschlag im Rahmen des so genannten Funktions-Bauvertrags für die insgesamt 16 Kilometer lange Baustrecke hatte die niedersächsische Firma Johann Bunte als einzige Bieterin erhalten. Der Gesamtauftrag – inklusive der 30-jährigen Unterhaltung der Strecke – beläuft sich auf 33 Millionen Euro, die reine Sanierung kostet rund 24 Millionen Euro und soll innerhalb von zehn Monaten abgeschlossen werden.
«Der Weg über einen Funktionsbauvertrag kann nach unserer Einschätzung erheblich dazu beitragen, die Abläufe bei öffentlichen Bauvorhaben zu verschlanken und damit Zeit und Planungssicherheit zu gewinnen», sagte Rohlfs. Die Grundinstandsetzung der Strecke, wozu auch der begleitende Geh- und Radweg gehöre, erfolge in sieben Einzelabschnitten. Der Autoverkehr werde in den kommenden Monaten über die Bundesstraße 5 zwischen Brunsbüttel und St. Michaelisdonn umgeleitet.
Wie Rohlfs weiter sagte, sei die Sanierung der Strecke der Löwenanteil der diesjährigen Sanierungsoffensive im Kreis Dithmarschen. «Der jahrzehntelange Sanierungsstau muss gerade in den ländlichen Räume rasch abgebaut werden, wenn man gleichwertige Lebensverhältnisse schaffen will», so Rohlfs.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Die europaweite Ausschreibung hatte die niedersächsische Baufirma Johann Bunte (Papenburg) gewonnen. Die voraussichtlichen Baukosten belaufen sich auf rund 24 Millionen Euro, die Auftragssumme einschließlich der Kosten der Erhaltungsphase über 30 Jahre beträgt rund 33 Millionen Euro.
Die Straßenbreite beträgt zwischen 5,50 und 6,50 Metern. Das Straßenbauvorhaben beinhaltet Landesstraßen außerhalb bebauter Gebiete, Landesstraßen mit örtlichem Charakter und Ortsdurchfahrten. Der durchschnittliche tägliche Verkehr liegt bei rund 560 Fahrzeugen, bei einem Schwerverkehr von bis zu 67 Fahrzeugen.
Die Landesstraßen sind in Asphaltbauweise ausgeführt, weisen in großen Teilen einen schlechten Zustand auf und sind über die gesamte Länge grundhaft vom Auftragnehmer zu erneuern. Nach Baufertigstellung und Abnahme verbleibt die bauliche Erhaltung der Projektstrecke in der Verantwortung des Auftragnehmers. Während der Erhaltungsphase (30 Jahre) ist er für die Einhaltung von funktionalen Zustandsmerkmalen an Fahrbahn und Banketten verantwortlich. Die betriebliche Erhaltung der Nebenanlagen sowie die Unterhal-tung der gesamten Strecke verbleiben in der Verantwortung des LBV.SH.
Bauabschnitte
Voraussichtliche Dauer der gesamten Maßnahme: 2. März bis 31. Dezember 2020. Der Ausbau teilt sich in sieben Einzelabschnitte, die in folgenden Zeiträumen unter Vollsperrung ausgeführt. Lediglich in der Ortschaft Barlt (2. Bauabschnitt) ist das Bauen mit halbseitiger Sperrung möglich. Nota bene: Durch äußere Einflüsse können sich terminliche Änderungen ergeben:
Staaatssekretär Rohlfs (2.v.r.) – hier im Kreis von LBV.SH-STraßenbauern – wird heute früh in Barlt den ersten Spatenstich in Barlt im Kreis Dithmarschen setzen
Premiere für den Straßenbau im echten Norden: In Schleswig-Holstein wird erstmals eine Landesstraße in einer Paketlösung saniert. Die Baufirma übernimmt nicht nur die Sanierung der beiden Landesstraßen L 173 und L 144 im Kreis Dithmarschen, sondern zugleich sämtliche Planungen und für 30 Jahre auch die Unterhaltung der 16 Kilometer langen Strecke. Diese verläuft parallel zur B5 zwischen St. Michaelisdonn und Brunsbüttel. Heute früh um 10 Uhr setzt Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs (FDP) dafür zusammen mit dem Vize-Chef des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH), Frank Quirmbach, den ersten Spatenstich
«Der Weg über einen Funktionsbauvertrag kann nach unserer Einschätzung erheblich dazu beitragen, die Abläufe bei öffentlichen Bauvorhaben zu verschlanken und damit Zeit und Planungssicherheit zu gewinnen», sagt Rohlfs. Der Gesamtauftrag inklusive der 30-jährigen Unterhaltung der Strecke beläuft sich auf 33 Millionen Euro. Die reine Sanierung kostet rund 24 Millionen Euro und soll innerhalb von zehn Monaten abgeschlossen werden, also bis zum Ende des Jahres. Der Autoverkehr wird in den nächsten Monaten über die Bundesstraße 5 zwischen Brunsbüttel und St. Michaelisdonn umgeleitet.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus