Mit zwei großen Tagungen will das Fehmarnbelt Business Council (FBBC) in diesem Jahr über den geplanten Bau des Ostseetunnels zwischen Deutschland und Dänemark informieren. Dieses Jahrhundertbauwerk biete große Chancen und sei ein Impulsgeber für das Zusammenwachsen zwischen Skandinavien und Mitteleuropa, sagte heute der Vorsitzende der Organisation, Arno Propst. Deshalb soll es im Rahmen der Fehmarnbelt Days am 17. Mai in Weißenhäuser Strand im Kreis Ostholstein ein öffentliches Festival geben.
Bislang waren die Fehmarnbelt Days reine Fachtagungen für Beteiligte und Unternehmer. In diesem Jahr seien alle Bürger aus Norddeutschland, Dänemark und Schweden eingeladen, sich zu informieren und miteinander zu feiern, sagte die FFBC-Managerin Nina Höfner. Bei einer Fehmarn Link Business Conferenz am 12. März in der dänischen Stadt Rödby haben dagegen Unternehmen aus Norddeutschland Gelegenheit, Dienstleistungen für den Bau des Tunnels sowie der Straßen- und Schienenanbindungen anzubieten. Diese Konferenz sei die Kick-Off-Veranstaltung für den Tunnelbau, bei der Angebot und Nachfrage zusammengebracht werden sollten, sagte der Geschäftsführer der Stiftung Femernbelt Development, Stig Rømer Winther. In Dänemark würden die ersten Bauarbeiten für das Tunnelprojekt in diesem Frühjahr beginnen.
Im FBBC haben sich 2007 elf Handelskammern und Wirtschaftsverbände aus Deutschland, Dänemark und Südschweden zusammengeschlossen. Sie vertreten nach eigenen Angaben mehr als 400 000 Unternehmen
Nun also doch: Der zweigleisige Ausbau der Marschbahn-Strecke vor und auf Sylt soll wieder in das so genannte Maßnahmegesetz des Bundes aufgenommen werden, mit dem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) den Bau besonders wichtiger Projekte vorantreiben will. Darauf haben sich, wie Bundesverkehrs-Staatssekretär Enak Ferlemann heute bestätigte, die Spitzen der Regierungs-Fraktionen im Bund verständigt. Am morgigen Mittwoch befasst sich noch einmal der Verkehrsausschuss des Bundestags mit dem Thema, am Freitag soll das Gesetz dann im Bundestag beschlossen und anschließend dem Bundesrat zugeleitet werden. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) zeigten sich entsprechend zufrieden: „Wir haben hart darum gekämpft – ich freu mich“, sagte Buchholz.
Über das geplante Maßnahmegesetz ist vorgesehen, große Infrastrukturvorhaben künftig vom Parlament per Gesetz zu genehmigen statt wie bisher von einer Behörde nach einem langen Planfeststellungsverfahren. Klagen wären dann nicht mehr vor Verwaltungsgerichten möglich, sondern nur noch vor dem Bundesverfassungsgericht. Damit wäre ein schnellerer Bau möglich.
Zwar hatte Scheuer den Gleis-Ausbau zwischen Niebüll und Klanxbüll sowie Morsum und Tinnum zunächst in seinen Entwurf aufgenommen, doch Ende November war er auf Drängen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) wegen juristischer Bedenken wieder herausgestrichen worden.
Buchholz am Rande der letzten Bundesratssitzung mit Umweltministerin Svenja Schulze und Staatssekretär Ferlemann
Das Bundesumweltministerium hatte juristische Gründe für sein Nein angeführt. Der klima- und verkehrspolitische Nutzen solcher Projekte müsse sehr hoch sein, um das Konzept der Legalplanung zu rechtfertigen. Der Nutzen einer zweigleisigen Marschbahn sei aber nach dieser fachlichen Prüfung mit den übrigen in dem Gesetzentwurf enthaltenen Schienenverkehrsprojekten nicht vergleichbar. Dies hatte im Norden für erhebliche Kritik gesorgt.
Verkehrsminister Buchholz warb im Dezember im Bundesrat erfolgreich für den beschleunigten Ausbau der Bahnstrecke, der einzigen festen Verbindung zwischen der Insel und dem Festland. Es gehe nicht darum, «dass die Schönen und die Reichen mit ihren SUV schneller auf die Insel kommen und wieder runter». Sondern es gehe um täglich 4000 bis 6000 Pendler vom Festland zur Insel, die auf Sylt arbeiten. Bei Pünktlichkeitsquoten im vergangenen April bei 50 Prozent könne niemand seinen Job pünktlich erreichen oder nachmittags die Kinder aus dem Kindergarten abholen.
Hier ein Auszug aus der Dezember-Rede:
Bereits im November hatte der Landtag in Kiel einen raschen Ausbau der Bahnstrecke Hamburg-Sylt gefordert. Auf der Strecke verursachen defekte Waggons, Bauarbeiten und fehlendes Personal seit langem immer wieder Verspätungen und Zugausfälle. Unter anderem mit einem Investitionsprogramm für die Sanierung der Infrastruktur will die Bahn die Situation künftig verbessern.
Zur Einigung in Berlin sagte die nordfriesische CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Damerow: «Ich freue mich sehr über diesen Erfolg. Das ist ein gutes Signal für unsere Region und die gesamte Westküste.» Ihr Bundestagskollege Johann Wadephul ergänzte: «Wir konnten in harten Verhandlungen unseren Koalitionspartner überzeugen, die Marschbahn wieder in den Gesetzentwurf aufzunehmen.» Er sei sicher, das Gesetz werde nach der Einigung der Fraktionsspitzen Zustimmung finden.
In dem neuen Gesetzentwurf heißt es: «Bei dem Ausbau der Eisenbahnstrecke von Niebüll über Klanxbüll nach Westerland handelt es sich um ein verkehrlich bedeutendes Projekt, dessen Maßnahmenziel die Herstellung der Zweigleisigkeit auf dem Festland und in einem Teilabschnitt auf Sylt ist. Diese Kapazitätserweiterung ist dringend erforderlich, da der Engpass der Strecke zu unzumutbaren Unzuverlässigkeiten im Personenverkehr führt, die primär die Pendlerströme (insbesondere für Arbeitnehmer mit Wohnsitz auf dem Festland, die einer Tätigkeit auf Sylt nachgehen) ganzjährig beeinträchtigen.» Zusammenfassend werde durch die derzeit unzureichende infrastrukturelle Anbindung der Insel Sylt maßgeblich geschädigt.
«Die Ausbaumaßnahme hat einen engpassfreien Zulauf zur Insel, die in Deutschland nur auf der Schiene erreichbar ist, zum Ziel.» Das Projekt diene auch dem Klimaschutz. Eine zunehmende Nutzung des Schiene durch mehr Zuverlässigkeit und Kapazität diene der Umwelt auf der Insel.
Zur Auftragsvergabe und den Folgen für die SH-Industriepolitik findet sich heute auch ein Interview im sh:z (zum Link siehe unten)
Im Streit um die Vergabe des Milliardenauftrags für das deutsche Kampfschiff «MKS 180» hat die Kieler Werft German Naval Yards (GNYK) juristische Schritte eingeleitet. Der Schriftsatz sei an das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr geschickt worden, teilte das Unternehmen heute mit. Gebe die Behörde der Rüge nicht statt, werde die Werft «definitiv einen Nachprüfungsantrag bei der Vergabekammer des Bundes einreichen». Notfalls will das Unternehmen Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf einreichen.
German Naval Yards sei von dem Auftrag über 5,27 Milliarden Euro für vier Schiffe ausgeschlossen worden, weil das Unternehmen unter 0,15 Prozent der Forderungen nicht erfüllt habe, zitierte das Unternehmen den von der Werft beauftragten Vergaberechtsexperten Roland M. Stein. Doch keiner der angeblichen Gründe rechtfertige einen Ausschluss vom Verfahren. Stattdessen müsse vielmehr die niederländische Damen-Werft ausgeschlossen werden. Bei ihr gebe es erhebliche und begründete Zweifel, ob deren Angebot mit zentralen Aspekten der Ausschreibung übereinstimme. Neben Themen des Antriebs gehe es dabei auch um sicherheitsrelevante Aspekte.
Am 13. Januar war bekannt geworden, dass das europaweit ausgeschriebene neue Marine-Kampfschiff unter niederländischer Federführung bei Blohm und Voss in Hamburg gebaut werden soll. Es ist der größte Marineauftrag dieser Art in der Geschichte der Bundeswehr. Um den Auftrag hatte sich auch GNYK mit Thyssenkrupp Marine Systems (TkMS) als Subunternehmer beworben. Die Entscheidung für das niederländisch geführte Konsortium war in Politik und Wirtschaft auf massive Kritik gestoßen.
Noch klingt es ein wenig nach Zukunftsmusik, aber in einigen Jahren soll es Realität sein: Forscher und Unternehmen wollen für Kiel eine autonom fahrende Bus-Fähre-Kombination entwickeln. Das Land hilft und Beteiligte hoffen auf einen Exportschlager.
Eine Kombination aus autonom fahrenden Bussen und Förde-Fähren könnte in Zukunft den Nahverkehr in Kiel revolutionieren. Daran wollen Wissenschaftler Kieler Hochschulen und des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung (Darmstadt) gemeinsam mit einem schleswig-holsteinischen Firmenkonsortium arbeiten. Das Land werde das Projekt mit absehbar einer halben Million Euro fördern, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) der Deutschen Presse-Agentur. Er habe den Projektträgern grünes Licht für den Aufbau des nötigen Netzwerks gegeben. «Unser gemeinsames Ziel ist es, zukünftig mehr Menschen dazu zu bringen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und damit die Umwelt und vor allem Menschen in der Stadt zu entlasten», sagte Buchholz.
Das Mobilitäts-Projekt heißt «CAPTin Kiel» (Clean Autonomous Public Transport/Sauberer autonomer öffentlicher Verkehr). Außer den Hochschulen und Unternehmen wie TKMS, Raytheon Anschütz und German Naval Yards ist auch die Landeshauptstadt Kiel mit ihren Gesellschaften Partner des Verbundes.
«Wir alle sind überzeugt, dass diese Idee enormes Potenzial für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein in sich birgt», sagte Buchholz. «Deshalb unterstützen wir diesen Ansatz auch als Beitrag zu einer Green Economy.» Die Vision sei ein zunehmend von autonomen Lösungen geprägtes urbanes Mobilitätssystem, das sicher, schadstofffrei und klimafreundlich ist. Der Individualverkehr würde deutlich reduziert, Verkehrsträger zu Land und Wasser intelligent miteinander verbunden.
«Das Netzwerk „CAPTin Kiel“ wird Basis sein für den Transfer innovativer Forschungsergebnisse und Designentwürfe in die Wirtschaft, sagte der Kieler Uni-Präsident Lutz Kipp. So könnten neue Technologien für den Weltmarkt etabliert werden. «Wir freuen uns sehr, dass das Land das Projekt von Wissenschaft, Wirtschaft und Stadt unterstützt.» Es verbinde Digitalisierung und Mobilität mit den Stärken des Wissenschafts- und Industriestandortes. Schon jetzt rufe es Interesse in aller Welt hervor. «Die Technologie könnte ein neuer Exportschlager des Nordens werden», sagte Kipp.
Derzeit bereiten Forschern ein digitales Testfeld an und auf der Kieler Förde vor. Die beteiligten Unternehmen planen laut Wirtschaftsministerium zudem den Bau eines Schiffes als Versuchsträger auf der Grundlage von Designstudien der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Für den Antrieb der Busse und Personenfähren soll «grüner Wasserstoff» verwendet werden, gewonnen aus Windstrom in Schleswig-Holstein.
So könnte die künftige Förde-Fähre der Kieler SFK aussehen: Autonom, modern und klimaneutral – Projektskizze der Muthesius-Kunsthochschule Kiel
Ein unerwartet hoher Haushaltsüberschuss des Landes aus dem Jahr 2019 macht’s möglich: Land und Kommunen in Schleswig-Holstein können sämtliche Glasfaser-Projekte realisieren, die zu einer flächendeckenden Versorgung bis zum Jahr 2025 nötig sind. Für Wirtschaftsminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“. Denn: Hinter so manches Projekt war wegen gestiegener Kosten im letzten Jahr ein kleines Fragezeichen geraten. Video starten….
Staatssekretär Rohlfs (3.v.l.) mit den Empfängern der Förderbescheide bei der Flensburger Firma „Bilfinger GreyLogix“
Im Wettbewerb um künftige Fachkräfte geht die Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein (FI.SH) neue Wege: Mit der Initiative „Ausbildungsbotschafter*innen“ und der Regionalen Partnerschaft Schule-Betrieb sollen junge Menschen für die berufliche Ausbildung begeistert und mit Unternehmen zusammengebracht werden. Wirtschafts- und Arbeitsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs übergab heute in Flensburg sechs Förderbescheide über insgesamt 604.500 Euro für die neuen Projekte an die Handwerkskammern Lübeck und Flensburg sowie die IHK‘en zu Lübeck, zu Kiel und Flensburg.
„In Schleswig-Holstein gibt es im Bereich Berufsorientierung bereits ein breites Angebot, das es bedarfsgerecht und flächendeckend zu vermitteln gilt“, sagte Rohlfs. An dieser Stelle trete die Regionale Partnerschaft Schule-Betrieb ein, die bestehende Angebote und individuelle Bedarfe von Schulen und Betrieben im Bereich Berufsorientierung zusammenbringe und passgenau vermittle.
„Wir wollen junge Menschen, die noch auf der Suche nach dem optimalen Lebens- und Arbeitsmodell sind, für eine duale Ausbildung begeistern und gewinnen“, so Rohlfs. Um einen realitätsnahen Einblick in den beruflichen Alltag zu vermitteln, sollen Ausbildungsbotschafter und -botschafterinnen eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um Auszubildende, die nach einer entsprechenden Fortbildung in den Schulen von ihrem persönlichen Werdegang und ihren Erfahrungen in der beruflichen Ausbildung berichten. Rohlfs: „Junge Menschen, die auf Augenhöhe und mit gleicher Sprache Schülerinnen und Schüler informieren und authentische Antworten auf Unsicherheiten, Berufsvorstellungen und Vorbehalte haben.“
Damit leiste die Regionale Partnerschaft einen wichtigen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung der dualen Ausbildung. „Wir führen Betriebe und Jugendliche zusammen, damit sie miteinander reden und nicht übereinander. So erweitern wir das Berufswahlspektrum und erhöhen insgesamt die Attraktivität der beruflichen Ausbildung.“
Trotz internationaler Handelsauseinandersetzungen rechnet Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz nicht mit größeren Folgen für den Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Der Ausbau des Kanals als elementarem Bestandteil des nordeuropäischen Handels-Drehkreuzes sei weiter dringend erforderlich, sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die heute vorgelegte Kanal-Jahresbilanz 2019. Der bereits begonnene Ausbau der Oststrecke und die Erneuerung der Schleusen seien überfällig. «Ein intakter Kanal, der den Reedereien wenig Wartezeiten beschert, ist nicht nur für die vielen tausend Arbeitsplätze wichtig, die direkt wie indirekt am Kanal hängen», so der FDP-Politiker. Das gelte auch für das Klima – denn jede Abkürzung des Seewegs um Skagen spart auch Treibstoff und damit Emissionen.
Nach der Jahres-Statistik 2019 der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes wurden insgesamt 83.476.501 Tonnen Ladung auf dem Nord-Ostsee-Kanal transportiert – das sind 4,59 Prozent weniger als im Vorjahr 2018 (87.489.053 Tonnen). Insgesamt haben den Kanal im vergangenen Jahr 28.797 Schiffe befahren. 2018 waren es 30.009 Schiffe.
Gleichbleibend ist die Zahl der Sportboote, die mit rund 12.000 den Nord-Ostsee-Kanal jährlich nutzen.
Bei den Verkehrszahlen des Jahres 2019 spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. So fiel beispielsweise die konjunkturelle Entwicklung im Ostseeraum mit Wachstumsraten beim Brutto-Inlandsprodukt von überwiegend ein bis zwei Prozent schwächer aus als in den Vorjahren. Die für die Routenwahl der NOK-Schiffe wichtigen Faktoren wie niedrige Bunkerpreise und Frachtraten im Nord-Ostseeverkehr begünstigten die Fahrt um Skagen.
Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Was-serstraßen und Schifffahrt: „Wir investieren in die Leistungsfähigkeit die-ser bedeutenden internationalen Wasserstraße und rüsten den Kanal für die Zukunft. Die ausgebaute Oststrecke vor Kiel wird der Schifffahrt deut-liche Vorteile bringen. Die wichtigen Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des Kanals setzen wir auch in den kommenden Jahren konsequent fort.“
Sieht in E-Scootern mehr Chancen als Risiken: Verkehrsminister Buchholz – hier bei einer Scooter-Probefahrt auf den Fluren seines Ministeriums
Die Jamaika-Koalition will die Nutzung von E-Tretrollern in Schleswig-Holstein erleichtern. Nach Ansicht von CDU, Grünen und FDP sollen E-Scooter und Co. in die Verkehrsplanung aufgenommen werden und der Bau von Abstellmöglichkeiten an zentralen Orten unterstützt werden. Erleichtert werden soll die Mitnahme in Bussen und Zügen. Zudem sollen die Roller künftig in die Verkehrserziehung an Schulen einbezogen werden. Die Diskussion über E-Scooter in Deutschland thematisiere im Wesentlichen die Risiken, kritisierte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am Abend in der Landtagsdebatte. Dabei seien diese eine Chance für Mobilität. Wer Miet-Scooter nach Nutzung auf die Straße werfe, könne für eine solche Ordnungswidrigkeit belangt werden.
Buchholz sagte im Landtag weiter – Video starten:
E-Scooter könnten ein weiterer Baustein sein, die Straßen zu entlasten und die Nutzung des Nahverkehrs attraktiver zu machen, sagte Buchholz. Auch in Zukunft werde deshalb keiner mit einem solchen Fahrzeug von Plön nach Kiel fahren. «Aber ich denke beispielsweise an Pendler, die Elektrokleinstfahrzeuge auf der ersten und der letzten Meile – also zwischen Wohnort und ÖPNV beziehungsweise zwischen ÖPNV und Arbeitsort nutzen können.»
Kritik kam von der SPD: Mehr Roller im Straßenverkehr würden nicht zur Senkung der Unfallzahlen beitragen, sagte der SPD-Verkehrspolitiker Kai Vogel. Die E-Tretroller würden eher als Spaßfahrzeug genutzt. «Die E-Scooter waren ursprünglich als Ersatz für kurze Autofahren gedacht. Doch das hat überhaupt nicht geklappt.» Zudem würden diese in Großstädten wie Hamburg oder Berlin überall abgestellt. Vogel verwies mit Blick auf die geringe Haltbarkeit der E-Scooter auf das Problem des anfallenden Elektroschrotts.
«Wir brauchen eine andere Aufteilung des öffentlichen Raums, wenn wir eine Verkehrswende wollen», sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Andreas Tietze.
Nach Ansicht des AfD-Umweltpolitikers Volker Schnurbusch ist es noch ein weiter Weg, bis E-Roller Autofahrten ersetzen. Derzeit fehlten noch breitere Radwege und angemessene Parkflächen. E-Scooter hätten zudem noch keinen Beweis ihrer Nachhaltigkeit erbracht.
Ministerpräsident Daniel Günther (rechts) und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz nach dem Treffen mit Betriebsräten der Werften und Zulieferer sowie der IG-Metall Küste
Nach dem Zuschlag für das Kampfschiff «MKS 180» an ein niederländisch geführtes Konsortium hat Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ein Bekenntnis der Bundesregierung zum deutschen Marineschiffbau gefordert. Betriebe wie die jüngst unterlegene Kieler Werft German Naval Yards (GNYK) bräuchten für den Bau von Marineschiffen «eine klare Perspektive für die Zukunft», sagte Günther heute. Er erwarte, dass die Ankündigungen der Bundesregierung, den Unterwasser- und den Überwasserschiffbau als Schlüsseltechnologien zur Stärkung der Verteidigungsindustrie in Deutschland einstufen zu wollen, rasch umgesetzt werden.
Zurückhaltend äußerte sich Günther zu der Frage, ob sich an der Entscheidung gegen GNYK noch etwas ändern kann. «Was politisch beeinflusst werden kann, versuchen wir maximal in unserem Sinne zu drehen», sagte Günther. Zuvor hatte er gemeinsam mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP), dem Bezirksleiter der IG Metall, Daniel Friedrich, und Betriebsräten von Kieler Werften und Zulieferern über die Situation mit Blick auf künftige Rüstungsprojekte beraten.
Wirtschaftsminister Buchholz sagte nach dem Treffen im Gespräch mit Journalisten
(Audio starten – Pfeil klicken)
Auch Bezirksleiter Friedrich forderte «Klarheit über die Perspektive, wie der Marineschiffbau in Zukunft aufgestellt sein soll». Dazu brauche es eine verlässliche Aussage, dass Schiffbauaufträge künftig national vergeben werden. Die Vergabe im Fall «MKS 180» bedeute für Schleswig-Holstein mehr Schatten als Licht. Aber auch hier profitierten Zulieferbetriebe von dem Auftrag. «Es geht explizit darum, dass auch die Zukunftstechnologie hier vor Ort im Land gehalten wird. Ein Schiff zusammenschweißen – das können sie fast auf jeder Werft auf der Welt.»
Wirtschaftsminister Buchholz sagte, «maritimer Schiff- und insbesondere militärischer Schiffbau ist Hightech». Es gehe darum, auch Design und Ingenieurleistung hierzulande zu halten. Auch er sprach sich gegen europaweite Ausschreibungen aus.
Innerhalb der Jamaika-Koalition haben sich die Grünen im Landtag von der Position von Günther und Buchholz distanziert. «Ich finde es keine gute Idee zu sagen, jetzt gehen wir wieder auf den nationalen Gang», sagte Fraktionschefin Eka von Kalben. «Ich finde das falsch und uneuropäisch; wir sind eine europäische Partei.»
Günther sprach von Meinungsverschiedenheiten: «Das ist eine unterschiedliche Auffassung, die sie da hat.» Das ändere aber nichts an der Position der Landesregierung, für die Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein zu kämpfen. «Wir setzen uns dafür ein, dass zukünftig nationale Ausschreibungen durchgeführt werden.»
Hintergrund: Bei einer entsprechenden Einstufung könnte auf europaweite Ausschreibungen verzichtet werden – was andere Länder auch tun.
Um den «MKS 180»-Auftrag im Volumen von 5,3 Milliarden Euro für vier Schiffe hatte sich auch German Naval Yards in Kiel mit Thyssenkrupp Marine Systems (TkMS) als Subunternehmer beworben. Es ist der größte Marineauftrag dieser Art in der Geschichte der Bundeswehr. Das CDU-geführte Verteidigungsministerium hatte in der vorigen Woche bekanntgegeben, die niederländische Werftengruppe Damen habe die Ausschreibung gewonnen; das Schiff werde bei der Lürssen-Tochter Blohm + Voss in Hamburg gebaut.
Mit einem Plus von 4,5 Prozent bei den Übernachtungen und 1,9 Prozent bei den Gästeankünften gegenüber dem Vorjahresmonat weist der November 2019 für die Tourismusbranche eine gute Bilanz für die Nebensaison auf. Dabei werden für die Reiseregion Ostsee mit einem Plus von 8 Prozent bei den Übernachtungen und 2,7 Prozent bei den Ankünften für den November 2019 beste Ergebnisse erzielt.
„Mit diesen guten Wachstumszahlen zeigt Schleswig-Holstein sein großes Potenzial für die Nebensaison“, sagte Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz heute in Kiel. „Zuwächse im Tourismus für den eher zurückhaltenden Urlaubsmonat November zu erzielen sind eine außerordentliche Leistung der Branche. Das Engagement der touristischen Akteure und die Investitionen in die touristische Infrastruktur führen zu einer Stärkung der Nebensaison. Dies ist der beste Weg, die Arbeitsplätze im Hotel- und Gastgewerbe nachhaltig zu sichern, das ist unser Ziel.“
Laut Statistikamt Nord konnten im November 2019 in Beherbergungsstätten mit zehn und mehr Betten und auf Campingplätzen etwa 400.000 Gäste begrüßt und rund 1,4 Millionen Übernachtungen gezählt werden. Auch der Ganzjahresvergleich weist positive Zahlen auf: Von Januar bis November 2019 kamen 3,8 Prozent mehr Gäste ins Land. Die Zahl der Übernachtungen stieg im gleichen Zeitraum um 4,4 Prozent an. Buchholz: „Schleswig-Holstein hat auch im November seine Reize als Urlaubsland. Das erkennen dank unserer Marketing-Strategien immer mehr Touristen an, und darüber freue ich mich sehr.“
Die Nebensaison erfolgreich zu vermarkten, ist ein wichtiges strategisches Ziel der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH): „Das positive November-Ergebnis ist sehr erfreulich. Aber wir sollten noch mehr attraktive Angebote schaffen, damit Gäste dauerhaft auch in den schwächeren Monaten November bis April nach Schleswig-Holstein kommen“, so TA.SH-Geschäftsführerin Dr. Bettina Bunge. Sie wies darauf hin, dass im letzten Jahr die Weihnachtsmärkte früh, nämlich bereits am 25. November, gestartet seien. Sie hätten ihren Teil zum Ergebnis beigetragen. „Wie der Dezember letzten Jahres und somit die Tourismusbilanz 2019 insgesamt ausfällt, werden wir dann Ende Februar wissen“, resümierte Bunge. Die Zeichen stünden auf Wachstum, quantitativ wie qualitativ. „Nur wenn wir Schleswig-Holstein als Ganzjahresreiseziel dauerhaft etablieren, können die Unternehmer wirtschaftlich erfolgreich sein, haben die Beschäftigten eine langfristige Perspektive und die Gäste einen guten Grund, jederzeit zu uns zu kommen.“
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus