Das erste von vier U-Booten für die Marine von Singapur ist heute in Kiel getauft worden. Die Frau des Verteidigungsministers Ng Eng Hen aus Singapur vollzog nach altem Brauch die Zeremonie und gab dem Boot den Namen „Invincible“. Mit einer Verdrängung von rund 2000 Tonnen ist das von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) gebaute Unterwasserschiff einer der bisher größten Neubauten eines U-Bootes in Deutschland. Es soll 2021 übergeben werden und ist für eine 28-köpfige Besatzung ausgelegt.
«Diese neuen U-Boote sind das Ergebnis jahrelanger Erfahrung und hoher Expertise aus Deutschland und Singapur», sagte Verteidigungsminister Ng Eng Hen. «Das erste Boot des Typs 218SG ist der Start einer neuen Generation von U-Booten», so TKMS-Vorstandschef Rolf Wirtz. «Wir sind stolz darauf, diesen wichtigen Schritt im Leben eines Bootes gemeinsam mit unseren Partnern aus Singapur gehen zu können.» Die neuen U-Boote verfügten über herausragende Fähigkeiten und würden damit zu einem entscheidenden strategischen Vorteil für Singapur und seine Marine.
Auch Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, der für die Landesregierung zu den Taufgästen zählte, zeigte sich begeistert: «Ein riesiges Stück Wertschöpfung für das Land – und vor allem ist jeder Auftrag mit einem großen Innovationssprung verbunden.»
Weiter sagte Buchholz – Video starten:
Singapur hatte bereits 2013 für rund 1,7 Milliarden Euro zunächst zwei U-Boote bei Thyssenkrupp Marine Systems bestellt. 2016 folgte eine Bestellung für zwei weitere Boote. Die sollen ab 2020 vier ältere U-Boote aus schwedischer Produktion in Singapur ersetzen. Die Marine des Stadtstaats an der Straße von Malakka hatte vor 20 Jahren mit der Einführung von U-Booten begonnen. Grund ist der Aufbau der Marine Chinas.
In den geplanten Bau für ein nationales Import-Terminal für verflüssigtes Erdgas in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) ist diese Woche Bewegung gekommen. Das Betreiberkonsortium aus Gasunie, Vopak und Oiltank hat einen weiteren Vorvertrag mit einem Großkunden geschlossen. Und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmnaier kündigte an, die Gasnetzbetreiber zu verpflichten, LNG-Terminals ans Gas-Fernleitungsnetz anzuschließen. Damit würde er eine Entscheidung der Bundesnetzagentur korrigieren, nach der die Betreiber des Terminals in Brunsbüttel selbst für den Anschluss an das Fernleitungsnetz sorgen müssten. Das hätte das Projekt in Brunsbüttel um 80 Millionen Euro verteuert.
Für Landes-Wirtschaftsminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“ – Video starten
Nachdem sich die Bundesregierung Mitte Dezember auf einen Gesetzentwurf zur Zuwanderung von Fachkräften geeinigt hatte, wird nun auf Druck Schleswig-Holsteins nochmals nachgebessert. Eine entsprechende Weichenstellung fand heute die Mehrheit im Bundesrat. Dies führt etwa dazu, dass qualifizierte Ausländer, die vom Asylverfahren in die Erwerbsmigration wechseln wollen, nicht erst ausreisen müssen, um ein Visumverfahren zu durchlaufen, fand heute die Mehrheit im Bundesrat.
Wie Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) in Vertretung für Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) im Plenum sagte, habe die Wirtschaft lange darauf gewartet, dass wir es Zuwanderern mit einer beruflichen Qualifikation erleichtern, bei uns zu arbeiten. „Es ist gut, wenn jetzt die Liste mit so genannten Mangelberufen wegfällt, genauso wie die Vorrangprüfung, mit der bisher geschaut werden musste, ob es nicht einen Deutschen oder EU-Ausländer für diesen Arbeitsplatz gibt“, sagte Buchholz.
Zudem erinnerte er daran, dass die Änderungen dazu beitragen, den hohen Stellenwert der beruflichen Bildung neben der akademischen Bildung auch für interessierte Fachkräfte aus dem Ausland deutlich zu machen und zu öffnen: „Wenn wir die Tür für die Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland aufmachen wollen, dürfen wir die Hürden nicht zu hoch hängen. Wir haben uns daher beispielsweise für eine angemessene Verlängerung der vorgesehenen Aufenthaltserlaubnisse zur Durchführung ergänzender Qualifizierungsmaßnahmen ausgesprochen, damit ausreichend Zeit für Lehrgänge zur Anerkennung einer ausländischen Qualifikation zur Verfügung steht“, so der Minister weiter.
Wichtig sei es darüber hinaus laut Buchholz, dass die erwünschte Fachkräfteeinwanderung nicht nur rechtlich ermöglicht, sondern auch praktisch so einfach wie möglich ausgestaltet werde. Hierzu bedürfe es parallel zum Gesetzgebungsverfahren noch erheblicher Anstrengungen – etwa für die Anerkennung von Berufsabschlüssen, der Etablierung von Werbestrategien zur Gewinnung qualifizierter Fachkräfte oder der Intensivierung der Sprachförderung für Fachkräfte im In- und Ausland.
Buchholz weiter: „Gut ist auch, dass wir mit einem weiteren Gesetz Menschen eine Perspektive geben, die absehbar nicht in ihre Heimatländer zurückkönnen. Auch sie bekommen jetzt eine Chance, sich über Ausbildung und Arbeit ein Leben in Deutschland aufzubauen. Und damit Teil unserer Gesellschaft zu werden. Auch das ist das richtige Signal. Und zwar für gelingende Integration.“
Die Stellungnahme des Bundesrates wird nun zunächst an die Bundesregierung weitergeleitet. Sobald sie sich dazu geäußert hat, leitet sie den Gesetzentwurf einschließlich der Stellungnahme des Bundesrates und ihrer Gegenäußerung an den Bundestag zur weiteren Beratung und Entscheidung. Dort wurde das Gesetz bereits am Mittwoch in erster Lesung behandelt.
Die Gemeinden in Schleswig-Holstein erhalten ab 2020 mindestens 43,25 Millionen Euro für ihre Infrastruktur und den öffentlichen Personennahverkehr. Einstimmig verabschiedete der Landtag heute das von der Landesregierung vorgelegte Gemeinde-Verkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG).
Mit dem Regelungspaket sollen die zum Jahresende entfallenen Bundesfinanzhilfen aus dem sogenannten Entflechtungsgesetz von Gemeinschaftsaufgaben und Finanzhilfen kompensiert werden. Ab 2021 sieht das Gesetz zudem eine Steigerung der Summe um zwei Prozent pro Jahr vor. 2035 sollen so rund 60 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Dann plant die Landesregierung eine Revision der Mittelvergabe.
Buchholz sagte dazu im Landtag (Audio starten – „im Browser anhören)
Mit dem Geld können die Verkehrsinfrastruktur und der Öffentliche Personennahverkehr vor Ort verbessert werden. 65 Prozent, also rund 28 Millionen Euro jährlich, seien für den kommunalen Straßenbau vorgesehen, erläuterte Bernd Buchholz (FDP). Deckensanierungen von Straßen würden weiterhin mit maximal 50 Prozent gefördert, Neubauten bis zu 75 Prozent. Der Rest fließe vor allem in die Schienen-Infrastruktur und Bahnhofsumgebungen, besonders in die Hinterland-Anbindung der festen Fehmarnbelt-Querung. Der Ausbau der S21 und der S4 aus Hamburg werde allerdings von Impuls-Mitteln bezahlt, betonte der Minister.
Buchholz unterstrich, dass Kommunen nun ab sofort Förderanträge stellen könnten, da Rechtssicherheit bestehe. CDU-Fraktionschef Tobias Koch zählte auf, dass im kommenden Jahr zusätzlich zu dem GVFG auch 11,5 Millionen Euro aus dem kommunalen Finanzausgleich und 15 Millionen Euro aus dem Kommunalpaket für die Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung stehen. „Insgesamt sind das rund 70 Millionen Euro“, rechnete er vor.
Der Finanzinvestor Lars Windhorst hat die Mehrheit bei der angeschlagenen Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) übernommen. Windhorsts Holding Sapinda habe 76 Prozent der Anteile an der Werft übernommen, teilte heute der bisherige Eigentümer, das norwegische Unternehmen Siem, mit. Zudem will er den Angaben zufolge 33 Millionen Euro frisches Eigenkapital in die Werft stecken. Darüber hinaus hat Siem der FSG zehn Millionen Euro Außenstände erlassen, die in neue Anteile umgewandelt wurden. Siem will eigenen Angaben zufolge aktiver Anteilseigner bleiben, der eine Mehrheit im Beirat der FSG habe. Zuvor hatte das «Manager Magazin» über den Deal berichtet.
Lars Windhorst hatte schon als 16-Jähriger ein Unternehmen für Computerzubehör gegründet. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl lobte ihn als «Wunderkind» und nahm ihn ins Ausland mit. Später legte Windhorst mehrere Insolvenzen hin, kam aber immer wieder auf die Beine. Seine Sapinda Holding wurde nach Firmenangaben 2009 mit dem Ziel gegründet, Kapital in speziell ausgesuchte Projekte in Europa, Afrika und Asien erfolgreich zu investieren. Ende Februar 2018 hatte Sapinda die Luxus-Modemarke La Perla übernommen. Die FSG-Übernahme bestätigte ein Sapinda-Sprecher und verwies für Details an die Mitteilung von Siem.
Ein Bild aus besseren Werft-Tagen: Zwei FSG-Neubauten kurz vor der Ablieferung – darunter ein Spezial-Schriff der norwegischen Reederei Siem (links)
Durch die Eigenkapitaleinlagen erhalte die Werft zusätzliche Liquidität und eine solide Basis, teilte Siem weiter mit. Bei der FSG mit 650 fest angestellten Mitarbeitern sowie zahlreichen Leiharbeitern und über Werkverträge Beschäftigten hatten Verzögerungen bei einem Neubau zu erheblichen Verlusten geführt. Die Auftragsbücher sind bis 2021 gefüllt. Insgesamt gibt es Aufträge für sieben Schiffe mit einem Auftragsvolumen von einer Milliarde Euro.
Ob die Werft durch die Kapitalspritze langfristig gerettet ist, wird sich noch zeigen. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) sagte, nur weil mit Windhorst ein neuer Investor eingesprungen sei, bedeutet dies beispielsweise nicht, dass deshalb schneller Landesbürgschaften herausgegeben werden könnten.
Bürgschaften seien an bestimmte Bedingungen geknüpft. Der Sachstand habe sich nicht geändert. So brauche es eine positive Fortführungsprognose, die im Rahmen eines Gutachtens von einem Wirtschaftsprüfer testiert werden müsse. «Es heißt immer so schön, die Auftragsbücher bei der FSG sind voll», sagte Buchholz. Wichtig sei aber, das man mit jedem einzelnen Auftrag auch Geld verdienen könne. «Genau das gilt es für das Land festzustellen.»
Buchholz sagte weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)
Die IG Metall pocht unterdessen auf mehr Informationen. «Für uns ist das industrielle Konzept entscheidend. Das kennen wir bisher nicht und können den Investor deshalb nicht näher beurteilen», teilte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, am Dienstag auf Anfrage mit. «Wir erwarten, dass Geschäftsführung und Investor sich möglichst schnell auf einer Betriebsversammlung erklären.»
Der Flensburger IG-Metall-Chef Michael Schmidt sagte, er sei erst einmal froh, dass es weitergehe. Aber es gebe momentan auch viele Fragezeichen. Die Kommunikation sei in der letzten Zeit nicht sehr gut gewesen. Der Betriebsrat der Werft erarbeite nun einen Fragenkatalog. Darin gebe es Fragen, die kurzfristig geklärt werden müssten, etwa zur Bezahlung von Leiharbeitsbetrieben und Lieferanten sowie langfristige zur künftigen Ausrichtung der Werft. Am 20. Februar soll eine Betriebsversammlung stattfinden.
Er habe vor einigen Wochen zufällig Windhorst getroffen, als dieser mit Siem auf der Werft gewesen sei. Was er für einen Eindruck macht? «Der hat Geld oder kommt an Geld und will Geld investieren und will Geld verdienen.» Das sei gut, «aber wir müssen irgendwann mal wissen, was hat die FSG eigentlich vor», sagte Schmidt. Deshalb seien die Fragen des Betriebsrates auch wichtig. «Und die müssen auch gut beantwortet werden, damit jeder erkennt, es geht weiter.»
Deutschland will künftig mehr Flüssig-Erdgas (LNG) aus den USA einführen – dazu sollen mit staatlicher Förderung mindestens zwei neue LNG-Terminals in Norddeutschland gebaut werden. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte heute in Berlin, er rechne mit einer Entscheidung in den nächsten Wochen: «Ich sehe an mindestens zwei Standorten die Chance, dass wir rasch etwas verwirklichen können.»
Als mögliche Standorte für Terminals zum LNG-Import konkurrieren Brunsbüttel, Wilhelmshaven und Stade. Dort haben sich private Konsortien gebildet. Die Bundesregierung will den Bau mit staatlichen Fördergeldern unterstützen. Altmaier sprach von «substanziellen», aber zugleich überschaubaren Beiträgen. Eine konkrete Summe wollte er nicht nennen. Es gebe verschiedene Fördertöpfe.
Der Wirtschaftsminister kündigte zudem an, die Gasnetzbetreiber zu verpflichten, LNG-Terminals ans Gas-Fernleitungsnetz anzuschließen. Damit würde er eine Entscheidung der Bundesnetzagentur korrigieren, nach der die Betreiber des Terminals in Brunsbüttel selbst für den Anschluss an das Fernleitungsnetz sorgen müssten. Das hätte das Projekt in Brunsbüttel um 80 Millionen Euro verteuert.
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz begrüßte diesen Schritt: «Die Entscheidung der Bundesnetzagentur vom Dezember 2018 war ein schwerer Rückschlag für alle Projekte zum Aufbau einer LNG-Infrastruktur in Deutschland. Mit der kurzfristigen Schaffung eines regulatorischen Rahmens, der LNG genauso behandelt wie Pipelinegas, hat das Bundeswirtschaftsministerium zupackend darauf reagiert und die große Verunsicherung, die dadurch entstanden ist, beseitigt. Wenn es wie vorgesehen gelingt, alle wesentlichen Details des neuen Rechtsrahmens bis zum Sommer zu klären, sind meines Erachtens auch die ursprüngliche Zeitpläne für die Realisierung des Projektes nicht gefährdet», sagte der FDP-Politiker. Nachdem sich die kommerzielle Situation sehr positiv darstelle, sei er zuversichtlich, dass die endgültige Investitionsentscheidung wie geplant Ende 2019 falle und 2022 in Schleswig-Holstein das erste deutsche LNG-Import-Terminal in Betrieb gehe.
In Deutschland gibt es bisher noch kein Import-Terminal für LNG. Letztlich entscheiden private Investoren, ob sie rund 500 Millionen Euro für ein solches Projekt riskieren wollen. Das Brunsbütteler Konsortium hatte erst gestern mitgeteilt, es habe einen weiteren großen Kunden gewonnen und plane nunmehr, eine Genehmigung für ein Terminal mit einer Kapazität von acht Milliarden Kubikmeter pro Jahr zu beantragen. Wenn die Genehmigung vorliegt, solle Ende dieses Jahres eine Investitionsentscheidung fallen.
Zur Wettbewerbs-Position von Brunsbüttel sagte Buchholz im Gespräch mit Journalisten weiter (Audio starten – Pfeil klicken)
In Deutschland werde in einer Übergangszeit künftig mehr Gas zur Energieversorgung benötigt, wie Altmaier sagte. Deutschland steigt bis Ende 2022 aus der Kernenergie aus. Bis Ende 2038 soll nach einem Konzept einer Regierungskommission zudem schrittweise die Kohleverstromung auslaufen. Zugleich wird in Europa weniger Gas gefördert, etwa in den Niederlanden. Das Nachbarland trägt bislang rund ein Fünftel zu den deutschen Importen bei. Der Großteil des in Deutschland verbrauchten Erdgas kommt aus Russland und Norwegen, ein kleiner Teil aus eigener Förderung.
Altmaier sagte bei der heutigen LNG-Konferenz mit deutschen und amerikanischen Unternehmen weiter, es komme nun darauf an, den Gasbezug breiter aufzustellen. Dabei könne auch LNG aus den USA eine Rolle spielen. «Mit LNG können wir Gas von noch mehr Anbietern beziehen und so unsere Versorgungssicherheit weiter erhöhen – am Ende muss es aber natürlich zu wettbewerbsfähigen Preisen geschehen.» Bislang spielt LNG auf dem europäischen Markt eine untergeordnete Rolle und wird überwiegend aus Katar geliefert.
Im Gegenzug zum vorläufigen Verzicht auf höhere US-Zölle auf Autos hatte zudem EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im vorigen Sommer US-Präsident Donald Trump unter anderem zugesagt, dass die EU den Import von Flüssiggas aus den USA erleichtern wolle. Es gibt bereits rund 30 LNG-Terminals in Europa, etwa in den Niederlanden, aber auch in Frankreich und Polen. Weitere sind im Bau.
Aus Sicht des Energieverbandes BDEW kann verflüssigtes Erdgas die Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa stärken. Der Energieträger könne entweder direkt zur Betankung von Lkws oder Schiffen genutzt oder in gasförmigem Zustand ins Erdgasnetz eingespeist werden. Zugleich betonte der BDEW, Investoren für eine LNG-Importinfrastruktur müssten auf dem freien Markt gefunden werden.
Nackter Asphalt statt Sand: Wie hier in „Kalifornien“ (Gemeinde Schönberg) haben die beiden Januar-Stürme „Zeetje“ und „Benjamin“ vielfach die Strände ins Meer gespült
Schnelle Finanzhilfe für die Ostsee-Kommunen nach den jüngsten Sturmschäden – und ein nachhaltiges Konzept für Sturmfolgen der kommenden Jahrzehnte: Darauf hat sich heute in Kiel die Landesregierung verständigt. Wie Wirtschafts- und Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz nach der Sitzung des Kabinetts sagte, stelle das Land den besonders betroffenen Kommunen zur Beseitigung der Schäden und zur Vorbereitung auf die nächste Strandsaison bis zu eine Million Euro an Soforthilfe zur Verfügung. Bei den Stürmen im Januar waren unter anderem aus Sierksdorf, Heiligenhafen, Fehmarn oder Laboe starke Schäden gemeldet worden.
„Damit leisten wir – wie bei meinen Ortsterminen versprochen – einen erheblichen Beitrag, unsere touristischen Orte an der Ostseeküste kurzfristig wieder fit für die Saison zu machen“, sagte Buchholz. Er machte zugleich aber deutlich, dass dies keine Dauerlösung werden könne: „Um nicht jedes Jahr aufs Neue Steuergeld buchstäblich im Meer zu versenken, brauchen wir wissenschaftlich begleitete Konzepte, wie unsere Küsten und Strände an den Tourismus-Hotspots nachhaltig gesichert werden können.“ Auch 2017 hatte das Land nach den Winterstürmen rund 1,2 Millionen Euro bereitgestellt.
Weiter sagte Tourismusminister Buchholz im Gespräch mit Journalisten
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Mit der finanziellen Soforthilfe sollen die Gemeinden laut Buchholz dabei unterstützt werden, die vom Hochwasser verursachten Schäden bis zur bevorstehenden Saison zu beseitigen. Dazu werden die beteiligten Landesministerien unter Federführung des Wirtschaftsministeriums in Kürze eine Förderrichtlinie erarbeiten, die die Details zu Fördervoraussetzungen, Förderhöhe und Antragsverfahren festlegt. Grundlegende Bedingung für eine bis zu 50-prozentige Förderung sei jedoch, dass die Schäden durch die Stürme vom 2. und 8. Januar ausgelöst wurden. Buchholz: „Wichtig ist vor allem, dass die Gemeinden nach einer gründlichen Dokumentation der Schäden sofort mit der Reparatur loslegen können.“
Um das Problem der Schäden an der touristischen Infrastruktur durch Extremwetterlagen für die Zukunft systematischer anzugehen, ist nach den Worten des Ministers in einem zweiten Schritt vorgesehen, die Fragen von Küsten-, Naturschutz und Tourismus mit den zuständigen Ministerien grundsätzlicher zu debattieren und gemeinsam nachhaltige Lösungen zu entwickeln. „Dieser Prozess fügt sich in eine noch zu entwickelnde Gesamtstrategie ‚Entwicklung Ostküste 2100‘, die vom Umweltministerium federführend entwickelt wird“, so Buchholz.
Weitergehende Informationen zur Veröffentlichung der Förderrichtlinien und dem Antragsverfahren werden in den nächsten Wochen folgen.
Buchholz beim Rundgang mit Tim Bast, Chef in dritter Generation der Bast GmbH, die zu den Mitbegründern der Nord Gastro & Hotel gehört
Im Beisein von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz ist heute die 20. Messe «Nord Gastro & Hotel» in Husum eröffnet worden. Rund 250 Aussteller präsentieren während der zweitägigen Jubiläumsveranstaltung auf mehr als 10 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche neue Produkte und technische Innovationen. Dabei reicht die Produktpalette von der Großraum-Küchentechnik über Innen- und Raumausstattung bis zu Fingerfood, Tiefkühlkost, Kaffee, Wein und Spirituosen.
Die «Nord Gastro & Hotel» habe sich aus dem privaten Engagement von drei Familienbetrieben zu einer erfolgreichen Fachmesse entwickelt, sagte Buchholz. Dabei habe sie auch nach 20 Jahren noch ihren «familiären Charme», ergänzte Messe-Chef Arne Petersen: «Die Branche kennt sich und trifft sich hier.»
Die «Nord Gastro & Hotel» gilt nach Angaben der Veranstalter als die bedeutendste Fachmesse nördlich der Elbe. Hier erführen Gastronomen und Hoteliers, was sie tun müssen, damit ihre Gäste auch in Zukunft gerne wieder kommen. «Mit 33 Millionen Gästen in Schleswig-Holstein war 2018 ein Super-Jahr», sagte Buchholz. «Es ist wichtig, dass wir die Super-Phase, die wir jetzt haben, dazu nutzen, zu gucken, wie wir uns ausrichten müssen.»
Heute seien die Gäste anspruchsvoller. «Es wird nicht mehr nur die Frage gestellt: «Krieg ich ein anständiges Essen und schmeckt es auch?», sagte Buchholz. Vielmehr wollten die Gäste zudem wissen, wo das Essen herkomme, ob es aus der Region stamme und ob die Tiere ordentlich behandelt würden.
Neben diesen Qualitätsanforderungen spiele auch das Thema Digitalisierung eine wichtige Rolle. «Die Buchungssysteme in der Gastronomie und in Hotels funktionieren heute nicht mehr so wie früher: Wer auf den großen Internet-Plattformen nicht auffindbar ist, wird in den nächsten Jahren Schwierigkeiten haben», sagte Buchholz.
Die «Nord Gastro & Hotel» ist eine Ordermesse für die Hotel- und Gaststättenbranche in Schleswig-Holstein und damit ein wichtiges Stimmungsbarometer für die gesamte Branche in Norddeutschland. Die Veranstalter rechnen auch im Jubiläumsjahr wieder mit mehr als 5000 Fachbesuchern.
Kaum ein Thema bschäftigte die überregionale Wirtschaftspresse diese Woche so sehr wie die „neue Industriepolitik“ des Bundes – ein 12-Seiten-Papier von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Der Inhalt lässt aber nicht nur viele Wirtschaftsforscher zusammenzucken: Auch SH-Wirtschaftsminister Bernd Buchholz kritisiert, dass Großunternehmen durch Anreize für Fusionen in fast planwirtschaftlicher Weise unter Artenschutz gestellt werden sollen.
Dabei hätte die Industrie – auch in Schleswig-Holstein – seiner Ansicht nach etwas Besseres verdient. (Video starten)
KN von heute – massiver Rückenwind für den Industrie-Standort Schleswig-Holstein
Im Ringen um die Ansiedlung einer Toshiba-Produktion von Speicher-Hybrid-Loks hat der Standort Kiel gegenüber dem Mitbewerber Rostock die Nase vorn. Das berichten heute die „Kieler Nachrichten“. Es geht um ein Investitionsvolumen von über 250 Millionen Euro und die Schaffung von rund 300 Arbeitsplätzen, um zunächst 100 Loks mit Hybrid-Antrieb für die Bahn-Tochter DB-Cargo zu fertigen. In Rostock soll demnach eine Montage für die Loks eingerichtet werden.
Buchholz sagte dazu am Freitag am Rande der ersten Bahntechnik-Konferenz in Kiel (Audio starten – „im Browser anhören“)
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus