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Buchholz mahnt zur Eile beim Thema Diesel-Nachrüstung – Freitag Thema im Bundesrat

Bundesrat

Wer soll die Nachrüstung von Dieselautos bezahlen? Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz beharrt auf einer Dreiteilung der Kosten. Dass sich nun auch der Bund bewegt, ist für den FDP-Politiker höchste Zeit.

Kurz vor Beratungen im Bundesrat über mögliche Hardware-Nachrüstungen von Dieselautos hat Buchholz seine Forderung noch einmal bekräftigt, die Kosten zwischen Industrie, Bund und Autobesitzern aufzuteilen. Die aktuelle Diskussion verdeutliche den Handlungsdruck, sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Selbstverständlich müssten aber jene Konzerne, die ihren Kunden bei der Abgas-Software Mogelpackungen verkauft hätten, die daraus resultierenden Schäden allein tragen. Der Bundesrat befasst sich an diesem Freitag mit dem Themenkomplex. Dazu liegt ein Entschließungsantrag Hessens vor.

Es sei höchste Zeit, dass sich jetzt auch die Bundesregierung in die Debatte eingebracht habe, sagte Buchholz. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte nach einem Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag ein Konzept für technische Verbesserungen alter Diesel angekündigt. Unklar ist aber noch, ob außer Software-Updates möglicherweise doch auch Hardware-Umbauten an Dieselmotoren vorgesehen sind. Der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Montag) hatte Scheuer gesagt, Nachrüstungen sollten in erster Linie dort vorgenommen werden, wo es technisch und wirtschaftlich möglich sei. Am sinnvollsten sei das bei Bussen und kommunalen Fahrzeugen.

Buchholz sagte heute am Rande seiner Delegationsreise in China (Audio starten – „Im Browser anhören“)

Bei den 3,1 Millionen Diesel-Fahrzeugen der Euro-4-Norm sei der Einbau einer modernen Abgasreinigungsanlage gar nicht möglich, sagte Scheuer der Zeitung. Von den 5,5 Millionen Euro-5-Dieseln könnten «bestenfalls 2 Millionen Fahrzeuge technisch nachgerüstet werden – nur bei diesen ist der notwendige Bauraum vorhanden». Die Kosten für die Nachrüstung betragen laut Scheuer mindestens 3000 Euro je Pkw.
Der Bundesfinanzminister habe gesagt, er wolle dafür kein Steuergeld ausgeben.

Aus Sicht des Kieler Ministers Buchholz könnten – abgesehen von den Software-Manipulationsfällen – die Kosten für Nachrüstungen nicht allein den Autoherstellern aufgebürdet werden. Sie sollten nach seinem Vorschlag zu gleichen Teilen von Produzenten, Staat und Autifahrern getragen werden. Dem hat sich in Kiel mittlerweile auch eine Landtagsmehrheit aus CDU, Grünen, FDP und SSW (Südschleswigscher Wählerverband) angeschlossen – allerdings geknüpft an die Voraussetzung, dass Hersteller und Halter mit diesem Verfahren einverstanden sind.

Der Vorstoß zielt auf ein Förderprogramm des Bundes zur Nachrüstung von Dieselfahrzeugen der Abgasnorm Euro 4 und 5, die zum Zeitpunkt ihrer Zulassung alle rechtlichen Zulassungskriterien erfüllt haben und somit nicht manipuliert wurden. Eine Hardware-Nachrüstung der Modelle mit Euro-4- und Euro-5-Norm sei der effektivste Weg, die Innenstädte sauberer zu bekommen und Fahrverbote zu vermeiden, sagte Buchholz.

Reise-Blog unserer SH-Delegation: Heute Impressionen aus dem Silicon Valley Chinas

Zum Blog we-go-to-china bitte hier klicken

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Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) will im Rahmen seines Chinabesuchs Firmen aus Schleswig-Holstein in der Provinz Sichuan Türen öffnen. «Der oberste Wirtschaftsförderer muss der Wirtschaftsminister sein, wer denn sonst?», sagte Buchholz am Dienstag am Rande von gemeinsamen Besuchen von Internet-Firmen mit Ministerpräsident Daniel Günther in Hangzhou. Buchholz reist am Donnerstag aus der schleswig-holsteinischen Partnerprovinz Zhejiang weiter nach Chengdu. Dort will er unter anderem auf einer Messe für den Norden werben, auf der auch schleswig-holsteinische Firmen vertreten sind. Zudem trifft sich Buchholz mit dem Vize-Gouverneur der Region Sichuan, Yang Hongbo.

Buchholz, Günther und die Delegation aus dem Norden besuchten am Dienstag in Hangzhou unter anderem den chinesischen Online-Riesen Alibaba und die Startup-Schmieden Dream Town und Yunqi Town. «Man merkt, was da für uns auch für eine Konkurrenz entsteht auch im Bereich Digitalisierung», sagte Günther. Da sei die Region Vorreiter, von dem Schleswig-Holstein im Bereich Startups und Digitalisierung einiges lernen könne. Manches beispielsweise das Thema Datenschutz sehe Deutschland dagegen kritischer. «Will man eigentlich, dass die ganzen Daten in der Form verfügbar sind?»

Nach Angaben von Alibaba-Europachef Terry von Bibra nutzen mehrere hundert schleswig-holsteinische Unternehmen die Online-Handelsplätze des Unternehmens. «Unser Ziel ist es, den Handel weltweit einfacher zu machen.»

China-Delegation pünktlich gestartet – wir berichten die nächsten Tage per Reise-Blog

Blog

Mit zahlreichen Gastgeschenken an Bord und einer straffen Themen-Agenda ist heute Vormittag die China-Delegation um Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) pünktlich gestartet. Mit dabei: Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP), Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) sowie knapp 60 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Wir berichten von der Reise in dem Blog we-go-to-china.blogspot.com , den unser Abteilungsleiter und stellvertretender Staatssekretär Kurt-Christoph von Knobelsdorff für uns mit Fakten, Eindrücken, Bildern und möglichen Ergebnissen füllt.

Buchholz zur #diwokiel: Unser Land hat das Zeug zu einer digitalen Vorzeigeregion

Mit der heute ausklingenden Digitalen Kieler Woche – #diwokiel – endet für viele Mitglieder der Landesregierung ein kleiner Veranstaltungs-Marathon. Auch Wirtschafts- und Technologieminister Dr. Bernd Buchholz war in den vergangenen Tagen Gast bei zahlreichen Programmpunkten.

Für ihn war das Gesamtangebot nicht nur seine persönliche „Meldung der Woche“, sondern das Thema bleibt für ihn auch weiterhin hochgradig relevant für die Zukunft des Landes.

Weitere Türen im Reich der Mitte öffnen: SH-Delegation reist für eine Woche nach China

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther besucht ab morgen gemeinsam mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, Landtagspräsident Klaus Schlie und einer großen Wirtschaftsdelegation die schleswig-holsteinische Partnerprovinz Zhejiang in China.  Das Reich der Mitte ist mit einem Handelsvolumen von knapp vier Milliarden Euro nach Dänemerk zweitwichtigster Handelspartner des Nordens außerhalb der EU – gefolgt von den USA.

Bei der einwöchigen Reise will Günther mit der Delegation die Kooperation mit der Partnerregion ausbauen. Er wolle als Regierungschef in China für Unternehmen aus dem Norden Türen öffnen und Kontakte vermitteln, sagte Günther vor Start seiner einwöchigen Reise nach Hangzhou und Shanghai der Deutschen Presse-Agentur. «Denn diese Partnerschaft hat für unser Bundesland eine hohe Bedeutung.» Zwischen beiden Regionen gebe es Zusammenarbeit in vielen wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereichen. «Aus Sicht Schleswig-Holsteins hat die Bedeutung zugenommen.»

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Leuchtende Vorfreude der Chinesen auf die letzte SH-Delegation in Hangzhou

Buchholz besucht in China unter anderem Startups. «Hiesige Unternehmen könnten von den Chinesen gerade im Bereich digitaler Produkte viel lernen. Nach meinem Eindruck hat uns die chinesische Gründerszene vor allen eines voraus – nämlich Geschwindigkeit», sagte Buchholz. Dort habe man den Mut, auch Produkte auf den Markt zu bringen, die noch nicht vollständig ausgereift seien. «Denn ich China weiß man: lieber schnell und nicht ganz perfekt auf dem Markt als perfekt, aber dafür zu spät.»

Darüber hinaus trifft Buchholz zusammen mit der Chefin der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Bettina Bunge, auf chinesische Reiseveranstalter: «Denn auf diesem Feld wollen die Chinesen von uns etwas lernen, weil ihnen der Erfolg unserer Tourismus-Strategie keineswegs entgangen ist.»  Geplant ist zudem, dass Fach- und Führungskräfte aus der chinesischen Reisebranche im Frühjahr 2019 zu einer «Study-Week» nach Schleswig-Holstein kommen.

Laut der Wirtschafts- und Technologieförderung Schleswig-Holstein GmbH ((WTSH) stand China bei den Exporten hiesiger Firmen im ersten Halbjahr auf Platz acht. Das Schleswig-Holstein Business-Center (SHBC) in Hangzhou habe in den vergangenen Jahren mehr als 200 Firmen den Weg in den chinesischen Markt geebnet. Aktuell betreue das SHBC 23 Unternehmen, sagte Geschäftsführer Bernd Bösche.

Für den Ministerpräsidenten ist es nicht nur seine erste längere Auslandsreise als Regierungschef, sondern auch der Antrittsbesuch in der Partnerregion mit rund 55 Millionen Menschen. Neben der bei einem Besuch obligatorischen Fahrt auf dem Westsee trifft sich Günther am Montagabend in Hangzhou mit dem Parteisekretär Che Jun zu politischen Gesprächen. Anschließend ist ein gemeinsames Abendessen auf Einladung der Provinzregierung Zhejiang geplant.

Begleitet wird Günther von einer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation mit rund 50 Teilnehmern. «China ist mittlerweile außerhalb der EU der zweitwichtigste Handelspartner des Nordens», sagte Günther. Das asiatische Land mit seinen 1,4 Milliarden Menschen strebe in verschiedenen Bereichen nach vorne. In vielen Bereichen gebe es Anknüpfungspunkte für Kooperationen beider Regionen.

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Entspannungsübungen der Chinesen am berühmten Westsee von Hangzhou

Erstes Ziel ist am Wochenende die Provinzhauptstadt Hangzhou. Die Beziehungen zwischen der chinesischen Provinz und dem nördlichsten Bundesland reichen bis ins Jahr 1986 zurück. Geplant sind unter anderem Besuche der in China dominierenden Online-Handelsplattform Alibaba (Börsenwert 420 Milliarden Dollar) und dem High-Tech-Zentrum Dream Town, in dem junge Chinesen in Startups dem Erfolg von Alibaba-Chef Jack Ma nacheifern. «Für uns ist es natürlich besonders spannend zu sehen, was dort im Bereich der Digitalisierung passiert», sagte Günther.

Ihre Aktivitäten im Fernen Osten wollen auch norddeutsche Hochschulen vorantreiben. Mehrere Institute aus Kiel planen Abkommen mit der Zhejiang Universität. Für Regierungschef Günther wäre die Reise bereits ein Erfolg, «wenn beide Seiten die Partnerschaft weiter mit einem positiven Gefühl betrachten». Beide Regionen können in wirtschaftlicher Hinsicht noch stärker voneinander profitieren.

Buchholz kündigt in Brunsbüttel neue industriepolitische Strategie für SH an

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Vor der Kanaltour: Frank-Michael Biel (TOTAL), Covestro-Chef Dr. Steffen Kühling, Minister Buchholz, Gastgeber Frank Schnabel und Landrat Stefan Mohrdieck

Die Themen Investitionen, Innovationen und neue Technologien standen am Nachmittag im Mittelpunkt des 29. Brunsbütteler Industriegesprächs, zu dem sich rund 150 Gäste an Bord der „Adler Princess“ zu einer Kanalfahrt trafen. Denn diese drei Säulen – darin waren sich alle teilnehmerinnen und teilnehmer einig – sind die Basis für eine weiterhin positive Entwicklung des Industrie- und Hafenstandorts Brunsbüttel.

Wirtschaftsminister Dr. Bernd  Buchholz unterstrich in seiner Eingangsrede die große Bedeutung, die der Industrie- und Hafenstandort Brunsbüttel als größter und wichtigster industrieller Kern in Schleswig-Holstein für die Landesregierung hat und kündigte für die nächsten Wochen eine neue industriepolitische Strategie an: „Wenn wir als Schleswig-Holstein unseren Anteil am bundesdeutschen Bruttoinlandsprodukt erhöhen und uns nicht damit abfinden wollen, dass das Lohn- und Einkommensniveau bei uns unter dem Bundesdurchschnitt liegt, dann müssen wir unsere industriepolitischen Anstrengungen verstärken. Denn beide Kennzahlen werden sich nur verbessern, wenn es mehr Industrie in Schleswig-Holstein gibt, als bisher.“

In der anschließenden Diskussionsrunde stellte sich Buchholz gemeinsam mit Frank Schnabel (Sprecher der Werkleiterrunde des ChemCoast Park Brunsbüttel) sowie Dr. Steffen Kühling (Geschäftsführer Covestro Deutschland AG), Frank-Michael Biel (Geschäftsführer der Total Bitumen Deutschland AG) und Stefan Mohrdieck (Landrat Dithmarschen) den Zukunftsthemen in einer Diskussionsrunde.

Schnabel unterstützte die Aussage des Wirtschaftsministers zur Bedeutung des ChemCoast Park Brunsbüttel mit Zahlen: „Rund 12.500 Arbeitsplätze beeinflusst der ChemCoast Park Brunsbüttel, darunter knapp 4.500 direkt am Standort. Mit ca. 2.000 Hektar Fläche ist es das größte zusammenhängende Industriegebiet in Schleswig-Holstein und hat sich zu einem pulsierenden Cluster für Unternehmen aus der Chemie-, Energie- und Logistikbranche entwickelt. In den vergangenen Jahren bis heute haben die ansässigen internationalen Großkonzerne der chemischen Industrie dreistellige Millionenbeträge in ihre Produktionsanlagen investiert. Weitere Investitionen sind in Planung. Dies stellt ein klares und zudem langfristiges Bekenntnis von verschiedenen Unternehmen zum Standort Brunsbüttel dar. Zudem ist Brunsbüttel mit rund 13 Millionen Tonnen Ladung pro Jahr der sechstgrößte und einer der dynamischsten Seehafenstandorte Deutschlands.“

Neben den Investitionen der bereits ansässigen Unternehmen lassen auch weitere Pläne am Standort Brunsbüttel ein weiteres Wachstum des Industriestandortes erwarten. Brunsbüttel ist seit vielen Jahrzehnten einer der bedeutendsten Energiestandorte in Norddeutschland. In der Region werden große Mengen regenerativer Energien produziert. Außerdem treffen in der Region die Stromautobahnen Nord- und Südlink aufeinander und auch die Energie der Offshore-Windparks landet hier an. Im Rahmen von NEW 4.0, der Norddeutschen Energiewende, wird im Zuge der Digitalisierung eine nachhaltige Energieversorgung der Region angestrebt, sodass die nachhaltige Energie direkt vor Ort, beispielsweise durch die Industrie, genutzt werden kann. Die Digitalisierung bietet im Rahmen der Energiewende durch die intelligente Vernetzung der Systeme, aber auch in vielen weiteren Bereichen große Chancen.

Neben der Verfügbarkeit von elektrischer Energie ist aber auch der Zugang zu Erdgas von elementarer Bedeutung. Die German LNG Terminal GmbH plant derzeit die Errichtung eines LNG-Terminals in Brunsbüttel. In Brunsbüttel könnte damit ein LNG Import- und Distributionsterminal für Deutschland mit bundesweiter Bedeutung für die Transport-, die Industrie- und die strategische Energieversorgung der Bundesrepublik Deutschland entstehen. Ein LNG-Terminal könnte neben der Seeschifffahrt am starkbefahrenen Schnittpunkt Elbe und Nord-Ostsee-Kanal auch die vor Ort ansässigen Industrieunternehmen versorgen, die einen hohen Bedarf an Erdgas als Rohstoff und Energiequelle haben. Die Errichtung eines LNG-Importterminals in Brunsbüttel wäre ein wichtiger Impuls und ein Gewinn für Brunsbüttel, die gesamte Unterelberegion und auch für den Hamburger Hafen.

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Buchholz und Biel mit NDR-Moderatorin Harriet Heise bei der Posiumsdiskussion

Buchholz stellte zur Debatte über das geplante LNG-Terminal und potenziellen Lieferungen aus den USA klar: „Es gibt diverse Lieferanten von LNG auf dem Weltmarkt. In Deutschland entscheiden die Kunden, von wem sie kaufen und diesen Grundsatz der Privatautonomie werden wir sicher nicht zugunsten von Donald Trump aufgeben.“

Um diese Wachstumspotenziale nutzen zu können, muss die infrastrukturelle Anbindung des ChemCoast Park Brunsbüttel weiter verbessert werden. Ein zweigleisiger Ausbau inklusive Elektrifizierung der Bahnstrecke vom Industriegebiet Brunsbüttel bis Wilster/Itzehoe ist absolut notwendig. Straßenseitig liegt das Hauptaugenmerk auf der Weiterführung der A20 inklusive westlicher Elbquerung bei Glückstadt und auf dem dreispurigen Ausbau der Bundestraße 5 über Wilster hinaus bis nach Brunsbüttel. „Für uns hat Sicherheit, sowohl Arbeits- als auch Anlagensicherheit aller höchste Priorität. Desweiteren ist eine hohe  Verfügbarkeit unserer Produktionsbetriebe von wirtschaftlicher Bedeutung. Hierfür ist eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur wie Schiene, Straße und Hafen zur Anlieferung von Rohstoffen und zum Abtransport von Fertigprodukten zum Kunden strategisch wichtig“, so Dr. Steffen Kühling.

Die Werkleiterrunde begrüßt den derzeitigen Ausbau der B5 und die Initiative des Landes Schleswig-Holstein und des Wirtschaftsministers Dr. Buchholz, mit den Vorplanungen der Elektrifizierung der Bahnstrecke Brunsbüttel-Itzehoe in Vorleistung zu gehen. Dies zeigt, dass die noch offenen Infrastrukturthemen auf der politischen Agenda verankert sind, um endlich die Hinterlandanbindung des größten zusammenhängenden Industriestandortes in Schleswig-Holstein zu verbessern.

„Die Investitionen der Unternehmen und die neuen Technologien bieten Brunsbüttel und der gesamten Region große Chancen. Sie ermöglichen die Sicherung tausender Arbeitsplätze und den Ausbau des ChemCoast Park Brunsbüttel und machen den Industrie- und Hafenstandort bereit für die Zukunft. So können wir es schaffen, die großen Potenziale, die unser Standort hat, weiter umzusetzen und ein dynamisches Brunsbüttel fortzuentwickeln“, so Schnabel abschließend.

Innenstadt-Schmuckstück: Rohlfs eröffnet neuen Eutiner Busbahnhof

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Staatssekretär Rohlfs (3.v.l.) bei der symbolischen Eröffnung des neuen ZOB

Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs hat heute offiziell den neuen Busbahnhof (ZOB) in Eutin eröffnet. Im Zuge der Sanierung der historischen Innenstadt kommt diesem Projekt gemeinsam mit dem bereits neugestalteten Bahnhofsvorplatz als Entrée zur Innenstadt eine besondere Bedeutung zu.

Der ZOB wurde komplett umgestaltet und präsentiert sich jetzt moderner und funktionaler. Der Umbau des ZOB gehört zur Gesamtmaßnahme „Neugestaltung Bahnhofsvorfeld-ZOB“. Die Arbeiten sind jetzt weitgehend abgeschlossen und haben 13 Monate lang gedauert. Die neue Anlage ist als teilüberdachter Mittelbussteig mit umlaufenden Sägezahn-Haltestellen mit acht Haltekanten konzipiert.

„Nicht nur die Stadt Eutin bekommt mit diesem Projekt ein echtes Schmuckstück in seine Innenstadt – sondern wir als Land freuen uns obendrein über einen weiteren Qualitätssprung im Öffentlichen Personen-Nahverkehr in dieser Region“, sagte Rohlfs. Trotz der aktuellen Probleme auf den Bahn-Streckennetzen sei der ÖPNV die richtige Antwort auf die Frage nach der richtigen Mobilität der Zukunft.

Wie der Staatssekretär weiter sagte, zeige sich das Bahnhofsumfeld optisch wie gestalterisch aus einem Guss mit neuem Pflaster, modernen Möbeln und Leuchten. Der neue ZOB verfügt auch über ein Blindenleitsystem. Kurzum: der Busbahnhof ist jetzt zeitgemäßer, barrierefreier und besser erreichbar.

Der Bahnhofsvorplatz wurde bereits von Mai 2015 bis März 2016 komplett neu gestaltet. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme liegen bei rund 4,3 Millionen Euro.

 

 

 

 

 

 

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Im Zuge der Maßnahme sind am Bahnhofsgebäude auch 120  Fahrradstellplätze entstanden – darunter auch eine abschließbare Fahrradeinhausung. Die Fahrradabstellanlage hatte das Land mit knapp 80.000 Euro gefördert. Für Bahnhofsvorplatz und ZOB stehen 1.965.000 Euro Förderung bereit. Für das Dach des ZOB hat die Stadt eine weitere Förderung in Höhe von rund 210.000 Euro beantragt.

Eutins Bürgermeister Carsten Behnk sagte dazu: „Mit dem neuen ZOB haben wir einen weiteren Meilenstein im Großprojekt Stadtsanierung erreicht. Gemeinsam mit dem Land und dem Bund werden wir die behutsame Stadtentwicklung zum Wohle der BürgerInnen und unserer Gäste weiter vorantreiben.“

 

Insgesamt ist im Zuge der Stadtsanierung eine intuitive Leitung vom Bahnhof zum großen Eutiner See durch eine klare Strukturierung der Wegebeläge in Kombination mit einer durchgehenden Baumreihe geplant.

Das Konzept für die Innenstadtsanierung wird gemeinsam mit dem Büro RMP, Stephan Lenzen, Landschaftsarchitekten, umgesetzt. Das Büro konnte in einem großangelegten Wettbewerb 2014 eine Jury aus Experten überzeugen. Das in Eutin ansässige Büro Höger und Partner begleitet die Umsetzung der Maßnahme vor Ort.

Lernprozesse für die digitale Arbeitswelt: Land bittet zum vierten SH-Weiterbildungstag

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Wie können Lernprozesse für die digitalisierte Arbeitswelt gestaltet werden, und was muss sich dafür in Unternehmen ändern?

Auf dem 4. Schleswig-Holsteinischen Weiterbildungstag mit dem Titel „Digitale Weiterbildung in Unternehmen“ am 26. September in Norderstedt werden aktuelle Konzepte und Technologien zum lebenslangen Lernen vorgestellt und diskutiert. Mit Spannung wird unter anderem eine Keynote-Rede von Volker Sziede erwartet, der bei Apple Deutschland für den Bereich Bildung zuständig ist.

Auf Initiative des schleswig-holsteinischen Arbeitsministeriums richten die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein sowie die Cluster Life Science Nord und Digitale Wirtschaft DiWiSH drei Parallelforen mit über 30 Rednern aus. Staatssekretär Thilo Rohlfs: „Wir freuen uns besonders, dass wir durch die Beteiligung des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung HIBB und weiterer Partner aus der Hansestadt auch eine länderübergreifende Veranstaltung auf die Beine stellen konnten.“

Zielgruppe sind insbesondere Unternehmensvertreter kleiner und mittlerer Unternehmen, die vielleicht nicht über eigene Human Ressources-Spezialisten verfügen, sich aber auch für Virtual Reality-Anwendungen oder neue Lern- und Organisationskonzepte wie „Working Out Loud“ oder „Design Thinking“ interessieren.

Mit erwarteten 300 Teilnehmern ist der Weiterbildungstag in Norderstedt eine der bundesweit größten Events des „Deutschen Weiterbildungstages“, unter dessen Dach am 26. September unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bundesweit zahlreiche Veranstaltungen zur Weiterbildung stattfinden.

Die Teilnahme ist kostenfrei – hier zur Anmeldung

Ein Stück neue Gründer-Kultur in SH: Öffentlicher Wettstreit um die Gunst der Baltic Business Angel

Localyze
Präsentierte die Idee des weiblichen GründerInnen-Trios Localyze: Lisa Maria Dahlke

Premiere des im Sommer gegründeten Vereins Baltic Business Angels Schleswig-Holstein:  Im Rahmen der Digitalen Woche in Kiel erhielten heute drei StartUps die Möglichkeit, die Baltic Business Angels in aller Öffentlichkeit von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Erstmals bei den Startups dabei: ein reines Frauenteam. Das Trio von Localyze – gegründet von drei waschechten Schleswig-Holsteinerinnen – bietet einen digitalen Relocation Service an, der internationale Mitarbeiter mit personalisierten Informationen durch den Umzugsprozess nach Deutschland begleitet.

Das Team rund um Bluebird Mountain entwickelt Drohnen, die unter anderem in Seenot geratene oder von Lawinen verschüttete Personen zuverlässig detektiert und somit Menschenleben rettet. Die Idee des dritten Teams im Bunde ist Agranimo, eine Plattform, die Landwirten mittels maschinellen Lernens hilft, Ressourcen zu optimieren und sich auf unterschiedliche klimatische Bedingungen vorzubereiten.

Mit der Gründung der Baltic Business Angels bündeln erstmals erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer des echten Nordens Wissen und finanzielle Kräfte, um jungen Gründern auf die Sprünge zu helfen. Nach den Worten von Buchholz hat Schleswig-Holstein in diesem Bereich Nachholbedarf: „Wir haben auf der einen Seite viele erfahrene und alteingesessene Firmenchefs, auf der anderen Seite viele junge Menschen mit viel kreativer Energie und vielen guten Geschäftsideen. Aber ein echter Brückenschlag fehlte bislang – dafür haben wir nun in Ergänzung des bestehenden Angebots für Gründerinnen und Gründer den ersten Schritt getan.“

Erster Vorsitzender der Baltic Business Angels ist Ulrik Ortiz Rasmussen, Gründer und Geschäftsführer der Flensburger r2p GmbH. Weitere Vorstandsmitglieder sind Alexander Eck (Alexander Eck Beteiligungen GmbH), Claas Nieraad (New Commercial Room GmbH) und Matthias Damerow (Viakom GmbH). „Schleswig-Holstein ist ein hervorragendes Bundesland für Gründungen“, so Rasmussen. „Mit unserer Initiative wollen wir die guten Voraussetzungen nutzen und Unternehmertum, Unternehmergeist und Gründungskultur im echten Norden weiter stärken.“ Dazu will der Verein unter anderem einen wachsenden Pool von Investoren aufbauen, (inter)nationale Kooperationen mit anderen Netzwerken anbahnen und innovative Unternehmen in der Region halten, stärken und ansiedeln. Darüber hinaus stehen die Baltic Business Angels Politik, Verbänden, Hochschulen und Institutionen als kompetenter Ansprechpartner rund um Fragen der Unternehmensgründung zur Verfügung.

Die Szene der „Business Angels“ sei im Norden, wie in Deutschland insgesamt im Gegensatz zu anderen Ländern eher schwach ausgeprägt. Darum werde das neue Unterstützer-Netzwerk seitens des Landes über die WTSH (Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH) im Rahmen des Projekts „Innovationsorientiertes Netzwerk Start-up Schleswig-Holstein“ unterstützt.

Gestrichene Züge im Netz-Ost sorgen weiter für Unmut bei DB-Kunden und beim Land

Buchholz und NAH.SH-Chef Wewers
Verkehrsminister Bernd Buchholz und NAH.SH-Chef Bernhard Wewers haben die kurzfristige Streichung von Zügen aus den Fahrplänen der DB Regio AG im Norden scharf kritisiert. Die mehrwöchigen Streichungen von einzelnen Zugverbindungen seien für das Land nicht akzeptabel, sagte Buchholz der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich drohte er DB Regio mit weiteren Strafen wie bereits auf der pannenträchtigen Marschbahnstrecke zwischen Hamburg und Sylt: «Nicht gelieferte Leistungen werden grundsätzlich auch nicht vergütet.» Darüber hinaus würden in künftigen Verkehrsverträgen die Sanktionsmöglichkeiten erweitert.
Seit Montag fallen 18 Züge – überwiegend frühmorgens oder spätabends – auf unbestimmte Zeit aus. Betroffen sind die Strecken Lübeck-Kiel, Lübeck-Travemünde-Strand, Lübeck-Neustadt-Fehmarn und Lübeck-Lüneburg. Die Bahn nennt den Mangel an Lokführern als Grund. Für die Fahrgäste gibt es einen Ersatzverkehr mit Bussen und Taxis. Wie lange die Zugverbindungen ausfallen werden, teilte das Unternehmen nicht mit. Kunden finden eine Auflistung aller betroffenen Verbindungen im Internet oder der App der Deutschen Bahn.

Buchholz betonte, das Land versuche seit Jahren mit viel Geld, Menschen dazu zu bringen, von der Straße auf die Schiene umzusteigen. «Diese Bemühungen werden derzeit von der DB Regio auf vielen Strecken buchstäblich ausgebremst.» Er erhoffe sich vom Besuch des Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG, Jörg Sandvoß, Ende September eine deutliche Zusage: «Dass die DB alles in ihrer Macht stehende veranlasst, damit die unhaltbaren Zustände kurzfristig beseitigt werden.» Dazu gehöre insbesondere, in mehr Personal zu investieren“

Kunden finden eine Auflistung aller betroffenen Verbindungen im Internet oder der App der Deutschen Bahn. 

Betroffen sind:

RE83 Lübeck–Lüneburg

RE 21837, Lübeck Hbf (22.09)–Lüneburg (23.15), täglich

RE 21802, Lüneburg (4.20)–Lübeck Hbf (5.36), montags bis freitags

RE 21806, Lüneburg (6.30)–Lübeck Hbf (07.52), samstags und sonntags

RE 21831, Lübeck Hbf (19.09)–Lüneburg (20.15), freitags und samstags

RE 21834, Lüneburg (20.30)–Lübeck Hbf (21.53), freitags und samstags

RB84 Lübeck–Kiel

RB 21676, Lübeck Hbf (18.28)–Kiel Hbf (19.56), sonntags

RB 21687, Kiel Hbf (20.04)–Lübeck Hbf (21.32), sonntags

RB85 Lübeck–Neustadt–Fehmarn

RB 21722, Lübeck Hbf (16.12)–Neustadt (Holstein) (16.51), samstags und sonntags

RB 21743, Neustadt(Holstein) (17.14)–Lübeck Hbf (17.54), samstags und sonntags

RB 21726/21776, Lübeck Hbf (18.12)–Neustadt(Holstein), täglich

RB 21733, Neustadt(Holstein) (19.23)–Lübeck Hbf (19.54), täglich

RB 21732/21782, Lübeck Hbf (21.12)–Neustadt (21.52-Puttgarden (22.55), täglich

RB 21736, Lübeck Hbf (23.12)–Puttgarden (0.55), täglich

RB 21707, Puttgarden (5.19)–Lübeck Hbf (6.54), täglich

RB 21709, Puttgarden (6.20)–Lübeck Hbf (7.54), Ausfall vsl. nur bis Neustadt(Holstein), montags bis freitags

RB 21711, Puttgarden (7.20)–Lübeck Hbf (8.54), Ausfall vsl. nur bis Neustadt(Holstein), samstags und sonntags

Grundsätzlich fahren alle anderen Züge nach/von Puttgarden über Neustadt/H ohne Zugteilung/-vereinigung.

RB86 Lübeck – L-Travemünde-Strand

RB 21536, Lübeck Hbf (23.03)–Lübeck-Travemünde Strand (23.25), samstags und sonntags

RB 21541, Lübeck Travemünde Strand (23.34)–Lübeck Hbf (23.56), samstags und sonntags

Buchholz betonte, das Land versuche seit Jahren mit viel Geld, Menschen dazu zu bringen, von der Straße auf die Schiene umzusteigen

DB Regio DB Schleswig-Holstein hat nach eigenen Angaben die Rekrutierungsanstrengungen bereits deutlich verstärkt. Man sei dabei, mit einer Ausbildungsoffensive gegenzusteuern, teilte ein Bahnsprecher mit. «So beginnen nun alle zwei Monate neue Ausbildungslehrgänge.» Allerdings dauere es etwa zehn bis zwölf Monate, bis ein ausgebildeter Triebfahrzeugführer dem Betrieb zur Verfügung stehe. Das Thema Lokführermangel beschäftige aktuell die gesamte Branche, sagte der Bahnsprecher.

Die Zugstreichungen sind nach den Worten von Buchholz mit dem Desaster auf der Marschbahn nicht vergleichbar. Es gebe auf den Linien einen Busersatzverkehr. Dieses sei zwischen Niebüll und Westerland nicht möglich. Zudem handle es sich eher um Randzeiten mit wesentlich weniger Fahrgästen. Und drittens seien die Zugausfälle zumindest ein wenig früher angekündigt worden. «Trotzdem ärgere ich mich auch über diese Maßnahme maßlos», sagte Buchholz.