Archiv der Kategorie: Allgemein

Autofahrer aufgepasst – Erstklässler sind unterwegs – ADAC startet Sicherheitsaktion

ADAC
Schleswig-Holsteins ADAC-Chef Hillebrand (hinten Mitte) mit Verkehrsminister Buchholz (vorn) und Erstklässlerinnen und Erstklässlern der Altenholzer Claus-Rixen-Schule 

„Schule in Sicht. Kids im Blick“ – so lautet das Motto der diesjährigen Sicherheitsaktion für Erstklässler. Das Tragen einer Sicherheitsweste gibt Kindern und Eltern zusätzliche Sicherheit, wenn im Herbst bei Dunkelheit viele Erstklässler zum ersten Mal den Schulweg meistern. Gerhard Hillebrand, ADAC-Vorsitzender in Schleswig-Holstein, verteilte heute  gemeinsam mit Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz die ersten Westen an der Claus-Rixen-Schule in Altenholz bei Kiel – eine der größten Verkehrssicherheitsaktionen bundesweit.

Grundschülern fehlt aufgrund ihrer Körpergröße im öffentlichen Verkehrsraum häufig der Überblick. „Hinzu kommt, dass das Richtungshören noch nicht ausgeprägt und das Sichtfeld eingeschränkt ist. So können die Kinder herannahende Verkehrsteilnehmer aus dem Augenwinkel nicht immer erkennen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Kinder eine Sicherheitsweste tragen“, so der ADAC-Vorsitzende beim Lokaltermin in der Altenholzer Schule.

Aber nicht nur auf dem Schulweg sollte das Anziehen der optisch auffallenden Sicherheitsweste zur Selbstverständlichkeit werden. Auch in der Freizeit sollte sie immer dazu gehören. Hillebrand versicherte, dass eine Sicherheitsweste maßgeblich zur besseren Sichtbarkeit beiträgt und Erstklässler bereits aus einer Distanz von 140 Metern bei Dunkelheit gesehen werden.

Ein echtes Anliegen bleibt die Verkehrssicherheit auch für Verkehrsminister Bernd Buchholz: „Grundschüler gehören zu den Schwächsten im Straßenverkehr. Sie können oftmals die Gefahren noch nicht richtig einschätzen. Deshalb ist es umso wichtiger, die passive Sicherheit durch mehr Sichtbarkeit zu erhöhen. Durch die Signalwirkung der neongelben Sicherheitsweste der ADAC Stiftung werden Kinder schon von weitem sichtbar. Wie viele Unfälle dadurch vermieden werden, das taucht in keiner Statistik auf.“ Gemeinsam mit Hillebrand bat er die Jungen und Mädchen der Claus-Rixen-Schule und aller anderen Schulen im Land, die Westen nicht nur anzuprobieren, sondern zukünftig auch zu tragen.

Im Rahmen der Sicherheitsaktion für Erstklässler der ADAC Stiftung werden dank der Unterstützung des ADAC Schleswig-Holstein im nördlichsten Bundesland in den kommenden Tagen mehr als 22.000 Sicherheitswesten –bundesweit sind es mehr als 760.000 – an die Schulanfänger verteilt. Die gesamte Logistik – Verschiffung, Verzollung, Konfektionierung und Versand – von 30.000 Paketen an 16.000 Grundschulen wird wie jedes Jahr von der Deutschen Post DHL kostenfrei als Kooperationsbeitrag gestellt

Nun ist es amtlich: Gabriel Felbermayr löst im März 2019 Dennis Snower an der IfW-Spitze ab

Felbermayr_Snower
Wachwechsel im März: Prof. Felbermayr aus München löst IfW-Präsident Dennis Snower ab

Der österreichische Ökonom Gabriel Felbermayr wird 2019 neuer Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Der 42-Jährige folgt im März auf Dennis Snower (67), wie das Institut am heute mitteilte. Derzeit ist Felbermayr Professor für Volkswirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität und Leiter des Zentrums für Außenwirtschaft am ifo-Institut in München.

«Mein Ziel ist es mitzuhelfen, Kiel zu einem führenden Ort der weltwirtschaftlichen Forschung in Europa zu machen», sagte Felbermayr. Er freue sich darauf, «gemeinsam mit den Spitzenforschern, die schon in Kiel arbeiten, politikrelevante Beiträge zur wissenschaftlichen Analyse der Globalisierung leisten zu dürfen».

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz begückwünschte Felbermayr zu seiner Entscheidung und hieß ihn schon jetzt im echten Norden herzlich willkommen: „Sie übernehmen ein bereits sehr renommiertes Institut, das in den letzten Jahren unter anderem gezeigt hat, wie man große Themen der Weltwirtschaft bis in die Regionen vermittelt und interessant macht“ , sagte Buchholz – unter anderem mit Blick auf das diesjährige GSS im Rahmen der Digitalen Woche in Kiel. Als „Ableger“ des früheren Global Economic Symposiums (GES) ziehe das Global Solutions Summit (GSS) den Bogen vom Globalen zum Regionalen, das treffe auf großen Anklang., so der Minister.

Der Präsident der Kieler Christian-Albrechts-Universität, Lutz Kipp, bezeichnete ihn als «ausgewiesenen Experten im Bereich des internationalen Handels». Die Hochschule sei überzeugt, dass er «schon bald neue und sichtbare Akzente setzen wird».

Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU) sagte, «die Landesregierung ist außerordentlich erfreut, dass mit Professor Felbermayr ein Wissenschaftler gewonnen werden konnte, der sowohl wissenschaftlich als auch in der Politikberatung und für die Leitung einer großen außeruniversitären Forschungseinrichtung hervorragend ausgewiesen ist».

Seit 2004 ist der Amerikaner Snower Präsident des IfW. Seine Präsidentschaft endet im Februar. Dessen Amtszeit war zuletzt 2014 verlängert worden, bis zum maximalen Zeitpunkt der nach dem Beamtenrecht aus Altersgründen möglich.

Die Winde stehen gut – Buchholz fordert Gründerinnen und Gründer auf: Jetzt Segel setzen!

Mit einer mehrteiligen Serie und dem Aufruf zur Teilnahme am traditionellen LN-Existenzgründerpreis machen die „Lübecker Nachrichten“ (hier ein Ausschnitt aus der heutigen Sonntagausgabe) potenziellen Firmengründern Mut, den Schritt von der Idee in die Praxis auch zu wagen. „Natürlich birgt jede Gründung die Gefahr, dass es am Ende nicht klappt. Aber das ist kein Scheitern. Im Gegenteil. Gescheitert sind nur die Ideen, die in den Köpfen möglicher Gründerinnen und Gründer verborgen bleiben“, sagt Wirtschaftminister Bernd Buchholz. Das Land helfe und stütze in jeder Phase des Aufbaus, außerdem gebe es bei der WT.SH den neu gegründeten Verein der „Baltic Business Angel“, einem Zusammenschluss erfahrener Praktiker, bei denen sich Novizen Rat holen können.


Zur Erinnerung hier noch einmal der Minister-Appell im Rahmen unserer Rubrik „Meine Meldung der Woche“ anlässlich des Unternehmerinnen-Forums

Meldung der Woche: Buchholz appelliert an alle angehenden Fachkräfte: #bleib oben !!

Schon in Goethes „Erinnerung“ heißt es: „Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah…“ Und das gilt aus Sicht der Landesregierung auch ganz aktuell für Ausbildungs- und Arbeitsplätze im echten Norden. Dennoch steuert das Land bis zum Jahr 2030 auf eine Fachkräftelücke von 85.000 Menschen zu.

Mit der Instagram-Kampagne #bleib-oben, die bereits rund zwei Millionen Profile erreicht hat, hält das Wirtschaftsministerium deshalb dagegen und wirbt bereits bei Studenten, Schülerinnen und Schülern darum, dem echten Norden bei Ausbildung und Job die Treue zu halten.

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz findet allerdings, dass auch die mittelständische Wirtschaft noch ein wenig stärker die Werbetrommel rühren könnte – und appelliert im Rahmen seiner „Meldung der Woche“ an beide Seiten: bleibt oben !

 

Landtag schließt sich Buchholz-Vorstoß zur Kosten-Drittelung bei Diesel-Nachrüstung an

An der Handwerkskammer Flensburg werden Kfz-Mechatroniker ausgebildet

Erst erntete er Kritik und Spott – nun schließt sich der Landtag seinem Vorschlag mehrheitlich an: Die Landesregierung wird sich auf Bundesebene für ein Förderprogramm zur Nachrüstung von Dieselfahrzeugen der Abgasnorm Euro 4 und 5 einsetzen. Die Kosten für diese Hardware-Nachrüstungen, die absehbar zwischen 1000 bis 5000 Euro liegen, sollen dabei zu jeweils einem Drittel von Automobilherstellern, Bund und Fahrzeughaltern getragen werden. Die Jamaika-Koalition und der SSW verabschiedeten heute nach einer sehr emotional geführten Debatte einen entsprechenden Alternativantrag gegen die Stimmen von SPD und AfD.

Konsens im Landtag war entsprechend dem Buchholz-Vorstoß, dass Hersteller, die Abgaswerte manipuliert haben, die Fahrzeuge selbstverständlich auch auf ihre Kosten nachbessern müssen, um die gesetzlichen Grenzwerte zu erreichen. Das sieht auch der Antrag von CDU, Grünen und FDP vor.

Hier die Landtagsrede von Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz (Audio starten – „im Browser anhören“)

Und hier – zur Erinnerung – noch einmal der Vorschlag des Ministers – von ihm selbst vor einem Monat in unserer Rubrik „Meine Meldung der Woche“ erklärt.

 

 

 

Keine Lokführer: DB Regio sattelt im Netz Ost teilweise auf Busse um

Pendler blockieren in Klanxbüll die Züge der Marschbahn

Nach den anhaltenden Problemen beim Sylt-Verkehr im Netz-West nun Personalnot bei der Deutschen Bahn im Netz-Ost: Weil das Unternehmen zur Zeit zu wenig Lokführer hat, fallen ab Montag mehrere Einzelverbindungen auf unbestimmte Zeit aus. Das teilte das Unternehmen heute mit. Betroffen sind die Strecken Lübeck-Lüneburg, Lübeck-Kiel, Lübeck-Neustadt-Fehmarn und Lübeck-Travemünde-Strand. Bei den ausfallenden Zügen handelt es sich überwiegend um Verbindungen frühmorgens oder spätabends. Für die Fahrgäste wird ein Ersatzverkehr mit Bussen und Taxis eingerichtet. Wie lange diese Maßnahme andauern wird, teilte das Unternehmen nicht mit. Kunden finden eine Auflistung aller betroffenen Verbindungen im Internet oder der App der Deutschen Bahn.

DB Regio Schleswig-Holstein habe seine Rekrutierungsanstrengungen bereits deutlich verstärkt und sei dabei, mit einer Ausbildungsoffensive gegenzusteuern, teilte das Unternehmen mit. «So beginnen nun alle zwei Monate neue Ausbildungslehrgänge. Zuletzt wurden am 1. September neun neue Lokführer-Anwärter begrüßt», hieß es in der Mitteilung. Allerdings dauere es etwa zehn bis zwölf Monate, bis ein ausgebildeter Triebfahrzeugführer dem Betrieb zur Verfügung steht.

Verkehrsminister Buchholz zeigte sich am Rande der heutigen Landtagssitzung in Kiel, in der es unter anderem einmal mehr um die Probleme der DB Regio  ging, verärgert über die Ankündigung. Er sagte im Gespräch mit Journalisten (Audio starten – „im Browser anhören“)

Angestrebtes LNG-Terminal in Bunsbüttel hat seinen ersten Kunden – und weitere in Aussicht

lng

Das in Brunsbüttel von privaten Investoren angestrebte Importterminal für verflüssigtes Erdgas (LNG) hat einen ersten Kunden. Der Energiekonzern RWE sicherte sich den Zugang zu einem erheblichen Anteil an der jährlichen Kapazität des Terminals, wie beide Seiten heute mitteilten. Laut dem Joint Venture German LNG Terminal liefen Verhandlungen mit weiteren Interessenten.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sprach von einer guten Nachricht. «Voraussetzung für die endgültige Investitionsentscheidung des Konsortiums ist eine positive Perspektive hinsichtlich der Auslastung des Terminals.» Dafür sei der Vertrag mit RWE wichtig. «Der Bau eines Importterminals für Flüssiggas wäre sicherlich das bedeutendste Industrieprojekt in Schleswig-Holstein seit vielen Jahren. Für das Verschießen von Champagner-Korken ist es aber noch zu früh.» Weitere Verträge müssten folgen, wobei er sehr auf die in Brunsbüttel bereits ansässige Industrie mit ihrem erheblichen Bedarf an Erdgas setze.

Treffen_Altmaier
Ministerpräsident Daniel Günther, Minister Buchholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sprachen vor zwei Wochen in Kiel über Förderungsmöglichkeiten des LNG-Terminals
Und auch die öffentliche Hand, so Buchholz weiter, müsse ihre Hausaufgaben noch machen. «Angesichts der gute Nachrichten freue ich mich umso mehr, dass Ministerpräsident Daniel Günther und ich vor zwei Wochen mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vereinbaren konnten, die Frage der Förderung des Terminals durch Bund und Land bis Ende des Jahres zu klären», so Buchholz.

Wie das «Handelsblatt» in seiner Mittwochausgabe berichtete, hat das Unternehmen «Qatar Petroleum» aus dem Emirat Quatar Interesse an einem Flüssiggas-Terminal in Deutschland. «Wir sind sehr ernsthaft an einer Beteiligung an einem deutschen LNG-Terminal interessiert», sagte dessen Chef Saad Al Kaabi dem «Handelsblatt».

LNG (Liquefied Natural Gas) ist Erdgas, das bei superkalten Temperaturen von minus 162 Grad Celsius verflüssigt wird und damit einen Großteil seines Volumens verliert. Es kann dann mit Spezialtankern transportiert und am Zielort wieder in den gasförmigen Zustand umgewandelt oder direkt als Treibstoff und Energieträger eingesetzt werden. LNG ist viel umweltfreundlicher als Diesel oder Schweröl und kann zum Beispiel als Schiffstreibstoff dienen.

Der Bau könnte in Brunsbüttel 2020 beginnen und der Terminal 2022 in Betrieb gehen. Es wird von Investitionen in Höhe von etwa 450 Millionen Euro ausgegangen.

So berichtet das Handelsblatt in seiner Freitagausgabe:

Buchholz zollt Horch großen Respekt: Ein verlässlicher Partner für Schleswig-Holstein

Horch
Horch (links) mit DEGES-Bereichsleiter Rothe (Mitte) und Verkehrsminister Buchholz bei einem Termin zum Ausbau der A 7

Er will sich stärker um seine erkrankte Frau kümmern: Hamburgs Wirtschafts- und Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) tritt nach mehr als sieben Amtsjahren zurück. «Nach einem längeren Abwägungsprozess habe ich mich entschieden, bis zum Ende des Jahres aus dem Senat auszuscheiden», sagte der 70-Jährige heute in Hamburg. Der Spagat zwischen familiärer Verpflichtung und Beruf sei inzwischen zu groß. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, aber unumkehrbar. Zur Nachfolge gab es noch keine Angaben.

Ob Opposition, Gewerkschaft oder Wirtschaftsvertreter: Viele Seiten zollten Horch Respekt, wünschten seiner Frau und ihm viel Kraft und alles Gute für diese schwierige Zeit. So auch Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz – Audio starten („im Browser anhören“)

In seiner Amtszeit hatte der Senator vehement den jahrelangen Kampf um die Elbvertiefung und gemeinsam mit Schleswig-Holstein auch den Ausbau der A 7 vorangetrieben.

Wegen seiner Frau war Horch nach eigenen Angaben schon vor Jahren aus dem Umland in die Hamburger Hafencity gezogen. In der Mittagspause habe er damit die Chance gehabt, bei ihr nach dem Rechten zu sehen.

Provinzial-Fusion bereits in 2019?

Provinzial Nord Brandkasse Aktiengesellschaft
Provianzial-Versicherung am Kieler Sophienblatt

Eine Fusion der zur Sparkassenfinanzgruppe gehörenden Provinzial-Versicherungen rückt näher. Die Anteilseigner der Provinzial Rheinland Versicherungen (Düsseldorf) und des Provinzial NordWest Konzerns (Münster) haben sich auf einen gemeinsamen Vorschlag für eine mögliche Fusion verständigt, teilten die beiden Unternehmen am Dienstagabend mit. Der Vorschlag, der eine Fusion zum 1. Januar 2019 zum Ziel hat, solle in Kürze den Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Beide Unternehmen haben insgesamt mehr als 5000 Mitarbeiter.

Durch eine Fusion der beiden Häuser entstünde der größte öffentliche Sach- und Lebensversicherer mit einem Beitragsvolumen von fast sechs Milliarden Euro. Die Holding des fusionierten Instituts soll in Münster und der Sitz des gemeinsamen Sachversicherers mit dem Vertriebsgeschäft in Düsseldorf angesiedelt werden. In Kiel soll der Sitz einer Lebensversicherung und der Provinzial Nord Brandkasse AG sein. Die Aktivitäten in Rheinland-Pfalz, insbesondere in der Hauptniederlassung Koblenz, seien zumindest beizubehalten.

Anteilseigner der beiden Unternehmen sind Sparkassenverbänden und kommunale Landschaftsverbände. In der Vergangenheit hatte es mehrere Anläufe zu einer Provinzial-Fusion gegeben, die scheiterten

Staatssekretär Rohlfs besucht heute Maritime Firmen aus SH auf internationaler Fachmesse

ohne Überschrift
Umweltthema Kreuzfahrtschiffe: In Nord- und Ostsee darf schon seit 2015 nur noch Treibstoff mit 0,1 Prozent Schwefelgehalt genutzt werden

Unbemannte Schiffe, gedruckte Ersatzteile, strengere Umweltvorschriften: Das sind – neben dem Auf und Ab der Branchenkonjunktur – zentrale Herausforderungen, denen sich Reeder, Werften, Zulieferer und Offshore-Ausrüster stellen müssen. Seit gestern präsentieren sie sich auf der internationalen Fachmesse SMM (Schiff, Maschine, Meerestechnik) in Hamburg und erörtern dort Entwicklungen in ihren Segmenten. Mit rund 2289 Ausstellern ist die Leistungsschau ausgebucht – darunter auch die großen und kleinen Adressen der Maritimen Szene aus Schleswig-Holstein.

Schleswig-Holsteins Wirtschafts-Staatssekretär Thilo Rohlfs ist heute vor Ort, um die Firmen an ihren Ständen zu besuchen – darunter die Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG), die Wewelsflether Peters-Werft oder die Schacht-Audorfer Lürssen-Werft, aber auch einige Startups. Am Stand des Maritimen Clusters Norddeutschland treffen sich zudem die Minister, Staatssekretäre, Snetoren und Staatsräte der fünf Küsten-Bundesländer zu einem Meinunbgsaustausch.

Rohlfs sagte vor seinem heutigen Messebesuch (Audio starten – „im Browser anhören“)

Erstmals gibt es dieses Jahr bei der SMM eine Sonderschau zum 3D-Druck, der mit schichtweise gefertigten Bauteilen auch der Schifffahrt Impulse bringen soll. Reeder könnten benötigte Ersatzteile möglicherweise gleich im Hafen oder an Bord fertigen und einbauen lassen, was wiederum kostspielige Liegezeiten verkürzt, teilten die SMM-Veranstalter mit.

Für das Messe-Motto «Trends in SMMart Shipping» präsentieren Hersteller unter anderem emissionsärmere Antriebe und alternative Stromversorgungen für Schiffe an Bord und in Häfen – anstelle von umweltbelastenden Dieselaggregaten. Ab 2020 dürfen Schiffe nach Bestimmungen der International Maritime Organization (IM0) auf hoher See nur noch Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von 0,5 Prozent statt bisher 3,5 Prozent verbrennen oder müssen alternativ die Abgase vom Schwefel reinigen. In Nord- und Ostsee gilt schon länger ein niedrigerer Grenzwert von 0,1 Prozent Schwefel.

Denn die internationale Schifffahrtsindustrie steht bei der Erfüllung verschärfter Umweltvorschriften unter Zeitdruck. Vom 1. Januar 2020 an dürfen Schiffe nach Bestimmungen der International Maritime Organization (IMO) auf hoher See nur noch Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von 0,5 Prozent statt bisher 3,5 Prozent verbrennen oder müssen alternativ die Abgase vom Schwefel reinigen. «Jetzt geht es für die IMO und die Branche darum, den neuen Grenzwert konsequent umzusetzen», sagte IMO-Generalsekretär Kitack Lim gestern bei der Eröffnung der  SMM . In Nord- und Ostsee darf schon seit 2015 nur noch Treibstoff mit 0,1 Prozent Schwefelgehalt genutzt werden. «Das ist sehr erfolgreich», sagte Lim.

«Wir werden es schaffen, aber wir müssen hart arbeiten», sagte der Vorsitzende der International Chamber of Shipping (ICS), Esben Poulsson, zur neuen Schwefelobergrenze. Ein regelkonformer Kraftstoff müsse von Mitte nächsten Jahres an überall verfügbar sein. Allerdings habe er hierzu noch keine konkreten Informationen aus der Mineralölindustrie. Auch zum Kraftstoff-Preis gebe es noch keine Angaben. Für Reedereien ist der Kraftstoff ein wesentlicher Kostenfaktor.