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Buchholz zufrieden: Juni-Arbeitslosenquote sinkt dank Konjunktur gegenüber 2017 um 8,9 Prozent

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Es brummt – nicht nur im Straßenbau

Nach dem glänzenden Jahresstart nun auch eine sonnige Halbzeitbilanz: Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein ist im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,9 Prozent zurückgegangen, gegenüber dem Vormonat um 2,7 Prozent. „Damit können wir für 2018 eine glänzende Halbzeitbilanz ziehen“, sagte Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz heute zu den aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit. Die Arbeitslosenquote liegt mit  81.638 erwerbslosen Personen bei 5,2 Prozent, ein Rückgang um 0,6 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.

„Nicht nur die Halbzeitbilanz fällt positiv aus, auch die Entwicklung der letzten Jahre kann sich sehen lassen“, sagte Buchholz: Habe die Zahl der Arbeitslosen 2014 durchschnittlich bei knapp 101.000 gelegen, so waren es im Jahresdurchschnitt 2017 noch 92.400.  „Der Rückgang der Zahl der Langzeitarbeitslosen von durchschnittlich 37.200 im Jahr 2014 auf 32.300 in 2017 zeigt, dass es durch eine aktive Arbeitsmarktpolitik in Kombination mit einber guten wirtschaftlichen Entwicklung gelungen ist, Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren und die Übertritte in Langzeitarbeitslosigkeit zu reduzieren.“

Gegenwärtig sind 29.500 Langzeitarbeitslose registriert. Gegenüber dem Vorjahresmonat ging die Zahl um 2.700 oder 8,5 Prozent zurück. Einen Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat um 1.200 (- 14 %) verzeichnet auch die Zahl der arbeitslosen 15- bis 25-jährigen, die gegenwärtig bei 7.748 Personen liegt. Die Zahl der arbeitslosen Ausländer liegt bei 17.300 und ging gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,2 Prozent zurück.

Besonders erfreulich ist laut Buchholz, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiter ansteigt. Nach den hochgerechneten Daten von April um 4.000 (+ 0,4 %)  gegenüber dem Vormonat und 20.000 (+ 2,1 %) gegenüber dem Vorjahresmonat. Gegenwärtig sind 979.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte zu verzeichnen. „Das Wachstum gegenüber dem Vorjahr zeigt sich in allen Branchen, besonders im Verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheitswesen und dem Dienstleistungsbereich“, so der Minister

SH zieht Länder-Wirtschaftsminister mit „Glasfaser-Antrag“ auf seine Seite

Glasfaserkabel zur Breitband-Nutzung
Soll auch bundesweit die maßgebliche Technologie der Zukunft sein: Glasfaser, dass – anders als etwa das Vectoring – Datenübertragungen im Gigabit-Bereich ermöglicht

Mit großer Mehrheit haben die Wirtschaftsminister der Länder am Nachmittag bei ihrer Sommerkonferenz in Saarbrücken zwei Anträge aus Schleswig-Holstein zu den Themen Glasfer-Ausbau und Mobilfunk gebilligt. Nach den Worten von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz geht es dabei vor allem um den Appell an den Bund, ebenso wie Schleswig-Holstein auf einen reinen Glasfaser-Ausbau und damit auf Gigabit-Bandbreiten zu setzen. Technologische Zwischenlösungen wie das so genannte Vectoring mit herkömmlichen Kupferdrähten sollen der Vergangenheit angehören und stattdessen bis 2025 ein flächendeckender Ausbau mit Glasfaser bis in die Häuser hinein erreicht werden.

„Nun kommt es darauf  an, dass der Bund seine Förderprogramme entsprechend ausrichtet“, so Buchholz, dessen Länder-Kollegen sich ebenso wie er selbst auch kritisch mit dem von der Berliner Koalition geplanten „Recht auf Internet für alle“ auseinandersetzten. „Eine solche Rechtsvorschrift würde den Ausbau vor allem lähmen statt befördern, weil sämtliche Telekommunikationsanbieter zunächst den genauen Rechtsrahmen abwarten würden, ehe sie investieren“, sagte Buchholz.

Weiter sagte der Minister zu den Anträgen aus Schleswig-Holstein. Audio starten – „im Browser anhören“

Hinsichtlich des künftigen Mobilfunk-Standards 5G machte neben Buchholz auch der zuständige Abteilungsleiter aus dem Bundesverkehrsministerium, Tobias Miethaner, deutlich, dass eine flächendeckende Versorgung „bis in die tiefsten Winkel der Republik hinein“ angesichts der zu vergebenden Frequenzen auf technische Schwierigkeiten stoße. Laut Buchholz komme es zunächst darauf an, rechtssichere Ausschreibungen für den 5G-Ausbau zustande zu bekommen statt den Anbietern Auflagen zu machen, die am Ende zu jahrelangen Rechtsstreitigkeiten führen können.

Rohlfs zu Sondermalus gegen DB wegen Marschbahn: Notfalls klären wir das vor Gericht

Pendler blockieren in Klanxbüll die Züge der Marschbahn

Der „Dauerbrenner“ Marschbahn beschäftigte heute einmal mehr den Wirtschaftsausschuss des Kieler Landtags. Dabei räumten sowohl DB-Regio-Chef Torsten Reh als auch Michael Körber von der DB Netz ein, dass die vertraglichen Leistungen auf der Strecke Itzehoe-Westerland nach wie vor bei weitem nicht erreicht würden. Die Pünktlichkeitswerte und Zugausfälle seien im Schnitt der letzten drei Wochen gegenüber dem Mai mit über 65 Prozent zwar teilweise leicht verbessert, aber noch nicht annähernd bei der vertraglich festgelegten Pünktlichkeitsquote von 93 Prozent.

Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs machte deutlich, dass auch für den Monat Juni erneut ein Sondermalus fällig werden dürfte. Ob er – wie im Mai – bei insgesamt 500.000 Euro liegen werde, oder – wie in den Monaten zuvor – bei 350.000 Euro müsste die genaue Auswertung der Zahlen noch ergeben.

Die DB-Vertreter machten klar, dass sie die Sondermalus-Regelung zugunsten der Pendler nur für den Monat Februar akzeptieren werde. Rohlfs zeigte sich davon wenig beeindruckt. Ein weiteres Thema war auch der Netzausbau – etwa das seit langem geforderte dritte Gleis zwischen Elmshorn und Pinneberg.

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Staatssekretär Rohlfs

Dazu – und zum Sondermalus – sagten Rohlfs und NAH.SH-Chef Bernhard Wewers im Ausschuss:

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Autozug Sylt schickt zweite moderne Dieselelektrik-Lok auf den Hindenburgdamm

RDC
US-Investor Henry Posner III mit seiner Frau, seiner Tochter und Minister Buchholz

Nachwuchs beim „Autozug Sylt“des US-Unternehmens RDC: In Anwesenheit des amerikanischen Privat-Investors Henry Posner III wurde heute in Kiel die zweite Siemens-Lok des Typs VECTRON getauft – auf den Namen „Anne“. Der VECTRON gilt nach Unternehmensangaben als derzeit leiseste, umweltfreundlichste und und effizienteste dieselelektrische Lok weltweit. Die erste der beiden fabrikneuen Loks ist unter dem Namen „Debbie“ bereits seit über einem Jahr auf dem Hindenburgdamm unterwegs.

Verkehrsminister Buchholz machte heute gegenüber Posner nochmals deutlich, dass er sich mittelfristig auch von RDC auf der Strecke Doppelstockwagen wünsche. Denn nur dadurch könnten die nötigen Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden, um die Verkehrsmengen auf der derzeit problematischen Strecke zu bewältigen

Buchholz sagte am Nachmittag anlässlich der Loktaufe weiter:

LBV.SH bringt in Steinburg, Dithmarschen und Pinneberg 75 Millionen Euro auf die Straße

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Präsentierten die Straßenbau-Vorhaben der Kreise Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg. Christopher Deppe (rechts) und Minister Buchholz.

Gewaltiger Sanierungs-Schub für das Straßennetz von Tönning über die südliche Westküste bis ins Binnenland hinein nach Hamburg: Wie Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und Christopher Deppe vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) heute in der Autobahnmeisterei Quickborn erläuterten, laufen in diesem Jahr allein im Zuständigkeitsbereich der LBV.SH-Niederlassung Itzehoe 38 Projekte im Gesamtauftragswert von rund 75 Millionen Euro an. Davon entfallen 21 Baumaßnahmen auf den Kreis Dithmarschen, zehn Projekte auf den Kreis Steinburg und sieben Vorhaben auf den Kreis Pinneberg.

„Es wird in den kommenden Wochen also deutlich sichtbar, dass die Landesregierung die Mittel für die Infrastruktur-Sanierung erheblich erhöht hat – allein um fast 30 Millionen auf annähernd 100 Millionen Euro in diesem Jahr für Landesstraßen“, so Buchholz. Nun gehe es darum, das Geld angesichts der voll ausgelasteten Bauindustrie ohne Reibungsverluste umzusetzen. Wie der Minister weiter sagte, stehe dabei außer Frage, dass durch die Vielzahl der Sommerbaustellen in den kommenden Wochen mit Beeinträchtigungen zu rechnen sei. Aber das eine sei ohne das andere nicht zu haben. Doch: „Wir haben im Vorwege alles getan, um die Baustellen so zu takten, dass die Beeinträchtigungen vertretbar bleiben. Denn nur, wenn wir jetzt das Geld buchstäblich auf die Straße bringen, werden wir künftig wieder die Verkehrswege zur Verfügung haben, die einem florierenden Wirtschaftsstandort und einem beliebten Tourismusland wie Schleswig-Holstein angemessen sind“, unterstrich der Minister.

Buchholz sagte weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Nach den Worten von Christopher Deppe vom LBV.SH hätten Projekte wie das Beseitigen von Nadelöhren – etwa an der B 5 zwischen Itzehoe und Wilster – ebenso hohe Priorität wie das Erneuern von Fahrbahnen. Die Länge der Straßenprojekte, die in diesem Jahr von der LBV.SH-Niederlassung Itzehoe angepackt wird, beträgt rund 75 Kilometer. Deppe erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass der Landesbetrieb nicht nur Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen, sondern auch die Kreisstraßen im Kreis Dithmarschen betreue.

So werden in diesem Jahr Kreisstraßenprojekte mit einem Auftragsvolumen von rund 1,6 Millionen Euro in Angriff genommen. Als Beispiele nannte Deppe die Erneuerung der Fahrbahn der Kreisstraße K 1 auf 1,5 Kilometer Länge. Teilweise habe die Umsetzung bereits begonnen, so beispielsweise das vollständige Erneuern der Fahrbahn zwischen Eddelak und Brunsbüttel (L 138). Auch die beiden Fahrbahnerneuerungen am Fähranleger Glückstadt (B 495) sowie auf der L 105 zwischen Pinneberg und Holm stünden auf der Agenda.

Neben 27 Fahrbahnerhaltungs- und Ausbaumaßnahmen werden elf Projekte im Brückenbau von der Niederlassung Itzehoe umgesetzt. Deppe betonte, dass auch während der Bauzeiten zahlreiche Bürgerveranstaltungen vor Ort geplant seien, um detailliert über den aktuellen Stand und die nächsten Umsetzungsschritte zu informieren.

„Ich bin sicher, dass die Resultate sämtlicher Bauprojekte dazu beitragen werden, den Tourismus der Region erheblich zu stärken“, sagte Buchholz. Zudem würden künftig nicht nur die Urlauber schneller, sicherer und vor allem zufriedener an ihr Ziel gelangen, sondern auch die vielen Berufspendler und Anwohner der Region.

Sowohl der Minister als auch Deppe appellierten abschließend an alle Verkehrsteilnehmer, sich gegenüber den Mitarbeitern der Baufirmen und des Landesbetriebs fair und rücksichtsvoll zu verhalten. „Wir hatten leider erst vor wenigen Wochen einen schweren Unfall auf der A 20, bei dem ein Lkw durch Unachtsamkeit des Fahrers nahezu ungebremst in ein mit Gasflaschen beladenes Baustellenfahrzeug hineingerast ist“, sagte Buchholz. Dabei sei ein Mitarbeiter schwer verletzt worden.

Uebersicht

Trotz guter Auslastung: Nobis muss umsteuern und steht vor personellen Einschnitten

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Die Werftengruppe German Naval Yards will ihre Struktur umbauen. Mit Lindenau in Kiel steht eine der drei zum Konzern gehörenden Werften vor dem Aus. Insgesamt sollen 110 Jobs wegfallen – von 950. Insgesamt seien von den Plänen bis zu 190 Mitarbeiter betroffen, wie ein Werftsprecher heute nach einer Betriebsversammlung in Rendsburg sagte. Von ihnen sollen 60 die Chance erhalten, künftig bei der Schwesterwerft German Naval Yards Kiel zu arbeiten. Dort will die Gruppe ihre Stahlrumpf-Produktion konzentrieren.

Altersteilzeitmodelle oder die Überführung in eine Transfergesellschaft werde das Unternehmen rund 80 Mitarbeitern anbieten, sagte Nobiskrug-Geschäftsführer Bertram Liebler. Langfristig werde sich die Werft aber von rund 30 weiteren Beschäftigten trennen müssen. Hinzu kommt laut Liebler «die heute schon feststehende Fluktuation». Die Werft will Gespräche mit Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall führen.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sprach von einer sehr bedauerliche Nachricht für dieses traditionsreiche und wichtige Schiffbau-Unternehmen am Standort Rendsburg.

Er sagte (Audio starten – „im Browser anhören“)

„Es handelt sich um eine unternehmerische Weichenstellung, um die Zukunft des Unternehmens abzusichern – wobei soziale Aspekte besonders berücksichtigt werden sollten“, so Buchholz. Angesichts des Fachkräftemangels zeigte er sich zuversichtlich, dass  viele Beschäftigte im Unternehmen gehalten werden können und die anderen rasch auf dem aktuell eher unterversorgten Arbeitsmarkt eine Anschlussbeschäftigung finden werden. Sein Ministerium befinde sich in engem Kontakt mit Unternehmen und der IG-Metall.

Derzeit beschäftigt die Werftengruppe insgesamt 950 Mitarbeiter, davon 400 bei German Naval Yards Kiel und 550 am Standort Rendsburg. Zur Werftengruppe gehört neben Nobiskrug und German Naval Yards Kiel auch die Kieler Werft Lindenau. Sie soll voraussichtlich gegen Ende des Jahres aufgegeben werden. «Eine Fortführung macht sowohl aus technischer als auch wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn», sagte ein Sprecher. Die am Standort beschäftigten Mitarbeiter gehörten bereits seit Jahren formal zu Nobiskrug.

Die Traditionswerft hat seit der Gründung 1905 nach eigenen Angaben weit über 750 Schiffe gebaut. Zum Kerngeschäft zählen heute Entwicklung und Bau großer, individuell angefertigter Superjachten ab 60 Metern Länge.

Buchholz beim E-Mobilitätstag: Der Norden muss Treiber der Eletromobilität werden

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Schleswig-Holstein sollte der Treiber bei der Elektromobilität in Deutschland sein. Der aus Windkraft gewonnene Strom einerseits und die bereits angewandte Technologie anderseits seien wichtige Grundlagen dafür, sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz am Nachmittag auf dem sechsten E-Mobilitätstag in Lübeck. „Auf dieser Veranstaltung wird das Thema erlebbar, die Gäste der Ausstellung können Elektrofahrzeuge anschauen und ausprobieren.“

Es gebe noch viel zu tun, „daher müssen wir technologieoffen sein“, sagte der Minister. Die Konzentration allein auf Elektromobilität sei auch vor dem Hintergrund der ausbaufähigen Ladeinfrastruktur in einem Flächenland zu einseitig. Auch Wasserstoff böte große Möglichkeiten, den Verkehr in Zukunft mit weniger Schadstoff- und Geräuschimmissionen zu gestalten. „Selbst wenn es uns gelingt, einen Großteil der heutigen Güter auf Schienen und dem Wasser zu transportieren, wird die Gütermenge auf den Straßen in den kommenden 20 Jahren um bis zu 30 Prozent ansteigen.“

Eine Antwort sei der elektrifizierte Lkw-Verkehr auf Autobahnen, den das Land derzeit auf der Autobahn 1 bei Reinfeld testet. Wichtig sei es auch, den im Land erzeugten Windstrom auch in Schleswig-Holstein zu bezahlbaren Preisen nutzen zu können. Für die Landesregierung sei es zudem nicht länger hinnehmbar, dass die Verbraucher die Stromerzeuger für das Abschalten von Windkraftanlagen bei Überlast bezahlen müssten.

Auf dem Lübecker Markt zeigten 19 Austeller die neuesten Produkte und Trends, in Fachforen zu Themen „Ladeinfrastruktur“ oder „Kosten von E-Fahrzeugen“ tauschten sich Besucher und Fachleute aus. Der E-Mobilitätstag ist eine Veranstaltung der IHK zu Lübeck in Kooperation mit der WTSH – Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH sowie des Lübecker Bezirksvereins des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und des Verein ecomobility. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Veranstaltungsort. Auf dem Markt haben wir viele Verbraucher erreicht, die sich aus Interesse an den Ausstellerständen informiert oder an den Foren teilgenommen hatten“, sagte Kathrin Ostertag, Leiterin des IHK-Geschäftsbereichs Innovation und Umwelt. Am Abend starteten 56 Elektromobile zur neunten nordeuropäischen E-Mobil-Rallye durch Schleswig-Holstein.

Start frei für erste Elektroautobahn in SH – Buchholz: „Beginn eines spannenden Experiments“

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Gruppenbild mit Fahrdraht: Björn Lehmann-Matthei von der FH Kiel, Minister Habeck und Buchholz sowie Spediteur Bode, der seine Lkw auf der Teststrecke einsetzen wird
Zusammen mit Energiewendeminister Robert Habeck und Bundesumwelt-Staatssekretär Florian Pronold hat Verkehrsminister Bernd Buchholz heute den Startschuss für den Bau von Schleswig-Holsteins erster Elektro-Teststrecke für Lastwagen gegeben. Auf einem 10,2 Kilometer langen Abschnitt der Autobahn 1 zwischen Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck soll bis Sommer nächsten Jahres eine Oberleitung entstehen, mit der schwere Lastwagen elektrisch betrieben werden können.

Wie Buchholz in der Autobahnmeisterei Bad Oldesloe vor rund 50 Gästen und Projektpartnern sagte, sei die Teststrecke Teil eines bundesweiten Pilotprojektes, das den elektrischen Antrieb von Lastwagen unter realen Verkehrsbedingungen erproben soll. Die Kosten von mehr als 19 Millionen Euro übernimmt der Bund. Ursprünglich war von 14 Millionen Euro ausgegangen worden. Da die Strecke jetzt in beiden Richtungen elektrifiziert werden solle, hätten sich die Kosten entsprechend erhöht, sagte Pronold.

Buchholz sagte im Gespräch mit Journalisten weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

«Für die Energiewende ist dieses Projekt von besonderer Bedeutung, weil wir auch im Verkehr auf erneuerbare Energien umsteigen müssen», sagte Habeck. Buchholz ergänzte: «Wir müssen in der Verkehrspolitik neue Wege gehen und neue Lösungen ausprobieren. Das machen wir jetzt.»

Pronold
Pronold
Die eigentlichen Bauarbeiten sollen im Oktober beginnen und voraussichtlich im Juni 2019 beendet sein. Getestet werden soll die Strecke dann von einer Reinfelder Spedition, die sich mit einem Hybrid-Lkw an dem Feldversuch beteiligt.

Schleswig-Holstein ist nach Hessen das zweite Bundesland, das eine Teststrecke für Elektro-Lastwagen erhält. Eine weitere Teststrecke ist in Baden-Württemberg geplant. Insgesamt investiert das Bundesumweltministerium nach Angaben Pronolds rund 50 Millionen Euro in den Feldversuch.

So berichten die Lübecker Nachrichten in ihrer Freitagausgabe:

Das Energiewende-Projekt NEW 4.0 gewinnt an Fahrt – und ist seit heute in Kiel zu besichtigen

NEW 4.0 Konsortialtreffen in Kiel
Seit heute im Kieler Landeshaus zu besichtigen: Ein Modell des Energiewendeprojekts NEW 4.0. – hier mit Umweltminister Habeck, NEW-4-0-Manager Werner Beba, Minister Buchholz und dem Hamburger  Unternehmer und Ehrenbürger Michael Otto               Fotos: Daniel Reinhardt/HAW
Anderthalb Jahre nach Projektstart des ländergreifenden Projekts „Norddeutsche Energiewende“ ist NEW 4.0 erkennbar auf Erfolgskurs und mitten in der Umsetzungsphase: Es gehen immer mehr Demonstratoren in Betrieb, mit denen in Norddeutschland innovative Ansätze für eine zukunftsfähige Energieversorgung erprobt werden. So wurde erst kürzlich im schleswig-holsteinischen Jardelund Europas größter Batteriespeicher EnSpireMe eingeweiht. Das Hamburger Aluminiumwerk Trimet wird im Juli mit der Testphase für die Lastverschiebung bei der Aluminiumelektrolyse starten, um den industriellen Verbrauch besser an die Stromerzeugung anpassen zu können. Schon seit November letzten Jahres erproben die Stadtwerke Flensburg, wie sich dem teuren Einspeisemanagement, mit dem die Stromnetze stabilisiert werden, durch die Abnahme von überschüssigem Windstrom für die Wärmeerzeugung begegnen lässt.

NEW 4.0 Konsortialtreffen in KielWirtschaftsminister Bernd Buchholz sagte zu dem Projekt und dem heutigen Treffen

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Für das Vorankommen der Energiewende sind solche Projekterfolge unerlässlich: „Die Dringlichkeit des Klimaschutzes erfordert einen klaren Fokus auf die Sektorenkopplung: Neben dem Stromsektor müssen auch der Wärmemarkt und der Mobilitätssektor weitgehend aus erneuerbarer Energie gespeist werden, denn sie haben einen großen Anteil an dem weltweiten CO2-Ausstoß. NEW 4.0 erprobt deshalb den Transformationspfad von Windstrom für alle Sektoren“, erläuterte Projektkoordinator Prof. Dr. Werner Beba heute vor über 100 Teilnehmern im Rahmen des NEW 4.0-Konsortialtreffens im Kieler Landtag.

Für Hamburg und Schleswig-Holstein ist NEW 4.0 ein wichtiger Innovationstreiber und erhält deshalb viel Unterstützung von beiden Landesregierungen. Erst jüngst haben beide Bundesländer bei einer gemeinsamen Kabinettsitzung die Wichtigkeit des Projekts bekräftigt. „NEW 4.0 ist für den Norden eine große Chance: Durch die enge Zusammenarbeit über die Ländergrenzen hinweg können sich Hamburg und Schleswig-Holstein gemeinsam als starker Standort für Zukunftstechnologien z.B. aus dem Bereich Power-to-X positionieren. NEW 4.0 wird damit ganz direkt zur Wertschöpfung und Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region beitragen“, betont Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz anlässlich des Konsortialtreffens.

„Um die Energiewende weiter voranzutreiben und das Klima zu schützen, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden, wird NEW 4.0 entscheidende Impulse geben. Es ist ein Glücksfall für den Norden, dass hier 60 ganz unterschiedliche Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammengekommen sind, die gemeinsam Lösungen für die Kernherausforderungen unserer zukünftigen Energieversorgung entwickeln“, bekräftigt Schleswig-Holsteins Umweltminister Dr. Robert Habeck.

New_neuMit NEW 4.0 und den beteiligten Partnern kann die „Energiewende made in Norddeutschland“ letztlich zu einem Exportschlager werden: Das Projekt, das im Rahmen des Förderprogramms „Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ noch bis Ende 2020 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird, kann als großes Reallabor für Deutschland und Europa wichtige Ergebnisse generieren, die sich auf andere Regionen übertragen lassen. Ein gutes Beispiel dafür ist die von ARGE Netz und Schleswig-Holstein Netz entwickelte ENKO-Plattform, die einen norddeutschen Marktplatz für Flexibilitäten eröffnet: In Kürze wird hier der erste NEW 4.0-Demonstrator eingebunden, der bei Bedarf überschüssigen Windstrom abnehmen und so die Netze entlasten kann. Aus den gewonnenen Erfahrungen sollen schließlich Vorschläge an die Bundesregierung für die Gestaltung von bundesweiten Flexibilitätsmärkten abgeleitet werden.

Neben technologischen Innovationen und rechtlichen Rahmenbedingungen geht es in dem Verbundprojekt aber auch um gesellschaftliche Faktoren wie die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften und die Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz für die Energiewende. Dazu ist noch bis Projektende die NEW 4.0-Roadshow auf Tour, die die Bevölkerung dazu einlädt, das Energiesystem der Zukunft spielerisch über ein Augmented-Reality-Modell kennenzulernen. Es ist am 21. Juni von 10-18 Uhr im Kieler Landtag zu besichtigen und vom 22. Juni bis zum 31. Juli im Technischen Service-Center der Stadtwerke Norderstedt.

Und so berichtet der sh:z

Bald rollt auf Sylt der erste autonome Bus – Rohlfs: Ein Riesensprung für den ländlichen Raum

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Staatssekretär Rohlfs im NAF-Bus mit Offtec-Chef Marten Jensen.     Fotos: Julia Wolf

Die nächste Bushaltestelle ist weit weg, ein Auto nicht vorhanden und der Arzt im nächst größeren Ort: Auf dem Land ist so ein Szenario keine Seltenheit. Der ländliche Raum sei der mobilitätssensibelste Raum, sagt Florian Dünckmann, Professor für Kulturgeografie an der Kieler Universität. Er ist einer der Partner, die in den kommenden Jahren im Projekt «Nachfragegesteuerter Autonom-Fahrender»-Bus – kurz «NAF-Bus» – ein Mobilitätskonzept «ÖPNV-on-Demand» auf Basis autonomer, elektrisch angetriebener Kleinbusse entwickeln wollen. Heute stellte er sein Konzept bei der Firma OffTec im nordfriesischen Enge-Sande vor.

Nach den Worten von Technologie-Staatssekretär Thilo Rohlfs ist dies einerseits ein wichtiger Schritt zum autonomen fahren, zugleich aber auch ein notwenddiger Schritt zur Verbesserung der  Lebensverhältnisse im ländlichen Raum – und eine Antwort auf den demographischen Wandel.

img_0181Rohlfs sagte nach seinem Besuch im Gespräch mit RSH

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Das vom Bundesverkehrsministerium mit rund 2,3 Millionen Euro geförderte Projekt ist im vergangenen Jahr gestartet und läuft noch bis Sommer 2020. An diesem Mittwoch trat es in eine neue Phase: Der erste von drei selbstfahrenden Minibussen ist in Enge-Sande (Kreis Nordfriesland) eingetroffen. Zunächst soll der fahrerlose Bus mit Elektroantrieb auf dem Gelände des GreenTEC Campus getestet werden. In einigen Monaten soll ein weiterer Bus in Keitum auf Sylt auf einer ausgewählten Strecke im realen ÖPNV eingesetzt werden. Auch in Dithmarschen soll eines der Fahrzeuge erprobt werden. Wo genau, steht noch nicht fest. Langfristig erhoffen sich die Macher durch die selbstfahrenden Busse eine bessere Verkehrsanbindung für Menschen auf dem Land.

Dünckmann glaubt nicht, dass demnächst nur autonome Busse über die Straßen der ländlichen Regionen an der Westküste rollen. Und dies sei auch nicht das Ziel. Individualverkehr werde immer wichtig sein und auch den normalen ÖPNV werden und sollen die selbstfahrenden Busse nicht ersetzen, wie Dünckmann betonte. Sie seien eher als Ergänzung zu sehen, etwa um Ortschaften anzubinden, die nur wenige Kilometer abseits der Linienbusrouten liegen. Durch Einbeziehung von ÖPNV-Unternehmen in die drei unterschiedlichen Anwendungsszenarien und die Betrachtung von rechtlichen Aspekten soll mit den erzielten Ergebnissen eine hohe Anwendungsrelevanz und Umsetzbarkeit nach Projektende erreicht werden.

Zu den Projektpartnern gehören neben Dünckmann und seinem Team unter anderem die Verkehrsbetriebe Sylter Verkehrsgesellschaft und DB Autokraft Ingenieure, Softwaresystem-Experten und Rechtswissenschaftler von Unternehmen und der Kieler Universität. Neben technischen und juristischen Fragen ist zudem von Interesse, wie das neuartige ÖPNV-Angebot von der Bevölkerung angenommen wird. Dies ist Dünckmanns Gebiet. Er und seine Mitarbeiter der AG Kulturgeographie der Kieler Uni erarbeiten unter anderem eine Akzeptanzstudie und organisieren Bürgerbeteiligungsverfahren.