Meyer zu Besuch in Glückstadt: Weiterer Zughalt zum Fahrplanwechsel im Dezember
Auf Basis einer Entscheidung der DB Netz AG hat Verkehrsminister Reinhard Meyer heute der Glückstädter Bürgermeisterin Manja Biel mitteilen können, dass ab Dezember ein weiterer Zug zwischen Hamburg-Altona und Westerland in Glückstadt halten wird.
Es handelt sich um den Zug mit der Abfahrt um 18.38 Uhr ab Hamburg-Altona. Der Zug wird gegen 19.10 Uhr Glückstadt erreichen. „Damit können wir die 90 Minuten-Lücke zwischen den bisherigen Abfahrten in Hamburg-Altona nach Glückstadt schließen und eine weitere attraktive Verbindung für Pendler schaffen“, sagte Meyer bei seinem Besuch in Glückstadt.
Hintergrund: Die Landesregierung hatte zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 über den eigentlich geplanten Fahrplan hinaus für eine Million Euro jährlich vier zusätzliche Verbindungen auf der nordbahn-Linie RB 71 bestellt. Zusätzlich hatte das Land sieben im Fahrplan mögliche Halte von Zügen der Nord-Ostsee-Bahn GmbH (NOB) in Glückstadt bestellt.
Damit hat Glückstadt seit Dezember 2014 einen ganztägigen Stundentakt zum Hamburger Hauptbahnhof und in der Hauptverkehrszeit zusätzlich insgesamt 11 Züge von und nach Hamburg-Altona. Dieser Fahrplan sollte für eine Testphase von zwei Jahren gelten.
In einem Gespräch im Juni hatte Verkehrs-Staatssekretär Dr. Frank Nägele zudem zugesagt, dass die zusätzlichen NOB-Halte und die zusätzlichen Züge der nordbahn auch über die zweijährige Testphase hinaus vom Land bestellt und bezahlt werden. Darüber hinaus hatten alle Beteiligten vor Ort darum gebeten, einen weiteren Zug in Richtung Westerland (Hamburg-Altona ab 18.38 Uhr) in Glückstadt halten zu lassen. „Diesen Wunsch haben wir nun eingelöst“, sagte Meyer.
Rader Brücke fit bis mindestens 2026 – Blitzer-Anlagen haben sich bewährt: Nur knapp 34.000 Verstöße in einem Jahr
Die Stabilität der Rader Hochbrücke bei Rendsburg bleibt – bei Beibehaltung der aktuellen Einschränkungen für den Verkehr – absehbar für zehn weitere Jahre gewährleistet. Das ist das Ergebnis der im August abgeschlossenen Hauptprüfung und der statischen Nachrechnung des 45 Jahre alten Bauwerks, das 2013 aufgrund massiver Verschleißerscheinungen notsaniert werden musste.
Wie Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer heute bei einem Ortstermin mit dem zuständigen Bereichsleiter der Planungsgesellschaft DEGES, Bernd Rothe, sagte, seien im Rahmen der mehrwöchigen Überprüfung unter anderem 150 Kilometer Schweißnähte untersucht und dabei 40 Risse mit bis zu 50 Zentimetern Länge gefunden worden. „Sämtliche Schadstellen wurden umgehend repariert und befanden sich überwiegend im Bereich unterhalb des Hauptfahrstreifens, was genau der Erwartung unserer Ingenieure aus der statischen Nachrechnung entspricht“, sagte Meyer.
Im Gespräch mit Journalisten sagte Meyer
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Bis zur nächsten Brückenprüfung im Jahr 2018 würden die Stahlträger nun halbjährlich auf weitere Anrisse überprüft und eventuelle Schäden sofort beseitigt. Die statische Nachrechnung habe zudem ergeben, dass zur Verbesserung der Stabilität die Längsträger an drei Stellen auf jeweils 50 Metern mit drei Zentimeter dicken Blechen verstärkt werden müssen. „Diese Arbeiten werden Mitte kommenden Jahres ausgeführt“, so Meyer. Darüber hinaus stünde 2017 eine Teilsanierung des Hauptfahrstreifens in Richtung Hamburg an.
Die bisherigen Verkehrseinschränkungen zum Schutz des Bauwerks – Tempo 60 samt Überholverbot und 25-Meter-Abstandsgebot für Lkw sowie die Sperrung für Schwerlast-Lkw über 84 Tonnen – bleiben weiterhin bestehen. Laut Meyer sei das Land zudem mit dem Bundesverkehrsministerium derzeit im Austausch darüber, ob im Bereich der Rader Hochbrücke eine so genannte Achslastmessstelle eingerichtet werden könne, um Verstöße gegen Gewichtsbeschränkungen besser zu kontrollieren. „Bei einer Stichprobenkontrolle auf den Rastanlagen Jalmer Moor und Jalm im vergangenen Jahr gab es beispielsweise bei 29 Fahrzeugen allein 13 Beanstandungen, darunter fünf Fahrzeuge mit massiven Gewichtsüberschreitungen“, so der Minister. Dieses Problem werde auch nicht durch die Radarkontrollen eingedämmt.
Nach den Worten von DEGES-Bereichsleiter Rothe laufen unterdessen die Planungen für den Ersatz der Rader Brücke auf Hochtouren: So stehe bereits fest, dass zwei neue Teil-Brücken die alte Rader Hochbrücke ersetzen und die Fahrbahnen je Richtung jeweils einen Meter auf künftig 12,50 Meter verbreitert werden. „Durch die getrennten Brücken wird es möglich sein, den Bau der ersten Brücke östlich neben dem alten Bauwerk zu realisieren, während der Verkehr auf der alten Brücke noch ungehindert fließen kann“, sagte Rothe. Nach Fertigstellung des ersten Bauwerkes im Jahr 2026 werde der komplette Verkehr dann auf die neue Brücke umgelegt, um anschließend die alte Brücke abzubrechen und an gleicher Stelle das neue, zweite Teilbauwerk zu errichten. Wie die beiden Brücken aussehen werden, das soll bereits Ende des Jahres mit der Vorlage einer „Vorzugsvariante“ entschieden werden. Schon jetzt sei allerdings auszuschließen, dass es sich dabei um Bogen- oder Schrägseilbrücken handeln wird.
Wie Rothe weiter sagte, sei der Zeitplan zweifellos ambitioniert: So soll 2019 das Genehmigungsverfahren beginnen, um ab 2023 mit dem Bau der ersten Brücke beginnen und diese bis 2026 fertigstellen zu können. Die Verkehrsfreigabe für die zweite Teilbrücke sei für Ende 2029 geplant. Die vollständig vom Bund getragenen Gesamtkosten werden nach ersten Schätzungen bei rund 270 Millionen Euro liegen.
Rothe erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass es sich beim Bau der neuen Rader Hochbrücken um eines von vier Pilotprojekten des Bundes handele, bei dem ein besonderes Risiko-Management-Verfahren eingesetzt werde, um einerseits eine strikte Kostenkontrolle zu haben und andererseits nicht den Zeitplan zu gefährden. Zudem gilt für die Rader Brücke laut Fernstraßengesetz nur eine Gerichtsinstanz bei Klagen – das Bundesverwaltungsgericht.
Bereits am kommenden Mittwoch, 21. September, findet in Borgstedt ab 19.30 Uhr in der Grundschule Borgstedt, Rendsburger Straße 51, die erste öffentliche Informationsveranstaltung zum Brücken-Neubau statt. Meyer und Rothe appellierten an die Einwohnerinnen und Einwohner von Borgstedt sowie an weitere Interessierte, von demAngebot Gebrauch zu machen.
Radarkontrollen haben sich bewährt – in einem Jahr 34300 Verwarn und Bußgelder
Meyer (links) und DEGES-Bereichsleiter Rothe beim OrtsterminAuch die vor einem Jahr zum Schutz der Rader Brücke installierten Blitzer-Säulen an den Zu- und Abfahrten hätten sich bewährt. Wie Meyer heute erläuterte, seien seit dem 14. September letzten Jahres an 297 Tagen rund 15,5 Millionen Fahrzeuge aller Art erfasst worden. Dabei seien in 112.676 Fällen Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit festgestellt und 34.317 Verwarnungs- und Bußgelder verhängt worden.
„Das entspricht einer Verstoß-Quote von nur 0,73 Prozent und belegt eindrucksvoll, dass sowohl die Blitzersäulen selbst als auch die Warnhinweise vor den Radarkontrollen die gewünschte abschreckende Wirkung entfalten“, sagte Meyer. Er erinnerte daran, dass die rund 250.000 Euro teuren Messgeräte vor einem Jahr ausschließlich zum Schutz des maroden Bauwerks installiert wurden. Die Kontrollen wurden mit dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz abgestimmt. Seit der Notsanierung der Brücke im Sommer 2013 gilt für Lkw über 7,5 Tonnen eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h sowie ein 25-Meter-Abstandsgebot und für Großraum und Schwertransporte über 84 Tonnen ein generelles Durchfahrverbot. Für Pkw ist die Höchstgeschwindigkeit auf der Brücke auf 100 km/h begrenzt (bei Sturm auf 80 km/h). Statik-Experten haben für die Rader Brücke eine Restnutzungsdauer bis zum Jahr 2026 errechnet – bis dahin soll die Brücke durch einen Neubau ersetzt sein.
Laut Meyer konnten von den über 112.000 zu schnellen Fahrzeugen – der rasanteste Pkw-Fahrer war mit 214 km/h unterwegs – nur ein Drittel weiterverfolgt werden. Hintergrund seien unter anderem Fehlmessungen, wenn die Geräte beispielsweise Fahrzeuge als Lkw identifizieren, die aber als Pkw gemeldet sind. Darüber hinaus seien teilweise Kennzeichen nicht lesbar oder Fahrzeugführer nicht erkennbar. Sofern Verkehrsteilnehmer aus einem EU-Staat kommen, der die Richtlinie zur Rückverfolgbarkeit von Verkehrssündern in der Europäischen Union noch nicht umgesetzt hat, erfolgt ebenfalls keine Auswertung. Hintergrund: In einigen EU-Staaten fehlen noch die technischen Voraussetzungen, um den Austausch der Daten über Ländergrenzen hinweg vorzunehmen. Die Dänen, auf deren Konto ein erheblicher Teil der Verstöße geht, müssen die Richtlinie bis spätestens Mai kommenden Jahres umgesetzt haben.
Wie Meyer weiter sagte, wurden 37.652 Fahrerinnen und Fahrer angezeigt, davon 15.589 Pkw und 17.623 Lkw. Es wurden 20.414 Verwarnungsgeldangebote (bis 55 Euro) und 13.903 Bußgeldanzeigen zugestellt. Die Bußgelder gehen an den Kreis Rendsburg-Eckernförde, die Verwarnungsgelder an das Land.
„Unser Ziel ist und bleibt aber weiterhin, vor allem an die Vernunft aller Verkehrsteilnehmer zu appellieren, durch vorschriftsmäßige Fahrweise dafür zu sorgen, dass wir die errechnete Restnutzungszeit der Hochbrücke von zehn Jahren auch tatsächlich sicher erreichen werden“, so Meyer.
Meyer eröffnet erstes Innovations- und Technologieforum in Schleswig-Holstein
Gemeinsam mit Wissenschafts-Staatssekretär Rolf Fischer hat Wirtschaftsminister Reinhard Meyer soeben im Kieler Landershaus das erste Innovations- und Technologieforum Schleswig-Holstein eröffnet. Mehr als 130 Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden und Politik nehmen an dem Forum teil, um Vorschläge zu erarbeiten, wie der Technologietransfer aus Wissenschaft und Forschung hinein in Anwendung und wirtschaftliche Nutzung weiter vorangebracht werden könne.
In ihren Grußworten betonen Meyer und Fischer, dass der Wissens- und Technologietransfer für die Landesregierung von großer strategischer Bedeutung sei, daher solle er noch stärker unterstützt werden. „Das Forum ist in erster Linie eine Plattform für den Informations- und Wissensaustausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie Politik und Gesellschaft. Wir verfügen über viele gute Einrichtungen und Förderinstrumente, aber wir müssen uns noch stärker vernetzen und abstimmen. Dazu müssen wir den Dialog pflegen, uns austauschen, Bestehendes hinterfragen und Neues wagen. Genau dazu soll das Forum dienen“, so Fischer.
Meyer unterstreicht: „Wir brauchen einen schnellen und effizienten Austausch zwischen Forschung und Anwendung, damit unsere mittelständisch geprägte Wirtschaft innovative neue Produkte und Dienstleistungen an den Markt bringen kann. Innovationen sind der Königsweg zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb ist unsere Förderpolitik auf Innovationsförderung und die Unterstützung des Mittelstands ausgerichtet.“
Wie der wechselseitige Transfer gelingen kann, aber auch welche Herausforderungen zu meistern sind, darüber berichten im Forum hochkarätige Gäste aus Wissenschaft und Wirtschaft in ihren Impulsvorträgen. Prof. Dr. Joachim Warschat vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, Stuttgart, berichtete aus seinen langjährigen Erfahrungen im Technologie- und Innovationsmanagement aus der Perspektive der Wissenschaft. Heiko Landahl-Gette von German Naval Yards, Kiel, richtet seinen Blick auf Innovationen im Schiffbau und das Zusammenspiel von verschiedenen Fachgebieten für eine erfolgreiche Produktentwicklung.
Anschließend soll in verschiedenen Workshops im Detail diskutiert werden, wie der Technologietransfer in Schleswig-Holstein in der Praxis funktioniert, welche Hemmnisse und Herausforderungen bestehen und welche neuen Wege beschritten werden sollten, um den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft noch zu verbessern.
Wirtschafsstaatssekretär Dr. Frank Nägele wird am Ende der Veranstaltung Bilanz ziehen. Er sagte: „Bereits jetzt zeigt die große Resonanz, dass man genau das richtige Thema getroffen habe. Der Dialog zwischen den Akteuren ist sehr wichtig.“
Rader Brücke: Meyer stellt neue Statik-Ergebnisse und Jahres-Auswertung der Radar-Kontrollen vor
September 2015: Inbetriebnahme der Radarkontrollen auf der Hochbrücke
Um den gegenwärtigen Zustand der Rader Hochbrücke für die kommenden zehn Jahre möglichst stabil zu halten, hat das Land vor einem Jahr Radarkontrollen an den Brücken-Zufahrten installiert. Hintergrund ist insbesondere die enorme statische Belastung des Bauwerks durch zu schnell fahrende Lkw. Verkehrsminister Reinhard Meyer wird dazu heute die wesentlichen Ergebnisse der ersten Jahresstatistik und zugleich die Ergeb´nisse der im August abgeschlossenen statischen Nachrechnung des 45 Jahre alten Bauwerks präsentieren.
Zudem wird der zuständige Bereichsleiter und Prokurist der Planungsgesellschaft DEGES, Bernd Rothe (Foto), den aktuellen Planungsstand für die Errichtung der Ersatzbauwerke erläutern.
Der Pressetermin dazu findet heute (nur für Journalisten) um 12 Uhr unter dem Widerlager-Süd auf der Südseite des Nord-Ostsee-Kanals statt.
Werften-Betriebsräte sehen Beschäftigung auf Jahre gesichert – Meyer: SH-Betriebe haben Nischen gefunden
Stapellauf einer Ro-Ro-Fähre bei der FSG in Flensburg: Das Unternehmen steht erneut vor einer Umstrukturierung
Auf den deutschen Werften geht es für die Beschäftigten wieder aufwärts. Gegenwärtig arbeiten fast 15 900 Arbeitnehmer bei den Schiffbaubetrieben im Norden, das sind 1,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das teilte jetzt die IG Metall Küste als Ergebnis einer Befragung der Bremer Agentur für Struktur- und Personalentwicklung (AgS) in Hamburg auf dem Museumsfrachter MS „Bleichen“ mit. Damit habe die Beschäftigung auf den Werften den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht.
«Die Schiffbaubetriebe sind wichtige industrielle Kerne in Norddeutschland», sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken. Daran habe sich seit der ersten Schiffbau-Umfrage der IG Metall Küste vor 25 Jahren nichts geändert, auch wenn heute weitaus weniger Menschen direkt auf den Werften beschäftigt seien.
Auch Wirtschaftsminister Reinhard Meyer ist – trotz der derzeiten Unsicherheit über den künftigen Kurs der Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) – zuversichtlich: „Der Strukturwandel in dieser Branche hat dazu geführt, dass unsere Schiffbauunternehmen zukunftsträchtige Nischen gefunden haben – vom hochspezialisierten Reparaturbetrieb bis zur Herstellung von Megayachten.“ Das Land stehe seinen Werften auch auf dem weiteren Weg zur Seite. Meyer erneuerte in dem Zusammenhang seinen Appell an den Bund, bei der Ausschreibung des geplanten Nachfolgebaus für das Forschungsschiff „Polarstern“ die Bedingungen so zu gestalten, dass auch deutsche Werften Gebote abgeben werden. Diesen Wunsch habe er von seinem jüngsten Besuch auf der Hamburger Schiffbaumesse SMM mitgenommen.
Die Perspektiven für die nähere Zukunft sind laut Gewerkschafts-Umfrage günstig. In den kommenden zwölf Monaten könnten bei den 37 erfassten Betrieben in den fünf Küstenländern bis zu 670 neue Arbeitsplätze entstehen. Dazu arbeiten bei den Werften rund 8600 Zeitarbeitskräfte und Beschäftigte mit Werkverträgen. Der Anteil der Leiharbeiter sei zwar leicht von 14,6 auf 13,1 Prozent zurückgegangen, aber im Vergleich zu anderen Industriebranchen immer noch sehr hoch. «Wer nur noch mit einer Rumpfmannschaft antritt, verliert wichtiges Knowhow und setzt damit die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens aufs Spiel», erklärte Bezirksleiter Geiken.
Die Auslastung der Werften sei gestiegen; Kreuzfahrtschiffe, Jachten und Fähren sowie der Marineschiffbau sorgen für Arbeit. «Besonders gut sind die Aussichten in Mecklenburg-Vorpommern, wo der malaysische Genting-Konzern die Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund ausbauen will», sagte Geiken. Nur in einzelnen Unternehmen, etwa bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft und bei der Lloyd-Werft in Bremerhaven, gebe es Probleme mit der Beschäftigung.
Im Jahr 1958: Stapellauf des Mehrzweckfrachters „Bleichen“ bei der Rendsburger Werft Nobiskrug. Damals arbeiteten mehr als 100.000 Menschen auf deutschen Werften
Zusatzliche A-7-Abfahrt zwischen Henstedt-Ulzburg und Quickborn nach Arbeitstreffen bei Meyer vom Tisch
In die Diskussion um eine zusätzliche A-7-Anschlussstelle im Bereich zwischen Segeberg und Pinneberg kommt Bewegung: Bei einem heutigen Treffen von Vertretern beider Kreise sowie der Bürgermeister von Norderstedt, Alveslohe und Ellerau bei Verkehrsminister Reinhard Meyer hat man sich darauf verständigt, dass eine zusätzliche Anschluss-Stelle zwischen Henstedt-Ulzburg und Quickborn nicht weiter verfolgt wwerden sollte. Grund: Wegen der geringen verkehrlichen Wirkung und der relativ geringen Abstände der vorhandenen Anschluss-Stellen sei dies nicht sinnvoll.
Eine zusätzliche Abfahrt zwischen Quickborn und Schnelsen Nord hingegen könnte aus Sicht der Gesprächsteilnehmer durchaus sinnvoll sein. „Wir brauchen dann aber auch die Akzeptanz in der Region“, sagte Minister Meyer nach dem Treffen.
Weiter sagte er
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Deshalb werde das Verkehrsministerium in den nächsten Wochen aktiv auf die betroffenen Gemeinden zugehen, um die Stimmung vor Ort hinsichtlich eines solchen Projekts auszuloten.
Meyer mit Altmaier beim Brunsbütteler Industriegespräch: Gute Aussichten für Industrie- und Hafenstandort
Rund 150 Gäste waren gestern Abend der Einladung der Unternehmen des ChemCoast Park Brunsbüttel zum 27. Brunsbütteler Industriegespräch (BIG) gefolgt. An Bord der „Adler Princess“ diskutierten unter anderem Kanzleramtschef Peter Altmaier und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer auf dem Nord-Ostsee-Kanal rund um die Themen „Kooperation im Unterelberaum“ und „Infrastrukturausbau samt Zukunftsperspektiven des Industrie- und Hafenstandortes Brunsbüttel“. Weitere Teilnehmer: Michael Westhagemann, Vorstandsvorsitzender des Industrieverband Hamburg (IVH), Frank Schnabel, Sprecher der Werkleiterrunde des ChemCoast Parks und Dithmarschens Landrat Dr. Jörn Klimant in der Rolle als Moderator.
Meyer sagte nach dem Treffen
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Rund 12.500 Arbeitsplätze beeinflusst der ChemCoast Park Brunsbüttel, darunter knapp 4.000 direkt am Standort. Mit ca. 2.000 Hektar Fläche ist es das größte zusammenhängende Industriegebiet in Schleswig-Holstein und hat sich als Cluster für Unternehmen aus der Chemie-, Energie- und Logistikbranche entwickelt. Zudem stellt Brunsbüttel mit rund 12 Millionen Tonnen Ladung pro Jahr den sechstgrößten Seehafenstandort Deutschlands dar.
In der Bundesrepublik Deutschland, als größte Wirtschaftsnation Europas, ist für Peter Altmaier die produzierende und verarbeitende Industrie ein elementares Standbein für die stabile Konjunkturentwicklung der vergangenen Jahre. „Die Industrie und der Mittelstand bilden das Rückgrat für Beschäftigung und Wohlstand in unserem Land. Daher ist es wichtig, dass wir eine vorausschauende Industriepolitik gestalten und den Industriestandort Deutschland wettbewerbsfähig erhalten. Brunsbüttel ist ein Beispiel dafür, dass ganze Regionen von industriellen Clustern wie dem ChemCoast Park Brunsbüttel profitieren können und Industrie in der Bevölkerung hohe Akzeptanz findet.“
Für Meyer ist Brunsbüttel ein Vorzeigestandort für industrielle Entwicklung: „Die Verknüpfung von Industrie, Logistik und maritimer Branche ist in Brunsbüttel einmalig. Durch die enge Vernetzung der Unternehmen am Standort, die in dieser Form nicht selbstverständlich ist, können viele Synergien genutzt werden. Auch dadurch hat sich der ChemCoast Park als ein herausragender Industriestandort in Deutschland etabliert und kann als Vorbild für andere Regionen genutzt dienen.“
Auch durch die Lage innerhalb der Metropolregion Hamburg und am Schnittpunkt Elbe und Nord-Ostsee-Kanal profitiert der ChemCoast Park Brunsbüttel. Die Verbindungen zu Hamburg, als wirtschaftliches Zugpferd der Region, sind stark und die Kooperationen eng. „Wenn Hamburg prosperiert, profitieren auch wir in der Metropolregion Hamburg“, fasst Frank Schnabel die Verbundenheit vereinfacht zusammen. „Wir sollten die Unterelbe als einen gemeinsamen Wirtschaftsraum sehen und entwickeln. Nur gemeinsam können wir die Region voranbringen. Das Kirchturmdenken hilft nicht“, führt Schnabel weiter aus.
Auch Michael Westhagemann unterstreicht dieses: „Die Standorte an der Unterelbe haben unterschiedliche Stärken, die sich in Kombination miteinander ergänzen und nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Brunsbüttel hat sich insbesondere als Chemie- und Energiestandort etabliert und zeigt großes Potenzial für die zukünftige Entwicklung.“ Ein konkretes Beispiel, wie die Synergien an der Unterelbe genutzt werden können, ist das Flächenmanagement. „Wir in Brunsbüttel haben etwas, was Hamburg nicht unbegrenzt anbieten kann: Freie Flächen für Industrieansiedlungen am Wasser! Um potenzielle Investoren für Ansiedlungen in der Region zu gewinnen, werden wir daher weiter eng zusammenarbeiten“, erklärt Schnabel.
Meyer verwies in dem Zusammenhang auf das im November 2015 geschlossene „Bündnis für Industrie.SH“, in dem sich Landesregierung, Wirtschaft, Kammern und Gewerkschaften auf eine Stärkung der schleswig-holsteinischen Industrie verständigt haben. „Unsere Industrie besteht aus wenigen Großunternehmen, überwiegend aber aus kleinen und mittleren Unternehmen. Viele Betriebe profitieren von unserer Industrie in ihrer Rolle als industrielle Zulieferer oder Dienstleister. Deshalb gilt: Wenn wir den Industriestandort Schleswig-Holstein stärken, dann sichern wir nicht nur Wertschöpfung und Arbeitsplätze, dann nützt es der gesamten Wirtschaft im Land.“ Die fünf Schwerpunkte des Bündnisses für Industrie betreffen alle auch den Standort Brunsbüttel. Meyer nannte als Beispiele die wirtschaftspolitischen Chancen der Energiewende, die Herausforderung von Industrie 4.0 oder die maritime Wirtschaft. Die vom DGB Nord und Werkleiterrunde initiierten Industriepolitischen Foren Brunsbüttel unterstützen die Ziele des Bündnisses auf regionaler Ebene.
Grünes Licht für neuen Brückenschlag über die Haaler Au in Todenbüttel: Land gibt 1,25 Millionen
Wie Verkehrsminister Reinhard Meyer heute in Kiel mitteilte, werde das Land den knapp 1,8 Millionen Euro teuren Ersatz der über 100 Jahre alten Straßenbrücke mit 1,253 Millionen Euro fördern. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde werde zudem die separate Holzbrücke für Fußgänger und Radfahrer abreißen lassen und den Fußgänger- und Radverkehr künftig ebenfalls über die neue Straßenbrücke leiten. Die Bauarbeiten sollen im Oktober beginnen und im November 2017 abgeschlossen sein.
Wie Meyer weiter sagte, werde der Neubau mit einer Quote von 70 Prozent aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes Schleswig-Holstein (GVFG-SH) gefördert, der Kreis Rendsburg-Eckernförde steuert knapp 540.000 Euro bei. Die Kreisstraße 82 befindet sich im südlichen Teil des Kreises Rendsburg-Eckernförde und verläuft über Barlohe an der B 77 über die Haaler Aubrücke in Todenbüttel bis nach Seefeld.
„Sowohl die Straße als auch die Brücke dienen der Abwicklung des überörtlichen Verkehrs. Durch einen leistungsfähigen Neubau der Brücke wird ein Engpass künftig vermieden und vor allem sichergestellt, dass der Lkw- und Schwerlastverkehr auf dieser Strecke ohne Einschränkungen aufrecht erhalten werden kann“, sagte Meyer. Für den Autoverkehr sowie Radfahrer und Fußgänger werde während der Bauphase eine Behelfsbrücke eingerichtet. „Mit der Behelfsbrücke stellen wir unter anderem sicher, dass die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule in Todenbüttel keine Umwege in Kauf nehmen müssen“, so der Minister.
Die Planung und Organisation der Baustelle übernimmt die Rendsburger Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH).
Minister-Duo Meyer und Schmidt: Qualität und nicht Quantität der Beltquerungs-Einwendungen ist entscheidend
Einen Tag nach der Jubiläums-Sitzung des seit fünf Jahren bestehenden Dialogforums zum Bau des Festen Fehmarnbeltquerung haben sich der dänische Transportminister Hans-Christian Schmidt und sein schleswig-holsteinischer Amtskollege Reinhard Meyer heute in Kiel zu einem Arbeitsgespräch getroffen.
Nach den Worten von Meyer handelte es sich dabei um eines der regelmäßigen Treffen, um Einzelheiten des weiteren Planungsprozesses zu besprechen. Beide seien sich einig darin, dass auch die hohe Zahl von absehbar weit über 10.000 Einwendungen gegen das Tunnelprojekt nichts an den vereinbarten zeitlichen Zielvorgaben ändere. „Entscheidend für den weiteren Verlauf wird nicht die Quantität, sondern die Qualität der Einwendungen sein“, so beide Minister. Die dänische Planungsgesellschaft Femern A/S werde sich ebenso zügig wie gründlich mit den Einwendungen zur überarbeiteten Fassung der Tunnelpläne auseinandersetzen. Die Einwendungen konnten bis vor wenigen Tagen an insgesamt 13 Stellen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern adressiert werden und laufen nun nach und nach beider zuständigen Planfeststellungsbehörde, dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) in Kiel ein.
Ministerpräsident Torsten Albig hatte das Dialogforum Feste Fehmarnbelt am Abend zuvor in Oldenburg als gelungenes Instrument der Bürgerbeteiligung gewürdigt. Dessen Arbeit habe bislang für größtmögliche Transparenz im laufenden Verfahren gesorgt, sagte Albig am Montag bei einer Sondersitzung zum fünfjährigen Bestehen des Forums. In dem unabhängigen Gremium sind Gegner und Befürworter des Projekts vertreten.
In der Sitzung unterzeichneten Vertreter von Land, Kreis, Gemeinden und Deutscher Bahn einen «Oldenburger Beschluss». Danach sollen künftig regionale runde Tische und ein Projektbeirat konkrete Lösungsvorschläge für Probleme im Zusammenhang mit der Bahnanbindung des Tunnels erarbeiten.
Bundesministerin Wanka besucht mit Meyer und GEOMAR-Chef Herzig das Kieler Helmholtz-Zentrum
Am Rande der Verleihung des Meerespreises an Fürst Albert II. von Monaco hat Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) heute das GEOMAR-Helmholtz-Zentrum für Meeresforschung in Kiel besucht. Gemeinsam mit GEOMAR-Chef Prof. Dr. Peter Herzig und dem für das GEOMAR zuständigen Wirtschaftsminister Reinhard Meyer verschaffte sich Wanka zunächst einen Überblick über die GEOMAR-Einrichtungen auf dem Kieler Westufer wie etwa dem Aquarium und setzte dann mit der „Polarfuchs“ auf das Ostufer über.
«Für die meisten Menschen ist das Meer noch immer ein Sehnsuchtsort.» Allerdings sei dieser Sehnsuchtsort bedroht, beispielsweise durch Überfischung, Artensterben, Versauerung und Klimawandel. Und er sei ein Ort, über den die Menschen trotz der immensen Bedeutung noch zu wenig wüssten. Forschung auf diesem Gebiet sei sehr wichtig, auch gerade mit Blick auf Interessenkonflikte, die sich zwischen Nutzung und Schutz der Meere ergeben, sagte Wanka.
Fürst Albert II
Zuvor hatte bei der Preisverleihung an Fürst Albert II auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig mehr Engagement für den Schutz der Meere gefordert. «Wir alle müssen uns weiter für die Belange der Meere engagieren. Ohne sie werden wir nicht überleben», sagte er. Fürst Albert erhielt den Deutschen Meerespreis 2016 als Präsident des Mittelmeerforschungsrates (CIESM) und für seinen langjährigen Einsatz. Der Fürst eröffnete im Anschluss an die Preisverleihung den 41. CIESM-Kongress.
Zu der Veranstaltung werden in den kommenden Tagen mehr als 500 Wissenschaftler aus 50 Ländern erwartet. Der Rat tagt erstmals in Deutschland. Hier werde hervorragende Meeresforschung betrieben, daher freue er sich, dass der Mittelmeerforschungsrat in Deutschland tagt, sagte der Fürst.
Albig, Schirmherr des Meerespreises, bezeichnete den Preisträger als einen Mann, der politische Entscheidungsmacht mit einem tiefen Wissen um die Belange der Meere verbinde. Albig erinnerte daran, dass Meerespolitik nie kleinstaatlich sein dürfe: Müll und Gift hielten sich leider nicht an internationale Seegrenzen. «Gute Meerespolitik ist international.» Und sie brauche internationale Meeresforschung.
Meyer machte nach seinem Treffen mit Wanka deutlich, dass auch kritische Punkte angesprochen wurden – etwa der auf rund 50 Millionen Euro taxierte Sanierungsstau auf dem Westufer.
Meyer sagte in einem Telefonat während der Förde-Fahrt unter anderem (Audiopfeil klicken)
Mit Blick auf den Ersatz des Forschungsschiffes „Polarstern“ adressierte Meyer an die Bundesministerin einige Stimmen von der jüngsten Hamburger Schiffsmesse SMM, wonach der Bund versuchen sollte, den Großauftrag zumindest in weiten Teilen von heimischen Werften abarbeiten zu lassen.
Förde-Fahrt mit dem „Plarfuchs“ des GEOMAR: Bundesministerin Wanka mit Meyer (links) und GEOMAR-Chef Herzig.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus