Schleswig-Holstein wird einen Innovationspreis für die maritime Wirtschaft ausschreiben. Das kündigte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute im Landtag an. Unklar ist noch, wie der Preis dotiert ist oder wer in der Jury sitzt. Das Wirtschaftsministerium reagiert damit auf einen entsprechenden Antrag der Jamaika-Koalition, der gegen die Stimmen der SPD angenommen wurde. Die Sozialdemokraten hatten zusätzlich einen maritimen Gipfel gefordert.
LBV.SH-Chef Conradt, Minister Buchholz und LBV.SH-Ingenieur Köster
Weitere Runde bei der Sanierung von Straßen, Brücken und Radwegen im Südwesten des Landes: Wie Verkehrsminister Bernd Buchholz heute bei der Vorstellung des Bauprogramms für die Kreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen sagte, packe der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) allein in diesem Landesteil bis zum Herbst 14 Straßen und sieben Radwege an. „Wir investieren hier über 24 Millionen Euro in eine bessere und sichere Infrastruktur“, sagte Buchholz. Zusammen mit LBV.SH-Chef Torsten Conradt sowie dem leitenden LBV.SH-Ingenieur Christoph Köster stellte Buchholz die wichtigsten von 40 geplanten Einzelprojekten entlang der südlichen Westküste und der Elbe vor. Allein im südwestlichen Landesteil werden in diesem Jahr 43 Kilometer Straßen, knapp zwölf Kilometer Radwege und 24 Brücken instandgesetzt.
Buchholz erinnerte daran, dass das gesamte, knapp 3700 Kilometer umfassende Landesstraßennetz in Schleswig-Holstein über Jahrzehnte „kaputtgespart“ worden sei. Während in früheren Jahren teilweise weniger als 20 Millionen Euro pro Jahr in den Erhalt von Landesstraßen gesteckt wurden, liege die Investitionsquote im Durchschnitt der letzten vier Jahre bei jährlich knapp 95 Millionen Euro.
„Und selbst in 2021, dem zweiten Pandemie-Jahr in Folge, konnte der LBV.SH über 180 Millionen Euro in die Sanierung von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen stecken“, so Buchholz. Und das sei für Tausende von Berufspendlerinnen und -pendlern sowie die mittelständische Wirtschaft und den Tourismus im Land auch geradezu existenziell: „Versuchen Sie einmal, morgens von Büsum nach Heide oder nach Itzehoe zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Arzt zu kommen – ohne eine intakte Straße wird das nichts. Deswegen ist unser Sanierungsprogramm so wichtig.“ Das gelte umso mehr für Schulbusse, Krankenwagen oder die Feuerwehr.
Laut LBV.SH-Direktor Conradt sind in dem 24,2-Millionen-Euro-Paket für die Kreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen insgesamt 17 Landesstraßen-Projekte enthalten. Der Rest entfalle auf 17 Projekte beim Bund und sechs beim Kreis Dithmarschen. Zusammen mit Buchholz bat der LBV.SH-Chef alle Autofahrerinnen und Autofahrer für die kommenden Monate um Geduld und Fairplay: „Die Menschen auf unseren Baustellen arbeiten dort bei Wind und Wetter. Und dies ausdrücklich für uns alle: Damit wir demnächst wieder schneller und sicherer an unsere Ziele kommen. Bitte nehmen Sie also größte Rücksicht auf unsere mobilen Teams auf den Baustellen.“
Hier ein Mitschnitt des gesamten Pressegesprächs – Video starten
Alle Informationen und Steckbriefe zu den einzelnen Straßenbau-Projekten samt Übersichtskarte finden sich HIER
Wichtige Weichenstellungen im schleswig-holsteinischen Schienennetz: Nachdem das Land erst gestern angekündigt hatte, bei der Elektrifizierung und dem Ausbau der Marschbahn nach Sylt in Vorleistung zu gehen, sprangen heute weitere Signale auf grün: Auch für eine große Lösung am Bahnknoten Elmshorn will das Land laut Verkehrsminister Bernd Buchholz in Vorleistung gehen. Außerdem liegt seit heute die Baugenehmigung für den Ausbau der AKN-Linie S 21 zwischen Hamburg und Kaltenkirchen vor. Und auf der Bahnstrecke von Kiel nach Hamburg sollen ab 2027 Elektrozüge rollen. Schleswig-Holstein hat das Bahnnetz neu ausgeschrieben. Der künftige Anbieter soll voraussichtlich im Juli 2023 den Zuschlag erhalten, die Elektrozüge ab Dezember 2027 fahren.
Gisela Hüllmann (Mitte) mit ihrer Bürgerinitiative und Minister Buchholz
«Moderne Fahrzeuge und vor allem genug Kapazität für die Fahrgäste sind Schlüsselfaktoren für den Erfolg unseres neuen Nahverkehrsplans und der Mobilitätswende», sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Auch Wartung und Unterhaltung der neuen Züge seien ausgeschrieben. «Wir dürfen die Hersteller hier nicht aus der Verantwortung entlassen, denn natürlich müssen die Züge dann auch jeden Tag funktionieren.»
Ein weiteres Thema beschäftigte heute Abend die Bürger in Tornesch – der seit Jahren geplante Ausbau der so genannten S4-West zwischen Pinneberg und Elmshorn. Gegenüber der Bürgerinitiative kündigte Buchholz an, an einer großen Lösung mit vier Fernverkehrs-Gleisen für den Knotenpunkt Elmshorn festzuhalten: „Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie und um in diese Richtung auch rasch voranzukommen, sind wir bereit, als Land die Mehrkosten vorerst selbst zu schultern“, sagte er bei einer Info-Veranstaltung in der Klaus-Groth-Schule von Tornesch. „Denn mit einem nachhaltigen Umbau des Bahnhofs Elmshorn bleiben für die Bahnstrecke Pinneberg-Elmshorn weiterhin alle Ausbauvarianten im Spiel“, so Buchholz.
Weiter sagte der Minister am Rande der Bürgerveranstaltung – Audio starten, Pfeil klicken…
Der Minister erinnerte weiter daran, dass im Bundesverkehrswegeplan für den Großknoten Hamburg verschiedene Maßnahmen zur Steigerung der Kapazität und der Betriebsqualität vorgesehen seien – unter anderem auch ein drittes Bahnsteiggleis in Elmshorn. Dabei hätten am Ende noch zwei Varianten zur Auswahl gestanden. Die so genannte Variante „V5opt“, die einen zusätzlichen Außenbahnsteig westlich der Bestandsanlagen Elmshorn sowie eine Optimierung der Überholgleise für den Güterverkehr vorsieht. Und die Variante „V6“, eine grundlegende Neustrukturierung des Knotens Elmshorn mit zwei Mittelbahnsteigen. Das Bundesverkehrsministerium präferiert bisher die günstigere Variante V5opt. „Damit die Bahn aber die wesentlich bessere Variante V6 weiterplanen kann, werden wir die zusätzlichen Planungskosten von rund einer halben Million Euro komplett übernehmen“, kündigte Buchholz an.
Grund: Die Autoren der Machbarkeitsstudie hätten festgestellt, dass ein Ausbau der Bahnstrecke mit zwei zusätzlichen Fernbahngleisen wesentlich größere betriebliche Vorteile gegenüber der bisher favorisierten Variante mit ein bis zwei zusätzlichen S-Bahngleisen habe. Vor einer endgültigen Entscheidung, welche Ausbauvariante am Ende zum Zuge kommt, müsse in einem nächsten Schritt aber noch eine Gesamtabwägung der Infrastrukturvarianten durch den Nahverkehrsverbund NAH.SH erfolgen.
Hier ein Mitschnitt von Buchholz‘ Rede aus dem Streaming der Bürgerveranstaltung durch das „Quickborner Tageblatt“ des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) – Video starten…
APV-Chef Martin Hamm (links) übergibt in Anwesenheit von Verkehrsminister Bernd Buchholz an AKN-Geschäftsführer Ulrich Bergmann den 384 Seiten starken Planfeststellungsbeschluss für die S 21
Grünes Licht des Landes für den Ausbau der AKN-Bahnlinie zur S 21 bis nach Kaltenkirchen: Das Amt für Planfeststellung Verkehr Schleswig-Holstein (APV) hat heute den 384 Seiten starken Planfeststellungsbeschluss an AKN-Geschäftsführer Ulrich Bergmann übergeben. „Damit sind wir nach fünf Jahren Planung an diesem Verkehrs-Großprojekt, bei dem sich das APV unter anderem mit über 450 Einwendungen beschäftigen musste, einen riesigen Schritt weiter“, sagte Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz bei der Übergabe der Unterlagen durch APV-Chef Martin Hamm. Der Beschluss samt aller Planunterlagen wird vom 7. bis zum 20. April öffentlich ausgelegt (siehe unten). Der Planfeststellungsbeschluss für den S-21-Abschnitt auf Hamburger Gebiet war bereits Ende 2018 erlassen worden.
Wie Buchholz erläuterte, sei mit der Baugenehmigung auch die so genannte „sofortige Vollziehbarkeit“ angeordnet worden. „Das heißt, dass noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen werden könnte, sofern dagegen keine Rechtsmittel eingelegt werden.“
AKN-Geschäftsführer Ulrich Bergmann sagte dazu: „Es ist gut, dass der Beschluss da ist, denn damit haben wir als AKN jetzt Planungssicherheit.“ Die AKN wird entsprechend ihre bislang durchgeführten Bauplanungen intensivieren. Insgesamt sei eine Bauzeit von drei Jahren geplant.
Ziel des 120-Millionen-Euro-Projekts ist die durchgängige Schienen-Verbindung von Kaltenkirchen (Kreis Segeberg) über Hamburg-Hauptbahnhof bis Aumühle (Herzogtum-Lauenburg). Dabei wäre ein Umsteigen in Eidelstedt künftig nicht mehr nötig. „Zudem erreichen wir eine deutlich höhere Betriebsstabilität und kürzere Fahrtzeiten durch die geplante Zweigleisigkeit zwischen Quickborn und Ellerau“, so Buchholz. Von den knapp 34 Kilometern Ausbaustrecke liegen elf Kilometer auf Hamburger Stadtgebiet und 23 Kilometer in Schleswig-Holstein. Die Elektrifizierung erfordert allein in Schleswig-Holstein die Errichtung von 734 Masten sowie einem Umrichterwerk in Kaltenkirchen.
Planerisch und baulich aufwändig ist das Vorhaben nach den Worten von Buchholz und APV-Chef Hamm vor allem wegen der nötigen Anpassung aller Bahnhöfe an der Strecke. So müssten teilweise Bahnsteige verlängert und in der Höhe angepasst werden. Zudem würden der Fußgängertunnel Ellerau und verschiedene Brücken erneuert oder angepasst. Entgegen anfänglicher Planungen bleibe die dicht bebaute Strecke zwischen Ellerau und Tanneneck eingleisig.
„Ich bin sicher, dass mit dem fertigen Planfeststellungsbeschluss die für die Menschen in der Region verträglichste Ausbauvariante gefunden wurde und wir durch das Projekt im Hamburger Randgebiet deutlich mehr Menschen in Richtung ÖPNV bewegen können“, sagte Buchholz. Das sei wichtig für das Erreichen der Klimaziele und entzerre zugleich die seit Jahren angespannte Verkehrssituation für Berufspendlerinnen und -pendler rund um Hamburg.
Hier sind die Planunterlagen vom 7. bis zum 20. April ausgelegt:
Analog: In den Ämtern Quickborn, Ellerau, Kaltenkirchen, Kisdorf, Henstedt-Ulzburg, Elmshorn und Leezen während der Geschäftszeiten.
Digital: www.planfeststellung.bob-sh.de unter: Schiene – AKN-Strecke A 1 – S 21 Eidelstedt-Kaltenkirchen, Elektrifizierung
Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Wirtschaft in Schleswig-Holstein sind aus Sicht von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz vielfältig. Insgesamt seien die Konsequenzen aber noch nicht absehbar, sagte der FDP-Politiker heute im Landtag. Es fehlten zum Teil Zulieferprodukte. Rund 250 Unternehmen aus dem Norden haben Lieferbeziehungen zu Russland oder auch Produktionskapazitäten dort.
Hier die Landtagsrede von Buchholz in voller Länge
Im Ranking beim Handelsvolumen mit Schleswig-Holstein liegt Russland auf Platz 19 mit 647 Millionen Euro (2021). Das waren 1,3 Prozent des gesamten schleswig-holsteinischen Außenhandelsvolumens. Die Ukraine lag mit 106 Millionen Euro auf Platz 47 (0,2 Prozent). Einzelne Unternehmen könnten trotzdem stark vom Krieg betroffen sein, sagte Buchholz. Sie trügen trotzdem die Sanktionen gegen Russland mit. Erschreckend sei für ihn, dass Deutschland die Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland mit Nordstream 2 bis kurz vor dem Krieg noch habe erhöhen wollen, sagte Buchholz.
Im Blick auf den hiesigen Arbeitsmarkt sagte er, für traumatisierte Flüchtlinge sei es möglicherweise nicht der erste Gedanke, jetzt gleich arbeiten zu müssen. „Aber denjenigen, die es wollen und wünschen, müssen wir ein Angebot machen“, so der Minister.
Vor diesem Hintergrund sei es nötig, die Arbeitserlaubnis von Anfang an auf drei Jahre festzulegen statt nur auf ein Jahr. Zudem dürften Wohnsitzauflagen einer Integration nicht im Wege stehen. «Es ist zu begrüßen, dass Geflüchtete aus der Ukraine kein Asylverfahren durchlaufen müssten und daher auch eine Arbeitsaufnahme zügig möglich ist. Anderseits gilt es, aus den Erfahrungen von 2015 zu lernen und weitere Hemmnisse für eine Arbeitsmarktintegration zu vermeiden», sagte Buchholz.
Rückenwind durch das Land: Prof. Schmücker (links) von der FH Westküste und Prof. Prange (rechts) von der FH Kiel freuen sich über 1,2 Millionen Euro Förderung
Um die Gästeströme im Urlaubsland Schleswig-Holstein künftig intelligenter zu steuern und Überlastungen in Hot-Spots zu vermeiden, machen die Fachhochschule Kiel, das Deutsche Institut für Tourismusforschung der Fachhochschule Westküste und zwei IT-Unternehmen aus dem echten Norden seit Monaten gemeinsame Sache. Ziel ist die Entwicklung eines landesweiten digitalen Systems zum Besuchermanagement. Heute gab es dafür Rückenwind der Landesregierung: Tourismus- und Technologieminister Dr. Bernd Buchholz übergab in Kiel an Prof. Dr. Michael Prange (FH Kiel) und Prof. Dr. Dirk Schmücker (FH Westküste/DITF) einen Förderbescheid über knapp 1,2 Millionen Euro.
„Das von einem breiten Konsortium getragene Projekt leistet einen wichtigen Beitrag für einen nachhaltigen und ausgewogenen Tourismus im Land. Und ich wünsche mir, dass so viele lokale Tourismusorganisationen wie nur möglich mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kooperieren“, sagte Buchholz. Er erinnerte an die zunehmend hohe Dichte von Gästen an einigen Ferienorten in der Hauptsaison. Dies sei durch die Corona-Pandemie und das damit gesunkene Interesse an Auslands-Destinationen noch verschärft worden. „Wir freuen uns, dass immer mehr Menschen den echten Norden für sich entdecken. Wir müssen aber auch dafür Sorge tragen, dass weder die Natur noch die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner überstrapaziert werden. Unser Land ist groß genug, aber wir müssen den Tourismus intelligent managen. Deswegen fördern wir dieses Forschungsvorhaben gern“, so Buchholz.
Das Projekt „Landesweites Digitales Besuchermanagement Tourismus in Schleswig-Holstein“, kurz LAB-TOUR SH, wird von der Fachhochschule Kiel koordiniert. Sie verfüge über die notwendige technische IT-Infrastruktur, um reale Daten in die Datenplattform zu implementieren und das System in Echtzeit testen zu können, erklärte Prange. Der Experte für Data Science vom Fachbereich Informatik und Elektrotechnik verantwortet die Entwicklung der grundlegenden zentralen Integrationsplattform. Eine Herausforderung sei dabei, verschiedene Datenquellen zusammenzuführen. „Grundlage für den Datenaustausch zwischen verschiedenen IT-Systemen im Tourismus sind standardisierte Datenmodelle und Datenschnittstellen. Diese wollen wir in Abstimmung mit nationalen und internationalen Organisationen definieren“, sagte Prange. So soll eine standardisierte, universell nutzbare Datenplattform entstehen, die Prognosen und Empfehlungen für verschiedene Anwendungsfälle ermöglicht.
Strandampel
Als zweite Wissenschaftseinrichtung beteiligt sich das Deutsche Institut für Tourismusforschung am Projekt. Fünf Forschende sind für die Entwicklung des Gesamtkonzeptes sowie die Aufbereitung und Analyse der Daten verantwortlich und bilden die Schnittstelle zur Tourismusbranche. Projektleiter Schmücker: „Es gibt bereits erste Ansätze für digitales Besuchermanagement im Land. Die Lübecker Bucht ist mit ihrer Strandampel, die Gästen die Auslastung der Strände anzeigt, sogar bundesweit ausgezeichnet worden. Aber welche erfolgversprechenden Ansätze es darüber hinaus gibt, welche Erfolgsfaktoren beachtet werden müssen und wie die lokalen Anstrengungen so verknüpft werden, dass positive Netzwerkeffekte entstehen, muss noch erforscht werden.“
Die Lufthansa Industry Solutions (LHIND) bringt ihr Know-how und ihre Erfahrung rund um Sensorik, Datenintegration und -analyse sowie cloudbasierte Plattformen zur Besucherlenkung in das Projekt ein. Darüber hinaus wird die LHIND die Entwicklung des KI-basierten Empfehlungssystems federführend umsetzen. Dies soll die touristischen Destinationen vor lokaler Überlastung schützen. Das System soll dazu die in Echtzeit erfasste Auslastung möglicher Hotspots mit der historischen Auslastung und weiteren Daten kombinieren und basierend auf diesen Berechnungen den Gästen sinnvolle touristische Alternativen vorschlagen. So sollen sich Besucherströme möglichst frühzeitig gut verteilen lassen. Für die Umsetzung könnten die Beteiligten im Land auf bereits vorhandene Systeme zurückgreifen, erklärte Björn Schwarze vom Projektpartner ADDIX Internet Services GmbH: „Mit dem #SH_WLAN gibt es in Schleswig-Holstein bereits ein kostenloses Netz mit 3.000 Accesspoints an 800 Standorten und etwa 100.000 Zugriffen pro Woche, welches zur Interaktion und zum Datenaustausch genutzt wird. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit den Projektpartnern an den Themenfeldern Übermittlung, Aufbereitung und Analyse von Daten zu arbeiten und hierbei durch Inspirations- und Informationsangebote sichtbare Mehrwerte für die Besucherinnen und Besucher in Schleswig-Holstein zu schaffen.“
Frank-Arne Limprecht und Buchholz bei der Info-Veranstaltung im BBZ Heide
Schleswig-Holstein geht bei der Elektrifizierung der Bahnstrecke nach Sylt in Vorleistung. «Die elektrischen Züge wären nicht nur klimafreundlicher, sondern auch wesentlich leiser», sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am Abend bei einer Informationsveranstaltung in Heide. «Für Anwohner an der Strecke würde es also wesentlich ruhiger und mit den Schadstoff-Emissionen der Diesellokomotiven wäre es auch vorbei.»
Das Land nimmt die Planungen zunächst selbst in die Hand. Der Verkehrsverbund NAH.SH bereite erste Ausschreibungen vor, sagte Buchholz. «Im Sommer könnten dann die Arbeiten starten.» Mit der Bahn sei ein Planungsbegleitvertrag abgeschlossen worden. Das Unternehmen helfe bei Fragen des Umweltrechts. Das Land gehe mit rund 3,6 Millionen Euro in Vorleistung. Zuschüsse des Bundes seien bislang nur geplant. «Wir tragen daher zunächst allein das finanzielle Risiko.»
Buchholz sagte nach der Veranstaltung weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
In Vorleistung geht das Land auch beim zweigleisigen Ausbau zwischen Niebüll und Sylt. Der Ausbau auf der Nordseeinsel zwischen Morsum und Tinnum ist noch nicht im Bedarfsplan für Bundesschienenwege enthalten. «Damit der Ausbau auf Sylt allerdings nicht in Zeitverzug gerät, werden wir der DB Netz die Planungskosten zunächst vorfinanzieren», sagte Buchholz.
«Mit der Elektrifizierung schaffen wir die Voraussetzungen, dass zukünftige Generationen an Fernverkehrszügen umsteigefrei bis nach Sylt fahren können», sagte Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen. Dadurch würde bei den Fernzügen der zeitraubende Lokwechsel in Itzehoe wegfallen und die Regionalbahnen könnten von Hamburg umsteigefrei bis nach Heide fahren.
Der geplante Ausbau der sogenannten Marschbahn nach Sylt soll rund 400 Millionen Euro kosten. 90 Prozent davon übernimmt der Bund, das Land 40 Millionen Euro.
Und hier noch einmal ein Fazit des Info-Abends von Verkehrsminister Bernd Buchholz – Video starten
Arbeits-Staatssekretär Thilo Rohlfs mit den Vertreterinnen und Vertretern der Fachkräfte-Netzwerke
Für die Sicherung und Gewinnung von Fachkräften in Betrieben gibt es ab sofort eine zentrale Anlaufstelle im Land: den Fachkräfteservice Schleswig-Holstein. Für dessen Einrichtung im Haus des Unternehmensverbandes in Rendsburg hat Arbeits-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs jetzt einen Förderbescheid in Höhe von rund 363.000 Euro an die Trägerkooperation des Bildungswerks der Wirtschaft für Hamburg und Schleswig-Holstein e.V. und den Verein „Arbeit und Leben Schleswig-Holstein“ übergeben. Gleichzeitig erhalten acht Fachkräfte-Netzwerke über Wirtschaftsfördergesellschaften und Kammern zur einjährigen Verlängerung ihrer Fachkräfteberatungen 660.000 Euro.
Zentrale Anlaufstelle für alle Fachkräfte-Netzwerke: Haus des Unternehmensverbandes in Rendsburg am Paradeplatz
„Mit den im Fachkräfteservice gebündelten Kompetenzen bieten wir Hilfestellung in allen Fragen rund um die Fachkräftesicherung. Wir lassen Unternehmen in ihrem Engagement um die Gewinnung, Integration und Bindung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht allein“, sagte Rohlfs. Die insgesamt mehr als eine Million Euro Fäördermittel sieht er bestens: „Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Schwierigkeiten und Unsicherheiten haben die Dringlichkeit der Fachkräftesicherung verschärft. Denn wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte, um die Unternehmen aus der Krise herauszuführen. Unterstützungs- und Beratungsleistungen, wie durch den Fachkräfteservice und das Beratungsnetzwerk Fachkräftesicherung gewinnen hierfür noch mehr an Bedeutung“, so der Staatssekretär.
Alle Angebote werden unter dem Dach der bereits bestehenden Strukturen der Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein (FI.SH) geführt. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Schleswig-Holstein können sich laut Rohlfs in allen Fragen der Fachkräftesicherung kostenlos beraten lassen. Das Angebot umfasse beispielsweise Hilfestellung, wenn Betriebe sich in der Berufsausbildung stärker engagieren und Praktika anbieten wollen. Ebenso würden Wege zur Gewinnung und Integration ausländischer Arbeitskräfte aufgezeigt. Der Fachkräfteservice gibt darüber hinaus Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern eine erste Orientierung zu zuständigen Stellen und Angeboten sowie zu weiteren Fördermöglichkeiten.
Das Land fördert den Fachkräfteservice Schleswig-Holstein mit einem Zuschuss von bis zu 90 Prozent und das Beratungsnetzwerk Fachkräftesicherung mit einem Zuschuss von bis zu 75 Prozent. Die Mittel im Landesprogramm Arbeit werden aus dem Europäischen Sozialfonds Plus und Landesmitteln bereitgestellt.
Hier die Förderungen der Fachkräfte-Netzwerke im Einzelnen:
Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Pinneberg: 39.885,52 Euro
Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland: 78.000,00 Euro
Handwerkskammer Flensburg: 91.650,00 Euro
Industrie- und Handelskammer zu Lübeck: 72.376,20 Euro
Handwerkskammer Lübeck: 107.415,41 Euro
Arbeit und Leben Schleswig-Holstein, Kiel: 31.965,60 Euro
Kiel Region GmbH: 173.550,00 Euro
„egw:wirtschaftsförderung“ Westküste: 64.646,46 Euro
Mehr geht fast nicht: Nachdem in dieser Woche der erste Pflock für eine Giga-Factory für Batteriezellen in Heide eingeschlagen wurde, kam gestern die nächste Erfolgsmeldung: Der Energie-Konzern RWE plant in Brunsbüttel einen Importterminal für grüne Energieträger – und auch die Planungen für das LNG-Terminal laufen mit Hochdruck weiter.
Wirtschaftsminister Buchholz ist entsprechend begeistert – Video starten…
Nur wenige Tage nach der Entscheidung für ein Flüssiggasterminal wird schon wieder bekannt gegeben, dass ein Importterminal nach Brunsbüttel kommen soll. Diesmal geht es gleich um «grüne» Energie. Wirtschaftsminister Buchholz ist begeistert.
Elbehafen Brunsbüttel – bald auch Import-Terminal für „grüne“ Energieträger
Der Brunsbütteler Elbehafen entwickelt sich in den kommenden Jahren zu einem bundesweit bedeutenden Standort für den Energieimport. Der Energiekonzern RWE kündigte heute an, dort bis 2026 für einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag ein Importterminal für klimaneutral erzeugtes Ammoniak zu errichten. Die Anlage soll in unmittelbarer Nähe des seit Jahren geplanten Importterminals für Flüssiggas (LNG) stehen, auf dessen Bau sich der Bund, der niederländische Gasnetzbetreiber Gasunie und RWE vor wenigen Tagen geeinigt hatten.
RWE-Vorstandschef Markus Krebber sprach von einem «Leuchtturmprojekt», das die ganze Wertschöpfungskette «vom Import über die Umwandlung bis hin zu Transport und Einsatz bei Industriekunden» umfassen soll. «Zum Erreichen der Klimaziele wird die Nachfrage nach grünen Molekülen in der Zukunft stark steigen», heißt es in der RWE-Mitteilung. «Um den Bedarf für die Dekarbonisierung der Industrie zu decken, braucht Deutschland neben einer eigenen Wasserstofferzeugung den Zugang zu grünen Molekülen aus anderen Teilen der Welt.»
Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) bezeichnete die Pläne in Brunsbüttel als „großartige Nachricht“. LNG sei sofort als Überbrückungstechnologie verfügbar, zum Beispiel als Heizenergie für die Haushalte. Wasserstoff sei die Zukunft, sagte er und erläuterte im Gespräch mit dem NDR weiter – Audio starten.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte: «Auch dieses Ansiedlungsvorhaben zeigt, dass die Landesregierung die Chancen der Energiewende für Schleswig-Holstein klug nutzt und die Weichen für eine grüne Industriepolitik richtig gestellt hat.» Projekte wie der Bau der Terminals seien «ein gewaltiger Sprung nach vorn» für das ganze Land. «So bringen wir grünen Strom aus der Region, Autonomie bei der Energieversorgung und Wertschöpfung auf einen Nenner.»
Auch Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH und dem Hafenbetreiber SCHRAMM group ist begeistert: «Wir freuen uns, mit RWE einen der großen Player im Energiemarkt an unserer Seite zu haben, der in Brunsbüttel und in einem unserer Häfen dieses zukunftsweisende Projekt für den Import grüner Energie realisieren will. Wir sind bereits seit vielen Jahren mit RWE in einem regelmäßigen Austausch und nun fruchten die Gespräche in diesem Projekt. RWE ist genauso wie wir von den idealen Standortbedingungen des Industrie- und Hafenstandortes Brunsbüttel überzeugt und möchte Brunsbüttel zu einem Leuchtturm für die Dekarbonisierung der Industriegesellschaft entwickeln. Hierbei werden wir RWE tatkräftig unterstützen.»
Ammoniak ist ein stechend riechendes und giftiges Gas. Seine großtechnische Erzeugung mit Stickstoff (N2) aus der Luft und Wasserstoff (H2) ist bereits ausgereift, da es ein wichtiger Ausgangsstoff für die Produktion von Düngemitteln ist. Gegenüber Wasserstoff hat Ammoniak Vorteile. Zur Verflüssigung sind zum Beispiel geringere Minustemperaturen und geringerer Druck nötig. So lässt es sich einfacher, effizienter und kostengünstiger speichern und transportieren. Voraussetzung für «grünen» Ammoniak ist, dass für die Produktion regenerative Energien wie Windstrom eingesetzt werden. Neben Wasserstoff gilt auch Ammoniak als Kandidat für CO2-freie Antriebe, zum Beispiel in der Schifffahrt.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hob erneut die Bedeutung des LNG-Terminals für die Unabhängigkeit der deutschen Energieversorgung von Russland hervor. Das RWE-Ammoniak-Projekt nannte er «ein zweites zentrales Vorhaben». «Grünes Ammoniak als verflüssigtes Wasserstoffderivat könne einen wichtigen Beitrag zur Versorgung Deutschlands mit grünem Wasserstoff leisten», wird Habeck in der RWE-Mitteilung zitiert. «Gleichzeitig können wir mit diesem Vorhaben wichtige Erfahrungen sammeln für die Umstellung von LNG auf grünen Wasserstoff beziehungsweise Wasserstoffderivate.»
Über das RWE-Terminal sollen ab 2026 zunächst jährlich rund 300 000 Tonnen Ammoniak in Deutschland ankommen und an Kunden weiterverteilt werden. «Im nächsten Schritt ist geplant, an dem Terminal einen Cracker in großindustriellem Maßstab zu errichten, um grünen Wasserstoff auch vor Ort zu produzieren.» Dieser soll dann über eine eigene Pipeline zu industriellen Abnehmern transportiert werden. Parallel dazu soll die Ammoniak-Menge auf zwei Millionen Tonnen pro Jahr ausgebaut werden.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus